Mit ETFs & Indexfonds einfach und kosteneffizient investieren

Wie werden Sparer am besten zu erfolgreichen Investoren? Klassische Bankprodukte zum Sparen – etwa das einfache Sparkonto oder Sparbücher – bieten zwar hohe Sicherheit, aber schon lange keine ordentlichen Zinsen mehr. Wer sein Geld heute effektiv vermehren möchte, wendet sich Wertpapier-Investitionen zu – etwa in Form von kosteneffizienten ETFs und Indexfonds. Was hat es mit ihnen auf sich?

Das Wichtigste in Kürze
  • „ETF“ ist die Kurzform von „Exchange Traded Funds“, zu Deutsch „börsengehandelte Indexfonds“. Es handelt sich um Fonds, die automatisiert bestehende Indizes – etwa den deutschen Aktienindex DAX oder auf internationaler Ebene auch den MSCI World – nachbilden. Das tun sie, um eine ähnliche Rendite wie diese Indizes zu erreichen.
  • ETFs und Indexfonds sind das passive Pendant zu aktiven Investmentfonds. Aktive Fonds haben ein Fondsmanagement, das den Fonds durch den Kauf und Verkauf von Wertpapieren immer wieder neu zusammensetzt. Passive ETFs haben das nicht. Sie bilden automatisiert ihren Index nach und sind deshalb wesentlich kosteneffizienter. Das ist der größte Unterschied zwischen aktiven Fonds und ETFs. Die Gesamtkosten der WeltInvest ETF-Portfolios betragen nur 0,48 % im Jahr. Niedrige Kosten können sich positiv auf die Rendite auswirken.
  • Es existieren verschiedene Arten von ETFs neben Aktien-ETFs – beispielsweise Anleihen-ETFs für mehr Sicherheit oder solche ETFs, die sich auf Indizes bestimmter Branchen oder Standorte konzentrieren, beispielsweise Rohstoff-ETFs oder Immobilien-ETFs. Meistens handelt es sich aber um Aktien-ETFs. Mit Short-ETFs existiert noch eine Sonderform – hier sind zumeist Derivate enthalten, die darauf wetten, wie sich Kurse entwickeln. Sie sind eher ein Spekulationsobjekt.
  • ETFs und Indexfonds können sowohl thesaurierend als auch ausschüttend sein. Thesaurierend bedeutet, dass erzielte Ausschüttungen, z.B. in Form von Dividenden, sofort reinvestiert werden. Dadurch kommt es zum Zinseszinseffekt und es besteht über die Jahre Chance auf deutlich höhere Gewinne. Ausschüttend bedeutet, dass erzielte Renditen immer ausbezahlt werden. Der Zinseszinseffekt wirkt hier also nicht.
  • ETFs können insbesondere dann sinnvoll sein, wenn man über mehrere Jahre investiert, etwa mit einem monatlichen Sparplan. Als kurzfristige Investition sind sie durch das Kursrisiko eher nicht geeignet. Wie jede Anlage am Kapitalmarkt unterliegen auch ETFs Risiken. Der Kurs einer Anlage kann steigen oder fallen. Es kann auch zu Kursverlusten kommen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen. Anleger sollten sich vor einer Investition über die vollständigen Risiken von ETF-Portfolios informieren.

Besonders einfach investieren mit den WeltInvest ETF-Portfolios

WeltSparen hat mit den WeltInvest ETF-Portfolios vier attraktive Investitionsvarianten entwickelt. Es handelt sich um weltweit diversifizierte Portfolios, die bis zu sieben ETFs und Indexfonds enthalten. Dabei können Sie die Risikoklasse selbst wählen. Es sind drei Portfolios vorhanden, die zu verschiedenen Gewichten Aktien- wie auch einen Anleihen-Indexfonds enthalten. Der Anleihen-Teil kann das Risiko senken. Das vierte Portfolio enthält zu 100 % Aktien-ETFs und bietet die höchsten Renditechancen, weist aber auch ein höheres Risiko auf. Für die niedrigen Kosten, die einfache Bedienbarkeit und die globale Diversifikation wurden die Portfolios bereits von dem gemeinnützigen Verbraucher-Portal Finanztip empfohlen.

Alle Artikel zu diesem Thema im Überblick:

Auf dieser Seite lesen Sie alle relevanten Details. In den nachstehenden Artikeln vertiefen wir sie.

Risiko

Die Kurse von Aktien und Anleihen schwanken ebenso wie der Wert von ETF-Anteilen. Damit sind Risiken verbunden. Mit ETF-Investitionen über einen langen Anlagehorizont können Anleger kurzfristige Schwankungen aussitzen, sollten sich aber über die Risiken im Klaren sein.

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Steuern

Was hat sich mit dem Investmentsteuerreformgesetz von 2018 verändert? Zählt die bereits bekannte Abgeltungssteuer weiterhin? Was ist die Vorabpauschale?

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Handel

Was ist zu beachten, wenn Sie ETFs handeln möchten? Wann und wo tun Sie dies? Wie kommen die Kurse zustande und was passiert hinter den Kulissen?

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Rendite

Wie kommt die Rendite bei ETFs zustande und wie berechnet man sie? Wie schaffen es ETFs, eine fast identische Rendite wie der Index zu erzielen?

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Kosten

Was kosten ETFs und wie wirkt sich das auf die Rendite aus? Was hat es mit der TER auf sich und welche Gebühren sind in ihr enthalten? Welche nicht?

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Thesauration

Was bedeutet das, wenn ein ETF thesaurierend ist? Warum versprechen thesaurierende ETFs bessere Renditechancen?

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Replikationsmethoden

Wie bilden ETFs ihre Indizes tatsächlich nach? Was zeichnet die physische und synthetische Replikation aus? Wann findet was von beidem statt?

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Unterschiede Fonds / ETFs

Was zeichnet aktive Fonds aus und wie unterscheiden sich ETFs von ihnen? Welche Unterschiede herrschen insbesondere bei den Gebühren und Renditen?

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Vorteile & Nachteile

Welche Vorteile bieten ETFs und haben sie auch Schattenseiten? Sind ETFs besser als aktive Fonds? Und wann ist es am sinnvollsten, in ETFs zu investieren?

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ETF-Rebalancing

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Short-ETFs

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Swap-ETFs

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Dividenden-ETFs

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Rohstoff-ETFs

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Immobilien-ETFS

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Anleihen-ETFs

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Nachhaltige-ETFs

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Was ist ein ETF (Exchange Traded Funds)?

Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Funds und bezeichnet Investmentfonds, die mehrmals täglich an der Börse gehandelt werden können. Weil ETFs die Wertentwicklung eines Index so genau wie möglich nachbilden und sehr günstig sind, werden sie auch als börsengehandelte Indexfonds bezeichnet. Für Anleger sind ETFs eine langfristige und transparente Geldanlage. ETFs gehören zu den beliebtesten Anlageprodukten, weil sie leicht verständlich sind und gleich mehrere Grundsätze des Investierens vereinen.

Wie sind ETFs entstanden?

Mit ETFs als Fondskategorie, die 1993 in den USA zuerst zugelassen wurden, können Investoren mithilfe eines Index in unterschiedliche Märkte investieren, wie z.B. den deutschen Leitindex DAX oder den US-Aktienindex S&P 500, aber auch in Anleihen-Indizes oder Rohstoffe. Die Ersteinführung von ETFs erfolgte in Deutschland am 11. April 2000. Seit der Jahrtausendwende steigt das Volumen des globalen ETF-Marktes kontinuierlich und übertraf zu Jahresbeginn 2018 erstmals die Marke von fünf Billionen US-Dollar (etwa 4,18 Billionen Euro), belegen Zahlen des Londoner Analysehauses ETFGI (siehe Grafik). ETFs konnten bis 2020 weitere Nettozuflüsse verzeichnen. Das Wachstum von ETFs hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Die börsengehandelten Indexfonds sind nicht länger nur für professionelle und institutionelle Investoren, sondern immer mehr auch für Privatinvestoren eine interessante Anlagemöglichkeit.

Der Erfolg der ETFs ist vor allem dadurch zu erklären, dass sie sich von klassischen Investmentfonds in drei Merkmalen deutlich unterscheiden: Sie sind wesentlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds,  transparent und sehr liquide, d.h. sie können wie Aktien an der Börse gehandelt werden. Darüber hinaus bündeln sie alle Vorteile von Investmentfonds.

ETF-Wachstum seit 2003ETF-Wachstum seit 2003ETF-Wachstum seit 2003

Exkurs: Was ist ein offener Investmentfonds?

Investmentfonds bündeln Kapital von mehreren Investoren, die ein gemeinsames Anlageziel verfolgen, z.B. die Investition in Immobilien, Aktien oder Anleihen. Je mehr Investoren Geld bereitstellen, desto größer sind auch die Investitionen, die der Fonds eingehen kann. Je größer das Fondsvolumen, desto niedriger sind die prozentualen Gebühren des Fonds. Neben diesen Skaleneffekten können sich Investoren auch Zugang zu sonst illiquiden Anlagemöglichkeiten verschaffen, wie z.B. große Frachtschiffe oder Flugzeuge.

Investmentfonds werden als „offen“ bezeichnet, weil Anleger jeder Zeit Anteile kaufen und meist täglich auch wieder verkaufen können (eine Ausnahme stellen Immobilienfonds dar). Sowohl aktive Investmentfonds als auch passive ETFs sind beides in der Regel offene Investmentfonds. Bei traditionellen, offenen Investmentfonds gibt es ein Fondsmanagement, welches für die Entwicklung der Anlagestrategie, die Auswahl der zu investierenden Anlageklassen und die Beobachtung der Märkte zuständig ist. Diese Fonds werden deshalb auch als aktiv gemanagte Investmentfonds bezeichnet. Investoren müssen sich nicht selbst um die Einhaltung der Anlagestrategie kümmern.

Der Nachteil: Das Fondsmanagement verlangt für diese Dienstleistung hohe Gebühren, die an der Rendite zehren. Dazu gehört vor allem eine einmalige Gebühr auf die Ausgabe der Fondsanteile – auch Ausgabeaufschlag genannt – von meist fünf Prozent der Anlagesumme. Hinzu kommen jährliche Gebühren von durchschnittlich 2,26 % bei europäischen Mischfonds, wie Daten von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) belegen. Im Gegensatz dazu liegen die laufenden Kosten von ETFs bei etwa 0,1 bis 0,5 % p.a..

Meistens schaffen es aktive Fonds nicht, die Wertentwicklung der Aktienmärkte zu übertreffen. Ihre hohen Gebühren sind also meist nicht gerechtfertigt. Wer sich für einen offenen Immobilienfonds entscheidet, sollte daher darauf achten, die Kosten der Geldanlage so niedrig wie möglich zu halten.

Was bestimmt den Wert eines Fonds?

Der Wert eines Fonds bzw. ETFs ist die Summe aller bewerteten Vermögensgegenstände abzüglich sämtlicher Verbindlichkeiten, auch Nettoinventarwert genannt (NAV). Anleger können für ihr Kapital Fondsanteile erwerben. Der Preis für einen Fondsanteil ist der NAV geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Fondsanteile und wird von der Fondsgesellschaft berechnet.

 

 

Wie unterscheiden sich ETFs von aktiven Investmentfonds?

  • Aktive Investmentfonds haben ein Fondsmanagement, das individuell Titel kauft und verkauft, um die Rendite des Fonds zu maximieren. Idealerweise möchte man dadurch den Markt übertreffen. Studien beweisen aber, dass dieses Ziel nur selten erreicht wird. Stattdessen performen aktive Fonds langfristig mehrheitlich schlechter als der Markt.
  • ETFs haben dieses Fondsmanagement nicht. Sie bilden stattdessen einen schon bestehenden Index nach. Das können beispielsweise der DAX, der MSCI World oder auch der S&P 500 sein. Weltweit existierten im Jahr 2019 nahezu 7.000 verschiedene ETFs, die noch weitaus mehr als diese drei Indizes nachbildeten.
  • ETFs und Indexfonds sind deutlich kosteneffizienter als aktive Fonds und weisen weitaus niedrigere Gesamtkosten auf. Durch das Fondsmanagement kosten aktive Fonds durchschnittlich 2,26 % im Jahr. Die WeltInvest ETF-Portfolios haben Gesamtkosten von nur 0,48 % im Jahr. 
  • Dieser Kostenunterschied kann – bei positiver Wertentwicklung – zu enormen Renditeunterschieden zwischen aktiv gemanagten Fonds und ETFs führen.

 

 

Rechenbeispiel zum Kostenvorteil von ETFs

Wie schon erwähnt, sind passive ETFs wesentlich kosteneffizienter als aktive Fonds. Dies wollen wir in einem kleinen Beispiel vorrechnen. Nehmen wir an, dass Sie über 24 Jahre monatlich 150 EUR in einen aktiven Mischfonds und in die WeltInvest ETF-Portfolios investieren. Beide weisen die oben erwähnten durchschnittlichen Gesamtkosten von 2,26 % p.a. bzw. 0,48 % im Jahr auf. Zudem entwickeln sie sich mit durchschnittlich 5 % Rendite im Jahr. Die Tabelle verdeutlicht, wie sie sich die verschiedenen Gebühren auswirken und wie hoch der Unterschied beim Gewinn trotz gleicher Rendite aufgrund der unterschiedlichen Kosten am Ende ist.

Aktiver Fonds mit durchschn. Gesamtkosten von 2,26 % p.a. Passives ETF-Portfolio mit durchschn. Gesamtkosten von 0,48 % p.a.
Kontostand nach 1 Jahr 1.825,84 EUR 1.843,57 EUR
Kontostand nach 6 Jahren 11.710,16 EUR 12.382,80 EUR
Kontostand nach 12 Jahren 25.418,71 EUR 28.507,64 EUR
Kontostand nach 18 Jahren 41.466,74 EUR 49.505,35 EUR
Kontostand nach 24 Jahren 60.253,45 EUR 76.848,47 EUR
Investitionen von Ihnen 43.200 EUR 43.200 EUR
Erzielter Gewinn 17.053,45 EUR 33.648,47 EUR

Der aktive Fonds und das passive ETF-Portfolio entwickelten sich mit 5 % im Jahr identisch. Sie unterscheiden sich in diesem Beispiel nur hinsichtlich ihrer Gesamtkosten. Das bewirkt innerhalb des Zeitraums von 24 Jahren einen Renditeunterschied von rund 16.595 EUR. Während im aktiven Fonds ein Guthaben von etwa 60.253 EUR vorhanden ist, steht das Guthaben im ETF bei etwa 76.848 EUR. Mehr dazu lesen Sie im ausführlichen Artikel zu den Unterschieden zwischen aktiven Fonds und ETFs.

Wie sich das mit den Jahren auswirkt: 

Sehen wir uns noch einmal den Tabellenausschnitt an, um das immer stärkere Wachstum nachzuvollziehen – diesmal auch inklusive Gebühren (Gesamtkosten):

Passiver ETF mit durchschn. Gesamtkosten von 0,48 % p.a.
Kontostand nach 1 Jahr 1.843,57 EUR
Kontostand nach 6 Jahren 12.382,80 EUR
Kontostand nach 12 Jahren 28.507,64 EUR
Kontostand nach 18 Jahren 49.505,35 EUR
Kontostand nach 24 Jahren 76.848,47 EUR

Zwischen dem ersten Jahr und dem sechsten Jahr nimmt das Guthaben im ETF um 10.539,23 EUR zu. Das entspricht durchschnittlich 2.107,85 EUR im Jahr. Zwischen dem 18. und 24. Jahr nimmt das Guthaben um 27.343,12 EUR zu. Das entspricht durchschnittlich 5.468,62 EUR im Jahr. Und der Grund dafür ist nur der Zinseszinseffekt. Denn im Beispiel entwickelt sich der ETF kontinuierlich mit 5 % im Jahr und Sie zahlen kontinuierlich 150 EUR im Monat ein. Der Rahmen ändert sich demnach nicht. 

Wir vertiefen das in unserem Artikel über thesaurierende ETFs.

Wie unterscheiden sich Markt, Index und Benchmark?

Als Markt wird im Kontext von Investmentfonds nicht nur der Aktienmarkt als Gesamtheit, sondern oft synonym auch ein Teil dieses Marktes bezeichnet, in dem eine Gruppe von Aktien zusammengefasst wird – auch  Index genannt. Einem Index gehören Aktien an, die nach bestimmten Kriterien, z.B. anhand ihrer geografischen Heimat, Sektorenzugehörigkeit oder Marktkapitalisierung, ausgewählt werden. Aktive Investmentfonds setzen sich zum Ziel, die Performance eines bestimmten Index – in dem Fall auch als Benchmark bezeichnet – zu übertreffen. Obwohl es tatsächlich Fondsmanager gibt, die dieses Ziel erreichen, gelingt dies nur einem kleinen Bruchteil der aktiven Fonds über einen langen Zeitraum. Das belegt eine Studie des Analysehauses Morningstar. Nur etwa 20 Prozent aller Aktienfonds schlagen ihren Vergleichsindex über einen Zeitraum von zehn und 15 Jahren. Auch über einen Zeitraum von fünf Jahren konnte nur jeder dritte aktiv gemanagte Fonds seinen Index übertreffen.

Warum sollten Anleger also hohe Gebühren für langfristige Investitionen zahlen, die am Ende wahrscheinlich nicht besser abschneiden werden, als der Index? Bei Indexfonds und ETFs gibt es kein Fondsmanagement, weswegen diese Fonds auch als passive Investmentfonds bezeichnet werden. Sie eignen sich als langfristiges Investment für Anleger, die eine kostengünstige Möglichkeit suchen, vom Aufwärtstrend am Kapitalmarkt zu profitieren.

Ein Überblick über die wichtigsten Aktien-Indizes der Welt

Neben dem DAX gibt es noch andere Aktienindizes: Z.B. den Technologie-Index TecDax sowie einen Index auf unternehmen mittlerer (MDAX) und kleiner Marktkapitalisierung (SDAX).Neben dem DAX gibt es noch andere Aktienindizes: Z.B. den Technologie-Index TecDax sowie einen Index auf unternehmen mittlerer (MDAX) und kleiner Marktkapitalisierung (SDAX).Neben dem DAX gibt es noch andere Aktienindizes: Z.B. den Technologie-Index TecDax sowie einen Index auf unternehmen mittlerer (MDAX) und kleiner Marktkapitalisierung (SDAX).

Indexfonds und ETFs – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Die Begriffe Indexfonds und ETF werden oft synonym verwendet. Es gibt zwar viele Gemeinsamkeiten, aber eben auch gravierende Unterschiede zwischen diesen beiden Fondsarten. Ein Indexfonds folgt einem Aktien- oder Anleihenindex oder einem Rohstoffpreis und will deren Performance abbilden. Indexfonds sind jedoch nicht untertäglich an Wertpapierbörsen handelbar. Das liegt unter anderem daran, dass die im Indexfonds enthaltenen Wertpapiere keine ausreichende Liquidität aufweisen. Der NAV des Indexfonds wird nur einmal pro Tag anhand der Schlusskurse der im Fonds enthaltenen Anlagen festgestellt. Zu diesem Preis können Anleger die Indexfonds von der Fondsgesellschaft selbst über ihre Bank kaufen oder an diese verkaufen.

Die Nachbildung (Replikation) von Indexfonds ist immer physisch. Das bedeutet, dass die Wertpapiere in dem Index auch tatsächlich im Fonds enthalten sein müssen. Das muss nicht immer so sein, was am Beispiel von ETFs erklärt werden kann. Eine weitere Art der Indexnachbildung erfolgt über den Kauf und Verkauf von Derivaten. Diese Art der Replikation nennt man synthetisch, weil die Wertpapiere des Index in diesem Fall nicht im ETF enthalten sein müssen. Weitere Informationen erhalten Sie weiter unten auf dieser Seite.

Im Gegensatz zu Indexfonds sind ETFs nicht nur über die Fondsgesellschaft handelbar (Primärmarkt), sondern wie Aktien auch über die Börse (Sekundärmarkt). Gängige Handelsplätze sind Xetra, die Börse Frankfurt oder auch die Börse Stuttgart. Anteile können beliebig oft von Anlegern ge- oder verkauft werden.

Die Handelbarkeit (Liquidität) ist ein wichtiger Unterschied für die Preisbildung von ETFs. Alle an der Börse gehandelten Wertpapiere unterliegen aufgrund von Angebot und Nachfrage ständigen Schwankungen. Die Wertschwankungen wirken sich auch auf ETFs aus. Das hat zur Folge, dass die börsengehandelten Indexfonds an unterschiedlichen Wertpapierbörsen zu leicht voneinander abweichenden Preisen gehandelt werden können. Der Mechanismus, mit dem sich professionelle Händler diesen Preisunterschied zunutze machen, nennt man Arbitrage.

Schutz vor Missbrauch: Anlegerkapital in ETFs ist Sondervermögen

Das von den Investoren eingesammelte Kapital und die damit angeschafften Vermögensgegenstände in ETFs werden Sondervermögen genannt. Die Verwaltung dieses Sondervermögens muss getrennt von dem Vermögen der Kapitalanlagegesellschaft (KAG) aufbewahrt werden. Diese strikte Trennung schützt die Anleger vor Verlusten bei der KAG. Auch bei einer Insolvenz der Gesellschaft darf das Vermögen der Anleger nicht angetastet werden. Damit ist das Emittentenrisiko bei ETFs und Investmentfonds ausgeschlossen.

Das sind die 5 größten ETF-Anbieter

Die fünf größten ETF-Anbieter heißen BlackRock, Vanguard, State Street, Invesco und Charles Schwab und kommen aus den USA. Allein diese fünf Gesellschaften verwalten etwa 90 Prozent des Gesamtvolumens im globalen ETF-Markt. Schon die größten drei verwalten über 82 Prozent des Volumens und über 70 Prozent aller weltweiten ETF-Assets. Durch diese Marktdominanz können die Gesellschaften die Gebühren für ihre ETFs auf einem sehr niedrigen Niveau halten. Das betrifft vor allem ETFs auf Indizes in den USA, anderen entwickelten Industrienationen, den Schwellenländern und auf US-Dollar und Euro denominierte Anleihen.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg nennt diesen Preiskampf „Core Wars“, weil es sich bei diesen Marktregionen um „Kernmärkte“ handelt, die auch von institutionellen Investoren als Basis-Investitionen genutzt werden. Die tiefen Preise setzen nicht nur ein deutliches Signal an die Konkurrenz, sondern ermöglichen es den Gesellschaften auch ihre Skaleneffekte zu maximieren und noch mehr Marktanteile zu gewinnen. Denn je niedriger die Gebühren, desto attraktiver wird der ETF für  Investoren. WeltInvest-Anleger konnten 2019 zum Beispiel davon profitieren, dass Vanguard die Kosten für ihre ETFs und Indexfonds dauerhaft von 0,16 auf 0,15 % p.a. gesenkt hat.

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Mit WeltInvest können Privatanleger kostengünstig und breit gestreut (diversifiziert) in ETFs und Indexfonds von Vanguard an der langfristigen Wertentwicklung der Kapitalmärkte teilhaben. Einfach das passende WeltInvest-Portfolio mit der gewünschten Aktienquote auswählen:

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Vor- und Nachteile von Indexfonds und ETFs

Trotz der vielen attraktiven Eigenschaften für Investoren gibt es auch einige Nachteile der Index-Verfolger. Wer börsengehandelte ETFs zum kurzfristigen Spekulieren einsetzt, erhöht seine Handelskosten und schmälert die Rendite. Bestimmte ETFs können sehr riskant sein, wenn sie einen Hebel einsetzen (Leverage) oder eine Short-Strategie anwenden – also auf fallende Kurse setzen. Vor der Investition sollte auch ein Blick auf das Fondsvolumen erfolgen: Sehr kleine ETFs können in ihrer Handelbarkeit eingeschränkt sein.

Die Vorteile der passiven Investmentstrategien übertreffen jedoch die Nachteile, wenn man einige Grundlagen des Investierens beachtet. Dazu gehören die niedrigen Kosten, die einfache Handelbarkeit und die hohe Transparenz von ETFs. Das beweist auch der große Zuspruch der Investoren in den vergangenen 20 Jahren. Bei Investitionen in ETFs handelt es sich also nicht um einen kurzfristigen Trend, sondern viel mehr um eine attraktive und leicht verständliche Kapitalanlage, die auch für immer mehr Privatanleger ein wichtiger Baustein in einem breit diversifizierten Portfolio wird.

Welche Replikationsmethoden gibt es und wie funktionieren sie?

  • Das Nachbilden eines Index bezeichnet man auch als ReplikationDas Wort „Replikation“ kommt aus dem Lateinischen („Replica“ = Kopie).
  • ETFs können verschiedene Replikationsmethoden haben – entweder eine physische, sampelnde oder eine synthetische Replikationsmethode.   
  • Die Wahl der Replikationsmethode wird durch die Größe des Index und damit auch durch die Transaktionskosten bestimmt. Sehr ausführliche Informationen zu den Replikationsmethoden finden Sie im Artikel Replikationsmethoden bei ETFs. 
  • In jedem Fall kaufen ETFs verschiedene Wertpapiere – meistens jene, die auch im Index vertreten sind. So stellen sie ein Portfolio zusammen, das durch Käufe und Verkäufe eine ähnliche Rendite wie der Index erzielen soll. Generell erzielen ETFs ihre Rendite – abseits der konkreten Replikationsmethode – dadurch, dass sie verschiedene Wertpapiere kaufen und langfristig halten.

 

Physische Replikation

Bei der physischen Replikation bilden ETFs ihren Index mit exakt denselben Titeln nach, die auch im Index vertreten sind. Der ETF ist dadurch eine Eins-zu-eins-Kopie des Index. Das funktioniert aber nur dann, wenn Indizes nicht zu viele Titel enthalten. Denn sofern sich der Index verändert, verändern sich auch die ETFs. Dadurch kommt es zu Transaktionskosten, die sich stark Rendite-mindernd auswirken können. 

Würde ein ETF einen zu voluminösen Index eins-zu-eins nachbilden, dann bestünde die Gefahr, dass die Transaktionskosten durch zu viele einzelne Transaktionen zunehmen. So würde sich der ETF renditetechnisch zu sehr vom Index entfernen und sein Ziel einer Index-ähnlichen Rendite verfehlen. 

 

Samplen

Wenn es sich also um einen sehr umfassenden Index mit sehr vielen einzelnen Titeln handelt, kann es sein, dass der ETF nur „samplet“. Hierbei handelt es sich um eine Unterart der physischen Replikation, auch optimierte Replikation genannt. Sie bedeutet, dass der ETF nur die Titel kauft, die sich wesentlich auf die Rendite des Index auswirken darstellen. Dadurch lassen sich die Zahl der Transaktionen und somit auch die Transaktionskosten senken. 

 

Synthetische Replikation

Als Alternative zur physischen existiert die synthetische Replikation. Hier bilden die ETFs ihren Index mit anderen Wertpapieren nach, als sie tatsächlich im Index vertreten sind. Grund dafür sind wieder die Transaktionen und die damit verbundenen Kosten. Meist bilden synthetische ETFs einen Index nach, der sich physisch nur schwer replizieren lässt. Das Ziel ist trotzdem, eine ähnliche Rendite wie der Index zu erzielen. 

Das funktioniert nur, indem ETFs andere Wertpapiere kaufen und dann mit dem Index-Anbieter einen Renditetausch vereinbaren. Diesen Renditetausch nennt man auch Swap und synthetische ETFs nennt man somit auch Swap-ETFs. Diese ETFs erhalten durch den Swap die Rendite des Index und der Index erhält die Rendite der Wertpapiere, die im ETF enthalten sind. Der Anspruch ist dementsprechend eine sehr ähnliche Rendite auf beiden Seiten. Hier existieren Differenzwerte, die einen Renditetausch spätestens dann vorsehen, wenn die Differenz eine bestimmte Prozentmarke erreicht. Mehr dazu lesen Sie in unserem ausführlichen Artikel zu Swap-ETFs.

Thesaurierend oder ausschüttend:
Was bedeutet das?

  • Ein thesaurierender ETF reinvestiert Ausschüttungen in Form von Dividenden sofort wieder in den Kauf von Wertpapieren. Dadurch wachsen insbesondere bei langen Investitions-Zeiträumen die Renditechancen.
  • Bei ausschüttenden ETFs werden die erzielten Renditen meist einmal im Jahr ausbezahlt und somit nicht reinvestiert. Ausschüttende ETFs sind vor allem im Sinne eines passiven Einkommens interessant. 

 

Das Stichwort ist der Zinseszinseffekt. Er bedeutet, dass erzielte Zinsen – oder hier Renditen – immer wieder reinvestiert und dadurch neu mit verzinst werden. Dadurch kommt es auf Zeit zu einer Art exponentiellem Wachstum.  

Beispiel: 

Bleiben wir dabei, dass Sie monatlich 150 EUR in einen ETF investieren, der sich mit 5 % im Jahr entwickelt. Die Gebühren beachten wir der Übersicht halber nicht. Sie haben nach einem Jahr also 1.800 EUR investiert. Damit erzielen Sie eine Rendite von 90 EUR. 

  • Bei einem ausschüttenden ETF würden Sie diese 90 EUR ausbezahlt bekommen. 
  • Im nächsten Jahr investieren Sie wieder 1.800 EUR und haben dann 3.600 EUR investiert. Sie erhalten wieder 5 % davon als Rendite. Dieses Mal sind es 180 EUR. 
  • Bei einem thesaurierenden ETF würden die 90 EUR zusätzlich zu den nächsten 1.800 EUR im zweiten Jahr reinvestiert werden. 
  • Dadurch werden im zweiten Jahr nicht 3.600 EUR „verzinst“, sondern 3.690 EUR. Diese führt zu einer Rendite nicht von 180 EUR, sondern von 184,50 EUR. Über die Jahre nimmt die Rendite beim thesaurierenden ETF auf diese Weise immer stärker als beim ausschüttenden ETF zu. 

Steuern: Was hat sich mit den Investmentsteuerreformgesetz verändert?

  • Steuerlich wurden ETFs und Wertpapierinvestitionen generell mit dem Jahr 2018 etwas komplexer als vorher mit der Abgeltungssteuer. Das hat mit dem Investmentsteuerreformgesetz zu tun.
  • Seit dem 01.01.2018 werden Aktienfonds – Fonds, die mindestens 51 % Aktien beinhalten – sowie ETFs anders besteuert. 
  • Vorher mussten Anleger die Abgeltungssteuer in Höhe von 26,375 % abführen, wenn sie sich Erträge aus den Fonds oder ETFs auszahlen ließen. Ausnahmen bestanden, wenn ein Freistellungsauftrag vorhanden war. Durch diesen waren Erträge bis höchstens 801 EUR oder 1.602 EUR bei Verheirateten steuerfrei. 
  • Seit 2018 ist von einer Vorabpauschale sowie von prozentualen Freibeträgen die Rede. Die Kalkulation der Vorabpauschale ist recht komplex. Positiv ist aber, dass Sie sich als Investor nicht darum kümmern müssen. Die relevanten Steuern werden direkt vom Anbieter an den Fiskus entrichtet. 

Fazit

Vor der Auswahl eines ETFs gibt es viel zu beachten. ETF-Portfolios wie WeltInvest können aber trotzdem, insbesondere bei langen Investitions-Zeiträumen, eine sehr kosteneffiziente Alternative zu aktiv gemanagten Fonds sein. Höhere Renditechancen als klassische Sparmaßnahmen mit Bankprodukten haben Investmentfonds durch das andauernde Zinstief des europäischen Leitzinses allemal. Sie eignen sich allerdings nur, wenn Anleger sich der Risiken von Investitionen am Kapitalmarkt bewusst sind und diese für sich selbst einschätzen können. 

Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Der Wert der vermittelten ETF und Indexfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen und folgenden Risiken: 1. Allgemeine Risiken von Kapitalanlagen (wie Konjunkturrisiko, Zinsänderungsrisiko), 2. Wertpapierspezifische Risiken (wie Aktienkursrisiko, Bonitätsrisiko), 3. Spezielle Risiken von Anlagen in Investmentfondsanteile, 4. Spezielle Risiken von Anlagen in börsengehandelte ETFs und Indexfonds, 5. Spezielle Risiken bei der Abwicklung von Wertpapieraufträgen. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Risiken finden Sie hier.

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