Nachhaltige ETFs: Indizes, Kriterien & Vorteile

Mit gutem Gewissen Geld anlegen

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Fridays for Future und Fairtrade sind Trends, die klarmachen, wie sich immer mehr Menschen nach nachhaltigen Alternativen sehnen. Das wirkt sich auch auf den Investmentbereich aus. Zwar gab es schon in den frühen 1980er Jahren die ersten Ökofonds, jedoch sind die Angebote heute wesentlich umfangreicher. Ob aus ethischen Gründen oder trendorientierten Zukunftsperspektiven – nachhaltige ETFs bilden ein spannendes Anlagefeld. 

Nachhaltige ETFs bilden nur Indizes ab, die ethisch vorselektiert sind. Das heißt, diese Indizes beinhalten nur Unternehmen, die ethische Grundsätze beherzigen und festgelegte Kriterien bezüglich Nachhaltigkeit erfüllen und in Hinblick auf Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung vorbildlich handeln. Sie sind interessant für alle, die ein hohes Umweltbewusstsein haben und insbesondere in verantwortungsbewusste Unternehmen investieren möchten.

Sie sind die kosteneffizientere Alternative zu anderen grünen Investmentprodukten am Markt und repräsentieren den Zeitgeist. Doch ist die Zukunft der Börse überhaupt „grün“ und was können nachhaltige bzw. ökologische ETFs am Markt überhaupt verändern? 

Das Wichtigste in Kürze
  • Nachhaltigkeit: Das Besondere an nachhaltigen ETFs ist, dass sie nach ökologischen, sozialen und ethischen Gesichtspunkten investieren.
  • Auswahl: Sie basieren auf bestehenden Indizes, doch vorselektieren die darin enthaltenen Unternehmen. Dabei befolgen sie spezielle Richtlinien und schließen nicht nachhaltig agierende Unternehmen aus dem Fondsvolumen aus.
  • Vorteil: Nachhaltige ETFs bieten die Vorteile von herkömmlichen ETFs. Dadurch, dass sie passiv verwaltet werden, sind sie die kosteneffizientere Alternative zu nachhaltigen, aktiven Investmentfonds.
  • Rendite: Dass der Fokus auf nachhaltige Unternehmen mit Renditeeinbußen verbunden sein soll, ist nicht belegt. Vergleiche haben gezeigt, dass nachhaltige Aktienindizes auch besser abschneiden können.

Immer wieder kommen bei unseren Kunden Fragen auf, ab wann es auch eine nachhaltige Variante des ETF Robo Advisor geben wird. Noch ist es nicht so weit, aber wir arbeiten daran und werden Sie in unserem Newsletter darüber informieren, sobald es soweit ist.

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Was sind nachhaltige ETFs?

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Nachhaltige ETFs sind eine besondere Form von ETFs. Sie haben die gleiche Grundkonstruktion, nur einen anderen – in dem Fall ethischen bzw. nachhaltigen – Anlagefokus. Wie bei jedem anderen ETF handelt es sich dabei um einen börsengehandelten Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index nachbildet. 

Zu den bekanntesten nachhaltigen ETFs gehören:

  • MSCI World SRI 
  • MSCI World ESG
  • Dow Jones Sustainability Index (DJSI)
  • DAX ESG

Bekannte Börsenindizes wie der MSCI World sind breit gestreut und beinhalten bis zu 3.000 Unternehmen weltweit – darunter auch Waffenhersteller oder Ölfirmen. Wer nicht in diese Branchen investieren möchte, muss auf eine Geldanlage in einen ETF nicht verzichten. Im Zuge des Trends rund um das Thema Nachhaltigkeit haben sich Indexanbieter verstärkt darauf konzentriert, bekannte Indizes auch in einer „grünen” Variante herauszugeben. 

So existieren am Markt auch nachhaltige Varianten von Indizes wie dem MSCI World. Diese sind am angehängten Kürzel erkennbar und heißen in der nachhaltigen Variante dann MSCI World ESG oder MSCI World SRI. Die Endungen stehen für spezielle Auswahlkriterien der im Fonds vertretenen Unternehmen. Im Fachjargon spricht man von ESG– oder SRI-Varianten. Auch der Zusatz „sustainable” (zu Deutsch: nachhaltig) ist ein Indikator dafür, dass es sich um einen nachhaltigen Fonds handeln könnte. 

Vier Hinweise, die auf die Nachhaltigkeit eines ETF schließen lassen

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Allen voran sind die schon erwähnten ESG-Richtlinien zu nennen. ESG steht für Environmental, Social and Governance, sprich, umweltverträglich, sozial und staatlich-überprüfte Aktien. Die Richtlinien stehen für das Bewusstsein für die Umwelt, für durchgängige Sozialstandards und eine faire Unternehmensführung. Hier wird in Unternehmen investiert, die bestimmten ökologischen und sozialen Kriterien und sogenannten „company governance“Kriterien entsprechen. Das betrifft Richtlinien, nach denen die Unternehmensführung bewertet wird.

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Darüber hinaus gibt es noch die SRI-Richtlinien, die sich auf sozial verantwortungsvolles Investieren fokussieren. SRI steht für Socially Responsible Investment, sprich, das Einbeziehen sozialer und ökologischer Kriterien in Investitionsentscheidungen. Hier sind die Investmentkriterien relativ ähnlich zu ESG.

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Neben diesen beiden sehr populären Kürzeln tragen manche nachhaltige ETFs auch das Transparenzlogo „Sustainability”. Zusätzlich ist noch die Kennzeichnung „low carbon“ geläufig. Das bedeutet, dass hier in Länder oder Unternehmen investiert wird, die besonders wenig Treibhausgase in Form von CO2 ausstoßen.

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Ganz generell zeichnen sich nachhaltige ETFs dadurch aus, dass sie nach ökologischen, sozialen und ethischen Gesichtspunkten investieren. Dabei werden klassische Kriterien wie Rentabilität, Liquidität und Sicherheit zwar auch berücksichtigt, stehen jedoch nicht an erster Stelle. Bei nachhaltigen ETFs stehen der Umweltschutz, die Produktionsbedingungen und die Unternehmensführung von nachhaltigen Unternehmen im Fokus.

Wie unterscheiden sich nachhaltige ETFs von herkömmlichen ETFs?

Im Gegensatz zu herkömmlichen ETFs beinhaltet die nachhaltige Variante durch ihre Spezifikation oft weniger Titel. Der Lohn der ethischen Selektion ist also ein gutes Gewissen.

Die Auswirkungen von nachhaltigen Unternehmen auf das Risiko eines Fonds sind aber wissenschaftlich umstritten. Es gibt auch Studien, die belegen, dass das Risiko von Unternehmen, die nachhaltig und verantwortungsbewusst wirtschaften, niedriger ist als von Unternehmen, die ausschließlich gewinnorientiert wirtschaften.

Während der MSCI World – als Basis-Index – über 1.600 Unternehmen weltweit führt, bleiben nach der Selektion in den MSCI World ESG noch knapp 1.400 Unternehmen über.

Anleger investieren mit einem normalen ETF-Portfolio beim ETF Robo Advisor in eine größere Anzahl von bis zu 20.000 Einzeltiteln. Sicherheitsbewusste Investoren können sich hier für ein Portfolio mit höherem Anleihen-Anteil entscheiden. Für die chancenorientierten Investoren bieten wir ein Portfolio mit 100 % Aktien.

Wie filtert ein nachhaltiger Index die nachhaltigsten Unternehmen raus?

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Die Basis für nachhaltige ETFs bildet immer ein schon bestehender Index, beispielsweise der MSCI World oder auch der Deutsche Aktienindex (DAX). Diese Indizes enthalten natürlich auch nicht-nachhaltig wirtschaftende Unternehmen. Um genau diese Firmen – die „schwarzen Schafe“ im Sinne des bewusst grünen Investierens – aus dem bestehenden Portfolio herauszufiltern, gibt es nach ESG-Richtlinien drei Selektionsstufen.

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Im ersten Schritt – dem Business Involvement Screening – werden Unternehmen, die in ethisch fragwürdigen Branchen tätig sind, ausgeschlossen. Das beinhaltet Branchen wie die Atomwirtschaft, das Glücksspiel, die Waffenindustrie oder auch die Alkoholbranche.

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Darauf kommt mit dem Best-in-Class-Verfahren die zweite Stufe. Sie sortiert die übrigen Unternehmen in ein ESG-Rating je Sektor. Dieses setzt sich aus 38 verschiedenen Kriterien zusammen und behandelt die drei wesentlichen Bereichsfaktoren Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung. Pro Sektor werden 4-7 materielle ESG-Risiken festgelegt und dann die besten 25 % der Unternehmen dieses Ratings ins nachhaltige Portfolio aufgenommen. Sie sortieren sich je nach Bewertung durch den Indexanbieter von Triple A bis Triple C.

Die ESGKriterien wurden von der UN beschlossen und verabschiedet. Jede dieser Kategorien hat jeweils eine lange Liste an Untergruppen und versucht, Nachhaltigkeit klarer zu definieren. Hier geht es um Themen wie Naturkapital, Umweltchancen, Produkthaftung, soziale Chancen oder das Firmenverhalten. Firmen werden dabei immer je Sektor bewertet, um beispielsweise nicht einen Ölproduzenten und einen Tech-Riesen beim Thema Umweltverschmutzung nebeneinanderzustellen.

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In der dritten und letzten Stufe werden Unternehmen selektiert, die Gegenstand von Kontroversen sind (Negativ Screening). Auch hier gibt es ein Rating mit Kategorien wie Umwelt, Menschenrechte und Arbeitsrecht. Unternehmen mit niedrigem Score werden schlussendlich aus dem Portfolio ausgeschlossen. Wenn sich Unternehmen in einem einzelnen und aktuellen Fall unfair oder schlecht verhalten, aber ansonsten nicht weiter auffallen, wirkt sich das spätestens in diesem Schritt aus.

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Steht der neue Index erst einmal, also beispielsweise der MSCI World ESG, haben die nachhaltigen ETF-Anbieter die Möglichkeit, diesen Index noch weiter zu verfeinern. Das Angebot solcher grünen und ethischen ETFs ist am Markt noch beschränkt, doch kontinuierlich wachsend.

Warum sind nachhaltige ETFs kosteneffizienter als nachhaltige aktive Investmentfonds?

Grundsätzlich bieten nachhaltige ETFs ähnliche Vorteile wie herkömmliche aktive Fonds. Der wesentliche Vorteil ist, dass sie passiv verwaltet werden und dadurch sehr kosteneffizient funktionieren. Sie haben also kein Fondsmanagement, das aktiv einzelne, potenziell chancenreiche Titel aussucht, sondern es läuft automatisiert über Computersysteme. Darüber hinaus haben nachhaltige Investmentfonds normalerweise Ethik-Gremien, welche die laufenden Kosten weiter hochtreiben. Sie bilden nicht einfach einen Index nach, der schon vorselektiert ist, sondern müssen selbst entscheiden, welche Titel sie auf ethischer Basis aufnehmen und welche nicht. 

Aufgrund der niedrigeren Kosten kann bei nachhaltigen ETFs langfristig mehr von der Rendite übrig bleiben als bei nachhaltigen aktiven Fonds erzielen. Hier ein Beispiel:

Beide erwirtschaften eine Rendite von etwa 5 % im Jahr. In 24 Jahren und bei einem monatlichen Investment von 250 EUR entsteht hier ein Renditeunterschied von satten 27.658,37 EUR

Aufgrund des Kostenvorteils können sich ETFs insbesondere bei langer Anlagedauer mehr auszahlen als aktive Fonds. Um die Investitionen stabil zu sichern, sind rund 75 % der ETFs UCITS-konform

Die „Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities“ – kurz UCITS – bilden ein System von Sicherheitsstandards, das ein hohes Ansehen hat. So müssen entsprechende ETFs beispielsweise eine ausreichende Diversifikation aufweisen, um den UCITS-Richtlinien zu entsprechen. Dies kann sowohl bei der Auswahl des richtigen ETF als auch bei nachhaltigen ETFs zum Kriterium werden.

Sind nachhaltige ETFs auch wirklich nachhaltig?

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Trotz der umfangreichen ESG- und SRI-Kriterien, nach dem Unternehmen für nachhaltige ETF-Portfolios gefiltert werden, gibt es viele andere Investmentprodukte, die auf den Trend Nachhaltigkeit aufspringen wollen, auch als Greenwashing bekannt. Anleger sollten also genau auf die ESG-Kriterien achten, um sicherzugehen, ob die Geldanlage auch wirklich nachhaltig ist, bevor sie sich für einen Investmentfonds entscheiden.

Bei der Auswahl von nachhaltigen Indexfonds hängt es noch deutlich an der Messbarkeit der festgelegten ethischen Kriterien. Klar ist, dass grundsätzlich Waffen– und Rüstungsproduzenten aus nachhaltigen ETF-Portfolios ausgeschlossen werden. Sie sind in diesem Kontext tatsächlich „schwarze Schafe“. Bei vielen anderen Unternehmen ist die Kategorisierung nicht ganz so eindeutig. 

Das macht deutlich, dass die vorhandenen Kriterien weiterentwickelt werden müssten . Dazu muss die ganze Bandbreite dieser ethischen, sozialen und ökonomischen Kriterien abgearbeitet werden. Und das braucht Zeit. Gerade bei nachhaltigen passiven Indexfonds. Die vorhandenen ESG-Richtilinien dienen Anlegern bis dahin zur Orientierung, wenn sie ihr Portfolio auf Nachhaltigkeit umstellen wollen.

Unser ETF Robo Advisor Angebot

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Den ETF Robo Advisor gibt es in 4 Varianten. Entweder mit einem höheren Anteil an Anleihen oder mit einem höheren Anteil an Aktien – Anleger können eine Aktienquote von 30, 50, 70 oder 100 % wählen. Entscheidend sind u.a. die Gesamtkosten von durchschnittlich nur 0,48 % im Jahr. Bei aktiven Investmentfonds umfassen die Kosten durchschnittlich etwa 2,26 % im Jahr.

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Vorteile und Risiken von nachhaltigen ETFs & Fonds im Schnellüberblick

  • Umweltfreundliche ETFs bieten einen einfachen Einstieg in die nachhaltige Geldanlage.
  • Gutes Gewissen, in nachhaltige Unternehmen investiert zu haben.
  • Nachhaltige ETFs sind eine kosteneffiziente Anlageklasse. Nachhaltige Alternativen wie ethisch ausgerichtete aktive Investmentfonds sind deutlich teurer.
  • Eine Anlage in einen nachhaltigen, ökologischen oder grünen ETF geht nicht unbedingt mit einem Verzicht auf Rendite einher.
  • Bisher existiert keine einheitliche und klare Definition dafür, was nachhaltige Geldanlagen wie ein ETF leisten müssen und wie sie auszusehen haben.
  • Durch den Fokus auf bestimmte Bereiche wie Klimaschutz, grüne Energie oder die Umwelt allgemein ist ein nachhaltiger ETF nicht so stark diversifiziert wie andere ETFs 
  • ETFs mit ESG-Ausrichtung sind etwas teurer als herkömmliche ETFs, aber der Unterschied ist marginal.
  • Es besteht – nicht nur bei nachhaltigen ETFs, sondern bei allen ETFs und auch Fonds – ein Verlustrisiko, das bis hin zum Totalverlust reicht.

Viele Anleger sind der Meinung, dass ein Investment in nachhaltige ETFs weniger Rendite bringt. Zahlreiche Studien widerlegen diese Aussage jedoch und weisen Geldanlagen nach ESGKriterien kein schlechteres RenditeRisiko-Profil zu. 

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ETFSparplan geht auch nachhaltig. Viele Anbieter raten zu nachhaltigen ETFSparplänen, mit denen Sie monatlich einen kleinen Betrag anlegen können. Bei WeltSparen können Sie sich schon ab einer monatlichen Sparrate von 50 EUR Ihr Vermögen aufbauen. Wir bieten Ihnen vier Varianten mit unterschiedlicher Aktienquote an. Das heißt: Sie wählen das Risiko, das zu Ihnen passt.

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Mit nachhaltigen Geldanlagen wie ETFs oder Fonds können Anleger umweltfreundliche und soziale Projekte fördern. Wenn Sie Ihr Geld nachhaltig anlegen, können Sie beispielsweise den Klimaschutz oder den Ausbau grüner und erneuerbarer Energien mit ETFs unterstützen und dazu noch eine angemessene Rendite erzielen.

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