Gutes Gewissen zu „Gold“ machen:
In nachhaltige oder ethische ETFs investieren

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Ob Fridays for Future oder Fairtrade – das Thema Nachhaltigkeit hat es bis in die Mitte der Gesellschaft geschafft. Das gilt auch für den Aktienmarkt. Denn ethisches Investieren boomt, was nicht zuletzt Veranstaltungen wie die Green World Tour belegen.

Alleine zwischen 2017 und 2018 nahm der Anteil des nachhaltig gemanagten Anlagevermögens um über 100 Milliarden EUR zu. Ein Trend, der auch an Investoren nicht vorbeigeht. Ob aus ethischen Gründen oder trendorientierten Zukunftsperspektiven – nachhaltige ETFs bilden ein spannendes Anlagefeld.

Sie sind die kosteneffizientere Alternative zu anderen grünen Investmentprodukten am Markt und repräsentieren den Zeitgeist. Doch ist die Zukunft der Börse überhaupt „grün“ und können ethische ETFs am Markt überhaupt Fuß fassen? Hier lesen Sie mehr.

Das Wesentliche in Kürze

  • Das Besondere an nachhaltigen ETFs ist, dass sie nach ökologischen, sozialen und ethischen Gesichtspunkten investieren. 
  • Dabei basieren sie auf bestehenden Indizes, doch selektieren die darin enthaltenen Unternehmen. Dabei befolgen sie spezielle Richtlinien und schließen nicht nachhaltig agierende Unternehmen aus dem Fondsvolumen aus.
  • Nachhaltige ETFs bieten die Vorteile von herkömmlichen ETFs. Dadurch, dass sie passiv verwaltet werden, sind sie die kosteneffizientere Alternative zu nachhaltigen aktiven Investmentfonds.
  • Gleichzeitig weisen sie durch den Fokus allein auf ethische Unternehmen eine geringere Risikostreuung auf und erwirtschaften unter Umständen etwas kleinere Renditen. Oft stellt sich dabei ein Abwägen zwischen Gewissen und Gewinn ein.
  • Sie sind interessant für alle, die ein hohes Umweltbewusstsein haben und insbesondere in verantwortungsbewusste Unternehmen investieren möchten.

Immer wieder kommen bei unseren Kunden Fragen auf, ab wann es auch eine nachhaltige Variante von WeltInvest geben wird. Noch ist es nicht so weit, aber wir arbeiten daran und werden Sie in unserem Newsletter darüber informieren, sobald es so weit ist. 

Die WeltInvest Portfolios gibt es in vier Varianten. Entweder mit einem höheren Anteil an Anleihen oder mit einem höheren Anteil an Aktien – Investoren können eine Aktienquote von 30, 50, 70 oder 100 % wählen. Und das bei Gesamtkosten von durchschnittlich nur 0,48 % im Jahr. Bei aktiven Investmentfonds umfassen die Kosten durchschnittlich etwa 2,26 % im Jahr.

Was sind nachhaltige ETFs?

Nachhaltige ETFs sind eine besondere Form von ETFs. Sie haben die gleiche Grundkonstruktion, nur einen anderen – in dem Fall ethischenAnlagefokus. „Gleiche Grundkonstruktion“ bedeutet, dass sie wie andere ETFs auch passiv einen Index nachbilden. Im Zuge des Trends rund um das Thema Nachhaltigkeit haben sich Indexanbieter verstärkt darauf konzentriert, bekannte Indizes auch in einer  „grünen” Variante herauszugeben. Im Fachjargon spricht man von ESG- oder SRI-Varianten – Environment Social Governance bzw. Principles of Responsible Investments. 

So existieren am Markt auch nachhaltige Varianten von Indizes wie dem MSCI World. Diese sind am angehängten Kürzel erkennbar und heißen in der nachhaltigen Variante dann MSCI World ESG oder MSCI World SRI. Dabei stehen die Endungen für spezielle Auswahlkriterien der im Fonds vertretenen Unternehmen. Auch der Zusatz „sustainable” ist ein Indikator dafür, dass es sich um einen nachhaltigen Fonds handeln könnte.

Vier Hinweise, die auf Nachhaltigkeit schließen lassen

Allen voran sind die schon erwähnten ESG-Richtlinien zu nennen. Diese stehen für das Bewusstsein für die Umwelt, Soziales und eine faire Unternehmensführung. Hier wird in Unternehmen investiert, die bestimmten ökologischen und sozialen Kriterien und sogenannten „company governance“-Kriterien entsprechen. Das betrifft Richtlinien, nach denen die Unternehmensführung bewertet wird.

Darüber hinaus gibt es noch die SRI-Richtlinien, die für sozial verantwortungsvolles Investieren stehen. Hier sind die Investmentkriterien relativ ähnlich zu ESG. 

Neben diesen beiden sehr populären Kürzeln tragen manche nachhaltige ETFs auch das Label „Sustainability”. Zusätzlich ist noch die Kennzeichnung „low carbon“ geläufig. Das bedeutet, dass hier in Länder oder Unternehmen investiert wird, die besonders wenig Treibhausgase in Form von CO2 ausstoßen.

Ganz generell zeichnen sich nachhaltige ETFs dadurch aus, dass sie nach ökologischen, sozialen und ethischen Gesichtspunkten investieren. Dabei werden klassische Kriterien wie Rentabilität, Liquidität und Sicherheit zwar auch berücksichtigt, stehen jedoch nicht an erster Stelle. Eine laut Gesetz einheitliche, konkrete Definition ist bis dato nicht auffindbar. 

 

Wie filtert ein nachhaltiger Index, etwa der MSCI World ESG, die nachhaltigsten Unternehmen raus?

Die Basis für nachhaltige ETFs bildet immer ein schon bestehender Index, beispielsweise der MSCI World oder auch der Deutsche Aktienindex (DAX). Diese Indizes enthalten natürlich auch nicht-nachhaltig wirtschaftende Unternehmen. Um genau diese – quasi die „schwarzen Schafe“ im Sinne des bewusst grünen Investierens – aus dem bestehenden Portfolio herauszufiltern, gibt es nach ESG-Richtlinien drei Selektionsstufen

Im ersten Schritt – dem Business Involvement Screening – werden Unternehmen, die in ethisch fragwürdigen Branchen tätig sind, ausgeschlossen. Das beinhaltet Branchen wie die Atomwirtschaft, das Glücksspiel, die Waffenindustrie oder auch die Alkoholbranche. 

Darauf kommt mit dem Best-in-ClassVerfahren die zweite Stufe. Sie sortiert die übrigen Unternehmen in ein ESG-Rating. Dieses setzt sich aus über 37 verschiedenen Kriterien zusammen und behandelt die drei wesentlichen Bereichsfaktoren Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Pro Sektor werden dann die besten 25 % der Unternehmen dieses Ratings ins nachhaltige Portfolio aufgenommen. 

Sie sortieren sich von Triple A zu Triple C.

Natürlich ist der Urheber solcher Kriterien relevant. 

Die ESG-Kriterien wurden von der UN beschlossen und verabschiedet. Jede dieser Kategorien hat jeweils eine lange Liste an Untergruppen und versucht, Nachhaltigkeit klarer zu definieren. So kommt man auch ohne eine laut Gesetz einheitliche Definition sehr nah an den bedeutsamen Kern heran. Hier geht es um Themen wie Naturkapital, Umweltchancen, Produkthaftung, soziale Chancen oder das Firmenverhalten. Firmen werden dabei immer je Sektor bewertet, um beispielsweise nicht einen Ölproduzenten und einen Tech-Riesen beim Thema Umweltverschmutzung nebeneinanderzustellen.

In der dritten und letzten Stufe werden Unternehmen selektiert, die Gegenstand von Kontroversen sind (negative Screening). Auch hier gibt es ein Rating mit Kategorien wie Umwelt, Menschenrechte und Arbeitsrecht. Unternehmen mit niedrigem Score werden schlussendlich aus dem Portfolio ausgeschlossen. Wenn sich Unternehmen in einem einzelnen und aktuellen Fall unfair oder schlecht verhalten, aber ansonsten nicht weiter auffallen, wirkt sich das spätestens in diesem Schritt aus. 

Steht der neue Index erst einmal, also beispielsweise der MSCI World ESG, haben die ETF-Anbieter die Möglichkeit, diesen Index noch weiter zu verfeinern. Das Angebot solcher ethischen ETFs ist am Markt noch beschränkt, doch kontinuierlich wachsend.

Warum sind nachhaltige ETFs kosteneffizienter als nachhaltige aktive Investmentfonds?

Grundsätzlich bieten nachhaltige ETFs ähnliche Vorteile wie herkömmliche aktive Fonds. Der wesentliche Vorteil ist, dass sie passiv verwaltet werden und dadurch sehr kosteneffizient funktionieren. Sie haben also kein Fondsmanagement, das aktiv einzelne, potenziell chancenreiche Titel aussucht, sondern es läuft automatisiert über Computersysteme. Darüber hinaus haben nachhaltige Investmentfonds normalerweise Ethik-Gremien, die die laufenden Kosten weiter hochtreiben. Sie bilden nicht einfach einen Index nach, der schon vorselektiert ist, sondern müssen selbst entscheiden, welche Titel sie auf ethischer Basis aufnehmen und welche nicht. 

Trotz der niedrigeren Kosten – oder eben durch diese – können ETFs ähnliche Renditen wie aktive Fonds erzielen. Und mit allem zusammen kann das zu bedeutsamen Renditeunterschieden führen, vor allem dann, wenn man viele Jahre investiert. 

Hier ein Beispiel:

Fonds mit durchschn. Gebühren von 2,26 % p.a. ETF mit durchschn. Gesamtkosten von 0,48 % p.a.
Kontostand nach 1 Jahr 3.043,07 EUR 3.072,62 EUR
Kontostand nach 6 Jahren 19.516,93 EUR 20.638,01 EUR
Kontostand nach 12 Jahren 42.364,54 EUR 47.512,74 EUR
Kontostand nach 18 Jahren 69.111,23 EUR 82.508,91 EUR
Kontostand nach 24 Jahren 100.422,42 EUR 128.080,79 EUR
Selbst-Investitionen 72.000 EUR 72.000 EUR
Erzielte Rendite 28.422,42 EUR 56.080,79 EUR

Im Vergleich sehen wir einen aktiven Investmentfonds mit 2,26 % laufenden Gebühren und einen ETF mit 0,48 % laufenden Gebühren in identischer Renditeklasse. Beide erwirtschaften eine Rendite von etwa 5 % im Jahr. In 24 Jahren und bei einem monatlichen Investment von 250 EUR entsteht hier ein Renditeunterschied von satten 27.658,37 EUR. Das sind, mit Blick auf die komplette Laufzeit, mehr als 1.000 EUR pro Jahr. Bei der Berechnung handelt es sich um fiktive Werte. 

Aufgrund des Kostenvorteils können sich ETFs insbesondere bei langer Anlagedauer mehr auszahlen als aktive Fonds. Um die Investitionen stabil zu sichern, sind rund 75 % der ETFs UCITS-konform. Die „Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities“ – kurz UCITS – bildet ein System von Sicherheitsstandards, das ein hohes Ansehen hat. So müssen entsprechende ETFs beispielsweise eine ausreichende Diversifikation aufweisen, um den UCITS-Richtlinien zu entsprechen. Dies kann sowohl bei der Auswahl des richtigen ETFs, als auch bei nachhaltigen ETFs zum Kriterium werden.

Wie unterscheiden sich ethische ETFs von herkömmliche ETFs?

Im Gegensatz zu herkömmlichen ETFs beinhaltet die nachhaltige Variante durch ihre Spezifikation oft weniger Titel. Der Lohn der ethischen Selektion ist also ein gutes Gewissen, der Preis dafür kann eine schlechtere Diversifikation verbunden mit einem höheren Risiko sein

Die Auswirkungen von nachhaltigen Unternehmen auf das Risiko eines Fonds sind aber wissenschaftlich umstritten. Es gibt auch Studien, die belegen, dass das Risiko von Unternehmen, die nachhaltig und verantwortungsbewusst wirtschaften niedriger ist, als von Unternehmen, die ausschließlich gewinnorientiert wirtschaften. 

Während der MSCI World – als Basis-Index – über 1.600 Unternehmen weltweit führt, bleiben nach der Selektion in den MSCI World ESG nur noch knapp 400 Unternehmen über. 

Wie immer bei einem verstärkten Fokus – ebenso bei Rohstoff-ETFs oder Dividenden-ETFs – kann die kleinere Anzahl an Titeln schlecht performende Titel nicht immer kompensieren. Investoren investieren mit einem normalen ETF-Portfolio wie einem der vier WeltInvest Portfolios in eine größere Anzahl von bis zu 20.000 Einzeltiteln. Sicherheitsbewusste Investoren können sich hier für ein Portfolio mit höherem Anleihen-Anteil entscheiden. Für die chancenorientierten Investoren bieten wir ein Portfolio mit 100 % Aktien.

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Sind nachhaltige ETFs auch wirklich nachhaltig?

Trotz des komplizierten Regelwerks nach dem Unternehmen für nachhaltige ETF-Portfolios gefiltert werden, bleibt eine Sache bisher unklar. Ist das am Ende wirklich alles „grün“ oder wird es nur „grüngewaschen“? Einfach ist die Antwort darauf nicht. 

Tauchen wir ab in Studienfächer wie die Ethik, ist einer der ersten zu lernenden Fakten, das nicht alles schwarz oder weiß ist. Eher bestehen dazwischen noch viele, viele Graustufen

Nehmen wir beispielsweise das Thema Genforschung. Hier gibt es viele Forscher, die darin eine absolute Revolution sehen. Sie denken, anhand der Genforschung Hungersnöte bekämpfen und das Leid vieler Menschen mindern können. Andere Stimmen hingehen empfinden die Genforschung als gefährlich und lehnen sie als unethisch ab. Auch an der Börse stellt sich demnach die Frage, ob ein Gen-Food-Produzent in einen ESG-Index aufgenommen wird oder nicht. 

Hier hapert es noch deutlich an der Messbarkeit der festgelegten, ethischen Kriterien. Klar ist, dass grundsätzlich Rüstungsproduzenten aus nachhaltigen Portfolios ausgeschlossen werden. Sie sind in diesem Kontext  tatsächlich „schwarze Schafe“. Doch was ist mit einem Lieferanten, der ausschließlich oder zu großen Teilen Rüstungsproduzenten beliefert? Müssen solche Subunternehmen auch ausgeschlossen werden? Und wenn ja, was passiert, wenn sie ihrem Rüstungskunden kündigen? Wechseln sie dann automatisch auf die „gute Seite“ und es wird vertretbar, wenn sie im Portfolio auftauchen? 

Es gibt noch viele andere Grauzonen und sie machen deutlich, dass die vorhanden Kriterien noch bessere Abgrenzungen brauchen. Dazu muss die ganze Bandbreite dieser ethischen, sozialen und ökonomischen Kriterien abgearbeitet werden. Und das braucht Zeit. Gerade bei passiven Indexfonds. Denn während aktive Investmentfonds dazu ein Gremium haben, müssen beim passiven Investieren klare Kriterien übergreifend festgelegt werden. ETFs sind darauf angewiesen, dass die Selektion aufseiten des Index verlässlich sowie natürlich ethisch korrekt abläuft.

Vorteile und Risiken im Schnellüberblick

● Nachhaltige ETFs bieten einen einfachen Einstieg in die ethische Geldanlage.

● Gutes Gewissen, in nachhaltige Unternehmen investiert zu haben.

● Nachhaltige ETFs sind eine kosteneffiziente Anlageklasse. Nachhaltige Alternativen wie ethisch ausgerichtete aktive Investmentfonds sind deutlich teurer.

● Bisher existiert keine einheitliche und klare Definition dafür, was nachhaltige Geldanlagen leisten müssen und wie sie auszusehen haben.

● Durch den Fokus sind nachhaltige ETFs nicht so stark diversifiziert wie andere ETFs – dadurch besteht ein höheres Risiko.

● ETFs mit ESG-Ausrichtung sind etwas teurer als herkömmliche ETFs, aber der Unterschied ist an sich nicht der Rede wert.

● Es besteht – nicht nur bei nachhaltigen ETFs, sondern bei allen ETFs und auch Fonds – ein Verlustrisiko, das bis hin zum Totalverlust reicht.

Fazit

Fridays for Future und Fairtrade sind zwei Trends, die klarmachen, wie sehr sich immer mehr Menschen nach nachhaltigen Alternativen sehnen. Und das wirkt sich auch auf den Investmentbereich aus. Nachhaltige ETFs bilden nur Indizes ab, die ethisch vorselektiert sind. Diese Indizes beinhalten nur Unternehmen, die in Sachen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung vorbildlich handeln. Wer nachhaltig investieren möchte, ist mit nachhaltigen ETFs gut bedient. Sie sind gegenüber aktiven Investmentfonds, die auch nachhaltig sein können, deutlich kosteneffizienter. Aber man muss auch daran denken, dass durch den Nachhaltigkeits-Fokus die Diversifikation sinken kann. Das kann zu einem höheren Risiko führen.