Steuertipps: Diese Kosten können Sie alle Jahre wieder absetzen

Steuern sparen – auf dieser Seite erfahren Sie, wie das funktioniert. Und auch, was Sie von all dem, was Sie da absetzen, tatsächlich erstattet bekommen. Einfach erklärt.

Mithilfe der Pendlerpauschale können Sie beispielsweise 30 Cent pro Kilometer zwischen Zuhause und Arbeitsort steuerlich absetzen, aber je Arbeitstag nur für die Hinfahrt oder die Rückfahrt, nicht für beide Strecken. 

Hatten Sie Handwerker im Haus, dann dürfen Sie diese ebenfalls steuerlich absetzen. Das Finanzamt erkennt 20 % der Kosten an, aber nur bis zu einer Höchstsumme von 1.200 EUR. 

Auch hinsichtlich Altersvorsorge und Krankenversicherung warten hohe Steuervorteile auf Sie. Allein die Krankenversicherung und Pflegeversicherung aus Ihrer Gehaltsabrechnung können Sie bis zu 1.900 EUR steuerlich absetzen. 

Wussten Sie all das schon? Dann kommt hier noch ein exklusives Schmankerl für 2020:

Für alle, die infolge der Corona-Pandemie im Home-Office arbeiten mussten, stimmt der Bund momentan noch über einen Steuervorteil von pauschal 600 EUR je Person ab. Diesen Steuervorteil wird es aber voraussichtlich nur einmal für 2020 geben. 

Viele meinen: „Ach, wozu soll ich meine Steuer erklären, ich hab doch nichts abzusetzen.“ Die Beispiele oberhalb sind nur vier von zwölf Beispielen, die wir Ihnen auf dieser Seite vorstellen. Da ist bestimmt auch für Sie etwas dabei.

Das Wichtigste in Kürze
  • Viele Menschen haben viel mehr steuerlich abzusetzen als sie denken. Es lohnt sich also immer, eine Steuererklärung einzureichen.
  • Wer feststellt, dass man auch in den letzten Jahren Steuerersparnisse gehabt hätte, kann die Steuererklärungen für die betreffenden Jahre nachträglich einreichen. Bis zum jeweiligen Jahresende des laufenden Jahres können Sie noch eine Steuererklärung für die vier vergangenen Steuerjahre einreichen.
  • Statt die Formulare manuell auszufüllen oder ELSTER zu nutzen, können Sie Ihre Steuererklärung inzwischen auch mit intuitiven Drittanbietern anfertigen. Für alle, die sich nicht mit der Steuer auskennen, ist das einfacher. Teilweise kosten die Drittanbieter etwas, aber im Verhältnis zur Steuerersparnis ist das bezahlbar.
  • Falls Sie einen Steuerberater konsultieren, setzen Sie die Kosten in der darauffolgenden Steuererklärung steuerlich ab.
  • Sie können für 2020 alle absetzbaren Ausgaben eintragen, die bis einschließlich Silvester bezahlt wurden. Falls noch höhere Investitionen anstehen, kann es sich lohnen, diese noch im Jahr 2020 einzuplanen statt im nächsten Jahr.

Steuerlich absetzen: Was Sie zurückbekommen

  • Wenn wir etwas von der Steuer absetzen, dann meinen wir immer die Einkommensteuer (oder als Unternehmen die Körperschaftsteuer, die wir auf dieser Seite aber nicht thematisieren). 
  • Was Sie an Steuern zahlen müssen, richtet sich nach der Höhe Ihres Einkommens. Als Arbeitnehmer zahlen Sie die Steuer monatlich im Voraus, immer direkt vom monatlichen Bruttoeinkommen
  • Wenn Sie etwas steuerlich absetzen, dann erst im Nachhinein über die Steuererklärung. Dann entsteht eine Differenz, die das Finanzamt erstattet. Sofern Sie etwas nebenher verdient haben und noch versteuern müssen, verrechnet das Finanzamt die Differenz mit der zusätzlichen Steuerlast. 

 

Beispiel: 

Sie verdienen 3.000 EUR brutto im Monat / 36.000 EUR im Jahr. Sie versteuern die 3.000 EUR brutto über die monatliche Gehaltsabrechnung stets im Voraus. Ihr Arbeitgeber führt die Steuer von sich aus ans Finanzamt ab. 

Das zu versteuernde Einkommen entspricht immer der Formel Gesamteinkünfte minus absetzbare Ausgaben. Wenn Sie neben den 36.000 EUR keine weiteren Einkünfte verzeichnet haben, sind das Ihre Gesamteinkünfte. Nun zählen Sie die Ausgaben zusammen, die steuerlich absetzbar sind, und ziehen sie von den 36.000 EUR ab. 

Wenn wir annehmen, dass Sie 4.000 EUR steuerlich absetzen können, umfasst Ihr zu versteuerndes Einkommen nicht mehr 36.000 EUR, sondern 32.000 EUR. Sie haben im Jahresverlauf aber 36.000 EUR zu Ihrem Einkommensteuersatz versteuert. 

Was nun passiert: Das Finanzamt berechnet Ihre Steuer anhand der 32.000 EUR neu und erstattet Ihnen die zu viel entrichtete Steuer als Differenz. Vorsicht: Sie erhalten nicht 4.000 EUR vom Finanzamt zurück – sondern nur den prozentualen Anteil Ihres Einkommensteuersatzes.   

 

Hinweis: Die Inhalte auf dieser Seite dienen der allgemeinen  Information und stellen keine Steuerberatung dar. Für detaillierte Informationen zu Ihrer Steuersituation wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater oder an den Lohnsteuerverein. 

 

Vier Jahre rückwirkend Steuererklärung möglich

Das Statistische Bundesamt berechnet einmal im Jahr die durchschnittliche Steuererstattung. Die Daten beziehen sich aber immer auf das Steuerjahr, das aktuell vier Jahre zurückliegt. Der Grund: Arbeitnehmer können auch vier Jahre nach Ablauf eines Steuerjahres rückwirkend eine freiwillige Steuererklärung einreichen. Der letzte Durchschnittswert, 2020 herausgegeben, gilt also für das Steuerjahr 2016. Arbeitnehmer erhielten für jenes Jahr durchschnittlich 1.027 EUR vom Finanzamt zurück. 

Was tun mit der Steuerrückzahlung? Wenn Sie in der Position sind, keine Schulden mehr begleichen zu müssen, können Sie das extra Geld zum Beispiel direkt anlegen, um es zu vermehren. Ein Tages- oder Festgeldkonto eignet sich beispielsweise optimal als Geldanlage.

Steuerstandards: Was die meisten Arbeitnehmer absetzen können

Arbeitszimmer

Wenn Ihr häusliches Büro Mittelpunkt Ihrer Arbeit ist, können Sie die anteiligen Mietkosten für das Zimmer ohne Limit steuerlich absetzen. Die Bedingung dafür ist nur, dass Sie das Zimmer fast ausschließlich zum Arbeiten nutzen. 

Ein Schreibtisch im Wohnzimmer macht das Wohnzimmer nicht zum Arbeitszimmer. Auch die entsprechend genutzten Quadratmeter des Wohnzimmers dürfen Sie nicht absetzen. 

Wenn Sie nur teilweise zu Hause arbeiten, dürfen Sie die anteiligen Mietkosten für das Arbeitszimmer bis zu einem Maximum von 1.250 EUR im Jahr steuerlich absetzen. Was kann „teilweise zu Hause arbeiten“ bedeuten?  

  1. Sie arbeiten z.B. zweimal die Woche zu Hause, weil Sie im Betrieb einen „Pool-Arbeitsplatz“ haben, den Sie sich mit mehreren Leuten teilen.
  2. Sie sind z.B. Lehrerin oder Lehrer und der hauptsächliche Arbeitsort ist die Schule – Sie nutzen das Arbeitszimmer aber, um z.B. den Unterricht vorzubereiten. 
  3. Sie nutzen das Arbeitszimmer für einen Nebenjob, nicht aber für den Hauptjob. 

Homeoffice-Pauschale
(sofern sie noch entschieden wird)

Weil 2020 durch die Corona-Pandemie viele Arbeitnehmer ins Homeoffice umziehen mussten, diskutiert man derzeit noch über eine besondere Homeoffice-Pauschale. Sie ist noch nicht entschieden. 

Sollte sie aber kommen, dann dürfen Arbeitnehmer, selbst wenn das Homeoffice nur der Küchentisch war, für 2020 bis zu 600 EUR ansetzen. Listen Sie daher schon mal alle durch das Homeoffice entstandenen Kosten auf. 

Werbungskosten, z.B. Arbeitsmittel / Seminare

Werbungskosten beinhalten alles, was Sie bezahlt haben, um Ihren Job nach Plan ausführen zu können und „im Rennen zu bleiben“. Beispielsweise Fachliteratur, Büromöbel, Geräte wie Computer und Smartphones, Telefonkosten, Reisekosten oder auch größere Kaliber wie Seminare und Kurskosten. Auch das bereits erwähnte Arbeitszimmer zählt dazu. 

Teilweise herrschen Limits: 

  • Geräte und Arbeitsmittel dürfen Sie nur dann zum vollen Preis ansetzen, wenn sie unter 800 EUR pro Stück kosteten. Ansonsten müssen Sie die Ausstattung gemäß der AfA-Tabelle über mehrere Jahre abschreiben. 
  • Telefonkosten erkennt das Finanzamt nur mit Einzelnachweis zu 100 % an. Ohne Nachweise dürfen Sie nur 20 % der Kosten bis höchstens 20 EUR im Monat absetzen.
  • Beim Arbeitszimmer können Sie höchstens 1.250 EUR im Jahr absetzen, wenn Sie nur teilweise zu Hause arbeiten. 
  • Bei Reisen können Sie nicht jedes bezahlte Essen absetzen. Stattdessen gewährt das Finanzamt eine Verpflegungspauschale: 28 EUR pro vollen 24 Stunden Reisezeit, ansonsten 14 EUR. Bei kurzen Reisen unter 8 Stunden keine Pauschale. 

Zu den Werbungskosten zählen auch Aufwendungen, die fürs Reinigen von Berufskleidung entstehen. Sofern Sie die Kleidung zur Reinigung bringen und auf dem Beleg ein Vermerk „Berufskleidung“ vorhanden ist, können Sie die vollen Kosten absetzen. Falls Sie zu Hause waschen, rechnen Sie 48 Cent pro Kilo Wäsche an.

Pendlerpauschale für Arbeitsstrecke

Um die Pendlerpauschale berechnen zu können, brauchen Sie die Distanz in Kilometern zwischen Ihrem Hauptwohnsitz und der normalen Arbeitsstätte. Außerdem brauchen Sie die exakte Anzahl der Tage, an denen Sie die Arbeitsstätte aufgesucht haben

Für jeden dieser Tage dürfen Sie einmal die Distanz in Kilometern mit einer Pauschale von 30 Cent ansetzen. Beispielsweise haben Sie Ihre Arbeitsstätte an 100 Tagen aufgesucht und sie ist 30 Kilometer von Ihrem Wohnsitz entfernt. Dann haben Sie einen Steuervorteil von 900 EUR. Denn: 100 Tage x 30 Kilometer x 30 Cent = 900 EUR. 

Die Dauer des Aufenthalts in der Arbeitsstätte ist nicht relevant. Ob Sie 8 Stunden arbeiten oder nur ein Paket abholen: Sie können die Pendlerpauschale so oder so ansetzen.

Weil viele Arbeitnehmer 2020 durch Corona im Homeoffice arbeiten mussten und dadurch nicht so wie sonst von der Pendlerpauschale profitieren, wird die Homeoffice-Pauschale als Ersatz dazu diskutiert (siehe weiter oben). 

Aufgrund steigender Energiepreise erhöht der Staat die Pendlerpauschale zeitweise in bestimmten Zeiträumen. Von 2021 bis 2023 dürfen Sie ab dem 21. Kilometer je Strecke 35 Cent berechnen statt nur 30 Cent. Von 2024 bis 2027 sind es 38 Cent ab dem 21. Kilometer. Ab 2027 werden es wieder die normalen 30 Cent für alle Kilometer sein. 

Privatschule / Hochschulkosten

Wenn Kinder eine Privatschule besuchen, können Eltern die Kosten zu 30 % bis höchstens 5.000 EUR absetzen. Um den vollen Steuervorteil von 5.000 EUR zu erhalten, müssen die Gesamtkosten 16.666 EUR umfassen. Hochschulkosten können Eltern aber nicht absetzen.

Handwerkerkosten

Holen Sie sich Handwerkerfirmen ins Haus, dann können Sie 20 % der Kosten bis maximal 1.200 EUR im Jahr von der Steuer absetzen. Beispiel: Sie bezahlen 3.000 EUR für Handwerker und das Finanzamt rechnet Ihnen 20 % davon an – also 600 EUR. Würden Sie wiederum 8.000 EUR für Handwerker bezahlen, dann wären 20 % zwar 1.600 EUR – das Finanzamt rechnet aber nur die Maximalsumme von 1.200 EUR an.  

Richtlinien: 

  1. Sie dürfen nur den Arbeitslohn und die Fahrtkosten absetzen, nicht die Materialkosten. 
  2. Sie dürfen die Handwerkerkosten nur dann absetzen, wenn Sie sie nicht bar bezahlt, sondern nachweisbar überwiesen haben. 
  3. Die Arbeiten dürfen nicht an einem Neubau stattfinden.
  4. Sie müssen selbst dort wohnen, wo die Handwerker arbeiten. 
  5. Die Arbeiten dürfen nicht öffentlich gefördert sein – z.B. durch die KfW. Bezahlen Sie die Arbeiten mit einem Förderkredit, dürfen Sie die Kosten nicht absetzen. 

Haushaltsnahe Dienstleistungen, z.B. Haushaltshilfe

Für haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie ebenso 20 % der Kosten absetzen wie bei den Handwerkerkosten. Die höchstens anerkannte Summe ist mit bis zu 4.000 EUR im Jahr aber deutlich höher. Der Ablauf ist derselbe: Sie tragen die tatsächlichen Kosten ein und das Finanzamt nimmt davon 20 %, bis die Höchstsumme von 4.000 EUR erreicht ist. Um den vollen Steuervorteil von 4.000 EUR anerkannt zu bekommen, müssen Ihre Gesamtkosten 20.000 EUR betragen haben.

Zu haushaltsnahen Dienstleistungen zählen etwa Haushaltshilfen oder ambulante Pflegedienste – sofern Sie den Pflegedienst selbst bezahlen und auch in Anspruch nehmen. Zahlen Verwandte den Pflegedienst selbst, ist das eine außergewöhnliche Belastung für sie (weiter unten mehr). 

Auch, wenn Sie in den Urlaub fahren und jemanden bezahlt auf die Katze aufpassen oder die Blumen gießen lassen, ist das eine haushaltsnahe Dienstleistung. Ebenso können Sie beispielsweise Kosten für ein Umzugsunternehmen oder einen Makler absetzen. Der Umzug muss aber beruflich veranlasst sein und den Fahrtweg zur Arbeit nachweislich verkürzen. Sonst könnten Sie schließlich danach mehr aus der Pendlerpauschale herausholen. Die Pendlerpauschale würde das Finanzamt akzeptieren, die Umzugskosten aber nicht.  

Richtlinien:

  1. Sie dürfen nur den Arbeitslohn und die Fahrtkosten des Dienstleisters absetzen, nicht die Materialkosten. 
  2. Die haushaltsnahen Dienstleistungen müssen dort stattfinden, wo Sie selbst wohnen. 
  3. Sie müssen die Kosten auf Rechnung überwiesen haben, statt bar zu zahlen. 

Gesetzliche Krankenversicherung + Privatversicherungen

In der „Anlage Sonderausgaben“ können Sie die Arbeitnehmerbeiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung steuerlich absetzen. Das geht bis zu einer Gesamtsumme von 1.900 EUR. Bei Selbstständigen sind bis zu 2.800 EUR erlaubt. 

Wenn Sie die 1.900 EUR / 2.800 EUR mit der Krankenversicherung und Pflegeversicherung noch nicht ausgeschöpft haben, können Sie weitere private Versicherungen wie eine Haftpflichtversicherung, Unfallversicherung, Zahnzusatzversicherung oder Krankentagegeldversicherung absetzen. 

Beispiel: Sie haben 1.500 EUR an die Krankenkasse entrichtet und daher noch 400 EUR Spielraum, um weitere Versicherungen abzusetzen. Oder: Sie haben 2.100 EUR an die Krankenkasse bezahlt und dürfen davon aber nur 1.900 EUR absetzen. Die weiteren Versicherungen sind nicht mehr absetzbar. 

Gesetzliche Rentenversicherung

Sie können Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung mit bis zu 25.046 EUR im Jahr in der Steuererklärung angeben. Für das Jahr 2020 erkennt das Finanzamt davon 90 % an. Bis 2025 steigt der Prozentsatz jedes Jahr um 2 %, auf dann 100 %. Wer also tatsächlich Altersvorsorge für 25.046 EUR betreibt, dem rechnet das Finanzamt höchstens 22.541 EUR auf das zu versteuernde Einkommen an.

 

Rürup-Rente: Wie erhalte ich die maximalen Steuervorteile?

Um die volle Rürup-Förderung zu erhalten, müssen Sie nur die Differenz zwischen den Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung und der Höchstsumme von 25.046 EUR in die Rürup-Rente einzahlen. Die Rürup-Rente und die gesetzliche Rentenversicherung zählen zusammen, weil beide zu den staatlich fundierten Altersvorsorge-Maßnahmen zählen.

Private Altersvorsorge, z.B. Riester / Rürup

Ebenfalls in der „Anlage Sonderausgaben“ können Sie sich Steuervorteile für Ihre Riester-Rente oder Rürup-Rente sichern. Auch Beiträge zu anderen privaten Rentenversicherungen sind unter Umständen steuerlich absetzbar

Bei der Riester-Rente dürfen Sie 4 % des jährlichen Bruttoeinkommens steuerlich absetzen, bis zu einer Höchstsumme von 2.100 EUR im Jahr. Die erhaltenen Zulagen zieht das Finanzamt von der Summe ab. Den Rest verrechnet es mit Ihrer Steuerlast. Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite Riester-Rente und die Steuer

Bei der Rürup-Rente sind es 2020 sogar bis zu 25.046 EUR, von denen das Finanzamt 90 % anerkennt. Der Prozentsatz wird in den kommenden Jahren zunehmen. Ab 2025 sind 100 % der Investitionen bis hin zu der erwähnten Höchstsumme absetzbar. Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite Rürup-Rente und die Steuer. Beachten Sie, dass die maximal absetzbaren 25.046 EUR für die Rürup-Rente und gesetzliche Rentenversicherung zusammen gelten (siehe letztes Kapitel). 

Gesundheitskosten, z.B. Medikamente / Zahnersatz

Die Krankenkassen übernehmen bereits viele Kosten. Oft müssen Sie aber obendrauf zahlen. Diese Kosten können Sie als „außergewöhnliche Belastung“ von der Steuer absetzen. Dabei definiert das Gesetz für jeden einen „zumutbaren Eigenanteil“, der nicht abgezogen werden kann. Darüber hinaus erkennt das Finanzamt die Belastung aber an. 

Der zumutbare Eigenanteil setzt sich aus dem Einkommensverhältnis, Familienstand / der Zahl der Kinder zusammen. Sie können sich nach dieser Tabelle richten (die Prozentwerte sind der zumutbare Eigenanteil): 

Familienstand Bis 15.340 EUR Einkommen Ab 15.341 EUR bis 51.130 EUR Einkommen Ab 51.131 EUR Einkommen
Nicht verheiratet 5 % 6 % 7 %
Ehepaar ohne Kinder 4 % 5 % 6 %
Ehepaar mit bis zu zwei Kindern 2 % 3 % 4 %
Ehepaar mit drei oder mehr Kindern 1 % 1 % 2 %

Außergewöhnliche Belastungen sind alle von Ihnen gezahlten Kosten etwa für Medikamente, Kuren, Zahnersatz, Brillen und vieles mehr. Auch die Kosten für ein Pflegeheim zählen hier mit hinein. Selbst das Fitnessstudio kann man absetzen, sofern das Training dazu beiträgt, eine Krankheit zu lindern oder Verletzung zu heilen. Allerdings braucht es ein amtsärztliches Attest. Der Arzt muss es vor der Anmeldung im Fitnessstudio ausgestellt haben und Sie müssen das Attest bei den Behörden einreichen.  

Beispiel zum zumutbaren Eigenanteil: Sie sind verheiratet und verdienen 50.000 EUR. Bis 15.340 EUR von diesen 50.000 EUR rechnen Sie 4 % von 15.340 EUR. Dann rechnen Sie 50.000 EUR minus die bereits behandelten 15.340 EUR. Es bleiben 34.660 EUR über. Von diesen nehmen Sie 5 %. Somit umfasst Ihr „zumutbarer Eigenanteil“ 2.346,60 EUR im Jahr. Erst wenn die Belastungen höher als die 2.346,60 EUR sind, können Sie damit rechnen, dass das Finanzamt sie anerkennt und steuerlich abzieht.

Beerdigungskosten: Wenn die Beerdigungskosten höher als das Erbe der Hinterbliebenen ausfallen, erkennt das Finanzamt die Differenz als außergewöhnliche Belastung an. Zu den Beerdigungskosten zählen auch die Grabstätte, der Grabstein und die Überführungskosten. Jedoch nur bis insgesamt höchstens 7.500 EUR.

Spenden

Gerade 2020 waren viele Organisationen auf Spenden angewiesen. Haben Sie gespendet oder haben Sie es noch vor? Dann können Sie bis zu 200 EUR pro Spende auch ohne Spendenbeleg steuerlich absetzen. Sie brauchen aber einen Nachweis, dass Sie das Geld auf ein entsprechendes Spendenkonto überwiesen haben. Ab 200 EUR aufwärts brauchen Sie einen offiziellen Spendenbeleg vom Spendenempfänger.

Haben Sie noch was zu klären?

Auch die Kosten für einen Zivilprozess können Sie steuerlich absetzen, wenn er „ausreichende Aussicht auf Erfolg“ hat. Der Fall muss aber mit der Sicherung der Existenzgrundlage zu tun haben. Beispielsweise also, wenn Sie mit einem Versicherer um die Leistung einer Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung streiten.

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