ETF Sparplan oder Einmalanlage – was lohnt sich mehr?

Das müssen Sie über ETFs als Geldanlage wissen.

Startseite > Geldanlage > ETF > ETF-Sparplan oder Einmalanlage

Ob zur Altersvorsorge oder zum generellen Vermögensaufbau – ETFs gelten als effiziente und kostengünstige Geldanlage. Beim Sparen mit ETFs haben Anleger grundsätzlich zwei Möglichkeiten: den ETF-Sparplan oder die Einmalanlage. Beide Varianten bieten unterschiedliche Vorteile im Hinblick auf Rendite und Risiken. Bei der Einmalanlage kommt der Zinseszinseffekt zum Tragen, während Anleger mit einem Sparplan vom Durchschnittskosteneffekt profitieren. Aber führt der auch zu höheren Renditen

Hier erfahren Sie, wie sich ETF-Sparplan und Einmalanlage unterscheiden, welche Risiken es gibt und in welcher Situation welche Geldanlage sinnvoll ist.

Risikohinweis:

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Der Wert der vermittelten ETFs und Indexfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen und folgenden Risiken: 1. Allgemeine Risiken von Kapitalanlagen (wie Konjunkturrisiko, Zinsänderungsrisiko), 2. Wertpapierspezifische Risiken (wie Aktienkursrisiko, Bonitätsrisiko), 3. Spezielle Risiken von Anlagen in Investmentfondsanteile, 4. Spezielle Risiken von Anlagen in ETFs und Indexfonds, 5. Spezielle Risiken bei der Abwicklung von Wertpapieraufträgen. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Risiken finden Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze
  • Funktion: Bei einem ETF-Sparplan kaufen Sie mit einer monatlichen Sparrate Anteile von Fonds, während Sie bei der Einmalanlage einmalig in einen oder mehrere Indexfonds investieren.
  • Rendite: Bei der Einmalanlage profitieren Sie vom maximalen Zinseszinseffekt, während der Vermögensaufbau beim Sparplan erst nach und nach erfolgt. 
  • Risiken: Bei der Einmalanlage kann es bei kurzer Anlagedauer zu Verlusten durch Kursschwankungen kommen. Beim ETF-Sparplan wird dies durch den Cost-Average-Effekt ausgeglichen. 
  • Kombiplan: Einmalanlage und ETF-Sparplan können auch kombiniert werden, um die Vorteile beider Anlageformen auszuschöpfen. 

Wie funktioniert ein ETF-Sparplan?

Bei einem ETF-Sparplan entscheidet sich der Anleger für einen oder mehrere ETFs, deren Anteile er regelmäßig (z. B. monatlich) kaufen möchte. Nach der Einrichtung des Sparplans werden die Anteile zu einer festgelegten Sparrate kontinuierlich erworben. Dazu wird ein fester Betrag über einen Dauerauftrag oder eine Einzugsermächtigung im gewünschten Intervall in einen oder mehrere sparplanfähige ETFs investiert. Die Besparung eines ETF-Sparplans ist dabei bereits ab einem kleinen Betrag von 25 EUR möglich. Eine Änderung der Sparrate ist dabei jederzeit möglich: Anleger können sowohl den Betrag anpassen als auch die Anlage aussetzen oder die ETFs in ihrem Depot ganz oder teilweise verkaufen.

Wann ist ein ETF-Sparplan sinnvoll?

Ein Sparplan eignet sich in der Regel für risikoscheue Anleger oder für solche, die zu Beginn keinen großen Betrag auf einmal (Einmalanlage) investieren können. Das gilt nicht nur für das Sparen mit ETFs, sondern auch für andere Sparpläne wie z. B. einen Banksparplan. Handelt es sich z. B. um einen ETF-Sparplan, dann ist es sinnvoll, mit monatlichen Sparraten ein Portfolio aus Aktien aufzubauen.

Der Zeitpunkt des Markteintritts ist bei einem Sparplan im Gegensatz zur Einmalanlage in ETFs unerheblich. Sind die Einstiegskurse zu Beginn sehr hoch, werden monatlich weniger Anteile gekauft. Fallen die Kurse hingegen im Wert, werden mehr Anteile gekauft.

Ein ETF-Sparplan bietet für Anleger den großen Vorteil, dass sie sich keine Gedanken mehr um den richtigen Einstiegszeitpunkt machen müssen, weil sich die Preise im Zeitverlauf einem Durchschnitt annähern. Hierbei kommt der Durchschnittskosten-Effekt, auch Cost-Average-Effekt genannt, zum Tragen. Dass Anleger dadurch immer eine höhere Rendite erzielen, ist hingegen nicht richtig.

Psst! Wollen Sie mehr erfahren?

Geldanlage ist komplex. Unser kostenloser Newsletter vereinfacht das Thema und bietet Ihnen regelmäßig Inhalte zu:

  • Lukrativen Aktionen & europaweiten Top-Angeboten
  • Ihren Möglichkeiten für smarte Geldanlage & Altersvorsorge
  • Aktuellen Hintergründen rund um die Kapitalmärkte

Bietet ein ETF-Sparplan automatisch eine höhere Rendite?

Viele Depotanbieter vergleichen den Sparplan mit der Einmalanlage, aber unter falschen Voraussetzungen. Zum Beispiel vergleichen sie einen Sparplan über 1 Jahr mit einer monatlichen Einzahlung von 1.000 EUR mit einer Einmalanlage von 12.000 EUR. Dies ist falsch, weil in beiden Fällen die Investitionssumme im zeitgewichteten Durchschnitt unterschiedlich hoch ist. Bei der Einmalanlage können die investierten 12.000 EUR sofort in vollem Umfang Gewinne erzielen. Bei dem Sparplan hingegen sind nach einem halben Jahr erst 6.000 EUR investiert, nach 9 Monaten erst 9.000 EUR usw. Die Wertentwicklung von Aktiensparplänen kann bei steigenden Kursen mit einer Einmalanlage also nicht mithalten.

Um zu verdeutlichen, wie der Cost-Average-Effekt tatsächlich wirkt, untersuchen wir die Wertentwicklung eines ETF-Sparplans* in einem steigenden und einem fallenden Marktumfeld mithilfe eines Rechenbeispiels und vergleichen diese mit der Einmalanlage.

Sparplan-Effekt bei steigenden Aktienkursen

Bei einer jährlichen Wertentwicklung von 19,3 % wird aus einer Einmalanlage von 12.000 EUR zum Ende des Jahres 14.316 EUR. In dem Rechenbeispiel hat ein Anteil einen Wert von 100 EUR und zu Beginn der Laufzeit werden 120 Anteile gekauft.

Wer hingegen einen Sparplan abschließt und monatlich 1.000 EUR investiert, hat am Ende des Jahres nur 13.506,93 EUR erzielt. Durch die steigenden Preise während der Laufzeit können Monat für Monat immer weniger Anteile (112, 94) für den fixen Sparbetrag von 1.000 EUR erworben werden.

Sparplan-Effekt bei fallenden Kursen

Wenn die Aktienkurse hingegen fallen, verhält es sich genau umgekehrt. Bei einer jährlichen Wertentwicklung von -10,5 % und einer Einmalanlage von 12.000 EUR bleiben am Ende des Jahres nur noch 10.740 EUR übrig, das entspricht einem Verlust von 1.260 EUR. Alle 120 erworbenen Anteile verlieren über das Jahr hinweg gleichzeitig an Wert.

Beim ETF-Sparplan fallen die Verluste geringer aus, weil Monat für Monat mehr Anteile zu günstigeren Preisen gekauft werden können. Am Ende des Jahres sind aus den monatlichen Einzahlungen von 1.000 EUR zwar 11.532,44 EUR geworden, was einem Verlust von 467,56 EUR entspricht. Allerdings ist dieser Verlust mit -3,9 % wesentlich niedriger als bei der Einmalanlage.

Wie hoch sind die Kosten für einen ETF-Sparplan?

Ob sich ein ETF-Sparplan lohnt, hängt nicht nur von der Rendite, sondern auch von den Kosten ab. Beim Kauf der Anteile fallen unterschiedliche Gebühren an, die allerdings im Vergleich zu klassischen aktiv gemanagten (Aktien-) Fonds deutlich geringer sind. Um ETFs kaufen und verkaufen zu können, benötigen Anleger ein Depot für ihre Wertpapiere. Für dieses Depot verlangen Banken bzw. andere Depotanbieter eine Depotgebühr. Darüber hinaus wird für den Kauf von ETFs eine Ordergebühr fällig. Diese beträgt 0,25 % des Anlagebetrags. Bei einem ETF-Sparplan mit monatlichen Käufen wird diese Gebühr von der gewählten Sparrate abgezogen. Die Gebühr wird natürlich nicht nur für jeden Kauf, sondern auch für jeden Verkauf fällig. 

Besonders wer monatlich nur wenig Geld übrig hat und daher mit einer kleinen Sparrate in ETFs investieren möchte, sollte auf die Kosten achten. Bei einem Betrag von 50 EUR monatlich und einer Gebühr von zwei Euro pro Order liegen die Gesamtkosten bereits bei 4 %. Damit sich die Geldanlage lohnt, müssen diese durch Kursgewinne aufgeholt werden. 

Neben Depot- und Ordergebühren kommt als weiterer Kostenfaktor noch der Verwaltungsaufwand für die ETFs hinzu. Dieser liegt zwischen 0,1 bis 1,0 % pro Jahr und wird als Gebühr einmal jährlich vom Fondsguthaben abgezogen.

Wie funktioniert die Einmalanlage bei ETFs?

ETFs können auch ohne einen Sparplan als einmalige Geldanlage gekauft werden. In diesem Fall spricht man von einer Einmalanlage. Wer einen größeren Betrag zur Verfügung hat und sein Vermögen vermehren möchte, kann von einer Einmalanlage profitieren. Mit der Einmalanlage teilen Anleger ihr Vermögen im Sinne einer bestmöglichen Diversifizierung auf verschiedene Fonds auf. Dazu wird lediglich ein Online-Depot für die Wertpapiere und ein Verrechnungskonto benötigt. Der Verkauf der Anteile ist jederzeit möglich. 

Was sollten Anleger bei der Einmalanlage beachten?

Im Gegensatz zu einem ETF-Sparplan ist der Einstiegszeitpunkt bei der Einmalanlage deutlich wichtiger. Denn schwankende Kurse oder eine sinkende Wertentwicklung können sich hier stärker auf die Rendite auswirken als bei einem Sparplan. Aus diesem Grund empfehlen Experten einen möglichst langen Anlagehorizont bei der Geldanlage in ETFs. Bei diesem Vorgehen gleichen sich eventuelle Verluste durch Kursschwankungen langfristig gesehen aus. Bei einer kurzen Anlagedauer können Anleger dagegen das Pech haben, dass die Kurse gefallen sind und die ETFs nur mit Verlust verkauft werden können.  Außerdem kommt erst bei einer langfristigen Geldanlage der Zinseszinseffekt zum Tragen. Dabei können die erwirtschafteten Erträge durch die direkte Wiederanlage gewinnbringend vermehrt werden. 

Da es für Anleger schwierig ist, den optimalen Einstiegs- und Verkaufszeitpunkt zu treffen, kann es sinnvoll sein, die Einstiegs- und Ausstiegszeiten zu mischen. Dabei werden nicht alle Anteile der Fonds auf einmal gekauft, sondern über mehrere Wochen oder Monate verteilt. Das gleiche Prinzip kann beim Verkauf der Anteile angewendet werden. Wie beim ETF-Sparplan entstehen auch bei der Einmalanlage Gebühren für den Kauf und Verkauf der Anteile. Diese sollten bei der Strategie zum Einstieg und Ausstieg mit eingeplant werden.

ETF-Sparplan vs. Einmalanlage – was ist besser?

Nachdem sie sich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten zum Sparen mit ETFs beschäftigt haben, stehen Anleger also vor der Entscheidung: Sparplan oder Einmalanlage? Welche Art der Geldanlage besser für Sie geeignet ist, hängt vor allem vom vorhandenen Vermögen ab. Haben Sie keinen größeren Betrag zur Verfügung und möchten erst Kapital aufbauen, ist ein ETF-Sparplan passend zu Ihrem monatlichen Budget empfehlenswert. Verfügen Sie bereits über einen größeren Betrag, ist eine einmalige Investition des Geldes ratsam. 

Die gezeigten Rechenbeispiele verdeutlichen, dass ein monatlicher ETF-Sparplan bei einem Abschwung der Märkte Verluste begrenzen und bei einem Aufschwung die Wertsteigerung nicht vollumfänglich mitmachen kann. Dieses Wissen kann Anlegern bei der Entscheidung helfen, ob der Sparplan die richtige Geldanlage für sie ist. 

Ein deutlicher Unterschied zwischen Einmalanlage und Sparplan zeigt sich vor allem beim Zinseszinseffekt. Möchten Sie Ihr Vermögen langfristig anlegen, z.B. zur Altersvorsorge, bietet die Einmalanlage einen klaren Vorteil. Hierbei wird nämlich der volle Betrag direkt verzinst. Beim Sparplan wird das Geld erst nach und nach vermehrt.

Die Vor- und Nachteile von Sparplan und Einmalanlage im direkten Vergleich:

Einmalanlage ETF-Sparplan
Vorteile Chance auf passenden Einstiegszeitpunkt
maximaler Zinseszinseffekt
kleiner Betrag genügt
automatisches Sparen durch monatliche Geldanlage
konstanter Vermögensaufbau
Sparrate flexibel anpassbar
Cost-Average-Effekt
Geringeres Risiko von Verlusten
Konstante Investitionen nehmen Anlegern viel Arbeit ab
Bei fallenden Kursen sind Anleger „nicht dem Markt ausgeliefert“
Nachteile Betrag muss vor der Anlage zur Verfügung stehen
Risiken durch ungünstigen Einstiegszeitpunkt
Nicht alle ETFs sind sparplanfähig, Auswahl unter Umständen begrenzt
Häufig fester Zeitpunkt für die Anlage (zum 1. Oder 15. eines Monats)

ETF-Sparplan oder Einmalanlage – welche Risiken gibt es?

etf-risiko-renditeetf-risiko-renditeetf-risiko-rendite

Unabhängig davon, ob Sie sich bei ETFs für eine Einmalanlage oder einen Sparplan entscheiden, sollten Sie die möglichen Risiken bei dieser Geldanlage kennen und beachten. Dabei sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • Schwankende Kurse: Die Kurse der ETFs können sich nicht nur positiv, sondern auch negativ entwickeln. In diesem Fall steht Ihnen durch den Verlust weniger Geld zur Verfügung als Sie angelegt haben. 
  • Marktrisiko: ETFs bilden einen Fonds ab. Entwickelt sich der abgebildete Index negativ, wirkt sich dies auch auf die passiven Fonds aus. 
  • Währungsverluste: Setzen Sie auf Fonds in Fremdwährung, müssen Sie mit Währungsverlusten rechnen. 

Insgesamt lässt sich sagen, dass das Risiko beim ETF-Sparplan überschaubarer ist als bei der Einmalanlage. Das liegt daran, dass die regelmäßige Sparrate automatisch für eine Risikostreuung sorgt, da die Aktien in unterschiedlichen Marktphasen erworben werden. Bei schlechter Marktlage sind die Kurse zwar niedrig, allerdings können Anleger so durch den Sparplan automatisch Anteile zu niedrigeren Preisen kaufen. Durch den Cost-Average-Effekt wird eine entsprechende Rendite über einen längeren Zeitraum damit wahrscheinlicher. Dennoch sollten Anleger natürlich auch bei einem ETF-Sparplan die Risiken kennen und sich vor allem beim Verkauf der ETFs frühzeitig Gedanken machen. 

Der Kompromiss: ETF-Sparplan in Kombination mit einer Einmalanlage

Steht Ihnen ein größerer Betrag zur Verfügung und Sie wollen außerdem monatlich, z.B. für Ihre Altersvorsorge, etwas sparen? Dann müssen Sie sich nicht zwischen ETF-Sparplan oder Einmalanlage entscheiden, sondern können beides einfach kombinieren. Damit profitieren Sie einerseits vom Zinseszinseffekt der Einmalanlage und zusätzlich auch vom geringeren Risiko durch den monatlichen Kauf neuer ETF-Anteile. Denn sollten die Kurse nach dem Kauf der Einmalanlage sinken, kann der Verlust durch die Anlage des Sparplans ausgeglichen werden. Wer monatlich eine konstante Summe übrig hat, kann sein Geld auf diese Weise gewinnbringend anlegen und von einem konstant wachsenden Vermögen profitieren.

Fazit: ETF-Sparplan oder Einmalanlage – so gelingt die Entscheidung

Anleger, die vor der Entscheidung ETF-Sparplan oder Einmalanlage stehen, sehen sich mit unterschiedlichen Empfehlungen konfrontiert – aber nicht alle sind richtig. So können Sie bei einem Sparplan z. B. nicht mit einem automatischen Renditevorteil rechnen, wie dies öfter behauptet wird. 

Allerdings kann ein Sparplan besonders für risikoscheue Anleger eine gute Möglichkeit sein, schrittweise den Einstieg in den Aktienmarkt zu wagen und sich an das Auf und Ab an der Börse zu gewöhnen. Wenn Sie jedoch eine passende Geldanlage suchen, um Ihr angespartes Vermögen möglichst gewinnbringend anzulegen, dann kann die Entscheidung für eine Einmalanlage eine passende Lösung darstellen. 

Unabhängig davon, wofür Sie sich entscheiden: Setzen Sie sich vor der Anlageentscheidung mit Ihrer persönlichen Anlagestrategie und den möglichen Risiken auseinander. Für beide Anlageformen gilt: Je länger der Anlagehorizont, desto niedriger das Risiko von Verlusten und desto stärker die Wertentwicklung

 

*Hinweis: Die nicht investierten Sparplanbeträge wurden im Rechenbeispiel mit 0,60 % verzinst (Tagesgeld-Zins über WeltSparen)

Hervorragend Basierend auf 3.641 Bewertungen