Thesaurierende ETFs

Kontinuierliche Reinvestitionen für mehr Rendite

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ETFs sind, da sie einen bestehenden Index nachbilden und ohne aktives Fondsmanagement auskommen, überaus kosteneffizient. Das wirkt sich auf die Rendite aus – denn wo die Gebühren niedriger sind, bleibt von der Rendite mehr übrig. Und das ist der Punkt, an dem vor allem thesaurierende ETFs interessant werden. Sie zeichnen sich als Pendant zu ausschüttenden ETFs dadurch aus, dass sie erzielte Renditen automatisch reinvestieren. Ausschüttende ETFs zahlen erzielte Renditen aus. Wie sich das im Zusammenspiel mit den Gebühren auf Ihre Investitionen auswirken kann, lesen Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze
  • Thesaurierende ETFs sind ETFs, die erzielte Renditen nicht ausschütten („ausschüttende ETFs“), sondern immer sofort reinvestieren. An der Funktionsweise, dass sie einen bestehenden Index wie beispielsweise den DAX entweder physisch oder synthetisch nachbilden, ändert sich dadurch aber nichts.
  • Durch die Wiederanlage der Renditen kommt zum Zinseszinseffekt. Dieser kann sich vor allem bei Investitionszeiträumen über mehrere Jahre stark auf die Renditechancen auswirken. Statt im Durchschnitt linear zuzunehmen, kann die Rendite mit der Zeit ein durchschnittlich exponentielles Wachstum aufweisen. Gesetz dem Fall, dass sich der ETF stets positiv entwickelt.
  • Neben thesaurierenden ETFs existieren auch thesaurierende Fonds, die aktiv gemanagt werden. Bei ihnen arbeitet ein Fondsmanagement daran, die Rendite durch bewusste Käufe und Verkäufe von Wertpapieren zu maximieren. Es möchte den Markt übertreffen. Durch die Arbeit des Fondsmanagements sind aktive Fonds teurer. Der entsprechende Kostenunterschied zwischen aktiven Fonds und ETFs kann für die Renditechancen ebenfalls sehr bedeutsam werden.
  • Thesaurierende ETFs lassen sich am Namenszusatz 1C, C oder ACC erkennen
  • „Thesaurierend“ kommt aus dem Griechischen – „thesauros“, zu Deutsch „Schatzhaus“.

Ausschüttend oder thesaurierend:
Wie unterscheiden sich diese Formen von ETFs?

  • Thesaurierende ETFs sind das Pendant zu ausschüttenden ETFs. 
  • Thesaurieren bedeutet, dass erzielte Renditen reinvestiert werden. Eine beispielhafte Rendite von 100 EUR würde also ins Volumen des ETFs zurückfließen. 
  • Ausschütten bedeutet, dass Sie als Anleger die 100 EUR auf Ihr Konto erhalten würden. 
  • Das kann sich auf die Rendite auswirken. 

Grundsätzlich unterscheiden sich thesaurierende und ausschüttende ETFs nur darin, was sie mit den Renditen machen. Ansonsten bilden sie beide einen entsprechenden Index nach und können beide identische Gebühren haben. Sie handeln beide mit den Wertpapieren des Index und das bei einer physischen Replikation so, wie es der Index vormacht. 

Nur hinsichtlich der Rendite wirken sich die beiden Formen verschieden aus. Thesaurierende ETFs sind für ein nahezu exponentielles Wachstum der Rendite bekannt. Währenddessen nimmt die Rendite bei ausschüttenden ETFs, sofern die Kurse steigen, nicht ganz so schnell zu, weil man dem Fondsvolumen durch das Auszahlen erzielter Renditen einen Teil der Basis für höhere Gewinne nimmt. Statt das Volumen immer weiter zunehmen zu lassen, reduziert man es, indem man sich immer wieder Summen auszahlen lässt. Das verhindert, dass die Rendite über die Jahre immer stärker, bestenfalls in einer exponentiellen Kurve, zunehmen kann. 

Die Rede ist vom Zinseszinseffekt.

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Zinseszinseffekt: Was ist das?

  • Der Zinseszinseffekt ruft durch dauerhafte Reinvestition von Zinsen, Gewinnen und Renditen ein stärkeres Wachstum hervor. 
  • Durch die Wiederanlage („Thesaurierung“) werden Erträge immer wieder neu mitverzinst. Das ist der Faktor, der das potenziell stärkere Wachstum hinsichtlich der Rendite hervorrufen kann. 
  • Der Zinseszinseffekt ist ein Prinzip und hat nichts direkt mit Zinsen zu tun. Er ist auf alle Arten von reinvestierbaren Erträgen anwendbar. Bei ETFs ist es das Zusammenspiel aus Kursrenditen sowie eventuell Dividenden, Zinsen aus Investitionen in Anleihen sowie Einnahmen aus Wertpapierleihen.   
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Dann erzielen Sie wieder 10 % Gewinn. Wenn Sie erneut eine Rendite von 10 % erzielen, haben Sie 11 EUR Gewinn statt nur 10 EUR. Es befinden sich nun 121 EUR im Volumen, die beim nächsten Mal verzinst werden. Und so läuft das über den Investitionszeitraum immer weiter. Natürlich mit umso höheren Summen, wenn Sie beispielsweise einen Sparplan nutzen, monatlich investieren und so das Volumen im ETF immer weiter erhöhen. Das können Sie beispielsweise mit den thesaurierenden ETF-Portfolios von Raisin Invest schon ab 50 EUR monatlich umsetzen. 

 

Unterschied zu ausschüttenden ETFs: 

Sie lassen sich den beim ersten Mal erzielten Gewinn von 10 EUR auszahlen. 

Dadurch befinden sich auch weiterhin nur die 100 EUR im Volumen. 

Beim zweiten Mal erhalten Sie also auch wieder nur 10 EUR Gewinn und nicht die 11 EUR. 

Dafür erzielen Sie – um das auf höhere Summen anzuwenden – ein passives Einkommen. Dementsprechend haben ausschüttende ETFs natürlich auch ihre Vorteile. Hätten Sie als Anleger beispielsweise 10.000 EUR investiert und würden Jahr für Jahr durchschnittlich 10 % Rendite erzielen, dann hätten Sie ein durchschnittliches passives Einkommen von 1.000 EUR im Jahr. Ohne, dass Sie dafür arbeiten müssten.

Gebühren:
Warum sind auch die Kosten relevant?

  • ETFs haben verschiedene Kostenpunkte, die die Rendite mindern.
  • Die wesentlichen dieser Kostenpunkte fasst die Total Expense Ratio zusammen. Diese wird kurz auch als „TER“ bezeichnet. 
  • Die TER enthält nicht alle Kostenpunkte. Beispielsweise sind Transaktionskosten durch den Handel mit Wertpapieren sowie Swap-Gebühren bei synthetischen ETFs nicht enthalten und kommen obendrauf.  

Die Gebühren thesaurierender und ausschüttender ETFs – etwa für Personal, Software, Vertrieb oder Lizenzen – mindern deren Rendite. 

Doch so viele Posten die TER auch beinhaltet: ETFs sind trotzdem sehr kosteneffizient. Der ETF Robo Advisor ruft beispielsweise Gesamtkosten von durchschnittlich nur 0,48 % im Jahr hervor. Die Kosten bei aktiven Investmentfonds belaufen sich daneben auf durchschnittlich 2,26 % im Jahr, verursacht durch das individuelle Fondsmanagement. Da ETFs stets nur einen Index nachbilden, können sie auf das aktive Fondsmanagement verzichten und so die Kosten einsparen. 

Die Gebühren sind immer von den erzielten Renditen abzuziehen, da sie dem Fondsvolumen entnommen werden. Das hat mit „thesaurierend“ oder „ausschüttend“ nichts zu tun. Jenes bezieht sich nur auf die Renditen – und mit denen meinen wir den Gewinn, der nach dem Verrechnen mit den Kosten noch vorhanden ist.

Rendite: Wie viel mehr Rendite können thesaurierende ETFs erzielen?

Sie möchten sicher wissen, was renditetechnisch bei thesaurierenden ETFs nun drin ist. Wir verraten es Ihnen – zu beachten ist nur, dass es sich um illustrative Werte handelt und diese keine Garantie für echte Investitionen darstellen. 

  • Nehmen wir an, dass Sie 150 EUR monatlich in ETFs investieren. Einmal ist es ein thesaurierender und einmal ist es ein ausschüttender ETF. 
  • Die Gesamtkosten belaufen sich wie beim ETF Robo Advisor auf durchschnittlich 0,48 % im Jahr. 
  • Zudem entwickeln sich beide ETFs mit durchschnittlich 5 % im Jahr. 
  • Das Beispiel dient nur dazu, um die Unterschiede zwischen thesaurierendem ETF und ausschüttendem ETF zu verdeutlichen.
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Die Tabelle verdeutlicht, dass durch die reinvestierten Renditen beim thesaurierenden ETF trotz höherer Kosten ein deutlich höherer Gewinn erzielt werden konnte. 

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Noch dazu hat sich das Volumen beim ausschüttenden ETF immer wieder um mehr als den Gewinn verkleinert. Das hat damit zu tun, dass der ETF zuerst den Gewinn ausschüttete, erst dann aber die Gebühren verrechnete. 

An dritter Stelle ist das lineare sowie exponentielle Wachstum sichtbar. Während der ausschüttende ETF in den 6-Jahres-Abschnitten immer um 9.000 bis 10.000 EUR zunahm, verzeichnete der thesaurierende ETF stärkere Schübe. Allein in den 6 Jahren zwischen dem 18. und 24. Jahr nahm der Wert des ETFs um etwas mehr als 27.000 EUR zu. 

Doch auch wenn der thesaurierende Fonds höhere Erträge und stärkere Schübe verzeichnete; das passive Einkommen beim ausschüttenden ETF ist nicht zu verachten. Immerhin erhielten Sie in den 24 Jahren *25.013,87 EUR (vor Abzug der Steuern) in Form von Ausschüttungen aufs Konto. Das entspricht etwas mehr als 1.000 EUR pro Jahr.

Steuern: Hat sich bei thesaurierenden ETFs mit dem Investmentsteuerreformgesetz etwas verändert?

  • Das Investmentsteuerreformgesetz von 2018 sieht vor, thesaurierende und ausschüttende Fonds sowie ETFs und Indexfonds in Zukunft identisch zu behandeln. Gleiches bei ausländischen und inländischen Produkten. 
  • Die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % + Soli und eventuell Kirchensteuer ist auch weiterhin aktuell. Anleger können einen Freistellungsauftrag einrichten. 
  • Unter Umständen ist eine neue Vorabpauschale zu entrichten. Die Bank führt die Vorabpauschale direkt an die Finanzkasse ab. Anleger müssen sich hierum nicht weiter kümmern. 
  • Näheres zur steuerlichen Situation erfahren Sie im Artikel Steuern bei ETFs
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Fazit: ETFs thesaurierend oder nicht?

Thesaurierende ETFs zeichnen sich durch höhere Renditechancen aus. Sie haben die für ETFs typischen, niedrigen Gebühren. Und sie reinvestieren erzielte Renditen so, dass es über die Jahre zu einem stärkeren Wertwachstum kommen kann. Doch sind sie besser als ausschüttende ETFs? Unklar. Es kommt darauf an, was Sie mit Ihren Investitionen erreichen möchten. Entweder streben Sie nach einem maximierten Gewinn über einen langfristigen Anlagehorizont, dann sind thesaurierende ETFs die richtige Wahl. Oder Sie möchten ein regelmäßiges Einkommen in Form von Ausschüttungen, das Sie Jahr für Jahr aufs Konto erhalten, dann sind ausschüttende ETFs vorzuziehen. Über mehrere Jahre zu investieren, erweist sich sowohl bei ausschüttenden als auch thesaurierenden ETFs als sinnvoll. 

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