Wie erzielen ETFs und Indexfonds ihre Rendite?

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In Zeiten des Zinstiefs und der Unsicherheit an den Finanzmärkten sind Anleger auf der Suche nach gleichzeitig sicheren und renditestarken Investitionsmöglichkeiten. Jedoch ist die Auswahl sehr überschaubar, weil Sicherheit und Rendite in einem konträren Verhältnis zueinander stehen. Das bedeutet, dass man sich nunmehr entweder für eine hohe Sicherheit oder aber für eine hohe Rendite entscheiden muss.

Dennoch: Es gibt einen für viele Anleger interessanten Mittelweg. Und zwar in Form von ETF-Portfolios. Diese sind dank ihrer Diversifikation in einen Aktien- oder Anleihen-Index deutlich risikoärmer als eine Investition in einzelne Aktien. Trotzdem – oder eben deshalb – können sie auf Dauer eine stabile Rendite erwirtschaften. In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich die Rendite bei ETFs und Indexfonds zusammensetzt und welche Rolle die Gebühren der ETFs dabei spielen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Exchange Traded Funds – kurz ETFs – sind börsengehandelte Indexfonds und bilden einen bereits bestehenden Index passiv nach, statt von einem Fondsmanagement aktiv gemanagt zu werden. Indizes sind ein Verbund von Wertpapieren, die einen Markt oder Teilmarkt repräsentieren. Solch ein Index kann beispielsweise der DAX, MSCI World oder S&P 500 sein.
  • Einen Index nachzubilden, bedeutet, dass die ETFs – zumindest bei einer physischen Replikation – die Wertpapiere kaufen, die auch im Index enthalten sind. Sofern sich der Index hinsichtlich der enthaltenen Wertpapiere verändert, ziehen die ETFs nach. Sie können einen Index auch synthetisch nachbilden. Dabei kaufen und verkaufen sie ebenfalls Wertpapiere, jedoch andere, als im Index enthalten sind.
  • ETFs haben immer zum Ziel, eine ähnlich hohe Rendite wie der Index zu erwirtschaften. Das ist anders als bei aktiv gemanagten Fonds, bei denen das Fondsmanagement stets versucht, einen Markt zu übertreffen. Weil ETFs kein solches Fondsmanagement haben, sind sie deutlich kosteneffizienter.
  • Ihre Rendite erzielen ETFs durch den Handel der entsprechenden Wertpapiere sowie durch eventuell ausbezahlte Dividenden. Viele ETFs handeln mit Aktien. Manche handeln auch mit Anleihen oder Derivaten. Hinsichtlich der Anleihen können sich also auch Zinsen auf die Rendite eines ETFs auswirken.
  • Auch Wertpapierleihen können die Rendite eines ETFs erhöhen. Bei einer Wertpapierleihe verleihen ETFs die in ihnen enthaltenen Wertpapiere und erhalten dafür eine Gebühr. Die leihende Partei nutzt die Wertpapiere für spekulative Zwecke.
  • Neben positiv entwickelten Kursen, Dividenden, Zinsen und weiteren Einnahmen etwa aus Wertpapierleihen spielen für die Rendite von ETFs auch die Kosten eine Rolle. Einerseits umfassen die Kosten alle Positionen, die in der Total Expense Ratio – kurz „TER“ – enthalten sind. Andererseits kommen beispielsweise Transaktionskosten dazu, die beim Handel der Wertpapiere entstehen.
    Je niedriger die Gesamtkosten ausfallen, desto weniger geht von der erzielten Rendite verloren. Und desto näher kommen ETFs mit Blick auf die Rendite an den Index heran.
  • Durch das Fehlen des aktiven Fondsmanagements umfassen die Gesamtkosten beispielsweise beim ETF Robo Advisor nur durchschnittlich 0,48 % im Jahr. Aktive Fonds weisen höhere Gesamtkosten von 2,26 % im Jahr auf.

Definition:
Was bedeutet „Rendite“ und wie lässt sie sich
einfach berechnen?

  • Die Rendite ist der Gewinn nach Kosten, der beispielsweise mit ETFs innerhalb eines Jahres oder auch im kompletten Investitionszeitraum erzielt werden konnte. 
  • Üblicherweise stellen Anbieter die Rendite prozentual dar. 
  • Bei Verlusten spricht man von einer „Negativrendite“. 
  • Die Rendite kann sich aus sich positiver Wertentwicklung von Wertpapieren, Dividenden, Zinsen und anderen Einnahmen zusammensetzen. Die einzelnen Renditequellen wirken sich wiederum auf den Kurs des ETFs aus, der für Sie als Anleger am Ende relevant ist. 

 

Wie hoch ist die Rendite bei ETFs?

ETFs investieren meistens in Aktien und daher ist die Rendite nicht festgelegt, sondern schwankt von Jahr zu Jahr, wie bei Aktienfonds. Ausschlaggebend für die Rendite sind die Marktentwicklung sowie die Kosten, die von der Anlagesumme abgezogen werden. ETFs kosten etwa 0,1 bis 0,5 % der Anlagesumme pro Jahr. Anschaffungs- und Verkaufskosten gibt es bei ETFs hingegen meist nicht.

Welche Rendite erzielen globale Aktien-ETFs langfristig?

Wer 20 Jahre lang mit einem ETF in den globalen Aktienindex MSCI World investiert war, konnte zwischen 2000 und 2020 eine durchschnittliche Rendite von rund 8 % erzielen. Je nach Kauf- und Verkaufszeitpunkt schwankte die jährliche Rendite zwischen 14 % im besten Fall und 5 % im schlechtesten Fall. Langzeitstudien, die einen Zeitraum von über 100 Jahren untersuchten, attestieren Aktien eine durchschnittliche Rendite von etwa 7 % p.a.

 

Beispiel:

Sie kaufen 20 Anteile an einem ETF. 

Ein Anteil kostet 50 EUR. Sie investieren somit eine Summe von 1.000 EUR.

Der ETF entwickelt sich über das erste Jahr bereits sehr positiv, beispielsweise, weil die Unternehmen im Index überwiegend Gewinne erzielen. Die Aktienkurse der Unternehmen steigen und somit auch der Kurs der ETF-Anteile.

Für steigende Kurse sind auch Dividenden verantwortlich, die die in Form von Aktien im ETF enthaltenen Unternehmen ausschütten. 

Sie verkaufen den ETF nach einem Jahr wieder und erhalten 60 EUR pro Anteil. Die Dividenden sind darin bereits enthalten.

Dementsprechend haben Sie (vor Kosten) nun eine Rendite in Höhe von 20 x 10 EUR = 200 EUR erzielt. Nehmen wir hinsichtlich der Kosten an, dass diese wie beim ETF Robo Advisor nur 0,48 % p.a. umfassen. Die Kosten berechnen sich auf Basis des durchschnittlichen Depotwerts. Abzüglich der Kosten sinkt die Rendite um 5,76 EUR auf 194,24 EUR ab und Sie erhalten 1.194,24 EUR ausbezahlt.

Prozentual umfasst die Rendite in diesem Beispiel 19,42 %. 

Die Formel lautet: ( Gewinn durch investiertes Kapital ) * 100 = Rendite in %. 

Also ( 194,24 EUR durch 1.000 EUR ) * 100 = 19,42 %.

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Hinweis: Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um ein Beispiel handelt. Es soll illustrieren, wie sich die Rendite bei einer Investition zusammensetzt und wie man sie berechnet. Die Zahlen müssen nicht der Realität entsprechen. Die Rendite eines ETFs lässt sich durch schwankende Kurse nicht vorhersehen.

Kosten:
Wie wirken sich die Kosten auf die Rendite aus?

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  • ETFs und Indexfonds müssen eine Total Expense Ratio ausweisen. Dabei handelt es sich um die Gesamtkostenquote pro Jahr, kurz TER. Sie fasst alle wesentlichen Positionen zusammen, die Kosten verursachen und somit die Rendite mindern. 
  • Unvorhersehbare Positionen wie beispielsweise die Transaktionskosten durch den Handel der Wertpapiere sind in der TER nicht enthalten. 

Die TER hat zum Ziel, maximale Transparenz für bevorstehende Investitionen zu schaffen. 

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Sie enthält verschiedene Positionen wie etwa Personalkosten, Softwarekosten oder auch Kosten für Wirtschaftsprüfer. Auch eventuell anfallende Depotkosten für die depotführende Bank bildet die TER ab. Es kommen Vertriebskosten dazu, die die Gesellschaft hat, um den ETF zu vermarkten. Und an vierter Stelle stehen Lizenzkosten. Denn dafür, dass ETFs ihre Indizes nachbilden dürfen, müssen sie Lizenzen erwerben. 

Trotz der vielen Positionen sind die Gesamtkosten von ETFs überschaubar – alle vier Portfolios des ETF Robo Advisors umfassen beispielsweise durchschnittlich nur 0,48 % Gesamtkosten im Jahr. Das ist auch der entscheidende Vorteil zu aktiven Fonds.

Unterschiede:
Wie unterscheidet sich die Rendite von ETFs und aktiven Investmentfonds?

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ETFs und Indexfonds bilden einen bereits bestehenden Index nach. Das nennt man Replikation und mit der physischen Replikation sowie synthetischen Replikation existieren zwei verschiedene Replikationsmethoden. Ein Index ist wiederum ein Verbund aus Wertpapieren eines bestimmten Marktes oder Teilmarktes. Er dokumentiert, wie sich der Markt oder Teilmarkt von einem bestimmten Zeitpunkt an entwickelt. Beispielsweise ist der DAX solch ein Index. Der DAX dokumentiert, wie sich die 30 größten und liquidesten Unternehmen Deutschlands entwickeln. Würde ein ETF den DAX nachzeichnen, dann würde er die Aktien der 30 im DAX vertretenen Unternehmen beinhalten.

Bei aktiven Fonds sind Indizes meist nur eine Benchmark, an der sie sich messen lassen wollen. Solche Fonds haben sie ein Fondsmanagement, das aktiv versucht, den Markt zu übertreffen. Das Management setzt den Fonds immer wieder neu zusammen und möchte dadurch die maximale Rendite erwirtschaften. Das ist also der erste Unterschied. Der zweite ist, dass die Arbeit des Fondsmanagements hohe Kosten hervorruft, die durchschnittlich 2,26 % im Jahr umfassen. ETFs sind durch ihre automatisierte Funktionsweise ohne Fondsmanagement deutlich kosteneffizienter.

Das kann sich auch sehr deutlich auf die Rendite beider auswirken.

 

Beispiel: 

  • Sie investieren einmal in einen aktiven Fonds und einmal in einen ETF. 
  • In beide zahlen Sie je 150 EUR monatlich ein. 
  • Beide erzielen vor Kosten eine prozentuale Rendite von 5 % im Jahr. 
  • Sie haben aber die verschiedenen Gebühren – 2,26 % beim aktiven Fonds und 0,48 % beim ETF. Der Gebühren-Unterschied macht sich immer deutlicher bemerkbar.
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Die Tabelle untermauert, dass Sie als Anleger nur durch den Gebühren-Unterschied zwischen aktiven Fonds und ETFs fast die doppelte Rendite herausholen hätten können. 

Warum?

Sowohl der aktive Fonds als auch der ETF haben sich mit durchschnittlich 5 % im Jahr identisch entwickelt. Und sie haben kontinuierlich 150 EUR monatlich investiert. An der Rahmensituation veränderte sich nichts. Nur die Gesamtkosten waren verschieden hoch. Beim ETF haben die Gesamtkosten von nur 0,48 % den Gewinn auf 33.648,47 EUR reduziert. Beim aktiven Fonds umfassten die Gebühren 2,26 % und dadurch umfasst der Gewinn trotz gleicher Rendite vor Kosten am Ende nur 17.053,45 EUR.

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Realität:
Kommen ETFs und Indexfonds tatsächlich an die Rendite ihres Index heran?

Interessant ist der Fakt, dass das Fondsmanagement aktiver Fonds daran arbeitet, den Markt zu übertreffen. Laut Studien ist es aber so, dass sie das nur in sehr seltenen Fällen schaffen. Meistens schneiden sie schlechter ab. Auch das spricht über die Kosteneffizienz hinaus dafür, Geld in ETFs statt in aktive Fonds zu investieren. 

Doch kommen ETFs wiederum wirklich so nah an die Rendite des Index heran, den sie nachbilden? Ja. Zwar kann es hinsichtlich der auf Seiten des ETFs entstehenden Kosten zu Differenzen zwischen der Rendite des Index und der Rendite des ETFs kommen (Tracking-Differenz). Aber diese Differenzen sind meist niedrig. 

Es ist der Grundsatz und der Sinn eines ETFs, an seinen Index heranzukommen. Deshalb existieren beispielsweise auch die verschiedenen Replikationsmethoden. Wenn durch die Größe des Index etwa zu hohe Transaktionskosten zu erwarten sind, dann bilden ETFs ihren Index anders als eins-zu-eins nach. ETFs nutzen dann entweder die synthetische Replikation oder sie sampeln ihren Index nur. Sampeln heißt, dass sie nur die Wertpapiere aufnehmen, die sich wesentlich auf die Rendite des Index auswirken. Andere Titel, die für die Rendite des Index keine besondere Rolle spielen, lassen sie aus.

Fazit

Die Rendite von ETFs kann sich aus verschiedenen Faktoren zusammensetzen. Für Sie als Anleger ist relevant, wie sich der Kurs des ETFs in Ihrem Investitionszeitraum entwickelt. Ihre Rendite ist der Gewinn, den Sie zwischen Kauf und Verkauf erzielen konnten. Dafür ist nicht nur wichtig, wie sich der ETF effektiv entwickelt. Sondern es ist auch von Bedeutung, welche Kosten entstehen, die die Rendite mindern. Generell versprechen ETFs und Indexfonds durch ihre Kosteneffizienz sowie durch die einfache, Index-nachbildende Funktionsweise vor allem bei längeren Investitionszeiträumen Renditechancen.

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