Geld richtig sparen: Mit diesen Tipps funktioniert's

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Sparen ist wichtig und betrifft uns alle. Trotzdem titelte die WirtschaftsWoche noch Ende 2019, dass gemäß Bundesverband Deutscher Banken nur 46 % der Deutschen sparen würden. Die Studie berief sich auf die Angaben von 1.018 Teilnehmenden über 18 Jahren und untersuchte, ob diese Leute sparen und welche Methoden sie nutzen.

54 % sparen nicht – das ist ein ernüchterndes Resultat, wenn man bedenkt, dass Geld eine so wesentliche Rolle im Leben einnimmt. Laut Experten ist eine sichere Reserve von drei Monatsnettoeinkommen oder mehr das Mindeste. Diese kann dabei helfen, unvorhersehbare, existenzbedrohende Situationen zu überbrücken. Das Sparen für Lebensziele und Träume – auch um bei entsprechenden Investitionen auf hohe Kredite oder den Dispo verzichten zu können – käme ferner dazu. Doch wo starten?

Laut einer Studie der ING DiBa – heute nur noch ING – aus dem Jahr 2018 hat etwas mehr als die Hälfte der Deutschen noch nie Finanzbildung erhalten. Woher sollen also das aktive Bewusstsein und auch der konkrete Ansatz für kontinuierliches Sparen kommen? Die Studie der ING DiBa und der oben erwähnte Bericht der WirtschaftsWoche stehen zwar nicht in direkter Korrelation zueinander, doch zusammenpassen tun die Werte in einer Weise dennoch. 

In diesem Artikel nehmen wir Sie auf eine Reise durch die Welt des Sparens mit. Sie werden mehr über einzelne Sparmethoden und deren Beliebtheit bei den Deutschen erfahren. Außerdem lesen Sie, was unter dem noch andauernden Zinstief sowie der Inflation zu verstehen ist und wie die Umstände einzuordnen sind. Das Highlight: Sie erfahren, wie viel Geld Sie mit 30, 40, 50 und 60 Jahren gespart haben sollten, um einer Rentenlücke im Alter entgegenzuwirken.

Das Wichtigste in Kürze
  • Sparen ist aus mehreren Gründen sinnvoll. Sie sichern Ihr Einkommen ab und vermeiden Kredite sowie teure Dispos. Außerdem können Sie sich ein finanzielles Polster schaffen, um Lebensträume und -ziele zu verwirklichen. Und auch mit Blick auf die Rente ist es sinnvoll, heute bereits zu sparen.
  • Der erste Schritt beim Sparen besteht darin, einen Finanzplan aufzustellen. Durch ihn wird klar, wie viel Sie wofür sparen können und sollten. Teil des Finanzplans ist auch der Haushaltsplan. Dieser bietet Ihnen zunächst einmal Durchblick hinsichtlich Ihrer momentanen finanziellen Situation.
  • Das Zinstief der Europäischen Zentralbank dauert weiter an. Dadurch bieten die klassischen Sparkonten der Banken auch weiterhin kaum Zinsen. Die Tagesgeld- und Festgeldkonten von WeltSparen aber heben sich durch höhere Zinsen ab. Wer noch ein klassisches Sparbuch hat, sollte einen Wechsel in Betracht ziehen und mit anderen, besser verzinsten Konten sparen.
  • Zusammen mit dem Zinstief ist auch die Inflation ein Thema. Sie beschreibt die prozentuale Zunahme des Preisniveaus und somit den Wertverlust von Geld. Wer Geld auf einfachen Sparkonten parkt, statt es beispielsweise in Wertpapiere zu investieren, muss mit einem „unsichtbaren Wertverlust“ rechnen. Die durchschnittliche Inflation in den Jahren 2016 bis 2019 umfasste rund 1,5 % pro Jahr.
  • Wer höhere Gewinne erzielen möchte, muss höhere Risiken akzeptieren. Denn die höheren Gewinne lassen sich – Kursgewinne vorausgesetzt – zuweilen nur noch mit Wertpapierinvestitionen erzielen.

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Warum sparen?

1.Einkommen absichern:
Was ist, wenn Sie Ihren Job verlieren oder in Kurzarbeit müssen? Was ist, wenn Sie krank werden oder einen Unfall haben und dadurch nicht mehr arbeiten können? Können Sie ohne oder mit einem nur beschränkten Einkommen überleben? Sich hinsichtlich Risiken zu versichern und eine Reserve von mindestens drei Monatsnettoeinkommen zu bilden, sehen Fachleute als das Mindeste an.

2. Kredite vermeiden:
Kredite sind bequem. Sie erhalten Geld von der Bank und zahlen es in Raten plus Zinsen zurück. Insbesondere seitdem der Leitzins der Europäischen Zentralbank auf dem Nullpunkt steht, bieten Banken ihre Kredite besonders preiswert an. Doch erstens erwarten die Banken eine ausgezeichnete Bonität*, sonst setzen sie teils deutlich höhere Zinsen an. Zweitens lösen Schulden ein unschönes Gefühl aus. Und drittens ist unklar, ob und wann Kredite durch einen wieder zunehmenden Leitzins der EZB teurer werden. Es ist daher sinnvoller, Geld zu sparen, um größere Investitionen ohne Kredite zu stemmen.

* Bonität: Aus der Sicht der Banken die Wahrscheinlichkeit, mit der Sie einen Kredit problemlos und pünktlich zurückzahlen werden. Alle Deutschen haben einen komplex berechneten Bonitätsscore, der diese Wahrscheinlichkeit ausdrückt. Sie können Ihre Bonität beispielsweise bei der SCHUFA oder diversen kostenlosen Diensten im Internet prüfen.

3. Dispo vermeiden:
Der Dispo ist ein spezieller Kredit, der direkt mit Girokonten verbunden ist, und ermöglicht es Verbrauchern, jederzeit das Girokonto zu überziehen, sofern das Guthaben nicht ausreicht. Doch der Dispo ist sehr teuer. Laut Statistik umfasste er im Mai 2020 bei allen Banken durchschnittlich 7,59 % Zinsen pro Jahr. Dazu kommt, dass man einen Dispokredit nicht wie einen normalen Kredit in Raten zurückzahlt, sondern dass er sich von selbst mit jeweils neuen Geldeingängen zurückzahlt. Der Kontostand ist bei Gehaltseingang direkt niedriger, womit die Wahrscheinlichkeit zunimmt, das Konto erneut überziehen zu müssen. Wer also etwas auf dem Sparkonto hat, kann auf den Dispo und die höheren Zinsen verzichten.

4. Konsum sofort bezahlen:
Wer sich beispielsweise einen Fernseher kauft und ihn in Raten bezahlt, hat erstens Schulden und zweitens wirkt sich auch das auf die Bonität aus. Auch, wenn Händler solche attraktiven Raten-Modelle mit 0 % Zinsen anbieten: auf den zweiten Blick haben sie ein Geschmäckle. Solche Waren sofort zu bezahlen, erspart die Schuldenlast und schont die Bonität.

Lebensziele verwirklichen:
Teure Träume – sei es beispielsweise eine Immobilie, die Hochzeit oder eine Weltreise – lassen sich ohne Sparen nur schwer verwirklichen. Für Menschen, die solche Träume und Ziele haben, ist es sinnvoll, früh mit dem Sparen anzufangen.

5. Rente aufbessern:
Gerade die jüngeren Generationen müssen sich hinsichtlich der Rente vorsehen. Denn diese steht durch den demografischen Wandel sowie die zunehmende Lebenserwartung in Deutschland unter Druck. Immer wieder ist von einem sinkenden Rentenniveau und von drohender Altersarmut zu lesen. Wer früh anfängt, private Altersvorsorge zu betreiben, kann eine mögliche Rentenlücke schließen.

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Rentenlücke schließen: Wie viel Geld sollte ich aktuell auf meinem Konto haben?

Im Ruhestand die Welt bereisen, auf nichts verzichten müssen und den Lebensabend gemütlich in der Hängematte verbringen – das ist der Traum vieler Deutscher. Schon lange wissen wir, die gesetzliche Rente wird nicht genügen, um den aktuellen Lebensstandard halten zu können. Die daraus entstehenden Lücke wird als Rentenlücke bezeichnet. Doch wie viel Geld sollten Deutsche als zusätzliche Altersvorsorge im Monat ansparen, um die Rentenlücke zu schließen? Und wie viel sollten sie derzeit bereits idealerweise auf dem Konto haben?

Wir haben anhand der Durchschnittsgehälter verschiedener Altersklassen deren voraussichtliche Rentenlücke analysiert und ermittelt, wie viel Erspartes 30- bis 60-Jährige heute bereits auf der hohen Kante haben sollten, um ihren Lebensstandard im Alter zu halten.

Wir rechneten mit einem Renteneintrittsalter von 67 Jahren sowie einer durchschnittlichen (sowie sukzessive zunehmenden) Rentendauer von momentan 14-15 Jahren anhand aktueller Statistiken zur Lebenserwartung.

Resultate der verschiedenen Altersklassen (unterhalb der Tabelle ausführlicher):

Alter heute Durchschn. Einkommen / Monat netto Rentenanspruch mit 67 auf Basis dieses Einkommens / Monat (brutto) Rentenlücke monatlich / Gesamtsumme bei 15 Jahren Rente So viel könnten Sie ab sofort bis zur Rente mit 10 % des Einkommens unverzinst ansparen So viel sollten Sie heute bereits haben
30 2.368 EUR 1.570 EUR 1.000 EUR monatlich / 181.000 EUR Gesamtsumme 128.000 EUR 53.000 EUR
40 2.791 EUR 1.920 EUR 1.140 EUR monatlich / 206.000 EUR Gesamtsumme 97.000 EUR 109.000 EUR
50 2.892 EUR 2.020 EUR 1.160 EUR monatlich / 208.000 EUR Gesamtsumme 63.000 EUR 146.000 EUR
60 2.911 EUR 2.050 EUR 1.135 EUR monatlich / 204.000 EUR Gesamtsumme 28.000 EUR 176.000 EUR

Wie viel Geld sollte ich im Alter von 30 Jahren bereits gespart haben? 

  • Das durchschnittliche Einkommen 30-Jähriger umfasst laut Berechnungen von Gehalt.de aus dem Jahr 2019 rund 45.213 EUR brutto pro Jahr, also 2.368 EUR netto monatlich. (Nach Wegfall des Solidaritätszuschlags)
  • Eine unverheiratete Person ohne Kinder hat darauf beruhend einen Rentenanspruch von 1.570 EUR monatlich. Im Alter fehlen also 1.000 EUR im Monat, um den Lebensstandard von heute weiterzuführen. 
  • Bei 15 Jahren Rente ab 67 würden die 1.000 EUR monatlich eine „fehlende“ Gesamtsumme von 181.000 EUR hervorrufen. 
  • Rund 128.000 EUR davon könnten Sie bis zum Renteneintritt sparen, indem Sie ab sofort 10 % Ihres monatlichen Gehalts unverzinst sparen würden. Mit Zinsen kämen Sie schneller voran. Und das bedeutet, dass Sie heute bereits 53.000 EUR an Ersparnissen auf dem Konto haben sollten (181.000 EUR Rentenlücke minus 128.000 EUR ab heute sparen). Die Summe entspricht einem Jahreseinkommen. 
  • Wie Sie vorgehen können, wenn Sie noch kein durchschnittliches Jahreseinkommen auf dem Konto haben, lesen Sie im weiteren Verlauf dieser Seite. 

Wie viel Geld sollte ich im Alter von 40 Jahren bereits gespart haben?

  • Laut denselben Berechnungen von Gehalt.de aus dem Jahr 2019 verdienen 40-Jährige rund 55.627 EUR brutto pro Jahr, also 2.723 EUR netto monatlich.
  • Eine unverheiratete Person ohne Kinder hat darauf beruhend einen Rentenanspruch von etwa 1.920 EUR monatlich. Im Alter fehlen also 1.140 EUR im Monat, um den Lebensstandard von heute weiterzuführen. 
  • Bei 15 Jahren Rente ab 67 würden die 1.140 EUR monatlich eine „fehlende“ Gesamtsumme von 106.000 EUR hervorrufen. 
  • Würden Sie ab sofort 10 % des monatlichen Einkommens unverzinst sparen, könnten Sie bis zur Rente eine Teilsumme von 97.000 EUR ansparen. Mit verzinsten Sparkonten kann die Summe höher werden. Das bedeutet, dass Sie heute mit 40 Jahren bereits 109.000 EUR haben sollten. 
  • Wenn Sie heute noch keine 109.000 EUR haben, lesen Sie im weiteren Verlauf dieser Seite, wie Sie das ändern können. 

Wie viel Geld sollte ich im Alter von 50 Jahren bereits gespart haben?

  • Für 50-Jährige setzte Gehalt.de im Jahr 2019 ein Jahreseinkommen von 58.121 EUR an, monatlich also rund 2.892 EUR netto. 
  • Eine unverheiratete Person ohne Kinder hat darauf beruhend einen Rentenanspruch von etwa 2.020 EUR monatlich. Im Alter fehlen 1.160 EUR im Monat, um den Lebensstandard von heute weiterzuführen. 
  • Bei 15 Jahren Rente ab 67 würden die 1.160 EUR monatlich eine „fehlende“ Gesamtsumme von 208.000 EUR hervorrufen. 
  • Wer mit 50 Jahren ab sofort 10 % des monatlichen Einkommens unverzinst spart, kann bis zur Rente eine Teilsumme von 63.000 EUR ansparen. Mit verzinsten Sparkonten kann die Summe höher werden. Das bedeutet, dass Sie mit 50 Jahren bereits 146.000 EUR auf der hohen Kante haben sollten. 
  • Wenn Sie heute noch keine 146.000 EUR haben, lesen Sie im weiteren Verlauf dieser Seite, wie Sie das ändern können. 

Wie viel Geld sollte ich im Alter von 60 Jahren bereits gespart haben?

  • Gehalt.de setzte 2019 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 58.658 EUR für 60-Jährige an, auf monatlicher Basis sind das 2.911 EUR netto. 
  • Eine unverheiratete Person ohne Kinder hat darauf beruhend in spätestens sieben Jahren einen Rentenanspruch von etwa 2.050 EUR monatlich. Im Alter fehlen also 1.145 EUR im Monat, um den Lebensstandard von heute weiterzuführen. 
  • Bei 15 Jahren Rente ab 67 würden die 1.135 EUR monatlich eine „fehlende“ Gesamtsumme von 204.000 EUR hervorrufen. 
  • Wer mit 60 Jahren noch ab sofort 10 % des monatlichen Einkommens unverzinst spart, kann bis zur Rente zumindest eine Teilsumme von rund 28.000 EUR ansparen. Mit verzinsten Sparkonten kann die Summe höher sein. Das bedeutet, dass Sie heute mit 60 Jahren bereits 176.000 EUR auf der hohen Kante haben sollten, um die Rentenlücke zu schließen. 

Was, wenn ich noch nicht genug Geld auf dem Konto habe?

Wer sein Geld langfristig anlegt, kann das für die Altersvorsorge benötigte Eigenkapital effizienter und schneller ansparen. Werden mit 30 Jahren jeden Monat zehn Prozent des aktuellen Nettogehalts (entspricht 237 Euro) beispielsweise in einen ETF Sparplan eingezahlt, können bis zum Renteneintrittsalter mit 67 bei einer durchschnittlichen Rendite von 7 Prozent insgesamt 470.500 Euro gespart werden. Auch nach Abzug der Steuern wäre die Rentenlücke damit mehr als gedeckt. Legen aktuell 40-Jährige zehn Prozent ihres Einkommens mit einer Sparrate von 279 Euro monatlich an, können sie insgesamt 257.000 Euro ansparen. Auch nach Steuerabzügen wäre die Rentenlücke damit geschlossen. Wird die Sparrate mit der Zeit erhöht, könnte der Betrag entsprechend höher ausfallen.

Hinweis: ETF-Portfolios als Kapitalmarktanlage bergen Risiken, denn der Kurs der darin enthaltenen Aktien unterliegt ständigen Schwankungen. Wertverluste sind möglich. Je länger der Anlagehorizont, desto mehr sinkt das Risiko. Untersuchungen von WeltSparen ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit von Kursverlusten bei einer Anlagedauer von über 20 Jahren sinkt. Wer also mit 30 Jahren anfängt zu investieren und bis zum Renteneintritt kontinuierlich dran bleibt, hat genug Zeit kurzfristige Schwankungen auszusitzen.

Methodologie: Die Berechnungen basieren auf einem Renteneintrittsalter von 67 Jahren und einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 81 Jahren von Männern und Frauen gemäß Angaben des Statistischen Bundesamts. Im Durchschnitt beträgt die Rentenzeit und Zeit mit Rentenlücke davon ausgehend 14 bis 15 Jahre. Die angegebene Rentenlücke wurde mit dem  Raisin-Pension-Rechner unter der Annahme eines Berufseinstiegs mit 25, einer Inflationsrate von 2 Prozent, des Renteneintrittsalters von 67 und eines Rentenbezugs bis 81 Jahren berechnet. Der Raisin-Pension Rechner ist ein Online-Rentenrechner zur Berechnung der Rentenprognose. Die Daten wurden am 13.01.2021 erhoben. Das Nettogehalt aller Altersstufen wurde basierend auf folgenden Kriterien berechnet: unverheiratet, keine Kinder, Steuerklasse 1, wohnhaft in einem alten Bundesland, gesetzlich pflichtversichert, zahlt Kirchensteuer.

Wie viel Geld sollte ich als Frau bereits gespart haben?

Gelten die finanziellen Daten in den vorstehenden Kapiteln für alle? Nein. Frauen in Deutschland sind weiterhin von der unbereinigten Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern (Gender Pay Gap) von bis zu 20 % betroffen. Dazu ist die statistische Lebenserwartung bei Frauen höher als bei Männern. Für die Rente bedeutet das: Weniger Geld für einen längeren Zeitraum. 

Umso relevanter ist es für Frauen, sich früh mit dem Thema Vermögensaufbau auseinanderzusetzen. Doch wie viel Geld sollten speziell Frauen im Monat sparen? Und wie viel Geld sollte sich heute bereits auf dem Konto befinden? 

Wie in den Kapiteln oberhalb haben wir die verschiedenen Durchschnittsgehälter in den einzelnen Altersklassen untersucht und die voraussichtliche Rentenlücke berechnet. Die Daten basieren auf einem Renteneintrittsalter von 67 Jahren sowie einer statistischen Lebenserwartung von 83 Jahren bei den Frauen (78 Jahre bei den Männern).

Alter heute Durchschn. Einkommen / Monat netto Rentenanspruch mit 67 auf Basis des Einkommens / Monat Rentenlücke monatlich / Gesamtsumme bei 17 Jahren Rente (gerundet) So viel könnten Sie ab sofort bis zur Rente mit 10 % des Einkommens unverzinst ansparen So viel sollten Sie heute bereits haben
30 2.062 EUR 1.250 EUR 812 EUR monatlich / 163.000 EUR Gesamtsumme 206,20 EUR monatlich / 91.552,80 EUR Gesamtsumme 71.447,20 EUR
40 2.420 EUR 1.480 EUR 920 EUR monatlich / 188.000 EUR Gesamtsumme 242 EUR monatlich / 78.408 EUR Gesamtsumme 109.592 EUR
50 2.513 EUR 1.550 EUR 950 EUR monatlich / 193.000 EUR Gesamtsumme 251,30 EUR monatlich / 51.265,20 EUR Gesamtsumme 141.734,80 EUR
60 2.529 EUR 1.610 EUR 1.610 EUR 890 EUR monatlich / 181.000 EUR Gesamtsumme 252,90 EUR monatlich / 21.243,60 EUR Gesamtsumme 159.756,40 EUR

Hinweis: Zur Vereinfachung haben wir mit einem konstanten Einkommen und einem konstanten Rentenanspruch gerechnet. Das Rechenbeispiel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient nur zur Illustration.

Finanzratschläge von Frauen für Frauen

Was gäben wir darum, uns unnötige Erfahrungen zu ersparen und vom Wissen anderer zu profitieren? Rückblickend und mit mehr Lebenserfahrung zeigt sich, welche Entscheidungen Frauen anders treffen würden. Wir haben 1.050 Frauen befragt, welche zehn Ratschläge sie ihrem jüngeren Ich in finanziellen Angelegenheiten geben würden. Die gewonnenen Erkenntnisse unterstützen Frauen jeden Alters, von diesem gesammelten Wissen und den Finanztipps zu profitieren.

Finanztipps von Frauen

Die Mehrheit der befragten Frauen (51 Prozent) möchte sich von niemandem finanziell abhängig machen. Je älter die Befragten, desto wichtiger wird den Frauen finanzielle Unabhängigkeit. Kein Wunder, besonders in Lebensabschnitten, in denen die Familien- oder Care-Arbeit in den Vordergrund rückt, entstehen häufig Lohneinbußen und die finanzielle Abhängigkeit mit ihren Folgen nimmt im Alter zu. So wird dieser Tipp von der Mehrheit der Frauen ab 45 Jahren (58 Prozent) gegeben und nur von 39 Prozent der Frauen bis 44 Jahre. Was hilft? Um die entstehende Lücke zu schließen und die Abhängigkeitsfalle zu vermeiden, sollten Frauen diese Themen frühzeitig offen ansprechen und regeln. Im Idealfall erfolgt ein finanzieller Ausgleich für reduzierte Arbeitszeit und zusätzliche Altersvorsorge durch den Besserverdienenden.

Finanztipps von Frauen Tipp 2

Nahezu jede zweite Frau (48 Prozent) rät zu klugen Entscheidungen rund ums Geld ganz ohne Einmischung und Einfluss von der Meinung anderer. Nur wer unsicher ist, lässt sich beeinflussen und im schlimmsten Fall sogar Ungewolltes aufquatschen. Auch hier geht die Kluft von jüngerer (38 Prozent) und älterer (54 Prozent) Altersgruppe stark auseinander. Was hilft? Knackpunkt ist oft unzureichende Finanzbildung. Zum Aufschlauen in Gelddingen eignen sich Verbraucherportale wie Finanztip.de, die Analysen von Finanztest und für den Austausch unter Frauen Facebook-Gruppen wie von Madame Moneypenny, die Finanzprodukte einfach erklären und so fundierte Entscheidungen erleichtern.

Finanztipps von Frauen Tipp 3

44 Prozent der Studienteilnehmerinnen warnen, dass Frauen nie blind vor Liebe bei finanziellen Entscheidungen sein sollten. Bei dieser Frage gehen die beiden untersuchten Altersgruppen am stärksten auseinander: Jede zweite Frau ab 45 Jahren (52 Prozent) und fast jede dritte Frau unter 45 Jahren (30 Prozent) findet diesen Tipp essenziell. Spannend, dieser Ratschlag landete im vergangenen Jahr noch auf dem vierten Platz – ob Corona hier einen Anteil hatte? Was hilft?Entscheidungen und deren Auswirkungen aufmerksam bewusst hinterfragen und nicht vom Partner steuern lassen, um im Falle eines Beziehungsendes nicht im Regen zu stehen.

Finanztipps von Frauen Tipp 4

42 Prozent der Studienteilnehmerinnen raten, sich nicht zu verschulden. Zwar lassen sich Schulden nicht immer verhindern, beispielsweise beim Hauskauf. Doch die Sinnhaftigkeit von Ausgaben wie kleinere Anschaffungen und Impulskäufe, insbesondere wenn sie durch Verbraucherkredite finanziert werden, sollte immer hinterfragt werden. Schließlich hemmen unnötige Konsumausgaben den Vermögensaufbau. Was hilft? Für bewusste Kaufentscheidungen helfen kleine Regeln. Beispielsweise reduzieren sich Impulskäufe, wenn vor dem Kauf noch einmal eine Nacht darüber geschlafen wird. Am Folgetag sieht das Objekt der Begierde meist gar nicht mehr so interessant aus. Die Corona-Pandemie regt dazu an, zu reflektieren, was wirklich gebraucht wird: Wofür habe ich vor der Krise Geld ausgegeben und jetzt gemerkt, dass ich es nicht brauche?

Finanztipps von Frauen Tipp 5

Eine große Hürde beim Vermögensaufbau ist der Gedanke, dass nur aus viel Geld mehr Geld wird. So raten vier von zehn befragten Frauen ihrem jüngeren Ich, dass auch kleine Beträge auf die Dauer Reichtum schaffen. Frauen über 45 Jahre sehen das sogar zu 47 Prozent so und appellieren an jüngere Frauen (32 Prozent Zustimmung), einfach mit dem Vermögensaufbau sofort loszulegen – selbst mit Kleckerbeträgen.

Was hilft? Über kleine Sparbeträge lässt sich das Sparen im Alltag ohne große Hürden verinnerlichen. Das Zauberwort heißt Zinseszinseffekte, denn so können selbst kleinere Beträgen auf Dauer einen beachtlichen Grundstock bilden. Für den Start eignen sich zum Beispiel Spar-Challenges mit schnell spürbaren Ergebnissen wie die 5-Euro-Challenge, bei der jeder 5-Euro-Geldschein in das Sparschwein wandert.

Tipp 6: Je früher sparen, desto besser

Passend dazu empfehlen rund 41 Prozent der Frauen, früh mit dem Sparen anzufangen. Dieser Tipp liegt ganz besonders den Frauen bis 44 Jahren am Herzen, bei den meisten rangiert diese Antwort auf Platz 1 ihrer zehn Finanztipps. Aufschieberitis und Zögern führen oft zu einem zu späten Start oder halten sogar gänzlich von der Vorsorge ab. Was hilft? Einfach machen, es gibt keinen perfekten Zeitpunkt. Die Wartezeit verkürzt die Laufzeit und damit die Zinsen. Schließlich verdoppelt sich bei einer Verzinsung von 7 Prozent das Vermögen durch Zinsen und Zinseszinsen in 10 Jahren.

Tipp 7: Preisnachlässe und Rabattaktionen zahlen sich aus

Gibt es Konsum mit Genuss? Zumindest geben 33 Prozent Frauen aller Altersgruppen ihrem jüngeren Ich auf den Weg, dass es sich lohnt, auf Preisnachlässe und Rabattaktionen zu achten. Was hilft? Vergleichen lohnt sich! Praktische Hilfen sind dafür Rabatt-Apps, Browser-Erweiterungen und antizyklisches Einkaufen sowie bei Lebensmitteln der Einkauf zu Randzeiten.

Tipp 8: Weniger ist mehr: Vermeide unnötige Fixkosten

Als wichtige Komponente bei Finanzfragen belegt das Vermeiden unnötiger Fixkosten wie Abos, Mitgliedschaften und Versicherungen (32 Prozent) den achten Platz. Bei dieser Erkenntnis klaffen erneut die Altersgruppen auseinander: 37 Prozent der ab 45-Jährigen sehen das Einsparpotenzial als wesentlich an, jedoch nur knapp jede Vierte der jüngeren Befragten. Was hilft? Oft verstecken sich bei den Fixkosten echte Geldvernichter, die meist unerkannt bleiben, da die Beträge meist einfach gewohnheitsmäßig vom Konto abgehen. Deshalb lohnt es sich, regelmäßig Verträge zu prüfen, Vergleichsportale zu checken und zu überlegen, wo gekündigt oder gespart werden kann. Bei vielen Anbietern zahlt sich das Verhandeln vor einem Wechsel aus.

Tipp 9: Qualität vor Quantität

Gerade in Zeiten von Fast Fashion, regelmäßig neuen Kollektionen oder auch jährlichen neuen Smartphone-Generationen wird förmlich ein Kaufdruck aufgebaut. Was hilft? Weniger ist mehr – und das gilt bei den Konsumausgaben ganz besonders. Beim Thema Bekleidung ist der Ansatz einer “Capsule Wardrobe” mit 37 Kleidungsstücken spannend und nachhaltig. Ganz nach der KonMari-Methode von Marie Kondo: Does it spark joy? Nein? Dann raus damit.

Tipp 10: Gleichberechtigte Aufgabenverteilung

Auf dem zehnten Platz der Top-Finanztipps von Frauen für Frauen wird empfohlen, die Aufgaben in Haushalt und Familie mit anderen zu teilen. Das entlastet Frauen und ermöglicht bessere berufliche Teilhabe. Hier fällt erneut der Unterschied um fast 19 Prozent zwischen den beiden Altersgruppen auf: 16 Prozent bei den bis 44-Jährigen gegenüber 34 Prozent der ab 45-Jährigen. Der große Unterschied könnte auf dem traditionellen Rollenverständnis von älteren Männern und Frauen in Beziehungen beruhen. Was hilft? Arbeitslast adressieren und die Arbeit rund um Haushalt und Familie sichtbar machen und anschließend auf mehrere Schultern verteilen: Mann und Kinder können mithelfen. Außerdem zahlt sich oft für den Familienfrieden und ein harmonischeres Miteinander eine Haushaltshilfe aus.

Zur Studie: Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH im Auftrag von WeltSparen, der Raisin GmbH, an der 1.050 Frauen zwischen dem 01.02.2021 bis 03.02.2021 sowie 1.045 Frauen zwischen dem 28.02.2020 und 02.03.2020 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Finanzplan: Was ist darunter zu verstehen?

  • Der Finanzplan bildet die Basis für konkrete Sparmaßnahmen. 
  • Zentrale Punkte: Wo stehe ich? Wie kann ich mein Einkommen absichern? Was möchte ich im Leben erreichen? Welche Maßnahmen setzt das voraus?

Finanzpläne sind normalerweise das Erste, was Bank- und Finanzberater mit neuen Kunden erarbeiten. Das hat einen Grund – nämlich, dass sie auf der Basis passende Sparkonten und Anlagen vermitteln können. Aus Ihrer Sicht als Privatperson ist der Finanzplan ein Fundament, auf dem Sie in finanzieller Hinsicht Ihr Leben aufbauen. So lässt er sich beinahe auch als Instrument zur Reflexion interpretieren. Indem Sie ihn erarbeiten, denken Sie immer wieder über Ihre Bedürfnisse, Wünsche und Ziele nach. 

Der Finanzplan dreht sich um mehr als nur das Thema Sparen. Auch die Themen Vermögensaufbau, Einnahmen und Einsparungspotenziale bei laufenden Kosten, Versicherungen und Altersvorsorge rücken in den Vordergrund. Auf den ersten Blick wirkt so ein Plan komplex. Doch das ist er nicht. In unserem ausführlichen Artikel zum Finanzplan finden Sie einen beispielhaften Plan für eine von uns erdachte Person. An diesem können Sie sich orientieren, wenn Sie Ihren Finanzplan erstellen. 

Vorsicht: Viele Menschen denken, dass der ausführliche Finanzplan und der Haushaltsplan dasselbe seien. Jedoch handelt es sich um zwei verschiedene Pläne. Der Finanzplan befasst sich im Wesentlichen mit der Zukunftsperspektive und mit den Konten sowie Anlagen, die Sie zum Sparen nutzen werden. Der Haushaltsplan beinhaltet nur die finanzielle Ist-Situation. Er ist ein Teil des Finanzplans („Wo stehe ich?“).

Haushaltsplan: Wie viel kann ich monatlich sparen?

  • Im Haushaltsplan berechnen Sie, wie viel von Ihrem Einkommen übrig bleibt, wenn Sie alle monatlich wiederkehrenden Kosten abziehen. Wiederkehrende Kosten bzw. Fixkosten sind beispielsweise die Miete oder das Ticket für den öffentlichen Nahverkehr. 
  • Auch flexible Kosten beispielsweise für den Lebensmitteleinkauf lassen sich im Haushaltsplan betrachten. Viele Menschen setzen sich dafür klare Budgets.
  • Den rechnerisch herauskommenden Rest oder einen Teil davon können Sie zum Sparen verwenden.

Fachleute empfehlen, als Resultat des Haushaltsplans eine feste monatliche Sparrate zu definieren. In Prozent vom Gesamteinkommen ausgedrückt, nennt man das auch „Sparquote“. Diese Summe wird dann ein Teil Ihrer laufenden „Kosten“. Dadurch fällt es leichter, kontinuierlich zu sparen. 

Viele Menschen haben darüber hinaus ein Extra-Girokonto, das sie nur für die laufenden Kosten verwenden. Sie überweisen jeden Monat die feste Summe ihrer Fixkosten – inklusive der Sparrate – auf dieses Konto. So stellen sie sicher, dass die Kosten stets bezahlt sind und dass sie etwas gespart haben. In der Gesamtstruktur haben sie dann ein Hauptkonto – dort kommt auch das Gehalt an – sowie ein Unterkonto für die Fixkosten und eventuell ein Sparkonto, spezieller ein Tagesgeldkonto

Doch zurück zum Haushaltsplan an sich:

 

Beispiel:

Wir stellen uns ein Pärchen vor, das zusammen wohnt. Beide arbeiten und verdienen der Einfachheit halber das deutsche Durchschnittseinkommen aus dem Jahr 2019. Das waren monatlich 2.079 EUR netto pro Person. Bitte beachten Sie, dass die Werte und Summen in der nachstehenden Tabelle nur den Zweck haben, den Haushaltsplan beispielhaft zu veranschaulichen.

Beide haben in diesem Beispiel nach allen Kosten ein Resteinkommen von 930,25 EUR. Dieses können sie zum Einkaufen, für die Freizeit oder eben auch zum individuellen Sparen verwenden. Sie finden dieses Beispiel – und weitere Beispiele auch für Haushalte von Familien mit Kindern – in unserem Artikel zum Haushaltsplan und Haushaltsbuch wieder. Dort werden auch sämtliche denkbaren Positionen erwähnt, die für Ihren Haushaltsplan relevant sein können.

Wissenswert 1: Laut einer Statistik spart die Mehrheit der Deutschen (20 %) eine Summe von bis zu 50 EUR monatlich. 19 % der Deutschen sparen bis zu 100 EUR und bei 15 % sind es bis zu 200 EUR. Interessant sind in diesem Zusammenhang die sogenannten Frugalisten. Denn diese sparen nicht nur die erwähnten „bis-zu-Summen“, sondern sparen bis zu 80% ihres Einkommens – und investieren die Ersparnisse zumeist in Wertpapiere. Frugalisten haben das Ziel, möglichst früh eine finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen. Dafür pflegen sie in der Zeit des Sparens einen minimalistischen Lebensstil. Dieser zeichnet sich insbesondere durch einen Konsumverzicht und Bescheidenheit aus.

Wissen Sie, wofür Sie sparen möchten? Haben Sie Ihre monatliche Sparrate ermittelt? Dann werfen wir nun einen Blick auf den Finanzmarkt:

Momentaufnahme: Was ist beim Sparen derzeit zu beachten?

  • Das Zinstief der Europäischen Zentralbank dauert weiter an und hält die Zinsen für klassische Sparkonten wie Tagesgeld- und Festgeldkonten unten. Eine Zunahme der Zinsen ist derzeit nicht absehbar. 
  • Durch die kaum vorhandenen Zinsen müssen Sparer auch an die Inflation denken.  
  • Grundsätzlich ist beim Sparen zu beachten, dass höhere Gewinne und Renditen immer auch mit höheren Risiken verbunden sind.

Wissenswert 2: Die Tagesgeldkonten und Festgeldkonten von WeltSparen sind besser verzinst als andere Konten, da sie sich bei ausländischen Banken befinden. Das Zinstief ist im EU-Ausland deutlich weniger ausgeprägt als in Deutschland. Durch die Einlagensicherung bis hin zu 100.000 EUR pro Kunde und pro Bank ist das Geld dort ebenso sicher wie auf deutschen Sparkonten.

 

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Zinstief

  • Das Zinstief bezieht sich auf den Leitzins sowie den Einlagenzins der Europäischen Zentralbank. Beide gelten für den gesamten Euroraum.
  • Der Leitzins definiert die Konditionen, zu denen Banken Geld bei der EZB aufnehmen können. Er steht seit März 2016 dauerhaft bei historisch tiefen 0,0 %. Dadurch wurden die Kredite bei den Banken so preiswert. 
  • Der Einlagenzins definiert die Konditionen, zu denen Banken Geld bei der EZB parken können. Seit September 2019 ruft die EZB dafür -0,5 % auf. Daher ist auch vom „Strafzins“ die Rede und es ist der Grund, dass klassische Sparkonten bei den Banken kaum noch Zinsen hervorrufen. 
  • De facto machen Banken mit Einlagen bei der EZB ein Verlustgeschäft. Würden sie den Sparern auf der anderen Seite höhere Zinsen für Spareinlagen zusichern, wäre das wirtschaftlich riskant.

Inflation

  • Die Inflation beschreibt eine prozentuale Zunahme des Preisniveaus in einem bestimmten Zeitraum. Geld verliert durch diese Zunahme des Preisniveaus an Wert. Fachleute sprechen auch davon, dass die Kaufkraft abnimmt.
  • Nur, wenn beispielsweise die Gewinne aus Zinsen prozentual höher als die aktuelle Inflationsrate sind, können Sparer den Wertverlust ihrer Ersparnisse verhindern. 
  • In den Jahren 2016 bis 2019 umfasste die Inflationsrate in Deutschland beispielsweise durchschnittlich rund 1,5 % im Jahr. Im Jahr 2020 ist auf monatlicher Basis der ersten Jahreshälfte eine niedrigere Inflationsrate wahrscheinlich. Die Rate sank von 1,7 % im Januar auf -0,1 % im Juli. Der Durchschnitt umfasst momentan ca. 1 %. Der Zielwert der EZB für die Inflation im Euro-Raum liegt etwas unter der Marke von 2,0 %.

Risiko-Rendite-Verhältnis

Hohe Gewinne sind stets mit erhöhten Risiken verbunden. Renditen von mehreren Prozent im Jahr lassen sich nur noch mit Wertpapieren realisieren. Also beispielsweise mit Anleihen, Aktien oder ETFs. Dann spricht man aber nicht mehr vom Sparen, sondern vom Investieren. Anleger müssen bei solchen Investitionen Verlustrisiken in Kauf nehmen. 

Der Bericht der WirtschaftsWoche über die Studie des Bundesverbands Deutscher Banken untermauert, dass Anleger dies inzwischen vermehrt tun. Demnach haben sich 2019 40 % der Anleger für risikoreichere Fondsanteile entschieden – 6 % mehr als im Jahr davor. Kurz danach stellt der Artikel aber auch klar, dass die Deutschen trotzdem noch sehr sicherheitsbewusst sind. So können sich 88 % der Menschen „eher nicht“ oder „gar nicht“ vorstellen, bei kommenden Geldanlagen mehr Risiko einzugehen. Tagesgeld- und Festgeldkonten scheinen trotz des Zinstiefs also eine Konstante zu bleiben.  Heute erhalten Sie bei WeltSparen weiterhin deutlich höhere Zinsen für Ihr Tagesgeld als bei Ihrer Hausbank und bis zu 1,50 % p.a. für Festgeld. Diese Zinssätze sind mit Blick auf den Gesamtmarkt überdurchschnittlich hoch.

Kann ich ein bestehendes Sparbuch auflösen?

Sparbücher sind insbesondere vom Zinstief betroffen und erzeugen de facto keine Zinsgewinne mehr. Wer noch ein klassisches Sparbuch hat und lieber mit anderen besser verzinsten Konten sparen möchte, kann das Sparbuch auflösen

Laut einer Statistik sind das Sparbuch und herkömmliche Sparmethoden noch immer weit verbreitet. 45 % der Deutschen haben ihr Geld noch auf einem Sparbuch angelegt. Damit stehen Sparbücher auf Platz 1 der am meisten genutzten Sparmethoden. 

Um das Sparbuch aufzulösen, sind eventuell Kündigungsfristen und Vorschusszinsen zu beachten. Hierzu kann Ihnen Ihre Bank Auskunft erteilen. Weitere Details, wie Sie Ihr Sparbuch auflösen, haben wir im oben verlinkten Artikel zusammengefasst. 

Sparmöglichkeiten: Welche Konten helfen mir beim Sparen?

  • Tagesgeldkonten
  • Festgeldkonten
  • Prämiensparen (zumeist nicht mehr abschließbar)
  • Zuwachssparen (zumeist nicht mehr abschließbar)
  • Sparplan mit Wertpapieren (ETFs / Fonds)

Wissenswert 3: Früher sprach man oft auch von einem „Sparvertrag“. Dabei handelt es sich normalerweise nicht um ein alleinstehendes Sparkonto, sondern um ein Synonym. Die Menschen bezeichneten beispielsweise ihren abgeschlossenen Sparplan inklusive Tagesgeldkonto oder auch das Zuwachs- und Prämiensparen als Sparvertrag. Mehr dazu lesen Sie im einzelnen Artikel zum Sparvertrag.

Tagesgeld

Funktionsweise:

Beim Tagesgeld handelt es sich um ein besonders flexibles Sparkonto: Sie können jederzeit etwas darauf einzahlen und sich auszahlen lassen

Das Konto wird variabel verzinst – das bedeutet, dass die kontoführende Bank den Zinssatz täglich nach oben oder nach unten anpassen kann. Durch das Zinstief der EZB bieten insbesondere Tagesgeldkonten keine nennenswerten Gewinne mehr. Sie sind aber dennoch sinnvoll, um beispielsweise die Reserve von drei Gehältern anzusparen.

Neben der hohen Flexibilität ist Tagesgeld auch sicher. Kursrisiken oder andere Risiken sind nicht vorhanden. Und dank der Einlagensicherung sind Vermögen bis zu 100.000 EUR pro Kunde und pro Bank vor Verlust geschützt. Das ist beispielsweise bei einem Insolvenzfall der Bank relevant.  

Ein weiterer Vorteil ist, dass Tagesgeld kostenlos ist.

Beispiel:

Guthaben zum Start 1.300 EUR
Monatliche Sparrate 100 EUR
Effektiver Zinssatz p.a. 0,25 %
Spardauer 3 Jahre
Gesparte Summe 4.900 EUR
Zinsen 23,67 EUR
Gesamtes Guthaben 4.923,67 EUR

Wissenswert 4: Viele Menschen legen Geld mittels sogenannten Spar-Challenges zurück. Diese helfen dabei, kontinuierlich zu sparen – auch mit Kleinstsummen von unter 50 EUR. 

Ein Beispiel für eine Challenge ist die 5-EUR-Challenge. Hier definieren Sie einen Intervall – beispielsweise wöchentlich oder monatlich – und sparen in diesem Intervall immer je 5 EUR. Natürlich ist das auch mit anderen Summen durchführbar. 

Eine andere Challenge ist der 52-Wochen-Sparplan. Hier spart man die Nummer der Kalenderwoche als Betrag in EUR. In Kalenderwoche 1 spart man also einen EUR, in Kalenderwoche 25 sind es 25 EUR und so machen Sie bis zur Kalenderwoche 52 weiter. Denken Sie daran, dass der Dezember im Rahmen der Challenge der “teuerste” Monat wird.

Festgeld

Funktionsweise:

Festgeld zeichnet sich dadurch aus, dass Sie sofort eine höhere Summe einzahlen und dann eine bestimmte Laufzeit abwarten, um die Summe plus Zinsen zurückzuerhalten. Während der Laufzeit von 1 bis 10 Jahren ist das Geld nicht auszahlbar, was das Festgeldkonto weniger flexibel macht. 

Dafür aber werden Sparer mit Zinsen belohnt, die höher als beim Tagesgeldkonto sind. Zudem sind diese nicht variabel, also bis zum Laufzeitende verbindlich. Bei WeltSparen erhalten Sparer bis zu 1,50 %Zinsen pro Jahr. Festgeld kann sich demnach lohnen, wenn eine höhere Geldsumme schon vorhanden ist, die man sicher und mit etwas höheren, vorab kalkulierbaren Zinsgewinnen verwahren möchte. 

Die größtmögliche Sicherheit ist bei Festgeld ebenso hoch wie bei Tagesgeld. Auch hier greift die Einlagensicherung bis zu 100.000 EUR pro Kunde und pro Bank, wenn es etwa durch eine Insolvenz zum Verlust des Geldes kommt. Kursrisiken und sonstige Risiken sind auch hier nicht vorhanden.  

Auch Festgeld ist normalerweise kostenlos. Nur bei Festgeld in Fremdwährungen können Wechselkursgebühren entstehen.

Beispiel:

Guthaben zum Start 12.500 EUR
Monatliche Sparrate Keine zwischenzeitlichen Investitionen durchführbar
Effektiver Zinssatz p.a. 1,2 %
Laufzeit 5 Jahre
Zinsen 768,22 EUR
Nachher auszahlbares Guthaben 13.268,22 EUR

Prämiensparen

Funktionsweise:

Beim Prämiensparen handelte es sich um eine Sparform, die von den Volksbanken und Sparkassen in den 1950er Jahren etabliert wurde. 

Charakteristisch war, dass Sparer mit dem Erreichen verschiedener Jahres-Meilensteine („Prämienstaffel“) einen Bonus erhielten. Deshalb heißt das Prämiensparen synonym auch „Bonussparen“. Der Bonus verstand sich prozentual von der im entsprechenden Jahr eingezahlten Gesamtsumme. Je länger man sparte, desto höher wurden die einzelnen Prämien und desto mehr wuchs das Guthaben an. Zusätzlich erhielten die Sparer Zinsen.

Durch das Zinstief wurde diese Sparform für Banken aber unrentabel und viele Banken entfernten es aus ihrem Produktportfolio. Vor allem die Sparkassen fielen in dieser Angelegenheit auf, da sie bestehende Konten auflösten und damit Rechtskonflikte verursachten. Mehr dazu lesen Sie im Artikel zum Prämiensparen.

Beispiel für Prämienstaffel:

Jahr 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Prämie in % 0 0 2 4 5 6 7 10 15 15

Beispiel für Prämiensparen auf Basis der Prämienstaffel:

Jahr Einzahlung Prämie in % Prämie in EUR
1 1.200 EUR 0 0
2 1.200 EUR 0 0
3 1.200 EUR 2 24 EUR
4 1.200 EUR 4 48 EUR
5 1.200 EUR 5 60 EUR
6 1.200 EUR 6 72 EUR
7 1.200 EUR 7 84 EUR
8 1.200 EUR 10 120 EUR
9 1.200 EUR 15 180 EUR
10 1.200 EUR 15 180 EUR
Summe 12.000 EUR 768 EUR

Zuwachssparen

Funktionsweise:

Das Prinzip beim Zuwachssparen funktioniert ähnlich wie beim Prämiensparen. Auch hier sollen Sparende von langen Spar-Zeiträumen profitieren. Diesmal jedoch nicht in Form von zusätzlichen Prämien, sondern mit Zinsen, die jährlich steigen. 

Sparer erhalten in den ersten drei Jahren beispielsweise einen Zinssatz A, in den Jahren vier bis sechs einen höheren Zinssatz B und danach einen nochmals höheren Zinssatz C. Die verschiedenen Meilensteine, an denen die Zinsen zunehmen, werden in der Zinsstaffel definiert. Statt vom Zuwachssparen war oft auch vom „Wachstumssparen“ die Rede. 

Auch diese Sparmethode wurde von den Banken als Antwort auf das Zinstief zumeist aus den Portfolios entfernt. Manche Banken bieten es noch unter dem Namen „Zuwachssparen“ an, doch dahinter steht nicht das traditionelle Produkt mit zunehmenden Zinsen, sondern es handelt sich eher um eine Art Tagesgeldkonto. Welche Banken das traditionelle Zuwachssparen anbieten und wie dieses verzinst ist, erfahren Sie im Artikel zum Zuwachssparen.

Beispiel für eine Zinsstaffel:

Jahr 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Zins 0,5 % 0,75 % 1 % 1,25 % 1,5 % 2 % 2 % 2,5 % 3,5 % 5 %

Beispiel für das Zuwachssparen auf Basis der Zinsstaffel:

Jahr Guthaben zum JA Zinssatz Zinsen Guthaben zum JE
1 5.000 EUR 0,5 % 25 EUR 5.025 EUR
2 5.025 EUR 0,75 % 37,69 EUR 5.062,69 EUR
3 5.062,69 EUR 1 % 50,63 EUR 5.113,31 EUR
4 5.113,31 EUR 1,25 % 63,92 EUR 5.177,23 EUR
5 5.177,23 EUR 1,5 % 77,66 EUR 5.254,89 EUR
6 5.254,89 EUR 2 % 105,10 EUR 5.359,99 EUR
7 5.359,99 EUR 2 % 107,20 EUR 5.467,19 EUR
8 5.467,19 EUR 2,5 % 136,68 EUR 5.603,87 EUR
9 5.603,87 EUR 3,5 % 196,14 EUR 5.800 EUR
10 5.800 EUR 5 % 290 EUR 6.090 EUR

Sparpläne mit Wertpapieren (ETFs / Fonds)

Vorsicht:

Sparpläne mit Wertpapieren wirken zwar so, als würde man wie mit einem normalen Konto sparen. Jedoch handelt es sich um ETFs oder Fondsanteile und somit um Investitionen mit erhöhten Risiken. Sie sichern sich die Chance auf steigende Kurse und entsprechende Renditen. Die Kurse können aber auch fallen und somit Verluste hervorrufen. Die Bezeichnung “Sparplan” ist also in einer Weise irreführend, weil man nicht spart, sondern an der Börse investiert.

Funktionsweise:

Bei ETFs und aktiv gemanagten Investmentfonds investieren Sie Geld in die entsprechenden Anlagen und letztendlich verschiedene Wertpapiere an der Börse. Das können beispielsweise Aktien oder Anleihen sein. Mehr zu ETFs an sich und auch zu den Unterschieden zwischen diesen und aktiven Fonds erfahren Sie im ausführlichen ETF-Artikel auf unserer Seite.

Wesentlich ist, dass Investitionen am Kapitalmarkt – also in Form von ETFs oder aktiven Fonds – mit Kursrisiken verbunden sind. Es kann zu Verlusten kommen, je nachdem, wie sich die Kurse zwischen dem Kauf- und Verkaufszeitpunkt entwickeln. Das ist nicht vorhersehbar, da von vielen unter anderem wirtschaftlichen Entwicklungen abhängig. Dafür sind ETFs und Fonds imstande, deutlich höhere Renditen hervorzurufen als die klassischen Sparmaßnahmen bei den Banken.