Anleihen einfach erklärt

Was ist eine Anleihe & welche Arten gibt es?

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Wer mehr Rendite als mit klassischen Sparkonten erzielen und dennoch keine zu hohen Risiken an der Börse in Kauf nehmen möchte, könnte in Anleihen die passende Geldanlage finden. Anleihen sind Instrumente für Banken, Institutionen, Staaten und Unternehmen, Geld zu beschaffen. Die Anleger erhalten dafür Zinsen und können zusätzlich von Kursanstiegen profitieren. 

Was das konkret bedeutet, wie Anleihen funktionieren und welche Arten von Anleihen existieren, lesen Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze
  • Definition: Anleihen sind Wertpapiere, die das Recht darauf verbriefen, dass eine investierte Summe zurückbezahlt sowie verzinst wird. Während ein Käufer von Aktien zum Miteigentümer eines Unternehmens wird, sind die Inhaber von Anleihen Gläubiger.
  • Komponenten: Anleihen bestehen aus verschiedenen Komponenten: Der Nennwert ist der Kaufpreis einer einzelnen Anleihe. Die Laufzeit bestimmt, bis zu welcher Frist der Emittent das Geld zurückzahlen und verzinsen muss. Den Zinssatz nennt man Kupon oder Kuponzins.
  • Arten: Am Markt bieten sich viele verschiedene AnleihenArten an. Diese reichen von Wandelanleihen über Unternehmensanleihen und diverse Unterformen der Unternehmensanleihen bis hin zu Staatsanleihen.
  • Risiko: Anleihen lassen sich nicht per se als sicher oder chancenreich bezeichnen. Hinsichtlich ihrer Gewinne und Risiken kommt es stets auf die Art der Anleihe und die Bonität des Emittenten an. 

Überblick: Diese Arten von Anleihen gibt es

Staatsanleihen
Staatsanleihen

Definition: Anleihen, die durch Staaten emittiert werden, beispielsweise von den USA, Italien, Japan oder auch von Schwellenländern. Die Zinsen und Risiken können sich je nach emittierendem Land sehr stark unterscheiden.

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Bundesanleihen
Bundesanleihen

Definition: Nichts anderes als Staatsanleihen, nur dass man explizit die Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland so bezeichnet. Weil die Risiken bei deutschen Staatsanleihen sehr niedrig sind, sind es auch die Zinsen.

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Mittelstandsanleihen
Mittelstandsanleihen

Definition: Anleihen, die von Unternehmen des Mittelstands emittiert werden. Sie zeichnen sich durch meist höhere Zinsen aus, weil mittelständische Unternehmen höhere Ausfallrisiken hervorrufen. Es gab beispielsweise Anleihen mit 7,5 % Zinsen im Jahr.

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Wandelanleihen
Wandelanleihen

Definition: Anleihen, bei der Investoren die Chance haben, die Anleihen-Anteile bis zu einer bestimmten Frist in Aktien des Unternehmens umzutauschen. Dadurch sind höhere Gewinne denkbar. Ein Rücktausch ist nicht machbar.

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Pfandbriefe
Pfandbriefe

Definition: Pfandbriefe sind vor allem bei Banken zu finden. Es handelt sich um normale Anleihen, die aber stets durch Sachwerte besichert sind. In den letzten mehr als 250 Jahren seit dem ersten Pfandbrief kam es zu keinerlei Ausfall.

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Unternehmensanleihen
Unternehmensanleihen

Definition: In erster Linie kaufen institutionelle Investoren Anleihen und leihen den Unternehmen Geld, um Zinsen zu erhalten und eventuelle Kursrenditen zu erzielen.

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Definition: Was sind Anleihen?

Anleihen bzw. Bonds sind an der Börse handelbare festverzinsliche Wertpapiere und verbriefen das Recht, investiertes Geld nach Ablauf einer Laufzeit zurückzuerhalten sowie zwischenzeitlich verzinsen zu lassen. Auch die Begriffe „Rentenpapiere“, „Obligationen“ und „Schuldverschreibungen“ sind für Anleihen weit verbreitet.

Die wesentlichen Merkmale von Anleihen sind die festen Zinsen und die feste Laufzeit. Das ist ähnlich wie bei Krediten. Emittenten von Anleihen können Banken, Institutionen, Unternehmen sowie Staaten sein. Anleger und Investoren können von privater oder institutioneller Seite kommen.

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Grundlegendes zur Anleihe:
Diese Begriffe sind wichtig

Nennwert Geldbetrag, den der Herausgeber einer Anleihe dem Käufer schuldet: „Einkaufspreis“ der Anleihe. Wenn Sie also 1.000 EUR investieren möchten, dann müssen Sie 10 Anleihen mit dem Nennwert von 100 EUR kaufen.
Emission Ausgabe der Anleihe
Emittent Herausgeber der Anleihe
Neuemission Anleihen, die neu herausgegeben werden und noch nie zuvor zum Verkauf gestanden haben
Kupon Verzinsung der Anleihe: Der Emittent schüttet die Zinsen jedes Jahr an den Anleger aus.
Zu beachten ist, dass bei einer Anleihe kein Zinseszins existiert. Demnach erhalten Sie jedes Jahr bis zum Laufzeitende dieselben Zinsen.
Rendite Ertrag, den Anleger nach einem bestimmten Zeitraum erwarten können (Effektivverzinsung)
Kurswert Tagesaktueller Preis der Anleihe. Der Kurs von Anleihen wird in Prozent des Nennwertes angegeben (100 % = Nennwert)
Der Kurs ist nur für die Investoren interessant, die ihre Anleihen vor Laufzeitende verkaufen möchten. In dem Fall sind neben den bis dato erhaltenen Zinsen zusätzliche Kursrenditen denkbar.
Anleihevolumen Gesamtwert, für welchen der Emittent Anleihen herausgegeben hat
Bonität Kreditwürdigkeit eines Wirtschaftssubjektes (Personen, Unternehmen, Staaten)

Welche Arten von Anleihen gibt es?

Anleihen lassen sich anhand dieser Kriterien unterscheiden:

  • Art der Verzinsung 
  • Art der Emittenten
  • Spezifische Merkmale 

Nach der Art der Verzinsung unterscheidet man in klassische Anleihen, Nullkuponanleihen und Anleihen mit Zinskupon

Auch lassen sich Anleihen nach der Art der Emittenten, welche die Anleihen ausgeben, klassifizieren. Dabei gibt es neben staatlichen auch private Emittenten. Zum Beispiel können Staaten und Unternehmen Anleihen ausgeben. Diese heißen entsprechend Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen. Die einzelnen Anleihen unterscheiden sich je nach Bonität, Branche und Land des Unternehmens oder des Staates. Es existieren viele verschiedene Unterformen von Unternehmensanleihen, die im Groben sehr ähnlich sind und sich meist nur in einem bestimmten Detail voneinander unterscheiden. Auch Pfandbriefe von Banken und Bundeswertpapiere sind zu dieser Kategorie zu zählen. 

Eine weitere Art der Klassifizierung findet anhand spezifischer Charakteristika statt. Dabei kann beispielsweise in Fremdwährungsanleihen oder Genussscheine unterschieden werden. Auch Nachranganleihen, Wandel- und Optionsanleihen sowie strukturierte Anleihen sind Unterarten.

Wie funktionieren Anleihen?

Vereinfacht gesprochen steckt hinter jeder Anleihe ein Kredit, den ein Anleger dem Emittenten der Anleihe gewährt. Der Investor ist sozusagen der Gläubiger des Emittenten (Schuldner). Die Herausgeber versprechen dem Käufer der Anleihe regelmäßige Zinszahlungen (Kupon) über die gesamte Laufzeit hinweg. Die Rückzahlung erfolgt in der Höhe des Nennwertes zum Ende der Laufzeit. Diese fest verbrieften Komponenten sind charakteristisch für Anleihen

Anleihen werden stets nach ihrer Bonität beurteilt und verschiedenen Kategorien zugeordnet. Das ist die Aufgabe von Rating-Agenturen. Die Bewertung reicht von AAA als beste Bewertung bis hin zu D (Zahlungsausfall).

Beispiel: Rendite von Anleihen berechnen

Nehmen wir an, dass Sie 10 Anleihen mit einem Nennwert von 100 EUR und einem Zins von 3 % p.a. erwerben. Diese laufen 10 Jahre. Sie erhalten dann in den nächsten 10 Jahren pro Jahr 30 EUR Zinsen – und bekommen am Ende die 1.000 EUR zurück.

Kann man eine Anleihe vor dem Ablauf der Laufzeit verkaufen?

Anleger können die Anleihen vor Laufzeitende verkaufen und sich so die Chance auf Kursrenditen sichern. Der Kurs bei Anleihen funktioniert sehr ähnlich wie bei Aktien, aktiven Fonds oder ETFs. Der Unterschied zu diesen ist nur, dass der Kurs einer Anleihe nicht in Euro, sondern in Prozent des Nennwerts bemessen wird. Der Kurs kann schwanken – was insbesondere mit der Bonität des Unternehmens, der Bank oder des Staates zu tun hat. 

Zum Ende der Laufzeit nähert sich der Kurs stets wieder den 100 % an. Denn Inhaber von Anleihen erhalten am Ende exakt die Summe zurück, die sie vorher investiert haben. Die Zinsen haben sie zu dem Zeitpunkt schon erhalten, da sie nicht reinvestiert werden und Anleihen somit keinen Zinseszinseffekt haben. 

Beispiel:

Nehmen wir an, dass die 10 Anleihen mit einem Nennwert von 100 EUR / 100 % Kurs einen Kursverlust verzeichnen. Der Kurs umfasst nur noch 93 %. Würden Sie die Anleihen nun verkaufen, dann erhielten Sie nur noch 93 EUR je Anleihe. Wenn der Kurs aber steigt und beispielsweise auf 105 % klettert – bei 100 % ist nicht Schluss –, dann erzielen Sie pro Anleihe einen Gewinn von 5 EUR.

Anleihen kaufen – Wie und wo werden Anleihen gehandelt?

 

 

Der Handel von Anleihen kann direkt bei Banken oder an der Börse stattfinden. Um in Anleihen zu investieren, müssen die Investoren zunächst ein Depot eröffnen, in dem alle Wertpapiere aufgelistet werden. Für den Anleihenhandel fallen auch Transaktionskosten an.

Wenn Sie nicht wissen, welche Anleihen Sie kaufen sollen, ist der Erwerb auch gebündelt möglich, z. B. mit Anleihenfonds, auch Rentenfonds genannt. Der Vorteil: Das Investitionskapital wird breit diversifiziert, was das Risiko der Geldanlage reduziert.

Wer sich für Rentenfonds oder Anleihen-ETFs bzw. den ETF Robo oder ETF Configurator entscheidet, kauft keine einzelnen Anleihen, sondern eine Vielzahl an Anleihen, die im einen ETF  bereits diversifiziert enthalten sind.

Wie steht es bei Anleihen um die Risiken?

„Kaufe Aktien, wenn du gut essen möchtest – kaufe Anleihen, wenn du gut schlafen möchtest.“ Damit ist gemeint, dass Aktien in der Regel höhere Renditen abwerfen, Anleihen aber weniger risikoreich sind als Aktien. Der Spruch gilt jedoch nicht für alle Arten von Anleihen, wie wir am Beispiel von Staats- und Unternehmensanleihen sehen werden.

Das Risiko wird bei Anleihen aus der Bonität des Emittenten heraus ermittelt. Wenn in diesem Fall Unternehmen oder Banken eine schlechte Bonität haben, ist das Risiko höher als bei Unternehmen und Staaten mit einer Top-Bonität. Dafür sind dann meist jedoch die Zinsen höher. 

Somit sind hohe Zinsen fast immer ein Indiz für ein erhöhtes Risiko. Möchten Sie das Risiko einer Investition in bestimmte Anleihen also selbst einschätzen, können Sie sich im ersten Schritt am Zinssatz orientieren, sollten aber noch weitere Faktoren einbeziehen, z. B. die Bonität des Emittenten.

Beispiel: Risiko von Unternehmens– und Staatsanleihen

Unternehmensanleihen und Staatsanleihen sind in ihren Risiken divers. Man kann sie weder alle als sicher noch alle als risikoreich bezeichnen.

Anleihen der Bundesrepublik Deutschland sind beispielsweise eher schwach verzinst, weil sie sehr sicher sind. Staaten stehen mit ihrer vollen Wirtschaftskraft ein und die ist in Deutschland als eine der weltweit führenden Wirtschaftsnationen hoch. Die Wahrscheinlichkeit steht bei nahezu 100 %, dass Deutschland die Anleihen zurückzahlen kann und wird. Andere Staaten, etwa manch südostasiatisches oder südamerikanisches Land, können solch eine hohe Wahrscheinlichkeit nicht bieten. Demnach sind die Verlustrisiken bei Anleihen dieser Länder höher, ebenso wie die Verzinsung

Genauso ist es bei Unternehmensanleihen. Während Mittelstandsanleihen höhere Risiken und somit auch höhere Zinsen aufweisen, ist es bei Industrieanleihen oder Konzernanleihen andersherum. Genauso haben etwa Wandelanleihen und Nachranganleihen ihre individuellen Chancen und Risiken.

Wie Anleihen versteuert werden

Gewinne aus Anleihen sind normalerweise mit der Abgeltungssteuer zu versteuern, welche 25 % beträgt. Hinzu kommen 5,5 % Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer. 

Ausnahmen zur Abgeltungssteuer bestehen, wenn man einen Freistellungsauftrag eingerichtet hat. Gewinne bis hin zu 801 EUR pro Person oder 1.602 EUR bei Ehepaaren sind dann jedes Jahr steuerfrei.

Vor- und Nachteile von Anleihen auf einen Blick

  • Höhere Zinsen als etwa bei klassischen Sparkonten oder Sparbüchern
  • Anleihen können ein Aktienportfolio stabilisieren und diversifizieren
  • Meist ein überschaubares Risiko der Anleihe
  • Vor Laufzeitende verkaufbar
  • Eventuell kommt es zu Kursverlusten und beim Verkauf der Anleihe erhalten Sie nicht mehr so viel wie beim Kauf. Andererseits kann es auch zu Kursgewinnen kommen.
  • Keine Einlagensicherung
  • Totalausfallrisiko

Lohnen sich Anleihen mit Blick auf die klassischen Sparmethoden?

In den letzten Jahren wurden die Zinsen bei Sparbüchern sowie Tages- oder Festgeldern zunehmend unattraktiv. Ausnahmen bilden die Konten von WeltSparen, die sich auch im europäischen Ausland befinden und dadurch höhere Zinssätze bei unveränderter Sicherheit versprechen. 

Je nach Anleihe kann die Verzinsung also höher als bei den klassischen Sparmethoden sein oder auch nicht. Anleihen der Bundesrepublik Deutschland weisen etwa ebensolche Tiefzinsen wie Sparkonten auf, Staatsanleihen von Schwellenländern können einen höheren Gewinn einfahren.

Anders sieht es bei aktiven Rentenfonds oder Anleihen-ETFs aus. Aktive Rentenfonds besitzen ein Fondsmanagement, das darauf aus ist, mit individuellen Anleihen-Käufen und -Verkäufen eine maximale Rendite zu erzielen. Anleihen-ETFs suchen sich wiederum Indizes aus, die sie nachbilden. Noch dazu sind solche aktiven Fonds und ETFs diversifiziert und können so eine solide Sicherheitsbasis bilden. 

Im ETF Robo ist auf Wunsch ein Anleihen-Indexfonds enthalten. Ihnen stehen 4 Portfolios zur Wahl, die Anleihen von 30 %, 50 % oder von 70 % enthalten. Die prozentuale Differenz füllen Sie mit Aktien-ETFs mit höheren Renditechancen auf. So sind die Portfolios mit bis zu 20.000 Einzeltiteln noch breiter diversifiziert als die meisten globalen Aktien-Indizes oder ETF-Portfolios. 

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Fazit: Anleihen als Ergänzung zum vorhandenen Portfolio

Anleihen sind eine sinnvolle Komponente, um ein bestehendes Portfolio aus Aktien über mehrere Anlageklassen zu diversifizieren und mit Anleihen von Staaten und Unternehmen guter Bonität einen Stabilitätsbaustein aufzunehmen. Mit einem breit diversifizierten Anleihen-Indexfonds können Anleger das Risiko breit streuen und die Schwankungen im Portfolio reduzieren.

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