Was sind Anleihen und was haben Sie von ihnen?

Wenn Sie in Anleihen investieren, dann leihen Sie einem Staat oder Unternehmen Geld und erhalten dafür Zinsen. Am Ende der Laufzeit erhalten Sie den Betrag zurück, ähnlich wie bei einem Kredit. Doch bei Anleihen – oft auch als festverzinsliche Wertpapiere, Rentenpapiere, Schuldverschreibungen oder Obligationen bezeichnet – gibt es noch wesentlich mehr zu beachten. Anleger können zwar höhere Renditen erzielen als das Geld auf einem gewöhnlichen Sparkonto zu lassen, allerdings ist das Risiko je nach Art der Anleihe etwas höher. Die wichtigsten Informationen zum Thema finden Sie auf dieser Seite.

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Was sind Anleihen per Definition?

Als Anleihen werden Wertpapiere bezeichnet, die das Recht auf Verzinsung und das Recht auf Tilgung verbriefen. Was bedeutet das? Unternehmen, Banken, Institutionen, Staaten und mitunter auch Bundesländer begeben Anleihen bei privaten oder institutionellen Investoren, um sich langfristig auf dem Kapitalmarkt mit Geld zu versorgen. Und zwar für eine bestimmte Laufzeit und mit meist festen Zinsen („festverzinsliche Anleihen“).

Anleihen können an der Börse gehandelt werden und haben einen Kurs, der Schwankungen unterliegt. Sie können daher nicht nur gehalten werden, um Zinsen einzusammeln, sondern auch gehandelt werden, um Kursgewinne zu erzielen.

Rentenfonds bieten Diversifikation mit Anleihen

Anleihen werden aus Gründen der Diversifikation für Investoren vor allem dann attraktiv, wenn die Aktienkurse fallen. In der Regel steigen dann nämlich die Kurse der Anleihen und umgekehrt. Anleger wünschen sich stabile Depots und wollen Verluste begrenzen. Bei dieser Korrelation macht es Sinn, das Portfolio neben Aktien auch mit Anleihen zu diversifizieren, um Schwankungen an den Finanzmärkten auszugleichen. Diese Wechselwirkung von Aktien und Anleihen ist der Grund für die große Beliebtheit von Mischfonds oder breit diversifizierte ETF-Portfolios wie WeltInvest. Der Anleihenanteil bei WeltInvest wird über den Vanguard Global Bond Index Fund abgedeckt und beträgt je nach Portfolio entweder 30, 50 oder 70 %. Die Wertentwicklung des Fonds seit Auflage finden Sie in der folgenden Grafik:
Vanguard Global Bond Index Fund

Warum geben Unternehmen Anleihen aus?

Emittenten benötigen auch dann weiterhin Kapital, wenn die Aktienkurse einbrechen. Daher macht es für sie Sinn, sich mit der Ausgabe von Anleihen am Finanzmarkt mit Liquidität zu versorgen. Viele Unternehmen, Banken und Staaten tendieren aber auch bei stabilen Märkten dazu, Anleihen auszugeben. Hier ist der Grund, dass man keine Aktien emittieren darf (z.B. bei Staaten), kann oder möchte und ansonsten nur Kredite bereitstünden. Sofern die Konditionen für Anleihen deutlich besser als die von den Krediten sind, schreiben die Emittenten lieber eine Anleihe aus.

Es gibt viele verschiedene Arten von Anleihen, z.B:

  • Bonds für Unternehmen nennt man auch Unternehmensanleihen.
  • Bei Anleihen für Staaten spricht man auch von Staatsanleihen.
  • Wenn der deutsche Staat Schulden ausgibt, ist von Bundesanleihen die Rede.
  • Und bei Banken – Sie ahnen es – bezeichnet man sie als Bankanleihen.
  • Es existieren noch weitere Arten wie etwa Hochzinsanleihen, Wandelanleihen oder Pfandbriefe.

Mit diesen Stichworten kommen wir auch näher ans Thema Risiko. Denn verschiedene Anleihen können auch verschiedene Risikoklassen haben, die sich vornehmlich über die Bonität des Emittenten bestimmen. Dazu lesen Sie weiter unten mehr.

Wie funktionieren Anleihen?

(am Beispiel von Unternehmensanleihen)

Nennwert, Kupon und Laufzeit einer Anleihe

Stellen Sie sich vor, dass ein Unternehmen ein anderes Unternehmen kaufen möchte. Dafür braucht es Geld und es entscheidet sich dafür, Anleihen zu emittieren. Auf den einzelnen Wertpapieren steht dann ein „Nennwert“, der „Kupon“ oder „Kuponzins“ sowie die Laufzeit.

Der Nennwert ist der Einkaufspreis, zu dem Sie die Anleihe nachher kaufen. Das können beispielsweise 100 Euro sein. Wenn Sie also 1.000 Euro investieren möchten, dann müssen Sie zehn Anleihen kaufen. Der Kupon ist wiederum der Zinssatz, zu dem die Anleihe verzinst wird. Zu beachten ist, dass bei einer Anleihe kein Zinseszins existiert. Der Kupon wird immer wieder mit demselben Nennwert verrechnet.

Nehmen wir also an, dass Sie zehn Anleihen mit einem Nennwert von 100 Euro und einem Zins von 3 % p.a. erwerben. Diese laufen zehn Jahre. Sie erhalten dann in den nächsten zehn Jahren pro Jahr 3 Euro Zinsen – und bekommen am Ende 1.030 Euro zurück.

Eine kleine Anekdote: Der Kupon heißt deshalb so, weil die amerikanischen Anleihen-Wertpapiere früher noch kleine Coupons besaßen, die man jedes Jahr ausschneiden konnte, um sie bei der Bank einzulösen. Man erhielt dann die entsprechenden Zinsen. Das Verfahren ist heute nicht mehr aktuell – der Name der Zettelchen blieb aber.

Kurs

Anleger können eine Anleihe nach der Emission kaufen und bis zum Ende der Laufzeit behalten. Das wäre als „buy and hold“ zu bezeichnen. Sie können die Anleihe aber auch vor Ende der Laufzeit verkaufen. Hier ist noch der „Kurs“ zu erwähnen, den Anleihen ähnlich wie Aktien und Fondsanteile haben. Der Unterschied ist nur, dass der Kurs nicht in Euro bemessen wird, sondern in Prozent des Nennwerts.

Der Kurs einer Anleihe kann schwanken, was einmal mehr mit der Bonität des Emittenten zu tun hat. Eine Übersicht über die unterschiedlichen Bewertungen von Staats- und Unternehmensanleihen durch Rating-Agentur finden Sie in der unten aufgeführten Tabelle. Es kann also sein, dass Sie beim Verkauf mehr als beim Einkauf zurückerhalten oder auch andersherum. Dazu ein kleines Rechenbeispiel:

Sollte der Kurs beim Verkauf nur noch 93 % des Nennwerts umfassen, dann haben Sie vorher 100 Euro bezahlt und erhalten nun 93 Euro zurück. Wenn der Kurs auf 105 % klettert, haben Sie 5 Euro an zusätzlichem Gewinn erzielt.

Bewertung von Anleihen durch Rating-Agenturen

Rating-Agenturen bewerten die Bonität von Unternehmen

Wie handelt man eine Anleihe?

Anleihen können im Direkthandel bei Banken oder an der Börse gehandelt werden. Investoren müssen zunächst eine Depot eröffnen, in dem alle Wertpapiere aufgelistet werden. Für den Kauf und Verkauf von Anleihen fallen auch Transaktionskosten an.

Der Erwerb von Handel ist auch gebündelt möglich, z.B. beim Erwerb von Anleihenfonds, öfter auch Rentenfonds genannt. Der Vorteil: Das Investitionskapital wird breit diversifziert, was das Risiko reduziert.

Wie ermittelt man das Risiko von Anleihen?

Ein bekannter Spruch lautet: „Möchte man gut essen, dann kauft man Aktien – möchte man gut schlafen, dann kauft man Anleihen.“ Damit ist gemeint, dass Aktien in der Regel höhere Renditen abwerfen, Anleihen aber weniger risikoreich sind als Aktien. Der Spruch gilt jedoch nicht für alle Arten von Anleihen, wie wir am Beispiel von Staats- und Unternehmensanleihen sehen werden.

Verhältnis von Zins und Risiko

Das Risiko wird bei Anleihen aus der Bonität des Emittenten heraus ermittelt. Wenn Unternehmen, Staaten oder Banken eine schlechte Bonität haben, ist das Risiko höher als bei solchen mit einer Top-Bonität. Dafür sind bei diesen Anleihen aber auch die Zinsen höher. Hohe Zinsen sind fast immer ein Indiz für ein erhöhtes Risiko. Sie können sich also unter anderem am Zinssatz orientieren, um das Risiko selbst einzuschätzen.

Risiko von Staatsanleihen

Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland gelten als sehr sicher, werfen aber kaum Renditen ab. 10-jährige Bundesanleihen bieten beispielsweise derzeit sogar einen negativen Zins, weil die Bonität von Deutschland sehr stark ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland seine Anleihen / Bunds nicht zurückzahlen könnte, ist verschwindend gering.

Würden Sie sich aber für Staatsanleihen vom weiterhin kriselnden Griechenland entscheiden, ist das Risiko höher und so erhalten Sie auch mehr Zinsen.

Risiko von Unternehmensanleihen

Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich sind deutlich risikoreicher als Staatsanleihen. Wenn ein Unternehmen also Anleihen emittiert hat und schließlich in die Insolvenz geht, kann der Anleger sein komplettes Investitionskapital verlieren. Doch wie soll man das Risiko am besten einschätzen?

Anleihen gelten noch aus einem weiteren Grund als weniger risikoreich als Aktien: Selbst, wenn es zu einer Insolvenz käme, werden die Anleihen-Halter eher aus der Insolvenzmasse bedient als die Aktionäre. Somit ist das Risiko für Aktionäre, in ein Unternehmen zu investieren, noch einmal höher.

Was sind die Vorteile und Nachteile einer Anleihe?

  • Höhere Zinsen als etwa bei klassischen Sparkonten oder Sparbüchern
  • Sie stabilisieren und diversifizieren ein Aktienportfolio
  • Meist ein überschaubares Risiko
  • Vor Laufzeitende verkaufbar
  • Eventuell kommt es zu Kursverlusten und beim Verkauf erhalten Sie nicht mehr so viel wie beim Kauf. Andererseits kann es auch zu Kursgewinnen kommen
  • Keine Einlagensicherung
  • Totalausfallrisiko

Wie schneiden Anleihen mit Blick auf die klassischen Sparmethoden ab?

Unter den klassischen Sparmethoden finden sich Sparbücher, Tagesgeldkonten und Festgeldkonten. Also die sicheren Geldanlagen mit einer derzeit durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank eher schwachen Rendite. Fairerweise muss man aber vorab schon erwähnen, dass auch Anleihen keine so viel höheren Zinssätze und Gewinne bieten. Insbesondere, weil sie keinen Zinseszins haben. Das bedeutet, dass die nach einem Jahr erzielten Zinsen im zweiten Jahr nicht noch einmal mitverzinst werden.

Vorteile von Anleihenfonds (Rentenfonds)

Anleger senken ihr Risiko, wenn Sie nicht in einzelne Anleihen investieren, sondern in einen Verbund von Anleihen, z.B. in Form eines Anleihenfonds (häufiger Rentenfonds genannt). Die WeltInvest ETF-Portfolios enthalten zu unterschiedlichen Anteilen sowohl Anleihen als auch Aktien. So finden Anleger ein ihrer Risikoneigung entsprechendes Portfolio und können entscheiden, welches Sie nehmen.

Die Risikoklasse der WeltInvest ETF-Portfolios ist nach Aktienquote gestaffelt. WeltInvest 30 ist das Portfolio mit der niedrigsten Risikoklasse, es enthält 30 % Aktien und entsprechend 70 % Anleihen mit guter und sehr guter Bonität. Das Portfolio ist eher für Anleger geeignet, bei denen Stabilität und Werterhalt im Vordergrund stehen.

Bei WeltInvest 50 ist das Verhältnis von Aktien und Anleihen ausgeglichen, ebenso wie das Verhältnis von Risiko und Rendite. Das Portfolio eignet sich für Anleger, die die Stabilität eines Anleihensegments schätzen und auf die Chancen der Aktienrenditen nicht verzichten wollen.

Bei WeltInvest 70 gibt es nur 30 % Anleihen. Dieses Portfolio eignet sich für renditeorientierte Anleger, die mehr Akzente auf die Wertentwicklungs-Chancen von Aktien setzen und weniger auf die stabilisierende Wirkung des Anleihensegments.

WeltInvest 100 enthält kein Anleihensegment und setzt zu 100 % auf die globalen Aktienmärkte. Es enthält die höchste Risikoklasse.

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Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Der Wert der vermittelten ETF und Indexfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen und folgenden Risiken: 1. Allgemeine Risiken von Kapitalanlagen (wie Konjunkturrisiko, Zinsänderungsrisiko), 2. Wertpapierspezifische Risiken (wie Aktienkursrisiko, Bonitätsrisiko), 3. Spezielle Risiken von Anlagen in Investmentfondsanteile, 4. Spezielle Risiken von Anlagen in ETFs und Indexfonds, 5. Spezielle Risiken bei der Abwicklung von Wertpapieraufträgen. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Risiken finden Sie hier.

Wie wird eine Anleihe versteuert?

In der Regel muss in Deutschland für Kapitalerträge aus Anleihen die Abgeltungsteuer entrichtet werden. Diese Steuer wird von der Depotbank für Sie direkt einbehalten und abgeführt. Für Detailinformationen zur Besteuerung in Ihrem konkreten Einzelfall wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater. Bitte beachten Sie, dass Ihnen unser Kundenservice keine steuerliche Beratung anbieten kann. Wir bitten um Ihr Verständnis. Weitere Informationen zum Thema Steuern finden Sie hier.