Diese Steuern betreffen
die meisten Deutschen

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Welche Arten von Steuern gibt es? Was muss ich an Steuern einplanen, wenn ich Geld anlege und Renditen erwirtschafte? Wie funktioniert die Einkommensteuer? Welche Rentenabzüge habe ich hinsichtlich Steuern zu erwarten? Und wie sieht das mit der Steuer aus, wenn ich erbe? Und was kann ich grundsätzlich steuerlich absetzen? Am Ende baut alles auf ein paar einfachen Grundpfeilern auf. 

Wer diese versteht, überblickt das Steuersystem. Diese Seite bringt Ihnen die wesentlichen Grundpfeiler näher und thematisiert private und einkommensbasierte Steuerarten wie die Einkommensteuer, Abgeltungssteuer, Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer.

Das Wichtigste in Kürze
  • Arbeitslohn = Einkommensteuer oder Lohnsteuer. Je höher das Einkommen, desto höher der Steuersatz – höchstens aber 42 %. Das ist der Spitzensteuersatz. Sie können allerhand Positionen von der Einkommensteuer absetzen. Jede Aufwendung reduziert das zu versteuernde Einkommen, wodurch die Steuerlast sinkt. Zudem profitieren alle Steuerzahler mindestens vom Grundfreibetrag.
  • Rente = Rentenbesteuerung / Einkommensteuer. 2005 trat ein neues Gesetz in Kraft, nach dem Rentner ihre Rente zu immer höheren Anteilen versteuern müssen – zusätzlich zu den Rentenabzügen, zu denen es ohnehin kommt. Auch Rentner können in ihrer Steuererklärung vieles von der Steuer absetzen.
  • Kapitalerträge = Abgeltungssteuer/ Kapitalertragsteuer. Sobald Sie an der Börse oder mit dem Sparkonto Gewinne erzielen, müssen Sie diese Gewinne mit pauschal 25 % + Solidaritätszuschlag + Kirchensteuer versteuern. Von der Abgeltungssteuer ist die Rede, wenn eine inländische Bank die Steuer selbst ans Finanzamt abführt. Ansonsten ist es Kapitalertragsteuer und Sie brauchen die Anlage KAP für Einkünfte aus Kapitalerträgen
  • Erbschaften = Erbschaftsteuer. Verwitwete Eheleute müssen ein Erbe erst ab einem Wert von 500.000 EUR versteuern – inklusive Immobilien. Bei Kindern des Erblassers ab 400.000 EUR, bei Enkeln ab 200.000 EUR. Andere Verwandte oder Nicht-Verwandte haben niedrigere Freibeträge.
  • Schenkungen = Schenkungsteuer. Bei der Schenkungsteuer gelten bis auf leicht unterschiedliche Freibeträge dieselben Steuersätze und Grundsätze wie bei der Erbschaftsteuer. Viele Familien nutzen Schenkungen, um ein hohes Erbe bereits zu Lebzeiten zu verteilen. Die Freibeträge zählen pro 10 Jahre.

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Einkommensteuer: Die Gemeinschaftssteuer auf Ihr Einkommen

  • In Deutschland muss jeder sein Einkommen versteuern. Die entsprechende Steuer wird als Einkommensteuer oder unter Arbeitnehmern auch als Lohnsteuer bezeichnet. Der Steuersatz passt sich der Höhe des Einkommens an.
  • Jeder ist einer bestimmten Steuerklasse (SK) von 1 bis 6 zugeordnet. In der Steuerklasse 1 muss man die höchsten Steuern zahlen. Sie trifft auf alle zu, die alleinstehend, dauerhaft getrennt, geschieden oder verwitwet leben. Ferner können auch Steuerklassenkombinationen gewählt werden, wie zum Beispiel die Steuerklassenkombinationen 3 und 5 sowie 4 und 4 für Ehepaare.
  • Alle Steuerzahler profitieren vom steuerfreien Grundfreibetrag. Das heißt, Steuerzahler müssen nicht Steuern auf ihr gesamtes Einkommen zahlen, sondern nur über den Grundfreibetrag hinaus. Dieser wird jedes Steuerjahr nach oben angepasst: 2020 war eine Summe von 9.408 EUR für alle Steuerzahler steuerfrei. 2021 werden es  mit 9.696 EUR 288 EUR mehr sein. 2022 bleiben voraussichtlich 9.984 EUR steuerfrei. 

Kosten von der Steuer absetzen

Hatten Sie Handwerker im Haus oder eine Haushaltshilfe? Sind Sie zur Arbeit gefahren oder haben Sie ein häusliches Arbeitszimmer, oder beides? Haben Sie in die Altersvorsorge eingezahlt? Das sind nur ein paar von vielen Positionen, die Sie von der Steuer absetzen können. 

„Von der Steuer absetzen“ bedeutet, dass Sie vom Bruttoarbeitslohn ein zu versteuerndes Einkommen ermitteln. Wenn Sie etwas absetzen, vermindern Sie das zu versteuernde Einkommen. Dadurch sinkt Ihre Steuerlast

Das funktioniert so: 

  1. Stellen Sie sich vor, Sie haben ein zu versteuerndes Einkommen von 50.000 EUR pro Jahr (Bruttoeinkommen) und haben monatlich einen Teil Ihres Lohns als Einkommensteuer ans Finanzamt abgeführt (automatisch über die Gehaltsabrechnung). 

2. Nun setzen Sie im Nachhinein in der Steuererklärung verschiedene Aufwendungen ab und haben angenommen nur noch 42.000 EUR zu versteuerndes Einkommen. 

3. Weil das Finanzamt Steuern für ein Einkommen von 50.000 EUR von Ihnen erhalten hat und Sie aber nur Steuern für 42.000 EUR hätten zahlen müssen, berechnet das Finanzamt die steuerliche Differenz und erstattet sie.  

Bei manchen steuerlich absetzbaren Ausgaben gelten allerdings Höchstgrenzen: So erkennt das Finanzamt bei Handwerkerkosten beispielsweise nur 20 % an – höchstens aber 1.200 EUR. Bei der Pendlerpauschale dürfen Sie immer nur eine von beiden Strecken zum Betrieb oder Büro berechnen – also die Hinfahrt oder die Rückfahrt mit  30 Cent pro Kilometer. 

Viele weitere Steuertipps erhalten Sie auf der Seite zum Thema Steuern sparen.

Verdienen Sie nebenher noch etwas dazu? 

Auch solche Einkünfte – etwa aus Mieteinnahmen oder aus selbstständigem Nebenerwerb – unterliegen der Einkommensteuer. In der Einkommensteuertabelle ist je Einkommenshöhe ein Durchschnittssteuersatz und ein Grenzsteuersatz zu erkennen. 

Unterschied: Der Durchschnittssteuersatz gibt an, wie viel Cent Sie beim normalen Arbeitseinkommen von einem Euro ans Finanzamt entrichten. Der Grenzsteuersatz zählt für alle weiteren Einkünfte, die sie erst später rückwirkend für das Steuerjahr versteuern. Er umfasst höchstens 42 %. Einen weiteren Grundfreibetrag gibt es hier nicht, weil der Grundfreibetrag nur einmal pro Person pro Steuerjahr gilt.

Steuern bei Rentnern

2005 kam eine Rentenreform, die im Wesentlichen die nachgelagerte Besteuerung sowie Steuervorteile bei privater Altersvorsorge vorsieht. Das bedeutet in der Kurzform: Die früher steuerfreien Renten müssen bis 2040 zu immer höheren Anteilen versteuert werden. Wer aber beispielsweise in die Riester- oder Rürup-Rente einzahlt, darf bis dahin teils hohe Summen von der Steuer absetzen. 

 

Die Zeit zwischen 2005 und 2040 wird Übergangsphase genannt. Müssten Rentner, die bis 2005 keine Steuern zahlen mussten, plötzlich 100 % ihrer Rente versteuern, wäre das unfair. Jene Rentner, die schon seit vor 2005 nicht mehr arbeiten und die Neurentner eines jeden Jahres erhalten daher einen pauschalen Rentenfreibetrag, der sich prozentual an den Renteneinkünften des ersten vollen Rentenjahrs orientiert

2020 sind es noch 20 %, 2030 nur noch 10 % und ab 2040 entfällt der Rentenfreibetrag für alle Neurentner. Wer vorher schon in Rente ging und noch einen Rentenfreibetrag erhalten hat, behält diesen bis zum Lebensende. Der Prozentwert betrifft stets nur den aktuellen Rentner-Jahrgang des betreffenden Jahres.

Das funktioniert so: 

  1. Stellen Sie sich vor, dass Sie 2020 in Rente gehen. Dann steht Ihnen laut Gesetz ein Rentenfreibetrag in Höhe von 20 % zu. 
  2. Wenn Sie dann im ersten vollen Rentenjahr vom 01.01. bis 31.12. Renteneinkünfte etwa von 15.000 EUR erzielen, umfasst Ihr Rentenfreibetrag 3.000 EUR. Die 3.000 EUR sind die 20 % der erhaltenen Gesamtrente von 15.000 EUR.
  3. Diese 3.000 EUR (Rentenfreibetrag) sind bis zum Lebensende jedes Steuerjahr steuerfrei.  

Als Rentner müssen Sie alles über den Grundfreibetrag sowie den Rentenfreibetrag und weitere eventuelle Freibeträge hinaus mit der Einkommensteuer versteuern. Dazu kommen Rentenabzüge für die Krankenkasse

Tatsächlich muss nur ein Bruchteil aller Rentner Steuern zahlen. Das kann verschiedene Gründe haben: Einige Rentner haben niedrigere Renteneinkünfte, andere haben wiederum einen hohen Rentenfreibetrag oder setzen sehr viel von der Steuer ab. Meistens spielen alle drei Punkte zusammen. 2015 zahlten beispielsweise lediglich 27 % aller Rentner Steuern – die Steuerlast hält sich normalerweise jedoch in Grenzen, zumal der Einkommensteuersatz im Alter generell niedriger ist als zu Arbeitszeiten. 

Auf unseren Seiten zur Steuererklärung für Rentner sowie zu den Rentenabzügen setzen wir uns mit den einzelnen Themen auseinander. Auf der Seite zur Rentenbesteuerung erfahren Sie noch mehr zur Rentensteuer allgemein.

Abgeltungssteuer: Das Wichtigste im Überblick

  • Die Abgeltungssteuer ist für jeden relevant, der verzinst spart oder an der Börse investiert und Gewinne erzielt. Sie heißt Abgeltungssteuer, weil Banken in Deutschland sie automatisch ans Finanzamt abführen und die Steuerlast damit „abgegolten“, sprich, beglichen ist.
  • Entgegen der weit verbreiteten Annahme, hat die Abgeltungssteuer 2009 die Kapitalertragsteuer nicht ersetzt, sondern ist heute eine Unterform von dieser. Die Kapitalertragsteuer existiert weiterhin. Unterschied: Die Abgeltungssteuer wird automatisch ans Finanzamt abgeführt, die Kapitalertragsteuer nicht. Es trifft entweder die eine oder die andere Steuer an, wobei die Prozentsätze dieselben sind.
  • Zu versteuern ist immer nur der Ertragsanteil – wenn Sie mit einem ETF-Portfolio beispielsweise 200 EUR Gewinn machen, müssen Sie davon 25 % + 5,5 % Solidaritätszuschlag (Soli) + 8 oder 9 % Kirchensteuer an den Staat entrichten. In Summe sind es höchstens 27,99 %. 

Abgeltungssteuer oder Kapitalertragsteuer?

Das Steuersystem war vor der Abgeltungssteuer deutlich komplexer: Je nach Art der Geldanlage und des Gewinns fielen verschiedene Steuersätze an. Sofern der persönliche Einkommensteuersatz höher als der jeweilige Steuersatz war, galt dieser als bindend und man entrichtete mehr Steuern als andere. 

Die Abgeltungssteuer wurde eingeführt, um das System a) zu vereinheitlichen und b) zu vereinfachen. Denn vorher mussten Anleger stets die Anlage KAP für Einkünfte aus Kapitalerträgen ausfüllen, um diese zu versteuern. Nunmehr führen inländische Banken die Steuer automatisch an die Finanzbehörden ab und Anleger müssen nichts mehr tun. 

Bei ausländischen Depots oder Konten funktioniert das aber nicht. Anleger brauchen dort deshalb weiterhin die Anlage KAP und zahlen Kapitalertragsteuer statt Abgeltungssteuer. Der Steuersatz ist bei beiden identisch. Sie unterscheiden sich tatsächlich nur darin, dass Banken die Abgeltungssteuer automatisch abführen.

Ausnahme: 

Obwohl Sie bei WeltSparen Tagesgeld und Festgeld bei unseren Partnerbanken im europäischen Ausland anlegen, kann möglicherweise eine Quellensteuer anfallen, je nach Land, in dem die Bank ansässig ist. Denken Sie außerdem an Ihren Freistellungsauftrag, um im laufenden Jahr vom Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 EUR zu profitieren.

Freistellungsauftrag

Zusätzlich zur Abgeltungssteuer hat sich der Bund den sogenannten Sparerpauschbetrag und damit den Freistellungsauftrag ausgedacht. Anleger können so Renditen bis zu 801 EUR pro Steuerjahr steuerfrei einbehalten. 

Wenn sie einen Freistellungsauftrag erteilen, führen die Banken bis hin zu Renditen der entsprechenden Höhe keine Steuer ans Finanzamt ab. Für steuerlich zusammen veranlagte Ehepaare gilt ein Sparerpauschbetrag bis zu 1.602 EUR pro Steuerjahr. 

Mehr Details finden Sie auf den Seiten zur Abgeltungssteuer sowie zur Kapitalertragsteuer. Auf der Seite zur Anlage KAP erfahren Sie, in welchen Fällen Sie die Anlage weiterhin ausfüllen und mit einreichen sollten und warum.

Vererben und verschenken sind meist steuerfrei

  • Erben und Beschenkte müssen den erhaltenen Wert versteuern, aber je nach Grad der Verwandtschaft erst ab sehr hohen Summen von bis zu 500.000 EUR. Die meisten Deutschen erreichen solche Summe nicht und müssen sich mit der Erbschaftsteuer oder Schenkungsteuer daher nicht auseinandersetzen. 
  • Immobilien sind in den vererbten oder verschenkten Werten enthalten – unter Umständen sind sie aber steuerfrei, wenn man sie als Erbe oder Beschenkte selbst über einen bestimmten Zeitraum weiter nutzt. 
  • Mit dem Grad der Verwandtschaft ist die biologische Verwandtschaft bzw. ein Eheverhältnis nach Recht gemeint, nicht die emotionale Verwandtschaft. Was selbstverständlich wirkt, ist es nicht. Denn das Erbe kann sehr schnell zu einem Streitherd innerhalb von Familien werden. 

 

In den Artikeln zur Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer erklären wir das näher. Beide Steuern sind sehr ähnlich, weil sie im gleichen Gesetz verankert sind. Sie haben bis auf zwei kleine Unterschiede die gleichen Freibeträge und auch Steuerklassen und Steuersätze.