Ich habe 20.000 EUR – Wie soll ich den Betrag anlegen?

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Wer vor der Finanzkrise 2008 / 2009 eine Summe von 20.000 EUR auf einem Sparkonto hatte, konnte noch bis zu 4,5 % Zinsen im Jahr erwirtschaften. Das waren also bis zu 900 EUR im Jahr und im nächsten Jahr durch den Zinseszins noch mehr. Und heute? Heute sind deutsche Sparkonten laut Bundesbank zinsfrei und Guthaben erleiden Kaufkraftverluste durch Inflation. Wohin also mit dem Ersparten? Wer heute 20.000 EUR gespart hat, muss sich entscheiden: Risiko oder Sicherheit? Chancen zu hohen Renditen oder absolut sicheres Sparen mit Zinsen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Schuldentilgung und eine Reserve von mindestens 3 Monatseinkommen haben Priorität vor der Geldanlage.
  • Hohe Renditen von mehreren Prozent im Jahr sind durch das Zinstief nur noch mit risikoreicheren Investitionen in Aktien ETFs erreichbar.
  • Wer das Geld auf dem Girokonto oder klassischen Sparbuch lässt, riskiert Wertverluste durch Inflation. In den Jahren 2016 bis 2019 umfasste die durchschnittliche Inflation 1,5 % pro Jahr. Mit attraktiv verzinstem Tagesgeld über WeltSparen lässt sich der Wertverlust des Geldes eindämmen, mit Festgeld sogar ausgleichen.
  • Es lohnt sich in ein breit diversifizierten Mix aus mehreren sicheren wie auch chancenreichen Geldanlagen zu investieren. Beispielsweise je 50 % für sichere und risikoreichere Bausteine oder 25 % und 75 % für je eine Seite.

Ist-Situation: Was bedeuten Zinstief und Inflation bei 20.000 EUR?

Das Zinstief beschreibt die seit 2016 andauernden und historisch tiefen Null-Prozent-Leitzinsen sowie den Minuszins für Spareinlagen der Europäischen Zentralbank. Die Inflation beschreibt die jährliche Zunahme des Preisniveaus und damit verbunden den Kaufkraftverlust von auf Sparkonten vorhandenen Guthaben. Wenn die Konten keine ausreichenden Zinsen mehr ausschütten, um den Wertverlust durch Inflation zu kompensieren, so kann man mit dem Guthaben immer weniger kaufen. 

Vor allem sicherheitsorientierte Sparer leiden unter dieser Situation. Wir verweisen dabei auf das klassische Anlagedreieck. In diesem werden die drei hauptsächlichen Eigenschaften einer Geldanlage in je einer Ecke platziert: Rendite, Sicherheit und Liquidität / Flexibilität.

AnlagedreieckAnlagedreieckAnlagedreieck

Das Anlagedreieck stellt anschaulich dar, dass immer nur zwei der drei konkurrierenden Ziele erreichbar sind. Der Fokus liegt also immer auf zwei Zielen, sodass ein drittes vernachlässigt werden muss, wie folgt beschrieben: 

  • Eine Geldanlage mit hoher Sicherheit und hoher Liquidität bzw. hoher Flexibilität ist wenig rentabel.
  • Eine Geldanlage mit hoher Rentabilität und hoher Sicherheit ist meist nicht liquide bzw. an eine bestimmte Laufzeit gebunden.
  • Eine Geldanlage mit hoher Rentabilität und schneller Verfügbarkeit sind riskant bzw. weisen eine niedrige Sicherheit auf.


Das heißt, Anleger müssen bei einer Geldanlage in der Regel Kompromisse vorsehen. Somit ist es durchaus relevant, die persönlichen Ziele und Erwartungen im Voraus klar zu definieren. Denn wer beispielsweise 100 % Sicherheit als Hauptziel definiert, kann nicht erwarten, hohe Renditen zu erzielen. 

Vor etwa 15 Jahren zählten  klassische Sparkonten bei deutschen Banken – etwa Tagesgeld oder Festgeld – in diesem Dreieck noch zu den renditeträchtigen Geldanlagen. Heute ist das schon umständlicher: Denn ist die Anlageform sehr sicher und flexibel, so wirft sie kaum Zinsen ab – bei hiesigen Banken sind klassische Anlagen heute oft sogar komplett zinsfrei. Manche Banken reichen den Minuszins oder sogenannte Negativzinsen der EZB sogar schon an die Sparer weiter – meist an Unternehmer und wohlhabende Verbraucher –, was effektive Verluste über die Inflation hinaus hervorruft.   

Wer vom Strafzins nicht betroffen ist, muss mindestens die Inflation beachten. Das Statistische Bundesamt nimmt an, dass die Inflationsrate 2020 und 2021 niedriger als im Durchschnitt der Jahre zuvor ausfallen wird und schätzt Werte von 0,6 % (2020) und 1,2 % (2021). Um selbst die tieferen Inflationsraten auszugleichen, sollten Sparer aber darauf achten, Sparkonten mit deutlich höheren Zinsen abzuschließen.  

Denn wer sich nicht mit der Inflation auseinandersetzt, riskiert bei 20.000 EUR schon einen Verlust der Kaufkraft. Nehmen wir uns die durchschnittliche Inflation von 1,5 % im Beobachtungszeitraum von 2016 bis 2019 vor: Hätten wir am 01.01.2016 unsere 20.000 EUR auf einem wie heute unverzinsten Sparbuch belassen, dann wären diese zum 31.12.2019 nur noch 18.843,68 EUR wert gewesen. Im Sparbuch stehen zwar immer noch 20.000 EUR, man kann aber nur noch entsprechend weniger davon kaufen, weil die Preise von Waren und Dienstleistungen gestiegen sind.

Ein Lichtblick sind die WeltSparen Konten bei EU-ausländischen Partnerbanken. Mit denen profitieren Sparer von überdurchschnittlichen Zinsen auf Tages- und Festgeld.  Insbesondere bei den Festgeldern mit Zinsen bis zu 1,80 % bestehen gute Chancen, die Inflation auszugleichen, wenn nicht sogar zu übertreffen. 

Gedanken machen: Was möchte ich bis wann erreichen?

  • Welche finanziellen Ziele haben Sie in den nächsten Jahren? 
  • Wie viel Risikobereitschaft ist erforderlich, um diese Ziele mit den vorhandenen 20.000 EUR zu erreichen? 
  • Welche Sicherheitsbedürfnisse müssen für Sie erfüllt sein und welche Renditewünsche sind dementsprechend realistisch? 

Zwei weitere Faktoren sind für Sparer wichtig: Und zwar eventuell vorhandene Schulden und die Reserve von mindestens drei Monatseinkommen. Vor dem Vermögensaufbau sollten Anleger zuerst Schulden aus beispielsweise laufenden Krediten abbezahlen und sich im Anschluss eine Reserve aufbauen, bevor sie das Geld anlegen. Die Ausgangslage entscheidet somit darüber, was mit den 20.000 EUR oder entsprechenden Teilsummen passiert. 

Keine Schulden? Reserve vorhanden? Gut, dann kommen wir auf ihre persönlichen Ziele zurück und welche durchschnittliche Rendite Ihre Geldanlage dafür erzielen müsste: 

Beispiel: Immobilie kaufen & Vermögensaufbau

20.000 EUR reichen heute wahrscheinlich nicht, um die Kaufnebenkosten zu finanzieren, würden Sie eine Immobilie kaufen und dafür einen Kredit aufnehmen. Allgemein verlangen Banken Eigenkapital von 20 % des Kaufpreises für die Finanzierung einer Immobilie. Nehmen wir an, dass Sie in zehn Jahren eine Immobilie im Wert von 400.000 EUR kaufen möchten. 80.000 EUR müssten dann schon vorhanden sein. 

Können Sie Ihre Ersparnisse von 20.000 EUR in zehn Jahren vervierfachen? 

Für eine Vervielfachung des Anlagebetrages benötigen Anleger auch etwas Glück. Denn würde man die 20.000 EUR nur einmal investieren und dann abwarten, dann bräuchte es über einen Zeitraum von zehn Jahren einen hohen durchschnittlichen Kurszuwachs von 15,42 % im Jahr bei laufenden Kosten von 0,48 % p.a., um den Endwert 80.000 EUR zu erreichen. Zum Vergleich: In den vergangenen zehn Jahren erzielten globale Aktien des MSCI World eine durchschnittliche Rendite von 11,3 % p.a. (Quelle: MSCI, Stand: August 2020). Es ist allerdings völlig offen, ob Aktien in den nächsten zehn Jahren genauso stark abschneiden werden, wie in der vergangenen Dekade. 

Würden Sie im Rahmen eines Sparplans zusätzlich 100 EUR monatlich investieren, braucht es immer noch einen durchschnittlichen Kurszuwachs von 11,84 % im Jahr. 

Realistischer wäre das Vorhaben, auch hinsichtlich der bestehenden Risiken, mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Dann bräuchte es ohne monatlichen Sparplan eine durchschnittliche Rendite von 7,69 % im Jahr oder mit 100 EUR pro Monat nur noch 4,47 % pro Jahr. Solche durchschnittlichen Renditen sind realistisch, obwohl vergangene Wertentwicklungen kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen sind. 

Was dieses Beispiel verdeutlicht: 

Um Renditen in dieser Höhe zu erzielen, sind Investitionen etwa in Aktien, Fonds oder ETFs erforderlich. Mit klassischen Sparkonten kommen Sie nicht so weit. Handelt es sich aber um andere Wünsche, die eventuell auch schon mit etwa 20.000 EUR bezahlbar wären, können Sie sich für eine der klassischen Sparoptionen entscheiden. 

In diesem Fall ginge es weniger um den Vermögensaufbau, sondern darum, die 20.000 EUR abzusichern und zu parken. Für eine Weltreise über ein Jahr fallen beispielsweise – wenn man etwas sparsamer reist – rund 12.000 EUR pro Person an. Beim Wunsch eines neuen Autos ließe sich mit 20.000 EUR auch schon etwas Ordentliches kaufen. 

Sicherheitsbewusst: Was mache ich mit meinen 20.000 EUR, wenn ich auf Sicherheit setzen möchte?

Die nachstehenden Ideen erweisen sich als sinnvoll, wenn …

  1. Sparer schlicht ohne Risiko sparen möchten.
  2. Sparer vorerst noch nicht wissen, welche chancenreicheren Investitionen sie vornehmen möchten.
  3. Sparer die Summe sicher verwahren möchten, wenn sie Wertverluste vermeiden und in den nächsten Jahren anstehende Investitionen leisten möchten, die sie mit dieser Summe bereits bezahlen können.

 

Tagesgeld

Tagesgeld eignet sich vor allem für kurzfristige Anlagen, um das Geld also für kurze Zeit zu parken und dann weiterzuverwenden. Dank seiner flexiblen und sicheren Eigenschaften ist Tagesgeld also gut geeignet, um die Reserve von mindestens 3 Monatseinkommen anzusparen sowie zu verwahren

Man kann jederzeit auf das Geld zugreifen sowie etwas einzahlen oder abheben. Das Guthaben ist durch die Einlagensicherung bis zu 100.000 EUR pro Kunde und Bank geschützt, beispielsweise im Insolvenzfall der Bank. Die Einlagensicherung gilt generell für alle Banken innerhalb der EU, da es sich um eine EU-weite Richtlinie handelt. 

Die Zinsen der WeltSparen Partnerbanken im EU-Ausland sind höher als in Deutschland, unter anderem, weil sich das Zinstief dort nicht so massiv wie in Deutschland auswirkt. So können Sparer der Inflation entgegenwirken und bei langfristiger Anlage vom Zinseszinseffekt profitieren. 

 

Festgeld

Festgeld ist für alle sinnvoll, die ihr Geld für eine vorbestimmte Laufzeit sicher und inflationsgeschützt anlegen wollen. Über die Laufzeit ist der Zins garantiert. 

Sie möchten in drei Jahren ein neues Auto für 20.000 EUR kaufen? Dann könnten Sie die 20.000 EUR heute auf einem Festgeldkonto mit einer Laufzeit von 5 Jahren anlegen. Der Wert bleibt durch den höheren Zinssatz inflationsgeschützt und in 5 Jahren erhalten Sie das Geld samt der Zinsen zurück. Durch die Zinsgarantie wissen Sie bereits vorher, wie viel Gewinn Sie mit dem Festgeld erzielen werden. Die Einlagensicherung schützt auch hier Guthaben bis zu 100.000 EUR pro Kunde und Bank, und zwar EU-weit. 

Ein Festgeldkonto lässt sich nicht vor dem Ende der Laufzeit auflösen. Dass Sie also zwischendurch nicht an das Geld kommen, ist der wesentliche Unterschied zum Tagesgeldkonto. Auch weisen Festgelder keinen Zinseszinseffekt auf, weil die Zinsen nur einmal zum Laufzeitende berechnet werden. 

Dafür sind die Zinsen höher: Bei Festgeldern über WeltSparen erhalten Sie momentan bis zu 1,80 % im Jahr. Das übertrifft insbesondere die vom Statistischen Bundesamt erwarteten Inflationsraten von 2020 und 2021. 

Beispiele

Anlagesumme 20.000 EUR
Laufzeit 3 Jahre
Länderrating BBB
Zinsen 1,45 % p.a.
Gewinn 870 EUR
Auszahlbar nach 3 Jahren 20.870 EUR
Anlagesumme 10.000 EUR
Laufzeit 2 Jahre
Länderrating BBB
Zinsen 1,35 % p.a.
Gewinn 270 EUR
Auszahlbar nach 2 Jahren 20.270 EUR

295.000+
zufriedene Kunden

Flexgeld

Wer sich die höheren und festen Zinsen von Festgeld sichern aber trotzdem flexibel bleiben möchte, kann sich für Flexgeld entscheiden. Dabei handelt es sich um Festgeldkonten mit etwas niedrigeren Zinsen als normal, die sich auch vor Laufzeitende kostenlos auflösen lassen. Wer das Konto aber vor Laufzeitende auflöst, muss auf die Zinsen verzichten, bekommt aber die Anlagesumme vollständig zurück. 

Altersvorsorge

12,8 Millionen Deutsche besitzen eine Riester-Rente oder Rürup-Rente / Basisrente. Vor allem bei der Rürup-Rente kann es sich lohnen, hohe Summen zusätzlich einzuzahlen. Einerseits nimmt dadurch die monatliche Rente zu, andererseits können Rürup-Anleger fast den kompletten Betrag  der zusätzlich investierten 20.000 EUR von der Steuer absetzen. Das senkt die Steuerlast enorm. Dieses Geld können Sie wiederum investieren. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel zur Rürup-Rente und Steuer. Wenn die Rente mit ETFs verbunden ist sind durch die zusätzlichen 20.000 EUR hohe Gewinne erwartbar.

Edelmetalle

Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten an den Finanzmärkten entscheiden sich immer mehr Anleger dafür, in Gold zu investieren – hierzulande häufig mit dem Wunsch Vermögen in Krisenzeiten abzusichern. Im Jahr 2020 erzielte der Goldpreis in der Tat einen neuen Rekordwert von rund 1.737 EUR pro Feinunze. Das Interesse an dem Edelmetall ist also größer denn je, aber stellt Gold tatsächlich eine sinnvolle Geldanlage dar? 

Wollen Sie Gold kaufen, haben Sie die Wahl zwischen Goldbarren und Münzen oder Wertpapieren, die die Entwicklung des Goldpreises nachbilden. Wer dabei Gold als Sicherheit in Krisenzeiten zur Seite legen möchte, kann physisches Gold kaufen. Wer sein Aktienportfolio diversifizieren möchte, kann auf bestimmte Wertpapiere setzen. Das können beispielsweise sogenannte Exchange Traded Commodities (ETCs), also  börsengehandelte Rohstoffe, sein. 

Grundsätzlich sollten sich Anleger im Vorfeld aber genau über die Vor- und Nachteile der einzelnen Formen informieren, um nicht ungewollt Risiken einzugehen. Auch wenn Gold für viele Anleger für Wertbeständigkeit steht, muss zwischenzeitlich mit erheblichen Preisschwankungen gerechnet werden. Im Vergleich zu anderen klassischen Anlageformen hat die Investition in das gelbe Edelmetall außerdem einen entscheidenden Nachteil: Gold wirft keine laufenden Erträge, Dividenden oder Zinsen ab. Das heißt, die Rendite wird beim Goldinvestment alleine durch Preisveränderungen bzw. Kurssteigerungen bestimmt. 

Diese Kurssteigerungen und Preisänderungen werden letztlich vom Verhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmt sowie einigen schwer absehbaren Einflussgrößen: darunter die Förderpolitik der Goldproduzenten, die Goldkäufe und -verkäufe der Zentralbanken,, sowie politische oder wirtschaftliche Ereignisse. Die Preisentwicklung ist auch stark vom Kurs des US-Dollars abhängig. Der Preis von Gold steigt besonders in unsicheren Zeiten – er kann sich dann  genau entgegengesetzt zum Aktienkurs entwickeln. Das muss aber nicht so sein. Während der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass der Goldpreis und die globalen Aktienkurse auch gleichzeitig steigen können. Eine präzise Voraussage, in welche Richtung sich der Goldpreis bewegt, ist daher nicht möglich. 

Diese vielen Faktoren führen dazu, dass Gold als Einzelinvestition eher suboptimal ist. Sinnvoller ist eine Diversifikation des Anlageportfolios mit Edelmetallen, da Goldpreise wenig mit den Aktienkursen korrelieren. Daraus kann ein risikomindernder Effekt herbeigeführt werden. Auch dies sollte allerdings nicht unterschätzt werden: Mehr als zehn Prozent macht der Goldanteil in einem diversifizierten Portfolio in der Regel nicht aus.

Chancenorientiert: Was kann aus meinen 20.000 EUR werden, wenn ich mich für risikoreichere Investitionen entscheide?

Risikoreichere Investitionen erweisen sich als sinnvoll, wenn …

  1. Anleger das vorhandene Kapital für anstehende Investitionen in ferner Zukunft noch deutlich vermehren müssen.
  2. Anleger – auch unabhängig von anstehenden Investitionen – deutlich höhere Renditen als mit klassischem Sparen erreichen möchten.
  3. Anleger sich auf ausreichende Anlagehorizonte von mehreren Jahren einlassen können und das Geld in den nächsten paar Jahren nicht brauchen.

Hinweis: Chancenorientiert / risikoreich bedeutet nicht, dass alle Investitionen an der Börse mit sehr hohen Risiken verbunden sind. Es existieren auch chancenreiche Geldanlagen mit überschaubaren Risiken. Ferner können Anleger das Risiko eindämmen, indem sie verschiedene Investitionen vornehmen und so ihr Portfolio diversifizieren. Es ist in der Hinsicht auch denkbar, sowohl sichere als auch chancenreiche Bausteine auszusuchen und die 20.000 EUR auf diese Bausteine zu verteilen.

Aktien

Ist von der Börse die Rede, sind Aktien das erste, was den Menschen einfällt. Immerhin waren im Jahr 2019 allein in Deutschland mehr als 423 Milliarden Euro in Aktien investiert. 1980 waren es nur rund 4,2 Milliarden Euro. 

In bestimmte Unternehmen zu investieren und Aktien von diesen zu erwerben, kann sich lohnen, um sehr hohe Renditen zu erwirtschaften

Jedoch sind Aktien auch mit den höchsten Risiken verbunden. Anleger brauchen Kenntnisse, um einschätzen zu können, bei welchen Unternehmen sich der Kauf von Anteilen langfristig lohnt. Spekulationen und kurzfristigen Investitionen sind im Sinne des Vermögensaufbaus daher nicht sinnvoll. Wer sich aber auskennt und mit einem Teil der 20.000 EUR oder auch der kompletten Summe auf die richtigen Aktien setzt, kann hohe Gewinne erzielen. Allgemein empfiehlt sich aber, in mehrere Anlagen zu investieren, um das auch hier unvermeidliche Risiko zu streuen und damit zu optimieren.

Anleihen

Anleihen sind die etwas sicherere Alternative zu Aktien

Es handelt sich um festverzinsliche Wertpapiere, die je nach Bonität des Herausgebers höhere oder niedrigere Zinsen aufweisen. Bundesanleihen lohnen sich in diesem Kontext beispielsweise eher nicht, weil Deutschland eine sehr hohe Bonität hat und die Zinsen am Nullpunkt stehen. Das verdeutlicht auch, dass Staaten zu den Herausgebern zählen, ebenso wie Unternehmen. 

Anleihen sind mit einer klaren Laufzeit versehen. Wer in sie investiert, hat aber auch die Chance, die Wertpapiere zwischenzeitlich zu verkaufen und dabei von Kursgewinnen zu profitieren. Ähnlich wie bei Aktien sind Kenntnisse erforderlich, um in Anleihen zu investieren. Sowohl Aktien als auch Anleihen können statt einzeln auch in Form von Fonds erworben werden. 

Aktive Fonds (z.B. Aktienfonds oder Rentenfonds)

Wer nicht in einzelne Aktien investieren möchte, kann sich für aktive Fonds entscheiden. Sie bündeln viele verschiedene Aktien (Aktienfonds) oder auch andere Wertpapiere wie Anleihen (Rentenfonds). Ein Fondsmanagement organisiert den Fonds aktiv und stellt ihn immer wieder neu zusammen, um die höchstmögliche Rendite zu erreichen. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich durchschnittlich auf 2,26 % im Jahr bei aktiven Mischfonds. 

Das Prinzip ist, dass viele Anleger in den Fonds einzahlen und dass dessen Management das Geld wiederum auf die verschiedenen im Fonds enthaltenen Wertpapiere verteilt. Diese entwickeln sich idealerweise positiv und am Ende können sich Anleger ihre erworbenen Fondsanteile inklusive Rendite wieder auszahlen lassen.

Weil Fonds die Diversifikation in einzelne Wertpapiere übernehmen – es ist trotzdem sinnvoll, in mehrere Fonds zu investieren –, erfordern sie keine besonderen Kenntnisse

Durch den Zinseszinseffekt entfalten aktive Fonds – sofern sie thesaurierend, also wiederanlegend sind – vor allem bei Investitionen über mehrere Jahre ihre volle Kraft. Bei den Investitionen sind aber auch Ausgabeaufschläge zu erwarten, die bei passiven ETFs beispielsweise entfallen. 

Beispiel 1:

  • Anlagesumme: 20.000 EUR einmalig + 50 EUR monatlich fortlaufend
  • Anlagedauer: 15 Jahre
  • Jährlicher Kurszuwachs: durchschnittlich 5 %
  • Gesamtkosten: durchschnittlich 2,26 % p.a. (inklusive Ausgabeaufschläge)
Fondswert nach 1 Jahr 21.140,78 EUR
… nach 3 Jahren 23.514,23 EUR
… nach 7 Jahren 28.651,97 EUR
… nach 11 Jahren 34.358,77 EUR
… nach 15 Jahren 40.697,64 EUR
Rendite durch Kurszuwachs / Zinseszins 11.697,64 EUR
Selbst investierte Summe 29.000 EUR

Beispiel 2:

  • Anlagesumme: 10.000 EUR einmal + 100 EUR monatlich fortlaufend
  • Anlagedauer: 15 Jahre
  • Jährlicher Kurszuwachs: durchschnittlich 5 %
  • Gesamtkosten: durchschnittlich 2,26 % p.a. (inklusive Ausgabeaufschläge)
Fondswert nach 1 Jahr 11.483,31 EUR
… nach 3 Jahren 14.569,39 EUR
… nach 7 Jahren 21.249,78 EUR
… nach 11 Jahren 28.670,08 EUR
… nach 15 Jahren 36.912,23 EUR
Rendite durch Kurszuwachs / Zinseszins 8.912,23 EUR
Selbst investierte Summe 28.000 EUR

ETFs (Exchange Traded Funds)

ETFs funktionieren vom Prinzip her ähnlich wie aktive Fonds, können aber auf das Fondsmanagement verzichten. Stattdessen bilden sie einen bestehenden Index wie den DAX oder den MSCI World ab und möchten dessen Rendite selbst erreichen. Durch das nicht vorhandene Fondsmanagement sind die Gesamtkosten deutlich niedriger. 

Bei den ETF-Portfolios von Raisin Invest fallen beispielsweise Gesamtkosten von durchschnittlich nur 0,48 % im Jahr an. Zudem haben Anleger die Wahl aus vier verschiedenen Portfolios mit vier Risikoklassen. Den standardisierten Aktien-ETFs kann zu verschiedenen prozentualen Anteilen auch ein Anleihen-ETF hinzugefügt werden, um das Risiko weiter zu streuen. 

Wer chancenreicher anlegen möchte, kann etwa das ETF-Portfolio mit 100 % Aktien, sprich, den ETF Robo Advisor 100 wählen. Wer sich mehr Sicherheit wünscht, wählt beispielsweise das ETF Robo Advisor 50-Portfolio mit 50 % Aktien-ETFs sowie 50 % Anleihen-ETF. Grundsätzlich sind alle Portfolios durch mehrere in ihnen enthaltene ETFs diversifiziert. Deshalb sind sie sehr einfach, erfordern kein Fachwissen und wurden unter anderem von Finanztip schon mehrfach empfohlen.

Beispiel 1:

  • Anlagesumme: 20.000 EUR einmalig + 50 EUR monatlich fortlaufend
  • Anlagedauer: 15 Jahre
  • Jährlicher Kurszuwachs: durchschnittlich 5 %
  • Gesamtkosten: durchschnittlich 0,48 % p.a.
Wert des ETFs nach 1 Jahr 21.514,35 EUR
… nach 3 Jahren 24.750,52 EUR
… nach 7 Jahren 32.143,51 EUR
… nach 11 Jahren 40.959,49 EUR
… nach 15 Jahren 51.472,37 EUR
Rendite durch Kurszuwachs / Zinseszins 22.472,37 EUR
Selbst investierte Summe 29.000 EUR

Beispiel 2:

  • Anlagesumme: 10.000 EUR einmalig + 100 EUR monatlich fortlaufend
  • Anlagedauer: 15 Jahre
  • Jährlicher Kurszuwachs: durchschnittlich 5 %
  • Gesamtkosten: durchschnittlich 0,48 % p.a. 
Wert des ETFs nach 1 Jahr 11.678,96 EUR
… nach 3 Jahren 15.266,90 EUR
… nach 7 Jahren 23.463,50 EUR
… nach 11 Jahren 33.237,78 EUR
… nach 15 Jahren 44.893,40 EUR
Rendite durch Kurszuwachs / Zinseszins 16.893,40 EUR
Selbst investierte Summe 28.000 EUR

Anhand der ETF-Beispiele ist erkennbar, dass ETFs nur durch ihre niedrigeren Gebühren im Vergleich zu aktiven Fonds eine deutlich höhere Rendite erzielen können. Die verwendeten Konditionen beider Beispiele sind bis auf die Gebühren dieselben wie bei den aktiven Fonds. In Beispiel 1 umfasst der Renditeunterschied 10.774,73 EUR. Im zweiten Beispiel unterscheiden sich die Renditen um 7.981,17 EUR.

Immobilienfonds

Prinzipiell sprechen wir bei Immobilienfonds (mehr zu offenen Immobilienfonds) auch von aktiven Fonds. Sie beinhalten aber mehrheitlich Aktien von Immobilienunternehmen und sind daher attraktiv für Anleger, die ihr Geld immobiliennah anlegen möchten, sich aber keine Immobilie leisten können. Ebenso sind sie attraktiv, wenn man frei von der mit echten Immobilien verbundenen Verantwortung sein möchte. Mehr zu den Risiken solcher Immobilienfonds und zu Fristen lesen Sie auf der oberhalb verlinkten Seite. 

Geschlossene Immobilienfonds sind eine Alternative dazu. Sie konzentrieren sich auf ein bestimmtes Projekt und erfordern eine hohe Investitionssumme, oft auch über 20.000 EUR hinaus. Weil es sich nur um das eine Projekt dreht, sind sie risikoreicher als offene Immobilienfonds, die hingegen mehrere Projekte beinhalten. 

 

Crowdinvesting

Eine andere Art und Weise, in Immobilien oder auch in andere Renditeprojekte zu investieren, stellt das Crowdinvesting dar. Anlegern muss beim Crowdinvesting bewusst sein, dass die attraktiv wirkenden Renditen von 5 % bis 7,5 % im Jahr ebenso mit Risiken verbunden sind wie bei jeder anderen modernen Geldanlage auch

Die ausgeschriebenen, einzelnen Projekte können diese Rendite erreichen, aber es besteht keine Garantie. Rentieren sich die Projekte unerwarteterweise nicht, dann kann es zu Verlusten kommen. Die Risiken sind vor allem bei Startups, die sich über Crowdinvesting finanzieren, ausgeprägter als etwa bei Immobilien oder mittelständischen Unternehmen.

 

P2P-Kredite

Unter P2P-Krediten werden Kredite von Privatpersonen an andere Privatpersonen verstanden. Hierfür existieren mehrere Portale. Anlegern bieten diese Portale die Chance, wie eine Bank Kredite zu vergeben und durch Zinsen Gewinne zu erzielen. 

Jedoch können die Risiken auch hier höher sein. Meist wenden sich die Kreditnehmer an solche Plattformen, die durch ihre Bonität bei anderen Banken keinen preiswerteren Kredit erhalten haben. Es kann also sein, dass die Kreditnehmer bei schlechter Bonität zwischendrin nicht mehr für ihre Raten aufkommen können

Die Plattformen versprechen Anlegern zwar einen Ausfallschutz, dieser basiert aber auf verschiedenen Sicherheitsmechanismen sowie Richtlinien und bedeutet nicht immer Gutes. Laut Biallo.de erhält man je nach Plattform und Case im besten Fall den Einsatz zurück, im schlimmsten Fall nichts. 

Fazit

Wer 20.000 EUR anlegen oder investieren möchte, steht im ersten Schritt vor der Frage: Was möchte ich wann erreichen und wie viel Geld brauche ich dann? Daraus ergibt sich, welche Geldanlage sich als sinnvoll sowie zielführend erweist und welche nicht. Jedoch spielt auch immer die individuelle Risikobereitschaft eine Rolle. Hohe Renditen lassen sich nur noch mit risikoreicheren Investitionen erzielen, während klassische und sichere Sparkonten Zinssätze zahlen, die höchstens die Inflation ausgleichen. 

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