10.000 EUR – Welche Anlageform ist sinnvoll?

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Etwa 40 % der Deutschen sparen auf einem Girokonto. Und so wundert es nicht, dass sich auf so manchem Girokonto hohe Summen befinden. Doch: Girokonten werfen keine Zinsen ab und die Inflation lässt die Kaufkraft des Guthabens sinken. Selbst viele klassische Sparkonten und Sparbücher sind aufgrund des Zinstiefs mittlerweile zinsfrei. Was ist also, wenn sich über die Jahre etwa 10.000 EUR auf Ihrem Konto ansammelten? Wie können Sie das Geld mit Blick auf die momentane Situation am Finanzmarkt sinnvoll anlegen und investieren? Im Folgenden zeigen wir Ihnen sowohl sicherheitsorientierte Varianten als auch renditeorientierte Möglichkeiten.

Das Wichtigste in Kürze
  • Nach hohen Zinsen und Renditechancen Ausschau zu halten, kann sich lohnen – so besteht Chance, die 10.000 EUR zu vermehren und nicht nur gegen die Inflation anzutreten. Jedoch müssen Sparer beachten, dass bessere Renditen auch immer mit erhöhten Risiken verbunden sind.
  • Das Statistische Bundesamt prognostiziert für die Jahre 2020 und 2021 Inflationsraten von 0,6 % und 1,2 %. Gut verzinstes Festgeld mit Laufzeiten von ein bis zwei Jahren kann die prognostizierte Inflation überholen.
  • Es erweist sich als sinnvoll, die 10.000 EUR auf mehrere Anlageformen aufzuteilen und beispielsweise einen Teil sicher und den anderen chancenorientiert anzulegen.
  • Schulden sollten  zuerst getilgt werden und eine Reserve von mindestens drei Monatseinkommen vorhanden sein.  

Prozentuale Inflation und Gewinne auf Sparkonten: Wie sehen die Durchschnittswerte von 2014 bis 2020 aus?

Der aktuelle Zinsradar von WeltSparen zeigt, dass die Zinsschere in Europa weit auseinandergeht: So stehen die 0,01 %, die Sparer bei den drei größten deutschen Banken erhalten, gegenüber durchschnittlich 1,05 % bei den besten Angeboten auf dem Markt. Wer also 2014 eine Summe von 10.000 EUR auf ein Sparkonto bei einer deutschen Bank einzahlte und sich seither nichts auszahlen ließ, hat bis heute lediglich 7 EUR Gewinn erzielt. Die Zinsansammlung wurde dabei beachtet.

In Anbetracht der Inflation ist Gewinn aber nicht gleich Gewinn: Die jährliche Inflation war in den Jahren 2014 bis 2020 laut Statistischem Bundesamt deutlich höher als die durchschnittlichen Guthabenzinsen, nämlich 1,04 % pro Jahr. Das bedeutet, dass Sparer zwar einen effektiven Gewinn von 7 EUR verzeichnen konnten, doch dass das Geld in der Zwischenzeit an Wert und Kaufkraft verlor. Die 10.000 EUR aus dem Jahr 2014 sind – verrechnet mit dem effektiven Gewinn – im Jahr 2020 nur noch 9.309,87 EUR wert. 

Wer hohe Summen wie etwa 10.000 EUR nur auf klassische Sparkonten einzahlt und dort lagert, kann den entstehenden Kaufkraftverlust nicht ausgleichen. Eine Ausnahme bildet nur die Reserve von mindestens drei Monatseinkommen: 

Finanzielle Reserve: Sind mindestens drei Monatseinkommen neben den 10.000 EUR sicher?

  • Für eine Notreserve gelten mindestens drei Monatseinkommen als ausreichend. Kommt es zu einer existenzbedrohenden Situation, haben Sie fürs erste ausreichende Liquidität, um die laufenden Kosten weiter decken zu können. 
  • Die Reserve sollte sich auf einem Tagesgeldkonto befinden. So ist es dank Einlagensicherung geschützt und jederzeit auszahlbar.

 

Sofern Sie die Reserve von drei Monatseinkommen noch nicht haben, ist es sinnvoll, die 10.000 EUR oder den entsprechenden Anteil davon sicher zu verwahren. Die Tagesgeldkonten bei WeltSparen bieten dafür eine Option. Für alle, die nicht genau einschätzen können, ob und wann sie ihre 10.000 € wieder brauchen. Auch wenn Sie Schulden beispielsweise in Form von laufenden Krediten haben, ist es sinnvoll, diese zuerst abzubezahlen, bevor Sie über Geldanlagen nachdenken. 

10.000 EUR: Alles auf eine Karte setzen oder aufteilen?

  • Grundsätzlich ist es sinnvoll, Summen aufzuteilen und ein diversifiziertes – das bedeutet breit gestreutes – Portfolio aufzubauen. Wer das Geld auf mehrere sichere wie auch chancenreiche Geldanlagen verteilt, kann es über die Anlagedauer besser vor Verlusten schützen und trotzdem attraktive Renditen erzielen.
  • Je nach Risikobereitschaft, kann es sich lohnen, die 10.000 EUR beispielsweise komplett oder nach und nach in ETFs oder Fonds zu investieren. Die Chancen auf umso höhere Gewinne nach ein paar Jahren sind aber nur eine Seite der Medaille. Ebenso kann es bei den vorhandenen Risiken zu Verlusten kommen. 
  • Diese Risiken komplett zu meiden und die 10.000 EUR beispielsweise auf einem sicheren Festgeldkonto anzulegen, ist besonders für sicherheitsorientierte Sparer eine geeignete Option. Dafür müssen sie jedoch niedrigere Zinsen in Kauf nehmen. Zwar kommen die Festgeldzinsen oft nah an die Inflationsrate heran oder können die Inflation sogar ausgleichen – doch ein langfristiger Vermögensaufbau ist ohne Zinsen nur langsam möglich. 

 

 

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Sehen wir uns die einzelnen Optionen an:

Festgeld

Bei Festgeld handelt es sich um eine festverzinsliche Geldanlage. Das macht es auch so attraktiv und sorgte dafür, dass im Jahr 2019 über 12,5 Millionen Deutsche mit Festgeld sparten. Festverzinslich bedeutet, dass die Zinsen über die komplette Laufzeit festgesetzt sind und Sie vorher bereits wissen, welchen Gewinn Sie am Ende erwirtschaften

Momentane Zinsen von bis zu 1,80 %p.a. bei den Festgeldkonten bei WeltSparen können der prognostizierten Inflation 2020 und 2021 die Stirn bieten. Das Statistische Bundesamt rechnete im April 2020 mit einer Inflationsrate von 0,6 % im gleichen Jahr sowie 1,2 % im Jahr 2021. 

Da das Zinstief weiter andauert, reden viele Fachleute von einer sinnvollen Laufzeit von ein bis zwei Jahren. Sollte die EZB – wenn auch unerwarteterweise – die Zinsen anheben, dann können die Banken wieder bessere Zinsen bieten. Beachten müssen Sparer, dass das Geld bei Festgeld während der Laufzeit im Grunde nicht verfügbar ist. Es kann erst zum Ende der Laufzeit wieder ausbezahlt werden. Eine mittelfristige Anlage kann sich daher lohnen, um nach 1-2 Jahren von neuen, potenziell besseren Zins-Angeboten zu profitieren. 

Beispiel 1:

Anlagebetrag 10.000 EUR
Laufzeit 2 Jahre
Länderrrating BBB
Zinsen (ohne Zinseszinsen) 1,25 % p.a.
Inflation (Durchschnitt auf Basis der prognostizierten Inflationsraten von Destatis für 2020 und 2021) 0,9 % p.a.
Realzins (Zinsen nach Inflation) 0,35 % p.a.
Gewinn nach Inflation 70 EUR
Auszahlbar zum Laufzeitende 10.070 EUR

Beispiel 2:

Anlagebetrag 5.000 EUR
Laufzeit 2 Jahre
Länderrating A-
Zinsen (ohne Zinseszinsen) 1,12 % p.a.
Inflation (Durchschnitt auf Basis der prognostizierten Inflationsraten von Destatis für 2020 und 2021) 0,9 % p.a.
Realzins (Zinsen nach Inflation) 0,22 % p.a.
Gewinn nach Inflation 22 EUR
Auszahlbar zum Laufzeitende 10.022 EUR

Flexgeld ordnet sich zwischen Tagesgeld und Festgeld ein. Es bietet einerseits den Vorteil von Tagesgeld, es jederzeit kostenfrei kündigen und auflösen zu können. Und andererseits bietet es festgesetzte Zinsen, die nur leicht niedriger als bei Festgeld sind. So können sich Sparer höhere Zinsen bei guter Flexibilität sichern. Bei den Flexgeld-Konten bei WeltSparen sind momentan bis zu 1,80 % p.a. Zinsen zu erwarten. (Stand: 08.10.2020)

ETFs & Investmentfonds

Investitionen in ETFs und aktive Investmentfonds sind mit erhöhten Risiken verbunden, weisen aber auch deutlich höhere Renditechancen auf. Zudem lassen sich die Risiken durch eine breite Diversifikation reduzieren. Das Aktieninvestment ist im Grunde insbesondere für offensive Anleger geeignet, die es sich leisten können, etwas mehr Risiko einzugehen. 

Genaue Renditen lassen sich bei ETFs und aktiven Investmentfonds nicht vorherbestimmen. Sie richten sich danach, wie sich die Kurse der in ihnen enthaltenen Aktien und anderen Wertpapiere entwickeln. Auch die Gebühren spielen dabei eine Rolle, die bei aktiven Investmentfonds normalerweise höher als bei ETFs sind und die Rendite schmälern. Mehr dazu lesen Sie in unserem ausführlichen Text zur Rendite bei ETFs.  

Es kann sinnvoll sein, eine Summe wie beispielsweise 10.000 EUR in mehrere Raten aufzuteilen und sie monatlich in Form eines Sparplans zu investieren. So besteht die Chance, vom sogenannten Durchschnittskosteneffekt zu profitieren und höhere Renditen zu erzielen. 

Einen solchen Sparplan können Anleger einfach und unkompliziert über WeltSparen einrichten; dafür stehen insgesamt vier WeltInvest ETF-Portfolios mit verschiedenen Risikoklassen zur Auswahl. Sie weisen unterschiedliche Mischverhältnisse von Aktien und Anleihen auf. Die Gesamtkosten umfassen durchschnittlich nur 0,48 % im Jahr. 

Beispiel 1:

  • Sie investieren die vollen 10.000 EUR – 25 % der Komplettsumme (2.500 EUR) sofort und den Rest investieren Sie in Form eines Sparplans in Höhe von 312,50 EUR monatlich. So sind die 10.000 EUR nach 24 Monaten voll investiert. 
  • Wir nehmen an, dass es sich um ein ETF-Portfolio mit durchschnittlich 5 % Rendite im Jahr sowie durchschnittlichen Gesamtkosten von 0,48 % im Jahr handelt. 
  • Wir betrachten einen Zeitraum von fünf Jahren. 
Kontostand zum Start 2.500 EUR
Kontostand nach 1 Jahr 6.453,25 EUR
Kontostand nach 2 Jahren 10.584,37 EUR
Kontostand nach 3 Jahren (ab hier keine Investitionen mehr, da 10.000 EUR voll investiert) 11.060,58 EUR
Kontostand nach 4 Jahren 11.558,21 EUR
Kontostand nach 5 Jahren 12.078,23 EUR
Davon selbst investierte Summe 10.000 EUR
Erzielte Rendite 2.078,23 EUR

Was verdeutlicht das Beispiel?

10.000 EUR in die private Altersvorsorge investieren

Wer heute 30 Jahre alt ist, hat auf Basis eines durchschnittlichen Nettoeinkommens von 2.319 EUR monatlich mit 67 Jahren einen Rentenanspruch von nur 1.400 EUR netto pro Monat. Dadurch entsteht eine Rentenlücke von 900 EUR. Gemäß einer Rentendauer von 15 Jahren würde die Rentenlücke 165.000 EUR umfassen. Das bedeutet, dass heute schon hohe Ersparnisse erforderlich sind, um die 165.000 EUR im Alter ausgleichen zu können. Näheres dazu und wie die Summen bei anderen Altersklassen aussehen, erfahren Sie in unserem Artikel rund ums Thema Sparen. Somit kann auch die Altersvorsorge eine Anlageoption für die 10.000 EUR darstellen. 

Besonders interessant wird es dank der hohen Steuerersparnisse bei der Rürup-Rente oder Basisrente. Wenn Sie solch eine besitzen, können Sie die 10.000 EUR zusätzlich zu den normalen Investitionen einzahlen. Das stockt das Rentenkonto deutlich auf und die 10.000 EUR sind in dem Fall zu 90 % (2020) steuerlich absetzbar. Näheres dazu lesen Sie im Artikel zur Rürup-Rente und Steuer. Wer dadurch etwas vom Finanzamt erstattet bekommt, kann das Geld wiederum in andere Geldanlagen investieren. 

 

Alternativen

Weil diese Anlageformen immer weiter verbreitet sind, möchten wir uns auch mit Crowdinvesting sowie P2P-Plattformen beschäftigen. Dabei handelt es sich um Geldanlagen außerhalb des typischen Zirkels der Banken und Börse. 

Crowdinvesting ermöglicht eine direkte Anlage von Kapital in bestimmte Projekte. Es ist vergleichbar mit dem Crowdfunding, wo viele verschiedene Menschen durch ihre Spenden die Projekte anderer Menschen ermöglichen. Crowdinvesting basiert nicht auf Spenden, sondern sieht Investitionen mit tatsächlich hohen Renditechancen vor. Die Rendite kann mehrere Prozent im Jahr umfassen. Weil das Kapital dabei aber in wenige, einzelne Projekte investiert ist, sind die Risiken hoch. Falls sich die Projekte – beispielsweise Immobilien – nicht wie erwartet rentieren, kann es zu Verlusten kommen. 

Bei P2P-Plattformen handelt es sich um Vermittler für Kredite zwischen zwei Privatpersonen. Das bedeutet, dass Sie als Privatperson einer anderen Person Geld leihen und über den Rückzahlungszeitraum Zinsen erhalten. Die Zinsen sind je nach Bonität des Kreditnehmers attraktiv. Jedoch weisen auch P2P-Kredite gerade wegen der Bonität der Kunden Risiken auf: Oft wenden sich die Personen an P2P-Plattformen, die bei anderen Banken aufgrund ihrer Bonität keinen Kredit erhielten. Das ist relativ zu betrachten, weil jede Bank ihre eigenen Bonitätsanforderungen definieren kann. Aber auch hier trifft das Credo zu, dass höhere Gewinne und Renditen immer auch mit erhöhten Risiken verbunden sind. 

Ich möchte in 5 Jahren ein neues Auto kaufen und habe 10.000 EUR: Wie erreiche ich das erforderliche Kapital?

Nehmen wir an, Sie brauchen für eine Investition in den nächsten Jahren 20.000 EUR, beispielsweise für ein neues Auto. Um die 10.000 EUR in 5 Jahren zu verdoppeln, brauchen Sie eine durchschnittliche jährliche Rendite von 15,41 %. Der Prozentsatz betrifft Fonds- oder ETF-Investments, die  jährliche Gesamtkosten von durchschnittlich 0,48 % aufweisen – wie die WeltInvest ETF-Portfolios. Wesentlich ist dabei der Zinseszinseffekt, also dass es sich um thesaurierende Fonds oder ETFs handelt. 

Würden Sie zusätzlich zu den 10.000 EUR monatlich 50 EUR investieren, dann bräuchten Sie nur noch eine durchschnittliche Rendite von 10,57 % im Jahr. Bei zusätzlich 100 EUR im Monat sollte die Rendite nur noch 6,05 % im Jahr umfassen, um die Summe zu verdoppeln. Letztere Rendite ist für bestimmte Aktien-ETFs durchaus realistisch. Allerdings bergen Investitionen am Aktienmarkt auch Risiken. Bei fallenden Kursen kann es daher sein, dass das investierte Geld nicht für einen Neuwagen, sondern nur für einen Gebrauchten reicht. 

Eine Anlage in klassisches Festgeld oder Tagesgeld ist hinsichtlich der erforderlichen Renditen nicht zielführend, um innerhalb von 5 Jahren das Kapital deutlich zu vermehren. Die dort erzielbaren Gewinne befinden sich weit unter den erforderlichen Renditen pro Jahr. 

Fazit

Ob zweimal 5.000 EUR, viermal 2.500 EUR oder einmal 10.000 EUR – es bieten sich viele verschiedene Anlageformen an, um das Geld anzulegen, zu investieren und zu vermehren. Schulden sollten jedoch vorher abbezahlt sein und auch eine Reserve von mindestens drei Monatseinkommen netto, kann dabei helfen, nachts besser zu schlafen. 

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