Der Finanzplan:

Wie sieht die finanzielle Situation heute aus und was soll daraus werden?

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„Was zählt für Sie im Leben, wonach streben Sie?“ 

Dieser Frage ging das Statistik-Unternehmen Statista im Rahmen einer Studie zum Thema Lebensziele auf den Grund. Das Ergebnis zeigt, dass sich 91 % der Teilnehmenden finanzielle Freiheit wünschen. Finanzielle Freiheit nimmt so den dritten Platz der Lebensziele ein, nach dem zwischenmenschlichen Glück in Freundschaften und Partnerschaften auf Platz 1 und 2. 

Sehr viele Menschen streben also danach, eines Tages teilweise oder auch komplett von ihrem Ersparten leben zu können. Auch eine umfassende Reise findet sich mit 45 % in der Liste. Doch wie lassen sich die gesteckten Ziele finanziell realisieren? In einem ersten Schritt ist es sinnvoll, einen Finanzplan aufzustellen. 

Ein Finanzplan basiert auf der momentanen Situation sowie auf den konkret definierten, persönlichen Zukunftszielen. Außerdem hält er auch die finanziellen Mitteln und exakte Maßnahmen fest, um die gesteckten Ziele auch erreichen zu können. Was möchte ich in Zukunft erreichen? Wo stehe ich und wie erreiche ich, was ich möchte? Welche Risiken habe ich und wie kann ich mich absichern? Das sind die wesentlichen Punkte, die Privatpersonen bei ihrer Finanzplanung berücksichtigen sollten. Finanzpläne für Unternehmen unterscheiden sich derweil etwas. 

Wir beleuchten hier, was bei der Finanzplanung zu beachten ist, und erklären auch, wie eine Geldanlage bei WeltSparen dabei helfen kann, Ihre im Finanzplan definierten Ziele zu erreichen. Dabei fokussieren wir uns hauptsächlich auf Privatpersonen, teilen aber auch Fakten und Unterschiede zum Finanzplan für Unternehmen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Finanzplan ist sowohl für Privatpersonen als auch Unternehmen relevant. Beide Pläne unterscheiden sich bei den Inhalten und im Aufbau. Kurz ist der Finanzplan für Unternehmen sehr wirtschaftlich orientiert. Der private Finanzplan thematisiert hingegen das Leben und stellt auch eine Basis zur Selbstreflexion dar.
  • Privatleute halten in ihrem Finanzplan die finanzielle Ist-Situation sowie die wesentlichen Lebensziele fest. Die Lebensziele werden idealerweise schon mit der allgemeinen Vorstellung davon, wie viel Geld Sie zum Zeitpunkt X zur Verfügung haben möchten, verbunden. Diesen bestimmten Geldbedarf führt man wiederum mit Maßnahmen zusammen, die dabei helfen, das Geld zu sparen. Daneben beinhaltet der Finanzplan auch Maßnahmen, um das Einkommen abzusichern, beispielsweise durch eine Reserve auf dem Sparkonto. 
  • Ist der Aufbau einmal klar, ist es einfach, einen individuellen Finanzplan zu erstellen. Sie können sich aber auch durch einen Bank- oder Finanzberater unterstützen lassen oder sich an unserem ausführlichen Beispiel weiter unten orientieren

Dimensionen: Was deckt eine Finanzplanung für Privatpersonen alles ab?

Der Finanzplan stellt eine Hilfe dar, um für sich zu reflektieren, was man im Leben erreichen möchte, welche Werte man vertritt, welche Bedürfnisse man hat und was das für die Finanzen heute sowie in all den kommenden Jahren bedeutet. Im Kern drehen sich Finanzpläne also um folgende Themen:

  • Einnahmen und laufende Kosten (siehe auch Artikel zum Haushaltsplan)
  • Sparen und Vermögensaufbau 
  • Versicherungen / Reserven
  • Altersvorsorge

Unterpunkte: Wie ist ein Finanzplan strukturiert?

Einleitend wurden bereits die vier wesentlichen Kernpunkte des Finanzplans erwähnt: 

  1. Wo stehe ich?
  2. Welche Risiken habe ich und wie kann ich das Einkommen absichern?
  3. Was möchte ich in der Zukunft erreichen? 
  4. Wie erreiche ich mit meinen bereitstehenden Mitteln meine Ziele?

 

Haushalt: Wo stehe ich?

Sie halten zunächst fest, welche Einkommen Sie erzielen und welche Kosten Sie damit zu stemmen haben. Auch, welche Schulden bestehen. Das ist der klassische Haushaltsplan. Ziel dieses Punkts ist, zu erfahren, wie viel Geld nach allen Kosten und Raten beispielsweise fürs Sparen bereitsteht. Selbstredend müssen die Werte realistisch und komplett sein, da sie die Basis für alles Weitere bilden. 

 

Absichern: Welche Risiken bestehen und wie kann ich das Einkommen sichern?

Dann machen Sie sich Gedanken darüber, was in Situationen ist, in denen Sie nicht das normale Einkommen erzielen. Diese Situationen können etwa durch Krankheit oder andere existenzbedrohende Lebensumstände – beispielsweise ein schwindendes Einkommen durch Kurzarbeit – zustande kommen. 

Der Kern dieses Punkts ist, herauszufinden, welcher finanzielle Puffer erforderlich ist und wie man Existenzrisiken zusätzlich sinnvoll versichern kann. Fachleute reden davon, die „Liquidität aufrecht zu erhalten“. Beim Puffer empfehlen diese Experten ein mindestens dreifaches Nettoeinkommen. Wer also etwa 2.000 EUR netto im Monat verdient, sollte immer mindestens 6.000 EUR sicher auf der hohen Kante haben. 

 

Ziele: Was möchte ich in Zukunft wann erreichen?  

Als drittes halten Sie Ziele fest, die Sie erreichen möchten. Hier kommt beispielsweise das Streben nach finanzieller Freiheit ins Spiel. Es können aber auch viele andere Ziele sein, beispielsweise:

  • Weltreise
  • Immobilie
  • Höhere Investitionen in den bereits kommenden Jahren
  • Verfrühte Rente
  • Hoher Lebensstandard im Alter

Viele Finanzplaner teilen die Ziele in Zeithorizonte ein. Sie denken also darüber nach, was sie in beispielsweise 5, dann in 10 und dann in 20 sowie mehr Jahren erreichen möchten. Im Finanzplan kann man das auch „kurzfristige“, „mittelfristige“ und „langfristige“ Ziele nennen. 

 

Maßnahmen: Wie komme ich mit den vorhandenen Mitteln dorthin? 

Zum Schluss setzen Sie sich im Finanzplan mit realistischen Sparraten bzw. neuen laufenden Kosten und Produkten auseinander, mit denen Sie die Ziele erreichen und Risiken reduzieren können. Tagesgeldkonten, Festgeldkonten oder ETFs sowie Versicherungen und Altersvorsorgeprodukte können dafür geeignet sein. 

Wesentlich ist, dass die Anlagemöglichkeiten zu den finanziellen Bedürfnissen und Wünschen passen. Folgende Geldanlagen könnten für den Aufbau der persönlichen Altersvorsorge im Finanzplan eine Rolle spielen:

 

  • Wer beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsversicherung („BU“) abschließt, muss darauf achten, im Bedarfsfall eine ausreichend hohe BU-Rente zu erhalten. Diese BU-Rente muss die Lücke zwischen dem früheren Einkommen und der „Erwerbsminderungsrente“ vom Staat schließen können. Die Höhe der Erwerbsminderungsrente richtet sich danach, wie lange man schon in die gesetzliche Rente eingezahlt hat und wie viele Stunden man noch arbeiten kann.
  • Wer andererseits in die private Altersvorsorge einzahlt, muss in etwa wissen, welche Rente später zu erwarten ist. Darüber ermitteln Finanzplaner die Lücke zum früheren Arbeitseinkommen („Rentenlücke“) und die heute erforderlichen Investitionen. Die gesetzliche Rente steht durch den demografischen Wandel – immer mehr Rentner und immer weniger Geburten – sowie höhere Lebenserwartungen unter Druck. Somit müssen vor allem die jüngeren Generationen immer mehr privat vorsorgen.

 

Spar- und Investmentprodukte unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihrer Risiken und erzielbaren Renditen. Noch dazu werden sie teils stark vom noch andauernden Zinstief der Europäischen Zentralbank beeinflusst, wodurch sie kaum Gewinne ausschütten. Um das passende Spar- oder Investmentprodukt zu finden, ist es ratsam herauszufinden, welche Sicherheitsbedürfnisse man hat und was man für Gewinne erwartet. Oft ist es für hohe Gewinne bei moderatem Risiko die beste Wahl, verschiedene Anlageprodukte zu mischen, also diversifiziert zu sparen.

 

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Brauchen Sie Hilfe?

Wenn Sie Schulden haben und Hilfe bei der Tilgung brauchen, können Sie sich außerdem an eine der mehr als 1.000 anerkannten Schuldenberatungsstellen wenden. Öffentliche Stellen wie beispielsweise die Caritas sind normalerweise kostenfrei. Private Stellen, also private Schuldnerberater, kosten. Bevor man sich dem Vermögensaufbau-Thema widmet, ist es sinnvoll, schuldenfrei zu sein.  

Wer Hilfe beim Erstellen des Finanzplans braucht, beispielsweise bei den Zielen und dem entsprechenden Geldbedarf, kann sich an einen Bank- oder Finanzberater wenden. Am objektivsten sind unabhängige Honorarberater. Finanzpläne sind normalerweise das Erste, was diese Berater mit neuen Kunden erarbeiten, um dann passende Produkte vermitteln zu können. 

Vorlagen aus dem Internet können ebenso helfen wie Apps zum Download. Im nächsten Kapitel können Sie zudem einen beispielhaften Finanzplan durchlesen und sich daran orientieren.

Beispiel: Wie sieht ein finaler Finanzplan aus?

Beispiel überspringen

Um den Finanzplan für privat nach der Theorie im vorstehenden Kapitel noch besser zu veranschaulichen, haben wir einen Beispielplan erstellt. Die Person dahinter verdient durchschnittlich und möchte im Laufe des Lebens eine Weltreise unternehmen. Den Finanzplan nehmen wir uns Schritt für Schritt vor. Bitte beachten Sie, dass die nachstehenden Werte frei erfunden sind. Sie dienen nur dazu, die Struktur und einzelnen Schritte eines Finanzplans verständlicher zu machen. 

Schritt 1 (Haushalt)

Monatliches Nettoeinkommen (entspricht dem Durchschnittsnettoeinkommen in Deutschland pro Person im Jahr 2019) 2.079 EUR
Monatliche Kosten (Miete, Strom, Wasser, Internet, Lebensmitteleinkauf, Nahverkehrsticket, Abonnements, bereits bestehende Versicherungen) - 1.100 EUR
Sparen (Summe wird kontinuierlich auf das Sparkonto überwiesen – auf dem Sparkonto befinden sich bereits 5.000 EUR) - 100 EUR
Rest (frei für Konsumzwecke, zum Absichern und zum weiteren Sparen oder Investieren) 879 EUR

In unserem Artikel zum Haushaltsplan und Haushaltsbuch haben wir die Kosten detaillierter behandelt. Außerdem unterscheiden wir darin zwischen verschiedenen Mehrpersonenhaushalten sowie Familien mit und ohne Kinder. Das hilft Ihnen, wenn Sie Ihre Kosten noch nicht klar benennen können und sich daran orientieren möchten.

Schritt 2 (Absicherung)

Gesundheitsrisiken:

Unsere Person arbeitet in der Industrie und hat einen Job mit Körpereinsatz. Hier besteht ein schwaches Risiko für Rückenprobleme. Auch sind der Person statistische Wahrscheinlichkeiten für schwere Krankheiten bekannt. 

Reserve:

Obendrauf weiß unsere Person, dass sie mindestens drei Monatsnettoeinkommen als Reserve ansparen sollte. Das wären in diesem Fall 6.237 EUR oder mehr. Das Geld muss jederzeit risikofrei vorhanden und auszahlbar sein. Es ist ausschließlich für Notfälle bestimmt, um insbesondere Fixkosten – also etwa die Miete und den Lebensmitteleinkauf – weiter bezahlen zu können. 

 

Schritt 3 (Ziele)

Investitionen:

Die Person hält in ihrer Finanzplanung fest, dass sie in den nächsten fünf Jahren ein neues Auto kaufen möchte. So ist sie flexibler, als wenn sie stets die Bahn und den Nahverkehr nimmt. Die Person möchte das Auto idealerweise selbst bezahlen, statt dafür einen hohen Kredit aufzunehmen und Zinskosten hervorzurufen. 15.000 EUR darf das Auto kosten. Auch für ein neues Wohnzimmer inklusive neuem Fernseher und neuer Couch möchte unsere Person sparen. Sie rechnet mit Gesamtkosten von etwa 3.500 EUR. 

Reisen:

Zudem möchte die Person in entfernterer Zukunft eine Weltreise über ein Jahr unternehmen. Dabei möchte sie finanziell frei sein und sich etwa bei den Unterkünften nicht besonders einschränken müssen. Sie rechnet mit durchschnittlichen Kosten von 3.500 EUR monatlich – dementsprechend 42.000 EUR für die gesamte Reise. 

Rente:

Ein ausreichendes Alterseinkommen ist für die Person ebenfalls relevant. Sie möchte den immer höheren Lebensstandard, den sie sich über die Jahre dank zunehmendem Einkommen aufbaut, im Alter halten können. 

 

Schritt 4 (Maßnahmen)

  1. Kontostruktur:
    Zunächst wird sich die Person mit der Struktur ihrer Konten auseinandersetzen. Sie möchte ein Girokonto nur für die monatlichen Fixkosten einrichten, damit diese stets sicher bezahlt werden können. Das Geld, das auf dem normalen Girokonto verbleibt, wo auch das Gehalt ankommt, kann die Person für alles andere nutzen.
  2. Reserve:
    Da die Person schon ein Tagesgeldkonto als Sparkonto hat, wird sie dieses zum Aufbauen der Reserve von mindestens 6.237 EUR nutzen.

    Generell zeichnen sich Tagesgeldkonten durch ihre hohe Sicherheit aus. Ihre Einlagen sind innerhalb der Europäischen Union von der Einlagensicherung bis hin zu einer Summe von 100.000 EUR pro Kunde und Bank geschützt. Durch das Zinstief und variable Zinsen können Sparer jedoch keine besonders hohen Zinsen erwarten. Es ist daher sinnvoll, sich mit höher verzinsten Konten auseinanderzusetzen – WeltSparen beispielsweise bietet attraktiv verzinste Tagesgeldkonten bei 97 Partnerbanken in ganz Europa an. So stellt man sicher, dass man den Wertverlust des Geldes durch Inflation reduziert.

    Die Person entscheidet, 3.500 EUR der vorhandenen 5.000 EUR als Basis zu nehmen und monatlich 300 EUR einzuzahlen, um die Reserve von mindestens 6.237 EUR schnell – in diesem Fall innerhalb von etwa 9 Monaten – zu erreichen. 
  3. Gesundheit:
    Die Person wird sich mit Berufsunfähigkeitsversicherungen auseinandersetzen.

    Diese würden eine monatliche Summe („Berufsunfähigkeitsrente“) auszahlen, wenn die Person aus verschiedenen Gründen ihren Job nicht mehr dauerhaft ausüben kann. Dafür braucht es normalerweise ein ärztliches Gutachten. Laut Statistik besteht je nach aktuellem Alter eine Wahrscheinlichkeit von bis zu 43 %, den Beruf bis zur Rente aus verschiedenen denkbaren Gründen nicht mehr ausüben zu können.

    Weil die Kosten mit dem Alter des Inhabers sowie mit jedem bereits bekannten Gesundheitsrisiko zunehmen, möchte sich die Person sofort versichern. Sie rechnet mit laufenden Kosten von 120 EUR im Monat, um eine ausreichende Berufsunfähigkeitsrente zu erhalten. Wenn die Berufsunfähigkeit nicht eintritt, wird das Kapital ausgezählt und bringt unsere Finanzplanerin ein Stück näher an ihre Ziele.
  4. Wohnzimmer:
    Es reicht der Person, das Wohnzimmer in zwei Jahren zu erneuern.

    Sie entscheidet sich daher, die noch übrige Teilsumme von 1.500 EUR der bereits vorhandenen 5.000 EUR auf ein Festgeldkonto einzuzahlen. Den anderen Teil (3.500 EUR) hatte sie für die Reserve verwendet.

    Festgeld zeichnet sich durch eine ebenso hohe Sicherheit aus wie es beim Tagesgeld der Fall ist. Vorteil vom Festgeld sind die höheren Zinsen: Sparer büßen etwas an Flexibilität ein, da sie ihr Geld für einen vereinbarten Zeitraum parken und dieses von der Bank erst zum Laufzeitende wieder ausgezahlt bekommen. Dafür aber profitieren sie von wesentlich höheren Zinssätzen. Wenn Sie also wissen, dass sie eine gewisse Zeit lang auf das Geld verzichten können, lohnt sich ein Festgeldkonto durchaus. – Bei den Festgeldkonten von WeltSparen erhalten Sie bis zu 1,80 %Zinsen p.a..

    Im Rahmen unseres hypothetischen Finanzplans legt die Person 2 Jahre als Laufzeit fest. Der Zinssatz umfasst 1,12 % Zinsen pro Jahr. Nach den 2 Jahren kann sie sich inklusive Zinsen also 1.534 EUR auszahlen lassen und davon das Wohnzimmer finanzieren. Da die Person bereits jetzt 100 EUR monatlich spart, hat sie in 2 Jahren eine zusätzliche Summe von 2.400 EUR parat. Somit kann sie sich ein Wohnzimmer im Wert von bis zu 3.934 EUR leisten.
  5. Auto und Weltreise:
    Für die Großinvestitionen entscheidet sich die Person, mithilfe eines monatlichen Sparplans in ETFs zu investieren. Sie nimmt die vorhandenen Risiken in Kauf, weil sie weiß, dass sie dafür höhere Renditen erwarten kann. Außerdem lassen sich die Risiken durch Diversifikation streuen. Statt in nur ein Produkt zu investieren – beispielsweise eine einzelne Aktie – entscheidet man sich für ein Portfolio aus mehreren Wertpapieren.

    ETFs bilden einen vorhandenen Index wie beispielsweise den DAX nach und investieren in die im Index vorhandenen Wertpapiere. Ausführliche Informationen dazu lesen Sie hier. Nach mehreren Jahren sind idealerweise Gewinne von durchschnittlich mehreren Prozent im Jahr denkbar. So nähert sich die Person mit Investitionen von 200 EUR im Monat dem für Auto und Weltreise erforderlichen Kapital immer weiter an.

    Beispiel: Nehmen wir an, dass die ETFs eine durchschnittliche Rendite von 6 % im Jahr erzielen. Außerdem nehmen wir an, dass sie durchschnittliche Gesamtkosten von nur 0,48 % im Jahr aufweisen – so wie die WeltInvest ETF-Portfolios. Dann würde der Gesamtwert nach vier Jahren und 200 EUR monatlich bereits rund 10.728 EUR umfassen. Dieses Geld könnte unsere Person bereits für das Auto verwenden und muss dann nur einen kleinen Kredit aufnehmen.

    Danach kann sie für die Weltreise weiter sparen, bis auch dieses Geld vorhanden ist. Da unsere Person wieder bei null startet, braucht sie bei denselben durchschnittlichen Konditionen etwa 13 Jahre, um mit 200 EUR monatlich rund 45.168 EUR anzusparen.
  6. Rente:
    Zum Schluss setzt sich die Person mit der Riester-Rente, Rürup-Rente und betrieblichen Altersvorsorge auseinander. Diese Produkte haben zwar trotz der vorhandenen staatlichen Zuschüsse und Steuervorteile ihren Ruf als sinnvolle Altersvorsorge verloren. Kombiniert man sie jedoch mit ETFs – so wie bei Fairr –, dann werden die klassischen Vorsorgemaßnahmen dank potenzieller Gewinne aus Wertpapierinvestitionen wieder deutlich attraktiver.

    Unsere Person möchte zunächst nur 100 EUR monatlich einzahlen. Sobald die Reserve vorhanden ist, möchte sie mehr in die private Rente einzahlen.

Schritt 5 (Haushalt neu berechnen)

Im letzten Schritt zum Finanzplan ist es sinnvoll, die Maßnahmen in den Haushalt einzubeziehen und diesen neu zu berechnen.

Monatliches Nettoeinkommen (entspricht dem Durchschnittsnettoeinkommen in Deutschland pro Person im Jahr 2019) 2.079 EUR
Monatliche Kosten (Miete, Strom, Wasser, Internet, Lebensmitteleinkauf, Nahverkehrsticket, Abonnements, bereits bestehende Versicherungen) - 1.100 EUR
Sparen für Konsum (Summe wird kontinuierlich auf das Sparkonto überwiesen – auf dem Sparkonto befinden sich bereits 5.000 EUR) - 100 EUR
Rest (frei für Konsumzwecke, zum Absichern und zum weiteren Sparen oder Investieren) 879 EUR
Minus Aufbau der Reserve von 6.237 EUR - 300 EUR
Minus Berufsunfähigkeitsversicherung - 120 EUR
Minus Investitionen in ETFs - 200 EUR
Minus Altersvorsorge - 100 EUR
Neuer Rest (frei für Konsumzwecke) 159 EUR

Unsere Person rechnet damit, in den nächsten Jahren immer wieder höhere Gehälter zu bekommen. Sie definiert zuletzt noch, dass sie stets 50 % des erzielten Mehr-Einkommens spart oder investiert. Dadurch kann sie ihren Vermögensaufbau beschleunigen.

Für Unternehmen: Wie sieht ein Finanzplan für Unternehmen aus und was sind die Unterschiede zum Finanzplan für privat?

  • Bei der Finanzplanung für privat dreht es sich um das Leben, um Wünsche, Träume, Ziele und Sicherheitsbedürfnisse einzelner Personen. Der Finanzplan für Unternehmen ist vielmehr ein Steuerungsinstrument sowie ein Sicherheitsnachweis für Banken und Investoren. 
  • Ein Unternehmen muss sich wirtschaftlich rechnen. Inhalt des Finanzplans für Unternehmen ist dementsprechend, welche Kosten es finanzieren muss und wie es diese finanziert. 
  • Normalerweise erstellen Unternehmen ihren Finanzplan einmal im Jahr neu. Von Gründerinnen und Gründern wird erwartet, dass sie ihre erste Finanzplanung für die kommenden drei Jahre aufstellen. Das erste Jahr versteht sich auf monatlicher Basis.

 

Auch der Aufbau ist beim Finanzplan für Unternehmen anders als beim Finanzplan für private Zwecke.

  1. Vorbericht: Im Vorbericht halten Unternehmen Details zu ihrem Geschäftsmodell sowie den Produkten und zum Markt sowie dessen Potenzialen fest. Der Bericht stellt den Ist-Zustand des Unternehmens dar, hinsichtlich der erwarteten Verkaufszahlen auch den Soll-Zustand. Außerdem sind die vorhandenen liquiden Mittel des Unternehmens ein Teil des Vorberichts.
  2. Plan-GuV: GuV steht für „Gewinn und Verlust“. Sofern das Unternehmen mehr als ein Jahr besteht, nimmt es sich die erzielten Gewinne und Verluste des letzten Jahres vor. Auf deren Basis kalkuliert es jene für das kommende Jahr. Bei neuen Unternehmen wird versucht, anhand von anderen Kennzahlen konkurrierender Unternehmen die erwartbaren Gewinne und Verluste zu kalkulieren.
  3. Planbilanz: Dasselbe, was die Unternehmen vorher mit den Gewinnen und Verlusten taten, tun sie nun auch mit der Bilanz. Sofern das Unternehmen erwartet, dass sich die bilanzielle Situation verändert, wird das nach diesem Schritt ersichtlich.
  4. Investitionen und Kapital-Überfluss berechnen: In diesem Schritt hält das Unternehmen kommende Investitionen fest und berechnet, wie sie diese finanzieren kann. Dabei werfen Unternehmen auch einen Blick auf bereits vollendete Investitionen, sofern vorhanden. Der Kapital-Überfluss wird aus betrieblichen Zahlungsströmen heraus kalkuliert und kann zum Beispiel in Festgeld über WeltSparen für Unternehmen verzinst angelegt werden.
  5. Stellenplan: Im letzten Schritt hält das Unternehmen zu erwartende Kosten für schon vorhandenes Personal sowie neues Personal fest. Auch die Kosten für Mitarbeitergewinnung spielen dabei eine Rolle.  


Aus diesem Aufbau wird ersichtlich, dass sich der Finanzplan für Unternehmen deutlich von dem Plan für Privatpersonen unterscheidet. Es dreht sich viel mehr um wirtschaftliche Kennzahlen, statt um Ziele, die man erreichen möchte. Aus „Welche Ziele möchte ich in Zukunft erreichen?“ wird praktisch „Welche Umsätze / Gewinne muss das Unternehmen erzielen, um welche Kosten zu decken?“.

Fazit

Sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen ist die Finanzplanung ein wesentliches Instrument, um einen Soll-Ist-Vergleich zu ziehen. Sie teilt sich in mehrere Schritte auf. Bei Privatpersonen widmet sich der Finanzplan verschiedenen lebensweltlich orientierten Fragen. Bei Unternehmen hingegen sind es verschiedene wirtschaftliche und buchhalterische Aspekte. Das Ziel des Finanzplans ist, den finanziellen Ist-Zustand zu definieren und die Zukunft abzubilden. Bei Privatpersonen dreht es sich dabei um Bedürfnisse, Wünsche und Träume fürs Leben und darum, wie man sie erfüllt und erreicht. Bei Unternehmen sind es wirtschaftliche Kennzahlen, die sicherstellen, dass sich das Unternehmen rechnet. Sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen können sich beim Erstellen ihres Finanzplans helfen und beraten lassen.

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