Haushaltsgeld: Wie viel Geld brauche ich zum Leben?

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Der Begriff „Haushaltsgeld“ lässt sich sowohl im politischen als auch im privaten Bereich einordnen. In der Politik wird damit das Geld bezeichnet, das zum Unterhalt der Bundesrepublik Deutschland benötigt wird. Bei privaten Haushalten wird die Summe an Geld, die ein Haushalt zum Leben benötigt, als Haushaltsgeld bezeichnet. Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem privaten Haushaltsgeld

Wie viel Haushaltsgeld benötigen 2- oder 3-köpfige Familien pro Monat? Wo kommt der Begriff Haushaltsgeld ursprünglich her und welche Vorteile bietet ein Haushaltsbuch? All das und viele weitere Informationen rund um Haushaltsgeld finden Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze
  • Haushaltsgeld: Als Haushaltsgeld wird Geld bezeichnet, das zum Leben und zur Haushaltsführung erforderlich ist. Dazu zählen monatliche Fixkosten sowie Konsumausgaben. Die Höhe der laufenden Kosten hängt u.a. vom eigenen Lebensstandard und von der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen ab.
  • Fixkosten: Zu den monatlichen Fixkosten – also Kosten, die jeden Monat in gleicher Höhe anfallen – zählen Miete, Strom, Versicherungen, Telefon und Internet, Rundfunkgebühren, Abonnements wie Netflix oder Spotify, Kreditraten sowie Sparbeträge.
  • Konsumausgaben: Unter Konsumausgaben fallen Kosten, die pro Woche und Monat variieren, aber dennoch immer anfallen und zur Haushaltsführung wichtig sind. Damit sind z.B. Lebensmittel, Hygieneprodukte, Benzin oder auch Produkte für den Tierbedarf gemeint.
  • Haushaltsbuch: Mit einem Haushaltsbuch können Familien und Einzelpersonen stets den Überblick über ihre monatlichen Ausgaben behalten. Dadurch können sie ermitteln, wie viel Haushaltsgeld durchschnittlich pro Monat benötigt wird und wie hoch das Sparpotenzial ausfällt.

Ursprung: Wo kommt der Begriff „Haushaltsgeld“ her?

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Haushaltsgeld hat seinen Ursprung in den 1950er und -60er Jahren und ist aus konservativen Rollenbildern heraus entstanden. Damals war es üblich, dass der Ehemann arbeitete und die Ehefrau sich um den Haushalt kümmerte. Da die Frau kein eigenes Geld verdiente, jedoch den Einkauf und andere Aufgaben im Haushalt erledigen musste, bekam sie die dafür erforderlichen finanziellen Mittel von ihrem Ehegatten. Kurz gesagt: Sie bekam Geld für den Haushalt. Dadurch entstand der Begriff Haushaltsgeld.

Allerdings soll es zwischen vielen Ehepartnern über die Höhe des Haushaltsgeldes oft Streit gegeben haben. Denn lange Zeit konnten die Ehegatten als Alleinverdiener entscheiden, wie viel Haushaltsgeld sie an ihre Ehefrau abgaben. Aus heutiger Sicht ist dies für die meisten nur schwer nachvollziehbar. 

Um dieses Ungleichgewicht zu entschärfen, wurden Ende der 50er per Gesetz verbindliche Richtlinien eingeführt. Sie sollten die Situation der Frauen verbessern. Im Rahmen der Richtlinien wurde zwischen dem Haushaltsgeld (regelmäßige Anschaffungen) und dem Wirtschaftsgeld (Fixkosten) unterschieden. Heute wird Haushaltsgeld und Wirtschaftsgeld zusammen betrachtet. Das auf den alten, konservativen Strukturen aufbauende Gesetz besteht also auch weiterhin. In welcher Höhe das Haushaltsgeld ausfällt, hängt jedoch von den jeweiligen Lebensumständen ab. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 1998 wurde ein Haushaltsgeld von etwa 5 % bis 7 % für sinnvoll erachtet. Der Anspruch soll allerdings verfallen, wenn das gesamte Familieneinkommen nur für die Kosten des täglichen Bedarfs ausreicht. 

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Positionen: Was ist im Haushaltsgeld enthalten?

Das Haushaltsgeld setzt sich grundsätzlich aus den monatlichen Fixkosten sowie den Konsumausgaben zusammen. Zu den monatlichen Fixkosten zählen alle Lebensunterhaltungskosten, die jeden Monat fest eingeplant sind und vom Konto abgehen. Hierzu zählen die klassischen Ausgaben wie Miete oder Kreditraten für das Eigenheim, Strom- und Heizkosten, Versicherungen sowie Internet- und Mobilfunkverträge.

Als Konsumausgaben werden Ausgaben bezeichnet, die in der Höhe variieren, aber trotzdem immer wieder anfallen und wichtig für die Haushaltsführung sind. Dazu gehört unter anderem der Einkauf von Lebensmitteln, Haushaltsmitteln, Hygieneprodukten oder Kraftstoff. Nicht zum Haushaltsgeld gehören private Konsumausgaben wie Freizeitaktivitäten, Mitgliedschaften in Vereinen oder andere private Ausgaben.

 

Tabelle zur Übersicht der Positionen im Haushaltsgeld

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Sparen: Warum sollte Sparen eine Position des Haushaltsgeldes sein?

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Wenn Sie alle Einnahmen zusammenrechnen und die verschiedenen Fixkosten und Konsumausgaben davon abziehen, wissen Sie, wie viel Geld am Ende des Monats noch frei verfügbar ist. Von diesem Rest eine feste monatliche Summe zu sparen, kann sich lohnen. So können Sie z.B. auf eine größere Investition sparen, die später ansteht – z.B. ein Hauskauf – oder Sie sparen bereits in Hinblick auf Ihre Altersvorsorge, um in der Rente ein gutes finanzielles Polster zu haben.

Insbesondere bei Wertpapierinvestitionen kann sich das monatliche Sparen lohnen. Die Renditechancen sind höher als bei klassischen Sparkonten. Wenn Sie über mehrere Jahre beispielsweise in ETFs investieren, profitieren Sie vom Zinseszinseffekt und können gleichzeitig mögliche Kursschwankungen auf lange Sicht ausgleichen. 

Um jederzeit auf das Geld zugreifen zu können, falls ein Notfall eintreten sollte, eignet sich Tagesgeld. Das Tagesgeldkonto können Sie monatlich besparen und auch jederzeit größere Einmalzahlungen anlegen. So bauen Sie sich nach und nach einen Notgroschen auf, falls z.B. die Waschmaschine, der Kühlschrank oder gar das Auto plötzlich kaputt gehen sollte. Expertinnen und Experten empfehlen, 20 % des monatlichen Einkommens zu sparen.

Deshalb sollte Sparen ein Teil des Haushaltsgeldes sein:

  • Kontinuität sichert oft bessere Zinsen bei klassischen Sparmethoden wie Tagesgeld und Festgeld und bessere Renditechancen bei Investitionen in Wertpapiere
  • Den Sparbetrag direkt in die Planung des Haushaltsgeldes aufzunehmen kann dabei helfen, sich die privaten Ausgaben bewusster zu machen und sie zu reduzieren

Mit WeltSparen können Sie in international diversifizierte ETFs investieren und Ihren persönlichen monatlichen Sparplan erstellen. So profitieren Sie von einer breiten Risikostreuung, attraktiven Renditen und langfristig vom Zinseszinseffekt. Über den ETF Robo können Sie zwischen vier Portfolios mit unterschiedlicher Aktienquote wählen. Wer sich sein ETF-Portfolio selbst zusammenstellen möchte, findet mit dem ETF Configurator ETFs aus verschiedenen Regionen, Branchen und mehr – passend zu Ihren Interessen!

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Höhe des Haushaltsgeldes: Welche Kosten kommen pro Monat zusammen?

Wie viel Haushaltsgeld Sie pro Monat benötigen, lässt sich nicht pauschal sagen. Jeder Haushalt hat unterschiedlich hohe Fixkosten und Konsumausgaben. Dabei ist auch wichtig zu beachten, ob es sich z.B. um einen Single-Haushalt oder eine 3-köpfige Familie mit Kind handelt.

Nachfolgend sehen wir uns Haushalte mit verschiedenen Personenzahlen an. Dabei blicken wir auf einen 2-köpfigen Haushalt (Pärchen) und zwei 3-köpfige Haushalte (Familie mit Kind und WG). Für einen Haushalt mit vier Personen gibt es kein zusätzliches Beispiel, da sich nur die Werte verändern würden. Ein Beispiel wäre ein weiteres Kind und dadurch mehr Kindergeld, aber auch höhere Kosten für beide Kinder.

Bitte beachten Sie, dass die einzelnen Kostenpunkte für alle Beispiele rein hypothetisch sind.

Haushaltsgeld für einen 2-Personen-Haushalt

Pärchen

Für die Planung des benötigten Haushaltsgeldes unseres 2PersonenHaushalts pro Monat nehmen wir an, dass es sich um ein Pärchen handelt und beide arbeiten. Für die beispielhafte Rechnung orientieren wir uns am deutschen Durchschnittseinkommen für Paare ohne Kinder – das waren im Jahr 2020 4.447 EUR netto. Als Kosten für die Versicherungen legen wir ebenfalls den Durchschnitt zugrunde, da die meisten Versicherungen, wie z.B. die Hausrat- oder Haftpflichtversicherung, im Sinne beider Partner sind. Viele Versicherungen bieten auch die Möglichkeit, den Partner mitzuversichern.

 

  • Monatliches Haushaltsgeld: 2.393,36 EUR
  • Versicherungen: 125 EUR
  • Rundfunkbeitrag: 18,36 EUR
  • Resteinkommen (auf beiden Seiten): 1.026,82 EUR
  • Monatliches Haushaltseinkommen (netto): 4.447 EUR
Haushaltsgeld für einen 2-Personen-HaushaltHaushaltsgeld für einen 2-Personen-HaushaltHaushaltsgeld für einen 2-Personen-Haushalt

Weitere Konsumausgaben, die beide Partner einzeln haben, beispielsweise Vereinsmitgliedschaften, sind in diesem Haushaltsgeld nicht enthalten. Es umfasst nur die Kosten, die beide zusammen zum Wohnen und Leben haben.

Haushaltsgeld für einen 3-Personen-Haushalt

Für das erste Beispiel zur Berechnung des monatlichen Haushaltsgeldes eines 3PersonenHaushalts schauen wir uns eine WG mit drei Studierenden an. Deutsche Studierende haben ein durchschnittliches Einkommen von 918 EUR netto. Der Einfachheit halber verdienen alle drei Studierende in diesem Beispiel das Durchschnittseinkommen.

 

  • Monatliches Haushaltsgeld: 1.363,36 EUR
  • Rundfunkbeitrag: 18,36 EUR
  • Versicherung: 15 EUR
  • Internet und Telefon: 40 EUR
  • Resteinkommen: 463,55 EUR

Bei der WG ist erkennbar, dass ein paar Positionen, die ein Pärchen als gemeinsame Ausgaben hat, hier nicht vorkommen. In WGs werden z.B. oft Lebensmitteleinkäufe separat getätigt. Der Einkauf zählt dann zu den privaten Ausgaben und nicht zum Haushaltsgeld. Auch Lernmittel, private Versicherungen wie die Haftpflichtversicherung und andere private Konsumausgaben zahlen die Studierenden für sich. Die Kosten für Internet und Telefon sowie für die Miete und Nebenkosten werden dagegen in der Regel zusammengelegt und zählen somit in das Haushaltsgeld. Das Haushaltsgeld umfasst also nur die Posten, die alle zusammen bezahlen.

Haushaltsgeld für einen 3-Personen-HaushaltHaushaltsgeld für einen 3-Personen-HaushaltHaushaltsgeld für einen 3-Personen-Haushalt

Familie mit Kind

Als zweites Beispiel für die Höhe des monatlichen Haushaltsgeldes eines 3PersonenHaushalts schauen wir uns das Pärchen von vorhin an. Es ist inzwischen verheiratet, hat ein Kind bekommen und verdient etwas mehr Geld. Wir gehen rein hypothetisch von 2.350 EUR netto pro Person aus. Die Kosten, die für das Kind anfallen, beziehen sich auf die vom statistischen Bundesamt berechneten Durchschnittskosten von 763 EUR.

 

  • Monatliches Haushaltsgeld: 3.316,36 EUR
  • Versicherungen: 125 EUR
  • Rundfunkbeitrag: 18,36 EUR
  • Ausgaben für Kinder: 763 EUR
  • Resteinkommen: 1.602,64 EUR
  • Monatliches Haushaltseinkommen (netto): 4.700 EUR + 219 EUR Kindergeld
Familie mit KindFamilie mit KindFamilie mit Kind

Das Muster zur Bestimmung der Höhe des monatlichen Haushaltsgeldes ist immer gleich:

  1. Alle Einnahmen des Haushalts zusammenrechnen
  2. Alle Kosten, die jedes Mitglied des Haushalts betreffen, von den Einnahmen abziehen
  3. Private Konsumausgaben und Kosten werden außer Acht gelassen

Haushaltsbuch: Was macht es so praktisch?

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Der Vorteil eines Haushaltsbuchs ist, dass Sie die Kontrolle über alle Ausgaben haben und mehr Bewusstsein für Ihr Geld bekommen. Einnahmen und Lebensunterhaltskosten sowie Konsumausgaben werden gegenübergestellt und sind auf einen Blick sichtbar. Das hört sich zunächst sehr banal an, kann jedoch insbesondere in einer schnelllebigen Zeit von Vorteil sein, in der Konsum eine große Rolle spielt. Denn Geld ausgeben wird immer einfacher, vor allem welches, das man nicht hat. Kreditkarten, Ratenzahlungen, 0 %-Finanzierungen etc. sind zwar eine gute Möglichkeit, notwendige Dinge zu kaufen und nach und nach abzubezahlen. Sie verleiten jedoch den ein oder anderen auch dazu, private Konsumausgaben zu tätigen, die nicht zwingend zum Leben benötigt werden. Dadurch geraten einige Menschen in finanzielle Schwierigkeiten. Auch die Kartenzahlung, die durch die Corona-Krise noch stärker in den Fokus gerückt ist, kann dazu führen, dass man den Überblick über seine Ausgaben verlieren kann.

Das Haushaltsbuch kann zwar nicht all diese Probleme lösen und ist kein Garant dafür, dass keine unnötigen Käufe getätigt werden. Es kann jedoch dabei helfen, die monatlichen Ausgaben genau zu kennen. So behalten Sie jederzeit einen Überblick über anfallende Fixkosten und variierenden Konsumausgaben. Dadurch fällt es oft auch einfacher, neue Sparpotenziale zu erkennen und sich so kleine- und größerer Wünsche zu erfüllen.

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Das Führen des Haushaltsbuchs ist übrigens ganz einfach. Ein kleines Notizbuch oder eine Excel-Tabelle reichen schon aus. Mittlerweile geht es digital sogar noch einfacher. Dank innovativer Bankkonten und Apps für die Finanzplanung werden anfallende Kosten automatisch sortiert und Kategorien zugeordnet. Ein weiterer Vorteil: Manche ermitteln gleichzeitig Sparpotenziale.

Fazit: So klappt es mit der Planung des Haushaltsgeldes

Beim Haushaltsgeld geht es darum, sich über die monatlichen Kosten, die für Wohnen und Leben anfallen, bewusst zu sein. Alle Einnahmen eines Haushaltes werden mit den Fixkosten und Konsumausgaben verrechnet. Was am Ende übrig bleibt, steht für private Ausgaben zur Verfügung. 

Es kann hilfreich sein, das errechnete monatlich benötigte Haushaltsgeld auf ein separates Konto zu überweisen. So bleiben notwendige Ausgaben und privates Geld stets getrennt. Auch Geldanlagen sollten in das Haushaltsgeld mit einberechnet werden. So fällt es oft leichter, mehr Geld zu sparen oder zu investieren. Laut einiger Expertinnen und Experten ist es dabei sinnvoll, etwa 20 % des monatlichen Einkommens zu sparen. Doch wer durch das Haushaltsbuch feststellt, dass ein geringerer oder höherer Prozentsatz besser funktioniert, kann dieses Geld zinsbringend z.B. in Tagesgeld und Festgeld anlegen oder in ETF-Portfolios investieren.

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