Immobilien als Kapitalanlage: Eine Investition, die sich lohnt?

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2019 kostete eine Immobilie in München durchschnittlich 8.993 EUR pro Quadratmeter. In Frankfurt am Main waren es durchschnittlich 6.701 EUR und in Berlin 5.578 EUR. Das geht – neben den Daten vieler anderer Städte – aus einer Studie des Forschungs- und Beratungsinstitut Empirica vom Januar 2020 hervor. 

Die Nachfrage nach urbanem Leben mit Eigentum nimmt nach wie vor weiter zu, der Platz für neue Immobilien nimmt in Folge dagegen immer weiter ab. Dieser Engpass treibt die Preise nach oben und suggeriert eine anhaltende Preisspirale. Die Nullzins-Politik fördert diese Entwicklung.  

Nun stellt sich Anlegern und Investoren die eine Preisfrage: Sind Immobilien als Geldanlage angesichts der hohen Kaufpreise noch sinnvoll? Und wenn ja: Wie kommt man an die 20 % Eigenkapital?

Das Wichtigste in Kürze
  • Immobilien bieten als Kapitalanlage viele Vorteile: Von der Wertbeständigkeit über potenzielle Mieteinnahmen bis zum mietfreien Wohnen im Alter. Es braucht aber auch etwa 20 % Eigenkapital, um attraktive Immobilienkredite zu erhalten.
  • Trends und Perspektiven untermauern, dass Anlageimmobilien auch in den nächsten Jahren eine attraktive Investition bleiben. Trotz Corona-Pandemie setzte der Markt sein Wachstum bisher fort.
  • Um Eigenkapital aufzubauen, eignen sich verschiedene Optionen vom Bausparen über Festgeld bis hin zu ETFs. Dabei kommt es auf die Risikobereitschaft, Restdauer bis zum Kauf und das erforderliche Restkapital an.
  • Wer nicht direkt in eine Immobilie investieren möchte, hat verschiedene Alternativen zur Auswahl. Dazu zählen Immobilienfonds sowie Crowdinvesting.

Studie: Wie haben sich die Quadratmeterpreise seit 2014 entwickelt?*

*Hinweis: Die Daten sind aus dem Jahr 2019 und die Studie umfasst deutlich mehr Beispiele als die hier dargestellten. Grundsätzlich beziehen sich die Daten durchschnittlich auf Wohnungen mit 60 bis 80 Quadratmetern, Baujahr in den letzten 10 Jahren und hochwertiger Ausstattung. 

  • München hat mit deutlichem Abstand die höchsten Quadratmeterpreise. 2019 kostete eine Immobilie mit 80 Quadratmetern der Studie nach durchschnittlich fast 720.000 EUR. 2014 waren es vergleichsweise etwa 483.000 EUR.
  • In Berlin mussten Investoren für 80 Quadratmeter im Jahr 2019 durchschnittlich 446.000 EUR bezahlen. In Düsseldorf waren es etwa 437.600 EUR. Im Jahr 2014 waren es in Berlin noch rund 264.000 EUR und in Düsseldorf rund 301.000 EUR.
  • Auch abseits der Großstädte – wo man keine starken Preiszunahmen erwarten würde – müssen Investoren immer tiefer in die Tasche greifen. In Regensburg und Erlangen stiegen die Preise seit 2014 um circa 49 %, in Potsdam sogar um 85 % von 3.322 EUR pro Quadratmeter auf 6.164 EUR. In Hamburg als zweitgrößte Stadt Deutschlands waren es dagegen „nur“ 42 %.

Einflüsse: Welche Faktoren wirken sich auf die Immobilienpreise aus?

Weitere Studien halten Tendenzen fest, wie sich die Immobilienpreise bis ins Jahr 2025 entwickeln könnten. Ebenso ist in den Studien von diversen Einflussfaktoren die Rede, die sich auf die Preisentwicklung auswirken.

Der Grundsatz lautet: Steigende Nachfrage bei sinkendem Angebot = Steigende Preise. Sinkende Nachfrage bei gleichbleibendem Angebot = Schwankende Preise. Niedrige Nachfrage bei wachsendem Angebot = Sinkende Preise. 

 

Konkrete Einflussfaktoren: 

  1. Höhe des Einkommens: Je mehr Geld die Deutschen verdienen, desto eher können sie sich teure Immobilien und Kredite leisten.
  2. Höhe der Zinsen: Durch das Zinstief der EZB sind Zinsen für Baukredite und Immobilienkredite so tief wie nie. Das ist ein Reiz für alle, die sich für Immobilien interessieren. Und es ist mit ein Grund, warum Immobilien vor allem seit dem Zinstief – also spätestens ab 2016 – so in den Fokus rückten.
  3. Anhaltende Urbanisierung: Je mehr Menschen in der Stadt leben möchten und je nachdem, wie schnell und ausreichend die Städte wachsen können, wirkt sich das auf die Preise in den Städten selbst sowie in ihrem direkten Umland aus.
  4. Bevölkerungswachstum: Nimmt die Einwohnerzahl Deutschlands so wie bisher weiter zu, kann sich das ebenfalls auf den Immobilienmarkt auswirken. Jedoch eher zusammen mit den anderen Faktoren.
  5. Haushaltsgröße: Wie werden Menschen in Zukunft zusammenleben? Allein? Zu zweit? Oder zu dritt? Je nachdem braucht es entsprechenden Wohnraum. Je kleiner die Haushalte, desto mehr Wohnraum ist schließlich erforderlich.
  6. Spekulationen: Der Immobilienmarkt ist Heimat von vielen spekulativen Investoren, die die Preise teils bewusst in die Höhe treiben, etwa mit der Fix & Flip-Strategie. Sie kaufen alte Immobilien, werten sie auf und verkaufen oder vermieten sie dann entsprechend teurer. Besonders kann man dies in Großstädten mit hoher Nachfragesituation beobachten.

Sinnsuche: Sind Immobilien weiterhin eine lohnende Kapitalanlage?

Wer 2014 in eine Immobilie investiert hat, würde heute traumhafte Renditen beim Verkauf erzielen. Aber lohnt es sich noch, jetzt nach den enormen Preiszunahmen der letzten Jahre einzusteigen? 

Der Sinn einer Geldanlage ist es, eine Investition zu leisten und über die Jahre eine attraktive Rendite zu erzielen. Um Immobilien in dieser Hinsicht zu bewerten, müssen die Entwicklungen für die nächsten Jahre kontinuierlich verfolgt und Erwartungen gebildet werden. Werden die Preise noch deutlich weiter zunehmen, sodass man heute, wie schon im Jahr 2014, immer noch ein „Schnäppchen“ macht?

 

Faktor Coronavirus

Das Hamburger GEWOS-Institut hält fest, dass der Immobilienmarkt bisher kaum unter Corona litt. Selbst im Jahr 2020 sei in verschiedener Hinsicht ein Plus auf dem Immobilienmarkt erkennbar. Das Rekordjahr 2019 werde abermals übertroffen. 

Aber: Der Immobilienmarkt läuft normalerweise zeitversetzt der Konjunktur nach. Das kann bedeuten, dass sich weitreichende Corona-Konsequenzen erst noch bemerkbar machen.

 

Erwartete Tendenzen in den nächsten Jahren

Gemäß diverser Studien dürfen Anleger und Investoren auch in den nächsten Jahren noch mit einem Aufwärtstrend rechnen. Und wie sieht dieser „Aufwärtstrend“ in Zahlen ausgedrückt aus? 

2017 stiegen die Immobilienpreise bundesweit um durchschnittlich 9 %. Im Jahr 2018 stiegen sie um etwa 5 % und im Jahr 2019 um weitere 3 %. 

Das Fazit: Die Preiskurve zeigt zwar weiterhin nach oben, aber steigt nicht mehr so rasant wie vorher an. Anhand der Differenzwerte von 9 % zu 5 % zu 3 % könnte man zudem urteilen, dass sich das Wachstum weiter abschwächen könnte.

Doch diese Annahmen sind trügerisch, weil es sich um bundesweite Durchschnittswerte handelt, die auch ländliche Regionen einschließen. Statt den gesamtdeutschen Immobilienmarkt zu beurteilen, müssen sich Investoren vielmehr mit der direkten Umgebung einer Immobilie und den Trends dort auseinandersetzen. Die dargestellten Prozentwerte bilden den Markt somit viel zu ungenau ab und sollten nicht das Maß sein, nach dem man sich für oder gegen eine Immobilie entscheidet.

Für Immobilien als Kapitalanlage wäre es nur gefährlich, wenn die Preise effektiv sinken und die Immobilien somit an Wert verlieren würden. Das ist hinsichtlich der Einflussfaktoren aber momentan nicht gegeben und auch nicht erwartbar. Welches Maß ist also für den Immobilienkauf entscheidend?

 

Faktor Mietpreise

Wie sich die Mietpreise entwickeln, ist dann interessant, wenn Sie die Immobilie nicht selbst nutzen, sondern vermieten möchten. Die Mieteinnahmen sind dann ein wesentlicher Finanzierungs- und auch Rendite-Aspekt hinter der Investition. 

Wer in den deutschen Großstädten wohnen und leben möchte, muss sich auf hohe Mietkosten für Wohnraum einstellen und dementsprechend gut verdienen. Obwohl immer mehr Menschen sich dadurch Wohnungen in größeren, deutschen Städten nicht mehr leisten können, steigen die Preise weiter. 

Die Mietpreise in München beispielsweise stiegen von 2009 bis 2019 um 61 %. In Berlin nahmen die Mieten in demselben Zeitraum um 104 % zu. Selbst in kleineren Städten, die man nicht auf dem Radar hat, nahmen die Mieten um bis zu 55 % zu. 

 

Faktor Wohnen

Haben Sie vor, eine Immobilie für sich zu kaufen, in der Sie selbst wohnen? Dann ist es sinnvoll, sich nicht auf Aspekte der Kapitalanlage zu konzentrieren, sondern sich für eine Immobilie zu entscheiden, in der man sich wohlfühlt und die man sich leisten kann.

 

Faktor Immobilienblase

Besteht in Deutschland die Gefahr einer Immobilienblase bzw. einer deutlichen Überbewertung von Immobilien? Nein, Deutschland ist nicht von einer Blase betroffen und es ist auch nicht zu erwarten, dass eine entsteht. Das bestätigt auch die Deutsche Bundesbank (Monatsbericht Oktober 2020): Auch wenn sich das Risiko von Preisübertreibungen bei Wohnimmobilien – insbesondere in städtischen Gebieten – erhöhte, bleibe das Preisgefüge generell robust gegenüber ausgeprägten Änderungen des gesamtwirtschaftlichen Umfelds. Die Corona-Krise habe somit kaum Spuren am Wohnimmobilienmarkt hinterlassen. Derzeit zeichne sich keine abrupte Preiskorrektur ab, sofern es zu keiner gravierenden Störung der wirtschaftlichen Erholung komme.

 

Immobilienblasen können entstehen, wenn:

  • Banken zu locker arbeiten und Immobilienkredite an Kunden herausgeben, die sich das dauerhaft nicht leisten können
  • sich die aktuell sehr attraktiven Kreditkonditionen wieder so verschlechtern, dass aktuelle Kreditnehmer bei einer Anschlussfinanzierung ins Straucheln kommen
  • Spekulanten einen knappen Wohnraum und eine hohe Nachfrage ausnutzen, um die Preise in kürzester Zeit stark nach oben zu treiben

Den letzten Punkt kann man in Deutschland zwar teilweise beobachten, aber letztendlich müssen alle drei Punkte erfüllt sein, um eine Blase wirklich hervorzurufen. Und das ist nicht der Fall, denn:

  • Die Deutschen sind sehr sicherheitsbewusst und die durchschnittlichen Tilgungsraten sowie Laufzeiten von Baukrediten sprechen dafür, dass Kreditnehmer möglichst schnell wieder schuldenfrei sein möchten.
  • Die deutschen Banken arbeiten sehr gewissenhaft und verlangen unter anderem ein Eigenkapital von normalerweise 20 %, um ihr Risiko zu reduzieren. 

 

Lohnen sich Immobilien als Kapitalanlage auch weiterhin? 

Ja, Immobilien lohnen sich auch weiterhin:

  1. In Deutschland besteht derzeit kein Risiko für eine Immobilienblase.
  2. Der bundesweite Aufwärtstrend bei den Kaufpreisen ist nicht mehr so rasant, aber es ist eben auch der bundesweite Trend. In einzelnen Regionen und vor allem in Großstädten können Anleger bei unveränderten Trends weiterhin hohe Preisanstiege erwarten. Immobilien scheinen sich somit vor allem in Ballungsräumen weiterhin zu lohnen.
  3. Ob und wie sich die Corona-Pandemie noch auf den Immobilienmarkt auswirkt, bleibt unklar. Für 2020 kann man aber festhalten, dass sich das Coronavirus nicht sonderlich auf den Immobilienmarkt auswirkte.
  4. In Zeiten niedriger Zinsen gilt der Kauf einer Immobilie als risikoarme und lohnenswerte Investition. Denn Häuser und Wohnungen können nicht nur wertbeständig sein, sondern überdies beachtliche Renditen erzielen. 

Aber: Eine Immobilie zur Kapitalanlage ist nicht immer eine lohnenswerte Investition. Die Rendite der Immobilie kann nicht zugesichert werden und sich je nach Einzelfall stark unterscheiden. 

Die Chance, mit Immobilien eine gute Rendite zu erreichen, besteht dann, wenn der Standort nicht von Anfang an sehr beliebt (und kostenintensiv) ist, sondern sich im Laufe der Nutzungsdauer positiv entwickelt. Welche Vorteile Immobilien als Kapitalanlage bieten können, zeigen wir im folgenden Kapitel.

Sinnvolle Kapitalanlage: Was sind die Vorteile von Immobilien?

Sie können eine Immobilie kaufen oder aber Geld beispielsweise in ETFs investieren oder auf ein Festgeldkonto einzahlen. Bei den beiden Alternativen kommen Sie ohne hohes Eigenkapital und ohne jahrelange Kreditschulden aus. Dennoch sind Immobilien als Kapitalanlage beliebt. Und dass sie auch sinnvoll sein können, zeigen folgende Vorteile:

 

  • Mietfreies Wohnen: Statt jeden Monat Miete zu zahlen, zahlen Sie Kreditraten – und wenn der Kredit abbezahlt ist, fallen nur noch laufende Kosten an.
  • Altersvorsorge: Wer im Alter mietfrei wohnt, hat mehr von der Rente.
  • Mieteinnahmen erzielen: Sofern Sie die Immobilie (noch) nicht selbst nutzen, können Sie sie vermieten und dadurch Einnahmen erzielen.
  • Wertbeständigkeit: Dass Immobilien je nach Lage, Objekt, Größe und weiteren Faktoren an Wert gewinnen können, macht sie wertbeständig und sicher. Die Preise entwickeln sich weiterhin im Aufwärtstrend. Die Risiken sind, sofern man sich für die richtige Immobilie entscheidet, überschaubar.
  • Günstige Kredite: Die weiterhin sehr niedrigen Zinsen bei Baukrediten bilden einen attraktiven Einstiegspunkt, um am Immobilienmarkt mitzuwirken. Sobald die Zinsen wieder steigen, bleiben Immobilien vielen Menschen verwehrt.
  • Förderungen: In vielen Fällen erhalten Kreditnehmer besonders preiswerte Konditionen und andere Förderungen. Beispielsweise von der KfW, wenn es sich um ein energieeffizientes und somit umweltfreundliches Haus oder Objekt handelt.
  • Steuervorteile: Wer die Immobilie als Geldanlage vermietet, muss zwar die Mieteinnahmen versteuern, kann auf der anderen Seite aber auch diverse Kostenfaktoren steuerlich absetzen. 

 

Bedenken Sie aber auch die Nachteile: 

Wer beispielsweise vermieten möchte, darf den Aufwand dahinter nicht unterschätzen. Die Mietersuche kann sich mit entsprechendem Leerstand ohne Mieteinnahmen sehr in die Länge ziehen und noch dazu kann es selbst bei einer gewissenhaften Auswahl der Mieter zu Problemen kommen. 

Beispielsweise, dass die Mieter die Miete nicht zahlen oder dass sie nach kurzer Zeit schon wieder ausziehen. Ebenso dürfen Eigentümer nicht die Kosten unterschätzen, um die Immobilie instand zu halten. Und weil die langfristige Wertbeständigkeit nicht zuletzt massiv von der Lage abhängt und wie sich die direkte Nachbarschaft entwickelt, steht ein weiteres Risiko ins Haus. 

Somit stimmt es: Immobilien haben als Kapitalanlage viele Vorteile und Chancen, aber auch Nachteile bzw. Risiken.

Eigenkapital: Was brauchen Investoren, um in eine Immobilie investieren zu können?

Banken schreiben hierzulande meist eine Eigenkapitalquote von 20 % der Kaufkosten inklusive Nebenkosten vor. Manchmal ist auch von 25 % oder 30 % die Rede. 

Wer diese Summen noch nicht parat und noch ein paar Jahre Zeit hat, kann sich verschiedener anderer Kapitalanlagen bedienen, um das Eigenkapital anzusparen. 

Je nach Sicherheitsbedürfnis, Anlagehorizont (die Dauer, für die Sie gewillt sind, eine freie Kapitalsumme in eine Anlage zu investieren) und erforderlichem Kapital kommen verschiedene Kapitalanlagen von Festgeld bis ETF-Portfolios infrage. Auch Bausparverträge tauchen immer wieder als Option auf.

 

Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag dient explizit dazu, über einen bestimmten Horizont hinweg Eigenkapital für den Immobilienkauf anzusparen. Die meisten Verträge haben einen Horizont von sieben bis acht Jahren

Sie entscheiden, wie viel Sie monatlich einzahlen möchten und daraus ergibt sich die Bausparsumme. Rund 40 % sparen Sie selbst an, rund 60 % erhalten Sie als Baufinanzierung. Die Baufinanzierung hat einen festen, heute schon bekannten Zins. Das ist der wesentliche Vorteil beim Bausparen.  

Doch das Bausparen hat auch eine kritische Seite: Zwar verzinsen die Bausparkassen das Guthaben während der Sparphase, aber durch das andauernde Zinstief entsteht kaum Rendite. Wer beispielsweise 200 EUR monatlich einzahlt und 0,5 % Zinsen erhält, hat nach sieben Jahren eine Summe von 17.100,30 EUR an Guthaben. Davon kommen aber auch 16.800 EUR aus der eigenen Tasche. 

Wer zudem beispielsweise diese Summe angespart hat und dann das Darlehen erhält, hat noch immer nicht genug für eine Immobilie. Es braucht also noch einen weiteren Immobilienkredit und höchstwahrscheinlich eine Anschlussfinanzierung. Wie deren Konditionen in x Jahren aussehen, kann heute noch niemand bestimmen. 

 

Festgeld

Für Sparer, die ein hohes Sicherheitsbewusstsein haben, mehr Rendite als beim Bausparen erwarten und bereits über eine hohe Summe verfügen, kann Festgeld sinnvoll sein. Es eignet sich vor allem, um schon vorhandenes Eigenkapital bis zum Kauf sicher zu verwahren und die Inflation auszugleichen

Dabei sind momentan Laufzeiten von 1 bis 2 Jahren sinnvoll, um bei potenziell steigenden Leitzinsen der EZB ein neues Angebot abzuschließen und immer von den besten Zinskonditionen zu profitieren. 

Auch die sogenannte Treppenstrategie kann sich als sinnvoll erweisen: Hier legen Anleger verschiedene Festgelder mit verschiedenen immer höheren Laufzeiten gleichzeitig an – 1 Jahr, 2 Jahre, 3 Jahre, 4 Jahre und 5 Jahre. Nach Ende der einzelnen Laufzeiten haben sie dann die Chance, erneut eins der dann besten Festgelder abzuschließen. 

Festgeld ist gesetzlich abgesichert: Bis 100.000 EUR je Kunde und Bank ist das Geld durch die Einlagensicherung geschützt. Und auch gegen die Inflation können Anleger etwas tun: Festgelder bei WeltSparen bringen derzeit noch bis zu 1,50 % Zinsen im Jahr.

ETFs

Anleger, die noch mindestens 10 Jahre bis zum Kauf der Immobilie haben, können mehr Risiken eingehen. Durch Investitionen in diversifizierte ETF-Portfolios können sie höhere Renditen erzielen. Bitte beachten Sie dazu unsere Risikohinweise.

Ob bereits höhere Summen vorhanden sind oder nicht: Durch die potenziellen Renditen und mit einem langen Anlagehorizont lassen sich unter idealen Voraussetzungen Vermögen aufbauen, die als Eigenkapital hilfreich sind. Ein Beispiel: Sie haben heute schon 30.000 EUR und investieren diese mit weiteren 150 EUR monatlich in einen ETF. Dabei entstehen nach Kosten durchschnittlich 5 % Rendite pro Jahr. Auf diese Weise können Sie in 15 Jahren eine Summe von 102.253,37 EUR ansparen. 

Bei ETFs wie auch bei Fonds handelt es sich um Investitionen an der Börse (ETF = börsengehandelter Indexfonds). Daher ist das Risiko höher als etwa bei Festgeld als typische Bankeinlage. Jedoch können Anleger durch einen langen Anlagehorizont sowie ein diversifiziertes Portfolio das Risiko kontrollieren. Beispielsweise mit den diversifizierten Raisin Invest ETF-Portfolios.

In unserem Artikel „Sparen fürs Haus“ behandeln wir den Aufbau von Eigenkapital sowie die einzelnen Möglichkeiten des Sparens und Anlegens noch detaillierter. Dabei gehen wir von verschieden hohen Summen als bereits vorhandener Basis aus: 

Alternativen: Kann ich auch ohne den Kauf einer Immobilie am Markt mitwirken?

Anleger, die entweder nicht über das erforderliche Eigenkapital verfügen oder keine echte Immobilie kaufen möchten, können auch anders am Immobilienmarkt mitwirken. Die bekanntesten Alternativen zur echten Immobilie oder Anlageimmobilie sind offene oder geschlossene Immobilienfonds sowie Crowdinvesting

 

Offene Immobilienfonds

  • Offene Immobilienfonds investieren das Geld ihrer Anleger mehrheitlich – das heißt zu mindestens 51 % – in diverse Immobilienprojekte, meist aus dem Gewerbesektor. Konkreter handelt es sich um bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Erbbaurechte etwa für Einkaufszentren, Bürohäuser oder Hotels.
  • Den anderen Anteil füllen Zinspapiere aus, die dem offenen Immobilienfonds Liquidität verschaffen. Die Liquidität des Immobilienfonds darf 49 % nicht überschreiten. Sie dient dazu, Anteile an Investoren zurückzuzahlen, wenn sie sich entscheiden, ihre Fondsanteile zu verkaufen.
  • Mit offenen Immobilienfonds können alle interessierten Anleger passiv am Immobilienmarkt mitwirken. Jedoch sind sie mit einer minimalen Haltedauer von 24 Monaten sowie einer Verkaufsfrist von 12 Monaten verbunden.

 

Geschlossene Immobilienfonds

  • Geschlossene Immobilienfonds sind das Pendant zu den offenen.
  • Sie fokussieren sich auf eine bestimmte Immobilie. Das macht sie sehr spekulativ und risikoreich, sie können aber dafür auch eine hohe Rendite abwerfen.
  • Sobald das vom Anbieter definierte Höchstvolumen des Fonds erreicht ist, schließt er und es kommen keine weiteren Investoren hinein. Um dabei zu sein, müssen Anleger hohe Einsätze bereithalten.
  • Meist sind geschlossene Fonds mit einer Laufzeit verbunden und während dieser Laufzeit können Anleger nur schwer sowie meist nur mit Verlusten aussteigen. Der Plan ist meist, die Immobilie innerhalb dieser Laufzeit zu bauen, Mieteinnahmen zu generieren und dann gewinnbringend zu verkaufen.

 

Crowdinvesting

  • Beim Crowdinvesting haben Anleger die Wahl aus verschiedenen einzelnen Immobilienprojekten, in die sie über eine kürzere Laufzeit auch kleinere Summen investieren können. Entsprechende Online-Plattformen wickeln das ab.
  • Das Geld wird dann über die Anlagedauer attraktiv verzinst.
  • Der wesentliche Unterschied zu Immobilienfonds ist, dass es sich um das Konstrukt der nachrangigen Darlehen handelt und nicht um klassische Investitionen. Das bedeutet: Wenn beim Projekt etwas schief läuft und es gar zur Insolvenz kommt, besteht die Gefahr, dass Anleger ihr Geld nicht oder nur in Teilen zurückerhalten. Das macht Crowdinvesting je nach Projekt riskant.
  • In der Regel gilt, dass hohe Zinsen mit einem höheren Risiko einhergehen. Anleger sollten Angebote daher kritisch durchleuchten, um nachzuvollziehen, wie die versprochene Rendite zustande kommen sollte.

Fazit

Auch im Jahr 2020 stellen Immobilien in verschiedenen Hinsichten eine lohnende Investition für jene Anleger dar, die über das entsprechende Eigenkapital verfügen und eine eigene Immobilie anschaffen möchten. In den nächsten Jahren ist die Fortsetzung des Aufwärtstrends bei den Immobilienpreisen erwartbar, vor allem bei Großstadt-Immobilien. Unklar ist nur, wie sich die Corona-Pandemie noch auf den Markt auswirken wird, bislang sind laut Bundesbank noch keine Auswirkungen auf den Immobilienmarkt erkennbar. Wer sich darauf blickend zunächst mit den Alternativen zur echten Immobilie auseinandersetzen möchte, kann unter anderem mit Immobilienfonds sein Portfolio diversifizieren sowie von laufenden Mieteinnahmen und Wertsteigerungen profitieren

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