Sparbuch auflösen und mehr Zinsen erhalten?

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Monatlich einen fixen Betrag auf dem Sparbuch der örtlichen Hausbank zur Seite legen und ein kleines Vermögen über die Jahre anhäufen? Das klingt inzwischen für viele Sparer wie ein schöner Traum aus grauer Vorzeit. Durften private Anleger sich im Jahr 1975 noch über durchschnittlich 4,4 % Sparbuchzinsen p.a. freuen, liegen diese gegenwärtig bei 0 %

Nennenswerte Renditen sind unter diesen Umständen nicht mehr denkbar. Und damit die Finanzen in Zukunft wieder gewinnbringender arbeiten, lohnt sich für die meisten ein Anlagewechsel und ein anderes Sparverhalten. Doch wie geht man am besten vor?

Wer fürs Alter vorsorgen oder für große Lebensprojekte sein Geld lukrativer parken möchte, ist gezwungen, sich vom guten alten Sparbuch zu verabschieden. Ein wichtiger Punkt: Maximale Einlagensicherheit muss natürlich auch in veränderten Sparformen vorhanden sein. Geldanlagen in Festgeld und Tagesgeld mit wesentlich besseren Zinserträgen überzeugen genau hiermit – und sind überdies flexibler.

Das Wichtigste in Kürze
  • Das Sparbuch stellt in Form eines kleinen Papierbuchs oder einer Bankkarte eine hierzulande beliebte Sparanlage dar. Es dient weniger als Zahlungsmittel als zum Aufbau privaten Vermögens.
  • Seit 2014 liegen die Zinsen auf Sparbucheinlagen bei weniger als 1 %. Die europaweite Inflation lag in den letzten 10 Jahren bei durchschnittlich 1,3 % im Jahr. Die Sparbuchzinsen fallen folglich geringer aus als die Preise allgemein steigen – die Kaufkraft nimmt ab. Das bringt Anlegerinnen und Anleger zum Umdenken.
  • Sparkonten für Tagesgeld und Festgeld eignen sich als sehr gute und sichere alternative Anlageformen zum Sparbuch. Der Grund: Die Zinsen sind darauf im Schnitt um einiges höher. Ein Teil der Kaufkraft bleibt für Sparer mit diesen besser verzinsten Konten erhalten.
  • Bei der Kündigung eines klassischen Sparbuchs gilt es, Besonderheiten zu beachten. Dazu zählen mehrmonatige Vertragsfristen und Vorschusszinsen. Am besten informiert man die Hausbank schriftlich mit allen Vertragsinformationen zum Sparbuch – oder durch persönliches Erscheinen.
  • Generell gilt: Das Sparbuch kündigen ist besser, als das Geld unverzinst darauf liegen zu lassen. Denn in der Zwischenzeit arbeiten das Geld nicht für Sie.

Inflation: Reichen Sparbuchzinsen dauerhaft aus?

  • Erhöht sich das Preisniveau, spricht man von Inflation.
  • Der anhaltende Sinkflug der Sparbuchzinsen entwertet dort Gespartes mit der Zeit.
  • Im Vergleich zum Sparbuch bieten alternative Sparkonten wie etwa Tagesgeld oder Festgeld mehr Rendite.

 

Weit über zwei Billionen Euro legten deutsche Anleger bis Ende 2018 auf die hohe Kante. Das Problem an der Sache: Sie investieren oft mit unrealistischen Wünschen im Vergleich zur tatsächlich möglichen Rendite. Das bedeutet, Sparbuchzinsen sinken in Wahrheit kontinuierlich. Zugleich setzt ein Umdenken nur langsam ein. De facto wird das Vermögen nicht weniger. Doch die konstant niedrigen Zinsen auf Sparbüchern kommen eben langfristig nicht gegen die höhere Inflation an. So findet durch die sinkende reale Kaufkraft ein schleichendes Entwerten des Vermögens auf dem Sparbuch statt.

 

Inflation bedeutet: Weniger vom Geld kaufen können

Ist die Inflationsrate höher als der Zinssatz des Sparbuchs, schwindet die Kaufkraft. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank steuert eine Inflation bei einem Wert von unter 2,0 % an. Damit liegt diese merklich höher als bei 0,2 % Zinsen p.a., die es maximal jährlich auf deutsche Sparbucheinlagen gibt.

Konkret wird das Ganze an einem handfesten Rechenbeispiel: Liegt die Inflation in Deutschland bei 2,0 % pro Jahr und schüttet die Hausbank im gleichen Zeitraum 0,2 % Sparbuchzinsen auf 5.000 EUR aus, so ist das Geld dann etwa 1,8 % weniger wert. In Zahlen: minus 90 EUR pro Jahr. Nach zwölf Monaten entspricht die Kaufkraft dieser 5.000 EUR gerade noch 4.910 EUR. Ein solcher theoretischer Wertverlust setzt sich Jahr um Jahr fort.

Guthaben des Sparbuchs 5.000 EUR
Guthaben des Sparbuchs nach Inflation 4.900 EUR (2 % von 5.000 EUR)
Rendite des Sparbuchs 10 EUR (0,2 % von 5.000 EUR)
Guthaben des Sparbuchs inklusive Rendite nach Inflation 4.910 EUR
Wertverlust 90 EUR

Kaufkraft stärken mit höher verzinstem Tagesgeld und Festgeld

Attraktive Geldanlagen in Tagesgeld und Festgeld – etwa über WeltSparen – bieten hier einen klaren Vorteil: Bei deutlich besseren Zinsen als nur 0,2 % pro Jahr bleibt die Kaufkraft des angelegten Kapitals zwar auch nicht zu 100 % erhalten. Allerdings macht man einen weitaus größeren Verlustanteil durch die Zinsen wett. Und wenn die Inflationsrate abnimmt, ist der Effekt umso mehr zu spüren.

Jeder Prozentanteil mehr bedeutet für Sparerinnen und Sparer spürbar mehr Kaufkraft behalten. Das ist noch nicht einmal alles: Dank der EU-weiten Einlagensicherung sind mindestens 100.000 Euro auf jedem Tagesgeld- und Festgeldkonto gesetzlich geschützt. Sollte eine Bank Insolvenz anmelden müssen, dann würden Sparer ihr Geld bei der Bank verlieren. Die Einlagensicherung fängt aber eine Summe bis zu 100.000 EUR pro Kunde pro Bank aber auf und erstattet diese. 

Zur Einordnung: Beim flexiblen Tagesgeld steht – wie der Name der Anlage sagt – taggleich das komplette Guthaben zum Abheben bereit. Beim Festgeld ist das Konto für eine bestimmte Laufzeit – beispielsweise 1 bis 10 Jahre – fest angelegt, das Guthaben lässt sich also vor Laufzeitende nicht abheben. Dafür sind die Zinsen höher.

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Sparbuch auflösen: Was gilt es zu beachten?

  • Erst Informieren, dann Reagieren: Wer sein Sparbuch schließt, sollte nicht überstürzt handeln.
  • Besteht Unsicherheit, ist es sinnvoll, bei der Bank vorab nachzufragen. 
  • Mit der Kündigung der Geldanlage verbindet sich ein gewisser Aufwand.

 

Anhaltende Tiefzinsen, eingeschränkt verfügbares Sparvermögen: Der Liebling des deutschen Sparers hat sich zum wenig rentablen Parkplatz für die Ersparnisse entwickelt. Wer sich entscheidet, vom Sparbuch Abschied zu nehmen, geht den ersten wichtigen Schritt hin zu mehr Rendite: Dazu zieht man das Angesparte ab – und zahlt es neu auf ein kostenfreies Festgeld– oder Tagesgeldkonto ein.

 

Fristen kennen, Vertragsende rechtzeitig veranlassen

Beim Auflösen des Sparbuchs müssen Sparer an die Kündigungsfrist denken. Diese liegt normalerweise bei mindestens drei, unter Umständen auch bei bis zu sechs Monaten. Erst nach dem Vertragsende ist das angesparte Gesamtkapital wieder bedingungslos verfügbar. Andernfalls zahlt man Vorschusszinsen. Solche teils saftigen Strafzinsen der Bank darf die entsprechende Bank in einer Höhe bis 25 % erheben.

Beim Auflösen des Sparbuchs gilt daher: Vorschusszinsen am besten vermeiden, indem man beispielsweise einen Gesamtbetrag von 6.000 Euro in drei Raten aufs neue Tagesgeld- oder Festgeldkonto transferiert. Bei den meisten Hausbanken sind monatliche Summen bis 2.000 Euro strafzinsfrei. Ein cleverer Weg führt über das private Girokonto: Von dort bewegen sich die Beträge im Idealfall per Dauerauftrag jeden Monat automatisch in die neue Sparanlage.

 

Kündigungsschreiben: Was muss rein?

Grundsätzlich stehen zum Auflösen des Sparbuchs zwei übliche Wege offen: Einmal führt der Weg in die örtliche Bankfiliale und einmal wird die Kündigung schriftlich per Post als Einschreiben veranlasst. 

So oder so sind beim Kündigungsschreiben folgende Komponenten erforderlich:

  • Briefkopf mit Absender und Empfänger
  • Sparbuch­nummer
  • Genaue Kontodaten
  • Bitte um schriftliche Kenntnisnahme der Bank
  • Unterschrift von Hand

Die Banken sind heutzutage verpflichtet, jedes formgerechte schriftliche Kündigungsschreiben anzuerkennen. Mit einer schriftlichen Kündigungsbestätigung besteht rechtliche Sicherheit und die Laufzeit verlängert sich im schlimmsten Falle nicht automatisch. 

 

Sparbuch ruhen lassen: Besser als zu kündigen?

Nichts tun, abwarten und Tee trinken – diese Anlagestrategie geht mit dem Sparbuch als früher renditestarke Geldanlageform heute nicht mehr auf. Anders gesagt: „Was brach liegt, arbeitet nicht“. Die versteckten Kosten liegen in der Inflation abzüglich der ausbleibenden Rendite – und machen das Sparbuch zum inzwischen teuren Parkplatz fürs Geld. 

Bleiben die Ersparnisse für viele Jahre auf dem Sparbuch liegen, frisst die Inflation also wortwörtlich mehr und mehr das Angesparte auf. Weitaus geschickter ist es, in Einzelsumme monatlich das Geld abzuziehen und direkt in das gewünschte besser verzinste Sparkonto zu überführen.

Unterschiede kennen: „Sparbuch“ oder „Sparkonto“?

  • Sparbuch und Sparkonto sind nicht immer das Gleiche.
  • Ein Sparbuch als Sonderfall des Sparkontos notiert oftmals ein- wie ausgehende Geldbeträge mit Zahlungslimit.
  • Spricht man von einem Sparkonto, bezeichnet das immer öfter ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto. 

 

Während das Sparbuch, auch Sparkassenbuch, im althergebrachten Sinne ein kleines Papierheft oder eine Bankkarte mit eingeschränkten Funktionen (Stichwort „Sparcard“) darstellt, ist ein typisches Sparkonto heute rein digital. 

Die Sparcard mit dahinterstehendem digitalen Konto bietet dem Sparer mehr Möglichkeiten und Freiheiten. Entsprechend sieht es bei modernen digitalen Sparkonten so aus: Die komplette Sparsumme ist hier in der Regel als Einmalsumme auszahlbar.

Fazit

Das Sparbuch wie zu Omas Zeiten hat abgedankt. Der sofortigen Auflösung eines solchen Kontos steht nichts im Wege; solange man als Sparer Vertragsfristen und -besonderheiten im Auge behält. Gerade als flexible Anlageform für schnell verfügbare kleinere Summen ist das Sparbuch sehr gut ersetzbar. Hier kann es sinnvoller sein, ein besser verzinstes Tagesgeldkonto mit europäischer Einlagensicherung zu eröffnen. Das Tagesgeldkonto wird so praktisch zum modernen Sparbuch und löst dieses nach höchsten Sicherheitsstandards vollständig ab. Wer eine Weile auf sein Kapital aufgrund fester Vertragslaufzeiten verzichtet, belohnt sich selbst. Noch bessere Zinsen erhalten Sparerinnen und Sparer auf mittel- bis langfristige Spareinlagen auf einem Festgeldkonto in Europa.

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