Lohnt sich das Zuwachssparen noch?

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Eine kleine Zeitreise zurück in die 2000er Jahre. 

Wir schreiben das Jahr 2003 – und befinden uns in einem Jahr, in dem sich die Sparzinsen noch auf einem Level von durchschnittlich mehr als 2 % im Jahr befinden. Für Sparer und Besitzer eines Sparkontos sind es attraktive Zeiten. Und die Banken haben unter anderem mit einer besonderen Form des Sparens Hochkonjunktur – dem Zuwachssparen. 

Die Idee des Zuwachssparens – auch als „Wachstumssparen“ oder „Zinssparen“ bezeichnet – ist es, eine bestimmte Summe für eine feste und frei wählbare Laufzeit zu deponieren – mit der Besonderheit, dass die Zinsen mit den Jahren zunehmen. Je länger Kunden dabei bleiben, desto höhere Zinsen erhalten sie auf ihr Guthaben innerhalb der klar definierten Zinsstaffel

Spulen wir etwas weiter vor: Nach der Finanzkrise beginnen die Zinsen auf der ganzen Welt zu sinken. Der Leitzins der EZB steht seit 2016 auf 0 %. Noch dazu müssen Banken inzwischen einen Strafzins von -0,5 % zahlen, um die Guthaben ihrer Kunden bei der EZB parken zu können.

Das bedeutet, dass Sparformen wie das Zuwachssparen oder auch beispielsweise das Prämiensparen für Banken keine wirtschaftliche Relevanz mehr haben. Jedes Prozent, das Banken als Zins an ihre Kunden zahlen müssen, ist mit einem Zähneknirschen verbunden, denn es bedeutet Verluste. Das ist der Grund, warum viele Banken das für Kunden grundsätzlich interessante Produkt nicht mehr anbieten. Aber zum Glück gibt es Alternativen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Definition: Das Zuwachssparen war ein Produkt, bei dem Sparer eine feste Summe über eine feste, frei wählbare Laufzeit einzahlen konnten. Das Guthaben war prinzipiell erst am Ende der Laufzeit auszahlbar – außer per Frist von beispielsweise 3 Monaten sowie mit vereinzelten Vorschusszinsen. Charakteristisch für das Zuwachssparen sind die mit den Jahren immer höher werdenden Guthabenzinsen im Rahmen einer Zinsstaffel, die je nach Bank unterschiedlich waren.
  • Funktionsweise: Je nach Bank konnten Kunden mit jedem weiteren Jahr der vereinbarten Laufzeit höhere Zinsen erzielen. Beispielsweise erhielten Sparer in den ersten drei Jahren Zinssatz A, ab dem dritten Jahr einen höheren Zinssatz B und ab dem fünften Jahr einen nochmals höheren Zinssatz C. Die Laufzeiten konnten auch mehr als eine Dekade umfassen.
  • Produkt heute: Durch das Zinstief und die beschränkte Planbarkeit hinsichtlich des Leitzinses bieten viele Banken das Zuwachssparen heute nicht mehr an. Manche Banken haben zwar noch ein Produkt namens „Zuwachssparen“ oder „Wachstumssparen“ im Portfolio. Doch dahinter steckt nicht das Produkt von damals, sondern es handelt sich um die klassischen Tagesgeld- oder Festgeldprodukte; auch mehrheitlich im Tiefzinsbereich.
  • Alternativen: Beim Tagesgeld handelt es sich um ein einfaches Sparkonto, dessen Guthaben Sie jederzeit aufstocken oder auch abheben können. Die Zinsen sind variabel und passen sich den aktuell vorherrschenden Marktkonditionen an. Beim Festgeld deponieren Sie wie beim ursprünglichen Zuwachssparen auch eine feste Summe für eine feste Laufzeit und einen festen Zins. Die Summe ist vor Fälligkeit grundsätzlich nicht auszahlbar.

Attraktive Zinsen bei den Sparkonten von WeltSparen

Bei WeltSparen haben Sie die Chance, deutlich höhere Zinsen als hierzulande zu erzielen. Das Zinstief der Europäischen Zentralbank wirkt sich zwar europaweit aus, doch lässt den Sparzinsen in anderen EU-Ländern noch Raum. So können Sparer von Geldanlagen im EU-Ausland durchaus profitieren. Bei den Tagesgeld-Angeboten über WeltSparen können Sie daher Zinsen von momentan bis zu 0,35 % p.a. erzielen. Bei den Festgeld-Angeboten von WeltSparen sind es bis zu 1,80 % p.a.

Sicherheit geht vor: Die nationalen Einlagensicherungsfonds der entsprechenden Länder sichern Ihr Guthaben zudem im Fall einer Bankinsolvenz bis zu 100.000 EUR pro Kunde und Bank zu 100 % ab.

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Definition: Was bedeutet Zuwachssparen?

Beim Zuwachssparen, Wachstumssparen oder Zinssparen handelte es sich um ein Sparprodukt mit variablen, kontinuierlich anwachsenden Zinssätzen im Rahmen einer individuellen Zinsstaffel. Diese Zinsstaffel nennt man auch Stufenzins.

Der Sinn und Zweck des Zuwachssparens war es aus Bankensicht, die Kunden für viele Jahre an sich zu binden. Die Kunden profitierten wiederum von der Sicherheit, die bei Banksparprodukten heute noch üblich ist, von den zunehmenden Zinsen und vom vorhandenen Zinseszinseffekt

Die Jahre, ab denen Sparer jeweils höhere Zinsen erhielten, sind wie Meilensteine zu verstehen. Banken belohnten die Treue ihrer Kunden und es war wahrscheinlich, dass die Kunden loyal bleiben würden, um auch den nächsten Meilenstein zu erreichen. Zu erwähnen ist dabei, dass man das Zuwachssparen unter gewissen Bedingungen auch auflösen kann – Banken, die das Zuwachssparen heute noch anbieten, rufen aber eine Frist von mehreren Monaten oder auch Vorschusszinsen auf. 

Ein verwandtes Produkt zum Zuwachssparen ist das Prämiensparen. Hier erhalten Sparer beim Erreichen der Meilensteine keine immer höheren Zinsen, sondern zunehmende prozentuale Prämien. Die Produkte basieren also nicht auf einer Zinsstaffel, sondern auf einer Prämienstaffel. Die Prämien der einzelnen Jahre berechneten sich anhand der Summen, die Sparer in den entsprechenden Jahren einzahlen. Genau wie das Zuwachssparen ist auch das Prämiensparen bei den meisten Banken nicht mehr vorzufinden. 

 

Doch zurück zum Wachstumssparen:

Zinsstaffel: Wie funktionierte das Wachstumssparen?

  • Sparer mussten je nach Bank eine Mindestsumme von 500 bis 1.000 EUR einzahlen, um von den Vorteilen des Wachstumssparens profitieren zu können. 
  • Banken hatten eine feste Zinsstaffel definiert, anhand derer sich Kunden eine Laufzeit aussuchen konnten. Das Guthaben wurde vom ersten Jahr an verzinst. 
  • Durch die immer höheren Zinsen sowie den Zinseszinseffekt ließen sich attraktive Renditen erzielen. 

 

Beispiel:

Sie haben eine Summe von 5.000 EUR und wählen eine Laufzeit von 10 Jahren. Bei den Zinsen ist diese Staffel zu erwarten:

Jahr 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Zins 0,5 % 0,75 % 1 % 1,25 % 1,5 % 2 % 2 % 2,5 % 3,5 % 5 %

Hinweis: Das ist eine Zinsstaffel der attraktiveren Sorte, um den Effekt der zunehmenden Zinsen besser zu veranschaulichen. Heute sind die Zinsen bei den noch bestehenden Produkten deutlich tiefer. Mehr lesen Sie im Kapitel Produkt heute

Jahr Guthaben zum JA Zinssatz Zinsen Guthaben zum JE
1 5.000 EUR 0,5 % 25 EUR 5.025 EUR
2 5.025 EUR 0,75 % 37,69 EUR 5.062,69 EUR
3 5.062,69 EUR 1 % 50,63 EUR 5.113,31 EUR
4 5.113,31 EUR 1,25 % 63,92 EUR 5.177,23 EUR
5 5.177,23 EUR 1,5 % 77,66 EUR 5.254,89 EUR
6 5.254,89 EUR 2 % 105,10 EUR 5.359,99 EUR
7 5.359,99 EUR 2 % 107,20 EUR 5.467,19 EUR
8 5.467,19 EUR 2,5 % 136,68 EUR 5.603,87 EUR
9 5.603,87 UR 3,5 % 196,14 EUR 5.800 EUR
10 5.800 EUR 5 % 290 EUR 6.090 EUR

Laut Tabelle können Sie durch die Zinsstaffel und den Zinseszinseffekt innerhalb von 10 Jahren eine Rendite von 1.090 EUR erzielen. Das entspricht einem durchschnittlichen Zinssatz von 1,99 % im Jahr in diesem Beispiel.

Produkt heute: Tatsächlich nicht mehr abschließbar?

  • Mehrheitlich haben Banken das Zuwachssparen aus ihren Portfolios entfernt. 
  • Manche Banken bieten weiterhin ein Produkt mit diesem Namen an, doch dahinter steckt ein einfaches Tagesgeld- oder Festgeldkonto. 
  • Bei den Banken, die das Zuwachssparen noch in der Form des klassischen Produkts anbieten, sind die Zinsen kaum mehr der Rede wert. 

 

Eine Bank, die das Zuwachssparen tatsächlich noch in früherer Form anbietet, ist die Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank eG. Hier nennt sich das Produkt VR-Wachstumssparen. Vom Staffelzins des obenstehenden Beispiels ist dieses Wachstumssparen jedoch weit entfernt:

Mindestanlagebetrag 5.000 EUR
Zinsen im ersten Jahr 0,05 %
Zinsen im zweiten Jahr 0,1 %
Zinsen im dritten Jahr 0,15 %
Zinsen im vierten Jahr 0,2 %
Zinsen im fünften Jahr 0,35 %
Durchschnittliche Zinsen 0,17 % / Jahr

Zwei andere Banken, die das Zuwachssparen weiterhin anbieten, deren Produkte aber nicht dem klassischen Zuwachssparen entsprechen, sind die DKB und die Mittelbrandenburgische Sparkasse.

Mittelbrandenburgische Sparkasse DKB
Mindestanlagebetrag 5.000 EUR 500 EUR
Zinsen im ersten Jahr 0,01 % 0,01 %
Zinsen im zweiten Jahr 0,01 % 0,01 %
Zinsen im dritten Jahr 0,01 % 0,01 %
Zinsen im vierten Jahr 0,01 % 0,01 %
Zinsen im fünften Jahr 0,01 % 0,01 %
Durchschnittliche Zinsen 0,01 % 0,01 %

Tatsächlich handelt es sich hier um eine Mixtur aus Tagesgeld und Festgeld. Die verschwindend geringen Zinsen entsprechen dem klassischen Tagesgeld-Niveau, außer bei den WeltSparen-Tagesgeldkonten mit bis zu 0,35 % Zinsen im Jahr. 

Bei der DKB ist das Geld auch tatsächlich jederzeit auszahlbar, womit sich dahinter ein Tagesgeldkonto mit Mindestsumme verstecken dürfte. „Zuwachssparen“ ist hier also nicht das Produkt von früher, sondern einfach ein Synonym für ein verzinstes Sparkonto, dessen Guthaben trotz der kaum vorhandenen Zinsen „zuwächst“. 

Bei der lokalen Sparkasse ist das Geld während der Laufzeit meist nicht auszahlbar. Da die Zinsen – wie auch bei der DKB – nicht zunehmen und die Mindestsumme so hoch ist, ist deshalb davon auszugehen, dass es sich hierbei eher um ein Festgeldkonto mit 0,01 % Zinsen im Jahr handelt. Nur zum Vergleich: Die Festgeldkonten von WeltSparen versprechen bis zu 1,80 % Zinsen im Jahr.

 

Alternativen: Was bieten Tagesgeld und Festgeld?

  • Beim Tagesgeld handelt es sich um ein klassisches, anpassbar verzinstes Sparkonto. Sie können das vorhandene Guthaben jederzeit abheben und auch etwas einzahlen. Tagesgeldkonten sind die modernen Pendants zu Sparbüchern, wobei das Geld bei Tagesgeldkonten jeder Zeit verfügbar ist.  
  • Beim Festgeld handelt es sich um ein festen Anlagebetrag auf einem Sparkonto, das noch am ehesten dem Zuwachssparen entspricht, nur mit gleichbleibenden Zinsen. Sie zahlen einmal eine feste Summe ein und erhalten diese erst zum Ende der vereinbarten Laufzeit zurück. Währenddessen wird das Guthaben jährlich zu einem vorher vereinbarten Prozentsatz verzinst. 

 

Was bieten diese beiden Alternativen? 

Beispiel: 

Tagesgeld (WeltSparen) Festgeld (WeltSparen)
Laufzeit keine Laufzeit 10 Jahre
Anlagebetrag 50 EUR / Monat 6.000 EUR einmal
Zinsen / Rendite 0,4 % durchschn. / Jahr 1,8 % pro Jahr fester Zins
Zinseszins? Ja Ja
Kosten Kostenlos Kostenlos
Sicherheit Guthaben bis 100.000 EUR durch die Einlagensicherung geschützt Guthaben bis 100.000 EUR durch die Einlagensicherung geschützt
Einzahlungen 6.000 EUR 6.000 EUR
Gewinn / Rendite 122,40 EUR 1.171,81 EUR
Gesamtes Guthaben zum Laufzeitende 6.122,40 EUR 7.171,81 EUR

In diesem Beispiel können Sparer in einem Zeitraum von 10 Jahren beim Festgeld 1.049,41 EUR mehr Rendite erzielen als mit Tagesgeld. Das hat mit den sofort vorhandenen 6.000 EUR zu tun und auch mit den höheren Zinsen als beim Tagesgeld. Jedoch lässt sich das Guthaben innerhalb der 10 Jahre nicht auszahlen. Hier ist das Tagesgeld deutlich flexibler. Für Sparer, die diese Flexibilität schätzen und / oder keine so hohe Summe für 10 Jahre einzahlen können / wollen, ist das Tagesgeldkonto unter Umständen sinnvoller.

 

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Fazit

Bis zur Finanzkrise 2008 / 2009 war das Zuwachssparen oder Wachstumssparen eine beliebte und auch attraktiv verzinste Sparmethode. Nach der Krise kam jedoch der historisch tiefe Leitzins und machte Produkte wie das Zuwachssparen zu einer wirtschaftlichen Zwickmühle für Banken. Heute bieten kaum noch Banken das klassische Wachstumssparen an – und wenn sie es tun, dann mit nur sehr niedrigen Zinsen. Verwirren lassen dürfen sich Sparer dabei nicht. Manche Banken nennen ihre Produkte auch weiterhin „Zuwachssparen“, aber dahinter stehen andere Produkte ohne die klassische Zinsstaffel – meistens Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten.

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