Inflation

Wie sie entsteht und was sie für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet

Startseite > Finanzlexikon > Inflation

InflationInflationInflation

In der letzten Zeit häufen sich die Nachrichten zur Inflation. Kein Wunder, denn die Inflationsrate in Deutschland steigt seit Monaten an und ist aktuell so hoch wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Aber was genau bedeutet Inflation eigentlich? Der Begriff Inflation beruht auf dem lateinischen Wort „inflare“ und bedeutet so viel wie aufblähen. Doch was hat das alles mit der Wirtschaft zu tun?

In diesem Artikel erfahren Sie, was Inflation ist und welche Auswirkungen die Höhe der Inflationsrate auf Verbraucherinnen und Verbraucher hat.

Das Wichtigste in Kürze
  • Inflation: Die Inflation bzw. Inflationsrate gibt an, ob und inwieweit eine Preissteigerung für Waren, Güter und Dienstleistungen stattfindet. Inflation wird auch als Geldentwertung bezeichnet.
  • Anstieg: Eine „gesunde“ Wirtschaft strebt eine Inflation von ca. 2 % an. Aktuell liegt die Inflationsrate in Deutschland jedoch bei 4,9 % (Stand Januar 2022) und ist damit auf einem Niveau wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Ein Grund dafür sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie. 
  • Gründe: Es gibt verschiedene Ursachen für Inflation, z. B. die Entwicklung von Angebot und Nachfrage. Aber auch die Preispolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat Einfluss darauf, wie sich die Inflation in Zukunft weiterentwickeln wird.
  • Entgegenwirken: Mit attraktiven Zinsen für Tagesgeld und Festgeld aus dem europäischen Ausland können Sparerinnen und Sparer die Inflation mildern. Mit dem Besparen von ETF-Sparplänen bestehen im Vergleich dazu langfristig höhere Renditechancen, die der Inflation entgegenwirken können.

Definition: Was ist eine Inflation einfach erklärt?

Definition: Was ist Inflation?Definition: Was ist Inflation?Definition: Was ist Inflation?

Inflation bedeutet, dass die Preise für Waren, Güter und Dienstleistungen steigen. Steigt das Preisniveau dauerhaft, vermindert sich die Kaufkraft des Geldes. Die Teuerung führt dementsprechend dazu, dass 1 EUR weniger wert ist. Daher spricht man bei Inflation auch von Geldentwertung.

Auch wenn die Definition der Inflation sehr theoretisch klingt, stellen Verbraucher und Unternehmen im Alltag fest, dass sie für Waren und Dienstleistungen mehr ausgeben müssen als zuvor. Bezieht man sich nur auf die Preisentwicklung von Ausgaben der privaten Haushalte in Deutschland, spricht man vom Verbraucherpreisindex.

Es gibt viele Faktoren, die Inflation auslösen und beschleunigen können. Generell unterscheidet man zwischen einer Nachfrageinflation und einer Angebotsinflation.

Nachfrageinflation

NachfrageinflationNachfrageinflationNachfrageinflation

Die Nachfrageinflation ist der klassische Fall der Inflation. Dabei ist die Nachfrage größer als das Angebot. Durch diese Angebotsknappheit können Unternehmen die Preise für Güter und Dienstleistungen anheben. Sobald aber die Preise steigen, sinkt der Wert des Geldes, da man pro Geldeinheit (z. B. EUR) weniger Waren bekommt. Das Geld ist umgangssprachlich also „weniger wert“.

Angebotsinflation

AngebotsinflationAngebotsinflationAngebotsinflation

Bei der Angebotsinflation geht es um einen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus, oftmals begründet durch gestiegene Unternehmenskosten, die in Form von steigenden Preisen an die Verbraucher weitergegeben werden. Auch die Gewinnmaximierung eines Unternehmens kann für die Angebotsinflation verantwortlich sein, z. B. wenn Unternehmen ihre Marktmacht ausnutzen und die Preise bestimmen können.

Inflationsrate für DeutschlandInflationsrate für DeutschlandInflationsrate für Deutschland

Wollen Sie Ihre Geldanlage optimieren?

Bei uns erfahren Sie, was für Sie drin ist! Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie Geldanlage-Tipps direkt in Ihr Postfach:

  • Top-Zinsangebote
  • renditeorientierte Kapitalmarktanlagen
  • Altersvorsorge mit Steuervorteilen

  • wöchentlich auf dem Laufenden bleiben
  • jederzeit Abmeldung möglich

Wie entsteht Inflation?

Wie entsteht Inflation?Wie entsteht Inflation?Wie entsteht Inflation?

Die Steigerung des Preisniveaus bzw. Inflation kann verschiedene Ursachen und Gründe haben, die z. T. in Kombination dafür sorgen, dass sich der Verbraucherpreisindex – meist schleichend – verändert. Dazu können zählen:

  • Erhöhung der Geldmenge, die sich im Wirtschaftskreislauf befindet
  • Geringere Verfügbarkeit von Rohstoffen
  • Zunehmende Verbraucherpreise
  • Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB)

Wie lässt sich der aktuelle Anstieg der Inflation erklären?

Wie lässt sich die aktuell hohe Inflation (Mitte 2021) erklären?Wie lässt sich die aktuell hohe Inflation (Mitte 2021) erklären?Wie lässt sich die aktuell hohe Inflation (Mitte 2021) erklären?

In Deutschland kann der aktuelle Anstieg der Inflation damit erklärt werden, dass 2020 Corona bedingt die Mehrwertsteuer gesenkt wurde. Dadurch hatten die Haushalte mehr Geld zur freien Verfügung, was einerseits den Konsum ankurbelte und andererseits die Binnenkonjunktur stützte. Das führte zu einer vorübergehenden Senkung des Verbraucherpreisindex. 

Um die gesunkenen Preise wieder auszugleichen, wurden darauf hin von vielen Unternehmen Preissteigerungen für ihre Waren und Güter vorgenommen. Zudem trieben die international steigenden Preise für fossile Energieträger wie Rohöl und Erdgas hierzulande die Preise in die Höhe.

Nicht zuletzt aufgrund des Klimapakets der Bundesregierung hatte man für 2021 von vornherein mit einem Anstieg der Inflation gerechnet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie machte hier insbesondere die Einführung der CO2– Bepreisung sowie die Anhebung der Kfz-Steuer für Verbrennungsmotoren verantwortlich.

Aus diesem Grund war die Steigung der Inflationsrate prognostiziert worden und in der Wirtschaft keine Überraschung.

Die aktuelle Inflationsrate wird jeden Monat zum 28. von der EZB mitgeteilt. Bis März 2021 lag die Inflation unter diesem Ziel. Deshalb hatte die Zentralbank die Zinsen gesenkt, um die Inflation ihrem Zielwert anzunähern.

Nun hält die EZB weiter an der Niedrigzinspolitik fest. Doch warum ist eine Zinswende zu höheren Zinsen trotz der aktuell überdurchschnittlich hohen Inflation mittelfristig nicht zu erwarten? Ein Grund dafür ist, dass durch eine Geldpolitik mit noch stärkeren Zinsen die Schulden in einigen – zusätzlich durch die Corona-Krise gebeutelten – Ländern im Euroraum nicht mehr tragbar sein könnten.

Was ist der Unterschied zwischen Inflation und Deflation?

Was ist der Unterschied zwischen Inflation und Deflation?Was ist der Unterschied zwischen Inflation und Deflation?Was ist der Unterschied zwischen Inflation und Deflation?

Im Gegensatz zur Inflation, die eine Steigerung des Preisniveaus bedeutet, definiert sich die Deflation durch eine signifikante Abnahme des Preisniveaus von Gütern und Dienstleistungen. Hält dieser Rückgang über einen längeren Zeitraum an, besteht die Gefahr einer wirtschaftlichen Depression.

Bringt die Inflation auch Vorteile mit sich?

Bringt die Inflation auch Vorteile mit sich?Bringt die Inflation auch Vorteile mit sich?Bringt die Inflation auch Vorteile mit sich?

Eine leichte Teuerung, also Inflation, ist volkswirtschaftlich durchaus gewünscht. Um dabei jedoch eine gewisse Preisstabilität zu gewährleisten, hat jeder Währungsraum eine Zentralbank (oder auch Notenbank), die für Währungsstabilität sorgen soll. Für den gemeinsamen Währungsraum in Europa ist das die Europäische Zentralbank (EZB). Sie strebt mittelfristig einen Näherungswert der Inflationsrate von ca. 2 % an, der über eine längere Zeit hin erreicht werden soll. 

Eine zu extreme Inflation ist nicht gut für die Wirtschaft – das gilt sowohl für eine sehr niedrige als auch für eine sehr hohe Inflation. Die sog. Hyperinflation – eine extreme Form der Inflation, bei der sich die Inflationsrate sehr schnell erhöht – kann sogar zu einer Währungsreform führen.

Wie wird die Inflationsrate berechnet?

Gemessen wird die Inflation oder Teuerung mit einem statistischen „Warenkorb“, der für die Nachfrage in einer Volkswirtschaft repräsentativ ist und gängige Produkte und Dienstleistungen, wie Benzin, Miete oder Lebensmittel enthält. Dieser Durchschnittswarenkorb wird durch das Statistische Bundesamt definiert. Die dadurch ermittelten Verbraucherpreisindizes werden jeden Monat vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden berechnet und geben die Veränderung zum Vorjahresmonat an. In Deutschland ist die Inflationsrate im Januar 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat beispielsweise um 4,9 % angestiegen. 

Die folgende Grafik zeigt den Zusammenhang zwischen Zinsentwicklung und Inflation seit 1992. Die Inflation ist derzeit so hoch wie zuletzt vor 28 Jahren. Damals lag der Einlagenzins der EZB noch bei über 8 %. Ob sich die Zinsen in Richtung Inflation bewegen, oder die Inflation wieder auf ein nachhaltiges Maß zurückkehrt, bleibt abzuwarten.

Vergleich der Inflation mit dem Einlagenzins seit 1993.Vergleich der Inflation mit dem Einlagenzins seit 1993.Vergleich der Inflation mit dem Einlagenzins seit 1993.

Was bedeutet Inflation für Sparerinnen und Sparer?

Was bedeutet Inflation für Sparerinnen und Sparer?Was bedeutet Inflation für Sparerinnen und Sparer?Was bedeutet Inflation für Sparerinnen und Sparer?

Sparerinnen und Sparer verlieren bei einer Inflationsrate von jährlich 2 % dauerhaft an Kaufkraft. Das heißt: Wenn Sie 1.500 EUR haben und die Inflationsrate jedes Jahr bei 2 % liegt, haben Sie nach 10 Jahren zwar noch die 1.500 EUR, können sich im Vergleich zum Startjahr aber nur noch Waren im Wert von 1.225 EUR leisten. Nach 20 Jahren sind es nur noch 1.000 EUR – und dies bei einer regulären Inflation.

Inflation vs SparbuchInflation vs SparbuchInflation vs Sparbuch

Viele Sparerinnen und Sparer legen ihr Geld auf Sparbüchern an, um mit Zinsen die Inflation auszugleichen. Doch aktuell erhalten Sie lediglich 0,1 % Zinsen auf Spareinlagen, wodurch die Inflation nicht annähernd ausgeglichen werden kann.

Wie kann man die Inflation umgehen?

Wie kann man die Inflation umgehen?Wie kann man die Inflation umgehen?Wie kann man die Inflation umgehen?

Der durch die Inflation bedingte Wertverlust des Geldes lässt sich über die Anlage auf ein Tagesgeld– oder Festgeld-Konto mildern. Zwar kann die Inflationsrate damit nicht komplett ausgeglichen werden, doch Sparerinnen und Sparer haben mit Tages- und Festgeldern von WeltSparen Chancen auf höhere Zinsen als mit Sparbüchern. Dies ist möglich, da im europäischen Ausland oft höhere Zinssätze angeboten werden können als derzeit in Deutschland. Mit Festgeld können Sparerinnen und Sparer derzeit Zinsen in Höhe von bis zu 2,05 % p.a. erzielen.

Sowohl bei Fest- als auch bei Tagesgeldern ist in EU-Ländern die Anlagesumme bis zu 100.000 EUR pro Bank und Kunde durch die europaweit harmonisierte Einlagensicherung mit nationalen Einlagensicherungsfonds in jedem Mitgliedstaat geschützt.

Investition in ETF-SparpläneInvestition in ETF-SparpläneInvestition in ETF-Sparpläne

Um mehr aus Ihrem Geld zu machen, kann sich eine Investition in ETF-Sparpläne mit der Chance auf attraktive Renditen auszahlen, wenn Anlegerinnen und Anleger das Kursrisiko in Kauf nehmen können. Exchange Traded Funds (ETFs) sind an der Börse gehandelte Investmentfonds, welche die Wertentwicklung eines Index, z. B. des Deutschen Aktienindex (DAX) oder des MSCI World, nachbilden. Sie gelten als passive und langfristig ausgelegte Anlagemöglichkeit, die nicht aktiv durch eine Vermögensverwaltung gemanagt werden muss. Daher sind ETFs wesentlich günstiger als aktive Fonds. Eine Investition in einen ETF-Sparplan ist bereits ab 50 EUR pro Monat realisierbar.

Bei Raisin Invest von WeltSparen stehen Anlegerinnen und Anlegern zwei Optionen zum Besparen von ETFs zur Verfügung:

ETF Robo

Mit dem ETF Robo haben Sie die Möglichkeit, aus vier global diversifizierten ETF-Portfolios mit unterschiedlich hohen Aktien- und Anleihenquoten zu wählen. Je höher das Risiko, das Sie eingehen möchten, desto größer sind die Chancen auf Rendite – und umgekehrt.

Zum ETF Robo

ETF Configurator

Alternativ können Sie sich Ihr ETF-Portfolio aus über 200 ETFs und Indexfonds mit dem ETF Configurator selbst zusammenstellen. So erhalten Sie ein individuelles und sparplanfähiges ETF-Portfolio, das auf Ihr Risikoprofil abgestimmt ist.

Zum ETF Configurator

* Hinweis: Die Geldanlage an den Kapitalmärkten ist mit Risiken verbunden. Bitte beachten Sie unsere Risikohinweise.

Fast 40 Prozent der Deutschen haben Angst um ihr Geld

Die Inflationsrate in Deutschland war 2021 mit 3,1 Prozent laut Statistischem Bundesamt so hoch wie seit 28 Jahren nicht. Welche Auswirkungen haben steigende Preise und höhere Kosten auf den Alltag und das Sparverhalten der Deutschen? Das hat WeltSparen in einer repräsentativen Umfrage unter 2.500 Personen über das Umfrage-Tool Civey untersucht.

Die hohe Inflation beschäftigt eine große Mehrheit der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger. Sieben von zehn Deutschen spüren die steigenden Preise in ihrem Alltag. Mehr als jede und jeder Dritte (38,1 Prozent) fürchtet sich um die eigenen Ersparnisse. Unter den 30- bis 39-Jährigen hat sogar die Hälfte Angst um ihr Geld. Nur 6,1 Prozent der Bevölkerung lässt die hohe Inflationsrate indessen kalt.

Anlagen am Aktienmarkt bieten langfristig ein Mittel, um den Wertverlust des Geldes durch Erträge auszugleichen. Allerdings verfolgen nur wenige Deutsche diese Strategie: Lediglich 14,2 Prozent steuern mit Aktien oder ETFs gegen die steigende Inflationsrate. Allerdings haben vor allem Jüngere den Aktienmarkt für sich entdeckt: Ganze 37,8 Prozent der 18- bis 29-Jährigen versuchen auf diesem Weg die Inflation abzumildern, unter den 30- bis 39-Jährigen sind es immerhin 16,7 Prozent.

An eine Zinswende glauben die wenigsten Deutschen. 68 Prozent sind der Meinung, dass sich sparen auf Tages- oder Festgeldkonten in den nächsten Jahren nicht lohnen wird.

Fazit: Die Auswirkungen der Inflation für Sparerinnen und Sparer

Die Entwicklung der Inflationsrate der letzten Monate zeigt, dass diese großen Veränderungen ausgesetzt ist. Für diese Entwicklung spielen viele Faktoren eine Rolle, gerade jedoch in Krisenzeiten zeigt sich, wie stark diese die Wirtschaft beeinflussen. Als Verbraucherin und Verbraucher bekommt man diese Auswirkungen der Inflation bereits beim täglichen Einkauf im Supermarkt oder in der Drogerie mit, da die Preise für alltägliche Dinge wie Lebensmittel, Benzin usw. steigen.

Wer durch Inflation  nicht weniger Dinge für das gleiche Geld konsumieren möchte wie beispielsweise noch ein Jahr zuvor, kann mit einer Geldanlage in ETF-Portfolios und attraktiven Renditechancen der Inflation und der Geldentwertung langfristig entgegenwirken.