Was ist unter Dachfonds zu verstehen?

Definition: Dachfonds sind klassische Investmentfonds, die wiederum in andere Investmentfonds investieren. Sie bilden also sprichwörtlich ein Dach über anderen Fonds, weshalb sie auch als „Fund of Funds“ oder „Investmentfondsanteil-Sondervermögen“ bezeichnet werden. Die Fonds, in die der Dachfonds investiert – das können Aktienfonds, Dividendenfonds, Rentenfonds, Geldmarktfonds, Immobilienfonds oder auch Mischfonds sein – nennt man Zielfonds.

Warum aber investiert ein Fonds in einen anderen? Investoren können das Risiko breiter streuen und ihr Portfolio noch einmal stärker diversifizieren. Dafür sind die Gebühren oft sehr hoch. Hier können ETF-Portfolios ins Spiel kommen, mit denen Interessenten ähnlich wie mit Dachfonds investieren können.

WeltSparen erklärt in diesem Artikel, was Dachfonds im Detail auszeichnet und wie sie funktionieren. Außerdem, wie hoch die Gebühren tatsächlich sind und ob sich Dachfonds somit lohnen oder ob Investitionen in einzelne Fonds wirklich besser sind.

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Was sind Dachfonds?

Für Investoren sind Dachfonds äußerst bequem – denn per Investition in nur einen Fonds können sie in mehrere verschiedene Fonds investieren. Dachfonds investieren ausschließlich in andere Fonds und beinhalten keine einzelnen Wertpapiere wie beispielsweise Aktien oder Anleihen. Normalerweise handelt es sich um offene Investmentfonds – es kann also jeder investieren, Anteile nachkaufen und diese auch wieder über die Börse verkaufen.

In Deutschland können Investoren seit dem Jahr 1999 in Dachfonds investieren. Im Vergleich zu Aktien und Mischfonds sind Dachfonds aber unter Privatanlegern nicht sehr verbreitet und machen weniger als 6 % des kompletten Fondsvermögens aus.

Gibt es Sonderformen von Dachfonds?

Grundsätzlich handelt es sich bei Dachfonds um aktiv verwaltete Fonds mit einem Fondsmanagement. In dieser Hinsicht unterscheiden sich einzelne Dachfonds nicht voneinander. Wohl aber unterscheiden sie sich in ihrem inhaltlichen Fokus. So existieren Dachfonds, die beispielsweise vermehrt in Aktienfonds investieren und wieder solche, die eher Rentenfonds ins Visier nehmen.

Zudem existieren Dachfonds, die nicht in aktive Investmentfonds investieren, sondern in ETFs. ETFs replizieren bestehende Börsenindizes, also etwa den des deutschen Leitindex DAX oder des US-Aktienindex S&P 500, auf verschiedene Weise und bilden deren Performance so automatisiert nach. Dadurch weisen sie nicht so hohe Gebühren wie aktive Investmentfonds auf. Dachfonds, die nur zu einem Gros in ETFs investieren, sind daher für Privatanleger etwas preiswerter.

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Wie funktionieren Dachfonds?

Dachfonds funktionieren nach demselben Prinzip wie alle anderen Investmentfonds auch. Es kommen viele Investoren zusammen und zahlen ihre Summen in einen Topf ein. Ein Fondsmanagement nimmt diese Summen und investiert sie mit Blick auf die Anlagestrategie des Fonds in andere Investmentfonds.

Hier konzentriert sich das aktive Fondsmanagement zum Beispiel auf einen „Best-Select-Ansatz“. Es wählt also bewusst die Zielfonds aus, die durch eine ordentliche Performance auffallen. Ob dabei Aktien-, Anleihen-, Immobilien- oder auch Geldmarktfonds im Fokus stehen, können Investoren vorab in den Produktdatenblättern nachlesen.

In welche Zielfonds der Dachfonds am Ende investiert, wird via Gesetz durch vier Punkte beschränkt:

  • Er darf nicht mehr als 20 % seines Volumens in einen einzelnen Zielfonds investieren.
  • Die Investitionen des Dachfonds dürfen nicht mehr als 10 % des  Volumens des Zielfonds ausmachen. Hat der Zielfonds beispielsweise ein Volumen von 20 Millionen Euro, dann darf der Dachfonds höchstens 2 Millionen Euro investieren.
  • Ein Dachfonds darf nicht in einen anderen Dachfonds investieren. Sonst käme es zu einem Kaskadeneffekt, wenn ein Dachfonds insolvent wird und andere Dachfonds unkontrollierbar mit sich reißt. Zudem würden sich durch solche Investitionen nur die Gebühren noch weiter erhöhen.
  • Dachfonds dürfen zudem nicht in geschlossene Fonds (beispielsweise geschlossene Immobilienfonds) oder zu risikoreiche Spezialfonds investieren.

Die Rendite, die Dachfonds durch ihre Investitionen erzielen, fließt zurück in den Topf und kann dort durch Re-Investitionen einen Zinseszinseffekt hervorrufen. Mehr zum Thema Rendite (und auch Gebühren) lesen Sie weiter unten.

Welche Risiken weisen Dachfonds auf?

Wie risikoreich ein Dachfonds ist oder auch nicht, wird durch mehrere Faktoren bestimmt.

Erstens kommt es darauf an, in welche Art von Zielfonds der Dachfonds investiert. Sind es nur Aktienfonds, nur Rentenfonds oder doch nur Geldmarktfonds? Sind es Fonds aus mehreren Klassen? All diese Investmentfonds haben verschiedene Risikoprofile. Während Aktienfonds mit einem höheren Risiko verbunden sind, gelten Geldmarktfonds als mehrheitlich sichere Investition. Anleihenfonds befinden sich wiederum dazwischen. Das Risiko des Zielfonds färbt auf das Risiko des Dachfonds ab – wobei ein Totalverlust bei allen Zielfonds und so auch beim Dachfonds denkbar ist.

Zweitens kommt es darauf an, ob das Fondsmanagement des Dachfonds gute Arbeit macht oder nicht. Wählt man die falschen Zielfonds aus, dann kann es schnell zu verfehlten Renditezielen und Kursverlusten kommen.

Drittens muss auch das Fondsmanagement der Zielfonds gute Arbeit leisten. Erst dann kann der Dachfonds an ihnen wachsen. Deshalb darf man nicht nur den Dachfonds an sich betrachten, sondern muss immer auch einen Blick auf die Zielfonds werfen, in die der Dachfonds investiert.

Viertens kann es sein, dass das Fondsmanagement des Dachfonds dazu angehalten ist, zu einem bestimmten Teil in die Produkte derselben Gesellschaft zu investieren. Das ist auch erlaubt – aber problematisch, weil das Fondsmanagement keine unabhängigen Entscheidungen treffen kann. Auch darauf blickend müssen sich Investoren mit dem Fonds auseinandersetzen und erörtern, ob die Fondsmanager tatsächlich die besten oder einfach nur die eigenen Zielfonds auswählen.

Trotz aller vier Punkte muss man aber festhalten, dass das Risiko bei Dachfonds je nach Art der Zielfonds normalerweise mit dem von Aktien- oder Mischfonds vergleichbar ist. Investmentfonds an sich sind nicht so risikoreich wie Investitionen etwa in einzelne Aktien und Anleihen.

Wenn Investmentfonds also in Investmentfonds investieren, dann ist theoretisch von einer doppelten Diversifikation die Rede und somit auch von einem breiter gestreuten Risiko. Auch die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der erlaubten Dachfonds-Investitionen wirken sich senkend auf das Gesamtrisiko aus.

Mit einem Blick auf die offizielle Risikoklasse von Dachfonds können Investoren ihr Risiko besser einschätzen. Das Gesetz sieht sieben Risikoklassen vor, bei denen die erste für ein besonders kleines Risiko steht und die siebte für ein hohes Risiko. Dachfonds mit einer hohen Risikoklasse sind dementsprechend nur chancenorientierten Investoren vorbehalten.

Eine potenzielle Insolvenz des Emittenten ist keine Gefahr für das Geld der Anleger, da das Fondsvermögen eines Dachfonds (wie bei allen Investmentfonds) als Sondervermögen behandelt und somit getrennt vom Kapital der Investmentgesellschaft aufbewahrt wird. Das von Investoren investierte Geld kann also niemals in die Insolvenzmasse mit einfließen.

Allerdings müssen Investoren Kursverluste verkraften können.

Welche Rendite und Gebühren können Dachfonds hervorrufen?

Wie das Risiko der Zielfonds das Risiko des Dachfonds bestimmt, so bestimmen auch die Renditen und Kosten der Zielfonds die des Dachfonds. Pauschale Werte lassen sich kaum nennen. Dachfonds, die in Aktienfonds investieren, erzielen bei einer ordentlichen Performance des Zielfonds sehr wahrscheinlich eine höhere Rendite, als würden sie etwa in Rentenfonds investieren.

Darüber hinaus sind Dachfonds hinsichtlich der Gebühren in der Kritik, weil sie hohe Kosten hervorrufen. Kosten, die höher als beim Kauf von Einzeltiteln sind.

Denn einerseits müssen sie meist den Ausgabeaufschlag und die Verwaltungsgebühr ihrer Zielfonds bezahlen und die Kosten an ihre Investoren weiterreichen. Andererseits müssen sie beide Gebühren selbst erheben, um etwas zu verdienen und das aktive Fondsmanagement anbieten zu können. Das kann die Rendite merklich reduzieren. Noch dazu sind unter Umständen Depot-Gebühren denkbar, die die Rendite weiter reduzieren.

Dachfonds können von ihren Zielfonds bei besonders voluminösen Investitionen Provisionen erhalten, die die Investmentkosten zumindest etwas verringern und so auch die Gesamtkosten der Investoren. Ob dafür dann tatsächlich die für den Anleger besten Zielfonds ausgewählt werden, bleibt fraglich und ist für Anleger nicht transparent nachzuvollziehen.

Ebenso existiert eine Vielzahl von Dachfonds, die mit hohen Gebühren daherkommen. Sie sind in der Höhe mit den Gebühren von Aktien- und Mischfonds vergleichbar. Investitionen in ETF-Portfolios, wie zum Beispiel bei WeltInvest, kommen der Struktur von Dachfonds und all ihren Vorteil sehr ähnlich, verlangen jedoch nur einen Bruchteil der Gebühren von Anlegern.

Welche Sondersituation besteht hinsichtlich der Steuern?

Keine.

Tatsächlich ist auf vielen Seiten als besonderer Dachfonds-Vorteil zu lesen, dass man auf die einzelnen Renditen derer Zielfonds keine Steuern entrichten muss. Ferner heißt es, dass seit dem Jahr 2009 – wo man in Deutschland die Abgeltungssteuer einführte – besonders viele Dachfonds entstanden sind, um diesen Vorteil auszunutzen.

Grundsätzlich sieht das Gesetz aber nur vor, dass Investoren 25 % ihrer direkt erzielten Gewinne plus unter Umständen den Soli und die Kirchensteuer entrichten müssen.

So auch bei Dachfonds, wenn sie mit diesen – etwa durch Kurszunahmen, Zinsen oder Dividenden – Gewinne erzielen. Natürlich müssen sie keine Steuern für die Gewinne der Zielfonds entrichten. Das müssten sie nur, wenn sie neben dem Dachfonds auch direkt in die Zielfonds investieren.

Wer beispielsweise in einen Aktienfonds investiert, muss immerhin auch keine Steuern für den Gewinn aus einzelnen Aktien bezahlen. Alles, was als Gewinn in den Fonds fließt und dessen Rendite bestimmt, ist für den Investor steuerfrei. Das, was sich der Investor am Ende von seinen Anteilen her auszahlen lässt, muss er versteuern.

Welche Vorteile und Nachteile haben Dachfonds?

  • Mit einem Fonds in mehrere Fonds investieren – sehr einfache Investition, das zudem schon ab kleinen Summen durchführbar ist.
  • Breit gestreutes Risiko dadurch, dass ein diversifizierter Investmentfonds in einen anderen diversifizierten Investmentfonds investiert.
  • Steuerliche Vorteile, von denen man oft lesen kann, sind keine.
  • Dachfonds rufen oftmals merklich höhere Gebühren hervor, als wenn man direkt in die Zielfonds investiert.
  • Die Rendite wird unter anderem dadurch bestimmt, in welche Wertpapierklasse der Zielfonds investiert und kann dementsprechend sehr verschieden ausfallen – Investoren müssen sich mit den Dachfonds konkreter auseinandersetzen.
  • Oft muss das Fondsmanagement auch in konzerneigene Fonds investieren, wodurch es nicht immer unabhängig ist und eventuell zum Nachteil des Dachfonds sowie der Investoren handelt.

Fazit

Grundsätzlich bieten Dachfonds mit Investitionen in unterschiedlichste Zielfonds verschiedene Anlagestrategien, über die sich Investoren im Informationsblatt oder im Fondsprospekt informieren können.

Eine kosteneffiziente Alternative zu Dachfonds sind ETF-Portfolios wie WeltInvest. Ab Gesamtkosten von durchschnittlich 0,49 % p.a. investieren Anleger in 7 Zielfonds breit diversifiziert auf den wichtigsten Aktien- und Anleihenmärkten der Welt. Je nach Anlagehorizont und Risikoneigung können Anleger die Aktienquote vor der Investition zwischen 30 % und 100 % selbst bestimmen.

Das lobt auch das unabhängige Verbraucherportal Finanztip:

„Eine gute Geldanlage braucht nicht viele Hilfsmittel. Sie muss auch nicht viel kosten. […] Wissen Sie bereits, wie Ihre Geldanlage aussehen soll und scheuen Sie nur die technische Umsetzung, empfehlen wir die vorgegebenen Portfolios von WeltInvest.”

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