Abgeltungssteuer: Wie viel Steuern muss ich auf meine Kapitalerträge zahlen?

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Anlegerinnen und Anleger, die Einkünfte aus Kapitalvermögen – z. B. aus Aktien, Anleihen oder Fonds – erzielen, sind von der Abgeltungssteuer betroffen. Pauschal beträgt die Abgeltungssteuer in Deutschland 25 % (plus Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer). Das heißt, Anlegerinnen und Anleger müssen pro 100 EUR Rendite auf mindestens 26,37 EUR verzichten – zumindest, wenn sie ihrer Bank oder ihrem Anbieter keinen Freistellungsauftrag erteilt haben oder eine NV-Bescheinigung vorliegt. 

Diese Steuer existiert seit 2009 und ist eine „Neuauflage“ der früheren Kapitalertragsteuer. Mit einer entscheidenden Änderung: Inländische Banken führen die Steuer automatisch an die Finanzbehörden ab und damit ist die Steuerschuld „abgegolten“. Daher auch der Name „Abgeltungssteuer“. 

Was bei der Abgeltungssteuer zu beachten ist und auf welchen Freibetrag keine Steuern auf Kapitaleinkünfte gezahlt werden brauchen, erfahren Sie hier bei uns.

Das Wichtigste in Kürze
  • Definition: Die Abgeltungssteuer – auch Kapitalertragsteuer – ist eine Quellensteuer. Sie fällt pauschal auf Kapitalerträge von Privatvermögen wie z. B. für Dividenden aus Aktien oder für Kursgewinne bei Fonds oder ETFs an.
  • Freibetrag: Die innerhalb eines Jahres erzielte Rendite muss mit der Abgeltungssteuer versteuert werden. Es sei denn, es wird ein Freistellungsauftrag erteilt oder eine NV-Bescheinigung vorgelegt. Durch den Freistellungsauftrag ist jährlich ein Freibetrag von bis zu 801 EUR erzielter Rendite pro Person und 1602 EUR pro Ehepaar steuerfrei.  
  • Höhe: Die Abgeltungssteuer beläuft sich auf 25 % der erzielten Kapitalerträge bzw.  Kapitaleinkünfte. Dazu kommen 5,5 % des Steuerbetrags als Solidaritätszuschlag und eventuell 8-9 % Kirchensteuer je nach Bundesland und Kirchenzugehörigkeit.
  • Ausland: In der Regel werden die Steuern für im Ausland erwirtschaftete Kapitalerträge nicht automatisch an das Finanzamt geleitet. Bei Raisin Invest wird jedoch die anfallende Steuer direkt von der Depotbank DAB BNP Paribas für Sie einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.

Hinweis: Die Inhalte auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und stellen keine steuerliche Beratung dar. Für detaillierte Informationen zu Ihrer Steuersituation wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater oder an den Lohnsteuerverein.

Was ist eine Abgeltungssteuer?

AbgeltungssteuerAbgeltungssteuerAbgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer ist gemäß Definition eine Form der Quellensteuer und fällt auf Kapitalerträge im Privatvermögen an, die der oder dem Steuerpflichtigen zufließen. Pauschal beträgt die Abgeltungssteuer in Deutschland derzeit 25 %. Dazu kommt der Solidaritätszuschlag und evtl. die Kirchensteuer. Die rechtliche Grundlage für die Abgeltungssteuer bildet der Paragraf 32d des Einkommensteuergesetzes (EstG).

Nebenbei: Abgeltungsteuer mit einem s oder Abgeltungssteuer mit zwei s? Tatsächlich sind laut Duden beide Varianten korrekt. Wir entscheiden uns für die Variante mit zwei s.

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Kirchensteuer hinzurechnen

Wer Kirchensteuer zahlt, muss diese auf Kapitaleinkünfte ebenfalls abführen. Seit Januar 2015 erhalten Banken die Information über die jeweilige Religionszugehörigkeit vom Bundeszentralamt für Steuern. So wird die Kirchensteuer automatisch ans Finanzamt abgeführt. Wenn dem widersprochen wird, ist mit der Steuererklärung die Anlage KAP einzureichen.

Der Kirchensteuersatz beträgt:

  • In Bayern & Baden-Württemberg: 8 % der Steuersumme
  • In den restlichen Bundesländern: 9 % der Steuersumme
AbgeltungssteuerAbgeltungssteuerAbgeltungssteuer

Wenn Kirchensteuer anfällt, wird die Steuer prozentual um 25 % der anfallenden Kirchensteuer reduziert (siehe Tabelle im folgenden Absatz).

Die Kirchensteuer bezieht sich nicht auf die erzielte Rendite direkt, sondern auf die Steuersumme der Abgeltungssteuer. Genauso ist es beim Solidaritätszuschlag.

Solidaritätszuschlag hinzurechnen

Beim Solidaritätszuschlag (kurz: Soli) werden 5,5 % auf die Abgeltungssteuer erhoben. Am Beispiel Bayern: 8 % von den errechneten 24,51 % sind 1,96 %. Und beim Soli sind 5,5 % von 24,51 % = 1,35 %.

Hier erhalten Sie alle Prozentsätze zur Abgeltungssteuer inkl. Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag auf einen Blick:

Kirchensteuer 8 % (Bayern & BaWü) 9 % (restliche Bundesländer) keine
Abgeltungssteuer 100 : 4,08 = 24,51 % 100 : 4,09 = 24,45 % 25 %
Kirchensteuer auf Abgeltungssteuer 1,96 % 2,20 % entfällt
Solidaritätszuschlag 1,35 % 1,34 % 1,38 %
Prozentsatz 27,82 % 27,99 % 26,375 %

Wer ist alles von der Abgeltungssteuer betroffen?

Generell müssen alle Privatpersonen, die in Deutschland uneingeschränkt steuerpflichtig sind und Erträge aus Kapitaleinkünften erzielen, Abgeltungssteuer zahlen.

Kann ich die Abgeltungssteuer umgehen?

Umgehen lässt sich die Abgeltungssteuer nur mit Anlageformen, die nicht der Abgeltungssteuer unterliegen. Dazu zählen beispielsweise klassische Lebensversicherungen oder die Optionen der privaten Altersvorsorge mit staatlicher Förderung wie die Riester-Rente oder die Rürup-Rente. Allerdings unterliegen Renteneinkünfte der nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet, dass eingezahlte Beträge in der Auszahlphase nach dem persönlichen Steuersatz voll besteuert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Abgeltungssteuer und der Kapitalertragsteuer?

Die Abgeltungssteuer wird häufig auch als Kapitalertragsteuer bezeichnet. Von der Abgeltungssteuer ist aber nur die Rede, wenn Banken sie tatsächlich selbst an die Finanzbehörden abführen und wenn die Steuerschuld dadurch abgegolten ist. Mit diesem Hauptmerkmal ist sie eine Unterform der Kapitalertragsteuer.

Von der Kapitalertragsteuer ist dann die Rede, wenn Banken die Steuer nicht automatisch an den Fiskus entrichten. Damit sind entstandene Gewinne, die aus Ersparnissen und Investitionen bei ausländischen Banken entstehen, noch immer „manuell“ in der Anlage KAP der Steuererklärung anzugeben. Der Grund dafür: Ausländische Banken sind nicht mit den deutschen Finanzbehörden verbunden.

Auf diese Erträge fällt Abgeltungssteuer an

Grundsätzlich fällt eine Besteuerung mit der Abgeltungssteuer auf alle Erträge aus Kapitalanlagen an. So wird alles versteuert, was über die investierte Summe hinausgeht. 

  • Zinsen von Sparkonten, Tagesgeld, Festgeld, Anleihen etc.
  • Dividenden aus Aktien
  • Kursgewinne bei Fonds, ETFs, Aktien, Anleiheverkäufen etc.

Seit 2018 sind 30 % der Gewinne von ausländischen aktienbasierten Anlagen pauschal steuerfrei. In einigen Ländern fällt eine Quellensteuer auf Dividenden an. Einen Teil der Quellensteuer konnte man sich vor der Reform noch anrechnen lassen. Seit der Steuerreform 2018 gibt es diese Regel nicht mehr. 

Für Renditen, die Sie im Ausland erzielen, gilt: Ausländische Banken und Anbieter führen keine Abgeltungssteuer ans Finanzamt ab – In der Steuererklärung wird daher die Anlage KAP benötigt.

Zu versteuern sind nur Gewinne bei Dachfonds mit Kaufdatum ab 01.01.2009 – bei einem Kaufdatum vorher sind Gewinne aus Dachfonds steuerfrei.

Gewinne aus Anlageklassen wie Zertifikaten mit Kapitalgarantie oder Aktienanleihen sind ebenfalls zu versteuern – außer bei Risikozertifikaten ohne Kapitalgarantie, wenn das Kaufdatum vor dem 15.03.2007 liegt und die Haltedauer über ein Jahr ist.

Muss ich auf Kryptowährungen Abgeltungssteuer zahlen?

Liegt zwischen dem Kauf und Verkauf der Kryptowährung über ein Jahr, ist keine Abgeltungssteuer zu zahlen. Unter einem Jahr gilt eine Freigrenze von 600 EUR. Erst darüber ist der komplette Ertrag zu versteuern. 

Freibetrag nutzen: Behalten Sie einen Teil der Rendite, ohne Abgeltungssteuer zu zahlen

Durch einen Freistellungsauftrag profitieren Sie jedes Jahr von einem Freibetrag. Bis zu 801 EUR von Ihrer erzielten Rendite sind dann jährlich steuerfrei. Bei steuerlich zusammen veranlagten Eheleuten sind es bis zu 1.602 EUR

Der Freistellungsauftrag wird bei jeder Bank einzeln erteilt, bei der Gewinne erzielt werden können. Für die Bank bedeutet der Freistellungsauftrag, dass sie bis hin zu der entsprechend vermerkten Rendite keine Abgeltungssteuer an das Finanzamt abführt. 

Beispiel:

Rendite im Jahr, ausbezahlt
900 EUR
Minus Sparerpauschbetrag
- 801 EUR
Zu versteuernde Rendite
99 EUR
Abgeltungssteuer 25 %
- 24,20 EUR
Solidaritätszuschlag 5,5 %
- 1,33 EUR
Kirchensteuer 9 %
- 2,17 EUR
Gesamtsumme Steuern
27,70 EUR
Rest Rendite
872,30 EUR
Beispiel AbgeltungssteuerBeispiel AbgeltungssteuerBeispiel Abgeltungssteuer

Der Prozentsatz bei der Kirchensteuer wurde hergeleitet. In diesem Beispiel kann mit den 5,5 % bzw. 9 % der errechneten Abgeltungssteuer in Höhe von 24,20 EUR gerechnet werden. Umkehrprobe: Die errechnete Gesamtsteuersumme von 27,70 EUR entspricht rund 27,99 % von 99 EUR zu versteuernder Rendite.

In besonderen Fällen ist es möglich sich vom Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung oder NV-Bescheinigung ausstellen zu lassen. In einem solchen Fall wird kein Freistellungsauftrag benötigt. Näheres dazu erfahren Sie auf unserer Seite zum Freistellungsauftrag.

Vorabpauschale: Sie zahlen erst beim Verkauf die volle Steuer, vorab nur die Pauschale

Prinzipiell zahlen Sie die Abgeltungssteuer in voller Höhe, sobald Sie sich Kapitalerträge auszahlen lassen oder diese ausgeschüttet werden. 

Bei thesaurierenden – also automatisch wiederanlegenden – ETFs und aktiven Fonds würde das aber bedeuten, dass der Staat erst Steuern erhält, wenn Sie verkaufen. Deshalb fällt seit 2018 eine Vorabpauschale an.

Vorabpauschale seit 2018Vorabpauschale seit 2018

Die Basis der Vorabpauschale ist das neue, seit 2018 bestehende Investmentsteuerreformgesetz, das die steuerliche Situation stark vereinfachen soll. Das Gesetz nimmt eine Vereinheitlichung aller ETFs und Fonds vor, ob ausländisch oder inländisch, ob ausschüttend oder thesaurierend. Die bezahlte Vorabpauschale verrechnet das Finanzamt dann nachher. Überdies ist sie von der entrichteten Summe her kaum nennenswert. 

Nähere Informationen zur Vorabpauschale und Steuersituation bei thesaurierenden ETFs und Fonds finden Sie in unserem Artikel ETFs und Steuern

Im Jahr 2022 wird die Vorabpauschale aufgrund des negativen Basiszins entfallen.

Ausnahmen: Wann müssen Sie keine Abgeltungssteuer bezahlen?

Wenn der Einkommensteuersatz kleiner als der Abgeltungssteuersatz ist, eine Kapitallebensversicherung oder private Rentenversicherung bestehen oder Alt-Anteile verkauft werden, kommen besondere Steuersituationen zustande. Dadurch entfällt die Abgeltungssteuer.

Einkommensteuersatz < Abgeltungssteuersatz

Wenn Sie ein geringes Einkommen haben – etwa als Studierende oder Rentnerin bzw. Rentner – und der Grenzsteuersatz Ihrer Einkommensteuer unter dem Steuersatz der Abgeltungssteuer liegt, können Sie eine Günstigerprüfung beantragen. Dazu brauchen Sie die Anlage KAP. 

Das Finanzamt prüft dann, ob der Grenzsteuersatz der Einkommensteuer tatsächlich niedriger ist. Wenn ja, dann dürfen Sie Ihre Kapitalerträge zum geringeren Einkommensteuersatz versteuern.

 

Kapitalerträge zählen jedoch mit zum Einkommen und damit auch in den Grenzsteuersatz. Im Jahr 2021 dürfen laut Einkommensteuertabelle die Löhne, Renten sowie Kapitalerträge ein Gesamteinkommen von 16.600 EUR brutto nicht überschreiten. Laut Tabelle gelten ab 16.601 EUR (vereinzelt auch schon vorher) 25 % Grenzsteuersatz.

Was ist der Grenzsteuersatz?

Der Grenzsteuersatz gibt an, wie viel Steuer von einer zusätzlich verdienten Geldeinheit wie zum Beispiel bei einem Euro abgeführt werden muss. Bis zur Obergrenze des Grundfreibetrags von derzeit 9.744 EUR im Jahr ist der Grenzsteuersatz gleich null. Erst darüber wird der Einstiegssteuersatz von 14 % fällig. Von diesem Niveau steigt der Grenzsteuersatz bis zu einem Einkommen von 57.918 EUR p.a. an. Ab diesem Betrag gilt dann der gleichbleibende Spitzensteuersatz von 42 %. Bei einem Einkommen von mehr als 274.613 EUR jährlich greift schließlich die sogenannte Reichensteuer mit 45 %.

Besteuerung Kapitallebensversicherung oder private fondsgebundene Rentenversicherung

Bei Kapitallebensversicherungen oder einer privaten fondsgebundenen Rentenversicherung gibt es Sonderfälle bzgl. der Steuersituation. Diese ist z. T. vom Abschluss des Vertrages und von der Laufzeit abhängig.

Sonderfall Kapitallebensversicherung oder private fondsgebundene Rentenversicherung

Szenario Steuersituation
Vertrag vor 2005 abgeschlossen, Vertragslaufzeit mehr als 12 Jahre und mindestens 5 Jahre eingezahlt Steuerfrei auszahlen lassen
Vertrag vor 2005 abgeschlossen, Vertragslaufzeit unter 12 Jahren oder weniger als 5 Jahre eingezahlt Ertragsanteil (Die Differenz zwischen Ihren selbst investierten Beiträgen und der letztendlich ausbezahlten Versicherungssumme. Also der Gewinn, der über die Zeit entstanden ist.) mit 25 % Abgeltungssteuer zzgl. 5,5 % Soli und eventuell Kirchensteuer versteuern
Vertrag ab 2005 abgeschlossen, Vertragslaufzeit mehr als 12 Jahre und Auszahlung frühestens mit 60 Jahren 50 % vom Ertragsanteil mit persönlichem Einkommensteuersatz versteuern
Vertrag ab 2005 abgeschlossen, Vertragslaufzeit weniger als 12 Jahre Komplette Rente mit 25 % Abgeltungssteuer + davon 5,5 % Soli und eventuell Kirchensteuer versteuern

Steuerfreie Alt-Anteile

Wertpapiere mit Kaufdatum vor 2009 zählen als Alt-AnteileDiese können steuerfrei verkauft werden. Renditen, die bis Ende 2017 erzielt wurden, sind automatisch steuerfrei. Die Bank hat jene Summe damals als „fiktiven Veräußerungsgewinn“ eingefroren. Fiktiv deshalb, weil die Anteile nicht tatsächlich veräußert wurden.

Ab 2018 war die Bank gemäß Steuerreform verpflichtet, die Vorabpauschale abzuführen. Diese Steuern sind bei Renditen, die nach 2018 erzielt wurden, bis zu 100.000 EUR steuerfrei. „Zu viel gezahlte“ Abgeltungssteuer in Form der Vorabpauschale können nach dem Verkauf der Alt-Anteile über die Anlage KAP in der Steuererklärung zurückgeholt werden.

Abgeltungssteuer im Ausland

Die Abgeltungssteuer fällt nicht nur in Deutschland an – auch Erträge aus dem Ausland müssen versteuert werden. Ausländische Banken und Anbieter führen jedoch keine Abgeltungssteuer ans Finanzamt ab – Sie brauchen in Ihrer Steuererklärung daher die Anlage KAP.

Seit 2018 sind 30 % der Gewinne von ausländischen Anlagen, die auf Aktien basieren, pauschal steuerfrei. In einigen Ländern fällt eine Quellensteuer auf Dividenden an. Einen Teil der Quellensteuer konnte man sich vor der Reform noch anrechnen lassen. Seit der Steuerreform 2018 gibt es diese Regel nicht mehr. 

* Die Geldanlage an den Kapitalmärkten ist mit Risiken verbunden. Frühere Wertentwicklung, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Bitte beachten Sie unsere Risikohinweise.

Muss ich die Abgeltungssteuer in der Steuererklärung aufführen?

Grundsätzlich gilt: Wurde von Ihren Kapitalerträgen noch keine Abgeltungssteuer einbehalten bzw. ans Finanzamt abgeführt, müssen Sie diese in der Anlage KAP aufführen. Haben Sie Erträge aus einem inländischen Depot erzielt, müssen Sie in der Regel keine Angaben über Ihre Erträge aus Kapitaleinkünften machen. In diesem Fall kümmert sich Ihre Bank um das Abführen der Steuer.

In diesen Fällen müssen Sie u.U. die Anlage KAP abgeben:

  • Erträge aus einem ausländischen Depot
  • Zinsen aus einem Privatdarlehen
  • Erstattungszinsen vom Finanzamt

In einigen Fällen ist die Anlage KAP zwar keine Pflicht, sie kann allerdings dennoch eingereicht werden – z. B. wenn Sie:

  • Ihren Sparerpauschbetrag nicht vollständig ausgeschöpft haben
  • eine Günstigerprüfung beantragen können (wie Geringverdienende z. B. Rentnerinnen und Rentner oder Studentinnen und Studenten)
  • Gewinne und Verluste verschiedener Banken miteinander verrechnen möchten

Geldanlage bei Raisin Invest: Was müssen Sie rund um die Abgeltungssteuer beachten?

In der Regel wird die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge, die im Ausland erwirtschaftet wurden, nicht automatisch abgeführt. Das gilt jedoch nicht für Steuern, die für die Erträge aus Sparplänen von ETFs und Indexfonds bei Raisin Invest anfallen wie z. B. für die Anlageprodukte ETF Robo oder ETF Configurator. Die Steuer wird von der Depotbank DAB BNP Paribas direkt für Sie einbehalten und ans Finanzamt abgeführt. Haben Sie einen Freistellungsauftrag, müssen Sie für den freigestellten Betrag keine Steuer auf die Erträge Ihrer Sparpläne zahlen. 

Fazit: Mit der Einführung der Abgeltungssteuer wurde das Steuersystem vereinfacht

Vor der Abgeltungssteuer, also vor 2009, war das Steuersystem komplex. Anlegerinnen und Anleger konnten zwar viele Freibeträge wahrnehmen, die Gesamtsituation war jedoch nicht zuletzt durch verschiedene Steuersätze je Gewinnart unübersichtlich. 

Die Abgeltungssteuer machte vieles einfacher und übersichtlicher. Auf erzielte Zinsen und Gewinne werden in Deutschland 26,375 % fürs Finanzamt eingeplant – oder inklusive Kirchensteuer entweder 27,82 % in Bayern und Baden-Württemberg oder 27,99 % in allen anderen Bundesländern. 

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