Was ist unter nachhaltigen Fonds zu verstehen?

Definition: Kaum ein Thema ist so relevant wie der Umweltschutz, „saubere“ Lebensweisen und die Ökobilanz von Menschen und Unternehmen. Es ist also nur konsequent, dass immer mehr Fonds herauskristallisieren, die bewusst in Unternehmen und Produkte mit einer positiven Bilanz investieren. Diese Fonds – das sind in erster Linie Aktienfonds, Rentenfonds oder Mischfonds – nennen sich dann „nachhaltige Fonds“ oder „Nachhaltigkeitsfonds“, manchmal auch „grüne Fonds“. Sie unterscheiden sich nur durch ihren besonderen Investitionsfokus und erfüllen so die besonderen Interessen von vielen potenziellen Investoren. Die Rendite und Gebühren sind vergleichbar. Auch ETFs können sich auf das Thema fokussieren, indem sie sich entsprechende Indizes vornehmen.

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Nach welchen Ansätzen funktionieren nachhaltige Fonds?

Eine offizielle Definition oder ein universeller Standard existiert für nachhaltige Fonds noch nicht. Eher orientieren sich die Fonds am bestehenden inhaltlichen Konsens, dass nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische und soziale Interessen vertreten werden müssen. Am ehesten kann man nachhaltige Fonds daher als Geldanlage für alle Investoren beschreiben, die vermeiden möchten, in hinsichtlich der Nachhaltigkeit zweifelhafte oder kontroverse Unternehmen zu investieren.

Dabei können die Fonds nach vier verschiedenen Ansätzen / Kriterien funktionieren:

  • Ausschlusskriterien: Man schließt Unternehmen aus bestimmten Branchen aus, beispielsweise aus der Waffenbranche oder aus der Atomkraft.
  • Positivkriterien: Man sucht sich konkrete Branchen aus, in die man investiert, beispielsweise die Branche der regenerativen Energiequellen.
  • Best-in-Class-Ansatz: Hier sucht man ohne Branchenfokus Unternehmen, die durch besonders umweltfreundliche oder soziale Maßnahmen auffallen.
  • Einflussnahme: Hier ist es das Ziel, dass Aktionäre durch ihr Stimmrecht oder Mitspracherecht positive Veränderungen bewirken können (eher selten zu finden).

Oft ist mit diesen Punkten einhergehend auch etwa von den SDGs oder den ESG-Kriterien zu lesen.

Definition SDGs Definition ESG-Kriterien
Bei den SDGs handelt es sich um die „Sustainable Development Goals“, also die Ziele zur Nachhaltigen Entwicklung. Diese wurden im Jahr 2015 durch 193 anwesende Staatsvertreter auf der UN-Generalversammlung verabschiedet und enthalten 17 Ziele, anhand derer Unternehmen als nachhaltig eingestuft werden können. Bei den ESG-Kriterien ist von den Kriterien der „Environmental Social Governance“ die Rede. “Environment” bezieht sich darauf, zu vermeiden, dass die Umwelt verschmutzt oder zerstört wird. Der Begriff “Social” bezieht sich auf Aspekte wie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Diversität und gesellschaftliches Engagement . “Governance” steht für nachhaltige Unternehmensführung, Unternehmenswerte oder Steuerungs- und Kontrollprozesse.

Beides sind weltweit anerkannte Standards zum Messen und Beurteilen der Nachhaltigkeit  von Unternehmen und deren Verhaltensweisen.

Mithilfe dieser Standards kann man auch herausfinden, ob Unternehmen wirklich “grün” sind oder sich nur nach außen hin so präsentieren. Greenwashing ist ein Problem in dieser Hinsicht, denn die Praktiken vieler Unternehmen (auch weltführender Konzerne) entsprechen nur in Teilen den “Eco-Standards”, obwohl die Unternehmen sehr viel “grüner” wirken. Hier ist es die Aufgabe des Fondsmanagements eines Nachhaltigkeitsfonds, solche Unternehmen zu identifizieren und entsprechend auszusortieren.

Inzwischen haben die meisten Banken und Vermittler nachhaltige Fonds mit auch tatsächlich nachhaltigen Unternehmen im Portfolio. Das Feld wuchs in den letzten Jahren rasant an, auch wenn es mit Blick auf das Volumen des Gesamtmarkts noch sehr überschaubar ist.

Was erwarten Anleger, wenn sie in nachhaltige Fonds investieren?

Einmal erwarten sie natürlich, dass ihre Ideale vertreten werden.

Aber auch, dass die Nachhaltigkeitsfonds bei schwankenden Märkten stabil bleiben, weil man entsprechend engagierten Unternehmen eine bessere dauerhafte Stabilität (und damit auch geringere Risiken) zuspricht.

Die Rendite steht für die meisten Investoren erst an dritter Stelle. Natürlich sollen die Investitionen Gewinne hervorrufen, die Anleger sind aber bereit, für den Zweck auf einen Teil der potenziellen Rendite zu verzichten. Ob sie es tatsächlich müssen, ist ein anderes Thema. Denn wissenschaftlichen Studien zufolge können sich Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, langfristig besser entwickeln.

Hohe laufende Gebühren zehren bei aktiven, nachhaltigen Fonds an der Rendite. Was kann man hiergegen unternehmen?

Leider bleibt von den Renditen aktiver Investmentfonds, die durchschnittliche laufende Kosten von mehr als 2 % im Jahr haben, nicht viel über. Das hat man mit dem Fondsmanagement zu tun, das auch bei nachhaltigen Fonds vorhanden ist und sich um die Käufe sowie Verkäufe innerhalb des Fonds kümmert.

Für Investoren ist es sinnvoll, vor allem bei dauerhaften Investitionen die Kosten auf ein Minimum zu reduzieren. Aus diesem Grund wechseln sie immer mehr auf passive und schlicht Index-nachbildende ETFs und Indexfonds. Diese verzichten auf ein Fondsmanagement und lassen sich über die Börse oder spezialisierte Anbieter kaufen sowie verkaufen (ohne Ausgabeaufschlag). Dadurch sind die Gebühren sehr viel niedriger– bei WeltInvest kosten ETFs etwa nur 0,49 % im Jahr.

Und obwohl ETFs und Indexfonds so viel preiswerter sind, können sie nahezu dieselbe Rendite wie der Index erreichen, den sie nachbilden. Bei Investitionen über mehrere Jahre sind sie für Anleger deshalb die kosteneffizientere Wahl. Außerdem konnte man herausstellen, dass viele aktive Fonds auf Dauer schlechter als der Markt abschneiden. ETFs versuchen stattdessen nicht erst, den Markt zu übertreffen.

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