Was ist unter Hedgefonds zu verstehen?

Bei Hedgefonds handelt es sich um alternative, aktiv gemanagte und abseits der Börse gehandelte Investmentfonds, die sich das Ziel einer maximalen Rendite vornehmen – meist ohne sich daran zu binden, wie sich die Märkte entwickeln.

Einerseits ist das mit Investitionen in beispielsweise Aktien und Anleihen verbunden. Andererseits mit oft hochspekulativen und riskanten Investitionsmanövern, die sich auch gegen den Markt oder einzelne Akteure auf dem Markt richten können. Es ist fast alles erlaubt. Zu diesen Manövern zählen beispielsweise Leerverkäufe mit Nutzung des Hebeleffekts. Dazu weiter unten mehr.

Ebenso bezeichnet man Hedgefonds oft als die „Investmentfonds der Superreichen“. Denn es braucht ein sehr hohes Einkommen und zumindest in Amerika meist eine Investition von mindestens 500.000 Dollar, um als Investor mitmischen zu können.

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Den Namen von Hedgefonds kann man dem Britischen „to hedge“ zuordnen, was so viel bedeutet wie „absichern“. Zwar haben Hedgefonds auf den ersten Blick kaum etwas mit einem Sicherheit zu tun, denn sie verfolgen teils sehr risikobehaftete Strategien und haben kaum Restriktionen. Trotzdem nutzen Investoren deren Strategien auch, um einzelnen Risiken in ihrem Portfolio gezielt “entgegenzusteuern”.

Auch der in der Finanzwelt ebenso existenten „Hedging-Strategie“ lässt sich der Name zuordnen. Dabei handelt es sich um eine Strategie zum Absichern von Investitionen am z.B. Aktienmarkt, wobei mit Derivaten wie Futures und Optionen eine Gegenposition eingenommen wird. So können Verluste am Aktienmarkt in turbulenten Zeiten aufgefangen werden. Solche Hedging-Strategien gibt es auch bei gewöhnlichen Investmentfonds. Im Folgenden gehen wir auf die Instrumente von Hedgefonds genauer ein.

Mit Single- und Dach-Hedgefonds existieren in Deutschland zwei Arten von Hedgefonds. Was sind die Unterschiede zwischen beiden?

Single-Hedgefonds sind für sich allein stehende, offene Investmentfonds, die in Deutschland nur an semi-professionelle oder professionelle Investoren emittiert werden dürfen. Bei ihnen ist kaum etwas nicht erlaubt, sodass sie in ihren Investitionen frei handeln dürfen.

Dach-Hedgefonds richten sich an das etwas breitere Spektrum von Investoren und funktionieren wie andere Dachfonds auch. Sie investieren in verschiedene Zielfonds, was wiederum Single-Hedgefonds oder andere Investmentfonds mit ähnlichen Anlagestrategien sein können.

Dabei gelten verschiedene Restriktionen, sodass Dach-Hedgefonds beispielsweise nicht mehr als 20 % ihres Volumens in einen einzelnen Zielfonds investieren dürfen. Leerverkäufe dürfen sie nicht durchführen. Den Hebeleffekt dürfen sie nur in gesetzlich klar definierten Ausnahmen nutzen.

Das macht Dach-Hedgefonds gegenüber Single-Hedgefonds eine Spur sicherer. Das Risiko ist mit Blick auf klassische Investmentfonds wie etwa Aktienfonds oder Rentenfonds aber immer noch stark erhöht. Hedgefonds sind – ob alleinstehende oder als Dach-Variante – nur sehr chancenorientierten Investoren vorbehalten.

Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Hedgefonds und klassischen Investmentfonds?

Grundsätzlich haben Hedgefonds und klassische Investmentfonds viele Gemeinsamkeiten, zum Beispiel in ihren Grundlagen. Aber sie besitzen auch klare Unterschiede, sodass sich Hedgefonds insbesondere in ihrer Anlagestrategie und ihrem Risiko deutlich von den klassischen Investmentfonds abheben.

Gemeinsamkeiten Unterschiede
Beide Fonds werden durch ein professionelles Fondsmanagement aktiv verwaltet. Passive Hedgefonds nach ETF-Manier existieren nicht. Hedgefonds weisen ein deutlich aggressiveres Fondsmanagement auf und beinhalten Strategien, von denen normale Investmentfonds weit entfernt sind. Dadurch sind Hedgefonds deutlich risikoreicher als die meisten normalen Investmentfonds, können aber auch deutlich höhere Renditen als diese erzielen.
Grundsätzliche Funktionsweise eines Investmentfonds, sodass Investoren Anteile kaufen und halten sowie nach einer Zeit wieder verkaufen, um die Gewinne einzustreichen. Hedgefonds richten sich nicht nach Benchmarks, sondern agieren weitestgehend marktunabhängig. Das beinhaltet auch, dass Hedgefonds selbst von sinkenden Märkten profitieren können.
Es handelt sich meist um thesaurierende Fonds, was bedeutet, dass Gewinne in den Fonds zurückfließen und so ein exponentielles Wachstum zulassen. Insbesondere Single-Hedgefonds stehen nicht allen Investoren offen, so wie es bei normalen offenen Investmentfonds ist. Es braucht eine hohe Erstinvestition und die Investoren müssen ein hohes Einkommen nachweisen.
Hedgefonds gelten als Alternative Investmentfonds ähnlich wie geschlossene Immobilienfonds und sind nicht so stark reguliert wie normale Investmentfonds.
Um etwa Leerverkäufe durchzuführen, nutzen Hedgefonds in hohem Maße Fremdkapital. Bei normalen Investmentfonds ist der Einsatz von Fremdkapital nicht erlaubt.
Hedgefonds-Anleger sind stärker vom Fondsmanagement abhängig, weil die Gesamtperformance eher von ihm abhängt als von den Märkten.
Beide Fonds diversifizieren das Fondsvermögen, bei Hedgefonds passiert das aber öfter unkorreliert zu gewöhnlichen Investmentfonds.

Tauchen wir tiefer ein. Wie arbeiten Hedgefonds, welche Hedgefonds-Strategien machen sie sich zunutze, um den Gewinn zu maximieren?

Weil Hedgefonds weniger reguliert sind, sind sie hinsichtlich ihrer Anlagestrategie individueller. Sie arbeiten mit mehreren verschiedenen Strategien arbeiten. Die bekanntesten stellen wir hier vor:

  • Long-Short-Strategie
  • Arbitrage-Strategie / Relative-Value-Strategie
  • Event-Driven-Strategie
  • Global-Makro-Strategie

 

Long-Short-Strategie

Die Long-Short-Strategie ist die noch am weitesten verbreitete Strategie unter Hedgefonds. Das Fondsmanagement versucht dauerhaft, unterbewertete Aktien zu identifizieren und zu kaufen (Long-Position) sowie überbewertete Aktien zu verkaufen, beispielsweise über Leerverkäufe (Short-Position).

Dabei fokussiert sich der Fonds entweder mehr auf die eine Position oder auf die andere. Viele Hedgefonds fokussieren sich auf die Short-Position und somit auf die Leerverkäufe.

Exkurs: Was sind Leerverkäufe?

Leerverkäufe sind hochspekulative Geschäfte, bei denen man auf fallende Kurse setzt. Im Kern profitiert man also davon, dass andere Parteien verlieren.

Der Ablauf eines Leerverkaufs ist einfach:

  1. Der Verkäufer leiht sich Aktien zu einer Gebühr von meistens 2 % des Aktienwerts beim Besitzer und verkauft diese.
  2. Dann wartet er daraus resultierende Kursverluste und Abwärtstrends ab.
  3. Im dritten Schritt kauft er die Aktie zu einem besseren Preis wieder ein und gibt sie dem Verleiher / Besitzer zurück.

Im „Idealfall“ ist die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem neuen Kaufpreis der Gewinn des Leerverkäufers. Und der Verleiher oder Besitzer der Aktien profitiert ebenfalls, da er die 2 % des Aktienwerts zusätzlich erhält.

Ein sehr riskantes Geschäft sind Leerverkäufe deshalb, weil man sich ebenso verspekulieren kann und die erwarteten Kurseffekte nicht eintreten.

Arbitrage-Strategie / Relative-Value-Strategie

Das Arbitrage-Geschäft war insbesondere zu Zeiten weit verbreitet, als noch kein elektronischer Handel stattfand. Hierbei macht man sich die Preisunterschiede von Wertpapieren auf verschiedenen (zeitlich und räumlich getrennten) Märkten zunutze.

Das bedeutet, dass man einzelne Wertpapiere an dem einen Börsenplatz kauft, um meist überschaubare Kursunterschiede auf anderen Börsenplätzen auszunutzen und sie dann am anderen Börsenplatz wieder zu verkaufen.

Die Preisunterschiede sind denkbar klein, doch man kann mit ihnen trotzdem den Gewinn systematisch erhöhen.

Risikobefreit ist die Arbitrage-Strategie trotzdem nicht, da zeitliche Unterschiede zwischen einzelnen Märkten bestehen und man somit nicht in Echtzeit handeln kann. Zudem hat der elektronische Handel das Arbitrage-Geschäft stark verändert.

Die weltweiten Börsen sind besser vernetzt, wodurch es extrem hohe Volumina braucht, um noch vorhandene Kleinstunterschiede bei Preisen auszunutzen. Außerdem laufen die Geschäfte deutlich schneller ab, auch ein Risikofaktor, weil sich lohnenswerte Preisunterschiede sehr schnell auflösen können und das Arbitrage-Geschäft dann „bröckelt“.

 

Event-Driven-Strategie

Wie der Name der Strategie es schon vermuten lässt, geht es hier um eine ereignisbasierte Hedgefonds-Strategie. Man hat also einen oder mehrere Märkte im Blick und nutzt bestimmte Ereignisse und Entwicklungen aus.

Das können beispielsweise Fusionen und Übernahmen (engl. Mergers & Acquisitions oder M&A) sein. Ebenso können es Spekulationen auf Turnarounds (etwa durch Rettungen) von zu sanierenden Unternehmen mit niedrigem Aktienkurs und großem Erholungspotenzial sein.

Bei solchen M&A-Kandidaten kauft der Hedgefonds meist schon vor der Übernahme Aktien des zu übernehmenden Unternehmens und verkauft Aktien des übernehmenden Unternehmens. Der Grund ist einfach: Das übernommene Unternehmen erfährt bei einer Fusion normalerweise eine Kurszunahme, während das übernehmende Unternehmen durch die hohen Kosten temporär an Kurswert verliert. Dafür kann schon allein der Wechsel des Kaufpreises von der einen zur anderen Partei verantwortlich sein.

Bei Turnarounds läuft es ähnlich ab – der Hedgefonds investiert bewusst in zu sanierende Unternehmen (preiswerter Anteilskauf) und spekuliert darauf, dass dieses Unternehmen tatsächlich saniert wird. Etwa durch eine Rettung vom Staat, ein neues Management oder eine Übernahme. In diesem Falle sind hohe Kursgewinne zu erwarten, die die Rendite des Hedgefonds hochtreiben. Genauso kann es aber so kommen, dass das Unternehmen nicht saniert wird – beispielsweise, wenn eine Insolvenz eintritt – und der Fonds verliert.

 

Global-Makro-Strategie

Die Global-Makro-Strategie beinhaltet, „Geld mit Trends zu verdienen“. Der Kern besteht also darin, dass man Märkte makroökonomisch (also gesamthaft statt nur auf einen Teil fokussiert) beobachtet. Und dass man daraus Chancen identifiziert, um diese dann systematisch sowie mit hohen Gewinnen verbunden auszunutzen. Das Fondsmanagement versucht, aus politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen sowie Interessen Trends vorhersehen und dann auf entsprechend zunehmende oder verlierende Kurse spekulieren.

Ein prominentes Hedgefonds-Beispiel dafür ist der Quantum Funds von George Soros. Dieser war in den frühen 90er Jahren dafür verantwortlich, dass sich Großbritannien nicht im Europäischen Währungssystem halten und später nicht auf den Euro umstellen konnte. Zu jener Zeit befand sich Großbritannien noch im ECU-Abkommen (nachher die Europäische Währungsunion) und musste aus diesem Abkommen austreten.

Soros erkannte, dass das Britische Pfund überbewertet war und brachte es mit taktischen Verkäufen (in Summe etwa zehn Milliarden Pfund) auf sein reales Niveau zurück. Das erschwerte den Plan der britischen Zentralbank und der unterstützenden Zentralbanken aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich, das Pfund im Verhältnis zu anderen europäischen Währungen zu stabilisieren und die Umstellung auf den Euro vorzubereiten.

Dazu kam es nicht mehr: Die Aktivitäten des Quantum Fonds führten zum Abbruch der Pfund-Investitionen durch die ausländischen Zentralbanken.

Immer wieder war neben den Leerverkäufen auch vom Hebeleffekt / Leverage-Effekt die Rede. Was bedeutet dieser Effekt und was beinhaltet er?

Hedgefonds sind auch dafür bekannt, mit Fremdkapital zu arbeiten, um den Hebeleffekt / Leverage-Effekt auszunutzen. Bei diesem Effekt handelt es sich technisch formuliert um eine Kapitalstrukturmaßnahme zum gewinnbringenden Optimieren der Eigenkapitalquote.

Das Prinzip dahinter ist einfach: Wenn man beispielsweise mit 100.000 Euro, die bereits vorhanden sind, eine Rendite von 9 % erwirtschaften kann, nimmt man sich noch einen Kredit auf, um mehr investieren zu können. Kostet dieser Kredit nur 5 % Zinsen, dann hat man einen positiven Hebeleffekt / Leverage-Effekt. Denn man kann deutlich höhere Summen investieren und macht damit Gewinn (den Gewinn des Eigenkapitals plus die Gewinndifferenz zwischen erzielter Rendite und bezahlten Zinsen beim Fremdkapital).

Was sich aber einfach anhört, ist in der Realität nicht einfach – erst recht bei Hedgefonds nicht. Denn es besteht keine Garantie dafür, dass sie tatsächlich eine höhere Rendite erzielen, als sie an Zinsen auf der anderen Seite bezahlen müssen.

Somit ist der Hebeleffekt oder Leverage-Effekt im Sinne von Hedgefonds ein überaus riskantes Manöver. Er kann sich ebenso zu einem negativen Hebeleffekt entwickeln. Die Konsequenz daraus ist dann nicht nur eine schlechtere Eigenkapitalquote als vorher. Auch die Kreditsumme plus Zinsen muss man zurückzahlen und das kann den Fonds mitsamt seinen Investoren in die Pleite führen.

Am ehesten wenden Hedgefonds den Leverage-Effekt bei den bereits erklärten Leerverkäufen an. Das Fremdkapital dient dazu, die geliehenen Aktien und die „Gebühr“ zu finanzieren. Weil das mit einem hohen Risiko verbunden ist und die Fondsmanager normalerweise selbst im Fonds investiert sein müssen, lockt sie ein Bonus in Form einer Gewinnbeteiligung. Nicht selten umfasst diese 20 % der Performance – das hält die Fondsmanager gewissermaßen an, Risiken einzugehen und den Hebeleffekt zu nutzen.

Leerverkäufe und das Ausnutzen von Hebeleffekten sind in Deutschland nicht oder nur in stark regulierten Ausnahmen durchführbar. Kann man in Deutschland also in echte Hedgefonds investieren?

Der weltweit erste Hedgefonds wurde von Alfred Winslow Jones entwickelt und das schon im Jahr 1949. Jones verfolgte eine Long-Short-Strategie. Weil er hiermit viele Jahre hintereinander den amerikanischen Dow Jones Industrial Average überbieten konnte, fanden sich weitere Personen, die weitere Hedgefonds mit ähnlichen Strategien aufsetzten.

Dadurch verbreiteten sich die neuen Fonds mit ihren spekulativen und risikobehafteten – aber eben auch Rendite-versprechenden – Ansätzen vor allem in Amerika ziemlich schnell.

Auf dem deutschen Markt kann man erst seit dem Jahr 2004 in Hedgefonds investieren. Hier kam das Investitionsmodernisierungsgesetz, das Hedgefonds erstmals erlaubte – aber mit starken Restriktionen, damit auch nicht-professionelle Privatanleger das Fondsvehikel nutzen konnten.

Man kann diese Zeit auch als die Stunde der Risiko-vermindernden Dach-Hedgefonds bezeichnen. In diese durften Privatanleger einzahlen – nicht aber in die Single-Hedgefonds, die zu dem Zeitpunkt schon bestanden. Begründet wurde das mit dem Anlegerschutz.

Als kurz darauf im Jahr 2008 die Finanzkrise einsetzte und auch Hedgefonds-Investoren hohe Verluste erlitten, versuchte man, die Uhr schnellstens wieder zurückzudrehen. Es kam nach den G20-Beschlüssen zum Neustrukturieren der Finanzmärkte.

Die Konsequenz daraus war, dass Hedgefonds nicht-professionellen Investoren wieder verboten wurden (AIFM-Regulation) und dass kein Finanzmarkt sowie Akteur und Produkt unreguliert bleiben darf.

Nur, wenn man Fondsanteile noch vor dem Inkrafttreten des Gesetzes kaufte, durfte man sie als nicht-professioneller Privatanleger behalten. Neue Investitionen waren nicht mehr durchführbar. Nur professionelle (Privat-)Investoren dürfen weiterhin in Hedgefonds investieren oder diese aufsetzen. Zudem werden deutsche Hedgefonds seitdem durch die BaFin kontrolliert, müssen ein Grundmaß an Diversifikation aufweisen und der Einsatz von Hebeln und spekulativen Instrumenten ist stark beschränkt.

Seit dem Jahr 2013 hat sich das weltweite Volumen von Hedgefonds – wenn wohl auch nicht durch deutsche oder europäische Hedgefonds – beinahe verdoppelt. So weisen die Fonds ein verwaltetes Volumen von inzwischen mehr als 3 Billionen US-Dollar auf (Stand: Q3 2018).

Wie risikoreich sind Hedgefonds wirklich?

Dass Hedgefonds risikoreich sind, ist nun klar. Aber wie risikoreich sind sie wirklich? Fassen wir noch einmal alle Risikofaktoren zusammen und erklären sie kurz.

  • Hebeleffekte / Kreditaufnahme:
    Hedgefonds können starke Gewinne hervorrufen. Da aber niemand auch mit noch so guten Daten vorhersehen kann, wie sich Märkte tatsächlich entwickeln, bleibt stets das Risiko eines Totalverlustes bestehen. Entwickelt sich der Markt nicht wie erwartet, dann können die hohen Kredite ein Problem darstellen.
  • Riskante Manöver:
    Generell arbeiten Hedgefonds mit vielen Investmentprodukten, die hohe Risiken hervorrufen. Die deutschen Hedgefonds sind dahingehend zwar beschränkt, weil sie die meisten riskanten Manöver nicht durchführen dürfen, doch die originalen Hedgefonds haben es in sich. Investoren müssen mit überproportional hohen Verlustrisiken im Vergleich zu klassischen Investmentfonds rechnen.
  • Finanzkrisen:
    In der Finanzkrise 2008 mussten Investoren herbe Verluste hinnehmen. Viele Hedgefonds mussten schließen. Obwohl sie auch von schwachen Marktphasen profitieren können, sind Verluste in diesen also nicht ausgeschlossen. Und durch die hohen Volumina können sie umso herber ausfallen.

Warum sind Hedgefonds wie Schattenbanken?

Die Europäische Union ordnet Hedgefonds als sogenannte „Schattenbanken“ ein, weil sie auf dem Markt wie Banken funktionieren, doch nicht so beschränkt wie normale Banken sind. Auch ist es ihr ein Dorn im Auge, dass bereits vorhandene Aktienmarkt-Schwankungen durch Hedgefonds und ihre Leerverkäufe noch verstärkt werden können.

Der ehemalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering nannte Hedgefonds auch „Heuschrecken“. Dahinter steckte die Anschuldigung, dass sie sich auf einem bestimmten Markt ausbreiten“, um ihm zum entsprechenden Selbstvorteil zu schaden und dann „weiterzuziehen“. Hierhinter steckt unter anderem erneut das Leerverkauf-Prinzip.

Fazit

Hedgefonds werden der Kategorie „alternative Investmentfonds“ zugeordnet und das zu Recht. Diese Rolle füllen sie durch die hohen Risiken und die spekulativen Maßnahmen definitiv auch aus und richten sich nur an professionelle Investoren. Dass Privatanleger nicht in Hedgefonds investieren dürfen, erscheint daher sinnvoll.

Die G20-Staaten führen seit Jahren Gespräche darüber, wie Hedgefonds und das „Schattenbankwesen“ oder “Heuschreckenwesen” weiter kontrolliert werden können. Das betrifft bisher aber nur den europäischen Raum, während die amerikanischen Hedgefonds auch weiterhin keine besonderen Restriktionen einhalten müssen.

Ein Portfolio aus beispielsweise Aktienfonds, Rentenfonds und Dividendenfonds bleibt dementsprechend auch weiterhin die Wahl von Privatanlegern, die mehr aus ihrem Geld machen möchten. Noch dazu kosteneffizienter ist ein Portfolio aus passiv verwalteten und damit dauerhaft preiswerteren ETFs.

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