Was ist unter Dividendenfonds zu verstehen?

Definition: Dividendenfonds zählen zur Familie der Investmentfonds und zeichnen sich dadurch aus, dass sie in Unternehmen investieren, die kontinuierlich hohe Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten. Man könnte es auch so formulieren, dass es sich um einen Aktienfonds mit einem besonderen Fokus auf Dividenden handelt.

Dividenden sind wiederum ein Teil der Rendite, die man als Aktionär mit seinen Investitionen erzielen kann, abseits davon, wie sich der Kurs der Aktien entwickelt. Meistens läuft es so ab, dass das Unternehmen einen prozentualen Anteil pro Aktie als Dividende definiert und diese Summe dann jährlich auszahlt. Dividendenfonds investieren in die Unternehmen, die eine besonders hohe Dividende auszahlen.

Was hat es mit Dividenden und mit der Dividendenrendite im Detail auf sich? Und was sind das für Unternehmen, die hohe Dividenden auszahlen und in die der Fonds investiert? Das erklären wir Ihnen auf dieser Seite.

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Was ist eine Dividende?

Grundsätzlich handelt es sich bei der Dividende um einen Extra-Gewinn abseits des Aktienkurses und in Form eines prozentualen Anteils am Wert einer Aktie. Dieser wird einmal im Jahr durch das Unternehmen definiert (anhand des Bilanz-Gewinns) und an die Aktionäre ausgeschüttet.

Das Unternehmen kalkuliert (vereinfacht) also beispielsweise eine Dividende von 2 Euro pro Aktie. Ein Investor, der 10 Aktien des Unternehmens besitzt, erhält dann eine Summe von 20 Euro als Dividende.

Eine Besonderheit ist, dass kein Unternehmen die Pflicht hat, eine Dividende an die Aktionäre auszuschütten. Zudem sind es eher die Großkonzerne wie beispielsweise aus dem deutschen Aktienindex DAX, die eine Dividende ausschütten, um die Aktionäre zu belohnen und zu binden. Kleinere Unternehmen reinvestieren das Geld eher in Wachstumsmaßnahmen und schütten meist keine Dividenden aus.

Im Umkehrschluss kommt es auch zu einem abschreckenden Effekt, wenn Unternehmen vom einen aufs andere Jahr die Dividende kürzen oder streichen. Selbst bei bilanziellen Verlusten entscheiden sich Unternehmen deshalb oft dazu, die Dividende nicht zu streichen und trotzdem auszuzahlen.

So kann sich die Dividende von Jahr zu Jahr unterscheiden, bestimmt durch den erzielten Gewinn des Unternehmens, dessen Markt und Philosophie sowie ebenso durch dessen Aktionäre. Denn letztere stimmen am Ende auf der Hauptversammlung darüber ab, ob sie die vom Unternehmen offerierte Dividende annehmen oder nicht.

Wie wertvoll Dividenden sind, ist daran zu erkennen, wenn man einen Blick auf den DAX und damit die 30 wertvollsten Unternehmen Deutschlands wirft. So klären Statistiken darüber auf, dass diese Unternehmen im Jahr 2003 noch nur 10,3 Milliarden Euro an Dividenden ausschütteten. Im Jahr 2019 waren es 38,2 Milliarden Euro.

Was ist die Dividendenrendite und wie berechnet sie sich?

Wo Aktionäre Dividenden erhalten, ist von einer Dividendenrendite die Rede. Berechnen lässt sie sich sehr einfach: Man teilt den Wert der einzelnen Dividende durch den Einkaufspreis der einzelnen Aktie zum Zeitpunkt des Ausschüttens der Dividende.

Wenn eine Aktie dann 40 Euro kostet und eine Dividende von 2,50 Euro pro Aktie ausbezahlt wird, beläuft sich die Dividendenrendite auf 6,25 %. Sofern man seine Aktien früher zu einem besseren Preis kaufte, ist die Dividendenrendite quasi noch besser, da man beim Auszahlen vom höheren Kurs profitiert. Sollte sich der Kurs zwischenzeitlich verschlechtert haben, ist die Dividendenrendite etwas tiefer.

Ein interessanter Fakt dahinter ist zudem, dass der Aktienkurs beim Auszahlen der Dividende sinkt, und zwar etwa um den Wert der Dividende. Das verhindert, dass sich Investoren kurz vor dem Ausschütten der Dividende Anteile kaufen, um dann die Dividende zu erhalten und die Anteile wieder zu verkaufen. Der tiefere Kurs nach dem Ausschütten macht den Verkauf unattraktiv und dient somit der Stabilität des Markts.

Die höchste Dividendenrendite im DAX erzielte 2019 der Autobauer Daimler. Dort konnten sich die Aktionäre anhand der Gewinne des Jahres 2018 tatsächlich über eine Dividendenrendite von 6,4 % freuen. Das entsprach einer einzelnen Dividende von 3,25 Euro pro Daimler-Aktie.

Sind Dividenden die neuen Zinsen?

Genau das ist in der Fondsindustrie zumindest immer wieder zu hören. Gemeint ist, dass klassische Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld, die sich einst durch ihre mit hohen Zinsen verbundene Sicherheit auszeichneten, unattraktiv wurden. Durch das weiterhin vorherrschende Zinstief der EZB bekommt man bei diesen Produkten oft nur noch unter einem Prozent Zinsen.

Die Verfechter aktiv gemanagter Dividendenfonds wollen damit erreichen, dass viele Sparer zu Investoren werden und etwa auf Aktienfonds, Rentenfonds und auch Dividendenfonds umschichten.

Die Renditen fallen hier natürlich deutlich höher aus und die Investoren können regelmäßige Ausschüttungen erhalten. Diese übertreffen die Zinsen von Tages- und Festgeld deutlich, vor allem dann, wenn man die Fonds langfristig hält und sie nicht nach etwaigen Kursverlusten verkauft.

Allerdings nimmt dann auch das Risiko zu, denn die Kurse von Dividendenfonds können schwanken. Sparer sollten einen Horizont für ihre Investitionen und das damit verbundene Risiko bestimmen und diesen kennen, bevor sie die sicheren Sparmaßnahmen durch Dividendenfonds ersetzen.

Was sind Dividendenfonds?

Von den Dividenden ist es nur ein kleiner Schritt zum Verständnis von Dividendenfonds. Das sind solche, die bewusst in Aktien von Unternehmen investieren, die kontinuierlich attraktive Dividenden auszahlen. Das bedeutet, dass die Fonds eine „Dividendenstrategie“ umsetzen. Das hat wesentliche Vorteile – denn Dividenden werden normalerweise auch in volatilen Marktphasen ausbezahlt, womit sie potenzielle Kursverluste kompensieren können.

Das ist wunderbar am DAX zu erkennen. Die Darstellung des Index gibt es einmal als  DAX-Performanceindex und einmal als DAX-Kursindex. Der Unterschied zwischen beiden ist, dass der Kursindex keine Dividenden beinhaltet. Und dieser Unterschied ist auch optisch erkennbar – denn der Performanceindex inklusive Dividenden ist mit einem etwa doppelt so hohen Wert notiert wie der Kursindex.

Normalerweise müsste man als Investor, um tatsächlich eine Dividendenstrategie umzusetzen, viel Zeit investieren, um die Unternehmen zu finden, die entsprechende Dividenden ausschütten. Beim Dividendenfonds übernimmt dies das Fondsmanagement. Es erweitert das Portfolio des Fonds dauerhaft mit Aktien solcher Unternehmen. Die Investoren können sich zurücklehnen und sich auf die entsprechenden Renditen freuen. Das führte dazu, dass das Interesse an Dividendenfonds in den letzten Jahren stark anwuchs.

Wie sicher sind Dividendenfonds?

Da es sich bei einem Dividendenfonds um einen waschechten Aktienfonds handelt, ist mit denselben Risiken zu rechnen wie bei letzten. Das Risiko wird dabei durch verschiedene Faktoren bestimmt. Ein Faktor ist unter anderem, in welchen Markt und in welche Unternehmen der Fonds investiert, ob es sich um einen stark schwankenden Markt handelt oder um einen nicht so risikobehafteten.

Grundsätzlich kann man es aber so formulieren, dass Aktienfonds bzw. Dividendenfonds nicht so hohe Risiken aufweisen wie ein direktes Investment in einzelne Aktien. Dadurch, dass viele verschiedene Unternehmen in den Fonds enthalten sind, kann man das Risiko sehr viel besser streuen.

Es ist also einerseits so, dass die Dividenden Kursverluste kompensieren können. Aber auch so, dass die besseren Dividendentitel des Fonds die schlechteren kompensieren.

So ist also klar, dass Dividendenfonds auch Risiken haben und dass Investoren bei einem Börsencrash potenzielle Kursverluste hinnehmen müssen. Jedoch ist die Volatilität von Dividendenfonds oft nicht so hoch wie etwa bei Aktienfonds – eben aus dem Grund, dass die enthaltenen Titel nicht primär dank ihres Kurszuwachses, sondern durch die Dividenden, enthalten sind. Das hält spekulative Anleger, die nur auf schnelle Kursgewinne warten und dann wieder verkaufen, fern.

Investoren können sich vorab an den Risikoklassen der Fonds orientieren. Diese wurden per Gesetz definiert und reichen von 1 bis 7. Die erste Klasse trägt das niedrigste Risiko, die siebte Klasse ist wiederum nur chancenorientierten Investoren vorbehalten, also mit dem höchsten Risiko verbunden.

Welche Rendite und Gebühren können Dividendenfonds hervorrufen?

Normale Aktienfonds kommen üblicherweise auf eine durchschnittliche Rendite von etwa 5 % pro Jahr. Dabei existieren natürlich die einen Aktienfonds, die noch deutlich mehr erreichen, und die anderen, die den Durchschnitt etwas herunterziehen.

Dividendenfonds weisen eine ähnliche Rendite auf. So existieren zahlreiche aktiv gemanagte Dividendenfonds, die in den vergangenen Jahren gut performt haben. Jedoch fallen für aktive Fonds hohe Gebühren wie Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren an. Darüber hinaus kann eine Depot-Gebühr anfallen und die Gewinne aus Dividendenfonds müssen versteuert werden. Hierzu lesen Sie in unserem Artikel zum Thema Steuern mehr.

Hinsichtlich der Gebühren ist auch der Blick über den Tellerrand interessant. So existieren neben den hier erwähnten aktiven Fonds auch passive Fonds oder ETFs. Auch diese können mittlerweile Dividendenstrategien abbilden, sind von den Gebühren her aber deutlich effizienter als die aktiven Fonds. ETFs schaffen es durch das Abbilden eines Index, eine ähnliche oder auch identische Rendite wie der Index an sich zu erzielen und reichen auch an die Renditen der aktiv gemanagten Dividendenfonds heran.

Was sind die Vorteile und Nachteile von Dividendenfonds?

  • Investoren profitieren von Aktienfonds, die in Unternehmen mit besonders attraktiven Dividenden investieren. Die Dividenden können sich positiv auf die Gesamtrendite des Fonds auswirken.
  • Investoren können jederzeit Anteile kaufen und wieder verkaufen. Außerdem können sie ihre Anteile schon mit kleinen Summen kaufen sowie monatlich investieren.
  • Umsetzen einer Dividendenstrategie, ohne das Fachwissen und die Zeit investieren zu müssen, die sie normalerweise fordern würde.
  • Es fallen hohe Gebühren bei aktiven Dividendenfonds an, passive ETF-Strategien mit Dividenden sind merklich kosteneffizienter.
  • Es besteht ein Verlustrisiko, das bis hin zum Totalverlust reicht.

Fazit

Dividendenfonds sind insbesondere für Investoren interessant, die sich eher auf die regelmäßigen Ausschüttungen der Dividenden konzentrieren möchten, als darauf, wie sich der Kurs entwickelt. Das Risiko von Dividendenfonds ist mit dem von Aktien- und Mischfonds vergleichbar. Der Fonds streut das Risiko über viele Aktien hinweg.

Ob sie sich eher an chancenorientierte Investoren richten oder an sicherheitsorientierte, kann man schwer feststellen. Tatsächlich sind die Investoren von Dividendenfonds ausdauernder und langfristiger unterwegs, weil sie auf den Kurs nicht so sehr achten. Ihnen kommt es auf die Dividende an. Demnach kann man diese Fonds nur aus einer sehr relativen Perspektive beleuchten: Beide Gruppen von Investoren können sich mit ihnen wohlfühlen.

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