Was ist unter Garantiefonds zu verstehen?

Definition: Garantiefonds sind Investmentfonds, die ihren Anlegern eine Garantie bieten, eine Mindestrendite zu erhalten. Das funktioniert entweder mit einer fest definierten Laufzeit oder ohne. Diese Mindestrendite kann die Höhe der Anlagesumme (minus Ausgabeaufschlag) betragen oder durch zwischenzeitlich erreichte Höchststände definiert werden.

Damit richten sich Garantiefonds vor allem an sicherheitsbewusste Anleger, die in Fonds investieren, aber das normalerweise bestehende Verlustrisiko auf ein Minimum reduzieren möchten. Experten bezeichnen Garantiefonds dank ihrer speziellen Struktur und Funktionsweise unterdessen als „Renditekiller“. Was ein Grund dafür ist, dass Garantiefonds bei Anleger nicht besonders beliebt sind.

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Was hat es mit echten und unechten Garantiefonds auf sich?

Garantiefonds teilen sich in zwei Gruppen auf, einmal in die tatsächlichen Garantiefonds und einmal in die Wertsicherungsfonds. Garantiefonds müssen die versprochene Rendite tatsächlich auszahlen und haben eine feste Laufzeit. Wenn sie die versprochene Rendite nicht auszahlen, können Anleger rechtliche Schritte einleiten. Bei Wertsicherungsfonds ist es so, dass sie die Mindestrendite nur anstreben, aber ohne tatsächliche Kapitalgarantie. Es besteht also weiterhin ein Verlustrisiko. Zudem haben sie auch keine feste Laufzeit, sondern laufen kontinuierlich.

Denn um eine Garantie auf Mindestrenditen aussprechen zu können, muss das aktive Fondsmanagement anders handeln als beispielsweise bei reinen Aktienfonds oder Rentenfonds. Noch dazu lässt sich das Fondsmanagement die garantierte Rendite mit hohen Gebühren bezahlen. Dazu weiter unten mehr.

Anders handeln als bei Investmentfonds ohne Garantie – was bedeutet das hinsichtlich der Struktur und Funktionsweise eines Garantiefonds?

Keine Zeit, alles durchzulesen? Weiter unten finden Sie alle Unterschiede auf einen Blick.

Garantiefonds unterscheiden sich in ihrer Struktur und Funktionsweise klar von anderen Investmentfonds. Um es kurz zusammenzufassen, muss die Fondsgesellschaft den Fonds so aufsetzen, dass er zum Laufzeitende oder zu zwischenzeitlichen Terminen definitiv die entsprechende Rendite aufweist. Würde der Fonds das nicht schaffen, dann ist es mit der Garantie aus und er zieht den Zorn der Anleger auf sich. Garantiefonds als Mischfonds konzipiert, weil sie sichere Anlageklassenmit und risikoreichere Anlageklassen (z.B. Aktien) verwenden, um neben der Sicherheit die garantierte Rendite erzielen zu können.

Demnach müssen sie einen Großteil des Volumens immer in sichere Produkte investieren – hier insbesondere Nullkuponanleihen auf dem Geldmarkt und festverzinsliche Wertpapiere. Werden diese in Zeiten überschaubarer Zinsen schlecht verzinst, beeinflusst das die Rendite des Fonds. Denn meistens umfassen diese Klassen 80 % des Fondsvolumens, nur die anderen 20 % werden in risikoreichere Klassen wie Aktien, Optionen oder auch Rohstoffe investiert.

Manche Garantiefonds konzentrieren sich deshalb (je nachdem, wie sich der Markt momentan entwickelt) vermehrt auf den performanteren Markt. Dadurch können Anleger eine Rendite erzielen, die sich eventuell auch über dem Wert der Kapitalgarantie einpendelt. Jedoch besteht hier auch das Risiko, dass man schwankende Märkte zu spät realisiert und das Fondsvolumen zu spät umschichtet. Das ist mit Verlusten verbunden.

Ebenso kann diese Funktionsweise zur „Rentenfalle“ oder zum „Cash-Lock“ führen. Das bedeutet, dass der Fonds durch fokussierte Investitionen in die einen Märkte nicht davon profitieren kann, wenn die anderen Märkte wachsen.

Dadurch verschenkt man potenzielle Gewinne.

Und wie sieht es bei Fonds ohne fest definierte Laufzeit (Wertsicherungsfonds) aus?

Bei diesen nimmt man oft an, dass sie eine bessere Rendite erzielen. Schließlich können sie sich dynamischer entwickeln. Wertsicherungsfonds bieten eine Höchststandsgarantie. Damit können Anleger die Fondsanteile zu einem vorher erreichten Höchststand verkaufen, auch wenn der Wert im Nachhinein wieder unter den Höchststand zurückgefallen ist.

Jedoch ist es so, dass diese Garantiefonds noch defensiver investieren als die tatsächlichen Garantiefonds. Denn um einen zwischenzeitlich erreichten Höchststand abzusichern, müssen diese Fonds danach in sichere Produkte investieren. Das Ziel ist es, einen einmal erreichten Höchststand nicht mehr zu unterbieten. Potenzielle Gewinne aus Aktien werden auf Dauer also unwahrscheinlicher, weil man mit der Zeit fast kaum noch in Aktien investiert.

Garantiefonds, Wertsicherungsfonds und konventionelle Investmentfonds unterscheiden sich in mehreren Punkten. Was sind die Unterschiede auf einen Blick?

  1. Rendite: Sowohl Garantiefonds als auch Wertsicherungsfonds sichern den Investoren eine bereits vorab klar definierte Rendite zu. Diese kann mit etwas Glück auch übertroffen, aber niemals unterboten, werden.
  2. Laufzeit: Garantiefonds haben eine feste Laufzeit mit klar definiertem Laufzeitende. Zu diesem Laufzeitende wird die Garantierendite ausbezahlt.
    Wertsicherungsfonds haben keine feste Laufzeit, aber arbeiten hinsichtlich der Höchstrendite mit Zwischenterminen.
  3. Investitionen: Sowohl Garantiefonds als auch Wertsicherungsfonds müssen mehrheitlich in sichere Investmentprodukte investieren, um entweder die Garantierendite erfüllen oder einen Höchststand garantieren zu können. Der Anteil sicherer Investmentprodukte umfasst etwa 80 % – nur 20 % des Fondsvolumens werden normalerweise in risikoreichere Produkte investiert.

Anleger müssen sich darüber im Klaren sein, dass Garantiefonds zwar sicher sind, aber niedrigere Renditen als beispielsweise Aktienfonds hervorrufen. Wie sehen sie auf der Kostenseite aus?

Eine Kapitalgarantie zehrt an der Rendite. Das muss man hinsichtlich Garantiefonds festhalten. Hinzu kommen die laufenden Gebühren eines Investmentfonds. Durchschnittlich umfassen diese bis zu 2 % p.a. der Anlagesumme.

Außerdem ruft die Fondsgesellschaft zusätzlich eine weitere Gebühr – ein sogenanntes Disagio – von meistens 1 % auf, wenn sich Anleger dazu entschließen, ihre Anteile vor Laufzeitende zu verkaufen. Das mindert die Rendite einmal mehr. Zusammen mit dem Ausgabeaufschlag können sich die Gebühren von Garantiefonds den durchschnittlichen Werten klassischer Mischfonds nähern, die sich bei 2,26 % p.a. einpendeln.

Aufgrund der hohen Kosten und der niedrigen Zinsen nahm die Nachfrage zu Garantiefonds und Wertsicherungsfonds zuletzt tendenziell ab. Investoren fokussierten sich lieber auf andere Investmentprodukte.

Zu diesen zählen insbesondere:

  • Festgeld (Geldanlage mit fester Laufzeit und Garantiezins, Rendite bei WeltSparen bis zu 3,10 % Zinsen im Jahr, kostenlos und dank nationaler Einlagensicherung bis hin zu 100.000 Euro pro Bank und Person noch sicherer als Garantiefonds)
  • ETFs / Indexfonds (mit höheren Verlustrisiken aber auch mit höheren Renditechancen verbunden, zudem auf Dauer deutlich preiswerter als Garantiefonds und andere Investmentfonds, ohne Laufzeit, bei WeltInvest Gebühren von nur 0,49 % im Jahr, kein Ausgabeaufschlag, sowohl für sicherheits- als auch chancenorientierte Anleger)

Garantiefonds sind ebenso wie Lebensversicherungen oder andere Garantieprodukte etwas aus der Mode geraten, weil es für Fondsgesellschaften in Zeiten niedriger Zinsen fast unmöglich ist, mit sicheren Anlageklassen eine Rendite zu garantieren. Ihr Renditeniveau liegt kaum über dem von Tages- und Festgeld, was auch der Grund dafür ist, dass diese beiden Sparanlagen mehr und mehr Aufmerksamkeit von ehemaligen Garantiefonds-Anlegern erhalten.

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