Riester-Rente: Antworten.

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Mit der Riester-Rente können Sie Ihre Rentenlücke schließen. Denn die gesetzliche Rente allein wird für die meisten nicht mehr ausreichen. Ein Gros des Lebens arbeitet und zahlt man in die Rente ein, um am Ende nur etwa 45 % des letzten Bruttoeinkommens als gesetzliche Rente zu beziehen. Das Rentenniveau sinkt bereits seit Jahren.

Dementsprechend: Wer heute nicht auch privat etwas für die Rente tut, muss seinen Lebensstandard im Alter meist deutlich zurückfahren. Das Rentensystem ist insbesondere durch die zurückgehende Geburtenrate kaum mehr finanzierbar.

Aber was tun? Zusätzliche, private Vorsorge ist in vielen Fällen zwingend erforderlich und unser Rentensystem ist mittlerweile darauf ausgerichtet, dass sich jeder selbst um seinen Lebensstandard im Alter kümmert. Es existieren verschiedene Maßnahmen, dies zu tun. Eine davon ist die Riester-Rente. Und die sehen wir uns hier ausführlich an.

Das Wichtigste in Kürze
  • Hintergrund: Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, als das Rentenniveau von 70 % auf 67 % sank. Sie soll durch private Vorsorge die Rentenlücke schließen. Heute liegt das Rentenniveau bei 45 %. Das heißt, der Staat zahlt eine Rente aus, die 45 % des letzten Bruttoeinkommens entspricht. Es besteht eine Lücke von 55 %.
  • Was ist die Riester-Rente? Sie ist eine private Altersvorsorge, die vom Staat mit jährlichen Zuschüssen gefördert wird. Außerdem erhalten Sparer auf die Riester-Rente Steuervorteile. Damit will der Staat Bürger animieren, selbstständig für die Rente vorzusorgen. Riester-Renten gibt es als Banksparplan, als Bausparvertrag, als Wohn-Riester und als Fondssparplan.
  • Wie funktioniert ein Riester-Fondssparplan? Sie investieren regelmäßig entweder in klassische Investmentfonds oder kosteneffiziente ETFs und Indexfonds, um eine möglichst attraktive Rendite zu erwirtschaften. Unabhängig davon erhalten Sie alle Kapitaleinzahlung bei Renteneintritt wieder zurück – auch bei negativer Rendite.
  • Vorteil: Jeder kann riestern und sich neben der gesetzlichen Rente eine lebenslange Zusatzrente sichern. Zudem erhalten Sie staatliche Zulagen und genießen Steuervorteile. Bei Bedarf kann der Riester auch als Sofortrente ausgezahlt werden.
  • Zulagen: Sie können bis zu 175 EUR staatliche Förderung im Jahr erhalten.
  • Steuern: Jährlich können Sie bis zu 2.100 EUR inklusive Zulagen von der Steuer absetzen. Ein weiterer Steuervorteil: In der Auszahlphase werden die ausgezahlten Beiträge mit Ihrem aktuellen Steuersatz versteuert, der in der Regel niedriger ist als zu Erwerbszeiten.
  • Kosten: Viele Riester-Renten haben hohe Abschluss- und laufende Kosten. Bei WeltSparen nutzen sie hingegen einen Riester-Fondssparplan basierend auf ETFs, der mit rund 1 % Effektivkosten pro Jahr überaus günstig ist. Zum Vergleich: Bei einem Riester-Fondssparplan mit klassischen Investmentfonds fallen allein für die Fonds im Schnitt schon 2,26 % jährliche Gebühren an.
  • Fazit: Riestern eignet sich für jeden, um die Rentenlücke zu schließen und eine lebenslange, konstante Aufbesserung der gesetzlichen Rente zu erhalten. Riester-Verträge wie bei WeltSparen sind zudem günstig und unbürokratisch. Zudem nutzen Sie mit ETFs die Renditechancen der internationalen Kapitalmärkte, ohne Verluste befürchten zu müssen.

Gehen Sie direkt zu unseren Detailartikeln:

Vor- & Nachteile

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Todesfall: Was ist hinsichtlich der Riester-Rente zu beachten?

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Riester-Rente Rechner

Rechner: Wie wirken sich Investitionen und Co. auf die Rente aus?

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Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist seit 2002 am Markt und wurde vom SPD-Politiker Walter Riester entwickelt. Riester war seinerzeit der Arbeits- und Sozialminister im Parlament Gerhard Schröders. Seine Riester-Rente ist die Antwort auf die Rentenform der Jahre 2000 und 2001. Damals sank das Rentenniveau von 70 % auf 67 % ab. Prozentwerte, die sich wunderbar anhören, wenn man sich die etwa 45 % von heute ansieht. Die Riester-Rente wurde entwickelt, um die individuelle Rentenlücke zu kompensieren.

Zur Altersvorsorge gehört mehr als die gesetzliche Rente.Zur Altersvorsorge gehört mehr als die gesetzliche Rente.Zur Altersvorsorge gehört mehr als die gesetzliche Rente.

Wie kommt die Rentenlücke zustande?

Zahlt der Staat nur etwa 45 % des letzten Bruttoeinkommens als Rente, dann entsteht eine Rentenlücke von 55 %. Drastisch formuliert, erhält man eine Rente von nur etwa 24.750 Euro im Jahr, wenn man vorher 55.000 Euro verdiente. Das entspricht zwar noch rund 2.062 Euro im Monat – aber brutto. Ziehen Sie nur einmal die Steuern ab und denken Sie dann daran, wie sich die Mietpreise seit Jahren entwickeln.

Die 3 Schichten der Altersvorsorge

Im deutschen System der Altersvorsorge, bestehend aus drei Schichten, ist die Riester-Rente der zweiten Schicht zuzuordnen. In diesem System finden wir auch die von Bert Rürup entwickelte Rürup-Rente wieder, die man als ein Pendant zur Riester-Rente bezeichnen kann. Rürup ist aber der ersten Schicht des Systems zuzuordnen.

Erste Schicht Zweite Schicht Dritte Schicht
Gesetzliche Rentenversicherung Riester-Rente Lebensversicherung
Berufsständische Versorgungswerke wie beispielsweise die Künstlersozialkasse Betriebliche Altersvorsorge Private Rentenversicherung
Basisrente / Rürup-Rente Fonds- und ETF-Sparpläne, die man für die Rente einrichtet

Gehen wir etwas tiefer hinein:

Erfolg und Kritik der Riester-Rente

Die Deutschen nahmen die Riester-Rente zunächst etwas skeptisch an. In den ersten drei Jahren – also zwischen 2002 und 2005 – konnten Anbieter rund 5 Millionen Abschlüsse erzielen. Dann rasten die Zahlen empor. Ende 2006 existierten mehr als 7,5 Millionen Riester-Renten, 2007 waren es schon mehr als 10 Millionen. Innerhalb des Jahres 2012 konnte man die 15-Millionen-Marke knacken. Und heute existieren laut einer Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales etwas über 16 Millionen Riester-Verträge.

Fairerweise muss man aber auch erwähnen, dass die Neuabschlüsse in den letzten Jahren eher spärlich ausfielen. Das ist vornehmlich auf die viele Kritik zurückzuführen, die Riester aushalten muss. Denn viele Verträge seien „zu teuer, zu bürokratisch, zu renditeschwach”, wie es die SZ in einem Artikel 2016 zusammenfasst.

Seitdem ist aber viel passiert. Es haben sich neue und moderne Online-Produkte am Markt entwickelt – beispielsweise der fairriester, der die Bedürfnisse der Kunden nach Transparenz und Kosteneffizienz berücksichtigt.

Welche Formen kann die Riester-Rente haben?

Der fairriester ist ein online abschließbarer sowie verwaltbarer Riester-Fondssparplan. Damit haben wir bereits die erste der drei prominentesten Formen, die neben der klassischen, zinsfreien Riester-Rente bestehen. Die anderen beiden Formen sind der Banksparplan und der Wohn-Riester oder auch Riester-Bausparvertrag.

Noch mehr Statistik: Mit Stand 2019 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auch die konkreten Zahlen veröffentlicht, wie viele Riester-Verträge pro Form existieren. Die Rede ist von rund 10.775.000 normalen Verträgen – ohne Besonderheiten wie Guthabenzinsen oder Renditen. Dazu kommen rund 640.000 Banksparpläne, rund 3.295.000 Fondssparpläne und rund 1.818.000 Wohn-Riester-Verträge. Gesamt: 16.528.000 Riester-Verträge in Deutschland.

Bei einem Riester-Fondssparplan investiert man zu wechselnden Anteilen in aktive Investmentfonds oder alternativ kosteneffiziente ETFs und Indexfonds. Dadurch kann über die Jahre eine attraktive Rendite zustande kommen, die eine deutlich höhere Rente im Alter hervorruft. Ein Rentenkapital von 150.000 bis 200.000 Euro ist – bestimmt durch mehrere Faktoren – nicht unwahrscheinlich.

Der Banksparplan versteht sich als Kombination aus der Riester-Rente und einem herkömmlichen Sparkonto. Die Renditechancen sind dort nicht so hoch, da die Banken seit der Finanzkrise und mit dem andauernden Zinstief seitens der Europäischen Zentralbank kaum noch Guthabenzinsen ausschütten. Dafür entstehen auf der anderen Seite recht hohe Kosten, was die Produkte ineffizient macht. Aus diesem Grund ist die Anzahl an Riester-Banksparplänen überschaubar und Banken bieten ihn kaum noch an.

Der Wohn-Riester ist eine besondere Form der Riester-Rente und verbunden mit einem Immobilienkredit. Hier zahlt man nicht ein, um für die Rente zu sparen, sondern um eine Immobilie teils zu finanzieren. Die Rente ist quasi, dass man im Alter mietfrei wohnen kann. Die Funktionsweise hebt sich etwas von der einer normalen Riester-Rente ab. Und auch sonst ist der Wohn-Riester etwas komplexer.

Zuletzt noch der Riester-Bausparvertrag – eine Unterform des Wohn-Riesters. Falls Sie momentan noch keine Immobilie bauen oder kaufen wollen, das aber vorhaben, können Sie sich mit ihm darauf vorbereiten. Es handelt sich um einen herkömmlichen Bausparvertrag verbunden mit den Riester-Vorteilen. Weitere Informationen dazu finden Sie im im Artikel zu Riester-Bausparen und Steuern.

Und da schon mehrfach von den Riester-Vorteilen die Rede war:

Was sind die Vorteile der Riester-Rente?

Grundsätzlich handelt es sich bei der Riester-Rente um eine konstante und sichere Zusatzrente bis ans Lebensende. Ohne Kompromisse. Und das ist noch nicht alles: Um noch einmal auf die Säulen des Systems zur Altersvorsorge zurückzukommen, handelt es sich bei der Säule der Riester-Rente um private, staatlich förderbare Maßnahmen.

Staatlich förderbar bedeutet, dass man bei der Riester-Rente Zulagen vom Staat erhält. Jeder Erwachsene bekommt 175 Euro und für Kinder kommen noch bis zu 300 Euro pro Kopf extra dazu. Das ist einer der wesentlichen Vorteile. Außerdem können Sie einen Teil Ihrer Investitionen von der Steuer absetzen und sich so beim Finanzamt etwas zurückholen. Bis zu 2.100 Euro sind inklusive der Zulagen jedes Jahr absetzbar. Mehr zu den Zuschüssen und zur Steuer erfahren Sie weiter unten.

Wer sich eine Sofortrente wünscht, wird bei der Riester-Rente erhört. Bis zu 30 % des auf dem Riester-Konto vorhandenen Geldes kann man sich sofort zum Renteneintritt auszahlen lassen. Das funktioniert bei der Rürup-Rente als Pendant beispielsweise nicht. Dafür kann man dort eine deutlich höhere Summe von der Steuer absetzen.

Sofern man sich für einen Riester-Fondssparplan wie den fairriester entscheidet, hat man noch einen weiteren Vorteil. Normalerweise muss man den Gewinn aus Fonds, ETFs und Indexfonds zu 25 % versteuern. Dazu kommen eventuell noch der Soli und die Kirchensteuer. Werden die Gewinne aber in einem Riester-Fondssparplan erzielt, dann sind diese steuerfrei. Nur die Rente muss mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Das sieht das Gesetz so vor.

In diesem Artikel, fassen wir alle Vorteile und Nachteile der Riester-Rente zusammen. Die Nachteile sind aber keine Konstanten und betreffen nur bestimmte Situationen wie etwa den Tod des Sparers oder den Verkauf der Riester-Rente.

Unklar ist noch, wer von den Vorteilen profitiert:

Wer darf riestern?

Kurz und schmerzlos: Alle dürfen riestern. Es ist ein Gerücht, dass die Riester-Rente nur bestimmten Leuten vorbehalten ist. Deshalb ist es auch ohne Sinn, wenn wir an dieser Stelle eine Liste von Gruppen präsentieren, die riestern dürfen.

Nur hinsichtlich der Zulagen vom Staat ist etwas zu beachten – dazu im Kapitel Zulagen mehr. Wer diese erhalten möchte, muss entsprechend versichert sein. Wer es nicht ist, darf aber trotzdem riestern – dann eben ohne die Zulagen.

Und damit ist es an der Zeit, die Funktionsweise näher zu beleuchten:

Wie funktioniert die Riester-Rente?

Grundsätzlich zahlen Sie privat über mehrere Jahre in die Riester-Rente ein – parallel zur gesetzlichen Rente. Dabei erhalten Sie Jahr für Jahr die Zulagen und die Steuervorteile. Wenn Sie den vereinbarten Termin zum Auszahlen erreichen, meist verbunden mit der persönlichen Rente, berechnet der Anbieter die monatliche Rente bis ans Lebensende. Die Summe ist umso höher, je mehr Sie einbezahlt haben. Sie können sich nun auch die Sofortrente von bis zu 30 % auszahlen lassen. Das reduziert aber die monatliche Rente. Alles, was der Anbieter Ihnen auszahlt, müssen Sie versteuern.

Sehen wir uns die einzelnen Komponenten an:

Investitionen:

Sie können so viel in die Riester-Rente einzahlen, wie Sie möchten. Viele Riester-Sparer möchten aber nicht mehr einzahlen, als Sie steuerlich absetzen können. Je nachdem, wie viele Zulagen sie dann erhalten, zahlen Sie mehr oder nicht so viel selbst ein. Das erklären wir im Artikel Riester-Rente-Beiträge konkreter. Gehen wir aber von einer Laufzeit von 43 Jahren aus und beachten wir den Steuervorteil nicht weiter, dann machen bereits 20 Euro im Monat enorme Unterschiede aus:

Investitionen / Monat Investitionen / Jahr Gesamtinvestitionen
120 Euro 1.440 Euro 61.920 Euro
140 Euro 1.680 Euro 72.240 Euro
160 Euro 1.920 Euro 82.560 Euro

Wenn hier noch die Zulagen und eventuell Renditen aus einem Fondssparplan hinzukommen, können Sie sehr hohe Kapitalstämme aufbauen. Beachten Sie hinsichtlich der Zulagen aber noch die Mindestsummen:

 

Zulagen:

Zulage Wert
Grundzulage (für alle Erwachsenen) 175 Euro im Jahr
Kinderzulage I (Geburt vor 2008; nur bei Anspruch auf Kindergeld) 185 Euro im Jahr pro Kind
Kinderzulage II (Geburt in oder nach 2008; nur bei Anspruch auf Kindergeld) 300 Euro im Jahr pro Kind
Berufsstarterbonus 200 Euro Abschluss-Bonus

Beispiel: Nehmen wir an, dass Sie heute eine Riester-Rente abschließen und 24 Jahre alt sind. Da Sie bis 67 arbeiten müssen, läuft sie 43 Jahre. Während dieser Zeit bekommen Sie zwei Kinder. So kommen Sie innerhalb der 43 Jahre auf Zulagen von etwa 22.725 Euro. Die Kinderzulagen wurden je 25 Jahre verrechnet, da der Anspruch auf Kindergeld bis maximal zum vollendeten 25. Lebensjahr des Kindes besteht.

Zulage Pro Jahr Jahre Gesamtsumme
Grundzulage 175 Euro 43 Jahre 7.525 Euro
Kinderzulage II 300 Euro x 2 25 Jahre 15.000 Euro
Berufsstarterbonus 200 Euro Nur zum Abschluss 200 Euro
Gesamt: 22.725 Euro

Um die Zulagen zu erhalten, müssen Sie förderberechtigt sein. Das bedeutet, dass Sie „gesetzlich rentenversichert“ sind und mindestens 4 % Ihres Jahresbruttoeinkommens in die Riester-Rente abzüglich Ihrer Zulagen einzahlen. Diese Hürde besteht bis zu einer Höchstsumme von 2.100 Euro inklusive der Zulagen.

Näheres dazu erfahren Sie im Artikel zu den Riester-Zulagen.

Eine Ausnahme davon bildet der Fall, dass Sie mittelbar förderberechtigt sind. Das bedeutet, dass Sie einen Ehepartner haben, der unmittelbar förderberechtigt ist und dadurch ebenso Anrecht auf die staatlichen Zulagen haben, wenn Sie riestern. Auch wenn Sie „freiwillig gesetzlich rentenversichert“ sind, gelten Sie als mittelbar förderberechtigt. Sie müssen dann nur 5 Euro im Monat einzahlen oder 60 Euro im Jahr, um die Zuschüsse zu erhalten. Das betrifft insbesondere Hausfrauen und -männer sowie Selbstständige und Freiberufler.

Steuervorteile:

Sie dürfen pro Jahr bis zu 2.100 Euro inklusive der Zulagen von der Steuer absetzen. Die entsprechende Summe wird dann mit Ihrem persönlichen Steuersatz verrechnet. Je höher Ihr Einkommen ist, desto höher ist auch Ihr Steuersatz. Verdienen Sie beispielsweise 45.000 Euro im Jahr, dann lautet der Steuersatz 36,89 %. Wenn Sie 53.000 Euro verdienen, sind es 40,28 % und verdienen Sie nur 30.000 Euro, dann haben Sie einen Steuersatz von 30,53 %.

Bei der Riester-Rente zieht das Finanzamt von der Steuersatz-Zwischensumme noch die erhaltenen Zulagen ab. Was übrig bleibt, erhalten Sie von der Steuer zurück. Weitere Infos erhalten Sie im Artikel Riester Rente vs. Steuern.

Beispiel:

Beschreibung Summe
Ihr Einkommen: 45.000 Euro
Ihr Steuersatz: 36,89 %
Was Sie von der Steuer absetzen: 2.100 Euro
Zwischensumme laut Steuersatz: 774,69 Euro
Minus Zulagen*: - 175 Euro
Was Sie erstattet bekommen: 599,69 Euro

* Hier nehmen wir an, dass Sie nur die Grundzulage erhalten. Würden Sie auch noch Kinderzulagen erhalten, dann würde das Finanzamt diese ebenfalls abziehen. Unter Umständen kann es sein, dass so kein Steuervorteil mehr besteht. In der Fachsprache oder aus Sicht des Finanzamts ist auch von einer Günstigerprüfung die Rede.

Monatliche Rente:

Grundsätzlich kann man die monatliche Rente erst kurz vor Renteneintritt konkret bestimmen. Denn insbesondere bei einem Riester-Fondssparplan ist nicht vorhersehbar, wie sich die Fonds, ETFs und Indexfonds über die nächsten Jahre oder Jahrzehnte effektiv entwickeln. Zwar kann man mit einer durchschnittlichen Rendite von 5 % im Jahr rechnen und so machen es auch die Rechner. Doch die tatsächliche Rendite und der Kontostand entscheiden, wie hoch Ihre Rente nachher ist. Darüber hinaus ist relevant, ob Sie sich 30 % als Sofortrente auszahlen lassen oder nicht.

Beispiel-Szenarien laut fairriester:

Kontosumme Monatliche Rente*
50.000 Euro 180 Euro
100.000 Euro 360 Euro
200.000 Euro 720 Euro

Nehmen wir nun noch an, dass Sie sich die erlaubten 30 % als Sofortrente auszahlen lassen:

Kontosumme Sofortrente* Monatliche Rente*
50.000 Euro 15.000 Euro 126 Euro
100.000 Euro 30.000 Euro 252 Euro
200.000 Euro 60.000 Euro 504 Euro

* Hinweis: Die erwähnten Summen der Sofortrente und monatlichen Rente sind nicht verbindlich. In diesem Beispiel umfasst der Hinterbliebenenschutz 10 Jahre (Rentengarantiezeit) und die Auszahlung startete mit 67. Die monatliche Rente versteht sich bis ans Lebensende und brutto.

Näheres dazu finden Sie im Artikel Riester-Rente und Auszahlung – inklusive eines Hinweises, wie es sich mit der Steuer bei der Sofortrente verhält.

Steuern im Alter:

Wir bleiben beim Steuerthema – wie viel Steuern müssen Sie als Rentner bezahlen? Da kommt es einmal mehr auf Ihren persönlichen Steuersatz an. Meist ist der unter dem Level Ihres aktuellen Steuersatzes, weil die Rente nicht so hoch wie Ihr aktuelles Einkommen ist. Nun müssen Sie Ihre normale Rente versteuern und auch 100 % dessen, was Sie aus der Riester-Rente herausholen.

Auch dazu schreiben wir beim Riester-Steuer-Artikel mehr – mit Beispielen.

Auszahlbar ist die Riester-Rente indes ab frühestens 62 Jahren, wenn es in oder nach 2012 zum Vertrag kam. Ab 60 Jahren ist sie auszahlbar, wenn der Vertrag von vor 2012 stammt. Es ist aber sinnvoll, die Riester-Rente mit dem persönlichen Rentenbeginn zu verknüpfen und somit noch ein paar Jahre mehr einzuzahlen. So kann die Rente noch etwas höher ausfallen.

Gebühren:

Bei vielen Formen der Riester-Rente und Anbietern entstehen sowohl hohe Abschlusskosten als auch hohe laufende Kosten. Das ist beispielsweise auch ein Grund, weshalb immer mehr Banken den Riester-Banksparplan aus dem Sortiment nahmen. Dort entstanden sowohl beim Abschluss als auch laufend hohe Gebühren, aber kaum Zinsen auf der anderen Seite – unattraktiv also für Sparer.

Auch beim Fondssparplan sollten Sie auf die Gebühren achten. Hier kommt es in erster Linie darauf an, ob die Riester-Rente mit aktiven oder passiven Fonds verbunden ist. Aktive Fonds werden aktiv verwaltet und das ruft höhere Kosten hervor. Durchschnittlich belaufen sich die Kosten solcher Fonds auf 2,26 % im Jahr. Passive Fonds – also ETFs und Indexfonds – bilden bestehende Indizes nach und müssen nicht verwaltet werden. Die Gebühren sind dort also niedrig, bei selber Rendite. Beim fairriester, der ETFs und Indexfonds enthält, belaufen sich die Gebühren auf durchschnittlich nur 0,9 % im Jahr.

Die Gebühren finden Sie meist im Produktinformationsblatt zur Riester-Rente. Hier ein Beispiel, wie sich die verschiedenen Gebühren bei einer Laufzeit von 40 Jahren, Investitionen von 150 Euro monatlich, 175 Euro im Jahr vom Staat und einer Rendite von durchschnittlich 5 % im Jahr auswirken können:

Zeitraum Jahreswert bei der Riester-Rente mit Fondssparplan aus aktiven Fonds Jahreswert bei der Riester-Rente mit Fondssparplan aus passiven ETFs
1. Jahr 2.003,31 Euro 2.018,16 Euro
5. Jahr 10.563,98 Euro 10.944,69 Euro
10. Jahr 22.610,23 Euro 24.300,77 Euro
15. Jahr 36.346,75 Euro 40.599,51 Euro
20. Jahr 52.010,68 Euro 60.489,26 Euro
25. Jahr 69.872,49 Euro 84.761,21 Euro
30. Jahr 90.240,56 Euro 114.380,86 Euro
35. Jahr 113.808,72 Euro 150.526,44 Euro
40. Jahr 139.951,48 Euro 194.635,77 Euro

* Bitte beachten Sie, dass die Zahlen rein hypothetisch sind und keine reale Situation nachbilden. Sie sind nur zur Illustration der Unterschiede da.

Haben Sie Geldbedarf?

Möchten Sie bereits jetzt an das Geld, weil Sie eine höhere Summe brauchen, weil die Gebühren hoch sind oder weil sich Riester für Sie als unpassend herausstellte? Dann können Sie den Vertrag verkaufen und auflösen. Verkaufen bedeutet in diesem Sinne nicht, dass Sie ihn an eine andere Person verkaufen – das funktioniert nicht. Es steht dafür, aus der Riester-Rente auszutreten im Sinne des Rückkaufswerts.

Das ist aber mit Kosten verbunden, da Sie die erhaltenen Zulagen und auch die Steuervorteile zurückzahlen müssen. Seitens des Gesetzes ist von einer „schädlichen Verwendung“ die Rede. Die Riester-Vorteile sind damit verbunden, dass man auch bis zur Rente einzahlt und das Geld als Rente bis ans Lebensende bekommt.

Einen konkreten Kostenfall haben wir für Sie im Artikel Riester-Rente verkaufen berechnet. Wenn Sie die Kosten vermeiden möchten, können Sie alternativ die Riester-Rente ruhen lassen oder den Anbieter wechseln.

Eine Ausnahme von all dem bildet der Wohn-Riester. Für den Bau einer Immobilie ist es erlaubt, Geld aus der Riester-Rente zu entnehmen. Die Riester-Rente wird dann meist in einen Wohn-Riester verwandelt.

Kann man auch für Kinder riestern?

Dass man für seine Kinder eine Zulage für den eigenen Riester-Vertrag erhält, wissen Sie inzwischen. Doch kann man auch für den Nachwuchs riestern, also im Sinne des Sparkontos von Eltern oder Großeltern?

Ja, das funktioniert auch. Bei den meisten Produkten ist es zwar aus mehreren Gründen nicht sinnvoll, doch Fairr hat mit fairriester junior eine besondere Nachwuchs-Variante entwickelt. Wie sich das Produkt auszeichnet und ob es besser als das herkömmliche Sparkonto ist, lesen Sie im Artikel zur Riester-Rente mit und für Kinder(n).

Was passiert mit der Riester-Rente im Todesfall?

Bei einem Rentenprodukt muss man sich natürlich auch mit dem Todesfall auseinandersetzen. Denn der wird früher oder später eintreten und dann sollte insbesondere für die Hinterbliebenen alles vorbereitet sein.

Bei der Riester-Rente kommt es auf 3 Faktoren an:

  1. Tritt der Todesfall vor der Rentenphase oder währenddessen ein?
  2. Ist ein Hinterbliebenenschutz aktiviert?
  3. Gibt es einen Ehepartner oder mindestens ein kindergeldberechtigtes Kind?

Vor der Rentenphase, also während der Ansparphase, kann der Ehepartner das Riester-Konto auf sich transferieren lassen. Dafür braucht es eine eigene Riester-Rente, die man bis zu 12 Monate nach dem Todesfall noch zum Zweck der Transaktion abschließen kann. Die Zulagen bleiben dabei erhalten.

Falls statt des Ehepartners ein Kind vorhanden ist, bekommt das Kind eine Waisenrente. Ist es unter 25 und somit kindergeldberechtigt, dann inklusive der Zuschüsse, die der Elternteil bis zum Tod erhielt. Ist das Kind über 25 und somit nicht mehr kindergeldberechtigt, sind die Zuschüsse und Steuervorteile zurückzuzahlen.

Beim Tod während der Rentenphase kommt es darauf an, ob ein Hinterbliebenenschutz besteht, und zwar in Form der Rentengarantiezeit oder einer Restkapitalabfindung. Wie das dann konkret funktioniert, lesen Sie im Artikel zur Riester-Rente im Todesfall.

Wann ist die Riester-Rente sinnvoll?

Jeder kann riestern. Pauschal kann man die Riester-Rente vor allem für diese Gruppen als sinnvoll bezeichnen:

  • Menschen mit einem durchschnittlichen oder unterdurchschnittlichen Einkommen (man muss nicht so viel investieren, um die Zulagen zu erhalten, die ein schönes Extra sind und man kann ohnehin nicht so viel von der Steuer absetzen)
  • Familien mit vielen Kindern (da insbesondere die beiden Kinderzulagen das Riester-Konto in die Höhe treiben können)
  • Leute, die nur mittelbar förderberechtigt sind (der Staat schenkt 175 Euro im Jahr, wenn man 5 Euro im Monat einzahlt – das kann man mitnehmen)
  • Überdurchschnittlich Verdienende (können die Zulagen mitnehmen und sich einen Steuervorteil sichern, der mit einer zusätzlichen Rürup-Rente erhöht werden kann)

Fazit

Nicht alle Riester-Verträge sind teuer und bürokratisch. Der Fondssparplan fairriester ist zudem alles andere als renditeschwach. Das moderne und online-basierte Produkt macht vieles sehr viel besser als die klassischen Produkte, die ab 2002 auf den Markt kamen. Keinerlei Abschlusskosten, eine attraktive Rendite dank niedriger Gebühren, steuerfreie Gewinne aus den Investments, online verwaltbar, mit allen Vorteilen der Riester-Rente und so weiter. Vor allem aber das, wofür die Riester-Rente steht: Eine sichere und konstante Zusatzrente bis ans Lebensende, die die Rentenlücke schließt.

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