Riester-Rente verkaufen – Rückkaufswert stark reduziert.

„Wir belohnen Sie nur, wenn Sie auch wirklich etwas für Ihr Alter tun – da Sie nun austreten möchten, fordern wir alles zurück.“ – Diese Worte, die direkt vom Gesetz kommen könnten, tun weh. Doch wenn Sie Ihre Riester-Rente verkaufen, sind sie leider Realität. Warum? Das Gesetz sieht vor, dass Sie alle über die Jahre erhaltenen Zuschüsse und Steuervorteile zurückzahlen müssen. Denn wer die Riester-Rente nach ein paar Jahren wieder verkauft, um an das Geld zu kommen, „verwendet sie schädlich“. Was das in Zahlen bedeutet und wie Sie den stark reduzierten Rückkaufswert vermeiden, fassen wir in diesem Artikel zusammen.

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Riester-Rente verkaufen = Riester-Rente kündigen?

Ob Sie nun das Wort Verkaufen nehmen oder das Wort Kündigen – am Ende läuft es auf dasselbe hinaus. Sie lösen die Riester-Rente auf. Und das ist nicht nur mit vielen Formalitäten verbunden, sondern auch mit hohen Kosten. Denn der Staat und das Gesetz stufen den Verkauf oder die Kündigung in der Ansparphase wie auch in der Rente als „schädliche Verwendung“ ein.

Waren Sie förderberechtigt? Das hieße, dass Sie über die Jahre mindestens 154 Euro oder ab 2018 dann 175 Euro im Jahr vom Staat dazu bekommen haben. Außerdem, dass Sie von Steuervorteilen profitiert haben, weil Sie bis zu 2.100 Euro im Jahr von der Steuer absetzen durften. Wenn Sie die Riester-Rente verkaufen – also kündigen und auflösen –, dann revidieren die Behörden all das. Und der Rückkaufswert Ihrer Riester-Rente schrumpft.

Unterm Strich erhalten Sie aber Ihre Investitionen zurück – eventuell noch mit einer Rendite, wenn Sie in einen Riester-Fondssparplan wie beispielsweise den fairriester investiert haben.

Was kann das in Zahlen bedeuten?

Nehmen wir an, Sie haben die Riester-Rente seit dem Jahr 2002, als sie auf den Markt kam. Nun haben wir Ende 2019 und in diesen 18 Jahren wuchs das Konto Jahr für Jahr inklusive der Zuschüsse vom Staat um 2.100 Euro an. Diese Summe setzten Sie auch von der Steuer ab. 2009 wurde noch Ihr Kind geboren und die staatlichen Zuschüsse nahmen zu. Der Einfachheit halber nehmen wir nun an, dass Sie all die Jahre stets ein Einkommen von 41.000 Euro und stets denselben Steuersatz von 35,53 % hatten. Normalerweise verändert sich der Steuersatz jedes Jahr.

Das kommt dabei heraus:

Kontostand: 37.800 Euro
Ihre Investitionen: 31.686 Euro*
Grundzulage vom Staat: 2.814 Euro*
Kinderzulage vom Staat: 3.300 Euro*
Steuervorteile: 7.316,34 Euro**
Was Sie zurückzahlen müssen, wenn Sie die Riester-Rente verkaufen: 13.430,34 Euro
Was als Rückkaufswert überbleibt: 24.369,66 Euro

Sie haben unterm Strich also 31.686 Euro investiert und erhalten nur 24.369,66 Euro als Rückkaufswert zurück, denn die Differenz haben Sie in den Jahren zuvor als Steuervorteil eingenommen. Es lohnt sich also nach diesem Beispiel nicht, nach einem langen Zeitraum die Riester-Rente zu verkaufen. Wie sich diese Zahlen zusammensetzen, erfahren Sie hier.

 

* Wie kommt man auf diese Summen? Sie zahlen immer so viel ein, dass Sie in Summe mit den Zulagen zusammen auf höchstens 2.100 Euro im Jahr kommen. Denn diese Summe können Sie von der Steuer absetzen. Mehr nicht. Die Tabelle unten ist nun in drei Bereiche unterteilt, da sich die Zulagen immer wieder verändern und so auch Ihre Investitionen. Zwischen 2002 und 2008 erhalten Sie nur die Grundzulage von 154 Euro und zahlen selbst dementsprechend mehr ein, um auf 2.100 Euro zu kommen. Zwischen 2009 und 2017 erhalten Sie neben den 154 Euro zusätzlich 300 Euro fürs Kind. Ihre Investitionen sinken dadurch. Und dann wurde 2018 die Grundzulage von 154 Euro auf 175 Euro erhöht. Auch das reduziert Ihre Investitionen.

2002 – 2008 2009 – 2017 2018 – 2019 Gesamt
Gesamt / Jahr 2.100 Euro (x 7) 2.100 Euro (x 9) 2.100 Euro (x 2)
Gesamt 14.700 Euro 18.900 Euro 4.200 Euro 37.800 Euro
davon eigene Investitionen 13.622 Euro 14.814 Euro 3.250 Euro 31.686 Euro
davon Grundzulage 1.078 Euro 1.386 Euro 350 Euro 2.814 Euro
davon Kinderzulage - 2.700 Euro 600 Euro 3.300 Euro

** Wie kommt man auf diese Summe? Wenn Sie jedes Jahr 2.100 Euro steuerlich absetzen und einen Steuersatz von 35,53 % haben, dann entsteht eine Zwischensumme von 746,13 Euro. Von dieser Zwischensumme zieht das Finanzamt die Zulagen des entsprechenden Jahres ab. Die Differenz erhalten Sie zurück, auf Ihr Privatkonto, nicht in die Riester-Rente.

2002 – 2008 = 14.700 Euro x 0,3553 = 5.222,91 Euro minus 1.078 Euro = 4.144,91 Euro.
2009 – 2017 = 18.900 Euro x 0,3553 = 6.715,17 Euro minus 4.086 Euro = 2.629,17 Euro.
2018 – 2019 = 4.200 Euro x 0,3553 = 1.492,26 Euro minus 950 Euro = 542,26 Euro.

Gesamt = 7.316,34 Euro.

Im Netz existieren auch entsprechende Rechner. Wir haben es für Sie etwas greifbarer gemacht.

Kann man Riester auch ohne Kosten verkaufen?

Nein, leider fallen die Kosten stets an. Sie können aber Alternativen zum Verkauf in Betracht ziehen, z.B. können Sie Kosten reduzieren oder den Riester-Vertrag ruhen lassen.

Die Kosten sind beispielsweise vermeidbar, indem Sie den Anbieter wechseln. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie mit dem aktuellen Anbieter und dessen Konditionen unzufrieden sind. Ebenso sind die Kosten vermeidbar, indem Sie die Riester-Rente beitragsfrei stellen oder nur noch ein Minimum einzahlen.

Beachten Sie, dass Sie recht wahrscheinlich keine Zulagen mehr erhalten, wenn Sie den Riester-Vertrag beitragsfrei stellen oder reduzieren. Beachten Sie ferner, dass beim Wechsel der Riester-Rente neue Abschlusskosten entstehen können. Unterm Strich kann sich einer der drei Alternativen als besser für Sie herausstellen, als die Riester-Rente zu verkaufen.

Hinweis: Beim fairriester fallen keine Abschlusskosten an. Zudem werden Wechselkosten, die der alte Anbieter aufruft, bis zu 150 Euro erstattet.

Wenn Sie eine Immobilie bauen oder kaufen möchten, dann ist es ebenfalls erlaubt, Riester kostenfrei aufzulösen und in einen Wohn-Riester zu verwandeln. Der Staat unterstützt das mietfreie Wohnen im Alter.

Näheres hierzu:

Riester-Rente wechseln 
Riester-Rente ruhen lassen / Beitragsfreistellung
Wohn-Riester

Hinweis: Falls Sie den Riester-Vertrag an einen anderen Menschen verkaufen möchten, etwa am Zweitmarkt – das funktioniert nicht. Die Riester-Rente ist nicht auf andere übertragbar, außer im Sinne des Hinterbliebenenschutzes.

Fairr bietet mit dem fairriester eine äußerst kosteneffiziente Riester-Rente, die zudem mit ETFs und Indexfonds verbunden ist. Dadurch können Sie über die Jahre zusätzlich zu den Investitionen und den staatlichen Boni eine attraktive Rendite erzielen. Abschlusskosten entstehen beim fairriester nicht und die laufenden Gebühren umfassen durchschnittlich nur 0,9 % im Jahr.

Das Wesentliche noch einmal in Kürze:

  • Mit Blick auf die beträchtlichen Kosten ist es in den meisten Fällen nicht sinnvoll, die Riester-Rente zu verkaufen.
  • Wenn Sie die Riester-Rente verkaufen, müssen Sie die  Zuschüsse vom Staat sowie die in den Jahren zuvor erzielten Steuervorteile zurückzahlen. Durch diese Kosten kann der Rückkaufswert geringer als erwartet sein, unter Umständen bekommen Sie nicht einmal die vollen Investitionen zurück.
  • Um Kosten zu vermeiden, können Sie die Riester-Rente wechseln, ruhen lassen oder die Investitionen reduzieren.
  • Planen Sie, eine Immobilie zu bauen oder zu kaufen, dann können Sie das Geld aus der Riester-Rente kostenlos entnehmen. Dadurch wandeln Sie Riester in einen Wohn-Riester um. Bei einem Fondssparplan wie dem fairriester ist das aber nicht zu empfehlen.

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