Der Rechner zur Riester-Rente

„Wenn Sie Summe X auf dem Konto haben, erhalten Sie Rente Y.“

Was Sie bei der Riester-Rente monatlich bis ans Lebensende erhalten, entspricht der Summe, die sich zum Rentenbeginn auf Ihrem Riester-Konto angesammelt hat und den Rentenkonditionen. Mit einem Riester-Rechner können Sie verschiedene Situationen durchspielen und ein Gefühl für die potenzielle Rente inklusive Rendite bekommen. Dank der Beitragsgarantie erhalten Sie in jedem Fall mindestens Ihre Investitionen und die Zulagen als monatliche Rente.

Das Wichtigste in Kürze
  • Wichtige Positionen für die Kapitalvergrößerung: Maßgeblichen Einfluss auf die spätere Höhe der Rente haben Ihre Beträge, die Zulagen, die erwirtschaftete Rendite und Rentenkonditionen, die Gesamtlaufzeit und die Gebühren für Ihren Vertrag.
  • Individuelle Berechnung: Sie können Ihre wahrscheinliche Rente mit einem Riester-Rechner selbst berechnen.

Wodurch wird die Renten-relevante Summe auf dem Riester-Konto bestimmt?

In erster Linie sind es fünf Faktoren, die bestimmen, wie hoch Ihre Riester-Rente später ist.

  1. Ihre Investitionen
  2. Staatliche Zulagen (Riester-Förderung)
  3. Rendite und verzinstes Guthaben
  4. Gebühren bei den Produkten
  5. Laufzeit

Neben diesen Hauptfaktoren können noch andere Nebenfaktoren eine Rolle spielen. Hinsichtlich der Rendite wird mit Erfahrungswerten und daraus resultierenden Durchschnittswerten gerechnet.

Wie können sich die einzelnen Faktoren auswirken?

Zunächst sehen wir uns alle Faktoren einzeln mit je drei Beispielen an. Danach bilden wir drei Beispielsituationen, in denen wir die Faktoren miteinander verzahnen.

Investitionen:

Die Investitionen sind noch der einfachste Faktor beim Rechner. Wenn Sie mehr einzahlen, kommt natürlich auch eine höhere Auszahlung zustande. Gehen wir davon aus, dass Sie 40 Jahre in die Riester-Rente einzahlen und dass sich sonst nichts auf die Summe auswirkt:

  • Investieren Sie 100 Euro im Monat in Riester, dann kommen Sie auf 48.000 Euro.
  • Wenn Sie 150 Euro im Monat investieren, dann werden daraus 72.000 Euro.
  • Und zahlen Sie 200 Euro im Monat in Riester ein, kommen Sie auf 96.000 Euro.

Tipp: Wieviel Sie in Riester einzahlen, sollte unter anderem auch die zu erwartende gesetzliche Rente bestimmen. Immerhin ist die Riester-Rente dazu da, die im Alter bestehende Rentenlücke zu schließen. Nutzen Sie einen Rechner, um herauszufinden, wie hoch Ihre Rente in etwa sein wird. Oder machen Sie es manuell: Rechnen Sie etwa 45 % Ihres aktuellen monatlichen Einkommens aus und stocken Sie das Resultat bis auf die Summe auf, die Sie später im Monat erhalten möchten.

Zulagen (Riester-Förderung)

Sofern Sie „gesetzlich rentenversichert“ oder alternativ „mittelbar förderberechtigt“ sind und ausreichend einzahlen, können Sie verschiedene Zulagen vom Staat erhalten. Ausreichende Investitionen werden als 4 % vom Jahresbruttoeinkommen bis höchstens 2.100 Euro inklusive der Zulagen definiert. Das nennt sich Mindesteigenbeitrag. Welche Zulagen Sie erhalten können und wie hoch diese sind, erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Riester-Rente Zulagen. Gehen wir wieder davon aus, dass Sie 40 Jahre in die Riester-Rente einzahlen:

  • 7.000 Euro erhalten Sie definitiv extra.
  • Sie haben bereits ein Kind, das beim Abschluss 13 Jahre alt ist und vor 2008 zur Welt kam – so erhalten Sie zumindest noch 2.220 Euro als Kinderzulage dazu. Die Summe variiert je nach Anzahl der Kinder und nach Alter des Kindes beim Abschluss. Man bekommt die Kinderzulage nur für die Zeit, in der man kindergeldberechtigt ist. Der Anspruch erlischt spätestens, wenn das Kind 25 Jahre alt wird.
  • Sie bekommen während der Ansparphase ein Kind – also nach 2008 – und erhalten eine Zulage von 7.500 Euro.
  • Werden es zwei Kinder, dann verdoppelt sich die Summe auf 15.000 Euro.
  • Waren Sie beim Abschluss selbst unter 25 Jahre alt, dürfen Sie sich über weitere 200 Euro extra freuen.

Diese Summen – je nachdem, welche zutreffen – rechnen Sie einfach auf die Investitionen obendrauf. Zahlen Sie beispielsweise 200 Euro im Monat ein und erhalten Sie die 7.000 Euro sowie die Kinderzulage von 7.500 Euro, dann umfasst Ihr Rentenkapital 110.500 Euro. Bei einem Rentenbeginn mit 67 Jahren würde das schon einmal eine monatliche Auszahlung von 395 Euro hervorrufen.

Tipp: Möchten Sie exakt so viel in Riester einzahlen, wie Sie auch von der Steuer absetzen können? Dann nehmen Sie die Summe von 2.100 Euro und ziehen Sie alle Zulagen davon ab, die Sie erhalten. Die Differenz ist dann Ihre monatliche Investition. Wenn Sie beispielsweise 175 Euro als Grundzulage und dann noch eine Kinderzulage von 300 Euro erhalten, bleiben noch 1.625 Euro. Das entspricht einer Investition von rund 135 Euro monatlich.

Rendite

Bei diesem Punkt wird es spannend. Die Investitionen und die Zulagen lassen sich einfach hochrechnen. Damit ist klar, wie hoch das Rentenkapital nachher sein wird und welche monatliche Rente Sie bekommen. Durch die gesetzlich verpflichtende Beitragsgarantie der Beiträge und Zulagen kann die Fondsauswahl sehr eingeschränkt und die Anlage im Niedrigzinsumfeld konservativ sein. Die Renditechancen von Riester-Verträge können also gering sein.

Die Zulagen wirken sich natürlich auch auf die Rendite aus. Je höher diese sind, desto höher kann am Ende auch das Rentenkapital werden. Doch auch die Gebühren sind relevant.

Gebühren:

Einige Fondssparpläne können aktive Investmentfonds nutzen. Diese sind, weil sie aktiv verwaltet werden, deutlich teurer. Durchschnittlich kann man bei aktiven Investmentfonds mit Gebühren von 2,26 % im Jahr rechnen. In der folgenden Tabelle vergleichen wir diese Kosten mit einem Riester-Sparplan mit passiven ETFs, dessen Gesamtkosten bei 0,9 % p.a. liegen. Bei der Berechnung ziehen wir eine durchschnittliche Rendite von 5 % p.a. heran bei einer Laufzeit von 40 Jahren.

Das wirkt sich auf die Rendite aus*:

Zeitraum Jahreswert bei der Riester-Rente mit Fondssparplan aus aktiven Fonds Jahreswert bei der Riester-Rente mit Fondssparplan aus passiven ETFs
1. Jahr 2.003,31 Euro 2.018,16 Euro
5. Jahr 10.563,98 Euro 10.944,69 Euro
10. Jahr 22.610,23 Euro 24.300,77 Euro
15. Jahr 36.346,75 Euro 40.599,51 Euro
20. Jahr 52.010,68 Euro 60.489,26 Euro
25. Jahr 69.872,49 Euro 84.761,21 Euro
30. Jahr 90.240,56 Euro 114.380,86 Euro
35. Jahr 113.808,72 Euro 150.526,44 Euro
40. Jahr 139.951,48 Euro 194.635,77 Euro

* Risikohinweis: Bitte beachten Sie, dass die Zahlen rein hypothetisch sind und keine reale Situation nachbilden. Sie sind nur zur Illustration da. Der Rechner bezog in diesem Fall Investitionen von 150 Euro im Monat und die Grundzulage von 175 Euro im Jahr ein. Historische und prognostizierte Renditen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

Leider können Anleger von diesem Kostenvorteil keinen Gebrauch mehr machen. Denn aufgrund der Beitragsgarantie müssen Anbieter von Riester-Verträgen ihre ETF-Auswahl einschränken und greifen daher meist zu konservativen Anlagestrategien. Das reduziert die Renditechancen. Viele Anleger haben daher Riester-Verträge mit Fonds aus ihrem Programm genommen. 

Wer ohne Beitragsgarantie und mit freier Fondsauswahl privat vorsorgen möchte, muss sich daher nach einer Alternative umsehen. In diesem Fall kann ein Rürup-Vertrag mit Verzicht auf Beitragsgarantie einen Lösungsansatz bieten. Mit dem ETF Rürup investieren Sie mit freier Fondsauswahl, auf Wunsch mit einer Aktienquote von 100 %, und können jährlich von Steuervorteilen profitieren. Mehr dazu erfahren Sie hier:

Laufzeit

Zum Schluss sehen wir uns noch die Laufzeit an. Bisher sind wir im Rechner immer von einer Laufzeit von 40 Jahren ausgegangen. Aber was passiert, wenn die Laufzeit deutlich kürzer ist, dadurch, dass man die Riester-Rente erst spät abschließt?

Bei den Investitionen und den Zulagen ist der Effekt linear. Wenn Sie 150 Euro im Jahr einzahlen, dann sind das 1.800 Euro im Jahr. Und wenn Sie das nur über einen Zeitraum von 20 statt 40 Jahren machen, zahlen Sie eben nicht 48.000 Euro ein, sondern 24.000 Euro. Dasselbe gilt bei den staatlichen Zulagen.

In der letzten Tabelle ist erkennbar, wo Sie nach wie vielen Jahren stehen. Zahlen Sie etwa nur 20 Jahre in die Riester-Rente ein, dann kommt der Rechner bei diesem Beispiel auf eine Endsumme von nur noch rund 52.000 Euro. Sind es 30 Jahre, dann kommen rund 90.000 Euro heraus.

Fazit

Wer einen laufenden Riester-Vertrag hat und regelmäßig einzahlt, sollte sich für die Berechnung der Riester-Rente an den Anbieter wenden. Wer hingegen mit dem Gedanken spielt, einen neuen Riester-Vertrag abzuschließen, dürfte nach den Berechnungen ernüchtert werden: Aufgrund niedriger Zinsen und Beitragsgarantie sind Riester-Verträge unrentabel geworden. Die meisten Anbieter haben ihr Angebot bereits eingestellt. 

Wer vorsorgen möchte, sollte sich daher nach einer Alternative ohne Beitragsgarantie und mit freier Fondsauswahl umschauen. Der ETF Rürup von Raisin Pension könnte eine Alternative sein.

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