Was passiert mit der Riester-Rente im Todesfall?

Im Todesfall gibt es für die Hinterbliebenen viel zu tun. Was passiert damit mit der Riester-Rente des oder der Verstorbenen? Ist sie vererbbar? Muss man die Riester-Rente auflösen? Wir klären in Kürze auf, worauf Sie hinsichtlich Riester-Rente im Todesfall achten sollten.

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Tod in der Ansparphase oder Tod in der Rentenphase:

Grundsätzlich ist bei der Riester-Rente zwischen dem Tod in der Ansparphase oder dem Tod in der Rentenphase zu unterscheiden. Außerdem ist es relevant, ob der Riester-Sparer verheiratet war oder nicht. Also der Reihe nach:

Was geschieht beim Todesfall in der Ansparphase?

In der Ansparphase lässt sich das Geld auf dem Riester-Konto einfach an den Ehepartner transferieren. Sofern Sie das sind, brauchen Sie selbst ein Riester-Konto, das Sie – falls noch nicht vorhanden – in den nächsten 12 Monaten noch abschließen können. Sie erhalten sowohl die Investitionen des verstorbenen Ehepartners als auch die Zinsen oder Renditen sowie die staatlichen Zulagen. Also alles, was sich auf dem Riester-Konto des Verstorbenen befindet. Daraus entsteht für Sie eine Zusatzrente zu Ihrer gesetzlichen Rente.

Sie können aber Riester-Rente des Verstorbenen auch auflösen, also verkaufen. Das ist aber mit hohen Kosten verbunden, weil man dann die staatlichen Zulagen und auch die Steuervorteile des Verstorbenen in den letzten Jahren zurückzahlen muss. Was das in Zahlen bedeutet, fassen wir im Artikel Riester-Rente verkaufen anschaulich zusammen.

Ist beim Tod in der Ansparphase kein Ehepartner vorhanden, dann kann das Geld noch auf hinterbliebene Kinder transferiert werden. Dann aber nicht in Form einer neuen Riester-Rente, sondern als Waisenrente. Sofern das Kind noch kindergeldberechtigt ist, werden die Zuschüsse des Elternteils noch mit ausbezahlt. Ist das Kind nicht mehr kindergeldberechtigt, dann muss es die Zuschüsse und Steuervorteile zurückzahlen.

Beispiel zur Waisenrente:

Auf dem Riester-Konto befinden sich 35.000 Euro. Der oder die Verstorbene bekam zu Lebzeiten rund 5.500 Euro an Zulagen. Nehmen wir an, dass das Kind 20 Jahre alt und somit noch kindergeldberechtigt ist. Somit werden die 35.000 Euro in den nächsten fünf Jahren als monatliche Rente ausbezahlt, also bis das Kind 25 ist und der Kindergeldanspruch erlischt.  Das sind etwa 583 Euro monatlich. Wäre das Kind beispielsweise 17 Jahre alt, dann würde sich die monatliche Rente reduzieren, da drei Jahre mehr zum Auszahlen vorhanden sind.

Was ist beim Todesfall in der Rentenphase?

Es ist eher unwahrscheinlich, dass beim Todesfall nach Renteneintritt noch ein Kind unter 25 Jahren vorhanden ist. Umso mehr kommt es auf einen vorhandenen Ehepartner an. Und darauf, dass die Riester-Rente einen Hinterbliebenenschutz beinhaltet – im Fall von Riester gibt es eine Rentengarantiezeit oder eine Restkapitalabfindung.

Rentengarantiezeit:

In den meisten Fällen vereinbaren Riester-Sparer eine Rentengarantiezeit von zehn Jahren nach Renteneintritt. Das bedeutet: Stirbt der Sparer in dieser Zeit, dann bekommt der Ehepartner eine Witwenrente bis zum Ende der Garantiezeit. Und zwar in Höhe der Rente, wie sie der Sparer auch erhalten hätte. Stirbt der Ehepartner nach Ablauf der Zeit, dann verfällt das Renten-Konto.

Sofern es sich um einen Riester-Fondssparplan wie den fairriester oder einen Banksparplan handelt, sind die Zulagen sicher. Diese müssen dann nicht zurückbezahlt werden, was bei anderen Formen von Riester üblich wäre.

Beispiel zur Rentengarantiezeit:

Nehmen wir an, es wurde zum Hinterbliebenenschutz eine Garantiezeit von zehn Jahren vereinbart. Der Renteneintritt ist mit 67 Jahren und auf dem Renten-Konto befinden sich dank Fondssparplan etwa 150.000 Euro. Das entspricht – um bei fairriester zu bleiben – einer monatlichen Rente von etwa 500 Euro. Stirbt der Sparer nun mit 70 Jahren, dann bleiben noch sieben Jahre Garantiezeit. In diesen sieben Jahren bekommt der Ehepartner etwa 500 Euro monatlich. Der Rest des Renten-Kontos verfällt nach Ablauf der zehn Jahre.

Restkapitalabfindung:

Bei der Restkapitalabfindung handelt es sich um einen Hinterbliebenenschutz bis ans Lebensende der Erben. Anders als bei der Rentengarantiezeit erhalten die Erben ihre Witwen- oder Waisenrente nicht nur für die verbleibende Zeit eines Zehn-Jahres-Fensters. Das Kapital, das auf dem Renten-Konto noch vorhanden ist (nachdem der oder die Verstorbene bereits einen Teil als Rente bekam), wird dann als Rente bis ans Lebensende ausbezahlt. Wie das funktioniert, wird in einem Beispiel deutlicher:

Beispiel zur Restkapitalabfindung:

Nehmen wir an, dass die verstorbene Person ein Renten-Kapital von 100.000 Euro anhäufte. Bis zum Tod bekam die Person noch zehn Jahre eine Rente von 300 Euro, also insgesamt 36.000 Euro. So befinden sich noch 64.000 Euro auf dem Renten-Konto. Dieser Betrag wird nach individuellem Alter und Lebenserwartung des Hinterbliebenen in eine lebenslange Rente ungewandelt.

Kann man die Riester-Rente verkaufen?

Auflösen oder verkaufen kann man Riester in der Rentenphase nicht mehr. Wenn …

  • kein Hinterbliebenenschutz vereinbart wurde,
  • kein Ehepartner und auch kein Kind vorhanden ist und wenn auch
  • kein alternativer Erbe laut Testament oder Erbfolge existiert, der das Restkapital ohne Zuschüsse und Steuervorteile erhalten würde,

… verfällt das Kapital auf dem Konto und dient solidarisch der Gemeinschaft.

 

Das Wesentliche noch einmal in Kürze:

  • Im Todesfall kommt es für die möglichen Erben einer Riester-Rente darauf an, ob noch die Ansparphase läuft oder ob man schon in der Rentenphase ist. Außerdem ist relevant, ob ein Ehepartner oder mindestens ein Kind mit Anspruch auf Kindergeld vorhanden ist.
  • Im Todesfall während der Ansparphase kann der Ehepartner – falls noch nicht vorhanden – innerhalb von zwölf Monaten eine Riester-Rente abschließen und sich das Kapital des Verstorbenen auf diese transferieren lassen.
  • Falls kein Ehepartner aber ein kindergeldberechtigtes Kind vorhanden ist, kann dieses das Kapital als Waisenrente bis maximal zum vollendeten 25. Lebensjahr erhalten. Besteht kein Anspruch auf Kindergeld mehr, kann das Kind das Geld auch bekommen, aber ohne die Zulagen und Steuervorteile.
  • Stirbt der Riester-Sparer in der Rentenphase und wurde eine Rentengarantiezeit oder Restkapitalabfindung vereinbart, kommt diese – falls noch nicht rum – nun zum Einsatz. Ist kein Hinterbliebenenschutz vereinbart worden, verfällt das Kapital.
  • Man kann Riester auch verkaufen und somit auflösen. Dann muss man aber die Steuervorteile und staatlichen Zulagen zurückzahlen.