Riester-Zulagen bekommt, wer in die Rente einzahlt – und was machen Hausfrauen & -männer ohne Einkommen?

Kein Job, kein Einkommen, kein Riester? Das ist die Frage, die Hausfrauen und -männer sowie insbesondere alleinerziehende Mütter bei der Riester-Rente schneller als erwartet einholt. Denn wer sich voll auf den Haushalt konzentriert und dadurch weder einen Job noch ein Einkommen hat, hat es bei der Riester-Rente schwer. Man kann kaum etwas einzahlen und auch mit den staatlichen Zulagen sieht es spärlich aus. Diese erhält man normalerweise erst, wenn man mindestens 4 % des Jahresbruttoeinkommens einzahlt – bis zur Maximalsumme von 2.100 Euro. Aber: Der Staat hat auch für alle Hausfrauen und -männer einen Ansatz in der Schublade, um etwas für die Rente zu tun. Sie brauchen nur einen zulagenberechtigten Ehepartner.

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Dürfen Hausfrauen und -männer riestern?

Durch die Riester-Zuschüsse bekommt man mindestens 175 Euro im Jahr vom Staat. Bei Kindern mit Geburtsjahr vor 2008 sind es pro Kind weitere 185 Euro. Und für Kinder mit Geburtsjahr ab 2008 kassiert man 300 Euro pro Kind.

Hier könnte nun eine Story wie „Familie bekommt durch Riester mehr als 6.000 Euro vom Staat“ stehen. Das entspricht zwei Erwachsenen und 19 Kindern – unrealistisch? Nein, denn würde Familie Radford aus Großbritannien in Deutschland leben und riestern, wäre dies tatsächlich so. Update: Inzwischen erwarten die Eltern der Großfamilie das Kind Nummer 22.

Bleiben wir aber bei zwei Kindern, dem deutschen Durchschnitt, und nehmen wir an, dass das Geburtsjahr beider Kinder nach 2008 ist. So erhält man 775 Euro im Jahr vom Staat aufs Riester-Konto. Ebenso kommen die Steuervorteile dazu – man kann bis zu 2.100 Euro im Jahr von der Steuer absetzen, wenn man sie in Riester investiert hat.

Das alles funktioniert aber nur, wenn man in die Rente einzahlt, also arbeitet. Nun ist das Problem bei nicht-arbeitenden Hausfrauen und -männern sowie alleinerziehenden Müttern klar. Sie dürfen zwar riestern, aber können sehr wahrscheinlich kaum etwas einzahlen und erhalten nichts vom Staat.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit:

Bleiben die Zulagen Hausfrauen und -männern wirklich verwehrt?

Nein, das bleiben sie nicht. Auch Hausfrauen und -männer können die Zulagen erhalten, wenn sie verheiratet sind und der bereits riesternde Ehepartner zulagenberechtigt ist. Das bedeutet, dass die Ehe entscheidet und dass für Ehepaare eine Ausnahme besteht.

Riestert einer der beiden Ehepartner und ist dieser zulagenberechtigt, dann kann der andere Ehepartner ebenso 100 % profitieren, ohne zulagenberechtigt sein zu müssen. Oder auf Deutsch: Sie bekommen etwas vom Staat, auch wenn Sie nicht arbeiten und nichts in die Rente einzahlen. Dafür braucht es nur 5 Euro im Monat oder 60 Euro im Jahr, die Sie in Riester investieren müssen. Diese Summe nennt man Mindesteigenbeitrag.

Alleinerziehende Mütter ohne Ehepartner, das sind immerhin 2,17 Millionen in Deutschland, haben es leider so schwer wie vorher. Hier trifft auch die Ausnahme nicht mehr zu. Die Zulagen können Sie nur innerhalb der ersten drei Jahre nach der Geburt Ihres Kindes beziehen. Das ist die Kindererziehungszeit, die der Staat auf die Rente anrechnet. Auch hier müssen Sie mindestens 5 Euro im Monat einzahlen.

Nach Ablauf der drei Jahre brauchen Alleinerziehende einen Job – und wenn es unter Umständen nur ein 450-Euro-Job ist. Die Behörde achtet nicht darauf, wieviel Sie verdienen, sondern darauf, ob Sie etwas in die Rente einzahlen – und zwar 3,7 % des Bruttos nach Gesetz. Tatsächlich kann man sich von der Pflicht freistellen lassen, um mehr im Portemonnaie zu haben. Und das tun 82,5 % der Minijobber auch. Wer aber die Riester-Zulagen erhalten möchte, muss die 3,7 % in die Rente in Kauf nehmen.

Nur eine Sache bei all dem noch offen:

Lohnt sich die Riester-Rente für Hausfrauen und -männer?

Ob sich etwas lohnt oder nicht lohnt, kann man nicht pauschal definieren. So ist es auch bei der Riester-Rente für Hausfrauen und -männer. Durch die überschaubaren Investitionen kommt selbst über die Jahre keine besonders hohe Summe zustande und der Rentenbonus im Alter hält sich somit in Grenzen. Es kommt aber auch auf das Produkt an. Entscheiden Sie sich etwa für einen sicheren Riester-Fondssparplan mit beispielsweise 5 % Rendite – so wie etwa den fairriester –, dann kann mehr drin sein.

Die Steuervorteile sind für Hausfrauen und -männer trotzdem nicht wirklich existent. Wenn Sie kaum etwas einzahlen, können Sie auch kaum etwas absetzen. Und das, was Sie absetzen, wirkt sich wahrscheinlich nicht sonderlich aus. Der Grund ist, dass die Finanzämter die erhaltenen Zulagen von der zurückzuzahlenden Summe abziehen. Näheres dazu finden Sie im Artikel zur Riester-Rente und der Steuer.

Ob es sich für Sie trotzdem lohnt oder nicht, entscheiden Sie.

Das Wesentliche noch einmal in Kürze:

  • Sie dürfen auch als Hausfrau oder -mann riestern und erhalten die Zulagen, wenn der Ehepartner riestert und zu 100 % zulagenberechtigt ist. Das ist er indes, wenn er mindestens 4 % seines Jahresbruttoeinkommens bis hin zur Höchstsumme von 2.100 Euro einschließlich der Zuschüsse in Riester einzahlt.
  • In dem Fall müssen Sie nur den Mindesteigenbeitrag von 5 Euro im Monat oder 60 Euro im Jahr einzahlen. Die 4 % des Jahresbruttoeinkommens zählen bei Ihnen nicht.
  • Alleinerziehende Mütter ohne Ehepartner haben schlechte Karten – der Staat fördert sie hinsichtlich Riester nur innerhalb der Kindererziehungszeit. Danach müssen sie sich mindestens einen 450-Euro-Job suchen und 3,7 % des Bruttos in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.
  • Die Rendite und die Steuervorteile – wenn vorhanden – sind bei kleinen Investitionen wahrscheinlich nicht bemerkenswert, aber immerhin tun Sie etwas für das Alter.

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