Wie Sie Ihre Riester-Rente ruhen lassen und wann man sie auflösen kann:

Vielleicht sind Sie momentan etwas knapp bei Kasse und können kein weiteres Geld in die Riester-Rente einzahlen. Vielleicht möchten Sie aber auch aus Ihrem Riester-Vertrag herauskommen, weil sich Ihre Pläne und Bedürfnisse verändert haben. Dann stehen zunächst mal zwei Alternativen im Raum – Sie können Ihre Riester-Rente ruhen lassen oder Sie lösen sie auf. Wir beschreiben anschaulich anhand von Beispielen,

  • warum es sich lohnen kann, die Riester-Rente ruhen zu lassen statt sie aufzulösen,
  • welche Alternativen Ihnen noch zur Verfügung stehen
  • was Sie tun müssen, wenn Sie nichts mehr einzahlen möchten

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Warum kann das Auflösen der Riester-Rente in den meisten Fällen mit Nachteilen verbunden sein?

Sprechen wir zunächst über das Kündigen und Auflösen der Riester-Rente. Beim Blick auf das Riester-Konto hatten Sie sicher schon mal den Gedanken, wie schön es wäre, das Geld jetzt schon zu haben. Der Gedanke kommt vor allem dann, wenn das Geld zwischenzeitlich mal nicht so locker sitzt. Sie können sich die Riester-Rente erst ab frühestens 60 bis 62 Jahren auszahlen lassen – je nach Abschlussdatum der Riester-Rente vor oder nach 2012.

Doch denken Sie auch an die Konsequenzen.

Was passiert, wenn sich Sparer das Geld tatsächlich vorab auszahlen lassen?

  1. Sie haben nachher keine zusätzliche Rente mehr.
  2. Sie erhalten in Zukunft keine staatlichen Zulagen mehr.
  3. Sie müssen die bisher erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen und erhalten nur einen Bruchteil dessen, was auf dem Rentenkonto vorhanden ist. In der Fachsprache spricht man auch von einem verminderten Rückkaufswert.

Insbesondere der letzte Punkt braucht Ihre Aufmerksamkeit. Wenn Sie beispielsweise 25 Jahre in die Riester-Rente investiert haben und nur den Erwachsenenzuschuss erhalten haben, kommen Sie auf eine hohe zurückzuzahlende Summe.

Bis zum Jahr 2018 umfasste der Zuschuss 154 Euro (23 Zulagen), im Jahr 2018 wurde er auf 175 Euro erhöht (2 weitere Zulagen). Das bedeutet, dass Sie insgesamt 3.892 Euro erhalten haben und diese zurückzahlen müssten. Und nehmen wir ferner an, dass Sie 2008 ein Kind bekommen haben, dann hätten Sie 12 Jahre lang 300 Euro pro Jahr erhalten, also 3.600 Euro. Die zurückzuzahlende Summe also auf 7.492 Euro erhöhen. Hätten Sie beispielsweise 50.000 Euro auf dem Riester-Konto, dann würde Ihnen der Anbieter nur rund 42.500 Euro auszahlen.

Ebenso teuer sieht es aus, wenn Sie den Anbieter wechseln. Dann müssen Sie zwar die Zuschüsse nicht zurückzahlen, aber der neue Anbieter ruft Gebühren für den Abschluss auf. Näheres dazu lesen Sie im ausführlichen Artikel, wie Sie die Riester-Rente wechseln. Bei fairriester fallen keine Abschlusskosten an, hier haben Sie also nichts zu befürchten.

Riester-Rente ruhen lassen: So funktioniert’s

Alternativ können Sie es auch so machen, dass Sie beim aktuellen Anbieter nichts mehr einzahlen, sich aber auch nichts auszahlen lassen. Das trifft momentan auf jede fünfte von 16,5 Millionen existenten Riester-Renten in Deutschland zu. Fachlich spricht man auch davon, die Riester-Rente „beitragsfrei zu stellen“. Das funktioniert entweder im Pausenmodus oder im Dauermodus. Sie entscheiden also, ob Sie die Riester-Rente bis zur wirklichen Rente ruhen lassen oder ob Sie nach ein paar Monaten wieder investieren.

Wenn Sie die Riester-Rente beitragsfrei stellen, erhalten Sie für den entsprechenden Zeitraum keine staatlichen Zuschüsse. Das versteht sich von selbst, denn mit den Zuschüssen möchte der Staat aktiv riesternde Sparer belohnen. Wer nichts mehr einzahlt, wird auch nicht mehr belohnt. Auf der anderen Seite – und das ist der wesentliche Punkt – behalten Sie alle Zulagen, die Sie bis dato bekamen. Sie müssen nichts zurückzahlen.

Ferner kann es bei mit Fonds oder ETFs verbundenen Riester-Renten sein, dass Sie weiterhin vom Zinseszinseffekt profitieren. Das bedeutet, dass sich das Geld weiterhin vermehrt, ohne dass Sie aktiv etwas dafür tun.

Bild zeigt die drei Schichten der Altersvorsorge in DeutschlandBild zeigt die drei Schichten der Altersvorsorge in DeutschlandBild zeigt die drei Schichten der Altersvorsorge in Deutschland

Kann man Riester auch einfach reduzieren?

Sie möchten nicht mehr voll einzahlen – aber die Riester-Rente auch nicht ruhen lassen. Welche Alternative bleibt? Natürlich können Sie Ihre Investitionen auch einfach reduzieren. So läuft die Riester-Rente weiter wie bisher, aber Sie zahlen nur noch ein monatliches Minimum ein. Das können beispielsweise 25 bis 50 Euro sein.

Noch zwei Punkte hinsichtlich der Steuervorteile und der Zuschüsse müssen Sie bedenken:

Sie haben weiterhin die Steuervorteile, da Sie auch die kleineren Investitionen von der Steuer absetzen können. Die Grenze befindet sich bei 2.100 Euro im Jahr. Jedoch verrechnet das Finanzamt die erstattbare Summe noch mit den erhaltenen Zuschüssen. Die fallen um so niedriger aus, wenn Sie die Beiträge senken.

Und zu den Zuschüssen selbst müssen Sie bedenken, dass Sie diese nur dann in voller Höhe erhalten, wenn Sie 4 % Ihres Jahresbruttoeinkommens oder maximal 2.100 Euro einzahlen. Wenn Sie die 4-%-Hürde nicht erreichen, müssen Sie auf die Zulagen verzichten oder sie werden deutlich reduziert. Das sieht das Gesetz so vor.

Mit Blick auf die hohen Kosten beim Auflösen und auf die später fehlende Rente ist das ein ordentlicher Kompromiss.

Damit bleibt nur noch eine Unklarheit:

Wie können Sie Ihre Riester-Rente konkret beitragsfrei stellen oder die monatlichen Investitionen reduzieren?

Es braucht praktisch nur einen von Ihnen unterschriebenen Zweizeiler, den Sie Ihrem Riester-Anbieter zukommen lassen. Informieren Sie sich unter Umständen vorab beim Anbieter, auf welche Mindestsumme Sie reduzieren können und ob er einen Maximalzeitraum für die Pause vorschreibt.

Normalerweise – insbesondere bei fairriester – sind Sie hinsichtlich dessen flexibel. Sie müssen keine monatlichen Mindestinvestitionen leisten.

Und was muss in dem Dokument stehen?

Betreff: „[ Beitragsfreistellung / Reduktion ] meiner Riester-Rente mit der Nummer [ … ]“.

Inhalt:

  1. Dass Sie Ihre Riester-Rente mit der entsprechenden Nummer beitragsfrei stellen oder auf die Summe [ … ] Euro pro Monat reduzieren möchten. Und zwar idealerweise zu der als nächstes kommenden Lastschrift seitens des Anbieters.
  2. Dass Sie den momentanen und offiziellen Wert Ihres Riester-Kontos erfahren möchten. Bei fairriester können Sie diesen auch online einsehen.
  3. Dass Sie sich der Konsequenzen bewusst sind und deshalb von Rückwerbeversuchen seitens des Anbieters absehen und er diese unterlassen soll.
  4. Dass Sie innerhalb der nächsten zwei Wochen um Antwort bitten.

Und damit kommen wir zum Schluss noch zu einem Sonderfall:

Sie können Ihre Riester-Rente normalerweise nicht ohne teure Konsequenzen auflösen – wenn Sie eine Immobilie finanzieren möchten, schon.

Der Sonderfall nennt sich Wohn-Riester. Diese Art von Riester können Sie sofort abschließen oder Sie nutzen eine normale Riester-Rente und funktionieren sie um. Um eine Immobilie zu finanzieren, ist es erlaubt, eine bestehende Riester-Rente aufzulösen, ohne dabei die Zuschüsse zurückzahlen zu müssen.

Der Grund ist, dass der Staat es unterstützt, wenn Sparer daran arbeiten, im Alter mietfrei wohnen zu können. So handelt es sich beim Wohn-Riester quasi um einen staatlich förderbaren Immobilienkredit. Wie das im Einzelnen funktioniert, erklären wir im ausführlichen Artikel zum Wohn-Riester.

Das Wesentliche noch einmal in Kürze:

  • Die Riester-Rente aufzulösen, lohnt sich meist nicht, weil man die Zulagen zurückzahlen muss und der Rückkaufswert entsprechend reduziert ist. Die Riester-Rente ruhen zu lassen oder auf ein Minimum zu reduzieren, ist hinsichtlich der „Kosten“ die bessere Idee.
  • Dabei ist zu bedenken, dass man durch das Pausieren oder Reduzieren keine Zuschüsse mehr bekommt oder dass diese vermindert sein können. Auch die Steuervorteile können dadurch ausfallen.
  • Wenn Sie das Geld brauchen, um eine Immobilie zu finanzieren, können Sie die bestehende Riester-Rente in einen Wohn-Riester umwandeln. So bleiben die Zulagen erhalten und Sie können sich alles Geld auszahlen lassen, um es für die Finanzierung der Immobilie zu verwenden.

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