Riester-Rente: Einzahlungen, staatlichen Zulagen und Steuern sparen – die Fakten zur Riester-Förderung im Überblick:

Wenn Sie eine Riester-Rente abschließen und förderberechtigt sind, wird der Staat Sie mit mindestens 175 Euro fördern. Sie erhalten einmal im Jahr eine Grundzulage sowie eine Kinderzulage für alle Kinder, die Sie haben. Außerdem können Sie die Investitionen von der Steuer absetzen. Wie hoch sind die Zuschüsse? Wieviel müssen Sie einzahlen, um sie zu erhalten? Wieviel können Sie von der Steuer absetzen? Und wie sieht das mit den Zuschüssen bei Ehepaaren aus? WeltSparen liefert leicht verständliche Antworten. Sie haben danach Interesse an der Riester-Rente? Sehen Sie sich unser Produkt fairriester an.

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Wie hoch sind die Zuschüsse?

In der Überschrift schrieben wir, dass Sie mindestens 175 Euro zu Ihren Einzahlungen dazu erhalten. Das ist die Grundzulage für Erwachsene.

Falls Sie Kinder haben, erhalten Sie weitere Zulagen pro Kind. Genauer sind das 185 Euro für Kinder mit Geburtsdatum vor dem Jahr 2008 und 300 Euro für Kinder mit Geburtsdatum ab dem Jahr 2008. Die Kinderzulage ist an das Kindergeld gebunden und Sie erhalten diese, solange Sie auch das Kindergeld erhalten. Maximal jedoch bis zum 25. Lebensjahr des Kindes.

Sofern Sie selbst unter 25 Jahre alt sind und zum Berufsstart eine Riester-Rente abschließen, erhalten Sie noch einmal einen 200-Euro-Bonus extra.

Die Zuschüsse bekommt man unabhängig davon,  für welchen Riestervertrag man sich auch entscheidet. Bei der Rendite gibt es hingegen Unterschiede. Bei fairriester können Sie beispielsweise über die Zuschüsse hinaus noch hohe Renditen aus kosteneffizienten ETFs und Indexfonds erzielen. Ihre Rente ist trotz der Investitionen sicher.

Man muss die Zulagen bei der Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) beantragen, um sie ausbezahlt zu bekommen. Das übernimmt aber der Anbieter der Riester-Rente für Sie. Bei ihm melden Sie sich auch, wenn Sie etwa ein Kind bekommen haben und damit in Zukunft ein Recht auf höhere Zuschüsse haben.

Beispiele*:

  • Ein 21 Jahre alter und noch allein lebender Azubi erhält 375 Euro im ersten Jahr und danach immer 175 Euro im Jahr.
  • Eine 30 Jahre alte Frau ohne Kinder erhält 175 Euro im Jahr extra.
  • Die Mutter eines Kindes mit Geburtsjahr vor 2008 bekommt 360 Euro im Jahr.
  • Die Mutter zweier Kinder mit Geburtsjahr nach 2008 erhält 775 Euro im Jahr.

* Wir nehmen an, dass die Personen in allen vier Szenarien angestellt und / oder förderberechtigt sind.

Wieviel müssen Sie einzahlen, um die Zuschüsse zu bekommen?

Man spricht hier vom Mindesteigenbetrag. Das Gesetz sieht vor, dass Sie mindestens 4 % Ihres Jahresbruttoeinkommens in die Riester-Rente investieren müssen, um die vollen Zulagen zu erhalten. Investieren Sie unter 4 % des Bruttoeinkommens, dann müssen Sie mit reduzierten Zuschüssen rechnen. Die 4 % zählen nur bis zu der Grenze von 2.100 Euro. Sie können über diese Grenze hinaus einzahlen, müssen es aber nicht.

Hinweis: Die Riester-Rente lohnt sich auch dann, wenn Sie die Mindestinvestitionen von 4 % überschreiten, Sie sichern sich dann nicht nur die vollen Zulagen, sondern können abhängig von Ihrem Bruttoeinkommen Ihren Steuervorteil maximieren (mehr dazu weiter unten).

Das Schöne ist, dass in den 4 % die staatlichen Zulagen enthalten sind. Effektiv müssen Sie also immer unter 4 % des Bruttoeinkommens investieren. Es sei denn, Sie verdienen ausreichend und möchten mehr in die Riester-Rente einzahlen. Das kann in der Auszahlphase eine höhere Rente hervorrufen, wobei die Zuschüsse identisch bleiben.

Mehr als 2.100 Euro im Jahr sollten die Investitionen und die Zulagen aber nicht ausmachen. Mit den 4 % hat das nichts zu tun. Sondern eher damit, dass Sie die Summe nur bis zu dieser Grenze von der Steuer absetzen können. Dazu weiter unten mehr.

Beispiele:

  • Ein Mann ohne Kinder verdient 33.000 Euro brutto im Jahr und muss demnach 1.320 Euro im Jahr in Riester investieren. Er bekommt einen Zuschuss von 175 Euro. Effektiv einzahlen muss er also nur 1.145 Euro – das sind rund 95 Euro im Monat. Mit diesem Bruttoeinkommen wäre es auch denkbar, mehr einzuzahlen und die steuerliche 2.100 Euro-Grenze auszunutzen.
  • Eine Frau mit einem Kind vor 2008 und einem Kind nach 2008 verdient 21.000 Euro brutto im Jahr. Sie muss demnach 840 Euro in Riester investieren. Durch die beiden Kinder erhält Sie Zuschüsse von 660 Euro und muss nur 180 Euro pro Jahr effektiv einzahlen. Das sind 15 Euro im Monat. Hier kann es sich trotz des Einkommens lohnen, die monatliche Rate etwas aufzustocken.

Wie fördert der Staat riesternde Ehepaare?

Bei Familien sieht die Riester-Förderung noch einmal etwas anders aus als bei riesternden Einzelpersonen. Beide Ehepartner können riestern, wenn sie möchten. So erhöht sich die maximal von der Steuer absetzbare Summe auf 4.200 Euro und beide erhalten die Grundzulage für Erwachsene. Die Kinderzulage bekommt die Familie aber nur einmal. Versehentlich doppelt ausbezahlte Kinderzuschüsse müssen zurücküberwiesen werden.

Eine Sondersituation besteht, wenn ein Ehepartner nicht-pflichtversichert ist. Das ist etwa dann so, wenn der Ehepartner als Freiberufler arbeitet und kein klassischer Arbeitnehmer ist. Normalerweise kann man mit diesem Status keine Riester-Rente abschließen.

Doch wenn der andere Ehepartner (beispielsweise als Arbeitnehmer) unmittelbar zulageberechtigt ist und die vollen Riester-Zulagen erhält, ist es erlaubt. Der nicht-pflichtversicherte Ehepartner muss dann nur 60 Euro im Jahr selbst einzahlen und bekommt trotzdem den vollen Erwachsenen-Zuschuss. Zu beachten ist, dass die von der Steuer absetzbare Summe dann nur 2.160 Euro umfasst.

Wieviel kann man bei der Riester-Rente steuerlich absetzen?

Bei der Riester-Rente wartet ein Steuervorteil auf Sie, der mindestens so attraktiv sein kann wie die staatlichen Zulagen. Sie können Investitionen inklusive der Zuschüsse von bis zu 2.100 Euro oder bei Ehepaaren 4.200 Euro steuerlich absetzen. Dazu nutzen Sie die Anlage AV, wenn Sie Ihre Steuererklärung machen. Die Summe wird dann mit Ihrem persönlichen und durch das Jahreseinkommen bestimmten Steuersatz verrechnet.

Das Finanzamt verrechnet die zurückzuzahlende Summe noch mit den Zuschüssen, die Sie erhalten haben. Diese werden von der Summe subtrahiert. Das hat den Grund, dass Sie die Zulagen seitens des Staates nicht „zweimal erhalten“ sollen. Sie sind steuerlich nicht absetzbar, weil Sie sie nicht aus Ihrem Einkommen finanziert haben.

Dadurch kann es sein, dass Geringverdiener nichts von der Steuer absetzen können, weil die Zulagen höher waren als das, was Sie zurückerhalten würden.

Beispiele:

  • Unterdurchschnittliches Gehalt und keine Kinder:
    Sie haben ein Jahresbruttoeinkommen von 21.000 Euro und damit einen Steuersatz von rund 27 %. Sie konnten nicht mehr als 1.100 Euro in Riester im Jahr investieren, davon waren 175 Euro die staatliche Grundzulage. Das Finanzamt berechnet Ihren Steuersatz auf die Investitionssumme, das wären 297 Euro. Da das Amt aber nun noch die erhaltenen Zulagen von der Summe abzieht, verbleiben 122 Euro, die Sie tatsächlich aufs Konto zurücküberwiesen bekommen.
  • Durchschnittliches Gehalt und keine Kinder:
    Sie erzielen ein Jahresbruttoeinkommen von 28.000 Euro und haben keine Kinder. Sie investierten 1.600 Euro in die Riester-Rente. Davon waren 175 Euro Zuschüsse. Ihr Steuersatz umfasst rund 30 %. Verrechnet man die investierten 1.600 Euro mit dem Steuersatz von 30 %, ergibt das 480 Euro. Davon zieht das Finanzamt aber wieder die 175 Euro vom Staat ab und es verbleiben 305 Euro, die Ihnen das Finanzamt tatsächlich überweist.
  • Durchschnittliches Gehalt und Kinder:
    Sie konnten ein Jahresbruttoeinkommen von 33.000 Euro erzielen und haben zwei Kinder, mit Geburtsjahr einmal vor und einmal nach 2008. Sie haben die vollen 2.100 Euro investiert, wovon 660 Euro Zulagen waren. Dem Einkommen nach umfasst Ihr Steuersatz rund 32 %. Der Anteil von 2.100 Euro beträgt  672 Euro. Die Zuschüsse waren mit 660 Euro aber recht hoch und da das Finanzamt sie abziehen muss, erhalten Sie effektiv etwa 12 Euro zurück.
  • Überdurchschnittliches Gehalt und Kinder:
    Sie verdienten ein Jahresbruttoeinkommen von 55.000 Euro und haben ein Kind mit Geburtsjahr vor 2008. Weil Ihr Einkommen es erlaubte, haben Sie 3.000 Euro in die Riester-Rente investiert. Davon waren 360 Euro Zuschüsse (175 Euro Grundzulage + 185 Euro für das Kind). Leider dürfen Sie nur 2.100 Euro steuerlich absetzen. Bei Ihrem Einkommen haben Sie einen Steuersatz von rund 41,5 %. Das Finanzamt berechnet auch hier den Steuersatz von der Investitionssumme, also 871,50 Euro. Mit den Zuschüssen verrechnet, erhalten Sie schließlich etwa 511,50 Euro tatsächlich zurück.

Sie sind Großverdiener und möchten höhere Beträge steuerlich absetzen? In diesem Fall kann sich die Rürup-Rente mehr lohnen. Dort können Sie bis zu 24.305 Euro Ihrer Investitionen und davon 88 % im Jahr 2019 oder 90 % im Jahr 2020 steuerlich absetzen. Staatliche Zulagen wie beim Riestern erhalten Sie bei der Rürup-Rente aber nicht.

Fairr bietet mit fairrürup das passende Pendant zu fairriester an.

Wer hat überhaupt Anspruch auf Riester-Förderung?

Prinzipiell dürfen alle riestern. Sie also auch. Um aber tatsächlich von allen Vorteilen der Riester-Förderung zu profitieren, müssen Sie pflichtversichert sein und zu einer dieser Gruppen zählen:

  • Arbeitnehmer (Vollzeit wie auch Teilzeit)
  • Pflichtversicherte, die keine Arbeitnehmer sind (beispielsweise manche Freiberufler)
  • Eheleute, wenn beide pflichtversichert sind oder wenn einer von beiden schon riestert und das Recht auf die vollen Zuschüsse hat
  • Beamte
  • Richter
  • Berufs- und Zeitsoldaten
  • Auszubildende
  • Erziehende (mit Kindererziehungszeiten)
  • Arbeitslose mit ALG I oder ALG II

Nicht-Pflichtversicherte haben die Wahl, ob sie in die normale Rente einzahlen oder nicht. Sie dürfen zwar riestern, haben aber kein Recht auf die Riester-Förderung.

Fazit

Riester ist vor allem für diejenigen eine Maßnahme zur Altersvorsorge, die ein unterdurchschnittliches bis durchschnittliches Gehalt haben und ihre später einmal überschaubare Rente aufbessern möchten. Die Investitionen werden durch den Staat teils hoch bezuschusst, vor allem bei kinderreichen Familien. Und je nach der Höhe der Investitionen und Zuschüsse ist eventuell auch noch ein attraktiver Steuervorteil drin.

Aber auch für besserverdienende Beamte und Arbeitnehmer ist Riester die passende Maßnahme, da Zulagen und Steuervorteile genutzt werden können. Ebenso beispielsweise für Freiberufler – auch wenn es hier sein kann, dass der Staat die Riester-Rente nicht fördert.

Das System wurde von Walter Riester als Antwort auf die Rentenreformen von 2001 entwickelt. Damals sank das erwartbare Rentenniveau für Arbeitnehmer und es brauchte eine Lösung, mit der man es wieder anheben kann.

Die Zulagen sind beim Riestern ein klarer Vorteil, aber auch die steuerliche Absetzbarkeit der Riester-Beiträge ist nicht zu unterschätzen. Großverdiener, die noch höhere Beträge von der Steuer absetzen möchten, könnten mit Rürup besser bedient sein. Auch ist zu beachten, dass die Rente später einmal mit dem persönlichen Steuersatz zu 100 % versteuert werden muss. Näheres dazu erfahren Sie beim Thema, wie Sie sich die Riester-Rente auszahlen lassen können.