Bedeutet „bausparen mit Riester“ auch „Steuern sparen mit Riester“?

Wenn Sie bausparen, ist das normalerweise nicht mit Steuervorteilen verbunden. Bei der Riester-Rente oder besser beim Riester-Bausparvertrag schon. Tatsächlich können Sie auch hier, wie es bei Riester üblich ist, eine Summe von bis zu 2.100 Euro im Jahr von der Steuer absetzen. Demnach: Ja, „bausparen mit Riester“ bedeutet auch „Steuern sparen mit Riester“. Dazu müssen Sie aber unmittelbar förderberechtigt sein und auch die staatlichen Zulagen bekommen. Was der Steuervorteil im Endeffekt für Sie bedeutet, erfahren Sie bei uns.

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Was war ein Riester-Bausparvertrag nochmal?

Kurzer Exkurs, bevor wir uns den Zahlen zuwenden:

Generell handelt es sich bei einem Bausparvertrag um eine Kombination aus verzinstem Sparplan und preiswertem Immobilienkredit. Mit einer Bausparkasse vereinbaren Sie eine Bausparsumme und eine Spar-Laufzeit.

Sobald Sie innerhalb der Laufzeit etwa 30 % bis 50 % der Summe erreicht und die mindeste Bewertungspunktzahl haben, wird der Bausparvertrag zuteilungsreif. Das bedeutet, dass Sie nun einen Immobilienkredit über die Restsumme zu einem schon beim Abschluss fest definierten Zins aufnehmen dürfen. Der Zins steht unter Garantie, auch dann, wenn die marktüblichen Zinsen inzwischen wieder deutlich höher sind. In Deutschland nutzen Stand 2018 etwa 27 Millionen Menschen diese Kombination.

Beim Riester-Bausparvertrag wird die Kombi durch die Vorteile der Riester-Rente erweitert. Das bedeutet in erster Linie, dass der Staat Jahr für Jahr etwas mit einbezahlt und dass die Investitionen steuerlich absetzbar werden. Das funktioniert im Rahmen von Wohn-Riester mit einem Wohnförderkonto. Der Wohn-Riester wurde speziell dafür entwickelt, um Immobilienwünsche zu fördern und das mietfreie Wohnen im Alter zu erleichtern. Näheres zur Funktionsweise des Riester-Bausparens erfahren Sie im Artikel zum Riester-Bausparvertrag.

Eins noch vorab: Ein Wohn-Riester lohnt sich meist nur dann, wenn Sie auch wirklich in absehbarer Zeit eine Immobilie bauen oder kaufen möchten. Denn Bausparverträge mit Riester rufen normalerweise hohe Abschlusskosten und im Verhältnis zu den Guthabenzinsen auch hohe laufende Kosten hervor.

Tipp: Beim normalen Bausparvertrag ohne Riester können Sie unter Umständen die Wohnungsbauprämie erhalten. Diese umfasst zwar nur höchstens 45 Euro pro Person im Jahr und man bekommt sie nur bis zu einem Jahreseinkommen von 25.600 Euro brutto, aber immerhin bleiben die Hände nicht leer. Ehepaaren erhalten die doppelten Werte.

Wann darf man den Riester-Bausparvertrag von der Steuer absetzen?

Sie dürfen den Bausparvertrag mit Riester bereits ab dem ersten Jahr in der Steuererklärung angeben und sich die Investitionen „zurückholen“. Natürlich erhalten Sie nicht die vollen Investitionen zurück, sondern nur einen Bruchteil:

  1. Sie setzen 2.100 Euro steuerlich ab.
  2. Dann haben Sie laut Ihres Einkommens vielleicht einen Steuersatz von 32 %. Das Finanzamt bildet also eine Zwischensumme von 32 % der 2.100 Euro.
  3. Von dieser Zwischensumme zieht das Finanzamt dann die erhaltenen Zuschüsse ab.
  4. Was nun unterm Strich steht, erhalten Sie zurück.

Sie dürfen also nur etwas von der Steuer absetzen, wenn Sie auch die Zulagen vom Staat erhalten haben. Dafür müssen Sie wiederum „gesetzlich rentenversichert“ sein sowie mindestens 4 % Ihres Jahresbruttoeinkommens in den Bausparvertrag einzahlen. Die 4-Prozent-Hürde zählt bis zu der bereits bekannten Höchstsumme von 2.100 Euro im Jahr. Näheres zu den Zulagen erfahren Sie im Artikel zur Riester-Förderung.

Wie viel bekommt man über die Steuererklärung zurück?

Beispiel: 

Nehmen wir an, dass Sie 45.000 Euro brutto im Jahr verdienen. Dadurch haben Sie im Jahr 2019 einen Steuersatz von 37,26 %.

Im Rahmen von Riester bekommen Sie die Grundzulage in Höhe von 175 Euro. Außerdem bekamen Sie 2016 ein Kind und erhalten dadurch weitere 300 Euro als Kinderzulage.

In Ihrem Riester-Bausparvertrag haben Sie 1.625 Euro investiert, also rund 135 Euro monatlich. Mit den Zulagen kommen Sie auf 2.100 Euro, die Sie von der Steuer absetzen.

Berechnen Sie Ihren Steuersatz von diesem Wert entsteht eine Zwischensumme von 782,46 Euro. Davon zieht das Finanzamt nun noch die 475 Euro an Zulagen ab. Es bleiben 307,46 Euro. Diese Summe erhalten Sie über die Steuererklärung zurück.

Hätten Sie 2016 zwei Kinder bekommen, dann würde das Finanzamt noch mehr abziehen und es blieben unterm Strich nur 7,46 Euro. Je nach Familiensituation kann es also sein, dass der Steuervorteil beim Riester-Bausparvertrag nicht immer präsent ist.

Noch einmal übersichtlicher:

Ihre Investitionen: 1.625 Euro
Plus Grundzulage: 175 Euro
Plus Kinderzulage: 300 Euro
Steuerlich absetzbar: 2.100 Euro
Ihr Steuersatz laut Einkommen: 37,26 % (Einkommen 45.000 Euro)
Zwischensumme: 782,46 Euro
Minus Grundzulage: - 175 Euro
Minus Kinderzulage: - 300 Euro
Was Sie erstattet bekommen: 307,46 Euro

Hinweis: Die in der Tabelle dargestellten Zahlen sind hypothetisch und nur zur Illustration gedacht. Ihre Steuerersparnis können Sie selbst berechnen, wenn Sie Ihren Steuersatz mithilfe der Einkommensteuertabelle recherchiert haben.

Das Wesentliche noch einmal in Kürze:

  • Sie können Investitionen in den Riester-Bausparvertrag bis zu 2.100 Euro im Jahr von der Steuer absetzen, wenn Sie förderberechtigt sind.
  • Die maximal 2.100 Euro werden mit Ihrem persönlichen Steuersatz zu einer Zwischensumme verrechnet. Von dieser Zwischensumme zieht das Finanzamt die erhaltenen Zulagen ab. Die Restsumme erhalten Sie zurück.
  • Normale Bausparverträge ohne Riester sind nicht steuerlich absetzbar.

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