Riester-Rente mit Fondssparplan und ETFs / Indexfonds

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Riestern soll die immer spürbarer werdende Rentenlücke zwischen dem letzten Bruttoeinkommen und der gesetzlichen Rente schließen. Wer aber nicht so viel einzahlen kann, kommt aufgrund der niedrigen Verzinsung nur langsam voran. 

Verbindet man die Riester-Rente mit einem Fondssparplan, dann lässt sich dieses Dilemma lösen. Und so gehörten Riester-Renten mit kosteneffizienten ETFs lange Zeit zu den beliebtesten Möglichkeiten zur privaten Altersvorsorge. Die Fonds und ETFs ermöglichten eine Wertsteigerung und die Beitragsgarantie sicherte die Einzahlungen und Zulagen ab. 

Doch aufgrund der Beitragsgarantie können Anbieter nur konservativ in Fonds investieren und das dämpft die Renditechancen. Daher gibt es nur noch wenige Riester-Verträge mit Fondssparplänen. Viele Anbieter haben ihr Angebot für Neukunden eingestellt. 

Wer ohne Beitragsgarantie und mit freier Fondsauswahl privat vorsorgen möchte, könnte sich als Alternative einen Rürup-Vertrag zulegen.

 Auf dieser Seite erfahren Sie mit vielen Beispielen, …

  • wie die mit aktiven Investmentfonds oder ETFs verbundene Riester-Rente funktioniert,
  • welche Rendite ein Riester-Fondssparplan erzielen kann,
  • was der Unterschied zwischen aktiven Fonds und ETFs ist,
  • warum ein Fondssparplan mit ETFs viele Vorteile mit sich bringt
  • warum Riester-Fondssparpläne sicherer sind als Fondsinvestitionen ohne Riester
  • warum ein Rürup-Vertrag eine sinnvolle Alternative sein kann.
Das Wichtigste in Kürze
  • Funktionsweise: Mit Riester Fondssparplänen investieren Anleger regelmäßig in ETFs und Indexfonds. Die Anlageklassen sind Aktien und Anleihen. Zu Rentenbeginn erhalten Sie mindestens das eingezahlte Kapital plus Zulagen als lebenslange Rente, zuzüglich der bis dahin erwirtschaften Rendite aus den ETFs und Indexfonds als Rentenzahlungen.
  • Zulagen: Sie können pro Jahr bis zu 175 EUR staatliche Zulagen erhalten. Die tatsächliche Höhe hängt davon, wie viel Sie in den Sparplan einzahlen.
  • Rendite: Mit Riester-Fondssparplänen können Anleger an der Wertentwicklung der Finanzmärkte teilhaben. Durch die Beitragsgarantie erhalten sie mindestens die Einzahlungen und Zuschüsse als Rente.
  • Risiko: Sie erhalten von Versicherern und Banken die Garantie, mindestens das eingezahlte Kapital plus staatliche Zulagen zurückzuerhalten. Zudem schichten die Anbieter Renteneintritt in risikoärmere Anlageklassen. Riester-Renten sind demnach sehr sicher.

Riester-Rente mit Fondssparplan – wie funktioniert’s?

Sie sparen für den Ruhestand und setzen dabei durch Fondsinvestitionen auf die Vorteile des Zinseszinseffekts. Und zwar mit maximaler Sicherheit. Der Riester-Fondssparplan wurde erst vor ein paar Jahren wirklich populär, als die normale Riester-Rente durch die Finanzkrise kaum noch Rendite hervorrief. Tatsächlich bietet man sie aber schon seit 2002 an.

Prinzipiell sind Riester-Fondssparpläne gleich aufgebaut wie klassische Fondssparpläne und investieren regelmäßig in passive ETFs oder aktive Fonds. Der Anbieter garantiert zu Rentenbeginn mindestens das eingezahlte Kapital plus Zulagen als lebenslange Rente, zuzüglich der bis dahin erwirtschaften Rendite aus dem Riester-Fondssparplan. Zudem schichten die Anbieter gegen Renteneintritt in risikoärmere Anlageklassen um – so sind Riester-Renten stets besonders sicher.

Durch die dauerhaften Fondsinvestitionen können Sie als Riester-Sparer eine noch bessere Rente als mit den Riester-Beiträgen und den staatlichen Zuschüssen allein erzielen. Das Geld wird dabei in ein Portfolio aus Aktienfonds investiert, das über die Jahre zu einem immer stärkeren Anteil an Rentenfonds mit Anleihen wechselt.

Während Aktienfonds eine normalerweise höhere Rendite hervorrufen, dafür aber risikoreicher sind, sichern Anleihenfonds (auch Rentenfonds) den Sparer bei einer niedrigeren Rendite ab.

Sprechen wir also über beispielhafte Summen:

Wie viel mehr Geld können Sie durch eine Riester-Rente mit Fondssparplan machen?

Der Unterschied zwischen einer Riester-Rente mit und einer Riester-Rente ohne Fonds dahinter ist enorm. Gehen wir beispielsweise davon aus, dass Sie 40 Jahre 150 Euro im Monat in die Riester-Rente einzahlen. Zudem erhalten Sie staatliche Zuschüsse in Höhe von 175 Euro im Jahr. Beim Riester-Fondssparplan nehmen wir an, dass die durchschnittliche Rendite 5 % im Jahr umfasst. Aus den Beiträgen und dem Zuschuss ergibt sich eine monatliche Sparrate von 164,58 Euro für die Riester-Rente mit Fondssparplan (rechte Spalte).

Zu den Gebühren kommen wir anschließend.

Heraus kommt zunächst dieses Resultat *:

Zeitraum Jahreswert bei der Riester-Rente ohne Fondssparplan Jahreswert bei der Riester-Rente mit Fondssparplan
1. Jahr 1.975 Euro 2.003,31 Euro
5. Jahr 9.875 Euro 10.563,98 Euro
10. Jahr 19.750 Euro 22.610,23 Euro
15. Jahr 29.625 Euro 36.346,75 Euro
20. Jahr 39.500 Euro 52.010,68 Euro
25. Jahr 49.375 Euro 69.872,49 Euro
30. Jahr 59.250 Euro 90.240,56 Euro
35. Jahr 69.125 Euro 113.808,72 Euro
40. Jahr 79.000 Euro 139.951,48 Euro

*  Es handelt sich um ein illustratives Beispiel, um die Unterschiede zu verdeutlichen. Risikohinweis: Vergangene oder simulierte Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklung.

Zu beobachten ist, dass bei der Riester-Rente mit Fondssparplan eine fast doppelt so hohe Endsumme erreicht werden kann. Beachten Sie aber, dass hier beispielsweise die Abschlusskosten, die bei vielen Anbietern anfallen, nicht involviert sind.

Sicher haben Sie auch bemerkt, dass der Jahreswert bei der Riester-Rente mit Fondssparplan in den ersten Jahren nicht viel höher ist als bei der Riester-Rente ohne Fondssparplan. Das hat mit den Gebühren zu tun.

Hier rechneten wir mit durchschnittlichen Gebühren von 2,26 % im Jahr. Beachten Sie, dass die Gebühren nur bei Produkten mit aktiv gemanagten Investmentfonds so hoch ausfallen. Riester Fondssparpläne mit passiven ETFs sind wesentlich günstiger. Und exakt das sehen wir uns nun an:

Riester-Rente mit klassischem Fondssparplan oder lieber mit ETFs und Indexfonds?

Der wesentliche Unterschied zwischen einem klassischen Fondssparplan und ETFs / Indexfonds ist, dass die klassischen Fonds aktiv und die ETFs passiv verwaltet werden.

Während aktive Fonds, die im klassischen Fondssparplan enthalten sind, noch aktiv verwaltet werden und dadurch teurer sind, zeichnen sich passive ETFs durch eine hohe Kosteneffizienz aus. Sie werden nicht verwaltet, sondern bilden einfach bereits bestehende Indizes nach. Das kann beispielsweise der Deutsche Aktienindex DAX oder auch der Weltaktienindex MSCI World sein. Die Rendite der ETFs ist nahezu identisch mit der Rendite der Indizes.

Was die Gebühren betrifft, weisen aktive Investmentfonds normalerweise laufende Kosten von durchschnittlich 2,26 % im Jahr auf.

ETFs und Indexfonds sind wesentlich niedriger als aktive Investmentfonds. Für einen Riester-Fondssparplan mit ETFs setzen wir Kosten von durchschnittlich 0,9 % im Jahr an.

Nun, stellen wir mal beide Geldanlagen nebeneinander *:

Zeitraum Jahreswert bei der Riester-Rente mit Fondssparplan aus aktiven Fonds Jahreswert bei der Riester-Rente mit Fondssparplan aus passiven ETFs
1. Jahr 2.003,31 Euro 2.018,16 Euro
5. Jahr 10.563,98 Euro 10.944,69 Euro
10. Jahr 22.610,23 Euro 24.300,77 Euro
15. Jahr 36.346,75 Euro 40.599,51 Euro
20. Jahr 52.010,68 Euro 60.489,26 Euro
25. Jahr 69.872,49 Euro 84.761,21 Euro
30. Jahr 90.240,56 Euro 114.380,86 Euro
35. Jahr 113.808,72 Euro 150.526,44 Euro
40. Jahr 139.951,48 Euro 194.635,77 Euro

* Bitte beachten Sie, dass die Zahlen rein hypothetisch sind und keine reale Situation nachbilden. Sie sind nur zur Illustration der Unterschiede da.

An der Tabelle ist zu erkennen, dass man mit der Riester-Rente mit ETFs und Indexfonds eine um rund 55.000 Euro höhere Endsumme erreichen kann als mit der anderen. Das ist allein den niedrigeren Gebühren zu verdanken. Durch diese kommt es zu einem noch besseren Zinseszinseffekt. Das bedeutet, dass die etwa von den ETFs erzielten Gewinne reinvestiert werden. Die schlanken Gebühren reduzieren die Gewinne kaum, dadurch kann man mehr reinvestieren, was dann wieder verzinst wird. Insbesondere in den späteren Jahren kommt es so zu einem massiven Wertwachstum.

Warum sind Fondssparpläne innerhalb der Riester-Rente sicherer als normale Fondsinvestitionen?

Damit kommen wir auf das erste Kapitel des Artikels zurück.

Versicherer und Banken müssen bei der Riester-Rente eine Garantie aussprechen, dass Sparer auch tatsächlich eine zusätzliche Rente erhalten. Laut Gesetz muss diese Rente mindestens die Selbstinvestitionen und die staatlichen Zulagen beinhalten. Würde man bis zum Ende allein auf Aktienfonds setzen, dann geriete diese Rente in Gefahr. Es kann auf dem letzten Meter zu massiven Kursverlusten kommen und dann ist das Kapital verloren. Mit der Riester-Garantie ist diese Gefahr ausgeschlossen.

Hinzu kommt, dass Sie durch das Riester-Konstrukt automatisch über viele Jahre bis ins Rentenalter sparen und investieren. Natürlich kann es zwischenzeitlich zu Kursverlusten kommen, insbesondere bei den Aktienfonds, doch langfristig orientierte Anleger können kurzzeitige Schwankungen an den Finanzmärkten kompensieren.

Hat die Riester-Rente mit einem Fondssparplan auch Nachteile?

Sparer müssen sich darüber bewusst sein, dass man das Geld fest in die Riester-Rente investiert. Man profitiert dann über viele Jahre vom Steuervorteil, von den staatlichen Zulagen und vom Zinseszinseffekt. Erst im Rentenalter bekommt man das Geld als monatliche Rente zurück. Sich das Geld zwischenzeitlich auszahlen zu lassen, funktioniert nicht.

Die erwähnte Beitragsgarantie führt außerdem dazu, dass viele Anbieter ihre Riester-Fondssparpläne für Neukunden einstellen. Wer also privat vorsorgen möchte, muss sich eine Alternative suchen. Ein Rürup-Vertrag ohne Beitragsgarantie und mit freier Fondsauswahl kann eine sinnvolle Alternative darstellen. Hier erhalten Sie weitere Informationen zu Rürup-Verträgen mit ETFs.

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