Riester-Rente und Elternzeit – Bekommt man weiterhin die staatlichen Zulagen?

„Chef, ich brauche frei, ich werde Vater.“ – „Prima, meinen Glückwunsch, wie stellen Sie sich Ihre Elternzeit vor? Wann möchten Sie sie nehmen?“ Sie haben schon Gedanken dazu im Kopf und können das schriftlich festhalten. Aber eine Sache ist da noch, abseits Ihrer Arbeit, die noch nicht klar ist. Nämlich die Riester-Rente. Vielleicht reicht das Einkommen nicht, um weiter zu sparen oder Sie erhalten die Zulagen nicht mehr. In diesem Artikel fassen wir das Wesentliche über die Elternzeit und das Elterngeld zusammen und erklären, worauf Sie hinsichtlich der Riester-Rente achten müssen.

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Die wesentlichen Fakten zur Elternzeit (Kindererziehungszeit):

  • Für die Mutter startet die Elternzeit oder Kindererziehungszeit mit Ende des Mutterschutzes. Dementsprechend acht Wochen nach der Geburt des Kindes oder bei Frühchen und mehreren Kindern zwölf Wochen nach der Geburt. Für den Vater startet die Elternzeit mit der Geburt.
  • Beide Elternteile haben Anspruch auf bis zu 36 Monate Elternzeit – am Stück, auf verschiedene Wochen oder Monate verteilt sowie parallel, abwechselnd oder auch nacheinander.
  • Beide Elternteile müssen aber mindestens zwei Monate Elternzeit nehmen.
  • 24 Monate Elternzeit sind spätestens bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes zu nehmen. Die anderen 12 Monate darf man, wenn der Chef zustimmt, auch bis zum vollendeten achten Lebensjahr des Kindes nehmen.
  • Sowohl die Mutter als auch der Vater dürfen theoretisch 36 Monate zu Hause bleiben und haben Anspruch, danach in den Job zurückzukehren. Meistens reduziert aber einer von beiden nur die Arbeitszeit, um das Einkommen aufrechtzuerhalten.
  • Das Kind muss im Haushalt des Elternteils leben. Zudem müssen die Zeiträume der Elternzeit vorab schriftlich definiert werden.

Und wie sieht es finanziell aus?

Die wesentlichen Fakten zum Elterngeld:

  • Sie erhalten während der Elternzeit kein Gehalt, sondern Elterngeld – aber nur für zwölf Monate nach der Geburt des Kindes.
  • Das Elterngeld umfasst immer mindestens 300 Euro im Monat. Wenn Sie nicht in Teilzeit weiterarbeiten, dann erhalten Sie bis zu 67 % des aktuellen Gehalts – aber höchstens 1.800 Euro.
  • Verdienen Sie mehr als 1.200 Euro netto im Monat, dann erhalten Sie 65 % Elterngeld. Kein Elterngeld erhalten wiederum Eltern, die mehr als 500.000 Euro im Jahr verdienen. Bei Alleinerziehenden besteht die Grenze bei 250.000 Euro.
  • Kommt mehr als ein Kind zur Welt, dann erhalten Sie Elterngeld für das erste Kind und pauschal 300 Euro im Monat für jedes weitere Kind.
  • Sofern ein Elternteil zunächst weiterarbeitet und die Elternzeit erst später nimmt, kann das Elterngeld auf 14 Monate verlängert werden.

Verbinden wir das alles nun mit der Riester-Rente:

Was ist hinsichtlich der Riester-Rente während der Elternzeit zu beachten?

Ob Mutter oder Vater – während der Elternzeit arbeiten Sie (zeitweise) nicht. Somit zahlen Sie auch nichts in die Rente ein. Mit Blick auf die Riester-Rente ist das aber erforderlich, um einschließlich der staatlichen Zuschüsse von allen Vorteilen profitieren zu können.

Doch bei Eltern besteht eine Ausnahme. Wer Elternzeit beansprucht und zu Hause bleibt, um das Kind zu erziehen, bekommt pro Jahr der Elternzeit einen vollen Rentenpunkt aufs Konto. Das mit den Rentenpunkten ist einfach erklärt:

Um einen Rentenpunkt zu erhalten, müssen Sie innerhalb eines Jahres das deutsche Durchschnittseinkommen erzielen. Zurzeit sind das 38.901 Euro brutto in Westdeutschland und 35.881 Euro in den neuen Bundesländern. Verdienen Sie beispielsweise das Doppelte, dann erhalten Sie in dem Jahr zwei Rentenpunkte. Verdienen Sie nur die Hälfte, dann bekommen Sie einen halben Rentenpunkt für das Jahr. Die Rentenkasse zieht Ihre Rentenpunkte später heran, um Ihre monatliche Rente vom Staat zu berechnen.

Für die Riester-Rente sind die Rentenpunkte während der Elternzeit von Vorteil. Denn sie simulieren, dass Sie in die Rente einzahlen, auch wenn Sie es nicht tun. So können Sie weiter riestern wie bisher. Auch die staatlichen Zulagen fließen weiterhin auf das Riester-Konto.

Sofern Sie zu Hause sind und in der Zeit nicht arbeiten, müssen Sie nur mindestens 5 Euro im Monat einzahlen (Mindesteigenbeitrag). Wenn Sie weiter in Teilzeit arbeiten, zahlen Sie ohnehin in die Rente ein und müssen mindestens 4 % Ihres Jahresbruttoeinkommens in Riester investieren. Diese Hürde zählt bis zu der Höchstsumme von 2.100 Euro, die Sie natürlich auch in der Elternzeit steuerlich absetzen können.

Ein besonderer Vorteil ist, dass Sie durch die Geburt des Kindes weitere hohe Zulagen erhalten:

Wieviel mehr Zulagen bekommen Sie vom Staat dadurch, da Sie nun ein Kind oder mehrere Kinder haben?

Bei der Riester-Rente erhalten Sie vom Staat:

  • Grundzulage von 175 Euro im Jahr für Erwachsene (weiterhin)
  • Kinderzulage von 300 Euro pro Jahr und Kind für alle Kinder mit Geburtsjahr ab 2008
  • Kinderzulage von 185 Euro für Kinder mit Geburtsjahr vor 2008 – für Sie in diesem Moment nicht weiter relevant

Somit wächst Ihr Riester-Konto nun ähnlich schnell an wie das Kind:

Anzahl Kinder Grundzulage Kinderzulage Zulagen bei drei Jahren Elternzeit
1 175 Euro im Jahr 300 Euro im Jahr 1.425 Euro
2 175 Euro im Jahr 600 Euro im Jahr 2.325 Euro
3 175 Euro im Jahr 900 Euro im Jahr 3.225 Euro

Beachten Sie, dass die Kinderzulage nur einem von beiden Elternteilen zugeschrieben wird. Und das auch nur solange wie das Kind kindergeldberechtigt und maximal 25 Jahre alt ist. Die Grundzulage erhalten weiterhin beide Elternteile, sofern beide riestern und entsprechend förderberechtigt sind.

Auch, wenn Sie während der Elternzeit unter Umständen nicht so viel einzahlen, können Sie Ihrer Riester-Rente mithilfe der höheren Zulagen ein Plus verschaffen. Wenn Sie dann noch einen Riester-Fondssparplan wie beispielsweise den fairriester haben, können Sie auch mit den niedrigeren Investitionen während der Elternzeit eine attraktive Rendite erzielen.

Das Wesentliche noch einmal in Kürze:

  • Auch während der Elternzeit können Sie riestern und die Zulagen bekommen.
  • Wer dauerhaft zu Hause bleibt, muss nur 5 Euro monatlich in die Riester-Rente investieren (Mindesteigenbeitrag), um die Zulagen weiterhin zu bekommen.
  • Wer in Teilzeit weiterarbeitet, muss weiterhin die 4 % des Jahresbruttoeinkommens oder höchstens 2.100 Euro im Jahr investieren, um die Zulagen zu bekommen.
  • Durch die Kinderzulage wächst das Riester-Konto auch während der Elternzeit bei kleinen Investitionen merklich an.