Riester-Banksparplan – Einfach zu verstehen, aber lohnt sich das?

Riester plus Sparkonto, Sparkonto plus Riester – das ist das einfache Konzept hinter einem Riester-Banksparplan. Banken kombinieren die Produkte miteinander, die in Deutschland schon immer beliebt waren. 45 % der Deutschen besitzen nach Statistiken aus dem Jahr 2019 ein Sparkonto, was dessen Beliebtheit unterstreicht. Wiederum rund 20 % der Deutschen und damit etwa 16,5 Millionen Menschen nutzen Riester. Doch die Kombination aus beidem, also der Riester-Banksparplan oder einfach Riester-Sparplan, ist nur halb so attraktiv wie man auf der obenstehenden Basis meinen möchte. Denn durch das andauernde Zinstief der Europäischen Zentralbank ruft er de facto keine Rendite mehr hervor. Sehen wir uns das konkreter an.

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Was ist ein Riester-Banksparplan?

Am einfachsten lässt sich der Riester-Banksparplan als Riester-Rente in Form eines verzinsten Sparkontos bei der Bank beschreiben. Sie können stets einzahlen, sich aber nichts auszahlen lassen. Dafür dürfen Sie jedes Jahr bis zu 2.100 Euro Ihrer Investitionen einschließlich der Zuschüsse von der Steuer absetzen. Näheres dazu lesen Sie im Artikel zur Riester-Rente und den Steuern.

In dieser Einfachheit findet sich aber auch der wesentliche Nachteil des Riester-Banksparplans. Sparkonten bei der Bank werden dank der europäischen Zinspolitik schon seit Jahren kaum noch verzinst. Man spart also nur die Investitionen und die Zuschüsse an. Wer etwa 150 Euro im Monat einzahlt und 175 Euro im Jahr dazu bekommt, hat nach 30 Jahren 59.250 Euro. Die Zinsen kommen obendrauf, sind aber kaum erwähnenswert.

Wenn man für sein sicheres Tagesgeldkonto so wie etwa bei WeltSparen noch bis zu 0,35 % Zinsen im Jahr erhält, kann man äußerst zufrieden sein. Da der Riester-Banksparplan aber nur noch bei den traditionellen Bankhäusern vertrieben wird, pendeln sich die Zinsen im prozentualen 0,0-Bereich oder darunter ein. Und spätestens beim „Darunter“ horchen momentan viele Sparer auf:

Was hat es mit dem Negativzins für den Riester-Banksparplan auf sich?

Zunächst ein kurzer Exkurs, um die Funktion des Leitzinses zu erklären:

Der Leitzins ist das wesentliche Instrument für die Zinspolitik der Zentralbanken. Jene verabschieden ihn auch – in der Euro-Zone macht es beispielsweise die Europäische Zentralbank und in Amerika macht es die US-Notenbank FED.

Um nach der Finanzkrise 2008 die Konjunktur anzukurbeln, reduzierte man den europäischen Leitzins immer weiter. Er stand bei 4,75 % und wurde dann erst auf 4,25 % reduziert, um plötzlich auf nur noch 1 % abzurutschen. Nun steht der Leitzins auf seinem historischen Tiefstand von 0,0 %.

Was bedeutet das? Banken dürfen sich bei der Europäischen Zentralbank zu diesen Konditionen Geld leihen bzw. dieses dort deponieren. Und weil Banken diese Konditionen meist an ihre Kunden weiterbelasten, finden wir uns in der aktuellen Situation wieder. Kredite sind so attraktiv wie nie zuvor, Sparprodukte wie etwa Sparkonten hingegen meist niedrig oder gar nicht verzinst.

Das ist ein Effekt, der nebenher ein Problem heranwachsen lässt: Denn natürlich möchten Banken auch etwas verdienen. Wenn der Leitzins beispielsweise 2 % umfasst und die Banken einen Gewinn von 1 % einstreichen, dann erhalten Sparer ebenfalls noch 1 %. So sieht die Praxis normalerweise aus. Wenn der Leitzins aber 0 % umfasst, können Banken in dieser Rechnung keinen Gewinn mehr machen und Sparer müssen theoretisch draufzahlen. Insbesondere aus inflationären Gründen oder weil die Banken ihren Gewinn trotzdem haben möchten.

Bisher war es so, dass die Banken auf ihren Gewinn bei Sparprodukten teilweise verzichteten. Da rechneten sie aber auch noch nicht damit, dass die Phase des Zinstiefs so andauernd ausfallen würde, wie es sich nunmehr herausstellt. Manche Banken starten inzwischen damit, die Gebühren für ihre Produkte zu erhöhen oder sich den Gewinn unbemerkt einzustreichen, insbesondere bei Kunden mit hohen Ersparnissen. Immer mehr Banken erheben Negativzinsen auf die Spareinlagen ihrer Kunden schon ab dem ersten Euro.

Als Reaktion darauf kam es von Seiten der Verbraucherschützer zu verschiedenen Gerichtsprozessen, die zuweilen positiv verliefen. Es ist aber laut Experten zu erwarten, dass Banken weiter versuchen werden, ihre Verluste wett zu machen. Denn, dass niemand mehr spart und sich das Problem der Banken von selbst löst, ist äußerst unwahrscheinlich.

Achten Sie dementsprechend auf die Konditionen.
Zurück zum Riester-Banksparplan:

Wie problematisch ist der Riester-Banksparplan tatsächlich?

Durch die Umstände mit den Zinsen und mit Blick auf andere Riester-Formen verliert der Banksparplan deutlich. Deshalb bieten ihn Banken auch kaum noch an. Der Banksparplan war ein traditionelles Produkt der Volksbanken und Sparkassen. Laut Finanztip ist der Riester-Banksparplan deutschlandweit nur noch bei ein paar Banken zu haben – was konkretisiert, dass weder Banken noch Kunden das Produkt favorisieren.

Doch was machen Sparer, die in diesem Moment einen Riester-Banksparplan besitzen? Experten empfehlen, abzuwarten und die Riester-Rente in der Form zunächst weiterzuführen. Neue Zinsklauseln, die der Bank Raum verschaffen, können Sie als Kunde ablehnen oder zunächst unbeachtet lassen. Die Bank kann Ihnen ihrerseits nicht kündigen, wenn Sie die Klauseln ablehnen. Auch erhöhten Gebühren müssen Sie nicht zustimmen. Prüfen Sie stets die AGB der Bank, um über Ihre Rechte informiert zu sein.

Wenn Sie die Riester-Rente mit Banksparplan auflösen, müssen Sie man alle erhaltenen Zuschüsse und Steuervorteile zurückzahlen. Dementsprechend ist der Rückkaufswert stark reduziert.

Natürlich können Riester-Sparer, wenn sie jedem potenziellen Problem mit ihrem Banksparplan ausweichen möchten, einfach die Riester-Rente wechseln. Das funktioniert auch ohne den reduzierten Rückkaufswert.

Wie wäre es alternativ mit ETFs und Indexfonds?

Sofern noch mindestens 20 Jahre bis zur Rente verbleiben, lohnt es sich insbesondere, in einen Riester-Fondssparplan mit ETFs und Indexfonds wie beispielsweise fairriester zu investieren.

Mit einem Riester-Fondssparplan wie dem fairriester können Sie eine deutlich höhere Rendite als mit dem Riester-Banksparplan erzielen. Ferner schreibt das Gesetz vor, dass mindestens Ihre Investitionen und die Zuschüsse verrentet werden müssen. Hier schichten Anbieter meist ab 20 Jahre vor der Rente immer mehr Geld von passiven Aktienfonds auf passive und sichere Rentenfonds um, damit kurz vor dem Beginn der Rente Kursschwankungen reduziert werden.

Hinsichtlich der Rendite unterscheidet sich diese Variante deutlich vom Beispiel weiter oben mit dem Riester-Banksparplan. Wer monatlich 150 Euro investiert und 175 Euro im Jahr dazu bekommt, hat nach 30 Jahren etwa 114.672 Euro. Das entspricht einer durchschnittlichen Rendite von 5 % im Jahr und durchschnittlichen Kosten von 0,9 % im Jahr, die wir von fairriester ableiten.

Zeitraum Jahreswert beim Riester-Banksparplan Jahreswert beim Riester-Fondssparplan mit passiven ETFs und Indexfonds
1. Jahr 1.975,11 Euro 2.018,20 Euro
5. Jahr 9.877,51 Euro 10.944,91 Euro
10. Jahr 19.759,96 Euro 24.301,26 Euro
15. Jahr 29.647,35 Euro 40.600,33 Euro
20. Jahr 39.539,69 Euro 60.490,49 Euro
25. Jahr 49.436,97 Euro 84.762,93 Euro
30. Jahr 59.339,21 Euro 114.383,18 Euro

Wenn es um das Thema Auszahlung geht, funktionieren übrigens fast alle Riester-Formen identisch. Sie können sich das Kapital ab einem Alter von frühestens 60 / 62 Jahren auszahlen lassen – je nachdem, ob Sie die Riester-Rente vor oder nach 2012 abgeschlossen haben. Sie entscheiden dann, ob Sie nur eine monatliche Rente erhalten oder ob Sie auch 30 % des Kapitals als Sofortrente auszahlen lassen möchten. Nähere Details finden Sie bei uns zum Thema Riester-Rente auszahlen lassen. Eine Auszahlung vor Erreichen des entsprechenden Alters ist nicht machbar.

Interessant: Wer eine Immobilie kaufen oder bauen möchte, entweder sofort oder später, kann sich mit dem Thema Wohn-Riester oder mit dem Riester-Bausparvertrag auseinandersetzen. Man kann aber bei Bedarf auch jede normale Riester-Rente zu einem Wohn-Riester umwandeln, indem man die Riester-Rente zum Zweck der Immobilie auflöst. Nur hier funktioniert die Auszahlung etwas anders.

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Das Wesentliche noch einmal in Kürze:

  • Ein Riester-Banksparplan kombiniert in der Theorie die Vorteile eines Sparkontos mit denen der Riester-Rente.
  • In der Praxis ist die Riester-Rente mit Banksparplan aber nicht sinnvoll, da man abseits der Investitionen und Riester-Zuschüsse kaum Zinsen erhält. Deshalb wird die Riester-Rente mit Banksparplan auch kaum noch verkauft.
  • Mit anderen Riester-Formen wie dem Riester-Fondssparplan erzielen Sie eine bessere Rendite und profitieren von einer nahezu identischen Sicherheit. Achten Sie darauf, wie beim fairriester in ETFs und Indexfonds zu investieren, um die Gebühren zu reduzieren.
  • Ist das Thema Immobilien für Sie relevant, dann kann ein Riester-Bausparvertrag oder Wohn-Riester interessant für Sie sein.

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