Zahlen Sie in die betriebliche Altersvorsorge ein, dann müssen Sie weniger Steuern zahlen.

Steuervorteile sind das wahrscheinlich effektivste Instrument, um die Deutschen zum Sparen zu animieren. So können Sie wie bei der Riester-Rente und Rürup-Rente auch bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) oder Betriebsrente von Steuervorteilen profitieren. Kurzum zahlen Sie das, was Sie in die bAV investieren, direkt von Ihrem Brutto ein. Versteuern müssen Sie nur das, was danach vom Brutto übrig bleibt. In diesem Artikel finden Sie ein einfaches Beispiel und Informationen dazu, wie hoch die Steuern für die spätere Betriebsrente sind.

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Kann man die betriebliche Altersvorsorge absetzen?

Nein. Leider kann man die betriebliche Altersvorsorge nicht im klassischen Sinne von der Steuer absetzen. Das heißt, dass der Steuervorteil anders funktioniert als etwa bei der Riester- oder Rürup-Rente.

Während Sie dort beispielsweise Ihre Investitionen in der Steuererklärung angeben, müssen wir uns bei der bAV das Brutto-Netto-Verhältnis Ihres Gehalts ansehen. Die Steuererklärung und potenzielle Vorsorgeaufwendungen spielen bei der bAV somit keine Rolle.

Wie funktioniert der bAV-Steuervorteil?

Die Summe, die Sie als Arbeitnehmer in Ihre betriebliche Altersvorsorge einzahlen, zahlen Sie direkt von Ihrem Brutto ein. Und zwar, bevor dieses versteuert wird und bevor Sie Ihre Sozialabgaben wie beispielsweise den Krankenkassenbeitrag leisten.

Der Steuervorteil besteht also darin, dass Sie nur noch einen kleineren Teil Ihres Bruttoeinkommens versteuern müssen. Bis zu 552 Euro monatlich können Sie in einen bAV-Vertrag umwandeln, ohne das Geld versteuern zu müssen. Würden Sie mehr als 552 Euro investieren, dann müssen Sie jeden weiteren Euro trotzdem versteuern.

Auch Ihre Beiträge zu den Sozialversicherungen sinken. In diesem Artikel konzentrieren wir uns aber nur auf die Steuer. Mehr zu den verminderten Sozialabgaben lesen Sie im Artikel zur Entgeltumwandlung, wo wir alles zusammen betrachten.

 

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Beispiele zur Steuer, wie Sie sie momentan zahlen:

Nehmen wir an, Sie beziehen als Arbeitnehmer ein Jahreseinkommen von 48.000 Euro im Jahr. Das sind 4.000 Euro im Monat (brutto). Wie hoch Ihre Steuern sind, bestimmt Ihre Steuerklasse mit Blick auf die Lohnsteuertabelle. Außerdem kommt es darauf an, ob Sie in der Kirche sind oder nicht. Wenn Sie es nicht sind, müssen Sie auch keine Kirchensteuer zahlen.

  • Steuerklasse 1: Alleinstehende, Geschiedene oder Verwitwete (alle ohne Kinder) sowie Ehepartner und Lebenspartner, wenn sie nicht zusammen leben
  • Steuerklasse 2: Alleinerziehende Partnerlose, Geschiedene oder Verwitwete (mit Kindern)
  • Steuerklasse 3: Verheiratete und Lebenspartner, bei denen der andere Ehepartner die Steuerklasse 5 hat, meist handelt es sich hier um den besser-verdienenden Ehepartner, sowie Verwitwete im Jahr des Todes und im Jahr danach
  • Steuerklasse 4: Verheiratete, bei denen beide Ehepartner ähnlich verdienen
  • Steuerklasse 5: Siehe Steuerklasse 3
  • Steuerklasse 6: Personen, die durch einen Zweitjob eine zusätzliche Lohnsteuerkarte mit Steuerklasse 6 haben

Fakt: Unter den Arbeitnehmern ist die Steuerklasse 1 die meistvertretene. Mehr als 20 Millionen Arbeitnehmer sind in der Steuerklasse 1 vertreten. Von den Ehepaaren entscheiden sich die meisten für die Kombination aus Steuerklasse 3 und 5.

Nehmen wir nun noch an, dass Sie 250 Euro in eine betriebliche Altersvorsorge wie etwa den fairrbav einzahlen, dann kommen diese konkreten Unterschiede zustande:

Beispiel für Steuerklasse 1:

Position Summe Summe (bAV)
Bruttoeinkommen 4.000 Euro 4.000 Euro
Betriebliche Altersvorsorge - 250 Euro
Zu versteuerndes Bruttoeinkommen 4.000 Euro 3.750 Euro
Minus Lohnsteuer - 619,25 Euro - 550,66 Euro
Minus Kirchensteuer - 55,73 Euro - 49,55 Euro
Minus Solidaritätszuschlag - 34,05 Euro - 30,28 Euro
Gesamtsumme Steuern 709,03 Euro 630,49 Euro
Zwischen-Netto (vor Sozialabgaben) 3.290,97 Euro 3.119,51 Euro

Tabelle: Hier investieren Sie 250 Euro in die bAV und das Zwischen-Netto ist nur um 171,46 Euro kleiner. Ein Steuervorteil von 78,54 Euro im Monat. Aufs Jahr sind das 942,48 Euro.

Beispiel für Steuerklasse 2:

Position Summe Summe (bAV)
Bruttoeinkommen 4.000 Euro 4.000 Euro
Betriebliche Altersvorsorge - 250 Euro
Zu versteuerndes Bruttoeinkommen 4.000 Euro 3.750 Euro
Minus Lohnsteuer - 619,25 Euro - 550,66 Euro
Minus Kirchensteuer - 55,73 Euro - 49,55 Euro
Minus Solidaritätszuschlag - 34,05 Euro - 30,28 Euro
Gesamtsumme Steuern 709,03 Euro 630,49 Euro
Zwischen-Netto (vor Sozialabgaben) 3.290,97 Euro 3.119,51 Euro

Tabelle: Hier investieren Sie 250 Euro in die bAV und das Zwischen-Netto ist nur um 171,46 Euro kleiner. Ein Steuervorteil von 78,54 Euro im Monat. Aufs Jahr sind das 942,48 Euro.

Beispiel für Steuerklasse 3:

Position Summe Summe
Bruttoeinkommen 4.000 Euro 4.000 Euro
Betriebliche Altersvorsorge - 250 Euro
Zu versteuerndes Bruttoeinkommen 4.000 Euro 3.750 Euro
Minus Lohnsteuer - 367,33 Euro - 313,66 Euro
Minus Kirchensteuer - 33,05 Euro - 28,22 Euro
Minus Solidaritätszuschlag - 20,20 Euro - 17,25 Euro
Gesamtsumme Steuern 420,58 Euro 359,13 Euro
Zwischen-Netto (vor Sozialabgaben) 3.579,42 Euro 3.390,87 Euro

Tabelle: In diesem Fall zahlen Sie 250 Euro in die bAV ein und das Zwischen-Netto ist nur um 188,55 Euro kleiner. Der Steuervorteil umfasst in diesem Fall 61,45 Euro im Monat. Das sind 737,40 Euro im Jahr.

Beispiel für Steuerklasse 4:

Position Summe Summe (bAV)
Bruttoeinkommen 4.000 Euro 4.000 Euro
Betriebliche Altersvorsorge - 250 Euro
Zu versteuerndes Bruttoeinkommen 4.000 Euro 3.750 Euro
Minus Lohnsteuer - 673,16 Euro - 602,83 Euro
Minus Kirchensteuer - 60,58 Euro - 54,25 Euro
Minus Solidaritätszuschlag - 37,02 Euro - 33,15 Euro
Gesamtsumme Steuern 770,76 Euro 690,23 Euro
Zwischen-Netto (vor Sozialabgaben) 3.229,24 Euro 3.059,77 Euro

Tabelle: Die bAV-Investition umfasst 250 Euro – das Zwischen-Netto ist nur um 169,47 Euro kleiner. Der Steuervorteil beläuft sich hier auf 80,53 Euro monatlich und 966,36 Euro im Jahr.

Beispiel für Steuerklasse 5:

Position Summe Summe (bAV)
Bruttoeinkommen 4.000 Euro 4.000 Euro
Betriebliche Altersvorsorge - 250 Euro
Zu versteuerndes Bruttoeinkommen 4.000 Euro 3.750 Euro
Minus Lohnsteuer - 1.074,41 Euro - 987,08 Euro
Minus Kirchensteuer - 96,69 Euro - 88,83 Euro
Minus Solidaritätszuschlag - 59,09 Euro - 54,28 Euro
Gesamtsumme Steuern 1.230,19 Euro 1.130,19 Euro
Zwischen-Netto (vor Sozialabgaben) 2.769,81 Euro 2.619,81 Euro

Mit einem Einkommen von 4.000 Euro in der Steuerklasse 5 zu sein, ist eher unrealistisch. Trotzdem nehmen wir das Beispiel auf, um auch hier die Unterschiede zu verdeutlichen.

Tabelle: Sie zahlen 250 Euro und das Zwischen-Netto ist nur um 150 Euro kleiner. Damit ist hier vom bisher höchsten Steuervorteil aller Steuerklassen die Rede. Genau 100 Euro pro Monat sparen Sie, was im Jahr 1.200 Euro sind.

Beispiel für Steuerklasse 6:

Position Summe Summe (bAV)
Bruttoeinkommen 4.000 Euro 4.000 Euro
Betriebliche Altersvorsorge - 250 Euro
Zu versteuerndes Bruttoeinkommen 4.000 Euro 3.750 Euro
Minus Lohnsteuer - 1.110,66 Euro - 1.023,33 Euro
Minus Kirchensteuer - 99,95 Euro - 92,09 Euro
Minus Solidaritätszuschlag - 61,08 Euro - 56,28 Euro
Gesamtsumme Steuern 1.271,69 Euro 1.171,70 Euro
Zwischen-Netto (vor Sozialabgaben) 2.728,31 Euro 2.578,30 Euro

Tabelle: Sie haben bAV-Investitionen von 250 Euro und ein Zwischen-Netto, das einmal mehr nur um 150,01 Euro kleiner ist. Der monatliche Steuervorteil umfasst hier also 100,01 Euro. So könnten Sie sich in Steuerklasse 6 stolze 1.200,12 Euro einsparen.

Um den Steuervorteil anhand Ihres tatsächlichen Einkommens zu berechnen, können Sie unseren Rechner verwenden. Hier finden Sie auch heraus, mit welcher Rente Sie später rechnen können, wenn Sie die Summe einzahlen, die Sie sich vorstellen. Da der Rechner mit fairrbav (Direktversicherung) verbunden ist, entsprechen die Resultate dem Produkt. Der Rechner ist natürlich kostenlos und unverbindlich.

Muss man die Betriebsrente versteuern?

Ja. Die Betriebsrente ist zu 100 % als Einkommen zu versteuern. Sie erweitert Ihre normale Rente vom Staat, wodurch das Gesamteinkommen pro Jahr zunimmt. Dadurch kann sich auch Ihr Steuersatz verändern, was höhere Steuern hervorruft.

Wesentlich ist hier, dass sowohl die Lohnsteuertabelle (Steuerklassen) als auch die Einkommensteuertabelle (Grenzsteuersatz) relevant werden. Ihre staatliche Rente richtet sich wie vorher das Gehalt nach der Steuerklasse. Die Betriebsrente zählt aber als zusätzliches Einkommen und muss daher mit dem Grenzsteuersatz anhand des Gesamteinkommens verrechnet werden.

Ihre Betriebsrente kommt monatlich bis ans Lebensende aufs Konto. in der betrieblichen Altersvorsorge lassen sich bis zu 30 % des Kapitals als Sofortrente überweisen, sobald Sie Rentner oder Rentnerin werden. Bedenken Sie, dass diese Summe in dem Jahr auch versteuert werden muss. Die restliche Betriebsrente funktioniert dann nach dem Monats-Schema.

Beispiel:

Nehmen wir beispielsweise an, dass Sie eine Rente von 2.400 Euro monatlich beziehen, dann hätten Sie einen Grenzsteuersatz von 30,03 %. Nehmen wir ferner an, dass die Betriebsrente einen Anteil von 400 Euro ausmacht. Dann müssten Sie diese 400 Euro mit 30,03 % versteuern. Das macht etwa 120 Euro plus Kirchensteuer und Soli. Für die restlichen 2.000 Euro kommt es steuerlich darauf an, in welcher Klasse Sie sind. Rentner in Steuerklasse 1 würden beispielsweise 208,29 Euro inklusive Kirchensteuer und Soli bezahlen. Rentner in der Steuerklasse 3 müssen nur Steuern in Höhe von 72 Cent zahlen.

Beachten Sie die Besonderheit der Betriebsrente hinsichtlich der Krankenkassen. Während Sie die Riester- oder Rürup-Rente wirklich nur versteuern müssen, sind bei der Betriebsrente noch rund 18,5 % der Rente an die Krankenkasse zu entrichten. Das hat den Grund, dass die Investitionen in die betriebliche Altersvorsorge stets „Krankenkassen-befreit“ waren. Das erläutern wir im Artikel zur Entgeltumwandlung näher.

Das Wesentliche noch einmal in Kürze:

  • Als Arbeitnehmer zahlen Sie direkt aus Ihrem Bruttoeinkommen in die betriebliche Altersvorsorge ein, bevor dieses versteuert wird. Dadurch profitieren Sie von dem Steuervorteil.
  • Sie können auf diese Weise bis zu 552 Euro monatlich von der Steuer befreien.
  • Weil Sie direkt steuerfrei investieren, sind die Steuererklärung und Vorsorgeaufwendungen bei der bAV nicht relevant.
  • Wie viel Sie an Steuern sparen können, bestimmen Ihre Steuerklasse und das Bruttoeinkommen (Lohnsteuertabelle).
  • Rentner müssen ihre Betriebsrente als Zusatzeinkommen versteuern. Dabei zählt nicht mehr die Steuerklasse, sondern der Grenzsteuersatz anhand Ihres Gesamteinkommens innerhalb eines Jahres.