Pensionskasse auszahlen lassen:
Achten Sie auf diese Details

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Die betriebliche Altersvorsorge hat in Deutschland Tradition: Neben Direktversicherungen existieren noch vier weitere Durchführungswege: Einer davon ist die Pensionskasse. Das Prinzip ist ähnlich wie bei allen anderen: Sie zahlen während Ihres Arbeitslebens kontinuierlich ein und bekommen später einmal eine Betriebsrente. Und zwar monatlich bis ans Lebensende, zusätzlich zur normalen Rente.

Doch wann kann ich mir meine Pensionskasse auszahlen lassen? Welche Kosten und Steuern kommen dabei auf mich zu? Sollte ich mir bis zu 30 % sofort auszahlen lassen oder nur die monatliche Rente? Worauf sollte ich bei der Auszahlung der Pensionskasse sonst noch achten? Finden Sie in diesem Text alle Informationen, die Sie für die Sonnenseite des Lebens brauchen.

4 schnelle Antworten zur Auszahlung der Pensionskasse:

Sie haben keine Zeit, den vollen Text zu lesen? Dann können Sie die nachstehenden vier Antworten zur Pensionskasse und zur Auszahlung lesen und sind bereits informiert. Der Text danach vertieft die Informationen.

Was ist eine Pensionskasse?

Bei der Pensionskasse handelt es sich um einen der fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Sie sparen dabei monatlich Kapital an, das Sie direkt von Ihrem Bruttoeinkommen abziehen. Dadurch haben Sie unter anderem Steuervorteile. Im Alter bekommen Sie dann eine monatliche Betriebsrente (Altersversorgung) bis ans Lebensende. Pensionskassen entstanden erstmals zum Ende des 19. Jahrhunderts, damals seitens Konzernen und Institutionen des Öffentlichen Dienstes.

Wann kann man sich die
Pensionskasse auszahlen lassen?

Bei der Auszahlung hebt sich die Pensionskasse von anderen Formen der betrieblichen Altersvorsorge ab: Bei der Direktversicherung hat man beispielsweise eine feste Laufzeit, deren Ende meist übereinstimmend mit dem Eintritt in die Rente ist. Bei der Pensionskasse existiert diese Laufzeit nicht. Das Geld ist erst auszahlbar, wenn Sie wirklich nicht mehr arbeiten. So erhalten Leute, die noch arbeiten, obwohl sie schon in Rente wären, das Guthaben aus der Pensionskasse später. Dadurch ist die Rente aber unter Umständen höher.

Wie kann man sich die
Pensionskasse auszahlen lassen?

In den meisten Fällen haben Sie als Anwärter auf die Betriebsrente ein Kapitalwahlrecht. Das bedeutet, dass Sie entscheiden dürfen, ob Sie die monatliche Rente nehmen oder ob Sie sich einen Teil des Geldes sofort auszahlen lassen. Bis zu 30 % können Sie sich bei der Pensionskasse sofort auszahlen lassen – das Geld müssen Sie aber auch versteuern. Sofern Sie sich dafür entscheiden, erhalten Sie die restlichen 70 % auf eine monatliche Rente bis ans Lebensende verteilt. Die Rente ist dann also kleiner.

Wie hoch sind die Steuern bei
der Rente aus Pensionskassen?

Sie müssen alles Geld, das die Pensionskasse Ihnen auszahlt, zu 100 % versteuern. Und zwar mit Ihrem persönlichen Steuersatz, der durch Ihr Jahreseinkommen und Ihre Steuerklasse bestimmt wird. Ferner ist zu beachten, dass Sie zusätzlich etwa 18,75 % der Rente an die Krankenkasse entrichten müssen. Das aber erst ab einer monatlichen Rente von mindestens 159,25 Euro und ab dieser Summe aufwärts. Die 159,25 Euro bleiben also immer von der Krankenkasse verschont. Zudem bestehen Besonderheiten bei Anwartschaften, die seit vor dem 01.01.2005 bestehen.

Welche Optionen haben Sie bei
der Auszahlung Ihrer Pensionskasse?

Falls Sie sich beim Abschluss Ihrer Pensionskasse für ein Kapitalwahlrecht entschieden haben, so haben Sie die Wahl zwischen einer Einmalzahlung von bis zu 30 % und einer kleineren monatlichen Betriebsrente oder einer rundum höheren monatlichen Betriebsrente. Sofern Ihre Betriebsrente auf monatlicher Basis sehr klein ausfällt, können Sie eine “Kapitalabfindung” in Anspruch nehmen. So erhalten Sie sofort 100 % des Geldes. Normalerweise ist die Kapitalabfindung nur durchführbar, wenn Sie die Pensionskasse ab einem frühen Punkt schon ruhen ließen oder aus anderen Gründen kaum investiert haben.   

Ein Beispiel: Sie haben bei der Pensionskasse ein Kapital von 100.000 Euro. Möchten Sie sich nun 30 % sofort auszahlen lassen? Dann würden Sie 30.000 Euro erhalten. Die monatliche Rente, die Sie dann bis ans Lebensende bekommen, wird aus den verbleibenden 70.000 Euro errechnet. Bei der Direktversicherung fairrbav – mit identischem Ablauf – hätten Sie eine Monatsrente von rund 371 Euro. Wenn Sie auf die Einmalzahlung von 30.000 Euro verzichten, wird Ihre Betriebsrente aus den vollen 100.000 Euro errechnet. Bei der fairrbav würden Sie dann monatlich rund 260 Euro erhalten, bis ans Lebensende. 

Beide Varianten haben ihre Vorteile und Nachteile. Dazu kommen wir im weiteren Verlauf.

Ab wann kann ich mir meine
Pensionskasse auszahlen lassen?

Zahlen Sie das komplette Arbeitsleben in die Pensionskasse ein, dann wollen Sie natürlich auch wissen, wann Sie das Geld zurückbekommen. Fakt ist: Auszahlen lassen können Sie sich die Pensionskasse ab jenem Zeitpunkt, ab dem Sie nicht mehr arbeiten

Das ist altersunabhängig. Es kommt also darauf an, ob Sie sich schon mit 55 oder eben erst mit 70 für die Rente entscheiden. Je nachdem, wie viele Jahre Sie über den offiziellen Rentenstart hinaus noch arbeiten möchten: Die entsprechende Betriebsrente wird erst ausbezahlt, wenn Sie das Arbeitsleben vollendet haben und sich zur Ruhe setzen. 

Ein deutlicher Kontrast entsteht hierbei zur Direktversicherung wie etwa der fairrbav. Denn da bekommen Sie Ihre Betriebsrente ab einem vorher vereinbarten Termin. Es spielt also keine Rolle, ob Sie dann noch arbeiten oder nicht. Es besteht eine feste Laufzeit, die der Versicherer meist mit der staatlichen Rente abstimmt. Das bedeutet, dass der Termin der ersten Monatsrente seitens des Versicherers mit dem Termin der ersten staatlichen Rente übereinstimmt. Natürlich lässt sich die Laufzeit aber auch so vereinbaren, dass Sie die Betriebsrente schon früher oder erst später erhalten.

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Welche Abzüge kommen beim
Auszahlen der Pensionskasse auf Sie zu?

Wo Geld im Spiel ist, muss man sich zumeist auch mit Steuern auseinandersetzen. Das Thema bleibt Ihnen somit auch hinsichtlich der Betriebsrente aus der Pensionskasse nicht erspart. Hier bestehen zwei Optionen: 

  1. Haben Sie Ihre Anwartschaft bei der Pensionskasse vor dem 01.01.2005 erworben und wurde diese somit pauschal besteuert? Sind Sie heute älter als 60 Jahre? Bestand Ihre Anwartschaft für mindestens 12 Jahre und haben Sie mindestens 5 Jahre investiert? Dann haben Sie Glück. Sie können sich das Geld sofort auszahlen lassen und müssen dann keine Steuern bezahlen (100 % Kapitalabfindung). Zudem sind die Steuern, sofern Sie sich für die monatliche Rente entscheiden, nach § 22 Nr. 1a EstG kleiner.
  2. Haben Sie Ihre Anwartschaft erst nach dem 01.01.2005 erworben? Dann müssen Sie Ihre Betriebsrente voll mit Ihrem persönlichen Steuersatz und entsprechend Ihrer Steuerklasse versteuern. Denn mit den Investitionen konnten Sie bereits Steuern und Sozialabgaben sparen (Stichwort „Entgeltumwandlung“). Das nennt man auch „nachgelagerte Besteuerung“.

Neben der Steuer müssen Sie damit rechnen, auch noch eine Teilsumme an die Krankenkasse zu entrichten. Das hat ebenfalls mit den Vorteilen der Entgeltumwandlung zu tun. Weil Sie durch die Investitionen direkt aus dem Bruttoeinkommen auch bei der Krankenkasse sparen, möchte die Krankenkasse im Alter etwas „zurück haben“. 

Sofern Sie eine Betriebsrente von mehr als 159,25 Euro erhalten, müssen Sie etwa 18,75 % der Betriebsrente an die Krankenkasse entrichten. Das müssen Sie nur für die Differenz zwischen den 159,25 Euro und dem Höchstwert Ihrer Rente. 

Beispiel: Wenn Sie also beispielsweis eine Betriebsrente von 300 Euro monatlich erhalten, dann sind 159,25 Euro davon definitiv frei. Die rund 18,75 % für die Krankenkasse sind nur für 140,75 Euro zu entrichten (300 Euro minus 159,25 Euro). Davon 18,75 % sind wiederum 26,39 Euro. Rein mit Blick auf die Krankenkasse bleiben Ihnen von der Betriebsrente also etwa 273,61 Euro minus Steuer. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel zur Doppelverbeitragung.

In den Nachrichten heißt es, Pensionskassen stünden unter Druck.

Mehreren Medienberichten nach zehren die Pensionskassen in Deutschland an dem noch immer andauernden Zinstief der Europäischen Zentralbank. Vorher konnten sie noch mit Gewinnen aus Investitionen – beispielsweise in Anleihen – rechnen. Diese werden nunmehr kaum noch verzinst und die Pensionskassen haben es schwer, die Renten auszuzahlen. In der Konsequenz mussten erste Kassen ihren Versicherten die Betriebsrente um mehrere Prozent kürzen. Ebenso dürfen sie keine neuen Kunden annehmen. 

Einem Bericht von Stiftung Warentest aus dem Jahr 2020 nach, trifft es vor allem die Pensionskassen, die als Versicherungsverein organisiert sind. Hier haben Versicherte keinen Insolvenzschutz und sind machtlos bei den Schritten, die die Pensionskasse unternimmt. Die BaFin als Aufsicht warnte schon früh vor dieser Situation.

Kann man die Pensionskasse vorab auszahlen lassen (Vorbezug)?

Grundsätzlich kann man die Pensionskasse zwar auflösen, in den meisten Fällen erweist sich so ein Vorbezug durch hohe Kosten aber als nicht sinnvoll

Wer die Pensionskasse vorab auflöst und sich das Geld auszahlen lässt, verwendet das Geld laut Gesetz förderschädlich. Und in dem Fall muss man unter anderem die Steuervorteile zurückzahlen. Genauer muss man das Bruttoeinkommen nachversteuern und -sozialversichern, das bis dato von beidem frei blieb. Dabei kommen hohe Summen zustande, die den Rückkaufswert deutlich reduzieren

Mit Blick auf die Kosten kann es sinnvoller sein, die Pensionskasse ruhen zu lassen oder nur noch eine kleine Summe einzuzahlen. So lösen Sie sich zumindest emotional von der Pensionskasse und erhalten später immer noch eine entsprechend kleinere Betriebsrente. In manchen Fällen ist es auch machbar, in Absprache mit dem Chef den Anbieter und die Form der betrieblichen Altersvorsorge zu ändern. Ein Anbieterwechsel zu einer Direktversicherung wie fairrbav kann sich als Vorteil erweisen. Da Ihr Betrieb die Pensionskasse verwaltet, müssen Sie sich hierzu an ihn wenden.

Kapitalbezug sofort und komplett oder als kontinuierliche monatliche Rente?

Sie können sich entweder für die Variante „30 % sofort + kleinere monatliche Rente“ entscheiden oder für die „einfache monatliche Rente“, die dann dementsprechend höher ist. Hören Sie dabei auf ihren Bauch und beachten Sie diese Fakten:

Warum das Thema Lebensdauer Relevanz hat:

Die Kapitalabfindung von bis zu 30 % bekommen Sie einmal. Rentenzahlungen bekommen Sie bis zu Ihrem Ableben. Was das im Detail für Sie bedeutet? Je nachdem, wie lange Sie leben werden, erhalten Sie mit monatlichen Zahlungen entweder weniger oder mehr Geld als mit einer Kapitalabfindung. 

Vor allem, wenn Sie beim Eintritt in die Rente noch wohlauf sind, kann sich die monatliche Rente somit als profitabler erweisen. Eine Direktversicherung funktioniert in Sachen Auszahlung / Kapitalbezug sehr ähnlich wie eine Pensionskasse. So würden Sie mit einem Kapital von beispielsweise 100.000 Euro bei der fairrbav – also unserer Version der Direktversicherung – eine monatliche Rente von etwa 371 Euro erhalten. 

 

Welche weiteren Faktoren können entscheidend sein?

Natürlich gibt es noch weitere relevante Aspekte bei der Entscheidungsfindung zwischen einmaliger Auszahlung und monatlicher Rente. Sollten Sie beispielsweise Ihren Lebensunterhalt bereits durch die gesetzliche Rente, Mieteinkünfte und bestehendes Kapital decken können, dann kann eine sofortige Auszahlung und somit ein voller Kapitalbezug die bessere Entscheidung darstellen. Sie könnten das Guthaben beispielsweise in ETFs und Indexfonds investieren und sich so Renditechancen sichern. Auch eventuelle Schulden ließen sich damit zurückzahlen. Hier sollten Sie rational, berechnend und zukunftssicher entscheiden.

Das Wesentliche noch einmal in Kürze:

  • Die Pensionskasse ist auszahlbar ab dem Punkt, ab dem Sie nicht mehr arbeiten.
  • Sie können sich einmal bis zu 30 % des Geldes sofort auszahlen lassen und dann eine kleinere monatliche Rente in Anspruch nehmen. Oder Sie nehmen eine höhere monatliche Betriebsrente und verzichten auf die bis zu 30 %.
  • Was Sie ausbezahlt bekommen, ist zu 100 % zu versteuern. Ausnahmen bestehen, wenn Sie Ihre Anwartschaft vor dem 01.01.2005 erworben haben. Dann können Sie sich das Guthaben teilweise steuerfrei auszahlen lassen.
  • Sie können sich das Geld in der Pensionskasse zwar vorab auszahlen lassen, aber es entstehen hohe Kosten. Denn laut Gesetz verwenden Sie das Geld förderschädlich und so ist der Rückkaufswert entsprechend reduziert.
  • Pensionskassen stehen vermehrt unter Druck und manche mussten ihren Versicherten die Betriebsrente um mehrere Prozent kürzen. Als Grund dafür kommunizieren die Pensionskassen die andauernde Tiefzinsphase und die zunehmende Lebensdauer der Betriebsrentner.