Direktversicherung – Ein Portrait.

Sie führen ein Gespräch mit dem Rentenberater und fallen aus allen Wolken. Obwohl Sie das komplette Arbeitsleben in die Rente einzahlen werden, sind die Einkünfte im Rentenalter nur ansatzweise zufriedenstellend. Zeit also, die Rente selbst noch etwas aufzustocken. Doch mit welcher Maßnahme? Da wäre beispielsweise die betriebliche Altersvorsorge – kurz bAV

Jeder deutsche Arbeitnehmer hat ein Recht auf jede Form der betrieblichen Altersvorsorge. Und bei einem Abschluss heute erhalten Sie kontinuierlich noch mindestens 15 % Ihrer monatlichen Investitionen als Arbeitgeberzuschuss obendrauf. Wer heute bereits spart, den Abschluss also schon hinter sich hat, bekommt diesen Zuschuss spätestens ab dem 01.01.2022. 

Was sich attraktiv anhört, wird dann aber doch noch etwas komplexer. Denn die betriebliche Altersvorsorge teilt sich in fünf verschiedene Unterformen auf. Eine davon ist die „Direktversicherung“. Was diese umfasst und auszeichnet, dazu in diesem Text mehr.

Das Wichtigste in Kürze
  • Funktionsweise: Direktversicherungen sind eine Lebens- oder Rentenversicherung, die der Arbeitgeber im Namen des Arbeitnehmers bei einem dritten Anbieter abschließt. Sie sind eine von insgesamt 5 Formen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV).
  • Verbreitung: Die Direktversicherung ist die in Deutschland unter Arbeitnehmern die am weitesten verbreitete Form der bAV. Unterschiede zu den anderen Formen bestehen aber nur im Detail, ansonsten funktionieren sie alle sehr ähnlich.
  • Auszahlung: Direktversicherungen haben eine feste Laufzeit und werden am Ende der Laufzeit monatlich ausgezahlt. Sie haben auch ein Kapitalwahlrecht und dürfen sich bis zu 30 % der Summe sofort auszahlen lassen. Die monatliche Rente ist dann entsprechend geringer.
  • Frühzeitige Auszahlung oder Kündigung: Eine Auszahlung vor dem Laufzeitende ist nicht möglich. Im Kündigungsfall erhalten Sie das Geld erst zum Ende der Laufzeit. Zudem ist dann mit einem deutlich verminderten Rückkaufswert zu rechnen.
  • Steuern: Einzahlungen in eine Direktversicherung werden direkt dem Bruttoeinkommen entnommen. Dieser Teil des Bruttoeinkommens ist bis 552 Euro monatlich steuerfrei und bis 276 Euro monatlich sozialversicherungsfrei. Die monatlich ausgezahlte Betriebsrente ist zu 100 % zu versteuern. Zudem müssen Sie ab einer bestimmten monatlichen Höhe der Betriebsrente einen Teil an die Krankenkasse abgeben.
  • ETF bAV: Unsere bAV unterscheidet sich deutlich von anderen Direktversicherungen. Hier investieren Sie zusammen mit dem Arbeitnehmer in kosteneffiziente ETFs und Indexfonds und maximieren so Ihre Renditechancen.

4 schnelle Antworten zur Direktversicherung:

Hier finden Sie vier schnelle und leicht verständliche Antworten, die die wesentlichen Fakten des Textes beinhalten. Bereits nach diesen Antworten sind Sie informiert – unterhalb vertiefen wir sie noch etwas mit Beispielen.

Was ist eine Direktversicherung?

Direktversicherungen sind eine Unterform der betrieblichen Altersvorsorge und normale Lebens- oder Rentenversicherungen, die ein Arbeitgeber einzeln im Namen seiner Arbeitnehmer abschließt. Nach dem Abschluss zahlen die Arbeitnehmer monatlich eine fest vereinbarte Summe aus ihrem Bruttoeinkommen ein, die jederzeit änderbar ist. Dabei profitieren sie sowohl von Steuervorteilen als auch von Zuschüssen seitens des Betriebs. Ob bis dahin ein Jobwechsel passierte oder nicht – im Alter erhalten die Arbeitnehmer eine Betriebsrente / Altersversorgung zusätzlich zur Rente vom Staat.

Welche Vorteile bieten Direktversicherungen?

Einerseits haben Sie Steuervorteile. Wenn Sie etwas in die Direktversicherung einzahlen, dann tun Sie das von Ihrem Bruttoeinkommen. Und zwar, bevor Sie dieses versteuern und sozialversichern. Durch das nach der Investition verminderte Bruttoeinkommen müssen Sie nicht mehr so viel ans Finanzamt, die Krankenkasse und die Rentenkasse entrichten wie vorher. Andererseits erhalten Sie mindestens 15 % als Arbeitgeberzuschuss dazu. Das wurde per Gesetz beschlossen und findet spätestens ab dem 01.01.2022 statt. Sie sparen also mehr, als Sie selbst einzahlen. Das sind die beiden wesentlichen Vorteile.

Ab wann bekommt man die Betriebsrente?

Bei Direktversicherungen wird eine feste Laufzeit vereinbart. Gewöhnlicherweise endet diese Laufzeit zusammen mit dem Arbeitsleben. Das bedeutet, dass Sie sich die Betriebsrente auszahlen lassen können, sobald Sie auch die normale Rente vom Staat erhalten. Natürlich kann die Laufzeit aber auch früher oder später enden.

Ist die Direktversicherung direkt
an den Arbeitgeber gebunden?

Grundsätzlich nein. Obwohl die bAV und Direktversicherung über den Betrieb laufen, verlieren Sie das Ersparte nicht, wenn Sie einen Jobwechsel vornehmen und aus dem Unternehmen ausscheiden. Sie können eine Direktversicherung unter Umständen zum neuen Arbeitgeber mitnehmen oder sie privat weiter besparen.

Unterschied zwischen Direktversicherungen
anderen Formen der bAV

Direktversicherungen sind eine Unterform der bAV („Durchführungswege“) und auch die unter Arbeitnehmern am meisten verbreitete Form

In Deutschland wurde Stand Ende 2018 eine Zahl von 8,37 Millionen Direktversicherungen bespart. Zudem waren es allein 4,67 Millionen Verträge mehr als bei der zweitplatzierten Form, der Pensionskasse. Das ist sicher auch ein Grund dafür, dass die “Direktversicherung” oft synonym zu “betriebliche Altersvorsorge” verwendet wird. Neben diesen beiden Formen existieren noch der Pensionsfonds, die Unterstützungskasse sowie die Direktzusage oder Pensionszusage eines Betriebs. Sie alle haben aber keine so hohen Anteile.

Grundsätzlich unterscheiden sich Direktversicherungen kaum von den anderen sogenannten Durchführungswegen. So ist etwa die Art und Weise, wie Sie einzahlen und unter anderem Steuern sparen, bei allen Formen dieselbe.

Die Unterschiede fallen allerhöchstens im Detail auf.

So wird die Pensionskasse beispielsweise erst ausbezahlt, wenn man wirklich nicht mehr arbeitet, statt dass eine Laufzeit endet. Pensionsfonds investieren die Gelder der Arbeitnehmer wiederum in Fonds, um höhere Renditechancen zu bieten. Direktversicherungen tun das normalerweise nicht – außer bei der sich deutlich abhebenden ETF bAV. Hier sind es moderne ETFs mit sehr überschaubaren laufenden Kosten und noch besseren Renditechancen.

Das sind nur zwei Beispiele von vielen.

Am Ende kann man festhalten, dass es einen Grund hat, dass die Direktversicherungen so weit vorne sind. Sie bieten sowohl für die Arbeitnehmer als auch für die Arbeitgeber die attraktivsten Vorteile und sind einfach umzusetzen.

Wie funktioniert eine Direktversicherung?

Als Arbeitnehmer haben Sie laut Gesetz das Recht auf eine betriebliche Altersvorsorge. Sofern Betriebe nicht ohnehin allen Mitarbeitern die bAV anbieten, dürfen sie diesen Wunsch nicht ablehnen. Sie haben als Arbeitnehmer nur keinen Einfluss darauf, ob der Betrieb auch tatsächlich eine Direktversicherung abschließt. Das und auch über den Anbieter darf wiederum der Betrieb allein entscheiden. 

Sie zahlen in die Direktversicherung ein, indem Sie das Prinzip und die Vorteile der „Entgeltumwandlung“ nutzen. Das bedeutet, dass Sie eine fest vereinbarte und jederzeit änderbare Summe direkt von Ihrem Bruttoeinkommen einzahlen

Ein Beispiel: Sie haben ein Bruttoeinkommen von 3.000 Euro. Davon zahlen Sie 150 Euro ein und so müssen Sie nur noch ein Bruttoeinkommen von 2.850 Euro versteuern und sozialversichern. Dadurch kommt es zu attraktiven Ersparnissen. Würden Sie 250 Euro einzahlen, müssten Sie nur 2.750 Euro versteuern und sozialversichern. 

In der Steuerklasse 1 – zutreffend auf die meisten deutschen Arbeitnehmer (Alleinstehende, Geschiedene und Verwitwete ohne Kinder sowie nicht dauerhaft zusammenlebende Ehepartner und Lebenspartner) – kann das etwa so aussehen:

Position Ohne bAV bAV mit 150 € bAV mit 250 €
Arbeitslohn (brutto) 4.000 Euro 4.000 Euro 4.000 Euro
Betriebliche Altersvorsorge
(Arbeitgeberanteil)
- 150 Euro (+15%) 250 Euro (+15%)
Zu versteuerndes Bruttoeinkommen 4.000 Euro 3.850 Euro 3.750 Euro
Minus Lohnsteuer - 673,16 Euro - 630,75 Euro - 602,83 Euro
Minus Kirchensteuer
(9 % von Lohnsteuer)
- 60,58 Euro - 56,76 Euro - 54,25 Euro
Minus Solidaritätszuschlag
(5,5 % von Lohnsteuer)
- 37,02 Euro - 34,69 Euro - 33,15 Euro
Minus Krankenversicherung
(7,3 % + 0,55 % Zusatzbeitrag des Bruttoeinkommens –
Zusatzbeitrag kann je nach Krankenkasse variieren)
- 314 Euro - 302,23 Euro - 294,38 Euro
Minus Pflegeversicherung
(3,3 % des Bruttoeinkommens)
- 71 Euro - 68,34 Euro - 66,56 Euro
Minus Rentenversicherung
(9,3 % des Bruttoeinkommens)
- 372 Euro - 358,05 Euro - 348,75 Euro
Minus Arbeitslosenversicherung
(1,2 % des Bruttoeinkommens)
- 48 Euro - 46,20 Euro - 45 Euro
Gesamtsumme Steuern 770,76 Euro 722,20 Euro 690,23 Euro
Gesamtsumme Sozialversicherungen 805 Euro 774,81 Euro 754,69 Euro
Nettoeinkommen 2.424,24 Euro 2.352,99 Euro 2.305,08 Euro

Beim Blick in die Tabelle stellen Sie fest, dass das Nettoeinkommen unten nicht exakt um die Summe kleiner ist, die Sie oben in die bAV investiert haben. Wenn Sie 150 Euro + 15 % einzahlen, dann ist das Nettoeinkommen nur um 71,25 Euro kleiner*. Bei einer Investition von 250 Euro + 15 % ist das Nettoeinkommen nur um 119,16 Euro kleiner**. Sie sparen also einmal 78,75 Euro oder einmal 130,84 Euro monatlich bei den Steuern und Sozialabgaben. Jährlich wären das 945 Euro oder 1.570,08 Euro.

* 2.424,24 € – 2.352,99 € = 71,25 € // 150 € Investition – 71,25 € = 78,75 € Ersparnis (monatlich).
** 2.424,24 € – 2.305,08 € = 119,16 € // 250 € Investition – 119,16 € = 130,84 € Ersparnis (monatlich).

Das ist einer der wesentlichen Vorteile – fassen wir es nun noch einmal zusammen:

Welche Vorteile haben Sie bei der Direktversicherung?

  • Sie haben eine feste Laufzeit – nach Laufzeitende wird das Geld als monatliche Rente bis ans Lebensende ausbezahlt. Auf den Termin können Sie sich verlassen.
  • Die beschriebenen Steuervorteile sprechen für sich. Monatlich können Sie bis zu 552 Euro einzahlen, ohne das Geld versteuern zu müssen. Hinsichtlich der Sozialversicherungen sind es monatlich bis zu 276 Euro.
  • Es läuft alles über den Betrieb, in dem Sie arbeiten. Sie äußern also nur den Wunsch zur bAV und die Personaler Ihres Arbeitgebers kümmern sich darum. Beachten Sie aber, dass diese selbst über die Form und den Anbieter der bAV entscheiden und Sie hier normalerweise kein Mitspracherecht haben.
  • Auf Wunsch dürfen Sie sich nach Laufzeitende bis zu 30 % als Sofortrente auszahlen lassen. Das nennt man „Kapitalwahlrecht“. Aus den restlichen 70 % wird dann eine kleinere monatliche Rente berechnet. Falls Sie auf das Kapitalwahlrecht verzichten, wird die monatliche Rente aus 100 % der Summe berechnet.
  • Sie erhalten einen monatlichen Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 % Ihrer Investition dazu. Falls heute noch nicht, dann spätestens ab dem 01.01.2022. So zahlen Sie effektiv noch mehr ein, als Sie es ohnehin tun.

ETF bAV ist die besondere Art der Direktversicherung

All diese Vorteile und noch einen wesentlichen Vorteil obendrauf? Das ist das Credo der ETF bAV-Direktversicherung. Denn hier werden die Summen, die Sie als Arbeitnehmer einzahlen, zusätzlich in kosteneffiziente ETFs und Indexfonds investiert. 

Warum? Um die besten Renditechancen zu bieten und eine besonders hohe monatliche Altersversorgung zu erreichen. Durch die mit ETFs und Indexfonds erzielten Renditen sparen Sie eine deutlich höhere Summe als normal auf dem Rentenkonto an. Das macht die nachstehende Tabelle mit einer realistischen Durchschnittsrendite von 5 % im Jahr deutlich. Die laufenden Gebühren sind mit nur 0,7 % im Jahr sehr überschaubar.

Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge mit ETFs entdecken

Zur ETF bAV
Normale Direktversicherung ETF bAV mit 5 % Rendite im Jahr und 0,7 % Gebühren
Monatliche Investition 200 Euro 200 Euro
15 % Zuschuss vom Betrieb 30 Euro 30 Euro
Gesamtinvestition 230 Euro 230 Euro
Nach 1 Jahr 2.760 Euro 2.821,90 Euro
Nach 8 Jahren 22.080 Euro 26.156,35 Euro
Nach 16 Jahren 44.160 Euro 62.414,05 Euro
Nach 24 Jahren 66.240 Euro 112.674,15 Euro
Nach 32 Jahren 88.320 Euro 182.344,26 Euro

Nur durch die Rendite aus ETFs und Indexfonds hätte man in diesem Beispiel fast 100.000 Euro mehr auf dem Rentenkonto haben können. Bei der Summe von 88.320 Euro würde die monatliche Rente etwa 328 Euro umfassen. Bei 182.344,26 Euro wären es 676,21 Euro. Diese Rentensummen beziehen sich allein auf die ETF bAV

Interessant ist nun, wann man das Geld bekommt:

Ab wann können Sie sich das Geld auszahlen lassen?

Die Betriebsrente aus einer Direktversicherung wird üblicherweise automatisch ausbezahlt, sobald die vereinbarte Laufzeit vorüber ist. Schon heute weiß man, zu welchem Termin Ihr Arbeitsleben laut Gesetz endet und der Ruhestand beginnt. Normalerweise vereinbaren Arbeitnehmer den Start der Betriebsrente zu demselben Termin. So erhalten sie die Altersversorgung und die staatliche Rente zusammen und das bis ans Lebensende. 

Das hat verschiedene Vorteile. Einerseits nutzen Sie die Zeit, um wirklich bis zum Ende einzuzahlen und zu sparen. Die monatliche Rente ist so höher. Andererseits lassen Sie sich das Geld erst dann auszahlen, wenn Sie es wirklich brauchen. Denn wozu sollten Sie sich die betriebliche Altersvorsorge schon mit 62 auszahlen lassen, wenn Sie noch arbeiten und normales Arbeitseinkommen beziehen?

Vorab können Sie sich das Geld nicht auszahlen lassen.

In Ausnahmefällen können Sie zwar die Direktversicherung kündigen

Doch das Geld erhalten Sie dann trotzdem erst zum Laufzeitende. Zudem müssen Sie dann mit einem deutlich verminderten Rückkaufswert rechnen. Das Gesetz formuliert, das vorab gekündigte Betriebsrenten förderschädlich verwendet werden. Und das hat die Konsequenz, dass man unter anderem alle erhaltenen Steuervorteile zurückzahlen muss. 

Konkreter bedeutet es, dass Sie all das Bruttoeinkommen, das Sie über die Jahre nicht versteuert haben, nun nachversteuern müssen. Ebenso müssen Sie die Defizite bei der Krankenkasse und Rentenkasse ausbessern. Vom Ersparten auf dem Rentenkonto bleibt also nur eine Teilsumme über. 

Möchten Sie sich von der Direktversicherung lösen, dann ist es meist sinnvoller, diese ruhen zu lassen. Sie zahlen dann einfach nichts mehr ein, erhalten am Ende eine entsprechend kleinere Betriebsrente, aber haben keine Kosten. Falls Sie mit dem Anbieter unzufrieden sind und beispielsweise zu Raisin Pension wechseln möchten, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Betrieb. Vielleicht lenkt er ein und nimmt den Wechsel vor.

Bedenken Sie, dass Sie die Betriebsrente wie die normale Rente auch versteuern müssen. Dafür verrechnen Sie das Einkommen mit Ihrem normalen Einkommensteuersatz und der zutreffenden Steuerklasse. Was Sie steuerlich beachten müssen, erfahren Sie im Artikel „Direktversicherung & Steuer“. Ferner ist es so, dass einen Teil der späteren Betriebsrente an die Krankenkasse entrichten müssen. Hierzu lesen Sie mehr im Artikel zur „Doppelverbeitragung“. Seit 2020 besteht ein neues Gesetz, das Betriebsrentner entlastet. Demnach sind nur noch Renten ab 159,25 Euro monatlich für die Krankenkasse relevant.

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