Direktversicherung & Steuer –heute sparen Sie, später zahlen Sie, aber wie viel jeweils?

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Altersvorsorge hat in Deutschland vor allem einen Vorteil: Dafür, dass Sie etwas fürs Alter tun, werden Sie vom Staat hinsichtlich der zu entrichtenden Steuern entlastet. Ihre spätere Rente versteuern Sie dann mit Ihrem normalen Steuersatz, der zur Rente normalerweise abnimmt. So ist es auch bei der betrieblichen Altersvorsorge und der Direktversicherung als eine ihrer Durchführungswege – beispielsweise bei der fairrbav. Wir decken auf, was Sie als Arbeitnehmer hinsichtlich der Steuer heute sparen und was Sie später bezahlen. Außerdem erklären wir, was bei einem schon viele Jahre bestehenden Altvertrag von vor 2005 zu beachten ist. So erhalten Sie einen einfach verständlichen Blick auf das sonst so komplexe Steuerthema.

Das Wichtigste in Kürze
  • Sie können bis zu 552 Euro monatlich in die Direktversicherung einzahlen und müssen diesen Teil Ihres Bruttoeinkommens nicht mehr versteuern. Das sind 8 % der momentanen Beitragsbemessungsgrenze. Zahlen Sie mehr als 552 Euro monatlich ein, dann ist die entsprechende Differenz zu versteuern.
  • Weil der Steuervorteil direkt über das versteuerte Bruttoeinkommen zustande kommt, ist die bAV für Ihre Steuererklärung nicht relevant.
  • Im Alter müssen Sie die Betriebsrente voll mit Ihrem zutreffenden Steuersatz / Steuerklasse versteuern. Unter Umständen müssen Sie auch um die 18,75 % der Rente an die Krankenkasse entrichten, aber nur ab einer monatlichen Betriebsrente von 159,25 Euro aufwärts.

Welche Steuerersparnis kommt durch
die Direktversicherung zustande?

Grundsätzlich ist es bei der bAV so, dass Sie bei der Steuer nur dann sparen, wenn Sie als Arbeitnehmer auch selbst etwas einzahlen und nicht nur Ihr Chef. Das Stichwort lautet Entgeltumwandlung (oder Gehaltsumwandlung) und es betrifft die Direktversicherung wie auch die anderen Unterformen der betrieblichen Altersvorsorge. Darunter finden sich etwa die Pensionskasse oder der Pensionsfonds.

Wenn Sie also in der Ansparphase von Ihrem Bruttoeinkommen direkt etwas einzahlen – also noch bevor es als Netto auf Ihr Konto überwiesen wird –, dann werden Sie belohnt. Ihr Bruttoeinkommen wird nämlich um die Investitionen reduziert und dadurch müssen Sie nur einen Teil Ihres Bruttoeinkommens versteuern. Wenn Sie beispielsweise 3.000 Euro brutto verdienen und 200 Euro in die bAV einzahlen, dann müssen Sie nur 2.800 Euro versteuern.

Dieses Prinzip zählt für bis zu 552 Euro monatlich. Diese Summe können Sie investieren, ohne das Geld als Einkommen versteuern zu müssen. Wenn Sie die Höchstsumme ausreizen, brauchen Sie bis zu 6.624 Euro im Jahr nicht zu versteuern. Dabei kommt eine ordentliche Steuerersparnis heraus, wobei diese unter anderem durch Ihre Steuerklasse bestimmt wird.

In der Steuerklasse 1 sind alle Alleinstehenden, Geschiedenen und Verwitweten ohne Kinder sowie Verheiratete und Lebenspartner, die nicht dauerhaft zusammen wohnen. Die Klasse ist unter den deutschen Arbeitnehmern am meisten verbreitet, deshalb hierzu ein Beispiel:

Nehmen wir an, dass Sie in Steuerklasse 1 ein Bruttoeinkommen von 3.000 Euro haben. Nun investieren Sie einmal 150 Euro monatlich und einmal 250 Euro monatlich. Ihr Arbeitgeber schießt laut Gesetz 15 % dazu, wobei das Ihre Steuerersparnis nicht beeinflusst:

Position Ohne bAV bAV mit 150 € bAV mit 250 €
Arbeitslohn (brutto) 3.000 Euro 3.000 Euro 3.000 Euro
Betriebliche Altersvorsorge
(Arbeitgeberzuschuss)
- 150 Euro (+15%) 250 Euro (+15%)
Zu versteuerndes Bruttoeinkommen 3.000 Euro 2.850 Euro 2.750 Euro
Minus Lohnsteuer - 406,08 Euro - 368,91 Euro - 344,50 Euro
Minus Kirchensteuer
(9 % von Lohnsteuer)
- 36,54 Euro - 33,20 Euro - 31 Euro
Minus Solidaritätszuschlag
(5,5 % von Lohnsteuer)
- 22,33 Euro - 20,29 Euro - 18,94 Euro
Gesamtsumme Steuern 464,95 Euro 422,40 Euro 394,44 Euro
Arbeitslohn (netto) 2.535,05 Euro 2.427,60 Euro 2.355,56 Euro

Kurz erklärt: Die Steuerersparnis berechnet sich, indem Sie das „neue“ bAV-Nettoeinkommen vom normalen Nettoeinkommen ohne bAV abziehen. Zahlen Sie also monatlich 150 Euro + 15 % ein, dann ist Ihr Nettoeinkommen um 107,45 Euro kleiner als sonst. Die Differenz ist Ihre Steuerersparnis. In diesem Fall sind es also 42,55 Euro monatlich und 510,60 Euro im Jahr. Wenn Sie 250 Euro + 15 % einzahlen, sparen Sie bei der Steuer 70,51 Euro monatlich und 846,12 Euro im Jahr.

Weiterer Vorteil: Mit einer Direktversicherung inklusive Entgeltumwandlung sparen Arbeitnehmer nicht nur bei der Steuer, sondern auch bei den Sozialabgaben. Während Sie hinsichtlich der Steuer bis zu 552 Euro monatlich steuerfrei investieren können, sind 276 Euro und damit die Hälfte sozialversicherungsfrei. Dabei handelt es sich einmal um 8 % und einmal um 4 % der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze. Das bedeutet, Sie zahlen auch weniger an die Krankenkasse und in die gesetzliche Rentenversicherung ein.

Muss ich die Direktversicherung in der Steuererklärung angeben?

Weil Sie direkt aus Ihrem Bruttoeinkommen in die betriebliche Altersvorsorge und Direktversicherung einzahlen, brauchen Sie diese bei der Steuererklärung nicht zu berücksichtigen. Die Investitionen stehen auf Ihrer monatlichen Lohnabrechnung. Steuerlich und hinsichtlich der Sozialabgaben ist dann nur noch das restliche Bruttoeinkommen relevant. Sie sparen die Steuer also sofort, statt sie sich nach einem Jahr über die Steuererklärung „zurückzuholen“. Das merken Sie in Ihrem Nettoeinkommen, das nicht um beispielsweise exakt 150 Euro kleiner ist, obwohl Sie 150 Euro investiert haben.

Und wie sieht es im Alter aus?

Wie muss ich die Direktversicherung versteuern?

In der Ansparphase sparen Sie immens an Steuern. Nehmen wir an, Ihre Steuerersparnis umfasst tatsächlich 510 Euro im Jahr, so wie im Beispiel oben mit der monatlichen Investition von 150 Euro. Und nehmen wir an, dass Sie Ansparphase noch 30 Jahre andauert, dann könnten Sie eine Gesamtsteuerersparnis von mehr als 15.000 Euro erzielen.

Die Betriebsrente, die Sie nachher erhalten, müssen Sie versteuern. Und zwar mit Ihrem normalen Einkommensteuersatz / Ihrer Steuerklasse. In der Rente ist der Satz aufgrund der neuen Einkommensverhältnisse mit der Rente vom Staat normalerweise niedriger.

Wer als Rentner in Steuerklasse 1 ist und beispielsweise ein Jahreseinkommen von 30.000 Euro erzielt, muss im Jahr 2020 etwa 306,28 Euro monatlich an Steuern zahlen. In Steuerklasse 3, relevant für zusammenlebende Ehepaare, wären es etwa 60,30 Euro. Welcher Steuersatz auf Sie zutrifft, können Sie am besten in der Einkommensteuertabelle herausfinden. Die Steuersätze ändern sich normalerweise von Jahr zu Jahr.

Hinweis: Sie müssen bei der Betriebsrente nicht nur Steuern bezahlen, sondern auch einen Teil an die Krankenkasse entrichten. Etwa 18,75 % sind es, also der aktuelle Beitragssatz für die Krankenversicherung und Pflegeversicherung. Das ist bei anderen Formen der Altersvorsorge wie beispielsweise der Riester-Rente oder Rürup-Rente nicht so und nennt sich „Doppelverbeitragung“. Seit 2020 können Betriebsrentner aber aufatmen: Die etwa 18,75 % fallen erst ab einer Betriebsrente von mehr als 159,25 Euro monatlich auf die Differenz an. Wer also eine Rente von 300 Euro erhält, muss nur 140,75 Euro mit den etwa 18,75 % verrechnen. Wer eine Rente unter 159,25 Euro bekommt, muss nichts entrichten.

Wie sieht es mit Altverträgen aus?

Solche Verträge zur betrieblichen Altersvorsorge, die vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden, zählen heute als “Altverträge”. Der Grund dafür ist die Rentenreform aus den Jahren 2004 / 2005, die vieles veränderte. Unter anderem auch die Steuer hinsichtlich der Arbeitgeberbeiträge. Diese konnten bis hin zu einer Summe von 1.752 Euro im Jahr pauschal mit 20 % besteuert werden – plus Soli und eventuell Kirchensteuer. Dafür musste man die letztendliche Betriebsrente teils nicht versteuern.

Die Reform veränderte den Umstand so, dass man ab dato steuer- und sozialversicherungsfrei in die bAV einzahlen konnte. Heute sind es wie weiter oben schon erwähnt 552 Euro bei den Steuern und 276 Euro bei den Sozialabgaben monatlich. Inhaber von Altverträgen konnten und können, damit sie durch die neue Rentenreform keine Nachteile hatten und haben, die pauschale Steuer weiterführen. So können sie auch heute noch von dem entsprechenden Steuervorteil bei der Betriebsrente profitieren. Da sich Fairr und die fairrbav aber erst in den letzten Jahren entwickelten, ist das Thema “Altverträge” für unsere Kunden nicht relevant.

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