Direktversicherung & Steuer

Heute sparen Sie, später zahlen Sie, aber wie viel jeweils?

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Altersvorsorge hat in Deutschland vor allem einen Vorteil: Dafür, dass Sie etwas fürs Alter tun, werden Sie vom Staat hinsichtlich der zu entrichtenden Steuern entlastet. Ihre spätere Rente versteuern Sie dann mit Ihrem normalen Steuersatz, der zur Rente normalerweise abnimmt. So ist es auch bei der betrieblichen Altersvorsorge und der Direktversicherung als eine ihrer Durchführungswege. Erfahren Sie, was Sie als Arbeitnehmer hinsichtlich der Steuer heute sparen und was Sie später bezahlen. Außerdem erklären wir, was bei einem schon viele Jahre bestehenden Altvertrag von vor 2005 zu beachten ist.

Das Wichtigste in Kürze
  • Versteuerung: Monatliche Einzahlungen von 564 EUR aus dem Bruttoeinkommen sind steuerfrei. Das entspricht 8 % der momentanen Beitragsbemessungsgrenze. Zahlen Sie monatlich mehr als 564 EUR ein, müssen Sie die entsprechende Differenz zum Freibetrag versteuern.
  • Versteuerung von Altverträgen: Wenn Sie eine Betriebsrente vor der Rentenreform 2004 / 2005 abgeschlossen haben, können Sie nach wie vor die damalige Steuersituation nutzen. Das bedeutet die pauschale Besteuerung mit 20 % von Einzahlungen bis 1.752 EUR und Steuerersparnisse bei der Auszahlung. Alternativ können Sie auch die aktuelle Versteuerung wählen.
  • Steuererklärung: Sie nutzen Steuervorteil durch die direkte Abgabe aus dem Bruttoeinkommen und müssen diese nicht in der Steuererklärung angeben.
  • Steuern und Abgaben bei Auszahlung: Im Alter müssen Sie die Betriebsrente voll mit Ihrem Steuersatz bzw. Ihrer Steuerklasse versteuern. Ab einer monatlichen Betriebsrente von 159,25 EUR aufwärts müssen Sie zudem 18,75 % der Rente an die Krankenkasse abgeben.

Welche Steuerersparnis kommt durch
die Direktversicherung zustande?

Grundsätzlich ist es bei der bAV so, dass Sie bei der Steuer nur dann sparen, wenn Sie als Arbeitnehmer auch selbst etwas einzahlen und nicht nur Ihr Chef. Das Stichwort lautet Entgeltumwandlung (oder Gehaltsumwandlung) und es betrifft die Direktversicherung wie auch die anderen Unterformen der betrieblichen Altersvorsorge. Darunter finden sich etwa die Pensionskasse oder der Pensionsfonds.

Wenn Sie also in der Ansparphase von Ihrem Bruttoeinkommen direkt etwas einzahlen – also noch bevor es als Netto auf Ihr Konto überwiesen wird –, dann werden Sie belohnt. Ihr Bruttoeinkommen wird nämlich um die Investitionen reduziert und dadurch müssen Sie nur einen Teil Ihres Bruttoeinkommens versteuern. Wenn Sie beispielsweise 3.000 EUR brutto verdienen und 200 EUR in die bAV einzahlen, dann müssen Sie nur 2.800 EUR versteuern.

Dieses Prinzip zählt für bis zu 564 EUR monatlich. Diese Summe können Sie investieren, ohne das Geld als Einkommen versteuern zu müssen. Wenn Sie die Höchstsumme ausreizen, brauchen Sie bis zu 6.816 EUR im Jahr nicht zu versteuern. Dabei kommt eine ordentliche Steuerersparnis heraus, wobei diese unter anderem durch Ihre Steuerklasse bestimmt wird.

In der Steuerklasse 1 sind alle Alleinstehenden, Geschiedenen und Verwitweten ohne Kinder sowie Verheiratete und Lebenspartner, die nicht dauerhaft zusammen wohnen. Die Klasse ist unter den deutschen Arbeitnehmern am meisten verbreitet, deshalb hierzu ein Beispiel:

Nehmen wir an, dass Sie in Steuerklasse 1 ein Bruttoeinkommen von 3.000 EUR haben. Nun investieren Sie einmal 150 EUR monatlich und einmal 250 EUR monatlich. Ihr Arbeitgeber schießt laut Gesetz 15 % dazu, wobei das Ihre Steuerersparnis nicht beeinflusst:

Position Ohne bAV bAV mit 150 € bAV mit 250 €
Arbeitslohn (brutto) 3.000 EUR 3.000 EUR 3.000 EUR
Betriebliche Altersvorsorge
(Arbeitgeberzuschuss)
- 150 EUR (+15%) 250 EUR (+15%)
Zu versteuerndes Bruttoeinkommen 3.000 EUR 2.850 EUR 2.750 EUR
Minus Lohnsteuer - 406,08 EUR - 368,91 EUR - 344,50 EUR
Minus Kirchensteuer
(9 % von Lohnsteuer)
- 36,54 EUR - 33,20 EUR - 31 EUR
Minus Solidaritätszuschlag
(5,5 % von Lohnsteuer)
- 22,33 EUR - 20,29 EUR - 18,94 EUR
Gesamtsumme Steuern 464,95 EUR 422,40 EUR 394,44 EUR
Arbeitslohn (netto) 2.535,05 EUR 2.427,60 EUR 2.355,56 EUR

Kurz erklärt: Die Steuerersparnis berechnet sich, indem Sie das „neue“ bAV-Nettoeinkommen vom normalen Nettoeinkommen ohne bAV abziehen. Zahlen Sie also monatlich 150 EUR + 15 % ein, dann ist Ihr Nettoeinkommen um 107,45 EUR kleiner als sonst. Die Differenz ist Ihre Steuerersparnis. In diesem Fall sind es also 42,55 EUR monatlich und 510,60 EUR im Jahr. Wenn Sie 250 EUR + 15 % einzahlen, sparen Sie bei der Steuer 70,51 EUR monatlich und 846,12 EUR im Jahr.

Weiterer Vorteil: Mit einer Direktversicherung inklusive Entgeltumwandlung sparen Arbeitnehmer nicht nur bei der Steuer, sondern auch bei den Sozialabgaben. Während Sie hinsichtlich der Steuer bis zu 564 EUR monatlich steuerfrei investieren können, sind 282 EUR und damit die Hälfte sozialversicherungsfrei. Dabei handelt es sich einmal um 8 % und einmal um 4 % der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze. Das bedeutet, Sie zahlen auch weniger an die Krankenkasse und in die gesetzliche Rentenversicherung ein.

Muss ich die Direktversicherung in der Steuererklärung angeben?

Weil Sie direkt aus Ihrem Bruttoeinkommen in die betriebliche Altersvorsorge und Direktversicherung einzahlen, brauchen Sie diese bei der Steuererklärung nicht zu berücksichtigen. Die Investitionen stehen auf Ihrer monatlichen Lohnabrechnung. Steuerlich und hinsichtlich der Sozialabgaben ist dann nur noch das restliche Bruttoeinkommen relevant. Sie sparen die Steuer also sofort, statt sie sich nach einem Jahr über die Steuererklärung „zurückzuholen“. Das merken Sie auch in Ihrem Nettoeinkommen. Dieses würde sich beispielsweise bei einer Investition von 150 EUR nicht um exakt diesen Betrag verringern.

Wie muss ich die Direktversicherung versteuern?

In der Ansparphase sparen Sie immens an Steuern. Nehmen wir an, Ihre Steuerersparnis umfasst tatsächlich 510 EUR im Jahr, so wie im Beispiel oben mit der monatlichen Investition von 150 EUR. Und nehmen wir an, dass Sie Ansparphase noch 30 Jahre andauert, dann könnten Sie eine Gesamtsteuerersparnis von mehr als 15.000 EUR erzielen.

Die Betriebsrente, die Sie nachher erhalten, müssen Sie versteuern. Und zwar mit Ihrem normalen Einkommensteuersatz / Ihrer Steuerklasse. In der Rente ist der Satz aufgrund der neuen Einkommensverhältnisse mit der Rente vom Staat normalerweise niedriger.

Wer als Rentner in Steuerklasse 1 ist und beispielsweise ein Jahreseinkommen von 30.000 EUR erzielt, muss im Jahr etwa 306,28 EUR monatlich an Steuern zahlen. In Steuerklasse 3, relevant für zusammenlebende Ehepaare, wären es etwa 60,30 EUR. Welcher Steuersatz auf Sie zutrifft, können Sie am besten in der Einkommensteuertabelle herausfinden. Die Steuersätze ändern sich normalerweise von Jahr zu Jahr.

Hinweis: Sie müssen bei der Betriebsrente nicht nur Steuern bezahlen, sondern auch einen Teil an die Krankenkasse entrichten. Etwa 18,75 % sind es, also der aktuelle Beitragssatz für die Krankenversicherung und Pflegeversicherung. Das ist bei anderen Formen der Altersvorsorge wie beispielsweise der Riester-Rente oder Rürup-Rente nicht so und nennt sich „Doppelverbeitragung“. Seit 2020 können Betriebsrentner aber aufatmen: Die etwa 18,75 % fallen erst ab einer Betriebsrente von mehr als 159,25 EUR monatlich auf die Differenz an. Wer also eine Rente von 300 EUR erhält, muss nur 140,75 EUR mit den etwa 18,75 % verrechnen. Wer eine Rente unter 159,25 EUR bekommt, muss nichts entrichten.

Sonderfall: Wie werden Altverträge bis 2004 versteuert?

Für Altverträge, die vor der Rentenreform 2004/2005 abgeschlossen wurden, gilt weiterhin die pauschale Besteuerung: Auf Beiträge bis 1.752 EUR fallen 20 % Steuern an – plus Soli und eventuell Kirchensteuer. Dafür entstehen bei der Rentenauszahlung Steuerersparnisse, da die Steuersituation vor 2005 berücksichtigt wird und die Renten mit dem günstigeren Ertragsanteil besteuert werden.

Die Reform veränderte den Umstand so, dass man steuer- und sozialversicherungsfrei in die bAV einzahlen konnte. Heute sind es monatlich 564 EUR bei den Steuern und 282 EUR bei den Sozialabgaben. Inhaber von Altverträgen konnten und können, damit sie durch die neue Rentenreform keine Nachteile hatten und haben, die pauschale Steuer weiterführen. So können sie auch heute noch von dem entsprechenden Steuervorteil bei der Betriebsrente profitieren.

 

Steuern sparen funktioniert allerdings nicht nur über die betriebliche Altersvorsorge, auch bei einer Rürup-Rente erhalten Sparerinnen und Sparer erhebliche Steuervorteile. Sie können ihre Beiträge jährlich als Vorsorge­aufwendungen mit bis zu 25.639 EUR (Stand: 2022) in der Steuer­erklärung geltend machen. Davon werden 94 % vom Staat als abzugsfähig anerkannt. Ab 2025 sind es sogar 100 %. Eine genaue Berechnung der Steuerersparnis ist dabei ganz einfach mit unserem Rürup-Rechner möglich.

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