So lassen Sie sich die wohlverdiente
Betriebsrente (bAV) auszahlen:

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Millionen deutsche Arbeitnehmer zahlen in die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ein. Die Frage, die ihnen dabei am meisten auf dem Herzen liegt: „Wann bekomme ich die Betriebsrente und wie viel wird das sein?“ Genau das erfahren Sie hier. Wobei man vorab schon erwähnen muss: Heute kann – vor allem, wenn man mit ETFs betrieblich fürs Alter spart – noch niemand festmachen, wie hoch Ihre Auszahlung später einmal exakt sein wird. Ab wann Sie die Rente erhalten, ist heute aber schon klar.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die betriebliche Altersvorsorge ist auszahlbar ab Ende der Laufzeit. Die Laufzeit endet meist zusammen mit dem Arbeitsleben. Bei Pensionskassen ist keine Laufzeit vorhanden. Dort erhalten Sie das Geld, sobald Sie effektiv in Rente sind.
  • Bis auf diesen Unterschied bestehen hinsichtlich der Auszahlung keine weiteren Unterschiede zwischen den verschiedenen Formen der betrieblichen Altersvorsorge. Die Direktversicherung, Pensionskasse, Unterstützungskasse, der Pensionsfonds und die Direktzusage funktionieren identisch.
  • Sie haben bei der bAV ein Kapitalwahlrecht und können sich bis zu 30 % des Rentenkontos sofort auszahlen lassen. Die monatliche Rente bis ans Lebensende ist dann kleiner. Umso höher ist sie, wenn Sie sich das Kapital nicht auszahlen lassen.
  • Die Betriebsrente ist voll zu versteuern – mit dem persönlichen Einkommensteuersatz, der über das Jahreseinkommen und die Steuerklasse zustande kommt.
  • Zusätzlich zur Steuer müssen Sie etwa 18,75 % der Betriebsrente an die Krankenkasse entrichten. Seit 2020 besteht das Gesetz, dass dies erst bei Betriebsrenten von mehr als 159,25 Euro monatlich erforderlich ist und zudem nur für die Differenz ab 159,25

Wann wird die Betriebsrente ausgezahlt?

Meistens wird beim Abschluss der bAV eine Laufzeit vereinbart, nach deren Ende die Betriebsrente durch den Versicherer ausbezahlt wird. Oft endet die Laufzeit sinnvollerweise mit dem Start der Rente. Dann also, wenn auch die staatliche Rente aufs Konto kommt. Das ist etwa bei einer Direktversicherung (einer der Durchführungswege) die übliche Machart. Anders sieht es beispielsweise bei der Pensionskasse aus. Hier erhält man die Betriebsrente erst, wenn man wirklich nicht mehr arbeitet. Wer sich also mit maximal 67 Jahren, dem Höchstalter für den Rentenstart, immer noch fit fühlt und weiterarbeiten möchte, muss auf die Betriebsrente aus einer Pensionskasse noch verzichten.

Wie hoch wird meine Betriebsrente sein?

Wie hoch Ihre Betriebsrente später ist, wird in erster Linie dadurch bestimmt, was Sie heute einzahlen und ob das Geld seitens des Versicherers noch investiert wird. Je mehr Sie einzahlen, desto höher wird auch Ihre Betriebsrente sein. Bei einem Pensionsfonds oder bei der fairrbav als Direktversicherung werden die Summen beispielsweise in Fonds oder ETFs investiert. So soll sich der Wert des Rentenkontos besonders chancenreich entwickeln. Generell ist die tatsächliche Höhe der Betriebsrente erst kurz vor dem Laufzeitende und somit der Auszahlung bestimmbar. Vorher lässt sie sich nur anhand von historischen und rein effektiven Daten abschätzen.

Kann ich mir das Geld auch vorab
schon auszahlen lassen?

Nein, Sie können sich die bAV nicht vorab schon auszahlen lassen. Selbst, wenn Sie die bAV kündigen (und das funktioniert nur in Ausnahmefällen) erhalten Sie das Geld erst zum Laufzeitende. Zudem verwenden Sie das Geld dann förderschädlich. Das bedeutet, dass Ihnen hohe Kosten entstehen, da Sie unter anderem die bis dato erhaltenen Steuervorteile zurückzahlen müssen. Das reduziert den Rückkaufswert erheblich. Um die Kosten zu vermeiden, können Sie die betriebliche Altersvorsorge ruhen lassen und brauchen dann nichts mehr einzuzahlen (“Beitragsfreistellung”). Sie erhalten dann später eine entsprechend verminderte Betriebsrente.

Wie muss ich meine Betriebsrente versteuern?

Sie können zum Laufzeitende entscheiden, ob Sie sich bis zu 30 % des Geldes sofort auszahlen lassen möchten, oder nicht. Je nachdem, wie Sie sich entscheiden, ist die monatliche Betriebsrente etwas kleiner oder nicht. Versteuern müssen Sie indes alle ausbezahlten Summen mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz, der durch Ihr Jahreseinkommen und Ihre Steuerklasse bestimmt wird. Da Sie im Rentenalter wahrscheinlich ein niedrigeres Einkommen wie zu Arbeitszeiten mehr beziehen, ist ein entsprechend kleinerer Einkommensteuersatz zu erwarten.

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Die betriebliche Altersvorsorge ist meist ab Laufzeitende auszahlbar

Jeder deutsche Arbeitnehmer hat ein Recht auf die betriebliche Altersvorsorge und inzwischen müssen Arbeitgeber laut Gesetz einen direkten Zuschuss von mindestens 15 % monatlich leisten. Der Anreiz ist hoch – später erhalten Sie zusätzlich zur normalen staatlichen Rente eine Betriebsrente. 

Wenn Sie sich heute für die bAV entscheiden – eine Alternative zu rein privaten Maßnahmen der Altersvorsorge wie der Riester-Rente und Rürup-Rentevereinbaren Sie eine Laufzeit. Sinnvollerweise ist das Laufzeitende auch das Ende Ihres Arbeitslebens. Das bedeutet, dass Sie die Betriebsrente erhalten, sobald Sie auch die staatliche Rente beziehen. Theoretisch ist die Laufzeit aber auch so vereinbar, dass sie vor der Rente oder auch etwas später endet

Warum endet die Laufzeit meist mit dem Arbeitsleben?

Erstens, damit Sie beide Renten – also die Betriebsrente und die staatliche Rente – zusammen erhalten. Beides zusammen soll schließlich Ihr Alterseinkommen darstellen. 

Zweitens, damit die Betriebsrente Sie im Alter auch wirklich unterstützt. Der Versicherer zahlt Ihnen die monatliche Rente bis an Ihr Lebensende. Es ist aber nur die entsprechend erreichte Summe auf dem Rentenkonto vorhanden. Je früher der Versicherer also mit der Auszahlung startet, desto kleiner ist die monatliche Rente, die Sie erhalten. 

Drittens, damit Sie mehr Zeit haben, um monatlich in die Altersvorsorge einzuzahlen.

Und viertens, damit eventuelle Investitionen in Fonds und ETFs umso chancenreicher sind.

Eine Ausnahme von all dem besteht bei der Pensionskasse. Hier ist keine Laufzeit vorhanden. Vielmehr ist die Betriebsrente direkt mit dem Job verbunden. Sie erhalten das Geld erst, wenn Sie wirklich nicht mehr arbeiten. Frühestens also ab dem Renteneintritt laut Gesetz mit 65, 66 oder 67 Jahren. Wenn Sie aber noch weiterarbeiten möchten, erhalten Sie die Betriebsrente erst entsprechend später. Für die betriebliche Altersvorsorge ist das durchaus positiv, weil Sie umso länger einzahlen.

Sie haben ein Kapitalwahlrecht von bis zu 30 %.

Was bedeutet „Kapitalwahlrecht“? Es bedeutet, dass Sie entscheiden dürfen, ob Sie bis zu 30 % des Geldes aus der betrieblichen Altersvorsorge als einmalige Kapitalauszahlung  haben möchten oder nicht

Wenn Sie sich dafür entscheiden, ist die monatliche Betriebsrente entsprechend kleiner. Von den 30 % könnten Sie aber beispielsweise einen noch offenen Kredit abbezahlen. Wenn Sie sich nicht dafür entscheiden, erhalten Sie eine höhere monatliche Betriebsrente

Wie viel Geld ist auf dem Rentenkonto der betrieblichen Altersvorsorge überhaupt vorhanden, dass sich die Auszahlung von bis zu 30 % lohnen? 

Gehen wir davon aus, dass Sie 30 Jahre in die bAV investiert haben, und zwar 250 Euro monatlich. Rein von den Investitionen her kommen Sie so auf eine Summe von 90.000 Euro. Davon bis zu 30 % sind bis zu 27.000 Euro. Wesentlich ist, dass es sich bei um die Bruttosumme handelt. Diese müssen Sie versteuern. 

Würde der Versicherer das, was Sie einzahlen, zusätzlich beispielsweise in ETFs investieren – das ist etwa bei der fairrbav der Fall –, dann wäre eine noch deutlich höhere Summe denkbar. Und um bei der fairrbav als Direktversicherung zu bleiben, würde ein Rentenkonto von 90.000 Euro eine monatliche Rente von 333,73 Euro hervorrufen. 

Ließen Sie sich die vollen 27.000 Euro und des Geldes auszahlen, dann würde man die monatliche Betriebsrente anhand der verbleibenden 63.000 Euro berechnen. Diese würde dann 233,61 Euro monatlich betragen.

Sie müssen die Rente zu Ihrem
normalen Einkommensteuersatz versteuern

Alles, was Ihnen der Versicherer aus der betrieblichen Altersvorsorge auszahlt, muss – im Gegensatz zur gesetzlichen Rente – zu 100 % versteuert werden. Sie haben einen persönlichen Einkommensteuersatz, der aus dem Jahreseinkommen und der Steuerklasse zustande kommt. Zusätzlich zur Einkommensteuer fällt eventuell noch der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer an. 

Sie müssen einen Teil Ihrer Betriebsrente sowie einen Teil Ihrer normalen staatlichen Rente ans Finanzamt entrichten. Wie viel das bei der Betriebsrente exakt ist, lässt sich pauschal nicht bestimmen. Denn die Betriebsrente und die staatliche Rente zählen zusammen und werden zusammen versteuert.

 

Beispiel: Gehen wir davon aus, dass Sie Jahreseinkünfte von 30.000 Euro haben und in der Steuerklasse 1 – zutreffend auf Alleinstehende, Geschiedene und Verwitwete ohne Kinder sowie nicht dauerhaft zusammenlebende Verheiratete und Lebenspartner – sind. In dem Fall müssten Sie mit monatlichen Steuern von 306,28 Euro rechnen. Befinden Sie sich in der Steuerklasse 3 – zutreffend auf Verheiratete und eingetragene Lebenspartner – dann wären die Steuerlast mit nur 60,30 Euro bedeutend leichter.

Zusätzlich zur Steuer müssen Sie
rund 18,75 % an die Krankenkasse entrichten.

Mit dem Beitrag an die Krankenkasse besteht neben der Steuer noch ein Fallstrick. So müssen Sie abseits der Steuer noch einen weiteren Teil der Betriebsrente, nämlich etwa 18,75 %, an die Krankenkasse entrichten. Die etwa 18,75 % („voller Beitragssatz“) entsprechen der Krankenversicherung und Pflegeversicherung

Das hat den Grund, dass Sie in der Ansparphase der betrieblichen Altersvorsorge nicht so viel an die Krankenkasse zahlen mussten. Weil Sie das Geld im Rahmen der „Entgeltumwandlungdirekt von Ihrem Bruttoeinkommen investiert haben, mussten Sie weniger Geld versteuern und sozialversichern. Ihre Sozialabgaben sanken dadurch. 

Die Ersparnisse holt sich die Krankenkasse dann im Alter teilweise zurück. Diesmal müssen Sie aber nicht nur den Arbeitnehmeranteil zahlen, sondern auch den Arbeitgeberanteil. Hierbei spricht man oft von der „Doppelverbeitragung“. Diese empfanden viele Betriebsrentner zurecht als unfair und die Politik arbeitete zum 01.01.2020 ein neues Gesetz inklusive Freibetrag aus. 

Seit 2020 sind die etwa 18,75 % so nur noch bei Betriebsrenten zu entrichten, die eine Summe von 159,25 Euro monatlich überschreiten. Zudem sind sie nur auf die Differenz ab dem neuen Freibetrag aufwärts zu entrichten. Wenn Sie also etwa eine Betriebsrente von 300 Euro monatlich erhalten, dann fallen die 18,75 % nur auf eine Teilsumme von 140,75 Euro an. Betriebsrentner müssen dann also circa 26,39 Euro entrichten.

Die Kündigung der bAV vor Laufzeitende
kann den Rückkaufswert massiv reduzieren

Generell können Sie die betriebliche Altersvorsorge auch vor Ende der Laufzeit oder vor Ende des Arbeitslebens bei Pensionskassen in Ausnahmefällen kündigen und auflösen. Dabei müssen Sie die Vertragsrechte vom Arbeitgeber auf sich selbst übertragen lassen – eine Barriere, die den Prozess nicht so einfach macht, wie er erst scheint. 

Viele Anwärter auf die Betriebsrente denken über die Kündigung der bAV nach, wenn sie das Geld statt für eine Rente im Alter lieber für etwas anderes verwenden möchten. 

Eine sinnvolle Idee ist das aber nur selten. Erstens, weil Sie das Geld dann förderschädlich verwenden. Der Staat fördert Sie als Anwärter, weil Sie etwas dafür tun, im Alter finanziell solide dazustehen. Wenn Sie das Geld aber für etwas anderes als die Betriebsrente verwenden, ist das, als würde man den Staat ausnutzen. 

Er fordert dann also unter anderem all die erlassenen Steuervorteile zurück. Das bedeutet im Klartext, dass Sie das bei der Entgeltumwandlung nicht versteuerte Bruttoeinkommen nachversteuern müssen. 

Zweitens kommt dazu, dass man sich das Geld ohnehin erst zur Rente oder konkreter zum Laufzeitende auszahlen lassen kann. Sich das Geld zu sofort auszahlen zu lassen, funktioniert bei der bAV nicht. 

Aus diesem Grund kann es sinnvoller sein, die bAV ruhen zu lassen („Beitragsfreistellung“). Das bedeutet, dass Sie fortan nichts mehr einzahlen und im Alter eine entsprechend kleinere Betriebsrente erhalten

Sie können sich dann auf andere Vorsorgemaßnahmen fokussieren und müssen auch nichts nachversteuern. Alternativ können Sie über Ihren Arbeitgeber auch den Anbieter und die Form der Altersvorsorge wechseln – etwa hin zur fairrbav

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