Betriebliche Altersvorsorge: Was dafür spricht und was nicht – Vorteile und Nachteile

Wer nicht privat vorsorgt, erhält nur noch etwa 43 % seines letzten Bruttoeinkommen als Rente – das ist die weiter abnehmende Bilanz unseres Rentensystems. Und dieser Trend scheint durch den demografischen Wandel unumkehrbar. Die betriebliche Altersvorsorge – kurz bAV oder später auch Betriebsrente – ist eine Maßnahme, um die entstehende Rentenlücke auszubessern. Nun ist es so, dass man viele Vorteile und auch Nachteile darüber hört. Wir räumen auf – aus der Sicht der Arbeitnehmer, also Ihrer.

Hinweis: Die betriebliche Altersvorsorge kennt mehrere Varianten. Die in diesem Artikel besprochenen Vorteile und Nachteile beziehen sich auf die Form der Direktversicherung. Weitere Formen sind die Pensionskasse, der Pensionsfonds, die Unterstützungskasse und die Pensionszusage eines Unternehmens direkt.

Bild zeigt die drei Schichten der Altersvorsorge in DeutschlandBild zeigt die drei Schichten der Altersvorsorge in DeutschlandBild zeigt die drei Schichten der Altersvorsorge in Deutschland

Vorteile

Gesetzliches Recht

Jeder rentenversicherte Arbeitnehmer in Deutschland hat seit 2002 laut Gesetz ein Recht auf betriebliche Altersvorsorge. Diesem Recht kann kein Unternehmen widersprechen.

Sparen

Wenn Sie selbst auch etwas einzahlen, können Sie bei den Steuern und auch Sozialversicherungen sparen (Entgeltumwandlung). Denn das, was Sie einzahlen, zahlen Sie direkt von Ihrem Bruttolohn ein. Nur was danach übrig bleibt, ist für die Lohnsteuer und die Sozialversicherungen relevant.

Arbeitgeberzuschuss

Durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz sind Arbeitgeber seit dem 01.01.2019 verpflichtet, etwas zu Ihrer bAV dazu zu schießen. Das Datum betrifft alle Verträge, die seit dem 01.01.2019 bespart werden. Bestanden die Verträge schon vor dem Datum, dann muss der Arbeitgeber den Zuschuss erst ab dem 01.01.2022 zahlen. Das Gesetz schreibt mindestens 15 % der Investitionen vor.

Kein Aufwand

Sie selbst müssen für die betriebliche Altersvorsorge oder Betriebsrente nichts tun – der Arbeitgeber kümmert sich darum, sie einzurichten und die vereinbarten monatlichen Summen einzuzahlen.

Garantie auf Mindestrente

Die meisten Anbieter – so auch fairr mit der fairrbav – garantieren eine Mindestrente. Diese Mindestrente umfasst mindestens das Kapital, das Sie und der Arbeitgeber investiert haben.

Flexibilität & Sicherheit

Sie entscheiden, wie viel Sie von Ihrem Brutto investieren.

Die betriebliche Altersvorsorge ist sicher, selbst dann, wenn das Unternehmen insolvent wird.

Höhere Rendite

Die meisten Produkte der betrieblichen Altersvorsorge bieten nur recht überschaubare Zinsen. So sammelt sich über die Investitionen hinaus kaum Kapital an. Entscheiden Sie sich aber für einen Anbieter wie fairr, der die bAV mit ETFs und Indexfonds kombiniert, sind deutlich höhere Renditen erzielbar.

Niedrige Gebühren

Da Unternehmen die betriebliche Altersvorsorge im Namen ihrer Mitarbeiter führen, erhalten Sie oft Sonderkonditionen bei den Anbietern. So sind die Gebühren für Sie meist niedriger, als wenn Sie sich für Produkte abseits der bAV und Ihres Arbeitgebers entscheiden.

Zusatzbausteine

In manchen Fällen können Sie als Arbeitnehmer Zusatzbausteine wie beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsversicherung wählen. Ob das sinnvoll ist, ist aber von Fall zu Fall verschieden und hängt auch von Ihrem Berufsfeld ab.

Nachteile

Anklopfende Krankenkasse

Dass Sie die Betriebsrente nachher als Einkommen versteuern müssen, ist normal. Bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt es aber eine Besonderheit: Neben den Steuern müssen Sie von der Betriebsrente auch rund 18,5 % an die Krankenkasse entrichten. Diese rund 18,5 % enthalten 14,6 % für die Krankenversicherung + Zusatzbeitrag und 3,3 %* oder 3,05 %* Pflegeversicherung (2020). Der Grund ist, dass Sie in der Ansparphase weniger an die Krankenkasse entrichten, als Sie „eigentlich müssten“.

Aktuell: Der Gesetzgeber hat diesen Nachteil zum 01.01.2020 deutlich entschärft, indem er einen neuen Freibetrag definierte. Seit dem Jahr 2020 ist ein Rentenanteil von 159,25 Euro im Monat krankenversicherungsfrei.
* 3,3 % für kinderlose Versicherte, 3,05 % für Versicherte mit Kindern

Hohe Kosten beim Auflösen

Grundsätzlich können Sie sich die Zusatzrente aus der betrieblichen Altersvorsorge erst mit Rentenbeginn auszahlen lassen. Vorher funktioniert das nur in Form einer Abfindung. Und zwar dann, wenn die zu erwartende monatliche Rente nur höchstens 1 % des Kapitals auf dem Rentenkonto umfasst. Gewiss können Sie die bAV auch auflösen. Doch dann müssen Sie all Ihre Investitionen (also das bisher nicht versteuerte und versicherte Bruttoeinkommen) noch versteuern sowie die Beiträge zu den Sozialversicherungen leisten.

Alternative: Eine Alternative hierzu ist es, die betriebliche Altersvorsorge beitragsfrei zu stellen. Das bedeutet, dass Sie vorerst nicht weiter investieren und alles ruhen lassen. Im Rentenalter bekommen Sie dann das Geld ausbezahlt.

Kleinere Rente vom Staat

Sie zahlen von Ihrem Brutto in die bAV ein, bevor das Brutto versteuert wird und bevor Sie die Sozialabgaben leisten. Dadurch zahlen Sie auch weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein – was Ihre staatliche Rente etwas reduziert. Die betriebliche Altersvorsorge wird dadurch in jedem Fall zu einem Rechenexempel. Sie lohnt sich nur dann, wenn Ihre Zusatzrente nachher so hoch ist, dass sie mindestens die Differenz bei der Rente vom Staat übertrifft. Auch mit Blick auf die Kosten durch die Krankenkasse (siehe Punkt 1).

Mit dem fairrbav-Profi-Rechner können Sie exakt errechnen, um wieviel kleiner Ihre spätere Rente vom Staat ist.

Problematischer Jobwechsel

Unternehmen haben keine Pflicht, die schon bestehende bAV eines neuen Mitarbeiters zu übernehmen und sie weiterzuführen. Grundsätzlich lässt ein schon bestehendes Kapital aber in einen neuen bAV-Tarif transferieren. Dafür darf der Jobwechsel nicht mehr als 15 Monate her sein und es dürfen nicht mehr als 82.800 Euro (2020) sein.Bei der betrieblichen Altersvorsorge sind Sie im Prinzip an das Unternehmen gebunden, bei dem Sie sie erstmals vereinbaren. Haben Sie vor, öfter den Job zu wechseln, wie es heute durchaus üblich ist, könnten andere Maßnahmen wie die Riester-Rente oder die Rürup-Rente sinnvoller sein.

Limitierte Optionen

Letztendlich entscheidet das Unternehmen, bei welchem Anbieter die Mitarbeiter welche betriebliche Altersvorsorge oder Betriebsrente in Anspruch nehmen können. Wenn Sie sich als Arbeitnehmer schon für einen Anbieter entschieden haben – vielleicht für die fairrbav –, dann kann es sein, dass Ihr Chef widerspricht. Das Recht auf die betriebliche Altersvorsorge schließt die freie Anbieterauswahl leider nicht ein.

„Ja“ oder „Nein“ zur betrieblichen Altersvorsorge?

Kurz und einfach: Die bAV ist sowohl als einzelnes Produkt als auch weiterer Baustein neben beispielsweise der Riester-Rente oder Rürup-Rente eine ordentliche Investition. Natürlich hat sie neben starken Vorteilen auch den ein oder anderen Nachteil. Der Staat arbeitet jedoch daran, einen Nachteil nach dem anderen abzufedern.

Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Betriebsrentenstärkungsgesetz, das erstmals am 01.01.2018 in Kraft trat. Seitdem treten jedes Jahr neue Änderungen ein, die die bAV noch attraktiver machen. Etwa mit dem nun verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss von 15 % oder mit der reduzierten Doppelverbeitragung.

Und wer sich darüber hinaus für einen sinnvollen Anbieter und Tarif – eben etwa die fairrbav – entscheidet, ist ohnehin auf der korrekten Schiene. Das Produkt zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die Einzahlungen in ETFs und Indexfonds investiert werden. Dadurch ist eine höhere Betriebsrente erreichbar.

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