Steuererklärung für Rentnerinnen und Rentner: Worauf muss ich achten?

Startseite › Steuer › Steuererklärung Rentner

steuererklaerung-fuer-rentner-headersteuererklaerung-fuer-rentner-headersteuererklaerung-fuer-rentner-header

Als Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer muss man sich keine Gedanken machen: Der Betrieb führt die anfallenden Steuern sowie die Beiträge zu den Sozialversicherungen direkt an die entsprechenden Behörden ab. Im Rentenalter ändert sich das jedoch: Die Rentenkasse überweist – wenn überhaupt – nur noch die Sozialversicherungsbeiträge und hält sich bei den Steuern komplett raus. Das bedeutet, dass Rentnerinnen und Rentner selbst im Blick behalten müssen, ob sie eine Steuererklärung einreichen und unter Umständen Steuern zahlen müssen oder nicht.

In diesem Artikel erfahren Sie, in welchen Fällen Sie als Rentnerin oder Rentner bzw. als Pensionärin oder Pensionär eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen und was dabei zu beachten ist. Außerdem haben wir für Sie eine Checkliste rund um die Frage zusammengestellt: „Was kann ich als Rentnerin bzw. Rentner alles von der Steuer absetzen?“

Das Wichtigste in Kürze
  • Pflicht: Die Pflicht, als Rentnerin oder Rentner eine Einkommensteuererklärung abzugeben, besteht nur, wenn das Finanzamt dazu auffordert oder das Gesamteinkommen minus Rentenfreibetrag den Grundfreibetrag übersteigt.
  • Steuererklärung: Wer als Rentnerin oder Rentner eine Steuererklärung einreichen muss, benötigt den Mantelbogen, die Anlage R sowie die Anlage Sonderausgaben. Dazu kommen je nach Situation die Anlage V bei Mieteinnahmen, die Anlage N bei Pension statt Rente oder die Anlage KAP bei zutreffenden Sondersituationen mit Kapitalerträgen.
  • Altersentlastungsbetrag: Wer sein 64. Lebensjahr vollendet hat, kann bei Extraeinkommen neben der staatlichen Rente automatisch vom Altersentlastungsbetrag profitieren. Von den Extraeinkommen neben der staatlichen Rente ist dann ein Leben lang stets dieser Prozentsatz bis zu einer Höchstsumme steuerfrei.
  • Absetzbarkeit: Rentnerinnen und Rentner können vieles von der Steuer absetzen. Dazu zählen etwa Krankheits- oder Pflegekosten, die Prämien zur Kranken- und Pflegeversicherung oder haushaltsnahe Dienstleistungen. Überall herrschen prozentuale Höchstgrenzen für Gesamtsummen.

Hinweis: Die Inhalte auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und stellen keine Steuerberatung dar. Für detaillierte Informationen zu Ihrer Steuersituation wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater oder an den Lohnsteuerverein.

Ist es für Rentnerinnen und Rentner Pflicht,
eine Steuererklärung zu machen?

ist-steuererklaerung-pflichtist-steuererklaerung-pflichtist-steuererklaerung-pflicht

Die Pflicht zur Steuererklärung für Rentnerinnen und Rentner besteht, sobald das Finanzamt dazu auffordert oder wenn Ihr Gesamteinkommen abzüglich Rentenfreibetrag den Grundfreibetrag übersteigt. Dazu müssen Sie Ihr Gesamteinkommen sowie Ihren Rentenfreibetrag kennen und beides miteinander verrechnen.

Wollen Sie Ihre Geldanlage optimieren?

Bei uns erfahren Sie, was für Sie drin ist! Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie Geldanlage-Tipps direkt in Ihr Postfach:

  • Top-Zinsangebote
  • renditeorientierte Kapitalmarktanlagen
  • Altersvorsorge mit Steuervorteilen

  • wöchentlich auf dem Laufenden bleiben
  • jederzeit Abmeldung möglich

So ermitteln Sie Ihr Gesamteinkommen

gesamteinkommen-ermittelngesamteinkommen-ermittelngesamteinkommen-ermitteln

Zum Einkommen zählen:

  • Vom Staat ausgezahlte Renten
  • Weitere Renten aus privater Vorsorge oder Betriebsrenten
  • Mieteinnahmen
  • Zinsen und Kapitalerträge aus Geldanlagen

All diese Einkünfte sollten addiert werden, um das genaue Gesamteinkommen während der Rente ermitteln zu können.

Hinweis: Normalerweise fällt für Zinsen und Kapitalerträge die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % + Solidaritätszuschlag + eventuell Kirchensteuer an. Wenn aber Ihr Einkommensteuersatz (Grenzsteuersatz) niedriger als 25 % ist, dürfen Sie die Kapitalerträge zu dem niedrigeren Steuersatz versteuern. Das ist bei vielen Rentnerinnen und Rentnern der Fall. Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite zur Anlage KAP („Günstigerprüfung“). 

So ermitteln Sie den Rentenfreibetrag

rentenfreibetrag-ermittelnrentenfreibetrag-ermittelnrentenfreibetrag-ermitteln

Um den Rentenfreibetrag zu ermitteln, ist es relevant, in welchem Jahr Sie Rentnerin bzw. Rentner wurden oder werden. Das Renteneintrittsjahr bestimmt also, wie viel Prozent von der Rente steuerpflichtig sind.

Rentenbeginn Zu versteuernder Rentenanteil Rentenbeginn Zu versteuernder Rentenanteil
Bis einschl. 2005 50 % 2023 83 %
2006 52 % 2024 84 %
2007 54 % 2025 85 %
2008 56 % 2026 86 %
2009 58 % 2027 87 %
2010 60 % 2028 88 %
2011 62 % 2029 89 %
2012 64 % 2030 90 %
2013 66 % 2031 91 %
2014 68 % 2032 92 %
2015 70 % 2033 93 %
2016 72 % 2034 94 %
2017 74 % 2035 95 %
2018 76 % 2036 96 %
2019 78 % 2037 97 %
2020 80 % 2038 98 %
2021 81 % 2039 99 %
2022 82 % Ab 2040 100 %

Der Rentenfreibetrag wird einmal durch das Finanzamt berechnet und bleibt danach fest bestehen. Für Rentnerinnen und Rentner, die beispielsweise 2022 in den Ruhestand wechselten, nimmt das Finanzamt die 18 % und berechnet den steuerfreien Anteil anhand der Rentenbezüge im ersten vollen Rentenjahr. 

Das bedeutet, dass die Beamtinnen und Beamten den Rentenfreibetrag nicht sofort berechnen, sondern erst, wenn Sie ein ganzes Steuerjahr vom 01.01. bis 31.12. staatliche Rentenbezüge hatten. Dieser einmalig zu Rentenbeginn berechnete Rentenfreibetrag gilt lebenslang für die Rentenbesteuerung, auch wenn von der Regierung Rentenerhöhungen beschlossen werden. Der entsprechend berechnete Rentenfreibetrag muss nun vom Gesamteinkommen abgezogen werden.

rentenfreibetragrentenfreibetragrentenfreibetrag

Zu den staatlichen Rentenbezügen zählen die gesetzliche Rente und Pensionen von berufsständischen Versorgungswerken sowie auch die Rürup-Rente/Basisrente.

Was ist der Grundfreibetrag?

Der Grundfreibetrag stellt für Menschen, die Rente beziehen, sicher, dass diese durch die Rentenbesteuerung nicht unter das Existenzminimum geraten. Der Grundfreibetrag wird für jedes Jahr neu bestimmt. Für Einkünfte, die über den jeweiligen Freibetrag hinausgehen, müssen Rentnerinnen und Rentner eine Steuererklärung abgegeben.

Der Grundfreibetrag wurde folgendermaßen festgelegt:

Grundfreibetrag 2020 9.408 EUR
Grundfreibetrag 2021 9.744 EUR
Grundfreibetrag 2022 9.984 EUR
grundfreibetraggrundfreibetraggrundfreibetrag

Bei Ehe- oder Lebenspartnerschaften gilt jeweils der doppelte Betrag.

Sofern Sie beim Rechnen auf weniger als 9.984 EUR (2022) kommen, übersteigen Sie den Freibetrag nicht und brauchen keine Steuererklärung einzureichen. Falls das Finanzamt trotzdem eine Steuererklärung haben möchte, setzt es sich mit Ihnen in Verbindung.

Was passiert, wenn meine Einkünfte den Grundfreibetrag überschreiten?

Falls Ihre Einkünfte abzüglich des Rentenfreibetrags den Grundfreibetrag übersteigen, heißt das erst einmal nur: Sie müssen eine Steuererklärung einreichen. Es heißt jedoch nicht, dass Sie auch steuerpflichtig sind. Denn in der Steuererklärung haben Sie die Chance, diverse Ausgaben steuerlich abzusetzen und eventuell vom Altersentlastungsbetrag zu profitieren.

einkuenfte-ueberschreiten-grundfreibetrageinkuenfte-ueberschreiten-grundfreibetrageinkuenfte-ueberschreiten-grundfreibetrag

Wichtig ist, für die Steuererklärung zählt das „Gesamteinkommen minus Rentenfreibetrag und nicht „Rentenbezüge minus Rentenfreibetrag“. Sie müssen also auch etwaige Mieteinnahmen, weitere Renten aus privater Vorsorge oder Kapitalerträge mit einrechnen. 

Es ist sinnvoll, sich einmal den Rentenfreibetrag auszurechnen – oder sich beim Finanzamt zu informieren – und das Jahr über die monatlichen Einnahmen aufzuschreiben. So können Sie am Ende des Jahres leicht errechnen, ob eine Steuererklärung erforderlich ist oder nicht.

Was ist der Altersentlastungsbetrag?

Wenn Sie Ihr 64. Lebensjahr vollendet haben und neben der gesetzlichen Rente oder Pension bzw. der privaten Zusatzrente Rürup noch weitere Einnahmequellen haben, rechnet das Finanzamt Ihnen automatisch einen weiteren Steuerfreibetrag, den Altersentlastungsbetrag, an. 

Weitere mögliche Einkommen neben der staatlichen Rente können z. B. sein: 

  • Mieteinnahmen 
  • Riester-Rente 
  • Arbeitslohn bei Personen, die in der Rente noch arbeiten

Manche Einkünfte sind beim Altersentlastungsbetrag ausgeschlossen, darunter Betriebsrenten aus betrieblicher Altersvorsorge.

Der Altersentlastungsbetrag ist flexibel und wird vom Finanzamt automatisch angerechnet, sobald Sie eine Steuererklärung einreichen. 2022 sind es pauschal 14,4 % der betreffenden Extra-Einnahmen maximal bis 684 EUR im Jahr. Ab 2040 wird es keinen Altersentlastungsbetrag mehr geben. Für neue Rentnerinnen– und Rentnerjahrgänge erhöhen sich die Sätze bis zur vollen Versteuerung ohne Freibeträge

Das Prinzip hinter dem Altersentlastungsbetrag ist genau wie beim Rentenfreibetrag. Es zählt das Geburtsjahr und in welchem Jahr man das 64. Lebensjahr vollendet. Danach wird der Altersentlastungsbetrag erstmals anhand des Prozentsatzes festgelegt, der in dem Jahr zutrifft. Das Finanzamt rechnet den Prozentsatz dann immer auf die „Extra-Einnahmen“ neben den staatlichen Bezügen an. 

altersentlastungsbetragaltersentlastungsbetragaltersentlastungsbetrag

Beispiel:

Sie haben 2021 das 64. Lebensjahr vollendet und haben 2022 Extra-Einnahmen durch eine Riester-Rente in Höhe von 200 EUR im Monat. Das macht 2.400 EUR im Jahr. Das Finanzamt nimmt den geltenden Prozentsatz von 2022 in Höhe von 14,4 % maximal bis 684 EUR . Mit dem Besteuerungsanteil von 14,4 % von 2.400 EUR sind im Jahr 345,60 EUR steuerfrei.

altersentlastungsbetragaltersentlastungsbetragaltersentlastungsbetrag

Zwei Jahre später beginnen Sie, eine Immobilie zu vermieten. Dadurch erzielen Sie weitere 7.000 EUR zur Riester-Rente hinzu. Weil die 14,4 % jedoch maximal bis 684 EUR aus 2022 festgeschrieben sind, schöpfen Sie in dem Jahr die vollen 684 EUR aus. Sie dürfen zwar eigentlich den Besteuerungsanteil von 14,4 % der Gesamteinnahmen absetzen, aber eben nur bis höchstens 684 EUR.

So füllen Rentnerinnen und Rentner die Steuererklärung richtig aus

steuererklaerung-richtig-ausfuellensteuererklaerung-richtig-ausfuellensteuererklaerung-richtig-ausfuellen

Wenn Sie eine Steuererklärung einreichen müssen, bedeutet das nicht, dass Sie auch Steuern zahlen müssen. Sie können hohe Ausgaben, wie etwa Ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, von der Steuer absetzen.  

So werden Einnahmen und Ausgaben in der Einkommensteuererklärung für Rentnerinnen und Rentner eingetragen:

  • Einnahmen: Um Ihre Renteneinkünfte oder Pensionseinkünfte darzulegen, brauchen Sie neben dem Mantelbogen die Anlage R (für Einkünfte aus Renten) oder Anlage N (Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit)
  • Ausgaben: Die Anlage Sonderausgaben und die Anlage Vorsorgeaufwendungen ist etwa für Ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung vorgesehen. Die Anlage KAP brauchen Sie, falls Sie Kapitalerträge erwirtschaftet haben und u. a. eine Günstigerprüfung beantragen möchten. Ansonsten geben Sie absetzbare Aufwendungen auf dem Mantelbogen an.
anlagen-steuererklaerunganlagen-steuererklaerunganlagen-steuererklaerung

Für die Abgabe der Steuererklärung gilt für steuerpflichtige Rentnerinnen und Rentner ebenfalls der allgemeine Termin, der für alle Steuerzahlenden gilt: Wer eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen muss, tut dies bis zum 31.07. eines jeden Jahres. Ausnahmen bilden Fristen, die das Finanzamt festsetzt, wenn es eine Steuererklärung einfordert.

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Obwohl Sie mit WeltSparen Tagesgeld und Festgeld bei unseren Partnerbanken im europäischen Ausland anlegen, fällt möglicherweise eine Besteuerung durch die Quellensteuer an, je nach Land, in dem die Bank ansässig ist. Denken Sie außerdem an Ihren Freistellungsauftrag, um im laufenden Jahr vom Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 EUR zu profitieren.

470.000+
zufriedene Kunden

Checkliste: Was kann ich als Rentnerin oder Rentner von der Steuer absetzen?

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können unter anderem die Pendlerpauschale oder Altersvorsorgeaufwendungen steuerlich absetzen. Beides kann sich deutlich auf die Steuerlast auswirken, fällt aber zum Renteneintritt raus.

Trotzdem können Rentnerinnen und Rentner allerhand Posten von der Steuer absetzen:

  • Sonderausgaben
  • Außergewöhnliche Belastungen
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen
  • Handwerkerkosten

Sonderausgaben

sonderausgabensonderausgabensonderausgaben

Sie können bis zu 1.900 EUR im Jahr an Sonderausgaben geltend machen. Zu den wesentlichen Sonderausgaben zählen Ihre Beiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung. Falls von den 1.900 EUR nach den Beiträgen noch etwas übrig ist, können Sie auch eine private Haftpflichtversicherung, weitere Krankenversicherungen oder eine Unfallversicherung von der Besteuerung absetzen. Spenden (mit Nachweis) und Kirchensteuer sind darüber hinaus in unbegrenzter Höhe absetzbar. Sie brauchen in der Steuererklärung die „Anlage Vorsorgeaufwendungen”.

Außergewöhnliche Belastungen

aussergewoehnliche-belastungenaussergewoehnliche-belastungenaussergewoehnliche-belastungen

Hierzu zählen im Rentenalter eventuelle Krankheits- und Pflegekosten, welche die Krankenkasse nicht übernimmt. Darunter fallen beispielsweise nicht übernommene Arztkosten, Medikamente, Kuren oder Pflegeheimkosten. Sie können die Kosten in voller Höhe angeben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Finanzamtes entscheiden über die „zumutbare Belastungsgrenze“ hinaus individuell, ob und in welcher Höhe die Belastungen angerechnet werden. Die außergewöhnlichen Belastungen tragen Sie im Mantelbogen der Steuererklärung ein.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

haushaltsnahe-dienstleistungenhaushaltsnahe-dienstleistungenhaushaltsnahe-dienstleistungen

Wenn Sie etwa eine Haushaltshilfe oder einen ambulanten Pflegedienst engagieren, können Sie 20 % aller Kosten bis höchstens 4.000 EUR im Jahr absetzen (außer Materialkosten). Geben Sie immer die absoluten Kosten an und rechnen Sie nicht selbst die 20 % aus – denn das tut das Finanzamt. Haushaltsnahe Dienstleistungen müssen immer dort stattfinden, wo man selbst wohnt. Näheres erfahren Sie auf der Seite Steuern sparen. Die haushaltsnahen Dienstleistungen gehören auf den Mantelbogen der Einkommensteuererklärung für Rentnerinnen und Rentner.

Handwerkerkosten

handwerkerkostenhandwerkerkostenhandwerkerkosten

Setzen Sie auch die Kosten von Handwerkerinnen und Handwerkern ab, etwa von Sanitär-, Garten- oder Malereibetrieben (außer Materialkosten). Hier erkennt das Finanzamt wie bei den haushaltsnahen Dienstleistungen ebenfalls 20 % der Gesamtkosten an, aber nicht mehr als 1.200 EUR. Wenn Sie 7.000 EUR an Handwerkerfirmen bezahlt haben, wären 20 % davon 1.400 EUR. Das Finanzamt rechnet trotzdem nur 1.200 EUR an. Um Handwerkerkosten absetzen zu können, dürfen die Arbeiten nicht in oder an einem Neubau stattfinden und nicht öffentlich – etwa durch die KfW – gefördert sein. Zudem müssen Sie selbst in dem Wohnobjekt leben.

Ist eine Zusammenveranlagung trotz neuem Lebenspartner möglich?

Die Einkünfte von Ehepaaren bzw. Lebenspartnerschaften werden getrennt ermittelt, können jedoch zusammengerechnet werden und es kann eine gemeinsame Steuererklärung abgegeben werden. In diesem Fall spricht man von Zusammenveranlagung. Eine Zusammenveranlagung ist nur möglich, wenn beide nicht dauerhaft getrennt leben. Doch was passiert, wenn eine Person in einem Pflegeheim ist und die Partnerin oder der Partner eine neue Lebensgefährtin bzw. einen neuen Lebensgefährten hat? Hier darf eine Ausnahme gemacht werden. Das hat ein Gericht beschlossen, welches die Zusammenlegung gestattete. In diesem Fall war eine Ehefrau in einem Pflegeheim untergebracht. Der Mann hatte eine neue Partnerin, zahlte aber die Kosten für das Pflegeheim und kümmerte sich auch weiterhin um seine erkrankte Ehefrau.

Erhalt und Besteuerung der gesetzlichen Rente
im Ausland

erhalt-und-besteuerung-im-auslanderhalt-und-besteuerung-im-auslanderhalt-und-besteuerung-im-ausland

Wer nur vorübergehend einen Aufenthalt im Ausland plant (weniger als sechs Monate im Jahr), erhält die Rente in voller Höhe und ohne Abzüge. Wollen Sie Ihren Ruhestand dauerhaft (länger als sechs Monate im Jahr) im Ausland genießen, können Abzüge bei der Rente entstehen. Dies hängt davon ab, ob Ihr neuer Wohnort innerhalb oder außerhalb der Europäischen Union ist. In der Regel haben Rentnerinnen und Rentner jedoch auch außerhalb der EU keine Nachteile bei der Rente, dank des Sozialversicherungsabkommens zwischen Deutschland und vielen anderen Ländern. 

Ob Sie in der neuen Heimat Steuern zahlen müssen, hängt davon ab, ob Sie beschränkt oder unbeschränkt steuerpflichtig sind und ob das Land ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland hat, durch welches Deutschland das Besteuerungsrecht zugewiesen ist.

Wichtig ist, dass der Umzug ins Ausland und eine mögliche neue Bankverbindung frühzeitig dem Renten-Service der Deutschen Post mitgeteilt wird.

Fazit: Die Steuererklärung für Rentnerinnen und Rentner ist meist kein Problem

Grundsätzlich kann man festhalten: Nur etwa jede dritte Rentnerin bzw. jeder dritte Rentner muss überhaupt eine Steuererklärung einreichen. Sofern erforderlich, ist das meist nicht schwer und einzelne Beträge können in der Regel schnell berechnet oder beim Finanzamt abgefragt werden. 

Tipp: Das Bundesministerium für Finanzen hat mit dem Programm „Steuerlotse für Rente und Pension“ eine Möglichkeit für Rentnerinnen und Rentner entwickelt, ihre Steuererklärung online zu machen – auch ohne besonderes Vorwissen.

Zu den staatlichen Rentenbezügen zählen die gesetzliche Rente und Pensionen von berufsständischen Versorgungswerken sowie die Rürup-Rente/Basisrente, die z. B. durch den ETF Rürup erzielt werden kann. Die Riester-Rente oder Betriebsrente und andere private Vorsorgemaßnahmen zählen nicht dazu. Das ist auf das deutsche Schichtsystem der Altersvorsorge zurückzuführen. Die gesetzliche Rente, Pensionen und die Rürup-Rente befinden sich in der ersten Schicht („nicht geförderte, staatliche Basismaßnahmen“). Alles andere ist auf die zweite und dritte Schicht verteilt. Deshalb ist der Rentenfreibetrag dort nicht relevant.

altersvorsorge-drei-schichtenaltersvorsorge-drei-schichtenaltersvorsorge-drei-schichten

Wer als Rentnerin oder Rentner bzw. Pensionärin oder Pensionär eine Steuererklärung abgeben muss, benötigt den Mantelbogen und wenige Anlagen für die verschiedenen Einkünfte sowie Ausgaben. Wer nach allen Freibeträgen und absetzbaren Ausgaben immer noch über dem Grundfreibetrag und somit steuerpflichtig ist, dessen Steuerlast ist meistens überschaubar.

Gut Basierend auf 4.089 Bewertungen