Rürup-Rente versus Steuer – absetzbare Summen, Steuervorteile, überbleibende Rente und mehr einfach erklärt

Wussten Sie schon, dass zum Jahresende die Abschlüsse von Rürup-Renten deutlich zunehmen? Das hat vor allem mit den Steuervorteilen in der Ansparphase zu tun, die Rürup bietet. Weil man eine hohe Summe von der Steuer absetzen und sich so potenziell etwas vom Finanzamt zurückholen kann, entscheiden sich viele, noch schnell eine Rürup-Rente abzuschließen. Meist ist das mit einer einzelnen Summe verbunden, die sie zum Start einzahlen. Hier erfahren Sie, …

  • wie viel Sie im Jahr von der Steuer absetzen können,
  • wie Sie die Summe konkret von der Steuer absetzen,
  • welche Summe das Finanzamt Ihnen tatsächlich anrechnet,
  • wie sich die absetzbare Summe in den nächsten Jahren verändert,
  • wie viel nachher von Ihrer Rente nach Steuern über bleibt und
  • wie es bei der Riester-Rente aussieht.

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Welche Summen können Sie im Jahr von der Steuer absetzen, wenn Sie in Rürup investieren?

Interessant ist, dass Sie bei der Rürup-Rente (auch Basisrente) deutlich höhere Summen von der Steuer absetzen können als bei der Riester-Rente. Dazu weiter unten beim Blick auf die Riester-Rente mehr. Die in der Ansparphase maximal absetzbare Summe für Rürup im Jahr 2019 umfasst 21.388 Euro.

Tatsächlich müssen Sie dafür aber 24.305 Euro einzahlen, denn das Gesetz sieht vor, dass Sie nur 88 % der Rürup-Investitionen absetzen dürfen. Der Prozentsatz nimmt nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) in den nächsten Jahren zu. Im Jahr 2020 werden dadurch 90 % dieser Summe absetzbar sein. Das sind dann 21.874 Euro. Ab dem Jahr 2025 sind die vollen 24.305 Euro absetzbar.

Jahr Absetzbarer Prozentsatz Absetzbare Summe in Euro
2019 88 % 21.388 €
2020 90 % 21.874 €
2021 92 % 22.360 €
2022 94 % 22.846 €
2023 96 % 23.332 €
2024 98 % 23.818 €
2025 100 % 24.305 €

Da Sie über die maximal absetzbare Summe keine weiteren Steuervorteile erhalten, sollten die Jahres-Investitionen in Rürup nicht höher als 24.305 Euro sein. Wenn Sie mehr einzahlen können, warten Sie besser bis zum nächsten Jahr.

Zu beachten ist außerdem, dass der entsprechende Prozentsatz aus der Tabelle immer erst ein Jahr später zählt. Was Sie im Jahr 2020 einzahlen, setzen Sie erst dann ab, wenn Sie im Jahr 2021 die Steuererklärung für das Vorjahr machen. Dabei zählt aber noch der Prozentsatz des Vorjahres von 90 % – weil es Ihre Investitionen im Jahr 2020 betrifft.

Um die investierte Summe abzusetzen, brauchen Sie die Anlage Vorsorgeaufwendungen. Hier schreiben Sie die Summe recht weit oben in das Feld „Beiträge zu zertifizierten Basisrentenverträgen (sog. Rürup-Verträge) mit Laufzeitbeginn nach dem 31.12.2004 (abzgl. steuerfreier Zuschüsse) – Person A“. Schreiben Sie immer die tatsächlich investierte Summe in das Feld. Um das Verrechnen mit den 88 % oder 90 % kümmert sich der Anbieter automatisiert.

Was bekommen Sie vom Finanzamt tatsächlich zurück?

Sie erhalten natürlich nicht die vollen Investitionen in die Rürup-Rente oder Basisrente zurück. Stattdessen verrechnet das Finanzamt diese mit Ihrem Einkommensteuersatz. Der Einkommensteuersatz wird wiederum durch Ihr Einkommen bestimmt, dazu existiert eine Einkommensteuertabelle. Die Einkommensteuersätze passen sich Jahr für Jahr an. Dabei ist der Grenzsteuersatz wesentlich, der ab einer bestimmten Einkommenshöhe nicht mehr als 42 % des Einkommens umfasst. Das macht die nachstehende Tabelle deutlich.

Zu versteuerndes Einkommen Einkommensteuersatz (Grenzsteuersatz) Was nach der Steuer vom Einkommen bleibt
40.000 € 35,10 % 25.960 €
45.000 € 37,26 % 28.233 €
50.000 € 39,42 % 30.290 €
55.000 € 41,59 % 32.125 €
60.000 € 42,00 % 34.800 €
65.000 € 42,00 % 37.700 €

Da sich Rürup als Produkt – so auch fairrürupeher an die Besserverdienenden richtet, nahmen wir uns die höheren Einkommensklassen der Tabelle vor. Der sich nicht mehr verändernde Grenzsteuersatz von 42 % zählt ab einem Einkommen von 55.950 Euro.

Hinsichtlich des Steuervorteils kann man den Prozess so zusammenfassen, dass Sie die steuerlich absetzbaren Rürup-Investitionen mit dem prozentualen Einkommensteuersatz multiplizieren.

Dazu haben wir ein Beispiel für Sie:

Nehmen wir an, dass Sie im Jahr 2020 ein Einkommen von 50.000 Euro brutto erzielen. Dadurch haben Sie einen Einkommensteuersatz (Grenzsteuersatz) von 39,42 %. Wenn Sie nun beispielsweise 12.000 Euro in Ihre Rürup-Rente investieren, dann sind davon 10.800 Euro absetzbar. Das sind die absetzbaren 90 % aus der obenstehenden Tabelle. Und von diesen 10.800 Euro erstattet Ihnen das Finanzamt dann rund 4.257 Euro. Das sind 39,42 % der absetzbaren Summe.

Hinweis: Dieses vereinfachte Beispiel setzt voraus, dass Sie Ihre Einkommensteuer oder Lohnsteuer zu den 50.000 Euro bereits entrichtet haben. Sollte das nicht der Fall sein, dann müssen die 4.257 Euro mit der Summe verrechnet werden, die Sie noch nachzuzahlen haben. Der Steuervorteil bedeutet nicht per se, dass Sie etwas zurückerhalten.

Was passiert bei der Steuer, wenn ich im Rentenalter bin und die Rürup-Rente ausbezahlt bekomme?

Bei der Rente verhält es sich mit den Steuern wie bei den absetzbaren Investitionen. Es existiert ein Prozentsatz, der Jahr für Jahr erhöht wird und bestimmt, wie viel Sie von Ihrer Rente in der Rentenphase versteuern müssen. Erst ab dem Jahr 2040 muss die Rürup-Rente oder Basisrente zu 100 % versteuert werden. Bis dahin nimmt der Prozentsatz ab 2020 jährlich um 1 % zu, was ebenfalls im EStG verankert ist.

Jahr Zu versteuernder Prozentsatz
2019 78 %
2020 80 %
2021 81 %
2022 82 %
2023 83 %
2024 84 %
2025 85 %
2026 86 %
2027 87 %
2028 88 %
2029 89 %
Jahr Zu versteuernder Prozentsatz
2030 90 %
2031 91 %
2032 92 %
2033 93 %
2034 94 %
2035 95 %
2036 96 %
2037 97 %
2038 98 %
2039 99 %
2040 100 %

Wer noch vor 2040 in die Rentenphase eintritt, hat also Glück, nicht die volle Rürup-Rente versteuern zu müssen. Hierbei zählt einmal mehr der Einkommensteuersatz, bestimmt durch das im Jahr erzielte Einkommen. Hat man ausreichend investiert und kann man die entstehende Rentenlücke schließen, bleibt das Einkommen theoretisch dasselbe. Und so bleibt auch der Einkommensteuersatz unverändert.

wie-sich-das-renten-niveau-entwickelt

Auch dazu haben wir ein Beispiel für Sie:

Nehmen wir an, dass Sie 2030 in die Rente eintreten und dann eine Rente von 50.000 Euro brutto im Jahr erzielen. Nehmen wir ferner an, dass Sie eine Rürup-Rente von 2.290 Euro im Monat erhalten. Die Restsumme kommt von der normalen Rente. Von den 2.290 Euro müssen Sie 90 % versteuern, also rund 2.060 Euro. Ihr Einkommensteuersatz umfasst weiterhin 39,42 % und somit erhält der Fiskus etwa 813 Euro von Ihrer Rürup-Rente. Für Sie bleiben rund 1.477 Euro über. Das sind die 2.290 Euro minus die 813 Euro Steuer.

Hinweis: Das Beispiel rechnet nur die Steuer für die Rürup-Rente oder Basisrente aus. Den Rentenanteil aus der gesetzlichen Rentenversicherung müssen Sie natürlich obendrauf versteuern. Somit sind die 813 Euro nur ein Anteil der Steuer, die Sie in der Rentenphase entrichten müssen.

Wie sieht es mit der Steuer bei der Riester-Rente im Vergleich zur Rürup-Rente aus?

Bei der Riester-Rente warten nicht dieselben Steuervorteile wie bei der Rürup-Rente. Tatsächlich ist nur eine deutlich kleinere Summe von der Steuer absetzbar. Dafür erhält man einmal im Jahr staatliche Zuschüsse, die wiederum bei Rürup fehlen.

Die Riester-Zuschüsse zusätzlich zu den Investitionen:

  • 175 Euro Grundzuschuss im Jahr
  • 185 Euro Zusatz für alle Kinder, die vor 2008 zur Welt kamen
  • 300 Euro Zusatz für alle Kinder, die nach 2008 zur Welt kamen

Absetzbar sind bei der Riester-Rente nur 2.100 Euro im Jahr. Das läuft unter den „Sonderausgaben“. Das funktioniert so wie bei der Rürup-Rente weiter oben beschrieben. Jedoch ist dabei zu beachten, dass die Steuervorteile durch die ausbezahlten Zuschüsse reduziert werden. Der tatsächliche Steuervorteil fällt hierdurch immer kleiner aus als der errechnete Steuervorteil.

Sie wissen, was nun kommt: Ein Beispiel:

Gehen wir einmal mehr davon aus, dass Sie im Jahr 2020 ein Bruttoeinkommen von 50.000 Euro erzielen. Wir rechnen also wie bei der Basisrente wieder mit dem Grenzsteuersatz von 39,42 %. Sie investieren das Jahr über 4.000 Euro in die Riester-Rente. Davon sind höchstens 2.100 Euro absetzbar. Und diese werden mit dem Grenzsteuersatz verrechnet. Heraus kommen rund 827 Euro, die Sie vom Finanzamt zurückerhalten. Den erhaltenen Zuschuss von 175 Euro zieht das Finanzamt aber vorher ab. Somit erhalten Sie nur 652 Euro wieder.

Hinweis: Auch dieses Beispiel ist stark vereinfacht und setzt voraus, dass Sie bereits sämtliche Einkommensteuer entrichtet haben. Zudem rechnen wir nur mit der Grundzulage und ohne eventuelle Kinderzulagen. Hätte man in diesem Beispiel noch Kinder, dann würde der Steuervorteil noch weiter sinken.

Hinweis 2: Auch interessant ist, dass Sie den mehr investierten und von der Steuer nicht absetzbaren Anteil von 1.900 Euro im Alter nicht versteuern müssen. Auch die damit erzielte Rendite ist nur zu 50 % individuell zu versteuern. Dafür müssen Sie 12 Jahre in die Riester-Rente investiert haben und beim Rentenbeginn mindestens 62 Jahre alt sein.

Ob Sie sich unter diesen Aspekten für die Riester-Rente oder die Rürup-Rente (Basisrente) entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Vor allem Höherverdienende, die hohe Summen investieren können, sind mit der Rürup-Rente normalerweise besser bedient. Wer kein hohes Einkommen erzielt und beispielsweise durch mehrere Kinder hohe Zuschüsse erzielen kann, ist mit der Riester-Rente besser bedient.

 

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Das Wesentliche noch einmal in Kürze:

  • Die Absetzbarkeit der Rürup-Rente umfasst im Jahr 2019 bis zu 21.388 Euro. Das sind 88 % der einzuzahlenden 24.305 Euro. Der prozentuale Wert für die Absetzbarkeit nimmt in den nächsten Jahren zu. Ab dem Jahr 2025 sind die Investitionen bis 24.305 voll absetzbar. Die Steuervorteile betreffen nur die Ansparphase.
  • Um den tatsächlichen Steuervorteil zu errechnen, müssen Sie die absetzbaren Investitionen mit Ihrem Einkommensteuersatz verrechnen.
  • Bis zum Jahr 2040 muss die Rürup-Rente oder Basisrente – das, was Sie in der Rentenphase ausbezahlt bekommen – je nach Jahr nur zu zwischen 78 % und 100 % versteuert werden. Der prozentuale Satz nimmt bis zum Jahr 2040 jedes Jahr um 1 % zu. Auch hier zählt der Einkommensteuersatz. In der Rentenphase besteht keine Absetzbarkeit mehr.
  • Die Steuervorteile sind bei der Rürup-Rente höher als bei der Riester-Rente. Somit fühlen sich vor allem Besserverdiener eher bei der Rürup-Rente zu Hause. Zu beachten ist nur, dass die staatlichen Zuschüsse fehlen.