Rürup-Rente versus Steuer

Absetzbare Summen, Steuervorteile und überbleibende Rente

Wussten Sie schon, dass zum Jahresende die Abschlüsse von Rürup-Renten deutlich zunehmen? Das hat vor allem mit den Steuervorteilen in der Ansparphase zu tun, die Rürup bietet. Weil man eine hohe Summe von der Steuer absetzen und sich so potenziell etwas vom Finanzamt zurückholen kann, entscheiden sich viele, noch schnell eine Rürup-Rente abzuschließen. Meist ist das mit einer einzelnen Summe verbunden, die sie zum Start einzahlen. Hier erfahren Sie, …

  • wie viel Sie im Jahr von der Steuer absetzen können,
  • wie Sie die Summe konkret von der Steuer absetzen,
  • welche Summe das Finanzamt Ihnen tatsächlich anrechnet,
  • wie sich die absetzbare Summe in den nächsten Jahren verändert,
  • wie viel nachher von Ihrer Rente nach Steuern über bleibt und
  • wie es bei der Riester-Rente aussieht.
Das Wichtigste in Kürze
  • Steuerliche Absetzbarkeit: Die Absetzbarkeit der Rürup-Rente umfasst im Jahr 2021 bis zu 23.724 Euro. Das sind 92 % der einzuzahlenden 25.787 Euro. Der prozentuale Wert für die Absetzbarkeit nimmt in den nächsten Jahren zu. Ab dem Jahr 2025 sind die Investitionen voll absetzbar. Die Steuervorteile betreffen nur die Ansparphase.
  • Besteuerung der Rente bis 2040: Bis zum Jahr 2040 muss die Rürup-Rente oder Basisrente – das, was Sie in der Rentenphase ausbezahlt bekommen – je nach Jahr nur zu zwischen 78 % und 100 % versteuert werden. Der prozentuale Satz nimmt bis zum Jahr 2040 jedes Jahr um 1 % zu. In der Rentenphase besteht keine Absetzbarkeit mehr.

Welche Summen können Sie im Jahr von der Steuer absetzen, wenn Sie in Rürup investieren?

Interessant ist, dass Sie bei der Rürup-Rente (auch Basisrente) deutlich höhere Summen von der Steuer absetzen können als bei der Riester-Rente. Dazu weiter unten beim Blick auf die Riester-Rente mehr. Die in der Ansparphase maximal absetzbare Summe für Rürup im Jahr 2021 umfasst 23.724 Euro.

Tatsächlich müssen Sie dafür aber 25.787 Euro einzahlen, denn das Gesetz sieht vor, dass Sie nur 92 % der Rürup-Investitionen absetzen dürfen. Der Prozentsatz nimmt nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) in den nächsten Jahren zu. Im Jahr 2021 werden dadurch 92 % dieser Summe absetzbar sein. Das sind dann 23.724 Euro.

Da Sie über die maximal absetzbare Summe keine weiteren Steuervorteile erhalten, sollten die Jahres-Investitionen in Rürup nicht höher als 25.787 Euro für Alleinstehende und 51.574 Euro für Verheiratete sein. Wenn Sie mehr einzahlen können, warten Sie besser bis zum nächsten Jahr.

Beachten Sie außerdem, dass der entsprechende Prozentsatz aus der Tabelle immer erst ein Jahr später zählt. Was Sie im Jahr 2020 einzahlen, setzen Sie erst dann ab, wenn Sie im Jahr 2021 die Steuererklärung für das Vorjahr machen. Dabei zählt aber noch der Prozentsatz des Vorjahres von 90 % – weil es Ihre Investitionen im Jahr 2020 betrifft.

Um die investierte Summe abzusetzen, brauchen Sie die Anlage Vorsorgeaufwendungen. Hier schreiben Sie die Summe recht weit oben in das Feld „Beiträge zu zertifizierten Basisrentenverträgen (sog. Rürup-Verträge) mit Laufzeitbeginn nach dem 31.12.2004 (abzgl. steuerfreier Zuschüsse) – Person A“. Schreiben Sie immer die tatsächlich investierte Summe in das Feld. Um das Verrechnen kümmert sich Ihr Finanzamt. In der Regel werden aber die Beiträge in neuen Steuersoftware-Lösungen per Belegabruf automatisch hinterlegt.

Was bekommen Sie vom Finanzamt tatsächlich zurück?

Sie erhalten natürlich nicht die vollen Investitionen in die Rürup-Rente oder Basisrente zurück. Stattdessen verrechnet das Finanzamt diese mit Ihrem Einkommensteuersatz. Der Einkommensteuersatz wird wiederum durch Ihr Einkommen bestimmt, dazu existiert eine Einkommensteuertabelle. Die Einkommensteuersätze passen sich Jahr für Jahr an. Dabei ist die durchschnittliche Steuerbelastung und der Grenzsteuersatz wesentlich, der ab einer bestimmten Einkommenshöhe nicht mehr als 42 % des Einkommens umfasst. Das macht die nachstehende Tabelle – als Beispiel für Alleinstehende, nicht verheiratet gemäß Steuerrechner BMF – deutlich.

Zu versteuerndes Einkommen Grenzbelastung Was nach der Steuer vom Einkommen bleibt
40.000 € 34,51 % 31.667 €
45.000 € 36,60 % 34.889 €
50.000 € 38,69 % 38.006 €
55.000 € 40,78 % 41.019 €
60.000 € 42,00 % 43.937 €
65.000 € 42,00 % 46.837 €

Der ETF Rürup eignet sich für alle, die über ein regelmäßiges Einkommen verfügen und privat vorsorgen wollen. Dies umfasst auch die höheren Einkommensklassen.

Hinsichtlich des Steuervorteils kann man den Prozess so zusammenfassen, dass Sie die steuerlich absetzbaren Rürup-Investitionen mit dem prozentualen Einkommensteuersatz multiplizieren.

Dazu haben wir ein vereinfachtes Beispiel für Sie:

Nehmen wir an, dass Sie im Jahr 2021 ein Einkommen von 70.000 Euro brutto erzielen. Dadurch haben Sie einen Einkommensteuersatz von 42,00 %. Wenn Sie nun beispielsweise 12.000 Euro in Ihre Rürup-Rente investieren, dann sind davon 92 %, also insgesamt 11.040 Euro absetzbar. Die Einkommensteuerersparnis kann bei diesem Beispiel bis zu 4.637 EUR pro Jahr betragen (Stand 2021).

Hinweis: Vereinfachte, beispielhafte Betrachtung bei einem zu versteuerndem Einkommen (zvE) von 70.000 EUR pro Jahr und einem angenommenen Grenzsteuersatz von 42 %. In 2021 umfassen Vorsorgeaufwendungen Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung (fiktiv bei Beamten), Versorgungswerke, und die landwirtschaftlichen Alterskassen. Üblicherweise betragen die Vorsorgeaufwendungen 18,6 % des Bruttoeinkommens. In 2021 können Vorsorgeaufwendungen von maximal 25.787 EUR steuerlich geltend gemacht und davon zu 92 %, also maximal 23.724 EUR, von der Steuer abgesetzt werden.

Was passiert bei der Steuer, wenn ich im Rentenalter bin und die Rürup-Rente ausbezahlt bekomme?

Bei der Rente verhält es sich mit den Steuern wie bei den absetzbaren Investitionen. Es existiert ein Prozentsatz, der Jahr für Jahr erhöht wird und bestimmt, wie viel Sie von Ihrer Rente in der Rentenphase versteuern müssen. Erst ab dem Jahr 2040 muss die Rürup-Rente oder Basisrente zu 100 % versteuert werden. Bis dahin nimmt der Prozentsatz ab 2020 jährlich um 1 % zu, was ebenfalls im EStG verankert ist.

Jahr Zu versteuernder Prozentsatz
2019 78 %
2020 80 %
2021 81 %
2022 82 %
2023 83 %
2024 84 %
2025 85 %
2026 86 %
2027 87 %
2028 88 %
2029 89 %
Jahr Zu versteuernder Prozentsatz
2030 90 %
2031 91 %
2032 92 %
2033 93 %
2034 94 %
2035 95 %
2036 96 %
2037 97 %
2038 98 %
2039 99 %
2040 100 %

Wer noch vor 2040 in die Rentenphase eintritt, hat also Glück, nicht die volle Rürup-Rente versteuern zu müssen. Hierbei zählt einmal mehr der Einkommensteuersatz, bestimmt durch das im Jahr erzielte Einkommen. Hat man ausreichend investiert und kann man die entstehende Rentenlücke schließen, bleibt das Einkommen theoretisch dasselbe. Und so bleibt auch der Einkommensteuersatz unverändert.

Auch dazu haben wir ein Beispiel für Sie:

Nehmen wir an, dass Sie 2030 in die Rente eintreten und dann eine Rente von 50.000 Euro brutto im Jahr erzielen. Nehmen wir ferner an, dass Sie eine Rürup-Rente von 2.290 Euro im Monat erhalten. Die Restsumme kommt von der normalen Rente. Von den 2.290 Euro müssen Sie 90 % versteuern, also rund 2.061 Euro. Dieser Betrag wird mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz verrechnet.

Hinweis: Den Rentenanteil aus der gesetzlichen Rentenversicherung müssen Sie natürlich obendrauf versteuern.

Wie sieht es mit der Steuer bei der Riester-Rente im Vergleich zur Rürup-Rente aus?

Bei der Riester-Rente warten nicht dieselben Steuervorteile wie bei der Rürup-Rente. Tatsächlich ist nur eine deutlich kleinere Summe von der Steuer absetzbar. Dafür erhält man einmal im Jahr staatliche Zuschüsse, die wiederum bei Rürup fehlen.

Die Riester-Zuschüsse zusätzlich zu den Investitionen:

  • 175 Euro Grundzuschuss im Jahr
  • 185 Euro Zusatz für alle Kinder, die vor 2008 zur Welt kamen
  • 300 Euro Zusatz für alle Kinder, die nach 2008 zur Welt kamen

Absetzbar sind bei der Riester-Rente nur 2.100 Euro im Jahr. Das läuft unter den „Sonderausgaben“. Das funktioniert so wie bei der Rürup-Rente weiter oben beschrieben. Jedoch ist dabei zu beachten, dass die Steuervorteile durch die ausbezahlten Zuschüsse reduziert werden. Der tatsächliche Steuervorteil fällt hierdurch immer kleiner aus als der errechnete Steuervorteil.

Sie wissen, was nun kommt: Ein Beispiel:

Gehen wir einmal mehr davon aus, dass Sie im Jahr 2020 ein Bruttoeinkommen von 50.000 Euro erzielen. Sie investieren das Jahr über 4.000 Euro in die Riester-Rente. Davon sind höchstens 2.100 Euro absetzbar. Und diese werden mit Ihrem Einkommensteuersatz verrechnet. Heraus kommen rund 804 Euro, die Sie vom Finanzamt zurückerhalten. Den erhaltenen Zuschuss von 175 Euro zieht das Finanzamt aber vorher ab. Somit erhalten Sie nur 629 Euro wieder.

Hinweis: Auch dieses Beispiel ist stark vereinfacht und setzt voraus, dass Sie bereits sämtliche Einkommensteuer entrichtet haben. Zudem rechnen wir nur mit der Grundzulage und ohne eventuelle Kinderzulagen. Hätte man in diesem Beispiel noch Kinder, dann würde der Steuervorteil noch weiter sinken.

Ob Sie sich unter diesen Aspekten für die Riester-Rente oder die Rürup-Rente (Basisrente) entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Vor allem Anlegerinnen und Anleger, die hohe Summen investieren können, sind mit der Rürup-Rente normalerweise besser bedient. Denn die Beitragsgarantien der Riester-Rente drücken oftmals auf die Renditen. Wer wenig verdient und beispielsweise durch mehrere Kinder hohe Zuschüsse erzielt, kann hingegen mit der Riester-Rente sparen.

 

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