Ist die Rürup-Rente wirklich nur was für Selbstständige und Freiberufler?

Die Rürup-Rente (auch Basisrente) bietet einen Anreiz zur privaten Altersvorsorge. Und zwar mit dem enormen Vorteil, eine ordentliche Summe der Investitionen von der Steuer absetzen zu können. Sie richtet sich aber nicht an jeden. Vielmehr richtet sich die Rürup-Rente – als Pendant zur Riester-Rente – unter anderem an Personen, die nicht pflichtversichert sind, das heißt sie müssen nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, dürfen aber. Die staatlichen Zuschüsse bei der Riester-Rente bleiben diesen Personen normalerweise verwehrt, womit die Rürup-Rente mit den enormen Steuervorteilen eine Alternative darstellt. Das betrifft insbesondere Selbstständige und Freiberufler. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn ein Ehepartner ebenfalls riestert und die vollen Zuschüsse erhält. Aber auch für Beamte und weitere Berufsgruppen mit hohem Einkommen kann die Rürup-Rente statt der Riester-Rente interessant werden. Unter welchen Umständen das so ist und was dahinter steckt, erfahren Sie in diesem Artikel. 

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Wie hoch der Steuervorteil bei der Rürup-Rente oder Basisrente ist, kommt unter anderem darauf an, ob man pflichtversichert ist oder nicht. Aber was bedeutet das?

Nicht pflichtversichert zu sein, erfordert bestimmte Umstände

Nämlich, dass man …

  • mehr als 5.062,50 Euro brutto im Monat verdient (Wert in 2019), 
  • selbstständig oder freiberuflich arbeitet (nie pflichtversichert), 
  • studiert und sich von der Versicherungspflicht hat befreien lassen, 
  • Beamter oder Beamtin mit Recht auf Beihilfe ist und sich privat versichert, 
  • oder ohne Beamtenstatus, aber mit Beihilferecht, im öffentlichen Dienst arbeitet und das im ersten Punkt erwähnte Einkommen erzielt.

All diese Gruppen dürfen entscheiden, ob sie in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beziehungsweise der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) bleiben oder wechseln wollen. Alternativ können sie sich privat versichern. Wenn sie sich privat versichern, dann ist von einer privaten Krankenversicherung (PKV) und von einer privaten Altersvorsorge, beispielsweise mit Rürup, die Rede. 

Die Mehrheit der Deutschen – durchschnittlich etwa 50 Millionen Menschen – war in den Jahren 2017 bis 2019 pflichtversichert und somit in der GKV und GRV. Weitere etwa 6 Millionen Menschen hatten die Wahl und entschieden sich dazu, in der GKV und GRV zu bleiben. Etwas mehr als 8,5 Millionen Menschen waren privat versichert. 

Natürlich dürfen auch Pflichtversicherte etwas fürs Alter tun. Auch sie könnten sich für die Rürup-Rente statt für die Riester-Rente entscheiden. Bei Fairr bieten wir überdies beide Varianten mit sehr attraktiven Konditionen an (mehr erfahren zu fairriester und fairrürup). Bei der Rürup-Rente fehlen zwar die staatlichen Zuschüsse, die man bei der Riester-Rente bekäme. Dafür haben Versicherte aber den einen weitaus höheren Steuervorteil: Mehr als 20.000 Euro können sie unter Umständen von der Steuer absetzen. Dazu weiter unten mehr.

Die Rürup-Rente kommt also für weit mehr Personen als nur für Selbstständige und Freiberufler in Betracht. Welche Berufe profitieren von den Vorteilen?

Sobald eine Person durch ihr Einkommen oder ihren Beruf nicht mehr pflichtversichert ist, kommt statt der Riester-Rente die Rürup-Rente als mögliche zusätzliche Altersvorsorge in Betracht.

Unterm Strich ist die Basisrente vor allem für diese Berufsgruppen relevant: 

  • Rechtsanwälte
  • Ärzte
  • Unternehmensberater
  • Kreative Freiberufler
  • Heilberufe
  • Ingenieure 
  • Steuerberater
  • Journalisten
  • Wirtschaftsprüfer
  • Studenten, wenn die Wahl besteht, sowie 
  • Beamten und überdurchschnittlich verdienende Arbeitnehmer

 

Bis auf das Beispiel der Studenten richtet sich die Rürup-Rente auch inhaltlich mehr auf die Besserverdiener aus. Dazu zwei Einblicke je in die Rürup- und Riester-Rente: 

Der wesentliche Vorteil sind die Steuervorteile, die man bei der Rürup-Rente hat. Diese sind bei der Riester-Rente wiederum stark limitiert. Während Rürup-Versicherte im Jahr 2019 bis zu 21.388 Euro von der Steuer absetzen dürfen, sind es bei Riester-Versicherten nur höchstens 2.100 Euro. 

Um die 21.388,40 Euro bei der Basisrente absetzen zu können, muss man aber mindestens 24.305 Euro einzahlen. Und zahlt man trotz der Rürup-Rente in die GRV ein (ist man also „freiwillig gesetzlich versichert“), dann darf man nur höchstens 14.200 Euro absetzen. 

Trotzdem ist das ein deutlicher Unterschied – und sicher auch ein Anreiz für die entsprechenden Berufsgruppen, etwas mehr für die Rente zu tun

Welche konkrete Steuerersparnis dabei herauskommt, wird letztendlich zwar immer durch den persönlichen Steuersatz bestimmt. Durch die hohe absetzbare Summe kann die Steuerersparnis bei der Rürup-Rente aber deutlich höher als bei der Riester-Rente ausfallen. Und das lohnt sich für die besserverdienenden Berufsgruppen. Die Chance, durch hohe Rürup-Investitionen etwas vom Finanzamt zurückzuerhalten, nimmt zu. 

Und es kommt mit Blick über die Ansparphase hinaus noch ein weiterer Steuervorteil hinzu. Auch beim Auszahlen der Rente können Versicherte sparen, wenn sie vor dem Jahr 2040 in Rente gehen. Denn bis dahin muss die Rente nur zu 80 % (2020) und dann jedes Jahr um 1 % mehr versteuert werden. Bei der Riester-Rente sind sofort 100 % der Rente zu versteuern. 

Wenn der persönliche Rentenbeginn also vor 2040 eintritt und man noch keine Basisrente hat, kann es sich nochmals lohnen, eine neue Police inklusive Einmalzahlung oder Sonderzahlung abzuschließen. Wobei man klar betonen muss, dass sich die Rürup-Rente auch dann für Sie lohnen kann, wenn Sie erst nach 2040 ins Rentenalter kommen. Die vollen Steuern zahlen zu müssen, ist ausdrücklich kein Nachteil.

Vor allem in steuerlicher Hinsicht bietet die Rürup-Rente also Vorteile. Aber für wen lohnt sie sich auch?

Dass man die Steuervorteile nutzt, ist die eine Seite der Medaille. Ob sich die Rürup-Rente für einen persönlich lohnt, die andere. Immerhin muss man sehr viel einzahlen, um tatsächlich eine bemerkenswerte Summe von der Steuer absetzen zu können

Dementsprechend lohnt sich die Rürup-Rente nur dann, …

  • wenn man auch wirklich hohe Summen einzahlt (beispielsweise monatlich) sowie 
  • die Chance wahrnimmt, etwas extra einzuzahlen, statt es anders zu investieren. 
  • der Vertrag zur Rürup-Rente attraktiv verzinst wird oder auf ETF-Basis Renditechancen mitbringt

Treffen alle drei Punkte zu, dann kann die Rürup-Rente oder Basisrente äußerst lohnenswert sein. Mit fairrürup investieren Anleger in kosteneffiziente ETFs und können sich langfristig  attraktive Renditechancen sichern.

Das Wesentliche noch einmal in Kürze:

  • Wesentlich für die Rürup-Rente ist nicht, dass man – wie oft zu lesen und zu hören – selbstständig oder freiberuflich arbeitet, sondern sie ist theoretisch für alle interessant, die ein hohes Einkommen erzielen.
  • Die Rürup-Rente hat für diese Berufsgruppen wesentliche Vorteile, vor allem steuerlicher Natur. So kann man mehr als 20.000 Euro im Jahr von der Steuer absetzen, indem man das Geld in Rürup investiert. Auch muss man die Rente bis 2040 nicht voll versteuern, sondern nur zu zwischen 80 und 100 %.
  • Lohnen könnte sich die Rürup insbesondere dann, wenn man sie entsprechend ernst nimmt und viel Geld einzahlt, um von den Steuervorteilen (und später von einer hohen Rente) zu profitieren.

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