Rürup kündigen? - Manchmal merkt man erst nach Jahren, dass man sich falsch entschieden hat.

Auch bei der Rürup-Rente oder Basisrente (beides dasselbe) kann das passieren. Vielleicht, weil man merkt, dass sie hintenrum zu teuer ist oder weil das Rürup-Konzept doch nicht mehr so klasse erscheint wie vorher. Leider ist es dann aber zu spät und man kommt aus der Sache nicht mehr raus. Besteht die Basisrente einmal, dann besteht sie für immer. Sie ist nur innerhalb von einem Monat nach Erhalt aller wesentlichen Dokumente per Widerspruch kündbar, danach nicht mehr (§ 152 VGs). Verloren haben Sie trotzdem noch nicht. Sie können die Rürup-Rente zumindest beitragsfrei stellen und zu einem anderen Anbieter wechseln, wenn Sie mit ihr unzufrieden sind. Wer aus der Rürup wirklich raus möchte, kann einen Widerruf durchführen und die Rente rückabwickeln lassen. Wie das alles funktioniert, erfahren Sie hier. 

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Warum kann man eine Rürup nicht kündigen?

Wer vor allem von den steuerlichen Vorteilen der Rürup-Rente oder Basisrente profitieren möchte, muss sich auf der anderen Seite einschränken. Deshalb ist eine Kündigung der Basisrente nach dem Ablauf einer Einmonatsfrist (bei Banken nur zwei Wochen) nicht machbar, auch dann nicht, wenn man von der Ansparphase in die Rentenphase wechselt. 

Einen Joker hat man aber immerhin noch – nämlich das Widerrufsrecht. So kann man die Rürup-Rente rückabwickeln lassen. Der Fall muss dann so behandelt werden, als hätten sich die bisher Versicherten nie für die Basisrente entschieden. Das bedeutet, dass die Versicherer keine Kosten aufrufen dürfen und dass die Versicherungsnehmer fast all ihr Geld (also die Prämien – normalerweise ohne Zinsen) zurückerhalten. Ein Rückkaufswert wie beispielsweise bei Lebensversicherungen existiert hier also nicht. Für Rürup-Renten, die vor 2008 abgeschlossen wurden, sieht das Gesetz sogar noch vor, dass die Versicherer auch einen Teil der Zinsen auszahlen. Bei Rürup-Abschlüssen nach 2008 zahlen die Versicherer wiederum keine Zinsen aus. 

Der Widerruf muss seitens der Versicherten schriftlich erfolgen

Ob man sich mit solch einem Widerruf aber wirklich von der Rürup trennen möchte, darüber muss man nachdenken. Denn meistens überwiegen die Vorteile so sehr, dass sie – wenn man sie auch ausnutzt – klar für die Rürup-Rente sprechen. Und zweitens hilft Rürup sicher dabei, die später entstehende Rentenlücke zu schließen. 

Ein kurzer Blick noch auf die Riester-Rente, also das Pendant zur Rürup-Rente: Riester-Renten kann man zwar kündigen und rückabwickeln, man muss dabei aber die staatlichen Zuschüsse und Steuervorteile zurückzahlen. Der Rückkaufwert wird also um diese Posten reduziert, was sich vor allem dann spürbar auswirkt, wenn die Gebühren der Riester-Rente hoch und die Rendite nicht so hoch waren. Unter Umständen muss man aber nach 12 Jahren des Riester-Besitzes und ab einem Alter 62 nicht allzu viele Steuern auf die Rente zahlen. In Kombination mit einer kosteneffizienten und renditestarken Riester-Rente, wie beispielsweise fairriester, kann sich das Auflösen vor der Rente auch lohnen. 

Bei der Basisrente bekommt man keine staatlichen Zuschüsse + Steuervorteile, sondern nur die Steuervorteile. Und diese Steuervorteile lassen sich nicht rückabwickeln, außer, dass man auf die widerrufene Rürup-Rente beim Auszahlen natürlich Steuern zahlen muss

Rürup „kündigen“, indem man einfach nichts mehr einzahlt? Das funktioniert, indem man Rürup beitragsfrei stellt, aber oft nur auf Zeit.

Bei den meisten Basisrenten ist es machbar, die Prämien auf bestimmte Zeit auszusetzen. Auf bestimmte Zeit funktioniert es deshalb nur, weil der Versicherer natürlich daran interessiert ist, dass Sie bald mit dem Einzahlen fortfahren. Würde er wissen, dass Sie nie wieder etwas einzahlen möchten, könnte er die Pause durchaus verweigern. 

Manche Versicherer sind aber auch kooperativ und lassen eine „dauerhafte Pause“ zu. In der Fachsprache ist davon die Rede, die Rürup-Rente beitragsfrei zu stellen. Alternativ ist von der Beitragsfreistellung die Rede.  

Sofern Sie keine dauerhafte Pause bekommen, besteht noch die Option, die Prämien aufs Minimum zu reduzieren. Hier sind Sie flexibel und bestimmen selbst, wieviel Sie noch einzahlen möchten. Bei den meisten Basisrenten umfasst das Minimum 25 bis 50 Euro im Monat. So läuft die Rente zwar weiter, macht aber finanziell keinen besonderen Unterschied. Das kann eine nützliche Alternative sein, wenn Sie die Rente nicht beitragsfrei stellen können

Um entsprechende Schritte einzuleiten, müssen Sie sich stets an den Versicherer wenden. Erklären Sie, warum Sie in die Rürup-Rente bestenfalls nicht mehr einzahlen möchten und warten Sie ab, was der Versicherer Ihnen anbieten kann.

Bitte dran denken: Wenn man nichts mehr oder kaum noch etwas einzahlt, reduziert sich die auszahlbare Rente. Demnach sollten Versicherungsnehmer eine Alternative in petto haben, mit der sie die Rentenlücke später schließen können. Auch von den attraktiven Steuervorteilen kann man nicht mehr profitieren, wenn man die Rente beitragsfrei stellt bzw. die Beitragsfreistellung nutzt oder die Prämie aufs Minimum reduziert. 

Bei der innovativen Rürup-Rente von Fairr mit kosteneffizienten sowie renditestarken ETFs können Sie jederzeit entscheiden, wie viel Sie investieren möchten. Sie können Ihre Beiträge nach Belieben reduzieren oder anheben oder auch einmal eine höhere Summe einzahlen. Ebenso können Sie die Rürup-Rente beitragsfrei stellen, wenn Sie dies wünschen. Für nichts von dem müssen Sie etwas bezahlen.

Wenn Sie weder eine Rückabwicklung noch eine Beitragsfreistellung möchten, können Sie unter Umständen einfach den Versicherer wechseln.

Sind sie mit Ihrem momentanen Anbieter nicht mehr zufrieden, dann können Sie Rürup unter Umständen umziehen, also zu einem neuen Versicherer wechseln. Das funktioniert, indem Sie beim neuen Versicherer eine neue Rürup-Rente abschließen und dann das bestehende Kapital vom alten zum neuen Versicherer transferieren lassen. 

Wirklich sinnvoll ist dieser Schritt aber nur, wenn der alte Anbieter dies zulässt und der neue Anbieter tatsächlich wesentlich bessere Konditionen für die Basisrente anbietet. Sind die Konditionen ähnlich, dann ist der meist auch mit Kosten verbundene Wechsel nicht sinnvoll. Überhaupt ist der Wechsel der Rürup-Rente auch nur dann durchführbar, wenn sich der alte Anbieter nicht sperrt. Dieser möchte seine Kunden verständlicherweise behalten. 

Die Beitragsfreistellung ist normalerweise ohne Weiteres machbar und reduziert zudem die Gebühren des Vertrags merklich. Dann ergibt es auch Sinn, einfach einen weiteren Rürup-Vertrag mit besseren Konditionen zu besparen. Beim Renteneintritt werden dann einfach beide Verträge verrentet. Sie erhalten zwei Rürup-Renten.

Das Wesentliche noch einmal in Kürze:

  • Grundsätzlich kann man eine bestehende Rürup-Rente oder Basisrente nicht einfach kündigen. Eine Kündigung ist nur in einem Zeitfenster von einem Monat nach dem Übersenden der Dokumente durch den Versicherer machbar.
  • Meistens kann man die Rürup-Rente beitragsfrei stellen lassen (Beitragsfreistellung), sodass man einfach nichts mehr einzahlt.
  • Falls das nicht funktioniert, kann man die Prämie auf ein Minimum reduzieren.
  • Wenn es mit dem Versicherer zu tun hat, kann man versuchen, den Versicherer zu wechseln – das machen aber nicht alle Versicherer mit (Kulanzproblem).
  • Alternativ ist hier auch ein Widerruf per Widerrufsrecht (Rückabwicklung) denkbar, mit dem man die Rürup-Rente rückabwickeln würde. Hohe Verluste müssen bisher Versicherte dabei nicht befürchten, da man mindestens die investierten Prämien zurückerhält, bei älteren Basisrenten auch mit Zinsen.

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