Man kann die Rürup-Rente direkt mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung koppeln, aber ist das sinnvoll?

Die Rürup-Rente bietet nicht nur Steuervorteile, sondern Sie können auch Ihre Rentenlücke damit schließen. Doch wussten Sie, dass auch das Risiko der Berufsunfähigkeit (BU) mit Rürup abgesichert werden kann? Die Berufsunfähigkeitsversicherung hat ebenfalls viele Vorteile und viele Experten betrachten sie als Pflichtversicherung.

Aus diesem Grund bieten viele Versicherer und Banken die Rürup-Rente oder Basisrente in direkter Kombination mit der BU an. Der Vorteil: Sowohl in der Ansparphase als auch bei der Rente sind Sie finanziell sicher. Doch ist es tatsächlich sinnvoll, beides zusammen abzuschließen? Auf dieser Seite finden Sie alles, was Sie zu dem Thema wissen müssen.

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Zunächst ein Exkurs: Was macht eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Was ist, wenn Sie durch eine körperliche oder psychische Krankheit Ihren Job nicht mehr ausüben können? Dann sind Sie mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung zumindest finanziell abgesichert. Der beschriebene Fall betrifft laut Statistiken etwa 25 % aller Menschen im Laufe des Lebens. Dabei heißt „berufsunfähig“ konkret, dass Sie für mindestens 6 Monate nur noch höchstens 50 % Ihrer Arbeitskraft haben (oder keine mehr). Dass Sie also nur noch höchstens die Hälfte der Zeit arbeiten können.

Das muss ein Arzt in einem Gutachten festhalten.

Wenn dies geschieht, würden Sie für die Zeit der Krankheit eine gesetzlich festgeschriebene Rente erhalten, die das Einkommen kompensiert. Die Höhe der Erwerbsminderungsrente beträgt jedoch nur 30-34 % des letzten Gehalts (brutto). Wer vorher beispielsweise 2.000 Euro brutto verdiente, bekommt somit eine Erwerbsminderungsrente von 680 Euro. Eine Summe, die zum Leben unter den neuen, erschwerten Umständen und zum Behandeln der Krankheit kaum ausreicht. Selbst das in der Kritik stehende Rentenniveau der gesetzlichen Rente ist höher. Zudem bekommt man die Rente nur, wenn man zu dem Zeitpunkt schon mindestens fünf Jahre krankenversichert ist.

Mit der BU vereinbaren Sie deshalb einen bestimmten Prozentsatz Ihres Gehalts als Berufsunfähigkeitsrente. Diese erhalten Sie, um das Einkommen zurück aufs normale Level zu heben und idealerweise so weiterleben zu können, wie bisher.

Nicht mehr arbeiten zu können, kann alle Menschen in allen Berufsgruppen treffen. „Was soll schon passieren, dass ich nicht mehr arbeiten kann?“, lässt sich dementsprechend schnell beantworten. Einer Studie zufolge sind es mit ca. 30 % Nerven- und psychische Krankheiten (beispielsweise Burnout). Danach kommen mit etwa 21 % körperliche Probleme (beispielsweise Schlaganfall mit schwereren Konsequenzen oder Multiple Sklerose) sowie mit ca. 17 % Krebs und andere Geschwüre. Niemand kann diese Krankheiten kommen sehen.

Eine Stufe höher als die Berufsunfähigkeit steht noch die Erwerbsunfähigkeit. Diese beinhaltet, dass man für mindestens sechs Monaten nur noch maximal 15 Stunden pro Woche oder nicht mehr arbeiten kann. Auch das muss ein Arzt in einem Gutachten festhalten. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Situation normalerweise mitversichert.

Rürup-Rente plus Berufsunfähigkeitsversicherung – der wesentliche Vorteil: Finanziell sicher in allen Lebenssituationen bis zum Lebensende.

Aus den ersten Blick hat es nur Vorteile, die Rürup-Rente oder Basisrente direkt mit einer BU zu verbinden. Immerhin kann bis zur Rente krankheitstechnisch passieren, was wolle, Sie sind finanziell sicher und können sich erholen. Das beinhaltet auch die Freiheit, sich den Ansprüchen entsprechend behandeln zu lassen und nicht nur zweckerfüllend. Und Sie tun, weil neben der BU auch noch die Rürup-Rente an Bord ist, etwas für die Altersvorsorge.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung reicht bis zum Rentenbeginn, ab dann verfällt die BU und der Versicherer oder die Bank zahlt die monatliche Rürup-Rente aus.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die steuerliche Absetzbarkeit. Investitionen in die Rürup-Rente können Sie mit bis zu 21.388 Euro im Jahr von der Steuer absetzen. Das entspricht 88 % der Gesamtinvestitionen, die man erlaubterweise absetzen darf. Und auch die Prämien zur BU sind natürlich steuerlich absetzbar.

Das Problem bei einer alleinstehenden BU ohne Rürup-Rente ist aber, dass sie als Sonderausgabe zählt. Damit landet sie in einer Kategorie mit unter anderem der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Und in dieser Kategorie darf man als Arbeitnehmer höchstens 1.900 Euro oder als Selbstständiger höchstens 2.800 Euro im Jahr absetzen. Diese Summen erreicht man als Besserverdiener schon mit der GKV recht schnell. Somit ist die Berufsunfähigkeitsversicherung am Ende doch nicht absetzbar.

Wenn man die Berufsunfähigkeitsversicherung mit der Basisrente (in einem zusammenhängenden Vertrag) koppelt, sieht es anders aus. In dem Moment zählt auch die BU zu den Aufwendungen für Altersvorsorge – also zu den theoretisch absetzbaren 21.388 Euro im Jahr. Das bedeutet, dass man mehr absetzen kann, als vorher.

Warum ist es keine sinnvolle Idee, Rürup und BU miteinander zu verbinden?

Man munkelt, dass das Steuersparen klar zu den deutschen Volkssportarten zählt. Tatsächlich kann man aber bessere Ideen haben, als nur aus dem Grund des Steuernsparens die Kombination aus Basisrente und Berufsunfähigkeitsversicherung zu wählen.

Denn das hat auch Nachteile:

  • Renten versteuern: Kombiniert man die BU mit Rürup, dann ist die BU-Rente im Krankheitsfall ebenso normal zu versteuern wie die Rente im Alter. Bei einer alleinstehenden Berufsunfähigkeitsversicherung muss man die Rente nur zu 8 bis 10 % versteuern. Im Krankheitsfall zahlt sich das aus.
  • Höhere Prämien: Dass Sie mehr einzahlen müssen, um beide Parts ausreichend abzudecken, ist klar. Doch da man die potenzielle BU-Rente normal versteuern muss, muss man noch einmal wesentlich mehr einzahlen (um den potenziellen Steuermehraufwand auszugleichen). Dadurch kommt es „jetzt“ zwar zu einem Steuervorteil, doch beim Auszahlen der potenziellen BU-Rente muss man höhere Steuersummen entrichten. Ein Pseudo-Vorteil.
  • Flexibilität mit BU-Konsequenzen: Die Rürup-Rente kann man jederzeit aufstocken, reduzieren oder auch aussetzen und erst später wieder einzahlen. Wenn man sie reduziert oder aussetzt, dann betrifft das stets auch die BU. Weiter noch: Setzt man mehrere Monate aus, dann kann es dazu kommen, dass für den BU-Part erneut Krankheitsfragen beantwortet werden müssen. Und möchte man nicht mehr weiter in die Rürup-Rente einzahlen, muss man ebenso auf die BU verzichten. Diese dann noch einzeln neu abzuschließen, kann teuer werden.

Diese Nachteile sprechen durchaus dafür, die Rürup-Rente oder Basisrente und die Berufsunfähigkeitsversicherung jeweils alleinstehend abzuschließen.

Das Wesentliche noch einmal in Kürze:

  • Man kann die Rürup-Rente mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung koppeln und somit nicht nur die Rente, sondern auch noch die Arbeitskraft absichern.
  • Dadurch kann man auch die Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzen (rutscht zu den Altersvorsorgeaufwendungen rüber), was ansonsten insbesondere bei Besserverdienern durch Grenzen bei der absetzbaren Summe nicht funktioniert.
  • Unterm Strich hat die Kombination aus Rürup und BU aber mehr Nachteile als Vorteile. Auch die Verbraucherzentralen empfehlen deshalb, beide Produkte einzeln abzuschließen.

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