19.10.2020 | ca. 8 min. Lesezeit | Artikel drucken

WeltInvest-Quartalsbericht: Globale Aktienmärkte setzen Erholung im dritten Quartal fort

Nach dem starken Sommer-Aufschwung an den Märkten kehrt Ruhe ein. Die globale Pandemie ist zwar noch nicht überstanden, aber die Volatilität geht im dritten Quartal merklich zurück, die Kurse an den Märkten steigen jedoch weiterhin moderat. Auch die WeltInvest ETF-Portfolios vollziehen diese Entwicklung nach.

Regierungen und Zentralbanken auf der ganzen Welt stützen die Volkswirtschaften in Folge der Corona-Pandemie mit milliardenschweren Hilfspaketen und einer expansiven Geldpolitik. Das führte im Sommer zum stärksten Aufschwung der Börsengeschichte. Im dritten Quartal 2020 legten die Märkte eine Verschnaufpause ein, die Kurse steigen jedoch weltweit weiter an. Hier ist ein Überblick über die Entwicklung der Aktien- und Anleihenindizes in den WeltInvest ETF-Portfolios.

 

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Nordamerika

Der FTSE North America Index legte im dritten Quartal des Jahres 4,3 % erneu stark zu. Das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich im Vergleich zum Vorquartal zwar abgeschwächt, jedoch setzte sich die Erholung aus dem Sommer fort. Neuigkeiten gibt es vom US-Zentralbanksystem Fed. Gemäß Fed-Chef Jerome Powell wird die Zentralbank künftig vorübergehende Überschreitungen des Inflationsziels von zwei Prozent zulassen, bevor sie den Leitzins anhebt. Wann es dazu kommen wird, ist indes völlig offen, da die Inflationserwartungen niedrig sind. Die Fed geht davon aus, dass sie den Leitzins nicht vor dem Jahr 2023 wieder anheben wird.

Die Arbeitslosenquote in den USA sank im dritten Quartal. Folglich verbesserte sich die Erwerbsquote. Sie liegt aber immer noch unter dem Niveau vor dem Ausbruch der Pandemie im Februar. Die Industrieproduktion stieg im dritten Quartal, auch wenn sich die Erholung im verarbeitenden Gewerbe verlangsamt. Auch im Einzelhandel verbesserte sich die Situation. Insbesondere Aktien von Restaurantbetreibern und Bekleidungsherstellern gehörten zu den Gewinnern im Quartal. Fluggesellschaften hingegen gehörten aufgrund sinkender Passagierzahlen weiterhin zu den Verlierern.

Europa

Aktien im FTSE Developed Europe Index traten im dritten Quartal mit 0,2 % auf der Stelle. Die Wachstumsrate des europäischen Wirtschaftsraumes verlangsamte sich und Sorgen über die stark ansteigenden Covid-19-Infektionen nahmen zu. Im Juli genehmigte die EU einen 750 Milliarden EUR schweren Hilfsfonds zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Das Geld wird von der Europäischen Kommission an die EU-Länder verteilt und von allen Mitgliedstaaten garantiert. Aufgrund des rasanten Anstiegs der Infektionszahlen wurden neue Beschränkungen zur Eindämmung des Virus angekündigt und umgesetzt. Verschiedene europäische Länder, darunter Deutschland, haben ihre Programme zum Erhalt von Arbeitsplätzen ausgeweitet.

Das Wachstum der Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor kam im September zum Erliegen. Der Einkaufsmanager-Index der Euro-Zone (PMI) fiel auf 50,1. Ein Wert unter 50 signalisiert eine Kontraktion.

Britische Aktien blieben im dritten Quartal hinter Aktien der Euro-Zone zurück. Erneute Ängste vor einem ungeordneten Brexit belasteten die Stimmung, ebenso wie Sorgen um die Folgen einer zweiten Welle von Covid-19-Infektionen. Die Wiedereinführung lokaler Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus dämpften die Aussichten für das britische Wirtschaftswachstum.

 

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China und die Wachstumsmärkte

Der FTSE Emerging Markets Index legte im dritten Quartal um 4,1 % zu. Dieser Anstieg an den Wachstumsmärkten wurde von der Hoffnung auf einen baldigen Covid-19-Impfstoff und eine anhaltende wirtschaftliche Erholung getragen. Die Schwäche des US-Dollars erwies sich als unterstützend.

Chinesische Aktien übertrafen die Wertentwicklung der globalen Aktienmärkte, da sich die Wirtschaft weiter erholte. Offizielle Daten liegen noch nicht vor, aber Umfragen zufolge könnte Chinas Wirtschaft im dritten Quartal um etwa 5,2 % gewachsen sein, das wäre ein weiterer Anstieg nach dem Wachstum von 3,2 % aus dem zweiten Quartal.

Taiwan gehörte aufgrund eines Anstiegs bei IT-Aktien zu den stärksten Wachstumsmärkten. Auch Indien übertraf trotz steigender Covid-19-Fälle die durchschnittliche Wertentwicklung globaler Märkte. Die Regierung Narendra Modis konnte Fortschritte bei den Agrar- und Arbeitsreformen machen.

Der Aktienmarkt in Russland entwickelte sich unterdurchschnittlich, überwiegend aufgrund der Unsicherheit über die US-Außenpolitik im Hinblick auf die US-Präsidentschaftswahlen im November. Auch die Schwäche des Rohölpreises wirkte hemmend auf die Preisentwicklung.

Asien-Pazifik-Region

Im dritten Quartal konnte der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index mit 0,8 % nur leicht zulegen. Die australische Regierung hat ein 98 Milliarden Dollar schweres Hilfsprogramm aufgesetzt, um die Wirtschaft aus der Rezession zu führen. Während Australiens Wirtschaft im laufenden Jahr schrumpfen soll, erwarten Ökonomen eine Rückkehr zu starkem Wachstum für 2021. Auch in Neuseeland gibt es ein Hilfspaket seitens der Regierung sowie Steuererleichterungen im Kampf gegen die Pandemie.

Koreas Wirtschaft wird im laufenden Jahr vermutlich um 1,3 % schrumpfen, wie die Zentralbank des Landes mitteilt. Eine Leitzinsänderung soll es in diesem Jahr nicht geben. Vor dem Hintergrund steigender Immobilienpreise und einer erhöhten Verschuldung der Haushalte bleibt die Geldpolitik expansiv.

Die Regierung in Hong Kong stimmte indes einem Stimulus-Paket zu, um die Wirtschaft nach dem Ausbruch von Covid-19 und infolge der Spannungen mit China zu stabilisieren.
 

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Japan

Der FTSE Japan Index legte mit 3,7 % deutlich zu. Der Anstieg efolgte trotz einer allmählichen Stärkung des Yen gegenüber dem US-Dollar in diesem Zeitraum und der Rücktritts-Ankündigung des japanischen Premierministers Shinzo Abe. Seit dem 16. September regiert Abes Nachfolger Yoshihide Suga. Der Führungswechsel hatte kaum Auswirkungen auf den japanischen Finanzmarkt.

Obwohl die Unternehmensgewinne deutlich unter Druck gerieten, brachte die Quartalsberichtssaison einige positive Überraschungen. Auch die Industrieproduktion entwickelte sich besser als prognostiziert. Die japanische Zentralbank stellt überdies eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Der FTSE Global Small Cap Index ist mit 3,4 % auch im dritten Quartal neben den USA und Japan einer der Wachstumstreiber in den WeltInvest ETF-Portfolios. Small Caps dürften von der finanziellen Unterstützung seitens der Regierungen profitieren, ebenso wie von den niedrigen Zinsen.

Obwohl Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung sich meist auf den Heimatmarkt konzentrieren und weniger abhängig von makroökonomischen Trends sind, ist die globale Corona-Pandemie und die rückläufige wirtschaftliche Aktivität auch für sie eine Herausforderung. Eine große Welle von Insolvenzen von überschuldeten Small Cap Unternehmen ist im dritten Quartal jedoch ausgeblieben, was der Debatte um künstlich am Leben gehaltene Zombie-Unternehmen die Grundlage entzieht.

Während die Performance von Small Cap Aktien in den USA im laufenden Jahr meist hinter der von Large Cap Aktien mit Technologie-Schwerpunkt zurückblieb, konnten Small Caps im September erstmals besser abschneiden.

Globale Anleihen

Die Anleihen im FTSE Global Bond Index legten im dritten Quartal 0,9 % zu. Positive Faktoren für diese Entwicklungen war die Unterstützung der US Federal Reserve Bank sowie Hoffnung auf die schnelle Entwicklung eines Impfstoffes. Dämpfende Faktoren sind die nahenden Präsidentschaftswahlen in den USA und der erneute Anstieg der Covid-19-Infektionen.

Die Renditen von Staatsanleihen waren gemischt. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen lag bei 0,68 %, während die Rendite der zehnjährigen britischen Schuldtitel auf 0,23 % stieg. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen schloss bei -0,52 %.

Unternehmensanleihen verzeichneten ein positives Quartal, befördert durch die expansive Geldpolitik und der Jagd von Investoren nach Rendite. Ähnliche Effekte gab es auch bei Schwellenländer-Anleihen in USD zu beobachten.

Wertentwicklung von WeltInvest in den vergangenen vier Quartalen.

Entwicklung der WeltInvest ETF-Portfolios

Die Wertentwicklung an den globalen Finanzmärkten wirkt sich wie folgt auf die WeltInvest ETF-Portfolios aus: Anleger mit einer Aktienquote von 30 Prozent (WeltInvest 30) erzielten im dritten Quartal 1,4 %. Für Anleger mit einem ausgeglichenen Verhältnis von Aktien und Anleihen (WeltInvest 50) gab es 1,9 %. Das ETF-Portfolio mit einer Aktienquote von 70 % (WeltInvest 70) erzielte 2,4 % und für WeltInvest 100 standen 3,2 % zu buche (siehe Grafik, oben).

Die Quartalszahlen wirken sich auch auf die Wertentwicklung seit der Auflage von WeltInvest aus. Seit dem 23.3.2018 erzielte WeltInvest 30 eine Gesamtrendite von 10,9 %. WeltInvest 50 kommt auf einen Wertzuwachs von 12,4 %, bei WeltInvest 70 beträgt die Rendite 13,9 % und für WeltInvest 100 gibt es 16,5 %. Der deutsche Leitindex DAX hat im gleichen Zeitraum übrigens ein Plus von nur 7,4 % erzielt.
 

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Wertentwicklung seit Auflage der WeltInvest ETF-Portfolios bis Ende September 2020.

Der Vergleich mit aktiven Mischfonds fällt auch in diesem Quartal wieder positiv aus. Die Benchmark „cautious“ mit einer Aktienquote von 25 % erzielte seit Ende März 2018 nur 2,0 %. Bei der mit Aktien und Anleihen ausgeglichenen Vergleichsgruppe „moderate“ waren es nur 3,8 % und bei den „aggressiven“ aktiven Mischfonds mit einem hohen Aktienanteil 7,0 %. Daraus ergibt sich für jedes WeltInvest ETF-Portfolio ein Renditevorteil, wie in der untenstehenden Tabelle aufgeführt:

Renditevorteil von WeltInvest Seit Auflage der ETF-Portfolios bis Ende September 2020.

Ausblick

Wirft man einen oberflächlichen Blick auf die Entwicklung der globalen Finanzmärkte im dritten Quartal könnte man meinen, die Rückkehr zur Normalität wäre nach der turbulenten ersten Jahreshälfte bereits vollzogen. Doch es gibt noch immer keinen Impfstoff für die Bekämpfung der globalen Gesundheitskrise, die Zahl der Neuinfektionen steigt weiterhin und eine zweite Welle könnte die globale Wirtschaft und auch die Finanzmärkte vor neue Herausforderungen stellen.

 

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