23.07.2020 | ca. 9 min. Lesezeit | Artikel drucken

WeltInvest-Quartalsbericht: Starke Erholung beruhigt Anleger nach dem Corona-Schock

Die globalen Aktienmärkte haben sich nach dem Corona-Schock im März bis zum Ende des zweiten Quartals erholt. Aber nicht nur das: Es handelt sich um einen der stärksten Aufschwünge der Börsengeschichte. Auch die WeltInvest ETF-Portfolios machen diesen Aufschwung mit und ziehen an der Konkurrenz vorbei.

Die Corona-Krise ist noch nicht ausgestanden. Doch nach dem schlimmsten Einbruch an den globalen Aktienmärkten seit den 30er Jahren starteten die Märkte eine rasante Aufholjagd. Auch die WeltInvest ETF-Portfolios sind mit dabei und ziehen im Echtgeld-Test an der Konkurrenz vorbei.

Es gibt neue Krisenherde in den USA, Brasilien und anderen Wachstumsmärkten, aber auch Hoffnung in die Entwicklung von wirksamen Impfstoffen in unterschiedlichen Teilen der Welt. Wie es weitergeht, ist unklar. Die Märkte hingegen setzten im zweiten Quartal eindeutig auf einen schnellen Ausweg aus der Krise.

Nordamerika

Der in WeltInvest enthaltene FTSE North America Index legte im zweiten Quartal 2020 um 23,3 % zu. Auslöser dafür waren die Lockerungen der Lockdown-Maßnahmen, die anhaltend expansive Geldpolitik und finanzielle Unterstützung seitens der Regierung. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit war zu Beginn des zweiten Quartals dramatisch, verlangsamte sich aber zum Ende hin erheblich. Auch die Einzelhandelsumsätze stabilisierten sich.

Der Optimismus der Anleger wurde jedoch durch einen anschließenden Anstieg der Covid-19-Fälle gedämpft, der einige Staaten veranlasst hat, die Lockerung der Sperrmaßnahmen zu überdenken oder rückgängig zu machen. In den Bundesstaaten Texas, Florida, Kalifornien und Arizona stiegen die Fälle und Krankenhausaufenthalte deutlich an. An einem Tag überstieg die Zahl der Neuinfektionen in den USA die Marke von 70.000.

Europa

Aktien im FTSE Developed Europe Index konnten im zweiten Quartal 16,3 % zulegen. Die baltischen Länder und Österreich gehörten zu den ersten, die den Lockdown im April aufgrund ihres Erfolgs bei der Eindämmung von Covid-19 beendeten. Spanien, Frankreich und Italien warteten etwas länger, bevor sie die Maßnahmen lockerten.

Weitere Unterstützung fanden Aktien durch das größte Haushalts- und Finanzpaket in der Geschichte der EU. Das Paket umfasst 1,8 Billionen EUR. Davon sollen 1.074 Milliarden EUR für den nächsten siebenjährigen Haushalt der EU und 750 Milliarden Euro für ein Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Folgen der Pandemie verwendet werden. Die Europäische Zentralbank bot ebenfalls Unterstützung an. Sie weitete ihr Anleihenkaufprogramm auf 1,35 Billionen Euro aus.

Während die Wirtschaft in der Eurozone im ersten Quartal um 3,6 % geschrumpft ist, haben sich wichtige Indikatoren im zweiten Quartal verbessert. Der Einkaufsmanagerindex der Eurozone (PMI) stieg im Juni auf 47,5. Das ist ein enormer Anstieg im Vergleich zu 31,9 im Mai und 13,6 im April. Ein Wert von über 50 signalisiert Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor.

China und die Wachstumsmärkte

Der FTSE Emerging Markets Index gewann im zweiten Quartal 17,4 % dazu. Die Aktien der Wachstumsmärkte verzeichneten damit ihre stärkste Quartalsrendite seit mehr als einem Jahrzehnt, wobei die Schwäche des US-Dollars die Renditen verstärkte. Dies ist vor allem deshalb überraschend, weil die Zahl der neuen täglichen Fälle von Covid-19 in einigen Ländern steigt.

Die chinesische Wirtschaftstätigkeit verbesserte sich: Der PMI des verarbeitenden Gewerbes stieg im Juni auf 51,2. Der Export hingegen sank im Vergleich zum Vorjahr leicht (-3,3 %). Unterdessen kündigte die Regierung im Mai weitere fiskalische Unterstützung an. Die geopolitischen Bedenken nehmen jedoch zu, seit sich die Konfrontation mit den USA über Handels- und Technologiefragen wieder verschärft.

Auch in den anderen Wachstumsmärkten entwickelten sich die Märkte positiv. Taiwan übertraf den regionalen Index in der Hoffnung auf eine Erholung der globalen Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte 2020. Indiens Zentralbank leistete im April zusätzliche Unterstützung, worauf im Mai ein umfangreiches Konjunkturpaket angekündigt wurde. Das Land profitierte auch von niedrigeren Ölpreisen. Südafrika schnitt ebenfalls etwas besser ab als der Durchschnitt des Index. Dort beendete die Regierung den Lockdown, um die Wirtschaft wieder zu öffnen. Die Wirtschaftstätigkeit begann sich zu erholen, wie die Daten aus dem PMI des Verarbeitenden Gewerbe im Juni zeigen. In Brasilien gab es trotz Währungsschwäche und steigender Infektionszahlen kräftige Gewinne.

Asien-Pazifik-Region

Im zweiten Quartal hat der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index 18,3 % zugelegt. Die Märkte der Asien-Pazifik-Region wurden durch neue Impulse der großen Zentralbanken beflügelt. Auch die anhaltende Normalisierung innerhalb der Region und die Öffnungen der Volkswirtschaften in der ganzen Welt trugen dazu bei.

In Korea fiel die Berichtssaison der Unternehmen besser aus als erwartet und beflügelte die Märkte, ebenso wie die Ankündigung zusätzlicher wirtschaftlicher Unterstützung durch die Regierung. Singapur schnitt etwas schlechter als die Region ab.

Auch Hongkong schnitten Aktien angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen schlechter ab als der Gesamtmarkt. China führte zum Ende des Quartals ein nationales Sicherheitsgesetz in Hongkong ein, was auf großen Widerstand in der Bevölkerung trifft.

In Australien gab es hingegen das beste Quartal seit 11 Jahren. Auch hier überwiegt die Unterstützung der Zentralbank den Anstieg der Covid-19 Neuinfektionen. Ein Wiederaufleben der Beschäftigung und die steigende Geschäftstätigkeit in China unterstützen den Auftrieb. In Neuseeland gab es sogar das beste Quartal in der Geschichte des Aktienmarktes.

Japan

Der japanische Aktienmarkt, abgebildet durch den FTSE Japan Index, legte mit 11,9 % ebenfalls deutlich zu. Obwohl es im Juni eine gewisse kurzfristige Währungsvolatilität gab, blieb der Yen während der drei Monate relativ stabil. Der Transport-, Versicherungs- und Versorgungs-Sektor fiel hingegen hinter dem allgemeinen Marktanstieg zurück. Die Fluggesellschaften schwächten sich weiter ab.

Die praktischen Beschränkungen der sozialen und geschäftlichen Tätigkeit waren in Japan weit weniger restriktiv als in Europa, jedoch erfolgreich. Premierminister Abe konnte dann eine schrittweise Aufhebung des Ausnahmezustands verkünden. Die japanische Regierung hat auch ihre haushaltspolitische Reaktion auf die Krise weiter verstärkt und einen zweiten Nachtragshaushalt aufgestellt. Nachdem die Bank of Japan ab März ihre Käufe von börsengehandelten Indexfonds (ETF) erhöht hat, kündigte sie weitere geldpolitische Initiativen an.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Der FTSE Global Small Cap Index war mit 27,1 % der stärkste Wachstumstreiber in den WeltInvest ETF-Portfolios. Vor allem kleine Unternehmen in den USA und Japan trugen zu diesem starken Wachstum bei. In Japan performten kleine Unternehmen stärker als Large Caps über das gesamte Quartal.

Die Berichtssaison fiel für Small Cap Unternehmen im zweiten Quartal zwar sehr schlecht aus, aber an der Börse wird die Zukunft gehandelt und Analysten erwarten viel bessere Zahlen im dritten Quartal. Hinzu kommt Unterstützung durch die Zentralbanken, die den Risikoappetit der Investoren nach wie vor nährt.

Globale Anleihen

Globale Anleihen im FTSE Global Bond Index legten im zweiten Quartal 2,4 % zu. Die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen aus den USA und Deutschland haben sich kaum verändert. Im Juni gab es bei US-Staatsanleihen einen Abverkauf: Aufgrund von guten US-Arbeitsmarktdaten wendeten sich Anleger risikoreicheren Anlageklassen wie Aktien zu.

In Europa gab es einen Rückgang der italienischen 10-Jahres-Rendite von über 22 Basispunkten (bps) auf 1,26 %. Italienische Anleger antizipierten den Abschluss des riesigen Hilfspakets der EU zur Bekämpfung der Corona-Krise.

Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Bereich schnitten stark ab und übertrafen die Renditen von Staatsanleihen, da sie von einem stärkeren Risikoappetit profitierten. Investment-Grade-Anleihen sind Anleihen hoher Qualität, die von einer Ratingagentur bewertet werden.

Auch Anleihen der Schwellenländer erholten sich kräftig. Staats- und Unternehmensanleihen, die in stabilen Währungen notierten, trugen den Hauptanteil dazu bei.

Entwicklung der WeltInvest ETF-Portfolios

Die WeltInvest ETF-Portfolios folgten dem starken Auftrieb an den globalen Märkten im zweiten Quartal. Für WeltInvest 30 gab es einen Zuwachs von 7,0 %, das ausgeglichene WeltInvest 50 erzielte 10,4 %, bei WeltInvest 70 waren es 14,0 % und das 100-prozentige Aktienportfolio WeltInvest 100 wuchs um 20,1 %. Gemäß den Erwartungen steigen Rendite und Schwankungen, je höher die Aktienquote ausfällt.

WeltInvest Entwicklung pro Quartal bis Ende Q2/2020.

Auch die Gesamt-Performance von WeltInvest hat sich nach Q2 wieder erholt. Auffällig hierbei ist, dass die ETF-Portfolios trotz unterschiedlicher Aktienquote seit Auflage näher zusammengerückt sind. Seit dem 23.3.2018 beträgt die Gesamtrendite für WeltInvest 30 mit dem höchsten Anleihen-Anteil 9,3 %. WeltInvest 50 erzielt 10,4 %, bei WeltInvest 70 beträgt die Rendite 11,2 % und für WeltInvest 100 stehen 12,9 % zu Buche. Der deutsche Leitindex DAX hat im gleichen Zeitraum übrigens ein Plus von nur 3,6 % erzielt.

WeltInvest Performance seit Auflage bis Ende Q2 2020.

Passive Investmentfonds schneiden langfristig besser ab als aktiv gemanagte Fonds. Das zeigt auch der direkte Vergleich mit einer Benchmark aktiv gemanagter Mischfonds vom Fondsanalysehaus Morningstar. Die Benchmark „cautious“ mit einer Aktienquote von 25 % erzielte seit Ende März 2018 nur 0,6 %. Die mit Aktien und Anleihen ausgeglichene Vergleichsgruppe „moderate“ waren es nur 1,7 % und bei den „aggressiven“ aktiven Mischfonds nur 3,9 %. Den Renditevorteil der WeltInvest ETF-Portfolios haben wir in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Renditevorteil von WeltInvest gegenüber aktiven Mischfonds mit vergleichbarer Aktienquote.

Ausblick

Die Erholung an den Märkten im zweiten Quartal fiel sehr viel stärker aus, als es Experten erwartet hatten. Das hängt überwiegend mit einer umfassenden Unterstützung durch die Zentralbanken und Regierungen auf der ganzen Welt zusammen, zuletzt bestätigt durch die Maßnahmen der Europäischen Union. Es hat sich erneut bestätigt, dass langfristig orientierte Anleger kurze Krisenzeiten mit ETF-Portfolios aussitzen können.

Die Aufhebung des Lockdowns in weiten Teilen der Welt hat zur Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivität, aber auch zu neuen Corona-Hotspots geführt. Die Krise ist also noch lange nicht ausgestanden. Selbst wenn es einen Impfstoff in diesem Jahr geben sollte, sind die Fragen der Massenproduktion und globalen Distribution noch völlig unbeantwortet. 

Es bleibt abzuwarten, ob nationale Eigeninteressen überwiegen oder globale Kooperation und Solidarität dazu führen werden, dass ein Impfstoff auch dort ankommt, wo er benötigt wird. 

 

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