21.06.2018 | ca. 6 min. Lesezeit | Artikel drucken

Rente plus X: Der clevere Weg zur Altersvorsorge

Die Deutschen müssen sich bei der Geldanlage mehr zutrauen. Denn die gesetzliche Rente reicht für viele nicht aus, um den Lebensstandard im Alter aufrecht zu erhalten. Wer rechtzeitig privat vorsorgt, muss sich nicht um sinkende Renten-Niveaus oder Altersarmut sorgen.

Im vergangenen Jahr ist das globale, private Finanzvermögen wieder gestiegen, belegt der Global Wealth Report der Boston Consulting Group (BCG). „Das Hoch an den Börsen und die Stärke vieler Währungen gegenüber dem Dollar haben dem weltweiten Vermögenswachstum einen enormen Schub gegeben“, sagt Anna Zakrzewski, BCG-Partnerin und Autorin der Studie. Doch die Erkenntnisse aus dem Wohlstandsbericht bekräftigen auch die Tatsache, dass ein großer Teil dieses Vermögenswachstums an den Deutschen vorbeigeht:

„Das vergleichsweise moderate Wachstum in Deutschland ist unter anderem auf das konservative Anlageverhalten zurückzuführen. 36 Prozent des Privatvermögens sind hierzulande Spareinlagen oder Bargeld. In Aktien und Fonds liegen 19 Prozent des deutschen Privatvermögens. (Global Wealth Report, BCG).

Weltweit investieren die Menschen viel mehr in Aktien und Fonds. Insgesamt liegen 27 Prozent des globalen Vermögens in Spareinlagen oder Bargeld und 35 Prozent in Aktien und Fonds. „Durch den relativ niedrigen Anteil der Anlagen in Aktien und Fonds haben die Deutschen entsprechend weniger von den starken Börsen profitiert“, erläutert Zakrzewski.

Das muss nicht so bleiben. Die durchschnittliche jährliche Rendite von Aktien beträgt einer aktuellen Studie zufolge 7 %. Je nach Risikoprofil können auch die Deutschen einen Teil ihrer Ersparnisse ganz einfach in global diversifizierte und automatisierte Investmentlösungen anlegen. Mit WeltInvest ist der Schritt an die Börse ist nur noch einen Katzensprung entfernt. So lässt sich langfristig zusätzlich zur Rente eine Altersvorsorge aufbauen.Zur Altersvorsorge gehört mehr als die gesetzliche Rente.

Das Renten-Niveau sinkt

Der Mehrheit der Deutschen ist sich dieser Situation bewusst. 70 % der Befragten einer Studie des Versicherers Ergo gehen davon aus, dass das Renten-Niveau weiter sinken wird. Nur sechs Prozent gaben an, ihnen würde es im Ruhestand finanziell besser gehen. Deutlich mehr als die Hälfte (56 %) stellt sich darauf ein, im Alter kleinere Brötchen backen zu müssen. Doch noch immer gibt ein Fünftel der Bevölkerung an, gar nicht fürs Alter vorzusorgen.

Dabei wird das Renten-Niveau in den kommenden Jahren vermutlich weiter sinken, wenn man Berechnungen der deutschen Rentenversicherung glauben will. Der Grund für diese Entwicklung ist, dass die Renten nominal zwar steigen, aber nicht so stark wie die Löhne.

Ein Durchschnittsverdiener, der im Jahr 2003 in den Ruhestand ging, bekam damals 53,3 % seines Nettoeinkommens als Rente ausgezahlt – im Jahr 2030 wird es für Neu-Rentner nur noch 44,3 % geben (siehe Tabelle, oben). Wie weit das Renten-Niveau in Zukunft tatsächlich sinken wird, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Unter anderem spielen die Arbeitsmarktlage und die Entwicklung im Altersaufbau der Bevölkerung eine entscheidende Rolle.

Rentenberechnung in der Kritik

Die Berechnungen basieren auf der Standardrente, die bei einem durchschnittlichen Einkommen und 45 Jahre kontinuierlicher Beitragszahlung zustande kommt. Wie Statistiken jedoch belegen, erreichen bei weitem nicht alle Menschen diese maximale Anzahl an Beitragsjahren. Bei Männern sind es durchschnittlich 42, bei Frauen sogar nur 28 Jahre.

Dem Vorsorgeatlas Deutschland der Universität Freiburg zufolge könnten die tatsächlichen Renten-Niveaus noch wesentlich tiefer liegen. Demnach trifft es die heute 25-34-jährigen am stärksten. Sie können im Jahr 2035 nur noch mit von 38,6 Prozent des letzten Einkommens rechnen. Die Forscher kommen zu dem Schluss:

„Die daraus resultierenden durchschnittlichen Versorgungslücken in der jüngsten und mittleren Altersgruppe betragen 801 Euro beziehungsweise 771 Euro monatlich.“ (Vorsorgeatlas Deutschland)

Altersarmut nimmt zu

Die Altersvorsorge berechnet sich also aus der Rente plus X. Ohne eine private Altersvorsorge wird es für junge Arbeitnehmer schwer, eine Rentenlücke  von 801 EUR zu schließen und den Lebensstandard im Alter aufrecht zu erhalten. Schon jetzt ist Altersarmut auch in Deutschland ein ernst zu nehmendes Thema. Insbesondere Frauen, Alleinerziehende und Singles sind gefährdet. „Da Frauen während ihres Berufslebens häufiger zugunsten der Kinder pausieren oder nur Teilzeit arbeiten, erwerben sie durchschnittlich weniger Rentenansprüche als Männer“, heißt es in einem Bericht des Statistischen Bundesamts. Altersarmut kann außerdem Menschen mit längeren Phasen der Arbeitslosigkeit und niedrig entlohnten Jobs treffen. Verantwortlich dafür ist der demografische Wandel.

Schon im Jahr 2035 könnte das Phänomen dramatische Ausnahme annehmen. Bis dahin soll sich die Quote der Rentner, die in Armut leben müssen, um gut 25 % erhöhen, ergibt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung aus 2017. Insgesamt soll dann jeder fünfte Rentner nicht mehr von der gesetzlichen Rente allein leben können.

Keine Reformen in Sicht

Wer auf Lösungen durch die Politik hofft, könnte enttäuscht werden. Die CDU/CSU machen in der Rentenpolitik keine neuen Vorschläge und die SPD will erst 2019 neue Vorschläge vorstellen. Dabei setzt „die Alterung der deutschen Gesellschaft das Rentensystem unter erheblichen Reformdruck“, berichtet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Forscher gehen davon aus, dass „Anreize für einen späteren Renteneintritt das Rentensystem stabilisieren können“. Konkretisiert hat sich dieser Ansatz bereits mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre. Die Debatte um eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters auf 71 Jahre ist bereits im vollen Gange. Die einzige Alternative dazu wäre, die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung anzuheben. Ein großer innovativer Entwurf für eine Reform des Rentensystems zeichnet sich seitens der Koalitionsparteien bislang jedenfalls nicht ab.

Auch wer eine kontinuierliche Erwerbsbiografie vorweisen kann und überdurchschnittlich gut verdient, muss sich zweimal überlegen, ob ein vorzeitiger Einstieg in das Rentenalter erschwinglich ist. Wer früher in Rente geht, muss deutliche Abstriche von 0,3 % pro Monat auf seine Rente in Kauf nehmen. Ein cleverer Weg in die Altersvorsorge muss also frühzeitig eingeschlagen werden und geht weit über die gesetzliche Rente hinaus.

 

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