Quartalsbericht - Informationen über die globalen Finanzmärkte

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Stets auf dem Laufenden mit dem Quartalsbericht von WeltSparen

Mit unserem Quartalsbericht erhalten Sie einen Überblick über die aktuelle Performance unserer Portfolios sowie über die globalen Aktien und Anleihenmärkte. Dafür analysiert WeltSparen regelmäßig die Finanzmärkte und setzt sich mit politischen wie auch ökonomischen Themen auseinander. Zudem vergleichen wir die Performance verschiedener Indizes, um Ihnen eine vollumfängliche Übersicht aufzeigen zu können.

Fulminanter Jahresauftakt – Globale Aktien +8,7 % im ersten Quartal

 

 

Sehr geehrte Kunden,

das Jahr 2024 begann, so wie das vergangene Jahr endete – mit deutlichen Gewinnen am Aktienmarkt. Insbesondere in den USA scheint die drohende „harte Landung“ vorerst abgewendet worden zu sein. Steigende Reallöhne und sinkende Arbeitslosenzahlen sowie ein stärker als erwartet wachsendes Bruttoinlandsprodukt machen eine Rezession zunehmend unwahrscheinlicher. Diese positiven Zahlen führten allerdings auch zu einer überraschend steigenden Inflation, was eine Senkung der Leitzinsen durch die FED wahrscheinlich verzögert. Nichtsdestotrotz schnitten amerikanische Aktien mit +12,7 % sehr stark ab.

In Europa zeigte sich ein gegenteiliges Bild. Die Wirtschaft erholt sich in einigen Staaten langsamer, woraufhin die EZB ihre ohnehin niedrigen Prognosen zum Wirtschaftswachstum für 2024 senkte. Gleichzeitig fiel die Inflationsrate im ersten Quartal weiter auf 2,4 % und nähert sich damit dem von der EZB anvisierten 2-Prozent-Ziel. Diese Entwicklung macht es wahrscheinlicher, dass die Leitzinsen noch in diesem Jahr gesenkt werden. Aktuell antizipieren Marktteilnehmer die erste Zinssenkung bereits im Juni dieses Jahres. Europäische Aktien entwickelten sich mit einem Plus von 7,4 % zwar deutlich positiv, aber bleiben im globalen Vergleich leicht unterdurchschnittlich.

Ausreißer waren neben Japan mit einem Plus von 13 %, die restlichen entwickelten Länder in Asien mit einem Plus von lediglich 2,2 %. Daran lässt sich gut erkennen, wie wichtig die globale Streuung bei der Geldanlage ist. Anlegerinnen und Anleger, die breit gestreut und global investieren, wie zum Beispiel mit unseren Anlagestrategien, profitieren von der positiven Entwicklung der weltweiten Kapitalmärkte. Wie sich unsere Portfolios im Detail entwickelt haben, können Sie in unserem Quartalsbericht nachlesen.

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Herzliche Grüße

Kim Felix Fomm
Chief Investment Officer, Raisin

 

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Entwicklung der Portfolios

Wertentwicklung 23.03.2018 (Auflage) – 31.03.2024

Alle vier Risikoklassen entwickelten sich seit Jahresbeginn durchweg positiv. Mit einem Plus von +8,7 % schnitt die Risikoklasse 100 abermals am Besten ab und steht somit seit seiner Auflage im Jahr 2018 bei insgesamt +76,4 %. Die Risikoklasse 30, also das Portfolio mit dem geringsten Aktienanteil, konnte in der gleichen Zeit um +2,1 % zulegen und steht somit seit Auflage bei +13,9 %. Die Strategien 50 und 70 gewannen im ersten Quartal 4,0 % beziehungsweise 5,9 % an Wert und stehen seit ihrer Auflage bei jeweils Plus 29,8 % und 47,3 %.

 

Wertentwicklung Portfolios je Quartal

Während die Renditen aller vier Strategien im vorherigen Quartal noch nahezu identisch waren, lagen die Renditen im ersten Quartal des neuen Jahres deutlich auseinander.

Je höher der Aktienanteil, desto höher war die Rendite. Obwohl alle vier Portfolios eine positive Rendite verzeichneten, lag die Risikoklasse 100 mit +8,7 % deutlich vorn. Die Strategien 30, 50 und 70 brachten Anlegerinnen und Anlegern nichtsdestotrotz ebenfalls erfreuliche Renditen zwischen 2,1–5,9 % ein.

 

Vergleich mit aktiv gemanagten Mischfonds (Q1 2024)

Während sich die Renditen der Strategien 30, 50 und 70 kaum von ihren Vergleichswerten unterschieden, konnte sich die Risikoklasse 100 mit einer Überrendite von +1,4 % deutlich absetzen.

 

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Überblick über die Entwicklung der Märkte

Nordamerika

Die US-Aktien legten im ersten Quartal, angetrieben von positiven Unternehmensgewinnen und Erwartungen zukünftiger guten Wirtschaftsdaten, deutlich zu. Nordamerikanische Aktien, abgebildet durch den FTSE North America Index, konnten im ersten Quartal 2024 um sagenhafte +12,7 % zulegen. Unternehmen aus den Sektoren Kommunikationsdiensten, Energie, Informationstechnologie und Finanzen gewannen besonders stark an Wert.

Das reale BIP in den USA wuchs mit 2,4 % sehr deutlich und übertraf damit die Prognosen von Marktbeobachtern und der Zentralbank. Die amerikanische Wirtschaft zeigte sich also widerstandsfähig gegen anhaltende globale Unsicherheiten und eine Rezession scheint endgültig abgewandt. Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote und die Reallöhne stiegen. In Anbetracht dieser Gemengelage ist es auch nicht verwunderlich, dass die Inflation in den USA wieder an Schwung gewann. Im März stiegen die Preise im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres um 3,5 %. Im Februar lag dieser Wert noch bei 3,2 %. Nun ist es an der amerikanischen Zentralbank und ihrem Vorsitzenden Jerome Powell, diese Entwicklung genau zu beobachten, um bei Bedarf eingreifen zu können. Was sich bereits jetzt abzeichnet ist, dass die Rückkehr zur Inflation dazu führt, dass die Leitzinsen wohl nicht sehr bald gesenkt werden können. Die Märkte sehen die Wahrscheinlichkeit, dass die Leitzinsen an der Zentralbank-Sitzung im Juli gesenkt werden nur noch bei 50 %. Zu Beginn des Jahres lag dieser Wert noch bei knapp 100 %.

 

Europa

Die Aktien in Europa stiegen im ersten Quartal, getrieben vom starken Zuwachs des Technologie-Sektors, um +7,4 %. Auch der Finanzsektor sowie der Industriesektor haben zum starken Quartal beigetragen. Der Immobiliensektor hingegen verzeichnete eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung.

Die Wirtschaft wuchs auch noch in Europa, jedoch weniger stark als in den USA. Die EZB musste ihre Ende 2023 getätigten Prognosen für das Wirtschaftswachstum sogar leicht nach unten korrigieren. Sie geht jetzt nur noch von einem Wachstum des realen BIP um 0,6 % für das gesamte Jahr 2024 aus. Insgesamt überwog jedoch der Optimismus aufgrund von Anzeichen einer Verbesserung der Geschäftstätigkeit industrieübergreifend. Der Einkaufsmanagerindex der Eurozone deutete auf eine Stabilisierung der Geschäftstätigkeit hin. Was außerdem positiv zu werten ist, ist die Tatsache, dass die Inflation in der Eurozone erfolgreich bekämpft worden ist. Im März lag die Teuerungsrate nur noch bei 2,4 %  und ist somit nah an dem von der EZB herausgegebenen 2-Prozent-Ziel. Die Preise für Lebensmittel fielen sogar erstmals seit 2015 leicht. Eine baldige Senkung der Leitzinsen wird somit immer wahrscheinlicher, was wiederum das Wirtschaftswachstum unterstützen sollte.

Die Schweizer Nationalbank (SNB) wagte bereits die erste Leitzinssenkung, was einen positiven Effekt auf Volkswirtschaften über die Alpenrepublik hinaus hat.

 

Japan

Der japanische Kapitalmarkt entwickelte sich im ersten Quartal 2024 am besten. Japanischen Aktien, welche durch den FTSE Japan Index abgebildet werden, legten im ersten Quartal deutlich um 13,0 % zu. Large-Cap- und Value-Aktien führten dabei den Aufschwung an. Angetrieben wurde dies von ausländischen Investitionen und positiven Wirtschaftsindikatoren, welche von einem schwächeren Yen und Erwartungen an steigende Unternehmensgewinne gestützt wurden. Wie an den westlichen Aktienmärkten auch, sorgte der anhaltende Hype rund um Technologie-Aktien weiterhin für sattes Wachstum. So verzeichneten vor allem die in Japan ansässige Halbleiterindustrie ordentliche Gewinne.

Die Maßnahmen der Bank of Japan, darunter die Aufhebung der jahrelang anhaltenden negativen Zinspolitik und das Ende des ETF-Kaufprogramms, trugen ebenfalls zur Marktdynamik bei. Beides stellt eine Art Zeitenwende für die japanische Wirtschaft dar, was durch das Allzeithoch des Leitindex Nikkei gekrönt wurde.

 

Asien-Pazifik-Region

Der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index, welcher Aktien aus entwickelten Ländern der Asien-Pazifik-Region abbildet, verzeichnete im ersten Quartal mit +2,2 % moderate, aber dennoch unterdurchschnittliche Gewinne. Vor allem Aktien von Unternehmen aus Taiwan, Indien und den Philippinen bildeten die Spitze. Taiwans Überperrendite wurde durch das Anlegerinteresse an KI-Aktien und Technologieunternehmen getrieben.

 

Wachstumsmärkte und China

Aktien von Unternehmen aus Schwellenländern legten im ersten Quartal zu. Der FTSE Emerging Markets Index gewann um 5,1 % an Wert. Die Märkte in den einzelnen Ländern entwickelten sich jedoch stark unterschiedlich. Indische, Peruanische und Türkische Unternehmen verzeichneten starke Gewinne, während sich Aktien aus China und Südafrika negativ entwickelten. Die wirtschaftliche Lage Chinas bleibt weiterhin ungewiss. Vor allem der schwächelnde und hoch verschuldete Immobiliensektor versetzte Anleger weiterhin in Sorge. Chinesische Bauträger und Immobilienunternehmen tragen eine Schuldenlast von ca. 300 Mrd. US-Dollar und einige Unternehmen wie zum Beispiel Evergrande laufen nach wie vor Gefahr, in die Insolvenz zu rutschen. Dennoch ist eine leichte Erholung der Gesamtwirtschaft, welche vor allem durch einen angestiegenen Konsum und Investitionen der inländischen Industrie getrieben wurde, spürbar. Ausländische Investoren bleiben weiterhin zurückhaltend.

 

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Auch die Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen konnten im letzten Quartal des Jahres 2024 eine solide Performance vorweisen. Der Vanguard Global Small-Cap Index Fund verzeichnete ein Plus von 6,1 %. Das ist zwar etwas geringer als der Schnitt, Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen hatten noch im Vorquartal eine stark überdurchschnittliche Wertentwicklung verzeichnet.

 

Anleihen

Globale Anleihen, abgebildet durch den Bloomberg Global Aggregate Index mussten im abgelaufenen Quartal ein leichtes Minus von –0,6 % hinnehmen. Die Begründung hierfür ist vor allem die doch recht deutliche Wende der Zinslage in den USA. Die Verzögerung der Zinssenkung führt dazu, dass bereits herausgegebene hoch verzinste Anleihen weniger attraktiv werden, weil die Zinsen nun noch eine längere Zeit auf diesem höheren Niveau verharren. Die Rendite für neu ausgegebene, eher kurz laufende Anleihen stieg sogar leicht an. Sollten die Zinssenkungen wie aktuell erwartet in der zweiten Jahreshälfte eintreten, dürfte sich diese Entwicklung allerdings wieder umkehren.

 

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Zusammenfassung

Im ersten Quartal des Jahres 2024 setzen die globalen Aktienmärkte ihre zum Ende des vergangenen Jahres begonnene positive Entwicklung fort. Dies lag vor allem an guten Wirtschaftszahlen weltweit. Gleichzeitig blieb die Inflation in einigen Regionen hoch oder stieg sogar wieder an. Ein besonderes Augenmerk gilt nun den Zentralbanken – werden sie die Leitzinsen wie geplant bald senken, oder müssen die Zinsen noch länger auf dem aktuellen Niveau verharren? Wie genau sich die Regionen entwickeln werden, kann nicht vorausgesagt werden, deshalb ist es nach wie vor sinnvoll, global gestreut zu investieren. Anleger profitieren dabei von sämtlichen positiven Entwicklungen, ohne sich dabei Gedanken machen zu müssen, welche Region sich in Zukunft besser entwickelt.

Warum das sinnvoll ist, zeigt auch der Vergleich der Wertentwicklung der breit gestreuten Portfolios von Weltsparen mit dem Deutschen Aktienindex DAX. Anleger die seit Auflage des  Weltsparen-Portfolios im März 2018 ihr Geld stattdessen in den DAX investiert hätten, wären ganze 21,4 % an Rendite entgangen. Durch eine zu starke Fokussierung auf einen Markt oder gar Einzeltitel werden höheren Schwankungsrisiken in Kauf genommen und potenzielles Wachstum auf globaler Ebene ausgeschlossen.

Wende der Zinspolitik löst Jahresendrally aus – ETF Robo mit 5,7 % im Plus

 

Sehr geehrte Kunden,

das vierte Quartal des vergangenen Jahres war ein erfreulicher Abschluss für ein erfolgreiches Jahr an den Kapitalmärkten. Die niedriger als erwartet ausgefallene Inflation veranlasste die Zentralbanken weltweit, ein Ende der Zinserhöhungen einzuleiten und sogar Senkungen für das Folgejahr in Aussicht zu stellen. Diese u

nerwartete Trendwende löste eine regelrechte Jahresendrally aus, von der die Kapitalmärkte in entwickelten Ländern am meisten profitieren. Nordamerikanische Aktien konnten im abgelaufenen Quartal um sagenhafte 11,6 % und europäische Aktien um 6,1 % zulegen. Aktien in den Wachstumsmärkten entwickelten sich mit nur 1,3 % zwar immer noch positiv, aber deutlich unterdurchschnittlich. Das lag vor allem an einer schlechten Entwicklung der chinesischen Aktien, welche durch erneute Unsicherheit um den Immobilien- und Finanzsektor unter Druck geraten waren.

Eine außergewöhnliche Entwicklung zeigte sich aber vor allem am Markt für Anleihen. Im Jahr 2022 und auch noch zu Beginn des Jahres 2023 kämpften sie noch mit  Wertverlusten. Die Kehrtwende der Zinspolitik führte aber auch zu Kursgewinnen bei Anleihen. Im vierten Quartal 2023 stiegen das Aggregat aus globalen Staats- und Unternehmensanleihen um 5,8 %. Für eine eher schwankungsarme Anlageklasse wie Anleihen ist das eine außergewöhnlich hohe Rendite. Falls die Zentralbanken die Zinsen wie angekündigt senken, könnte es dazu führen, dass sich diese Entwicklung im Jahr 2024 fortsetzt.

Wie immer profitieren unsere Kunden, die breit gestreut und global investieren, wie zum Beispiel mit unserem ETF Robo von der positiven Entwicklung der weltweiten Kapitalmärkte. Wie sich unsere Portfolios im Detail entwickelt haben, können Sie in unserem Quartalsbericht nachlesen.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

 

Herzliche Grüße

Kim Felix Fomm
Chief Investment Officer, Raisin

 

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Entwicklung des ETF Robo

Insgesamt war das Jahr 2023 ein erfolgreiches Jahr für alle Robo-Portfolios. Der ETF Robo 100 ist dabei mit +14,8 % am stärksten gewachsen. Seit Auflage im März 2018 ist ein Wachstum von +62,3 % zu verzeichnen. Der ETF Robo 30, mit dem höchsten Anteil an Anleihen, konnte im gesamten letzten Jahr um +7,5 % zulegen und seit Auflage ist er 11,5 % im Plus. Mit dem ETF Robo 50 erzielten Anleger eine Rendite von 9,6 % im Jahr 2023 und 25,9% seit Auflage. Der ETF Robo 70 kam auf eine Rendite von 11,7 % im Jahr 2023 und 41,2% seit Auflage.

 

Wertentwicklung ETF Robo 23.03.2018 (Auflage) – 31.12.2023

Nach einem kurzen Rücksetzer im 3. Quartal erholten sich die Märkte, was zu einem mehr als zufriedenstellenden Jahresabschluss führte. Im 4. Quartal ergab sich für alle vier Robo-Strategien eine Rendite von +5,8 % bzw. +5,7 %. Das Bemerkenswerte hierbei ist, dass alle vier Strategien nahezu exakt dieselbe Performance aufweisen. Zu erklären ist dies dadurch, dass sowohl Aktien als auch Anleihen sich äußerst gut im entsprechenden Betrachtungszeitraum entwickelt haben. Zwar nicht synchron, jedoch im Ergebnis über das Quartal hinweg gleich.

 

Wertentwicklung ETF Robo je Quartal

Im Vergleich der Robo-Portfolios mit aktiv gemanagten Fonds ergibt sich kein einheitliches Bild. Deutlich wird hingegen, dass auch hier ein höherer Anteil an Anleihen eine bessere Performance bedeutete. So konnte der Robo 30 den Vergleichsfonds mit +0,9 % schlagen, wohingegen der Robo 100 der Benchmark mit –0,8 % leicht unterlag.

 

Performancevergleich ETF Robo und aktiv gemanagte Mischfonds (Q4 2023)

 

 

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Überblick über die Entwicklung der Märkte

 

Nordamerika

Das letzte Quartal des abgelaufenen Jahres war für Aktien nordamerikanischer Unternehmen besonders stark. Der FTSE North America Index, welcher die Aktien der beiden Länder USA und Kanada abbildet, verzeichnete mit einem Plus von +11,6 % eine herausragende Entwicklung. Von den Sorgen einer möglichen Rezession war vorerst nichts mehr zu spüren. Neben Tech-Aktien waren sowohl Werte aus den Sektoren Immobilien und Nicht-Basiskonsumgüter für diesen Aufschwung verantwortlich. Auf der anderen Seite musste der Energiesektor aufgrund von gesunkenen Ölpreisen einen Abschwung hinnehmen.

Nachdem das 4. Quartal in den USA im Oktober noch mit einer Inflationsrate von 3,1 % gestartet war (Kanada 3,2 %) stieg diese in Nordamerika insgesamt leicht auf 3,4 % zum Jahresende. Dies veranlasste jedoch weder die FED noch die Zentralbank Kanadas (BOC) zu einer Anhebung der Leitzinsen. Diese stagnieren in beiden Ländern seit Juli 2023. In Kombination mit einem weiter anhaltenden Hype um Technologieaktien, konnten so die leichten Verluste aus dem vorangegangenen Quartal mehr als ausgeglichen werden.

 

Eurozone

Der Optimismus bezüglich nicht weiter steigender bzw. sinkender Leitzinsen war auch diesseits des Atlantiks zu spüren. Vor allem nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone im 3. Quartal noch um 0,1 % geschrumpft ist, waren positiven volkswirtschaftlichen Kennzahlen des 4. Quartals eine Erleichterung. Das BIP der Eurozone stagnierte im 4. Quartal bei 0,0%, verglichen mit dem Vorjahr. Lag die Inflation in der Eurozone Ende September 2023 noch bei 4,3 %, lag der Wert zum Jahresende nur noch bei 2,9 %. In Deutschland konnte die Inflation gegenüber dem letzten Quartal ebenfalls gesenkt werden, wenngleich man hierzulande mit 3,7 % im Dezember über dem Schnitt der Eurozone lag. Die insgesamt positive Entwicklung veranlasste die Europäische Zentralbank (EZB) seit September zu keiner weiteren Erhöhung der Leitzinsen.

Der FTSE Developed Europe Index, welcher europäische Aktien abbildet, hat mit einem Wachstum von +6,1 % eine überdurchschnittlich gute Performance im 4. Quartal verzeichnet. Für die insgesamt positive Entwicklung des europäischen Aktienmarktes waren vor allem Technologieaktien und der Immobiliensektor verantwortlich. Außerdem konnten der Industriesektor und die Bereiche Roh- und Werkstoffe ihren Beitrag zur erfreulichen Entwicklung beitragen. Wie in Nordamerika auch, schwächelte der Energiesektor im abgelaufenen Quartal, was vor allem an sinkenden Ölpreisen lag.

 

Japan

In Japan ist man angespannt in das letzte Quartal des Jahres 2023 gestartet. Durch die starke wirtschaftliche Vernetzung mit der US-Wirtschaft bekommt man dortige Probleme auch im eigenen Land zu spüren. Im Laufe des Quartals bestätigten sich die Sorgen weiterer Zinserhöhungen der FED, und den damit verbundenen Folgen jedoch nicht. In Japan selbst schaffte man es sogar, die Inflation stetig über das gesamte Quartal zu senken.

Der FTSE Japan Index konnte in dieser Zeit ein Wachstum von +2,9 % verzeichnen, was als ein positives aber im Vergleich zu anderen Märkten unterdurchschnittliches Quartal zu werten ist. Getrieben wurde diese positive Entwicklung vor allem durch eine aufgehellte Stimmung sowohl im produzierenden als auch im nicht produzierenden Gewerbe. Zu sehen war dies an den geplanten Investitionen für Maschinen und IT-Servicedienstleistungen japanischer Unternehmen.

 

Asien-Pazifik-Region

Eine ebenfalls äußerst positive Entwicklung war an den weiteren Kapitalmärkten Asiens zu beobachten. Vor allem Australien und Südkorea konnten ein solides Wirtschaftswachstum verzeichnen. Insgesamt resultierte dies in einer starken Performance für Aktien in der Asien-Pazifik-Region. Der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index hat das letzte Quartal des abgelaufenen Jahres mit einem Plus von 8,6 % abgeschlossen. Nach einem eher schlechten 3. Quartal, welches noch mit einem Minus von 1,0 % abgeschlossen wurde, eine umso erfreulichere Nachricht.

 

Wachstumsmärkte und China

Wachstumsmärkte konnten ebenfalls ein positives, aber unterdurchschnittliches Quartal verzeichnen. Der FTSE Emerging Markets Index wuchs in den besagten drei Monaten um +1,3%. Hervorzuheben sind dabei vor allem Indien, Mexiko und Taiwan. Der indische Leitindex BSE Sensex alleine konnte ein Wachstum von +5,0 % verzeichnen. Der Grund hierfür waren die moderate Inflation sowie die starken Wahlergebnisse der regierenden Bharatiya Janata Partei. In Mexiko konnte das Jahr 2023 mit einem BIP-Wachstum von +3,2 % abgeschlossen werden, was insbesondere durch den Konsum privater Haushalte sowie Investitionen in der Industrie getrieben wurde.

Insbesondere der Kapitalmarkt in China hingegen erlebte kein gutes 4. Quartal. Sorgen bezüglich des zukünftigen Wirtschaftswachstums und des weiterhin strauchelnden Immobilienmarkts trübten die Stimmung. So hat beispielsweise der Shanghai Composite Index Einbußen von 5,9 % hinnehmen müssen. Die Volkswirtschaft in der Türkei konnte trotz extrem hoher Inflation und tief zweistelligen Leitzinsen im Verlauf des Jahres 2023 wachsen. Auch für das 4. Quartal wird weiterhin ein Wachstum des dortigen Bruttoinlandsprodukts erwartet. Dies spiegelte sich allerdings nicht am Kapitalmarkt wider. Der türkische Leitindex ISE 100 hat mit einem Minus von -20,3 % (gemessen in Euro) ein mehr als enttäuschendes letztes Quartal hinter sich gebracht.

 

Globale Anleihen

Das letzte Quartal lässt sich als ein äußerst positives für globale Anleihen deuten. So hat der Bloomberg Global Aggregate Bond Index, welcher aus globalen Staats- und Unternehmensanleihen guter bis sehr guter Bonität besteht, sein bestes Quartal seit über 20 Jahren hinter sich. Konkret hieß das +5,9 % im 4. Quartal 2023.

Gleichbleibend hohe Leitzinsen weltweit sorgten für weiterhin hohe Zinsen bei neu ausgegebenen Staatsanleihen. Diese eher hoch verzinsten Anleihen werden nach und nach in einen Anleihefonds, wie z.B. den Vanguard Global Bond Index Fund, aufgenommen. Gleichzeitig laufen ältere Anleihen aus, welche in der Vergangenheit vergleichsweise niedrig verzinst waren. Dies hat dafür gesorgt, dass der Fonds zunehmend aus eher hoch verzinsten Anleihen besteht und somit eine attraktive Rendite erwirtschaftet. Die vom Markt erwarteten Zinssenkungen sorgten gleichzeitig für Preissteigerungen der zuletzt ausgegebenen, höher verzinsten Anleihen. Unternehmensanleihen wurden ebenfalls vermehrt nachgefragt. In Aussicht gestellte Zinssenkungen sorgen dafür, dass auch Unternehmensanleihen attraktiver werden. Niedrigere Zinsen können zu einem Aufschwung der Wirtschaft oder zumindest zu einer Verhinderung der Rezession und somit Unternehmenspleiten führen.

 

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Auch die Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen konnten im letzten Quartal des Jahres 2024 eine gute Performance vorweisen. Ähnlich wie bei Aktien großer Unternehmen hatten der KI-Hype und der Optimismus bezüglich sinkender Zinsen eine Rally ausgelöst. Der Vanguard Global Small-Cap Index Fund lag mit 7,8 % sogar vor dem MSCI World. Während im 3. Quartal 2023 der MSCI World mit –0,5 % etwa 1 % besser performte als der Vanguard Global Small-Cap Index Fund (–1,5 %), kehrte sich die Bewegung im 4. Quartal um. Mit +6,8 % entwickelte sich der MSCI World etwa 1 % schlechter als Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen. Dabei wird vor allem deutlich, dass Aktien kleinerer Unternehmen in der Regel stärkeren Schwankungen unterliegen als die der großen. Dies gilt sowohl für Ausschläge nach unten als auch nach oben. Langfristig bieten sich durch die Beimischung von Nebenwerten dadurch zusätzliche Renditechancen.

 

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Zusammenfassung

Das letzte Quartal im Jahr 2023 war für Anleger ein Erfolg – ein Trost nach dem schwachen Jahr 2022. Sämtliche ETF Robo-Portfolios haben sich sehr gut entwickelt, was vor allem an den angekündigten Leitzinssenkungen lag. Dieser Wendepunkt hatte sowohl einen positiven Effekt auf Aktien als auch auf Anleihen. Auch hier zeigt sich wieder, dass eine breite Streuung in globale Aktien und Anleihen sich bezahlt macht. Anleger profitieren dabei von sämtlichen positiver Entwicklungen, ohne sich dabei Gedanken machen zu müssen, welche Region sich in Zukunft besser entwickelt.

Anleger die seit Auflage des ETF Robo 100 im März 2018 ihr Geld stattdessen in den DAX investiert hätten, wären ganze 21,4 % an Rendite entgangen. Durch eine zu starke Fokussierung auf einen Markt oder gar Einzeltitel werden höheren Schwankungsrisiken in Kauf genommen und potenzielles Wachstum auf globaler Ebene ausgeschlossen.

Anleihen weiterhin unter Druck – Japan und die Wachstumsmärkte trotzen dem Rest

 

Sehr geehrte Kunden,

Anleihen – auch bekannt als Renten oder festverzinsliche Wertpapiere – werden üblicherweise einem Portfolio aus Aktien beigemischt, um das Schwankungsrisiko zu reduzieren. Sie schwanken üblicherweise weniger als Aktien und dienen als eine Art Stoßdämpfer im Portfolio. Das am häufigsten betrachtete Mischportfolio ist das sogenannte „60/40-Portfolio,“ also ein Portfolio, das zu 60 % aus Aktien und zu 40 % aus Anleihen besteht. Vor allem 2022 funktionierten Anleihen leider nicht als Stoßdämpfer im Portfolio. Nachdem die EZB zu lange der steigenden Inflation zusah, war sie gezwungen, die Leitzinsen sehr schnell und kräftig anzuheben. In der Folge sanken die Preise für Anleihen so stark wie seit Generationen nicht mehr. Laut einer Analyse der Investmentbank Goldman Sachs hatte das 60/40-Portfolio 2022 das schlechteste Jahr seit 1937. Auch im Jahr 2023 steht das Portfolio weiterhin unter Druck. Seit Anfang 2022 verlor es 10,9 %. Das wirkte sich auch auf unsere ETF-Robo‑Portfolios aus – insbesondere in den Portfolios mit hohem Anleihenanteil. Der ETF Robo 50 verlor seit Anfang 2022 10,8 % und der ETF Robo 30 sogar 13,7 % an Wert. Trotz dieser bedauerlichen und untypischen Entwicklung im Jahr 2022 ist ein Mischportfolio aus Aktien und Anleihen nach wie vor ein guter und empirisch fundierter Weg, um breit gestreut zu investieren.

Die Wertentwicklung eines Anleihenfonds, wie auch in vielen unserer ETF-Robo-Portfolios enthalten, hängt maßgeblich von der Zinsentwicklung ab. Wenn die Zentralbanken die Zinsen anheben, werden die im Fonds bereits enthaltenen Anleihen aufgrund ihrer im Vergleich niedrigeren Verzinsung für Investoren unattraktiver. Dies führt zu niedrigeren Kursbewertungen der Anleihen. Auf der anderen Seite steigt die Rendite, also die Zinsen für die neu emittierten Anleihen wieder. Aktuell liegt die Durchschnittsrendite im Anleihenteil unserer ETF-Robo-Portfolios wieder bei 4,5 %. In Verbindung mit möglichen Kursgewinnen, wenn die Zinsen wieder sinken ist eine Anleihenallokation also attraktiv.

Wie wichtig globale Diversifikation ist, zeigt sich im dritten Quartal dieses Jahres. Während Anleihen und Aktien z.B. in Nordamerika und Europa schwächelten, konnten die ETFs mit Aktien aus Japan und den Schwellenländern ein leichtes Plus verzeichnen. Die ETF-Robo‑Portfolios von WeltSparen enthalten über 20.000 Aktien und Anleihen von Unternehmen aus der ganzen Welt. Mit einer Anlage im ETF Robo sind unsere Kunden also breit und global diversifiziert.

Trotz einer insgesamt leicht negativen Entwicklung am Kapitalmarkt sehen Anleger der ETF-Robo‑Portfolios die positive Wirkung der global diversifizierten Strategie. Seit Jahresbeginn liegt z.B. der ETF Robo 70 (das meistgewählte Portfolio) mit 5,7 % im Plus. Der Ausblick am Anleihemarkt ist aktuell ebenfalls positiv und verspricht allein durch Zinsen laufende Erträge von 4,5 % p. a..

 

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Kim Felix Fomm
Chief Investment Officer, Raisin

 

Entwicklung des ETF Robo

Seit Jahresbeginn konnten alle ETF-Robo-Portfolios ein Plus verzeichnen. Die beste Entwicklung legte der ETF Robo 100 hin und steht nach 8,6 % positivem Wachstum bei einer Gesamtrendite von 53,5 %, seit Auflage im März 2018. Auch der ETF Robo 30, mit dem vergleichsweise höchsten Anteil an Anleihen, steht bei einem Jahresplus von 1,6 %. Seit März 2018 bescherte diese Strategie somit eine Gesamtrendite von 5,4 %.

 

Wertentwicklung ETF Robo 23.03.2018 (Auflage) – 30.09.2023

 

Nachdem in der ersten Jahreshälfte noch alle Risikoklassen eine positive Rendite einbrachten, konnte dieser Trend im 3. Quartal nicht fortgesetzt werden.

Der ETF Robo 30, der zwar mittel- bis langfristig die geringste Schwankungsbreite aufweist, in einem Umfeld steigender Zinsen aber das stärkste Zinsänderungsrisiko aufweist, schloss das Quartal nach weiteren Zinserhöhungen der EZB mit einer Rendite von –2,1 % ab. Während der ETF Robo 50 und der ETF Robo 70 Renditen von –1,6 % bzw. –1,1 % zu verzeichnen haben, verpasste der ETF Robo 100 mit –0,4 % knapp die Schwelle zum positiven Wachstum.

 

Wertentwicklung ETF Robo je Quartal

 

Der Vergleich der Robo‑Portfolios mit aktiv gemanagten Fonds ergab kein ganz einheitliches Bild. Lediglich der ETF Robo 30 lag mit –1,3 % hinter der Benchmark zurück. Die ETF Robo 30, 50 und 70 hatten mit einem Delta von 0,45 %, 0,64 % bzw. 1,40 % die Nase vorn.

 

Performancevergleich ETF Robo und aktiv gemanagte Mischfonds (Q3 2023)

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Überblick über die Entwicklung der Märkte

Nordamerika

Der FTSE North America Index, der den Aktienmarkt der USA und Kanada abbildet, verzeichnete mit –0,3 % ein leichtes Minus. Die US‑Aktien schwächelten im dritten Quartal, da der Optimismus hinsichtlich des bevorstehenden Endes der Zinsstraffung im August und September schwand.

Trotz eines starken Arbeitsmarktes stieg die Arbeitslosenquote in den USA im August um 0,3 Prozentpunkte auf 3,8 %, wobei 514.000 Menschen mehr arbeitslos wurden. Der US‑Einkaufsmanagerindex (PMI) ging im September ebenfalls leicht auf 50,1 zurück, was auf eine Abkühlung der Wirtschaft hindeutet (PMI‑Werte unter 50 bedeuten eine Schrumpfung, während Werte über 50 eine Expansion anzeigen).

Die Inflation ist zwar im August auf 3,7 % gestiegen, verharrte jedoch im September auf demselben Wert. Äußerungen von Fed‑Vertretern deuten auf eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende hin, was den Medianwert des für 2024 geschätzten Leitzins von 4,6 % auf 5,1 % treibt.

Kanadische Unternehmen melden ein gedämpftes Inlandsumsatzwachstum. Steigende Zinssätze beeinträchtigen Verkäufe und Investitionen und der Rückgang der Nachfrage führt zu reduzierten Neueinstellungen, ohne Entlassungen. Das Lohnwachstum bleibt trotz schwächerer Märkte hoch. Die Inflationserwartungen für Kanada sinken durch eine straffere Geldpolitik, aber viele erwarten dennoch eine lang anhaltende Inflation über 2 %.

 

Eurozone

Mit –2,0 % fiel der Wertverlust von Aktien der Eurozone, abgebildet durch den FTSE Developed Europe Index, etwas stärker aus. Verantwortlich für diese Entwicklung sind unter anderem Bedenken über die Auswirkungen steigender Zinssätze auf das Wirtschaftswachstum. Die Daten zum Ende des Quartals zeigten jedoch eine Verlangsamung der Inflation. Im September war die Inflation in der Eurozone mit 4,3 % im vergleich zum Vorjahr auf ein Zweijahrestief gefallen. Im August lag sie noch bei 5,2 %. Dies wird sehr wahrscheinlich die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank beeinflussen.

Die Sektoren Nicht‑Basiskonsumgüter und Informationstechnologie verzeichneten deutliche Rückgänge, die auf die Sorge um höhere Zinsen und sinkende Konsumausgaben zurückzuführen sind. Der Energiesektor bildet eine Ausnahme, aufgrund höherer Ölpreise. Diese Preiserhöhungen sind auf die Produktionskürzungen einiger erdölexportierender Länder zurückzuführen.

Finanzwerte schnitten im abgelaufenen Quartal besser ab, wobei die Banken von steigenden Zinsen profitierten. Auch Immobilienunternehmen verzeichneten positive Renditen.

Der private Sektor der Eurozone schrumpfte, wobei der zusammengesetzte Wert für den Purchasing Manager Index (PMI) im September leicht auf 47,1 anstieg, gegenüber 46,7 im August. Der PMI bildet einen wichtigen Frühindikator für wirtschaftliche Aktivität und kann auch als zusammengesetzter Wert für produzierendes Gewerbe und Dienstleistungssektor gebildet werden. Die Europäische Zentralbank hat die Zinssätze im dritten Quartal von 4,0 % auf 4,5 % erhöht.

 

Japan

Der japanische Aktienmarkt zeigte sich inmitten eines Quartals der Marktkorrektur widerstandsfähig. Die Aktien im FTSE Japan Index legten von Juli bis September um 1,8 % zu.

Solide Quartalsberichte der Unternehmen im Juli und August wurden durch einen schwächeren Yen und eine robuste Binnennachfrage unterstützt. Ende Juli passte die Bank of Japan (BOJ) ihre Politik an. Kazuo Ueda, Gouverneur der BOJ, signalisierte in einem Kommentar ein Ende der fast 10 Jahre anhaltenden Negativzinsphase. Die Renditen der japanischen Staatsanleihen stiegen daraufhin an.

Eine solide Inflation von zuletzt 0,3 % im September schürten die Markterwartungen.

Steigende Zinsen in Japan und den USA führten zu spürbaren Korrekturen bei höher bewerteten Aktien, vor allem im Halbleitersektor. In der Zwischenzeit entwickelten sich Finanzwerte, einschließlich unterbewerteter regionaler Banken, gut. Die Sektoren Energie und Auto trugen zur Widerstandsfähigkeit des Marktes bei.

Inländisch orientierte Aktien kleiner und mittlerer Unternehmen entwickelten sich bis August gut. Die politischen Spannungen zwischen China und Japan, aufgrund der ungeklärten Situation mit den Abwässern von Fukushima, führten dazu, dass weniger chinesische Touristen nach Japan reisten. Bei kleineren Unternehmen, welche grundsätzlich anfälliger für Schwankungen sind, können äußere Einflüsse, wie z.B. politische Unruhen, kurzfristig zu höheren Verlusten führen.

 

Asien-Pazifik-Region

Der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan schnitt mit ‑0,95 % etwas schlechter ab als im vorherigen Quartal. Taiwan und Südkorea schnitten am schwächsten ab, während Malaysia Zuwächse verzeichnete.

Südkorea musste aufgrund einer schwächeren Fabrikproduktion und eines nachlassenden Einzelhandelsumsatzes Kursverluste hinnehmen, was ausländische Anleger beunruhigte. Taiwans Aktien stürzten aufgrund von Bedenken ab, dass Schuldenprobleme chinesischer Immobilienunternehmen eine Finanzkrise auslösen und die regionalen Währungen gegenüber dem US‑Dollar schwächen könnten.

 

China und die Wachstumsmärkte

Neben den japanischen Aktien, erwiesen sich auch Aktien von Unternehmen aus Schwellenländern, den Emerging Markets, als standhaft. Der FTSE Emerging Markets konnte das Quartal mit einem Plus von 1,5 % abschließen. Kolumbien, Ungarn und die Tschechische Republik schnitten besser ab als der Index, und auch Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate erzielten eine überdurchschnittliche Performance. Ägypten erzielte die beste Rendite im Index. Die zwei Zinserhöhungen in der Türkei wurden als Zeichen einer Abkehr von der zuvor unorthodoxen Zinspolitik der Zentralbank gewertet wurden, was die Stimmung aufhellte.

Chile und Polen verzeichneten erhebliche Rückgänge. Sinkende Lithiumpreise beeinträchtigten Aktien chilenischer Minenbetreiber,. Die politische Unsicherheit vor den Parlamentswahlen im Oktober und eine unerwartete Zinssenkung in Polen wurden negativ aufgenommen. Mexiko hatte mit gemischten makroökonomischen Daten zu kämpfen und Südafrika kämpfte weiterhin mit einer Stromkrise. Auch Thailand und Saudi‑Arabien blieben hinter dem Index zurück.

China schnitt aufgrund der schwachen wirtschaftlichen Erholung und der Probleme im Immobiliensektor schlecht ab. Obwohl auf beide Herausforderungen kaum mit politischen Anreize seitens der chinesischen Regierung reagiert wurde, waren die makroökonomischen Daten zum Quartalsende positiver als erwartet. Brasilien zeigte trotz verbesserter Wirtschaftsdaten und Zinssenkungen der Zentralbank eine unterdurchschnittliche Performance.

 

Globale Anleihen

Der Vanguard Global Bond Index Fund, der Unternehmens‑ und Staatsanleihen mit guter bis sehr guter Bonität hält, erzielte im zweiten Quartal eine negative Rendite von –2,6 %. Die Gründe hierfür wurden im Vorwort bereits angerissen.

Trotz eines erheblichen Ölpreisanstiegs sank die Inflation in vielen Regionen. Die wirtschaftlichen Kennzahlen hingegen verschlechterten sich jedoch in den meisten Volkswirtschaften, was die wichtigsten Zentralbanken dazu veranlasste, eine Pause bei der Zinserhöhung zu signalisieren.

Die bereits beschlossenen Zinserhöhungen des vergangenen Quartals gepaart mit der Erwartung der Märkte, dass die Zinsen länger hoch bleiben werden, führte zu steigenden  Renditen bei neu ausgegebenen Anleihen und zu Kursverlusten bei bereits ausgegebenen Anleihen .

Die weltweiten Staatsanleiherenditen, allen voran die der USA, erreichten im September einen Höchststand, bevor sie am Quartalsende leicht zurückgingen. Die Rendite 10‑jähriger US‑Anleihen stieg von 3,8 % auf 4,8 % und die Rendite zweijähriger Anleihen von 4,9 % auf 5,1 %. Die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen aus Deutschland stieg von 2,4 % auf 2,8 %.

Die Märkte für Unternehmensanleihen schnitten besser ab als die Märkte für Staatsanleihen. Trotz schwächerer Wachstumsaussichten übertrafen die europäischen Unternehmensanleihen die US‑amerikanischen, wobei die Emissionen in Europa den niedrigsten Stand seit 10 Jahren erreichten.

 

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Im dritten Quartal konnte der deutliche Anstieg, den man noch im zweiten Quartal beobachten konnte,  nicht fortgesetzt werden. Der Vanguard Global Small‑Cap Index Fund verlor im 3. Quartal –1,47 %. Der schwindende Optimismus bezüglich eines baldigen Endes der Hochzinsphase und die wieder leicht gestiegene Inflation in den USA trugen zu dieser Entwicklung bei. Aktien kleiner und mittlerer Unternehmen aus den USA sind dementsprechend mehr betroffen als vergleichbare Unternehmen aus anderen Märkten. Grundsätzlich unterliegen diese Nebenwerte in einem derartigen Umfeld größeren Schwankungen. Kurzfristig kann die Performance dieses Bereichs hierdurch unter der von Aktien großer Unternehmen liegen. Dennoch haben Aktien kleiner und mittlerer Unternehmen in der Vergangenheit eine überdurchschnittliche Wertentwicklung gezeigt und können deshalb ein sinnvoller Baustein in vielen Portfolios sein.

 

Zusammenfassung

Das 3. Quartal des laufenden Jahres konnte zwar nicht an die positive Entwicklung der ersten beiden Quartale anschließen. Weiter steigende Zinsen und eine kurzfristig leicht gestiegene Inflationsrate in den USA haben die vorherige Euphorie am Kapitalmarkt gedämpft. Obwohl Anleihen nach wie vor unter den steigenden Zinsen zu leiden haben, scheint sich die Lage zu beruhigen. Extreme Abwärtsbewegungen und Schwankungen wie im Vorjahr sind im laufenden Jahr größtenteils ausgeblieben.

Mit einer breiten Streuung in globale Aktien und Anleihen ist es weiterhin möglich, Schwankungsrisiken von Investitionen in Einzeltitel oder einzelne Länder wirksam zu reduzieren. Das zeigt beispielsweise der Vergleich zwischen dem auf sehr wenige Unternehmen und nur eine Region fokussierten Index DAX und dem ETF Robo mit Aktienanteil 100 %.

Seit Start unseres Angebots im Jahr 2018 liegt der Renditevorteil des ETF Robo 100 bei 24,1 %.

Robo 100 vs. Dax 23.03.2018 (Auflage) – 30.09.2023

Die Erholung an den Kapitalmärkten setzt sich weiter fort

Sehr geehrte Kunden,

die gute Nachricht vorab: Zwar sind die Verluste des vergangenen Jahres noch nicht ganz aufgeholt; doch die seit Ende des letzten Jahres gestartete Erholung setzte sich im zweiten Quartal fort. Und das, obwohl fast alle Zentralbanken weltweit die Leitzinsen weiter anhoben.

Getrieben wurde die positive Entwicklung unter anderem durch eine Rallye der Technologiewerte, welche durch das Aufkommen einiger KI-Anwendungen wie zum Beispiel ChatGPT ausgelöst wurde. Von diesen Anwendungen sollen nicht nur die Firmen profitieren, die sie entwickeln: Die Hoffnung ist vielmehr, dass die Effizienz und Produktivität von Unternehmen erheblich gesteigert werden kann. Das sollte es den Unternehmen ermöglichen, höhere Gewinne zu erzielen, was wiederum deren Bewertung an den Kapitalmärkten erhöht. Besonders deutlich zu sehen ist die Auswirkung der Technologie-Rallye an der starken Entwicklung der US-Aktienmärkte. Hier half außerdem, dass die jährliche Inflationsrate entgegen den Erwartungen gesunken war und die Schuldenobergrenze aufgehoben wurde, welche im Mai noch für Unsicherheit gesorgt hatte. Auch die japanischen Aktienmärkte konnten dank eines vergleichsweise schwachen Yen und soliden makroökonomischen Indikatoren und trotz einer weiteren Zinserhöhung eine starke Wertentwicklung verzeichnen.

Die im ersten Quartal beobachteten Schwankungen an den globalen Anleihemärkten setzten sich im zweiten Quartal nicht fort; vielmehr nahm die Volatilität deutlich ab. Staatsanleihen konnten allgemein einen positiven Verlauf verzeichnen, wobei sich die Entwicklungen je nach Land und entsprechenden Inflationsraten stark unterschieden. Anders als zu Beginn des Jahres schnitten globale Hochzinsanleihen besser ab als Investment-Grade-Anleihen, da die Sorgen einer Rezession abnahmen.

Obwohl die Portfolios von WeltSparen global diversifiziert sind und sich nicht gezielt auf bestimmte Weltregionen konzentrieren, profitieren Anlegerinnen und Anleger immer auch von der starken Entwicklung einzelner Märkte. Alle vier Portfolios des ETF Robo konnten das Quartal im Plus beenden.

 

Herzliche Grüße
Kim Felix Fomm

Chief Investment Officer, Raisin

 

 

Entwicklung des ETF Robo

Die positive Entwicklung des vorherigen Quartals erstreckte sich auch in das zweite Quartal des Jahres, wenn auch etwas weniger stark. Erneut schlossen alle vier Portfolios des ETF Robo im Plus.

Der ETF Robo 30 erzielte im ersten Quartal eine Rendite von 0,7 %. Mit dem ETF Robo 50 erzielten Anlegerinnen und Anleger eine Rendite von 1,7 %. Der ETF Robo 70 kam auf eine Rendite von 2,7 % und für Anlegerinnen und Anleger mit dem ETF Robo 100 standen 4,2 % zu Buche.

 

Wertentwicklung ETF Robo je Quartal

 

Die Wertentwicklung des ETF Robo 30 liegt seit Auflage im März 2018 bei 7,7 %. Der ETF Robo 50 steht derzeit bei einer Gesamtrendite von 19,9 %. Der Wert des ETF Robo 70 hat sich seit März 2018 um 33,0 % gesteigert, während die Rendite des ETF Robo 100 54,2 % beträgt.

 

Wertentwicklung ETF Robo 23.03.2018 (Auflage) – 30.06.2023

 

Im Vergleich der Robo-Portfolios mit aktiven Mischfonds gab es lediglich geringfügige Abweichungen: Der Renditevergleich mit Mischfonds mit einer Aktienquote von 25 % („cautious“) war mit 0,11 % leicht positiv zu Gunsten des ETF Robos. Bei der Vergleichsgruppe „moderate“ lag der ETF Robo 50 bei 0,19 %. Bei aktiven Mischfonds mit einem noch höheren Aktienanteil, wie dem ETF Robo 70, betrug der Unterschied 0,15 %.

 

Performancevergleich ETF Robo und aktiv gemanagte Mischfonds (Q2 2023)

Mehr zum ETF Robo

Überblick über die Entwicklung der Märkte

Nordamerika

Der FTSE North America Index, der den Aktienmarkt der USA und Kanada abbildet, legte im zweiten Quartal 8,0 % zu. Dieser Index macht einen großen Teil der ETF Robo-Portfolios aus, weshalb Anleger von diesem Aufschwung profitieren konnten.

Der Großteil der Gewinne wurde im Juni erzielt. Diese Gewinne wurden durch die sinkende Inflation sowie durch Anzeichen für die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft und die bereits erwähnte Euphorie um KI-Anwendungen erzielt. Eine Errechnung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ergab eine deutliche Expansion von 2 % (auf Jahresbasis), was die vorherige Schätzung von 1,3 % Wachstum übertraf.

Im Mai erhöhte die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze um 0,25 Prozent. Im Juni blieb eine Erhöhung der Zinssätze aus, was Ökonomen als eine „hawkish pause“ bezeichnen. Aktuell werden zwei weitere Zinsserhöhungen für das Jahr 2023 erwartet.

Die am Verbraucherpreisindex (VPI) gemessene US-Inflation ging im Mai auf 0,1 % (gegenüber dem Vormonat) zurück, nachdem die Preise im April noch um 0,4 % gestiegen waren. Diese Entwicklung war in erster Linie auf einen Rückgang der Energiekosten zurückzuführen. Damit sank die jährliche Inflationsrate auf 4,0 % und lag unter den erwarteten 4,1 %. Insgesamt befindet sich die US-Wirtschaft weiterhin in einem gesunden Zustand. Die Arbeitslosenquote stieg im Mai von 3,4 % auf 3,7 % und damit stärker als erwartet, aber der Arbeitsmarkt bleibt im historischen Vergleich gesehen entspannt.

Zu Beginn des Quartals gab es unter den Anlegern zunächst Bedenken hinsichtlich der US-Schuldenobergrenze. Anfang Juni verabschiedete der US-Kongress jedoch ein Gesetz zur Aussetzung der Schuldenobergrenze. Die Einigung beinhaltete Zugeständnisse bei den Ausgaben, die sich voraussichtlich nur minimal auf das Wirtschaftswachstum auswirken werden.

Allen voran führte der Sektor Informationstechnologie (IT) die positive Entwicklung des Aktienmarktes im Quartal an. Die große Begeisterung für künstliche Intelligenz und das damit verbundene Potenzial für technologische Fortschritte trieb insbesondere die Aktienkurse von Chip-Herstellern in die Höhe. Die Sektoren zyklische Konsumgüter und Kommunikationsdienstleistungen entwickelten sich ebenfalls gut. Der Energie- und Versorgungssektor entwickelte sich dagegen unterdurchschnittlich.

 

Eurozone

Im zweiten Quartal verzeichneten die Aktien der Eurozone (FTSE Developed Europe) Kursgewinne in Höhe von 2,7 %, die vor allem vom Finanz- und IT-Sektor getragen wurden. Die Sektoren Energie und Kommunikationsdienste blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Der IT-Sektor erlebte einen Aufschwung, insbesondere bei Halbleiteraktien, da einige US-Chiphersteller höhere Umsatzzahlen prognostizierten und somit das vorhandene Wachstumspotenzial von Künstlicher Intelligenz untermauerten. Gegen Ende des Quartals kündigte die niederländische Regierung an, dass für den Export von High-End-Chipfertigungsmaschinen eine Lizenz erforderlich sei, was möglicherweise zu einem Rückgang der Exporte nach China führen könnte. Diese Entscheidung könnte sich auf die vielen branchenführenden, in den Niederlanden ansässigen Chip-Hersteller auswirken. Bei den Finanzwerten erzielten die Banken aufgrund der Erwartung starker kurzfristiger Erträge eine Outperformance.

Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte die Zinssätze im Laufe des Quartals zweimal und brachte den Hauptrefinanzierungssatz auf 4,0 %. Die Gesamtinflation ging in diesem Zeitraum zurück und lag im Juni bei einer geschätzten jährlichen Inflationsrate von 5,5 %, gegenüber 6,1 % im Mai. Die Kerninflation (ohne Energie-, Nahrungsmittel-, Alkohol- und Tabakpreise) stieg jedoch leicht an auf 5,4 % im Juni gegenüber 5,3 % im Mai.

Das BIP verzeichnete im vierten Quartal 2022 einen Rückgang um 0,1 % und im ersten Quartal 2023, was darauf hindeutet, dass die Eurozone im Winter eine milde Rezession durchlief. Vorausschauende Indikatoren deuten zudem auf eine Verlangsamung der Eurozonen-Wirtschaft hin. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) der Eurozone fiel im Juni auf 50,3 von 52,8 im Mai und erreichte damit ein Fünfmonatstief, was auf die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Stagnation hindeutet (50 ist die Schwelle zwischen Expansion und Kontraktion in PMI-Umfragen).

 

Japan

Die japanischen Aktien behielten im Juni ihre starke Dynamik bei, was im zweiten Quartal zu einem Anstieg des FTSE Japan Index um 5,36 % führte. Der japanische Yen blieb schwach und erreichte im Juni ein Niveau von 188 Yen gegenüber dem britischen Pfund und 144 Yen gegenüber dem US-Dollar.

Der Markt erreichte den höchsten Stand seit 33 Jahren, wobei der Nikkei im Juni 33.700 Punkte erreichte. Dieser Anstieg war zum Teil auf die anhaltenden Käufe ausländischer Anleger seit April zurückzuführen. Darüber hinaus wurden die Marktgewinne durch die Erwartung von Reformen der Unternehmensführung und strukturellen Veränderungen der japanischen Wirtschaftspolitik angeheizt. Der schwache Yen und die Stärke des US-Marktes trugen ebenfalls zu einer risikofreudigen Stimmung auf dem japanischen Aktienmarkt bei. Obwohl die Marktbewertungen, z. B. das Kurs-Gewinn-Verhältnis, ein angemessenes Niveau erreicht haben, besteht in den kommenden Monaten das Potenzial für Korrekturen nach oben, die durch die Schwäche des Yen unterstützt werden.

Die Bank of Japan (BoJ) hielt ihre erste geldpolitische Sitzung unter dem neuen Gouverneur Kazuo Ueda im April ab, gefolgt von einer zweiten Sitzung im Juni. Die BoJ behielt ihre ‘dovishe’ Haltung bei und nahm keine Änderungen an ihrer Politik vor. In der Zwischenzeit wird erwartet, dass die US-Notenbank die Zinssätze weiter anhebt, was zur Schwächung des Yens beitrug. Während die BoJ hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Inflation und des Lohnwachstums in Japan vorsichtig blieb, zeigten die makroökonomischen Indikatoren weiterhin solide Fortschritte.

 

Asien-Pazifik-Region

Der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan schnitt mit -0,08 % deutlich schlechter ab als der globale Durchschnitt. Im zweiten Quartal verzeichneten die Aktienmärkte in Asien (ohne Japan) sogar eine rückläufige Performance. Unter den Indexmärkten verzeichneten Malaysia und Thailand die schlechteste Performance, während Indien, Südkorea und Taiwan Kursgewinne verbuchten.

Indische Aktien erzielten aufgrund ausländischer Zuflüsse, stabiler Gewinne und positiver Wirtschaftsdaten, starke Gewinne. Taiwans Aktien legten zu, was in erster Linie auf Technologiewerte zurückzuführen war, da viele Anleger Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz kaufen wollten. In Südkorea profitieren die Aktienkurse ebenfalls von der Begeisterung der Anleger für KI-bezogene Aktien, was zu einer positiven Performance des Landes im zweiten Quartal führte. Die Philippinen und Singapur beendeten das Quartal mit einer negativen Performance, während Indonesien bescheidene Gewinne verzeichnete.

 

China und die Wachstumsmärkte

Der FTSE Emerging Markets, der Aktien aus Wachstumsmärkten enthält, verzeichnete im zweiten Quartal dieses Jahres ein Minus von 0,1 % ab. Im Laufe des Quartals verzeichneten die Aktien der Schwellenländer (EM) einen bescheidenen Anstieg und blieben damit hinter der Performance der entwickelten Märkte zurück. Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China spielten eine Rolle bei der schwachen Performance der Schwellenländer, ebenso wie die Bedenken über die langsame wirtschaftliche Erholung Chinas. Die Ungewissheit bezüglich der US-Schuldenobergrenze trug ebenfalls zur negativen Stimmung bei, obwohl dieses Problem Anfang Juni gelöst wurde.

Trotz der zunehmenden Besorgnis über eine Rezession in Europa erwiesen sich Ungarn, Polen und Griechenland als die Märkte mit der besten Performance im Index. Die mitteleuropäischen Märkte erwarteten Zinssenkungen, da die Inflation nachließ, und Ungarn nahm im Juni eine Zinssenkung vor. Die überdurchschnittliche Performance Griechenlands war darauf zurückzuführen, dass die regierende Partei Neue Demokratie im Mai eine zweite Amtszeit gewann, was eine Fortsetzung der marktfreundlichen Politik signalisierte.

Brasilien stach ebenfalls als Top-Performer hervor, da die Bedenken über die Finanzpolitik nachließen, der Optimismus über mögliche Zinssenkungen zunahm und das BIP-Ergebnis im ersten Quartal besser als erwartet ausfiel. Indiens starke Performance im Quartal wurde verbessert durch makroökonomische Daten und Hinweise auf eine weiterhin akkommodierende Geldpolitik.

Kolumbien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Peru, Saudi-Arabien und Mexiko verzeichneten allesamt Kursgewinne. Korea und Taiwan schnitten aufgrund von Technologieunternehmen und Optimismus in Bezug auf das KI-Wachstum besser ab.

China hingegen schnitt aufgrund von Bedenken über eine langsamer als erwartete Erholung schlechter ab. Auch Kuwait und Katar blieben hinter den Erwartungen zurück. Südafrika hatte mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen, da sich die verschlechternde politische Stabilität schwerwiegend auf das Wirtschaftswachstum auswirkte. Die Türkei verzeichnete den größten Verlust in US-Dollar, zeitgleich mit der Wiederwahl von Präsident Erdogan im Mai, mit der seine langjährige Herrschaft verlängert wurde.

 

Globale Anleihen

Im zweiten Quartal 2023 nahm die Marktvolatilität deutlich ab. Dennoch erzielte der Vanguard Global Bond Index Fund, der Unternehmens- und Staatsanleihen mit guter bis sehr guter Bonität hält, im zweiten Quartal eine negative Rendite von -0,1 %.
Die Renditen von Staatsanleihen verzeichneten einen Aufwärtstrend, obwohl es einige Unterschiede gab. Das Vereinigte Königreich und Australien schnitten aufgrund einer unerwartet hohen Inflation und eines stärkeren Engagements der Zentralbanken zur Inflationsbekämpfung schlechter ab. Mit Ausnahme der Bank of Japan hoben die wichtigsten Zentralbanken die Zinssätze im Laufe des Quartals weiter an. Die US-Notenbank war jedoch die erste, die im Juni eine Pause einlegte und die Zinssätze unverändert bei 5 % bis 5,25 % beließ, nachdem sie im vergangenen Jahr eine Reihe von aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen vorgenommen hatte.

Die Bilanzen der Unternehmen blieben trotz eines leichten Anstiegs der Ausfallquoten relativ solide. Globale Hochzinsanleihen schnitten besser ab als globale Investment-Grade-Anleihen (Anleihen mit guter bis sehr guter Bonität), da die unmittelbaren Sorgen vor einer Rezession abnahmen. Investment-Grade-Anleihen haben laut Rating-Agenturen die höchste Bonität, während Hochzinsanleihen eher spekulativ sind und eine Bonität unterhalb von Investment-Grade haben.

Das Wachstum in den USA war besser als erwartet, was zu einem Marktkonsens über eine „weiche Landung“ führte. US-Investment-Grade-Anleihen verzeichneten in diesem Quartal negative Gesamtrenditen, übertrafen jedoch die Rendite von US-Treasuries. US-Hochzinsanleihen verzeichneten hingegen positive Renditen. Die 10-jährige US-Rendite stieg von 3,47 % auf 3,81 %, während die zweijährige Rendite von 4,03 % auf 4,87 % anstieg, was zu einer weiteren Umkehrung der ‘yield curve’ (Vergleich von Zinssätzen zwischen Derivaten gleicher Bonität und unterschiedlicher Laufzeit) führte.

Die Europäische Zentralbank hob die Zinssätze weiter an und verkündete die Maßnahmen im Rahmen ihres Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (‘Asset Purchase Programme’) ab Juli 2023 zu beenden. Die Gesamtinflation ging gegenüber ihrem Höchststand deutlich zurück. Die 10-jährige Rendite deutscher Staatsanleihen stieg geringfügig von 2,31 % auf 2,39 %. Hochverzinsliche Anleihen der Eurozone schnitten im Berichtszeitraum besser ab als Investment-Grade-Anleihen.

Im Vereinigten Königreich überraschte die hohe Inflation viele und veranlasste die Bank of England (BoE) dazu, die Zinssätze im Juni um mehr als die erwarteten 50 Basispunkte anzuheben. Die 10-jährige Rendite britischer Staatsanleihen stieg von 3,49 % auf 4,39 %, und die zweijährige Rendite legte sogar noch stärker zu und stieg von 3,44 % auf 5,26 %. Auch britische Hochzinsanleihen schnitten besser ab als britische Investment-Grade-Anleihen.

Da sich die Stimmung für das globale Wachstum verbesserte, wurden Währungen wie der japanische Yen im Vergleich zu anderen Währungen abgewertet. Andererseits war das Pfund Sterling die Währung mit der besten Wertentwicklung, unterstützt durch höheren Zinssätze.

 

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen das zweite Quartal mit einem Plus von 2.7 % abgeschlossen. Im Vergleich zum noch sehr volatilen ersten Quartal verhielten sich ‘Small- und Mid-Cap’ Aktien relativ schwankungsarm. Insgesamt schlossen ‘Large Cap’ Unternehmen (mit hoher Marktkapitalisierung) im zweiten Quartal dennoch besser ab. Trotz fallender Inflation und pausierenden Leitzinserhöhungen der Fed blieben die starken Renditen, die ‘Small-Cap’ Aktien historisch abwarfen, aus.

Die große Unsicherheit über die zukünftige gesamtwirtschaftliche Entwicklung der jeweiligen Regionen macht Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen, welche generell risikoreicher sind, zur Zeit unattraktiv für Anleger. Erschwerend kommt hinzu, dass kleinere Unternehmen oftmals einen größeren Refinanzierungsbedarf haben, was in dem momentanen Zinsumfeld unvorteilhaft ist.

 

Zusammenfassung 

Im Laufe des Quartals kam es zu einem allgemeinen Anstieg der weltweiten Aktienwerte, der in erster Linie von den entwickelten Märkten wie den USA getragen wurde, während die Aktien der Wachstumsmärkte ein langsameres Wachstum verzeichneten. Die Begeisterung für Künstliche Intelligenz (KI) wirkte sich positiv auf Technologieaktien aus. Mehrere große Zentralbanken hoben in diesem Zeitraum die Zinssätze an. Infolgedessen stiegen die Renditen von Staatsanleihen, was zu einem Rückgang der Anleihenkurse führte.

Mit einer breiten Diversifikation in den globalen Aktien- und Anleihenmärkten ist es weiterhin möglich, Schwankungsrisiken von Investitionen in Einzeltitel oder einzelne Länder wirksam zu reduzieren. Das zeigt beispielsweise der Vergleich zwischen dem DAX und dem ETF Robo mit Aktienanteil 100 %.

Seit Start unseres Angebots im Jahr 2018 liegt der Renditevorteil des ETF Robo 100 bei 18,3 %.

 

Robo 100 vs. Dax 23.03.2018 (Auflage) – 30.06.2023

 

Bitte beachten Sie, dass frühere Wertentwicklungen keinen Hinweis auf künftige Wertentwicklungen darstellen. Die dargestellten Sektoren, Wertpapiere, Regionen und Länder dienen lediglich Informationszwecken und sind nicht als Kauf- oder Verkaufsempfehlung zu verstehen. Anlagen am Kapitalmarkt sind mit Risiken behaftet.

Aktien und Anleihen konnten trotz Turbulenzen deutlich zulegen

Sehr geehrte Kunden,

2022 wurde stark vom Krieg in der Ukraine und dessen Konsequenzen geprägt. Volkswirtschaftliche Folgen waren rückläufiges Wirtschaftswachstum und vor allem eine Verschärfung der bereits in Folge der COVID19-Pandemie erhöhten Inflation. Im ersten Quartal des laufenden Jahres hat sich das Klima an den Kapitalmärkten dagegen verbessert. Nachdem die Europäische Zentralbank und die amerikanische Notenbank Fed im ersten Quartal jeweils zweimal den Leitzins zur Inflationsbekämpfung erhöht haben, gehen wir davon aus, dass die Zinsen nur noch in geringem Umfang steigen werden.

Die positive Folge der aktuellen Zinssituation: insbesondere bei Geldmarktanlagen (sehr kurzlaufende, verzinste Anlagen) sind die Zinsen aktuell überdurchschnittlich attraktiv. Unser täglich veräußerbares Geldmarktportfolio bietet aktuell eine laufende Verzinsung von 3,4 %.

Besonders die globalen Aktienmärkte profitierten vom steigenden Optimismus der Anlegerinnen und Anleger und zeigten im ersten Quartal des Jahres 2023 eine positive Performance. Die US-Aktienmärkte verzeichneten im ersten Quartal des Jahres starke Wertzuwächse, die auf das Vertrauen in die Stärke der US-Wirtschaft und verbesserte Arbeitsmarktbedingungen zurückzuführen sind. Aber auch in Europa entwickelten sich die Aktienmärkte positiv, obwohl der Finanzsektor zeitweise unter Druck geriet, bedingt durch die Insolvenz der Silicon Valley Bank und die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS im März.

Trotz erheblicher Schwankungen schlossen auch die globalen Anleihenmärkte das erste Quartal im Plus ab. Während Investment-Grade-Anleihen positive Renditen erzielten, verzeichneten Hochzinsanleihen eine negative Wertentwicklung. Die gute Nachricht: Da der ETF Robo ausschließlich in Investment-Grade Anleihen investiert, schlossen alle Robo Portfolios das erste Quartal deutlich positiv ab.

 

Herzliche Grüße
Kim Felix Fomm

Chief Investment Officer, Raisin

 

Entwicklung des ETF Robo

Die leichte Erholung aus dem letzten Quartal des vergangenen Jahres konnte 2023 fortgesetzt und sogar beschleunigt werden. Alle vier Portfolios des ETF Robo schlossen das Quartal deutlich im Plus.

Der ETF Robo 30 erzielte im ersten Quartal eine Rendite von 3,0 %. Mit dem ETF Robo 50 erzielten Anlegerinnen und Anleger eine Rendite von 3,5 %. Der ETF Robo 70 kam auf eine Rendite von 4,0 % und für Anlegerinnen und Anleger mit dem ETF Robo 100 standen 4,7 % zu Buche.

Wertentwicklung des ETF Robo seit Auflage

Die Wertentwicklung liegt seit Auflage im März 2018 für den ETF Robo 30 bei 6,9 %. Der ETF Robo 50 steht derzeit bei einer  Gesamtrendite von 17,9 %. Der Wert des ETF Robo 70 hat sich seit März 2018 um 29,4 % gesteigert, während die Rendite des ETF Robo 100 48,0 % beträgt.

 

Mehr zum ETF Robo

 

Überblick über die Entwicklung der Märkte

Nordamerika

Der FTSE North America Index, der den Aktienmarkt der USA und Kanada abbildet, legte im ersten Quartal kräftig um 7,1 % zu. Dieser Index macht einen Großteil der Robo-Portfolios aus, weshalb Anleger stark von diesem Aufschwung profitieren konnten.
Trotz Marktturbulenzen, die durch den Zusammenbruch der Silicon Valley Bank (SVB) im März ausgelöst wurden, konnten die US-Aktien im Laufe des Quartals zulegen, da der Optimismus der Anleger überwog. Der Zusammenbruch der SVB, gefolgt von weiteren Störungen im europäischen Finanzsektor, führte im März zu einem starken Einbruch der Aktienkurse, die sich jedoch bis zum Monats- und Quartalsende wieder erholten. Die Fed brachte ihr Vertrauen in die Resilienz des US-Bankensystems zum Ausdruck und hob den Leitzins im Februar und März um jeweils 25 Basispunkte an, wodurch die Kreditkosten auf den höchsten Stand seit 2007 stiegen. Die am Kernindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE – personal consumption expenditure) gemessene Inflation stieg im März jedoch weniger stark als erwartet, was zu Spekulationen führte, dass künftige Zinserhöhungen begrenzt sein könnten.

Die Robustheit der US-Wirtschaft ist auch auf die sich verbessernden Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt zurückzuführen. Im Februar fiel die Arbeitslosenquote auf 3,8 %, den niedrigsten Stand seit März 2020. Dieser positive Trend wurde durch einen robusten Beschäftigungsanstieg in verschiedenen Sektoren wie dem produzierenden Gewerbe, dem Gesundheitswesen und dem Dienstleistungssektor unterstützt. Weiterhin ging auch die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung zurück und erreichte ein Niveau, das dem vor der Pandemie entspricht.

Während im Berichtszeitraum Unternehmen aus den Sektoren Energie und Gesundheitswesen zurückbleiben, verzeichneten die Technologiewerte die stärksten Zuwächse.

 

Eurozone

Der FTSE Developed Europe, der Aktien von Unternehmen aus Industrienationen in Europa beinhaltet, konnten mit 9,8 % sogar noch deutlicher zulegen als der Nordamerikanische Index.

Trotz der Volatilität im Bankensektor verzeichneten die Aktien der Eurozone im ersten Quartal deutliche Gewinne. Besonders die Sektoren Informationstechnologie, zyklische Konsumgüter und Kommunikationsdienstleistungen schnitten gut ab, während die Sektoren Immobilien und Energie nicht mithalten konnten.

Auch in Europa erlebte der Finanzsektor im März Turbulenzen nach dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank. Eine Woche später wurde die Credit Suisse im Rahmen eines von den Schweizer Behörden vermittelten Deals von der UBS übernommen. Insgesamt verzeichnete der Finanzsektor der Eurozone im Quartal jedoch Gewinne, wobei die Probleme der Credit Suisse als weitgehend eingedämmt angesehen wurden. Der Immobiliensektor verzeichnete deutliche Rückgänge aufgrund von Bedenken über höhere Finanzierungskosten und niedrigere Vermietungsquoten.

Im Februar und März erhöhte die Europäische Zentralbank die Zinssätze um jeweils 50 Basispunkte. Im März ging die Inflation in der Eurozone auf den niedrigsten Stand des Jahres zurück, wobei die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat nur noch um 6,9 % stiegen. Im Gegensatz dazu stieg die Kerninflation, bei der Lebensmittel und Energiekosten nicht berücksichtigt werden, leicht von 5,6 % auf 5,7 %.

 

Japan

Im ersten Quartal verzeichneten die japanischen Aktien ein starkes Wachstum, wobei der Nikkei 225, der wichtigste Index der Tokioter Börse, um rund 9,0 % zulegte.  Im Januar beobachteten die Anleger aufmerksam die Bank of Japan (BoJ) nach der im Dezember angekündigten unerwarteten Anpassung der Politik zur Steuerung der Zinskurve. Entgegen den Spekulationen beschloss BoJ-Gouverneur Kuroda auf der Januar-Sitzung, die Politik unverändert zu lassen und weiterhin das Wirtschaftswachstum mit einer lockeren Geldpolitik anzukurbeln. Die Geldpolitik der Bank of Japan bleibt jedoch in Anbetracht des neuen Gouverneurs Kazuo Ueda, der Anfang April die Nachfolge von Kuroda antreten soll, ein spannendes Thema.

Die von Ende Januar bis Mitte Februar veröffentlichten Quartalsergebnisse fielen gemischt aus, wobei die Exporteure aufgrund der Yen-Aufwertung im vierten Quartal 2022 und einer Verlangsamung der Produktion, insbesondere in den Technologiesektoren, vor Herausforderungen standen. Die inländisch orientierten Unternehmen hingegen meldeten besser als erwartete Umsatzzahlen, wurden aber durch Kostensteigerungen, einschließlich der Erhöhung der Strompreise, beeinträchtigt.

Im März wurde die Marktstimmung durch die Turbulenzen, die durch den Zusammenbruch der Silicon Valley Bank (SVB) und die Rettung der Credit Suisse durch die UBS ausgelöst wurden, beeinträchtigt, was die japanischen Finanzwerte stark belastete. Gegen Ende des Monats erholte sich der Markt jedoch wieder, unterstützt durch die Schwäche des Yen, die den zyklischen Werten zugute kam.

 

Asien-Pazifik-Region

Der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan legte mit 2,7 % deutlich schwächer zu als der globale Durchschnitt.

Die Aktienmärkte in Asien (ohne Japan) entwickelten sich im ersten Quartal positiv, wobei die starken Gewinne in Taiwan, Singapur und Südkorea die schwächeren Ergebnisse in Hongkong, Indien und Malaysia ausgeglichen.

Chinesische Aktien verzeichneten zu Beginn des Quartals kräftige Zuwächse. Zuvor hatte Peking seine Covid-19-Beschränkungen gelockert, die das Wirtschaftswachstum des Landes gebremst hatten. Unterstützende Maßnahmen auf dem Immobilienmarkt und eine Lockerung des regulatorischen Vorgehens gegen chinesische Technologieunternehmen trugen ebenfalls zur Verbesserung der Anlegerstimmung bei.

Südkorea und Taiwan erzielten im Januar ebenfalls beträchtliche Zuwächse, während Indien den Monat mit einem Negativwachstum beendete, da ausländische Anleger abwanderten und aufgrund des ins Stocken geratenen Wirtschaftswachstums Zurückhaltung herrschte.

Der durch die Wiedereröffnung Chinas verbreitete Optimismus führte zu einer starken Performance im Januar, durch den Anleger Gewinne verbuchen konnten. Im Februar trübte die Furcht vor einer Rezession die Stimmung der Anleger, was zu starken Kurseinbrüchen in Thailand, Malaysia und Südkorea führte.

Im März erholten sich die Aktien jedoch, und alle Märkte erzielten ein positives Wachstum, da die Bedenken über die Marktauswirkungen des Zusammenbruchs der Silicon Valley Bank nachließen.

 

China und die Wachstumsmärkte

Der FTSE Emerging Markets, der Aktien aus Wachstumsmärkten enthält, legte um 2,9 % zu.

Die Schwellenländermärkte (EM) verzeichneten im ersten Quartal des Jahres positive Renditen, blieben aber hinter dem MSCI World Index zurück. Zu Beginn des Jahres herrschte aufgrund der Wiederbelebung der chinesischen Wirtschaft erneut Optimismus für die Schwellenländer. Im Februar und März eskalierten die Spannungen zwischen den USA und China jedoch erneut, und das Vertrauen in US-amerikanische und europäische Banken schwand. Die Zentralbanken hoben die Zinssätze weiter an, wobei die US-Zinsen im März den höchsten Stand seit 2007 erreichten.

Die Tschechische Republik war der Markt mit der besten Performance in den Schwellenländern. Auch Mexiko erzielte vor dem Hintergrund sich verbessernder Wirtschaftsdaten eine überdurchschnittliche Performance. Taiwan und Korea profitieren vom Optimismus über das globale Wachstum. Peru, Indonesien und Chile verzeichneten ebenfalls positive Renditen.

China schnitt trotz der Spannungen mit den USA gut ab und übertraf den Index. Der Optimismus über die Wiederbelebung der chinesischen Wirtschaft und eine wahrgenommene Lockerung des regulatorischen Drucks auf den Internetsektor waren positive Faktoren für den Markt.

Südafrika blieb hingegen hinter dem Index zurück, ebenso wie Polen und Thailand. Südafrika hat nach wie vor mit einer Stromkrise zu kämpfen und wurde im Februar von der Financial Action Task Force, ein internationales Gremium zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, auf die „graue Liste” gesetzt.

Brasilianische Aktienmärkte verzeichneten einen Rückgang  aufgrund schwächerer Wirtschaftsdaten und regierungsfeindlicher Unruhen. Indien verzeichnete ebenfalls negative Renditen, da ein großes Unternehmen  zu Beginn des Quartals des Betrugs und der Aktienkursmanipulation beschuldigt wurde. Auch die im Berichtszeitraum veröffentlichten Wirtschaftsdaten lagen unter den Prognosedaten

 

Globale Anleihen

Die weltweiten Anleihemärkte waren im ersten Quartal des Jahres von erheblichen Schwankungen geprägt. Zunächst war die Stimmung aufgrund sinkender Energiekosten und der Wiederbelebung der chinesischen Wirtschaft positiv, doch mit dem Anstieg der Kerninflation kamen auch Inflationsängste wieder auf. Der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank Mitte März schürte jedoch die Angst vor einer möglichen Bankenkrise, was zu starken Kursanstiegen auf den Märkten für Staatsanleihen führte, da Anlegerinnen und Anleger infolgedessen nicht mehr von weiteren Zinserhöhungen ausgingen, sondern in einigen Märkten mit Zinssenkungen rechneten.

Im ersten Quartal verbesserte sich das Wachstum, da der Gegenwind, den die höhere Inflation auf die Realeinkommen der Verbraucher ausübte, insbesondere die Energiepreise, nachzulassen begann. Nach ersten Anzeichen, dass die Konjunkturzyklen, insbesondere auf den Wohnungsmärkten, bereits Wirkung zeigen, sind die Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft noch nicht in vollem Umfang zu erkennen. Die Kerndindikatoren des Verbraucherpreisindex sorgten sowohl in den USA als auch in Europa für positive Überraschungen bei der Inflation.

Die Zentralbanken nahmen im ersten Quartal weitere Zinserhöhungen vor. Die Federal Reserve (Fed) kündigte zwei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte an, allerdings in einem langsameren Tempo als bei früheren Erhebungen. Die Bank of England (BoE) beschloss zwei Zinserhöhungen um 50 bzw. 25 Basispunkte. Die Europäische Zentralbank (EZB) blieb bei ihrer relativ restriktiven Haltung und erhöhte die Zinssätze in zwei Schritten von jeweils 50 Basispunkten.

Unterdessen beschloss die Bank of Canada eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte, signalisierte aber unmittelbar danach eine Zinspause. Die Bank of Japan (BoJ) nahm trotz steigender Kerninflation keine weiteren Anpassungen an ihre Politik zur Steuerung der Zinskurve vor. Die Ernennung eines neuen Gouverneurs bei der BoJ wird im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Geldpolitik, insbesondere im Hinblick auf die Steuerung der Zinskurve, genau beobachtet.

Die Marktvolatilität setzte sich im ersten Quartal fort und die  Renditedifferenz zwischen als risikobehaftet und risikofrei eingestuften Anleihen  nahm zu. Während US-amerikanische und europäische Investment-Grade-Anleihen gegen Ende des Quartals positive Renditen erzielten, verzeichneten Hochzinsanleihen eine negative Wertentwicklung, die vor allem auf die schlechte Performance des Bankensektors zurückzuführen war. Investment-Grade-Anleihen werden von den Rating-Agenturen als Anleihen höchster Qualität eingestuft, während Hochzinsanleihen mit einem Kreditrating unterhalb von Investment-Grade eher als spekulativ eingestuft werden.

Die Renditen der wichtigsten Staatsanleihen unterlagen im ersten Quartal Schwankungen. So sank beispielsweise die 10-jährige US-Rendite von 3,9 % auf 3,5 % und die zweijährige Rendite von 4,8 % auf 4,0 %. Die 10-jährige Rendite in Deutschland sank von 2,7 % auf 2,3 %, und die 10-jährige Rendite im Vereinigten Königreich fiel von 3,7 % auf 3,5 %, während die zweijährige Rendite von 4,1 % auf 3,4 % zurückging.

Im Zuge von Veränderungen bei den Erwartungen bezüglich der Zinserhöhungen verlor der US-Dollar gegenüber den meisten G10-Währungen an Wert. Die Bezeichnung „G10-Währungen“ bezieht sich auf eine Gruppe von Währungen, die zu den weltweit am häufigsten verwendeten und gehandelten Währungen zählen.

Der Markt für Wandelanleihen profitierte teilweise von den Gewinnen am Aktienmarkt. Der in US-Dollar gehandelte Refinitiv Global Focus Convertible Bond Index stieg um 2,9 %. Wandelanleihen boten im Februar und in Zeiten der Liquiditätsverknappung im Finanzsektor Schutz vor Verlusten. Die Anlageklasse partizipierte jedoch nur zu 40 % an der Aufwärtsbewegung bei Aktien. Das gesamte Neuemissionsvolumen für Wandelanleihen belief sich im ersten Quartal auf 22,5 Mrd. US-Dollar, was einen bemerkenswerten Kontrast zu den Rekordtiefs des Vorjahres darstellt.

 

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen, die üblicherweise stärker schwanken als Aktien großer Unternehmen, erlebten im ersten Quartal des neuen Jahres eine wahre Berg- und Talfahrt. Während sie im Januar eine Rendite von 13,7 % vorweisen konnten, schlossen sie das Quartal nur noch mit einem Plus von 2,7 % ab. Diese Volatilität ist größtenteils auf die Faktoren zurückzuführen, die auch den restlichen Aktienmarkt beeinflusst haben.

Zusätzlich ist zu erwähnen, dass kleine und mittelständische Unternehmen häufiger als große Unternehmen unprofitabel wirtschaften, weshalb sie einen größeren Refinanzierungsbedarf haben. Die weltweite Erhöhung der Leitzinsen, wie sie Anfang 2023 fortgesetzt wurde und die daraus folgenden erschwerten Möglichkeiten der Refinanzierung, setzt also den kleinen und mittelständischen Unternehmen besonders zu. Dieser Faktor trug zu der unterdurchschnittlichen Wertentwicklung dieser Aktien im ersten Quartal des neuen Jahres bei.

 

Zusammenfassung

Nach einem turbulenten Jahr 2022 erholten sich globale Aktienmärkte im ersten Quartal dank der Beruhigung der Rezessionsängste in entwickelten Ländern und Märkten. Indizes, die den amerikanischen, japanischen oder europäischen Markt abbilden, gehörten zu den größten Gewinnern. Obwohl der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank im März Turbulenzen im Finanzsektor der Eurozone und Nordamerikas verursachte, erholten sich die Aktienkurse bis zum Ende des Monats und Quartals wieder. Trotz weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank und die Bank of England blicken Anleger zunehmend optimistisch in die Zukunft, da sie davon ausgehen, dass der Zinserhöhungszyklus bald enden wird. Im ersten Quartal gehörten Aktien mit hohen Kurs-Buchwert-Verhältnissen wie Technologiewerte zu den größten Gewinnern, während Unternehmen aus dem Energiesektor und dem Gesundheitswesen zurückblieben.

Aufgrund fallender Renditen von Staatsanleihen stiegen auch die Anleihenmärkte an Wert. Die Renditedifferenz (Spread) zwischen von Ratingagenturen als sicher und riskant eingestuften Anleihen nahm zu. Während Investment-Grade-Anleihen positive Renditen erzielten, verzeichneten Hochzinsanleihen eine negative Wertentwicklung.

Mit einer breiten Diversifikation in den globalen Aktien- und Anleihenmärkten ist es weiterhin möglich, Schwankungsrisiken von Investitionen in Einzeltitel oder einzelne Länder wirksam zu reduzieren. Das zeigt beispielsweise der Vergleich zwischen dem DAX und dem ETF Robo mit Aktienanteil 100 %.

Seit Start unseres Angebots im Jahr 2018 liegt der Renditevorteil des ETF Robo 100 bei 16,5 %.

Bitte beachten Sie, dass frühere Wertentwicklungen keinen Hinweis auf künftige Wertentwicklungen darstellen. Die dargestellten Sektoren, Wertpapiere, Regionen und Länder dienen lediglich Informationszwecken und sind nicht als Kauf- oder Verkaufsempfehlung zu verstehen. Anlagen am Kapitalmarkt sind mit Risiken behaftet.

Sinkende Inflation sorgt für Beruhigung der Aktienmärkte

Sehr geehrte Kunden,

das unruhige Jahr 2022 ging mit ersten Anzeichen einer Erholung im vierten Quartal zu Ende. Die Inflation blieb unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten, was die Hoffnung auf mäßige Zinserhöhungen der Zentralbanken weckte. Die Unsicherheit an den Kapitalmärkten der vorangegangenen Quartale wurde im vierten Quartal durch eine sich abzeichnende Normalisierung reduziert. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA und in Europa ist zuletzt gesunken. 

Die US-Kapitalmärkte legten im vierten Quartal zu. Besonders starke Zuwächse verzeichneten Energieaktien, getrieben durch hohe Energiepreise im vorangegangenen Quartal. In Europa entspannte sich im vierten Quartal der Energiemarkt angesichts des überraschend milden Winters, der sinkende Gaspreise und einen schwächeren Kostendruck nach sich zog. China konnte sich nach Lockerungen der Covid-Vorschriften weiter erholen, die das Wirtschaftswachstum seit 2020 gehemmt hatten.

Die jährliche Inflationsrate in der Eurozone fiel im Dezember auf 9,2 % gegenüber 10,6 % im Oktober und die EZB erhöhte die Zinsen um 50 Basispunkte, während die letzten Zinsschritte noch 75 Basispunkte betrugen.

Die Erwartungen für 2022 haben sich zuletzt aufgehellt. Wir gehen davon aus, dass die Kerninflation in der Eurozone weiter sinkt. Für 2023 erwarten wir aber weiterhin eine Inflation über dem Ziel der EZB. Eine Normalisierung der Inflation in Richtung 2,5 % ist vor dem nächsten Jahr nicht abzusehen. Christine Lagarde, Präsidentin der EZB warnte daher auch, die Zentralbanken seien noch nicht am Ende der Zinserhöhungen angekommen. Wir gehen davon aus, dass die EZB nach der Erhöhung um 0,25 % im Februar den Leitzins im Mai ein letztes Mal um 25 Basispunkte auf 3,25 % anhebt, da sich die Aussichten für die Gesamtinflation deutlich verbessert haben und die Risiken für starke Zweitrundeneffekte gesunken sind.

Zusammenfassend haben sich die makroökonomischen Daten zuletzt verbessert und insbesondere Europa wird deutlich positiver eingeschätzt als noch vor wenigen Monaten. Ihr ETF Robo ist bestens aufgestellt, um von einer Erholung der Aktien- und Anleihenmärkte zu profitieren. 

 

Herzliche Grüße
Kim Felix Fomm

Chief Investment Officer, Raisin

 

Entwicklung des ETF Robo

Nach drei Quartalen negativer Renditen an den weltweiten Aktienmärkten konnten im letzten Quartal des Jahres 2022 wieder erste Zuwächse verzeichnet werden. Das führte auch dazu, dass sich alle ETF Robo-Portfolios positiv entwickelten.

Der ETF Robo 30 erzielte im vierten Quartal eine Rendite von 0,6 %. Mit dem ETF Robo 50 erzielten Anlegerinnen und Anleger eine Rendite von 0,9 %. Der ETF Robo 70 kam auf eine Rendite von 1,3 % und für Anlegerinnen und Anleger mit dem ETF Robo 100 standen 1,7 % zu Buche.

 

 

Die Wertentwicklung liegt seit Auflage im März 2018 für den ETF Robo 30 bei 3,7 %. Der ETF Robo 50 steht derzeit bei einer  Gesamtrendite von 13,8 %. Der Wert des ETF Robo 70 hat sich seit März 2018 um 24,5 % gesteigert, während die Rendite des ETF Robo 100 41,3 % beträgt.

 

 

Im Vergleich mit aktiven Mischfonds gab es lediglich geringfügige Abweichungen. Der Renditevergleich mit Mischfonds mit einer Aktienquote von 25 % („cautious“) war mit −0,35 % leicht negativ, bei der Vergleichsgruppe „moderate“ lag der ETF Robo 50 bei −0,60 %. Bei aktiven Mischfonds mit einem noch höheren Aktienanteil, wie dem ETF Robo 70, betrug der Unterschied −0,77 %.

 

Mehr zum ETF Robo

 

Überblick über die Entwicklung der Märkte

Nordamerika

Der FTSE North America Index legte im vierten Quartal kräftig zu, wobei ein Großteil der Zuwächse im November erzielt wurde. Hinweise auf eine mögliche Abkühlung der Inflation wirkten den Sorgen der Anleger über die geldpolitische Straffung und die anhaltende Vorsicht der Federal Reserve (Fed) entgegen. Auch die Unternehmensgewinne waren in einigen Sektoren besonders gut.

Das annualisierte Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das dritte Quartal in den USA wurde im Dezember mit 3,2 % bestätigt und lag damit über der zweiten Schätzung von 2,9 %. Die Arbeitslosigkeit liegt weiterhin bei 3,7 %. Im November wurden 263.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, die niedrigste Zahl seit April 2021. Der jüngste Verbraucherpreisindex (VPI) für November zeigt, dass sich die Inflation gegenüber Oktober auf 0,1 % (im Monatsvergleich) verlangsamt hat. Die Inflation bleibt jedoch mit 7,1 % im Jahresvergleich hoch. Die letzte Zinserhöhung der Fed in diesem Jahr fiel mit 50 Basispunkten nach vier aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen um 75 Basispunkte moderat aus.

Die meisten Sektoren legten im Laufe des Quartals zu, einige davon sogar deutlich. Energieaktien verzeichneten besonders starke Zuwächse, wobei die Schwergewichte des Sektors, Exxon und Chevron, im Quartal Rekordgewinne verbuchten. Eine Ausnahme bildeten die zyklischen Konsumgüter, wobei der Rückgang von Tesla einen übermäßigen Einfluss hatte.

Europa

Aktien im FTSE Developed Europe verzeichneten im vierten Quartal einen starken Anstieg und übertrafen damit andere Regionen. Die Zuwächse kamen aus einer Vielzahl von Sektoren, insbesondere aus konjunktursensiblen Bereichen wie Energie, Finanzen, Industrie und zyklische Konsumgüter. Defensivere Marktsegmente wie z. B. Basiskonsumgüter blieben hinter dem Anstieg des Gesamtmarktes zurück.

Die Aktiengewinne wurden durch die Hoffnung gestützt, dass die Inflation sowohl in Europa als auch in den USA ihren Höhepunkt erreicht haben könnte. Die jährliche Inflationsrate (gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex) fiel im November auf 10,1 % gegenüber 10,6 % im Oktober. Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte die Zinssätze im Dezember um 50 Basispunkte (bp) und damit langsamer als bei ihren früheren Anhebungen um 75 bp. EZB-Präsidentin Christine Lagarde warnte jedoch, dass die Zentralbank mit den Zinserhöhungen „noch nicht fertig“ sei. Die EZB bestätigte auch Pläne, fällig werdende Anleihen in den noch laufenden Anleihenkaufprogrammen nicht mehr zu ersetzen.

Die Daten zeigten, dass die Wirtschaft der Eurozone im dritten Quartal um 0,3 % im Vergleich zum Vorquartal wuchs und sich damit im Vergleich zu einer Wachstumsrate von 0,8 % im zweiten Quartal verlangsamte. Viele Indikatoren deuteten weiterhin auf eine Rezession hin, wenngleich sich der Rückgang abschwächt. Der Einkaufsmanagerindex (Composite Purchasing Managers’ Index) für Dezember lag bei 48,8 und damit über dem Wert von 47,8 im November. (Die PMI-Indizes beruhen auf Umfragedaten von Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor. Ein Wert unter 50 zeigt eine Schrumpfung an, während ein Wert über 50 eine Expansion signalisiert.) Sinkende Gaspreise trugen in Anbetracht des ungewöhnlich milden Wetters über weite Strecken des Berichtszeitraums dazu bei, den Kostendruck etwas abzumildern.

China und die Wachstumsmärkte

Aktien aus den Wachstumsmärkten (FTSE Emerging Markets) verzeichneten im vierten Quartal hohe Renditen, unterstützt durch einen schwächeren US-Dollar. Der größte Teil der Renditen des MSCI Emerging Markets (EM) Index wurde im November durch die Zuversicht erzielt, dass eine Rezession angesichts der Verlangsamung der geldpolitischen Straffung durch die Federal Reserve (Fed) nur von kurzer Dauer sein würde und die Märkte beginnen würden, die Erholung zu diskontieren. Der Optimismus schwand jedoch im Dezember etwas, als die Fed ihre Verpflichtung zur Inflationsbekämpfung bekräftigte. Eine frühere und umfassendere Lockerung der dynamischen Zero-Covid-Politik durch die chinesischen Behörden als erwartet trug im weiteren Verlauf des Quartals ebenfalls zur Verbesserung der Marktstimmung bei. Der MSCI EM Index entwickelte sich parallel zum MSCI World.

Die Märkte des Nahen Ostens entwickelten sich schlechter als der EM-Index, da sie von den schwächeren Energiepreisen betroffen waren. Katar und Saudi-Arabien waren die größten Nachzügler. Die Renditen in Indonesien waren ebenfalls negativ. Zu den weiteren Underperformern gehörten Indien, wo die veröffentlichten makroökonomischen Daten uneinheitlich waren, Brasilien, wo die politische Unsicherheit die Aussichten nach der Wahl von Präsident Lula im Oktober trübte, und Taiwan.

China schnitt besser ab. Die Anleger begrüßten die Lockerung der Covid-Vorschriften, die dazu beitrug, den Optimismus hinsichtlich einer eher früheren Wiederbelebung der Wirtschaft zu steigern. Auch staatliche Unterstützungen für den Immobiliensektor trugen positiv zur Marktstimmung bei. Die lateinamerikanischen Märkte Peru und Kolumbien schnitten besser ab als der breitere Index. Südkorea und Südafrika verzeichneten starke Renditen, wobei letzteres durch die Wiederwahl von Präsident Ramaphosa zum Präsidenten des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) begünstigt wurde, obwohl Anschuldigungen wegen groben Fehlverhaltens und möglicher Verstöße gegen die Verfassung die Renditen im Dezember belasteten.

Polen und Ungarn erholten sich weiter, nachdem sie monatelang infolge des Krieges in der benachbarten Ukraine unterdurchschnittlich abgeschnitten hatten, während Griechenland und Ägypten ebenfalls zulegten. Die Türkei war der stärkste Indexmarkt, da die Zentralbank die Geldpolitik weiter lockerte. Die Behörden senkten den Leitzins im November auf 9 %, kündigten aber angesichts steigender Inflationsrisiken ein Ende des derzeitigen Lockerungszyklus an.

Asien-Pazifik-Region

Aktien im FTSE Developed Asia Pacific ex Japan erzielten im vierten Quartal kräftige Zuwächse, sodass fast alle im Index enthaltenen Märkte den Berichtszeitraum im positiven Bereich beendeten. China, Hongkong und Taiwan verzeichneten im Laufe des Quartals allesamt ein starkes Wachstum, wobei die Aktienkurse im November besonders stark zulegten, nachdem US-Präsident Joe Biden und der chinesische Staatschef Xi Jinping bei einem Treffen im Vorfeld des G20-Gipfels in Indonesien den Wunsch nach einer Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und China signalisiert hatten.

Die Erholung der Aktienkurse in Hongkong und China setzte sich im Dezember fort, nachdem Peking seine Pandemiebeschränkungen gelockert hatte, die das chinesische Wirtschaftswachstum seit Anfang 2020 einschränken. In Taiwan setzte sich die Kursrallye im Dezember jedoch nicht fort, da die anhaltenden geopolitischen Spannungen, höhere US-Zinsen und eine geringere Nachfrage nach elektronischen Gütern (einem der wichtigsten Exportgüter Taiwans) die Stimmung der Anleger trübten. Südkoreanische Aktien beendeten das Quartal im Plus, nachdem die Zentralbank des Landes die Zinssätze erhöht hatte. Im Dezember gingen die Aktienkurse jedoch aufgrund schwächerer Exportdaten und einer mäßigen Nachfrage aus China zurück.

Auch Thailand, die Philippinen und Singapur beendeten das Quartal deutlich im Plus. Die Ankündigung der US-Notenbank im Laufe des Quartals, sie würde voraussichtlich bald zu kleineren Zinserhöhungen übergehen, gab vielen asiatischen Aktienmärkten im Quartal ebenfalls Auftrieb.

Japan

Nachdem die Kurse der Aktien im FTSE Japan Index im Oktober und November überwiegend gestiegen waren, gingen sie im Dezember zurück. Dennoch blieb die Gesamtrendite für das vierte Quartal mit 3,3 % auf Yen-Basis positiv. Nachdem der Yen den größten Teil des Jahres 2022 gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren hatte, kehrte er ab November auf das Niveau zurück, das zuletzt im Juli und August erreicht worden war.

Im November gaben die meisten japanischen Unternehmen ihre Quartalsergebnisse für den Zeitraum Juli bis September bekannt. Diese Ergebnisse waren überwiegend stark, insbesondere bei größeren Unternehmen, die von der Yen-Schwäche profitierten. Die Zuversicht der Unternehmensleitungen zeigt sich in der Rekordzahl von Aktienrückkäufen, die in diesem Geschäftsjahr bisher angekündigt wurden.

Ein anderes wichtiges Ereignis für die Anleger im vierten Quartal war die Entscheidung der Bank ofJapan, die Bandbreite zu erweitern, innerhalb derer sie die Renditen zehnjähriger Anleihen hält. Obwohl eine solche Änderung von den Anlegern immer als logischer erster Schritt in Richtung einer Normalisierung der Politik angesehen wurde, war der Zeitpunkt der Entscheidung eine Überraschung. Obwohl dieser Schritt de facto keine Zinserhöhung darstellt, reichte er aus, um den Yen im Dezember stark ansteigen zu lassen. Der Schritt der Zentralbank, der früher als erwartet kam, könnte auch die Überzeugung widerspiegeln, dass sich die Inflationsrate in Japan nach Jahrzehnten der Deflation endlich in einen nachhaltig positiven Bereich bewegt.

Die Regierung war in der Lage, im vierten Quartal ein zusätzliches umfangreiches Steuerpaket zu schnüren, mit dem sie die aufkeimende Binnenkonjunktur im Jahr 2023 stützen will. Eine weitere positive Entwicklung war die Aufhebung der internationalen Reisebeschränkungen ab dem 11. Oktober, einschließlich der Wiederaufnahme des Programms zur Befreiung von der Visumspflicht für viele Länder. Auch das lange Zeit ausgesetzte Programm zur Förderung von Inlandsreisen wurde wieder aufgenommen.

Globale Anleihen

Die Entwicklung der globalen Anleihen im FTSE Global Bond Index war durchwachsen. Die Renditen von Staatsanleihen stiegen gegen Ende des vierten Quartals leicht an und spiegelten eine gewisse Enttäuschung der Märkte über die strenge Vorgehensweise einiger Zentralbanken wider, obwohl sich die Anzeichen für eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums häuften. Die Federal Reserve (Fed) hob die Zinsen im Laufe des Quartals zweimal an und beließ sie bei 4,5 %. Auch die Bank of England kündigte zwei Zinserhöhungen an, so dass der britische Zinssatz am Ende des vierten Quartals bei 3,5 % lag, während die Bank of Japan eine Änderung ihrer Politik zur Steuerung der Renditekurve ankündigte.

Die Spreads – also die Renditeunterschiede zwischen Anleihen gleicher Laufzeit aber unterschiedlicher Kreditqualität – verengten sich im Laufe des Quartals aufgrund der verbesserten Risikoeinschätzung. Obwohl die starke Performance bis zum Jahresende leicht gedämpft wurde, erzielten US-amerikanische und europäische Investment-Grade- und High-Yield-Unternehmensanleihen positive Renditen und übertrafen im Quartalsverlauf Staatsanleihen. Investment-Grade-Anleihen sind die hochwertigsten Anleihen, die von einer Rating-Agentur bewertet werden; High-Yield-Anleihen oder hochverzinsliche Anleihen sind spekulativer und haben ein Kreditrating unterhalb dessen von Investment-Grade-Anleihen.

Die Eurozone hatte das schwierigste Inflationsjahr ihrer Geschichte zu bewältigen, obwohl es gegen Ende des vierten Quartals Anzeichen dafür gab, dass sich die Lage etwas entspannen könnte, da die jüngsten Indikatoren der Region eine Verlangsamung der Gesamtinflation anzeigten, die durch den nachlassenden Druck auf die Energiepreise unterstützt wurde. Trotzdem verschärfte die Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin die geldpolitischen Bedingungen, hielt an ihrer restriktiven Haltung fest und deutete künftige Zinserhöhungen an.

Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg von 3,83 % auf 3,88 %, die zweijährige von 4,28 % auf 4,42 %. Die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland stieg von 2,11 % auf 2,57 %. Die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen des Vereinigten Königreichs sank von 4,15 % auf 3,67 % und die zweijährige von 3,92 % auf 3,56 %, nachdem der neue Premierminister des Landes die meisten „Mini-Budget“-Vorschläge seines Vorgängers, die von den Märkten sehr schlecht aufgenommen worden waren, zurückgenommen hatte.

Die Erholung des US-Dollars verlangsamte sich im vierten Quartal weiter. Im gesamten Quartal verlor der Dollar-Index knapp 8 %, schloss jedoch 2022 mit 7,9 % höher als vor einem Jahr. Unter den G10-Währungen legten der Neuseeland-Dollar und die norwegische Krone im vierten Quartal am stärksten gegenüber dem US-Dollar zu. Auch der japanische Yen erholte sich im Laufe des Quartals deutlich.

Die Benchmark für Wandelanleihen, der Refinitiv Global Focus, verzeichnete im vierten Quartal einen Zuwachs von 4,0 %. Das Universum der Wandelanleihen ist nach wie vor wachstumsorientiert. Gegenüber technologielastigen Benchmarks wie dem Nasdaq haben sich Wandelanleihen gut behauptet. Gegenüber dem breiten Aktienmarkt konnten Wandelanleihen hingegen eher nicht überzeugen. Der Primärmarkt für Wandelanleihen war weiterhin schwach, und das gesamte Neuemissionsvolumen für 2022 bedeutete einen Jahrestiefstand.

Zusammenfassung

Viele Aktienmärkte beendeten ein turbulentes Jahr mit Kursgewinnen im vierten Quartal. Asiatische Aktien erhielten Auftrieb durch die Lockerung der chinesischen Nullzins-Politik, während europäische Aktien ebenfalls stark zulegten. Die Renditen von Staatsanleihen stiegen gegen Ende des vierten Quartals leicht an (d. h. die Kurse fielen). Darin spiegelte sich eine gewisse Enttäuschung der Märkte darüber wider, dass die großen Zentralbanken ihre Pläne zur Straffung der Geldpolitik bekräftigen, obwohl es Anzeichen für einen Höhepunkt der Inflation gab.

Mit einer breiten Diversifikation in den globalen Aktien- und Anleihenmärkten ist es weiterhin möglich, Schwankungsrisiken von Investitionen in Einzeltitel oder einzelne Länder wirksam zu reduzieren. Das zeigt beispielsweise der Vergleich zwischen dem DAX und dem ETF Robo mit Aktienanteil 100 %.

Seit Start unseres Angebots im Jahr 2018 liegt der Renditevorteil des ETF Robo 100 bei 17,1 %.

 

 

Bitte beachten Sie, dass frühere Wertentwicklungen keinen Hinweis auf künftige Wertentwicklungen darstellen. Die dargestellten Sektoren, Wertpapiere, Regionen und Länder dienen lediglich Informationszwecken und sind nicht als Kauf- oder Verkaufsempfehlung zu verstehen. Anlagen am Kapitalmarkt sind mit Risiken behaftet.

Aktien- und Anleihenmärkte gaben in Q3 aufgrund der Leitzinserhöhungen nach

Sehr geehrte Kunden,

2022 war bisher ein turbulentes Jahr für Anlegerinnen und Anleger. Die Unsicherheit an den Kapitalmärkten hält angesichts niedrigen Wirtschaftswachstums und erhöhter Inflation an. Weitere Zinssteigerungen der Zentralbanken zur Bekämpfung der Inflation könnten vor allem in Europa nächstes Jahr zu einer milden Rezession führen.

Kim Felix Fomm, Chief Investment Officer, RaisinWährend sich die US-amerikanischen Kapitalmärkte im dritten Quartal von negativen Entwicklungen in den ersten beiden Quartalen erholten, blieb die Tendenz an den europäischen Märkten negativ. Ursächlich dafür sind vor allem die durch den Krieg ausgelöste Energieknappheit und die damit verbundene Inflation der Energie- und Lebensmittelpreise. Während die Vereinigten Staaten auf Energiemärkten weitgehend autark agieren, belastet die Abhängigkeit von russischem Gas Europa deutlich. So stieg die Inflation in der Eurozone erstmals in der Geschichte des Euros auf über 10 %. In Deutschland erreichte die Verbraucherpreisinflation im September 2022 zum ersten Mal seit den 1950er Jahren wieder zweistellige Werte. Als Reaktion auf steigende Inflationsraten erhöhte die EZB im Juli erstmals seit 2011 den Leitzins. Dies führte nicht nur zu Bewertungsabschlägen auf Aktienmärkten, sondern auch zu fallenden Anleihenkursen, die ebenfalls negativ auf Zinserhöhungen reagieren.

Die gute Nachricht: die US-Märkte machen mit 38,8 % in den ETF Robo-Portfolios von Raisin einen deutlich größeren Teil der Aktienquote aus, als die Europäischen (18,6 %). So konnten Sie mit Ihrem ETF Robo-Portfolio überdurchschnittlich an der Erholung der US-Märkte partizipieren.

Herzliche Grüße
Kim Felix Fomm

Chief Investment Officer, Raisin

Entwicklung des ETF Robo

Erhebliche Kursverluste an den Märkten sorgten dafür, dass alle ETF Robo-Portfolios im dritten Quartal eine negative Wertentwicklung verzeichneten. Der ETF Robo 30 erzielte im dritten Quartal eine Rendite von −3,8 %. Mit dem ETF Robo 50 verloren Anlegerinnen und Anleger 3,1 %. Der ETF Robo 70 kam auf eine Rendite von −2,5 % und für Anlegerinnen und Anleger mit dem ETF Robo 100 standen −1,5 % zu Buche.

Wertenwicklung_Q3

Die Wertentwicklung liegt seit Auflage im März 2018 für den ETF Robo 30 bei 3,1 %. Der ETF Robo 50 steht derzeit bei einer  Gesamtrendite von 12,8 %. Der Wert des  ETF Robo 70 hat sich seit März 2018 um 22,9 % gesteigert, während die Rendite des ETF Robo 100 38,9 % beträgt. Der Deutsche Aktienindex DAX hat im Vergleichszeitraum eine Rendite von 1,9 % erzielt und liegt somit in seiner Wertentwicklung deutlich hinter allen Robo-Portfolios.

 

Wertenwicklung seit Auflage

Im Vergleich mit aktiven Mischfonds gab es lediglich geringfügige Abweichungen. Der Renditevergleich mit Mischfonds mit einer Aktienquote von 25 % („cautious“) war mit −1,3 % leicht negativ, bei der Vergleichsgruppe „moderate“ lag der ETF Robo 50 bei −0,4 %. Bei aktiven Mischfonds mit einem noch höheren Aktienanteil, wie dem ETF Robo 70, betrug der Renditevorteil 0,0 %.

 

Performancevergleich

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Überblick über die Entwicklung der Märkte

Nordamerika

Der FTSE North America Index verbuchte einen leichten Anstieg von 1,3 %. In einigen Branchen wurden dennoch erhebliche Rückgänge verzeichnet – darunter der Kommunikationssektor sowie Telekommunikations- und Medienwerte. Zyklische Konsumgüter und der Energiesektor erwiesen sich dagegen als widerstandsfähiger.

Noch im Juli stieg die Hoffnung über Zinssenkungen ab 2023. Im August wurde diese Möglichkeit durch die Federal Reserve (Fed) jedoch enttäuscht. Die US-Notenbank hatte ihre Bemühungen zur Inflationsbekämpfung weiterhin verstärkt, was zu einem erneuten Rückgang an den Aktienmärkten führte. Im September erhöhte die Fed den Leitzins zum dritten Mal in Folge um 0,75 %, womit der Leitzins auf insgesamt 3,25 % stieg.

Aufgrund von zwei aufeinanderfolgenden Quartalen mit rückläufiger Wirtschaftsleistung befand sich die US-Wirtschaft nach dem zweiten Quartal technisch gesehen in einer Rezession: Im ersten Quartal verlor das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 1,6 %, während es im zweiten Quartal um weitere 0,9 % zurückging. Mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen für das dritte Quartal wurde dieser Trend nun umgekehrt. Aufgrund eines starken Aussenhandels legte das BIP in den USA im dritten Quartal um 2,6 % zu. Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen waren weiterhin sehr volatil. Der Russell 2000 Index, der die kleinsten nach Marktkapitalisierung gewichteten US-Unternehmen enthält, fiel nach einem kurzen Aufschwung im August erneut unter die 1700er-Marke. Von Ende Juni bis Ende September verlor der Russell 2000 rund 2,5 %, nachdem er in Q2 18,4 % eingebüßt hatte. Global zeigt sich dieser Bärenmarkt insbesondere in der Entwicklung des FTSE Global Small Cap Index, welcher seit Jahresbeginn um mehr als 30 % gesunken ist.

Europa

Aktien im FTSE Developed Europe ließen mit −4,4 % deutlich nach. Die anhaltende Energiekrise sowie die Befürchtungen vor einer Rezession aufgrund der steigenden Inflation sorgten für einen starken Rückgang an den europäischen Märkten. Bereits im Juni 2022 befand sich die Inflationsrate bei 8,6 %. Im August wurde dieser Höchststand erneut überschritten. Die Inflation erreichte im Euroraum einen Wert von 10,1 % – die höchste Inflationsrate seit Bestehen der EU. Als Reaktion auf sich steigernde Höchstwerte passte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen mehrfach an. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt aktuell bei 1,25 % und die Einlagefazilität bei 0,75 %. Auf Aktien- und Anleihenmärkten führte das zu erheblichen Einbußen. Im Laufe des Quartals verzeichneten sämtliche Sektoren eine negative Rendite. Besonders betroffen waren Kommunikationsdienste, Immobilien und das Gesundheitswesen.

Auch britische Aktien zeigten sich weniger widerstandsfähig. Dies lag unter anderem am  Steuerpaket der Regierung von Liz Truss, das von den Märkten negativ aufgenommen wurde und wodurch das britische Pfund gegenüber dem US-Dollar auf ein Allzeittief fiel. Zudem belasteten Befürchtungen über die Folgen der steigenden Energiepreise zyklische Branchen wie die Industrie und den Handel. Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen waren von den Veränderungen besonders betroffen. So fiel beispielsweise der FTSE UK Small Cap Index von April bis Ende Juni um 8,5 %. Von Juli bis September sank der FTSE UK Small Cap um weitere 6,9 %. Ein Anstieg konnte lediglich bei großen multinationalen Unternehmen im Bereich Basiskonsumgüter und Energie verzeichnet werden. Da solche Unternehmen einen Großteil ihrer Einnahmen im Ausland generieren, wirkte sich der starke Dollar positiv auf die Stimmung in diesen Märkten aus.

China und die Wachstumsmärkte

Aktien aus den Wachstumsmärkten (FTSE Emerging Markets) entwickelten sich mit −4,3 % im dritten Quartal weniger negativ, verglichen mit dem vorherigen Quartal (–4,5 %). Dabei sorgten unter anderem Befürchtungen einer weltweiten Abschwächung der Konjunktur sowie die anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen China und Taiwan für einen Rückgang an den chinesischen Märkten. Auch die weiterhin anhaltende Corona-Pandemie und die damit verbundene Null-Covid-Politik des Landes trübte die Stimmung und schürte die Angst vor erneuten Lockdowns.

Der taiwanesische Aktienmarkt verzeichnete im dritten Quartal ebenfalls hohe Verluste. Die zunehmenden Spannungen zwischen China und Taiwan sorgten u.a. für Restriktionen seitens der USA für den Export von Chips nach China. Dementsprechend waren insbesondere Halbleiterwerte von erheblichen Einbußen betroffen.

Im Gegensatz dazu entwickelte sich der indische Aktienindex Nifty positiv. Von Juni bis Ende September gewann der Nifty 50 rund 8,5 %. Dabei wurde der Markt vorwiegend von starken Zuflüssen bei den Finanzwerten durch ausländische Investoren angetrieben. Zudem spielten anhaltende Käufe von Privatanlegern und schwache Ölpreise eine erhebliche Rolle.

Im internationalen Vergleich gilt auch der brasilianische Markt als relativ robust. Sowohl die brasilianische Währung Real als auch der Aktienmarkt legten insgesamt zu. Das unerwartet gute Wirtschaftswachstum sorgte dafür, dass die brasilianische Notenbank im September von einer weiteren Leitzinserhöhung absah. Der Leitzins liegt somit weiterhin bei 13,75 %.

Asien-Pazifik-Region

Aktien im FTSE Developed Asia Pacific ex Japan sanken im dritten Quartal um 4,8 %. Diese negative Entwicklung ist vor allem auf die Sorge der Anleger vor einer weltweiten Konjunkturabschwächung zurückzuführen. Hinzu kamen der Russland-Ukraine-Krieg und die Spannungen zwischen China und Taiwan, die die Stimmung in der Asien-Pazifik-Region ebenfalls trübten.

Angesichts der Aussichten auf einen sich verschlechternden Welthandel wiesen die Aktienkurse in Südkorea einen erheblichen Rückgang auf. Der wichtigste Aktienindex in Südkorea, der KOSPI (Korea Composite Stock Price Index), sank von Anfang Juli bis Ende September um 5,46 %.

Auch in der Sonderverwaltungszone Hongkong waren die Aktienkurse angesichts der drohenden Zinserhöhungen und einer wirtschaftlichen Rezession rückläufig. Risikoreiche Geldanlagen wie Aktien wurden von einem Großteil der Anleger zugunsten von Staatsanleihen verkauft. Der führende Aktienindex Hang Seng verlor rund 21,1 %.

In Australien war der Markt aufgrund von gestiegenen Einzelhandelsumsätzen dagegen etwas stabiler. Der australische Leitindex S&P/ASX 200 verringerte sich trotz der Leitzinserhöhungen der Reserve Bank of Australia (RBA) im dritten Quartal lediglich um 1,56 %.

Japan

Der FTSE Japan Index verlor im dritten Quartal angesichts der kontinuierlichen Schwächung des Yen gegenüber dem US-Dollar 1,2 %. Nach einer kurzen Aufschwungphase im Juli und August folgte Japan im September den globalen Aktienmärkten und beendete das Quartal im Minus. Entgegen dem internationalen Trend hielt die Bank von Japan zunächst weiterhin an ihrer expansiven Geldpolitik fest. Erst nach einer rapiden Abschwächung auf 146 Yen auf den US-Dollar griff die Zentralbank Ende September ein. Erstmals seit 1998 stützte sie den Yen direkt am Devisenmarkt.

Globale Anleihen
Die Kurse globaler Anleihen im FTSE Global Bond Index fielen im Quartal um 4,6 % und setzten so die erhöhte Marktvolatilität aus Q2 fort. Dabei wurde die Stimmung an den Märkten durch die Zinserhöhungen erheblich beeinflusst.

Im September 2022 hob die Federal Reserve (Fed) ihren Leitzins bereits zum fünften Mal an. Mit einer Erhöhung um weitere 0,75 % erreichte der Leitzins einen Wert zwischen 3,0 % und 3,25 %. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg im dritten Quartal von 2,97 % auf 3,83 % und die 2-jähriger US-Staatsanleihen von 2,93 % auf 4,23 %. Weitere Zinserhöhungen werden bereits erwartet.

In der Eurozone tat die EZB es den USA gleich und erhöhte ihren Leitzins im September um 0,75 %, nachdem eine erste Erhöhung bereits im Juli mit 0,50 % umgesetzt wurde. Infolgedessen stiegen die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen in Deutschland an. Von Juli bis September erhöhten Sie sich von 1,37 % auf 2,12 %. Auch im Vereinigten Königreich wurden von der Bank of England weitere Zinserhöhungen durchgeführt. Die Zinsen für 10-jährige Staatsanleihen stiegen im dritten Quartal im Vereinigten Königreich von 2,24 % auf 4,15 % und die 2-jähriger Staatsanleihen von 1,88 % auf 3,92 %.

Zusammenfassung

Die steigende Inflation und weitere Zinserhöhungen der Notenbanken sorgten im dritten Quartal für eine verstärkte Volatilität an den globalen Aktien- und Anleihenmärkten. Dennoch zeigte sich im Vergleich zu den Vormonaten im dritten Quartal ein geringerer Abschwung bei Aktien und Anleihen. Dabei erwiesen sich besonders Nordamerika, Indien und Brasilien trotz politischer und ökonomischer Herausforderungen als relativ widerstandsfähig. Zudem konnten auch die Wachstumsmärkte den Gesamtverlust in den Aktienmärkten etwas abfedern.

Mit einer breiten Diversifikation in den globalen Aktien- und Anleihenmärkten ist es demnach möglich, Schwankungsrisiken von Investitionen in Einzeltitel oder einzelne Länder zu streuen. Das zeigt auch der Vergleich zwischen dem DAX und dem ETF Robo mit Aktienanteil 100 %. Der DAX musste im dritten Quartal mit −5,2 % deutlich höhere Verluste in Kauf nehmen als der ETF Robo 100 (−1,5 %). Seit Start unseres Angebots im Jahr 2018 liegt der Renditevorteil des ETF Robo 100 bei 38,9 %.

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Zinserhöhungen und Rezessionsrisiken setzten Aktien- und Anleihenmärkte in Q2 unter Druck

Die Finanzmärkte wurden im zweiten Quartal 2022 insbesondere von der steigenden Inflation sowie vom Russland-Ukraine-Krieg stark beeinflusst. Raisin CIO Kim Felix Fomm gibt in einem Kommentare zusätzliche Einblicke in den globalen Immobilienmarkt. Zum Schluss erfahren Sie hier, warum der ETF Robo dennoch vergleichsweise gut performte.

Kommentar: Steht der globale Immobilienmarkt vor einem Wendepunkt?

Liebe Kunden,

der globale Immobilien-Boom gerät ins Stocken. In China haben sich im Zuge der Evergrande-Pleite die Kreditbedingungen für Projektentwickler verschärft. Etliche Bauprojekte werden unvollständig eingestellt. Die Folge sind Tausende verlassene Baustellen, unfertige Betongerippe und verzweifelte Hausbauer. Als Protest halten zahlreiche Menschen in China die Hypotheken-Zahlungen zurück, was den Finanzsektor vor weitere Schwierigkeiten stellt.

In anderen Regionen der Welt wird die Stabilität des Immobilienmarktes ebenfalls auf die Probe gestellt. Nach einer langjährigen Boom-Phase sind die Immobilienpreise in Kanada zuletzt drei Monate in Folge gefallen. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich in Neuseeland beobachten. In Schweden sind Immobilienpreise im Juni um 4 % gefallen, der stärkste Rückgang seit der globalen Finanzkrise vor nun knapp 15 Jahren.

Auch in Märkten, in denen die Preise noch steigen, müssen sich Käufer auf schlechtere Kreditbedingungen einstellen, da die Zinsen steigen. In den USA liegt die monatliche Annuität einer durchschnittlichen Finanzierung heute 75 % höher als vor drei Jahren. Potentielle Hauskäufer  schrecken daher zunehmend vor Finanzierungen zurück, beziehungsweise können sich nur noch kleinere Häuser leisten. In den USA ist der Anteil von Erstkäufern an allen neuen Hypothekendarlehen auf den tiefsten Stand seit 13 Jahren gefallen.

Steht uns also neben der hohen Inflation, der Energiekrise und der steigenden Zahl an Kriegen auf der Welt noch eine Immobilienkrise bevor?

Es gibt einige Faktoren, die dagegensprechen. In den USA werden nur moderate Kursverluste erwartet, weil die Hypothekendarlehen dort meist fest verzinst sind und daher Hausbesitzer nicht unmittelbar unter steigenden Zinsen leiden.

In den meisten entwickelten Märkten gibt es immer noch zu wenig Immobilien. Bei stabiler Nachfrage sollte sich das langfristig positiv auf die Preise auswirken. Allen voran in den USA fehlen Schätzungen zufolge zwischen 3,8 und 5,8 Millionen Eigenheime. In Kanada sind es 3,5 Millionen.

Ein weiterer Faktor sind stabile Arbeitsmärkte mit hohen Beschäftigungsquoten in den Industrieländern. Dies sollte sich positiv auf die Nachfrage nach Immobilien sowie auf die Fähigkeit, Kreditraten zu bedienen, auswirken.

Herzliche Grüße
Kim Felix Fomm

Chief Investment Officer

Entwicklung des ETF Robo im zweiten Quartal 2022

Aufgrund von Kursverlusten an den Märkten haben alle ETF Robo Portfolios im zweiten Quartal eine negative Wertentwicklung verzeichnet. Der ETF Robo 30 erzielte im ersten Quartal eine Rendite von −6,2 %. Mit dem ETF Robo 50 verloren Anlegerinnen und Anleger 7,7 %. Der ETF Robo 70 kam auf eine Rendite von −8,5 % und für Anlegerinnen und Anleger mit dem ETF Robo 100 standen −9,6 % zu Buche. Werden die vergangenen Quartale mit berücksichtigt, zeigt sich, dass die Auswirkungen auf das Gesamtbild dennoch vergleichsweise gering ausfällt.

wertenwicklung etf-robo je quartal

Die Wertentwicklung liegt seit Auflage im März 2018 für den ETF Robo 30 bei 7,1 %. Der ETF Robo 50 erzielt eine Gesamtrendite von 16,4 %. Beim ETF Robo 70 gibt es eine Wertsteigerung von 26,0 % und für den ETF Robo 100 beträgt die Rendite 41,0 %. Der Deutsche Aktienindex DAX erzielt im Vergleichszeitraum eine Rendite von 7,6 %.

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Auch der Vergleich mit aktiven Mischfonds fiel für den ETF Robo in den meisten Fällen weiterhin positiv aus. Der Renditevergleich mit Mischfonds mit einer Aktienquote von 25 % („cautious“) war mit −0,8 %das erste Mal negativ, bei der Vergleichsgruppe „moderate“ lag der ETF Robo 50 jedoch mit 0,4 % weiterhin im grünen Bereich. Bei den aktiven Mischfonds mit einem noch höheren Aktienanteil wie dem ETF Robo 70 betrug der Renditevorteil 1,2 %.

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Mehr zum ETF Robo

Überblick über die Entwicklung der Märkte

Im zweiten Quartal wurden die globalen Märkte fast alle von den gleichen Ursachen beeinflusst. Aufgrund von steigenden Inflationsraten, dem Russland-Ukraine-Krieg und Engpässen bei den Lieferketten wurden erhebliche Rückgänge an den Aktienmärkten verzeichnet.

Nordamerika

Der FTSE North America Index verbuchte einen Rückgang von 11,3 %. Die Inflationsrate erhöhte sich im Juni 2022 auf 9,1 %. Angesichts der höchsten Inflation seit über 40 Jahren reagierte die Federal Reserve (Fed) bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr. Sie hob ihren Leitzins um 0,75 Prozentpunkte an. Damit liegt er nun in der Spanne von 2,25 bis 2,50 %. Weitere Erhöhungen sollen laut Fed noch in diesem Jahr folgen.

Trotz der Lage zeigt sich die US-Wirtschaft äußerst stabil – auch wenn sich das Wachstum etwas verlangsamt hat. Der US-Einkaufsmanagerindex (PMI) verringerte sich im Juni um 2,4 und der Servicebereich um 1,8. Lediglich die Produktion sank mit 5,6 auf ein Zweijahrestief. Diese Rückgänge waren in fast jeder Branche erkennbar. Insbesondere aus den Bereichen Medien und Unterhaltung sowie der Automobilbranche zogen sich viele Investoren zurück. Ausnahmen bildeten dagegen die Versorgungsindustrie wie Energieunternehmen sowie Konsumgüter wie beispielsweise die Lebensmittelbranche.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen zeigten sich ebenfalls sehr volatil. Der Russell 2000 Index, der die kleinsten nach Marktkapitalisierung gewichteten US-Unternehmen listet, wurde in einen klassischen Bärenmarkt manövriert. Er erzielte Mitte Juni sein bisheriges Jahrestief mit −27,4 %. Global wird dieser Trend auch durch den FTSE Global Small Cap Index verdeutlicht. Dieser sank um 11,9 %.

Europa

Aktien im FTSE Developed Europe ließen mit −9,4 % ebenfalls deutlich nach. Die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas sowie der Anstieg der Energiepreise verstärkte die Ängste um eine mögliche Gasverknappung. Zudem wurde das Vertrauen der Investoren durch steigende Lebenshaltungskosten und die wachsenden Befürchtungen vor einer Rezession beeinträchtigt. Im Euroraum lag die Inflationsrate im Juni bei 8,6 %. Als Reaktion auf die steigende Inflation erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins Ende Juli um 0,5 Prozentpunkte. Im Laufe des Quartals konnten wenige Sektoren eine positive Rendite verzeichnen. Hierzu zählte unter anderem der Energie- und der Kommunikationssektor. Die stärksten Rückgänge wurden dagegen bei Technologieaktien und Immobilien notiert.

Auch britische Aktien zeigten sich weniger widerstandsfähig. Angesichts der zunehmenden Rezessionserwartungen entwickelten sich zyklische Branchen wie Industrie- und Großhandelsunternehmen negativ. Bei Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen (SMIDs) fiel beispielsweise der FTSE UK Small Cap Index von Januar bis Ende Juni um 16,4 %. Im Vergleich zum vorherigen Quartal war die Wertentwicklung beim FTSE UK Small Cap mit −10,8 % ebenfalls deutlich schwächer. Ein Anstieg konnte lediglich bei wenigen Unternehmen mit großer Marktkapitalisierung verzeichnet werden – insbesondere Sektoren wie die Telekommunikation oder das Gesundheitswesen erzielten eine überdurchschnittliche Performance. Um im Vereinigten Königreich der Inflation entgegenzuwirken, die mittlerweile auf über 13 % prognostiziert wird, erhöhte die Bank of England (BoE) ihren Leitzins bis Juni 2022 auf 1,25 %.

China und die Wachstumsmärkte

Aktien aus den Wachstumsmärkten (FTSE Emerging Markets) entwickelten sich mit −4,5 % schwächer als im vorherigen Quartal. Ausschließlich chinesische Aktien konnten zum Ende des Quartals eine positive Entwicklung verbuchen. China konnte die Stimmung am Aktienmarkt grundlegend verbessern, indem sie ihre strikten COVID-19 Maßnahmen lockerten und mithilfe sich erholender Fabrikaktivitäten signifikante Industrieergebnisse erzielten. Zusätzlich wurde die Industrie durch staatliche Maßnahmen angetrieben.

Der taiwanesische Aktienmarkt zeigte sich dagegen von seiner schwächeren Seite. Die Befürchtung, dass sich die Nachfrage nach Technologieprodukten schmälern könnte, sorgte für einen Ausstieg vieler Investoren. Die zunehmenden Spannungen zwischen China und Taiwan verstärkten diesen Effekt.

Ähnlich verhielt es sich mit Indiens Aktienindex Nifty. Von April bis Ende Juni verlor der Nifty 50 rund 10,7 %. Die globale Volatilität, die Inflation und die steigenden Energiepreise verringerten das Vertrauen der Investoren.

Im FTSE Emerging Markets Index zählte Brasilien im zweiten Quartal zu den schwächsten Wachstumsmärkten. Die zunehmende Besorgnis über eine globale Rezession und innenpolitische Unsicherheiten trugen zum Rückgang bei Aktien und zu einem drohenden Wertverfall der Landeswährung Real bei.

Asien-Pazifik-Region

Die Märkte der Asien-Pazifik-Region (ohne Japan) sanken um 10,4 %. Im Laufe des Quartals zogen sich viele Aktionäre aus den Märkten zurück. Der Grund lag insbesondere bei den stockenden Lieferketten, die durch den Russland-Ukraine-Krieg weiter verschärft wurden. Betroffen ist in erster Linie die Luft- und Schifffahrt, die vor erheblichen logistischen Problemen steht.

In Australien überraschte die Zen­tralbank Reserve Bank of Australia (RBA) im Juni mit einer Anhebung des Leitzinses um 0,5 Prozentpunkte auf 0,85 %. Begründet wurde die Erhöhung mit den stetig steigenden Energiepreisen, die den Inflationsdruck erhöhten. Der australische Leitindex S&P/ASX 200 verlor unter anderem dadurch an Boden und sank um 11,1 %.

Die Aktienkurse in Südkorea wiesen den stärksten Rückgang auf. Angesichts der Befürchtungen über eine globale Rezession fielen Finanz-, Technologie- und Energieaktien besonders stark. Die Wirtschaft des Landes blieb jedoch unter anderem aufgrund der Halbleiter-, Pharma- und Stahlindustrie relativ stabil.

In der Sonderverwaltungszone Hongkong wurden die Aktienkurse durch die Entwicklungen in China, einen angeschlagenen Immobilienmarkt und den unter Druck stehenden Technologiewerten in den USA beeinflusst. Der führende Aktienindex in Hongkong, Hang Seng, zeigte sich dennoch im zweiten Quartal relativ stabil.

Japan

Der FTSE Japan Index verlor angesichts einer starken Schwächung des Yen gegenüber dem US-Dollar 8,5 %. Entgegen dem internationalen Trend hält die Bank von Japan weiterhin an ihrer expansiven Geldpolitik fest. Eine Folge daraus ist die genannte negative Entwicklung des japanischen Yen, der sich bereits seit Beginn der COVID-19-Pandemie im Abwärtstrend befindet. Anfang Juni 2022 war 1 Yen lediglich noch 0,0072 US-Dollar wert. Zuletzt wurde ein solcher Wert im Jahr 1998 während der Asienkrise gehandelt. Die Abschwächung des Yen hatte jedoch unterschiedliche Auswirkungen auf die Wirtschaft. Während Exporte höhere Gewinne abwarfen, verteuerten sich gleichzeitig die Importe, was zu einem Anstieg der Inflation und so zur Belastung vieler Verbraucher führte.

Globale Anleihen

Die Kurse globaler Anleihen im FTSE Global Bond Index fielen im Quartal um 5,6 %. Insgesamt setzten die Anleihen ihren starken Abverkauf zunächst fort. Dabei schien größtenteils die steigende Inflation einen erheblichen Einfluss auf das Verhalten von Anlegerinnen und Anlegern zu haben. Innerhalb des Quartals erreichten die Inflationsraten der großen Volkswirtschaften die höchsten Stände seit mehreren Jahrzehnten. Eine Folge daraus waren erste Zinserhöhungen der Zentralbanken verschiedener Länder.

In den USA wurde der Leitzins bereits im ersten Halbjahr von der Fed mehrfach angehoben. Im Juni erhöhte die Zentralbank den Zinssatz dann erstmals seit 1994 um 0,75 Prozentpunkte, was einen deutlichen Anstieg der Anleihenzinsen mit sich brachte. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg von 2,35 % auf 2,97 % und die 2-jähriger US-Staatsanleihen von 2,33 % auf 2,93 %. Weitere Zinserhöhungen werden bereits im Laufe dieses Jahres erwartet.

Die Zinsen in der EU zeigten sich zunächst sehr volatil, nachdem die EZB ankündigte, ihre Anleihenkäufe zu beenden und den Leitzins anzuheben. 10-jährige Staatsanleihen erhöhten sich dementsprechend in Deutschland von 0,55 % auf 1,37 % und in Italien sogar von 2,04 % auf 4,27 %. Auch im Vereinigten Königreich wurden von der BoE Zinserhöhungen im laufenden Quartal durchgeführt. Bis Juni hatte die britische Notenbank den Leitzins seit Anfang des Jahres bereits zum fünften Mal in Folge angehoben. Die Zinsen für 10-jährige Staatsanleihen stiegen dadurch im Vereinigten Königreich von 1,61 % auf 2,24 % und die 2-jähriger Staatsanleihen von 1,36 % auf 1,88 % an.

Zusammenfassung

Die stetig steigende Inflation, weitere Zinserhöhungen der Zentralbanken und die Befürchtung vor einer möglichen Rezession sorgten im zweiten Quartal für fallende Kurse an den globalen Finanzmärkten. Lediglich chinesische Aktien erwiesen sich aufgrund der Covid-19-Lockerungen und staatlichen Maßnahmen als äußerst widerstandsfähig.

Insgesamt hatten die Regierungen der Länder wie auch Investoren im zweiten Quartal sowohl mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen. Dennoch kann es sich lohnen in Aktien und Anleihen zu Investieren. Mit einem diversifizierten Portfolio können Schwankungen auf lange Sicht meist abgefangen werden.

Steigender Inflationsdruck und Russland-Ukraine-Krieg sorgen im ersten Quartal für erhöhte Schwankungen

Das erste Quartal 2022 begann mit steigenden Kursen. Doch Zinserhöhungen, steigende Preise und der Krieg in der Ukraine erhöhten die Volatilität an den Aktienmärkten. Erfahren Sie hier, warum sich der ETF Robo dennoch vergleichsweise stabil entwickelte.

CIO Kim Felix Fomm Kommentar

Liebe Kunden,

Die wichtigste risikobehaftete Anlageklasse nach Aktien ist Private Equity, also Investments in spezialisierte Fonds, die nicht-börsengelistete mit der heutigen Ausgabe startend werde ich Ihnen im Quartalsbericht immer ein aus meiner Sicht besonders relevantes Thema aus den Bereichen Geldanlage, Finanzmärkte und Wirtschaft vorstellen. Wie auch für meine Videokolumne Fragen Sie Fomm freue ich mich über Ihre Rückmeldungen, Fragen und natürlich auch Verbesserungsvorschläge.

Soll ich investieren, aufstocken oder aussteigen? Wie beeinflusst die aktuelle Situation diese Entscheidung?

Die Unsicherheit in der Politik und den Märkten beschäftigt viele von Ihnen. Uns erreichen aktuell häufig Fragen mit Blick auf Anlageentscheidungen und deren Timing sowie die Perspektiven für die nächsten Monate. Die sprichwörtliche Glaskugel besitzen wir nicht – und es gibt keine Hinweise darauf, dass sie irgendjemand anderes hat. Da sich kurzfristige und mittelfristige Marktbewegungen nicht verlässlich prognostizieren lassen¹, ist der richtige Zeitpunkt, um zu investieren, für einen langfristig orientierten Anleger immer so früh wie möglich.

Aus demselben Grund verzichtet unsere Anlagestrategie auf eine taktische Steuerung. Die empirische Finanzmarktforschung der letzten Jahrzehnte belegt sehr deutlich, dass Market-Timing (also beispielsweise die taktische Steuerung der Aktienquote eines Portfolios) nicht systematisch funktioniert. Aus diesem Grund halten wir im Investment-Team von Raisin uns streng an Ansätze, die eine solide Datengrundlage haben und verzichten auf aktives Management, welches nur für den Portfoliomanager wirklich lukrativ ist – das gilt sowohl privat als auch für das Geld, das uns unsere Kunden anvertrauen.

Diversifikation: kein alter Hut!

Breite Streuung der Anlagen, vor allem über Anlageklassen (also verschiedene Typen von Anlagen wie Aktien oder Anleihen) hinweg, funktioniert in jeder Marktphase, Anlageklasse und Region und ist daher ein wichtiger Grundpfeiler unserer Anlagephilosophie. Der Krieg in der Ukraine, steigende Energiepreise und eine erhöhte Inflation ließen die Wertentwicklung an den Aktien- und Anleihenmärkten in den negativen Bereich rutschen. Die steigenden Zinsen in den USA und Großbritannien führten vor allem zu einer recht starken Korrektur an den Anleihenmärkten.

Die Diversifikation hielt hier was sie verspricht, aber anders als üblich: risikoscheu in Anleihen anlegende Investoren mussten deutliche Verluste hinnehmen. In diesem Umfeld konnte die Aktienkomponente die Verluste in den Portfolios mindern. Dieser ungewöhnliche Fall (die üblicherweise riskanteren Aktien dämpfen die Verluste der Anleihen) veranschaulicht wie wichtig es ist, in mehrere Anlageklassen zu investieren. Daher enthalten alle unsere Portfolios sowohl Aktien als auch Anleihen – abgesehen von unserer besonders renditeorientierten aber typischerweise stärker schwankenden Risikoklasse 100, die ausschließlich die globalen Aktienmärkte abbildet.

Bessere Streuung mit unternehmerischen Investments

Die wichtigste risikobehaftete Anlageklasse nach Aktien ist Private Equity, also Investments in spezialisierte Fonds, die nicht-börsengelistete Firmen übernehmen und mit einem unternehmerischen Ansatz verwalten. Die in diesen Unternehmen umgesetzten Wertsteigerungsmaßnahmen ermöglichten Private Equity historisch eine jährliche Überrendite von bis zu 5 Prozentpunkten gegenüber Aktien – bei vergleichbarem Risiko.

Gerade im aktuellen Umfeld halten wir Private Equity für besonders attraktiv. Eine Studie² von Moonfare belegt, dass Private-Equity-Fonds insbesondere in Krisenphasen Kapital flexibel einsetzen und sich zu niedrigeren Bewertungen an Zielunternehmen beteiligen können. Im Ergebnis sind in Krisenphasen aufgelegte Fonds im historischen Durchschnitts erfolgreicher gewesen als die in stabilen Phasen aufgelegten. Ich selbst investiere laufend einen signifikanten Anteil meiner Anlagen in Private Equity. Daher freue ich mich, dass auch unsere Anleger in Zukunft in ein diversifiziertes Portfolio erstklassiger Private-Equity-Fonds investieren können.

Für Anleger, die im aktuellen Umfeld nicht mit dem vollen Betrag einsteigen wollen, ergibt sich ein weiterer Vorteil: Private-Equity-Fonds investieren das ihnen anvertraute Kapital über mehrere Jahre hinweg und nicht auf einmal. Somit ergibt sich aus dem Investitionsprofil der Fonds automatisch ein gestaffelter Einstieg. Optimal für eine Investition in unsicheren Zeiten.

Herzliche Grüße
Kim Felix Fomm

Chief Investment Officer

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Performance des ETF Robo im ersten Quartal 2022

Aufgrund von starken Schwankungen an den Märkten haben alle ETF Robo Portfolios im ersten Quartal eine negative Wertentwicklung verzeichnet. Der ETF Robo 30 erzielte im ersten Quartal eine Rendite von −5,2 %. Mit dem ETF Robo 50 erreichten Anlegerinnen und Anleger −4,7 %. Der ETF Robo 70 kam auf eine Rendite von −4,2 % und für Anlegerinnen und Anleger mit dem ETF Robo 100 standen −3,5 % zu Buche. Werden die vergangenen Quartale mit berücksichtigt, zeigt sich, dass dieses Quartal eine geringe Auswirkung auf das Gesamtbild hat.

Performance des ETF Robo im ersten Quartal 2022

Die Wertentwicklung seit Auflage im März 2018 liegt für den ETF Robo 30 bei 15,0 %. Der ETF Robo 50 erzielte eine Gesamtrendite von 26,1 %. Beim ETF Robo 70 gab es eine Wertsteigerung von 37,7 % und für den ETF Robo 100 betrug die Rendite 56,0 %. Der Deutsche Aktienindex DAX erzielte im Vergleichszeitraum eine Rendite von 21,3 %.

Wertenwicklung ETF Robo seit Auflage

Auch der Vergleich mit aktiven Mischfonds fällt für den ETF Robo weiterhin positiv aus. Der Renditevorteil (grün) im Vergleich zu Mischfonds mit einer Aktienquote von 25 % („cautious“) betrug 10,2 %. Bei der Vergleichsgruppe „moderate“ lag der ETF Robo 50 mit 12,3 % vorn und bei den aktiven Mischfonds mit einem ähnlich hohen Aktienanteil wie der ETF Robo 70 betrug der Renditevorteil 11,2 %.

Performance-Vergleich ETF Robo und aktiv gemanagte Mischfonds (Q1 2022

Mehr zum ETF Robo

Überblick über die Entwicklung der Märkte im ETF Robo

Nordamerika

Der FTSE North America Index verbuchte im ersten Quartal mit −2,8 % einen Rückgang. Der Hauptgrund für diese Wertentwicklung war der Russland-Ukraine-Krieg. Dieser hatte eine Reihe strenger Sanktionen seitens der USA und ihrer Verbündeten zur Folge. Hierzu zählte das Verbot für russische Öllieferungen und die Anordnung, dass US-Bürgern und Institutionen Geschäfte mit der russischen Zentralbank untersagt wurden. Zudem kann die russische Notenbank weltweit keine Geschäfte in US-Dollar mehr durchführen.

Darüber hinaus erhöhte der Krieg nicht nur die Preise im Energie- und Lebensmittelsektor, sondern auch die Bedenken hinsichtlich der Inflation. Die jährliche US-Inflationsrate erreichte im Februar einen Wert von 7,9 %. Zudem kündigte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) mehrere Zinserhöhungen an. Die erste Anhebung fand im März mit 0,25 % statt.

Europa

Aktien im FTSE Developed Europe ließen mit −5,6 % deutlich nach. Das begründet sich unter anderem in der engen wirtschaftlichen Verbindung Europas mit der Ukraine und Russland und der Abhängigkeit von russischem Öl und Gas. Rund 30 % der Erdölimporte der Europäischen Union stammen aus Russland. Der Krieg führte daher zu einem sprunghaften Anstieg der Energiepreise und löste Ängste um die Versorgungssicherheit aus.

Im Laufe des Quartals verzeichnete der Energiesektor als einziger positive Renditen. Die stärksten Rückgänge wurden dagegen bei zyklischen Konsumgütern und Technologieaktien notiert. Die Sorge um immense Preissteigerungen sowie Lieferengpässe führten zu Einbußen bei Einzelhandelstiteln. Im Euroraum lag die Inflationsrate im März bei 7,5 %. Als Reaktion auf die steigende Inflation kündigte die Europäische Zentralbank (EZB) an, ihre Anleihekäufe bis Ende September zu beenden.

Im Vergleich zum Euroraum zeigten sich britische Aktien eher widerstandsfähig. Der Markt begann den Inflationsanstieg, der durch den Einmarsch Russlands in die Ukraine entstand, einzupreisen. Ein erheblicher Anstieg wurde in erster Linie bei Aktien von Unternehmen mit großer Marktkapitalisierung aus den Sektoren Öl, Bergbau, Gesundheitswesen und Banken verzeichnet. Die Stärke des Bankensektors spiegelte die steigenden Zinserwartungen wider. Die Bank of England hob die Zinssätze vor den anderen Zentralbanken der Industrieländer an.

China und die Wachstumsmärkte

Aktien aus den Wachstumsmärkten (FTSE Emerging Markets) entwickelten sich mit −3,2 % schwächer als im vorherigen Quartal. Der Grund lag wie auch bei vielen anderen Märkten vorrangig im Russland-Ukraine-Krieg, der andauernden COVID-19-Pandemie und der Inflation.

Seit letztem Jahr befinden sich chinesische Aktien im Abwärtstrend. Die wenigen Aktien, die seit Jahresbeginn einen positiven Gewinn verzeichneten, waren im Energie- und Rohstoffsektor zu finden. Denn der Krieg in Europa sorgte in China für höhere Energie- und Rohstoffpreise, Versorgungsunterbrechungen und einen langsameren Welthandel.

Auch der taiwanesische Aktienmarkt zeigte sich in den letzten Monaten von seiner eher schwächeren Seite. Insbesondere nach dem die Fed größere Zinserhöhungen signalisierte und so Inflationsängste schürte, stürzten Taiwans Aktien ab. Zudem trug der Krieg in Europa dazu bei, dass viele ausländische Investoren ihre chinesischen Aktien abstießen, aus Furcht, dass China ähnlich wie Russland handeln könnte.

Ähnlich verhielt es sich zunächst mit Indiens Aktienindex Nifty. Ausländische Investoren verkauften Aktien im Wert von 4,5 Milliarden Dollar netto, nachdem bereits im Januar 4,8 Milliarden Dollar abgeflossen waren. Von Januar bis Mitte März verlor der Nifty 50 rund 11,27 %. Allerdings trat Anfang März eine Trendwende ein. Der Aktienindex stieg wieder um 11,10 % und stabilisierte sich vorerst bei rund 17.675 Punkten.

Brasilien verzeichnete im ersten Quartal einen der stärksten Wertzuwächse der Wachstumsmärkte. Das Land erholte sich von der schwerwiegenden COVID-19-Pandemie und profitierte von einer deutlichen Entspannung der wirtschaftlichen Lage. Zudem ergriff die Zentralbank von Brasilien schnelle Maßnahmen, um auf die gestiegene Inflation zu reagieren.

Asien-Pazifik-Region

Die Märkte der Asien-Pazifik-Region (ohne Japan) stiegen um 2,1 %. Der Krieg in Europa und die COVID-19-Pandemie hatten in der Region kaum negative Auswirkungen. Stattdessen bargen die Ereignisse für einige Länder Vorteile.

Bereits Ende 2021 wies der australische Aktienmarkt eine positive Tendenz auf, die im ersten Quartal 2022 verstärkt wurde. Denn Australien ist eines der Länder, die infolge seiner Bodenschätze vom Krieg in der Ukraine profitieren. Der Energiesektor erreichte mit 31,7 % die beste Performance am australischen Aktienmarkt. Die Rohstoffbranche, die den größten Teil des Marktes in Australien ausmacht, erzielte 19,9 % an Wertzuwachs.

Die Aktienkurse in Südkorea wiesen dagegen einen starken Rückgang auf. Dennoch blieb die wirtschaftliche Lage recht stabil. Beispielsweise profitierte das Land nach wie vor von der durch die Pandemie begünstigten Nachfrage nach Halbleitern. Darüber hinaus erhofft sich das Land nach der Leitzinserhöhung im Januar um 0,25 % eine Eindämmung der Inflation und der Staatsverschuldung.

In Hongkong waren die Aktienkurse infolge der Angst vor einer neuen COVID-19-Welle, des Russland-Ukraine-Krieges und der unter Druck stehenden Technologieaktien im ersten Quartal stark rückläufig. Der führende Aktienindex in Hongkong, Hang Seng, ließ im ersten Quartal um 8,17 % nach.

Japan

Der FTSE Japan Index verlor −4,3 % aufgrund der Zinsänderungen der US-Notenbank, des Krieges in Europa, der stark gestiegenen Energiepreise und der Abschwächung der japanischen Währung. Zum Jahresbeginn trug das Zinsänderungsvorhaben der US-Notenbank am japanischen Aktienmarkt dazu bei, dass Value-Titel gegenüber Wachstumswerten eine Überperformance aufwiesen. Ein Großteil dieses relativen Zuwachses betraf finanzbezogene Sektoren wie Banken und Versicherungen.

Japan hält an seiner expansiven Geldpolitik fest. Eine Folge daraus ist die negative Entwicklung des japanischen Yen, der sich im ersten Quartal äußerst schwach und im Vergleich zu den meisten anderen großen Währungen sehr schwach entwickelte. Eine schlechtere Wertentwicklung verzeichnete lediglich der russische Rubel mit einem Minus von 11,2 %. Deutlich wurde der geldpolitische Standpunkt Japans, als die Bank of Japan an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen Anleihekäufe zu festen Zinssätzen durchführte. Dieser Schritt betonte die Absicht der Bank, die Anleiherenditen zu stabilisieren.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Der FTSE Global Small Cap Index sank im ersten Quartal um −4,4 %. Globale Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen zeigten sich dabei sehr volatil. Insbesondere zu Beginn des Jahres sank beispielsweise der Russell 2000 Index, der die kleinsten nach Marktkapitalisierung gewichteten US-Unternehmen des Russell 3000 listet. Er erreichte sein bisheriges Jahrestief von 20,7 %. Ende Januar trat dann im Rahmen der Unsicherheiten des Ukraine-Krieges eine leichte Trendwende ein.

Ähnlich verhielt es sich bei den UK Small Caps. Der FTSE UK Small Cap Index fiel von Januar bis Anfang März um 15,76 % und stieg bis Ende März wieder um 10,01 %. Im Vergleich zum vorherigen Quartal fiel die Wertentwicklung Ende März trotz der Kehrtwende jedoch insgesamt schwächer aus.

Globale Anleihen

Die Kurse globaler Anleihen im FTSE Global Bond Index fielen im Quartal um 5,9 %. Insgesamt gaben die Finanzmärkte ein sehr volatiles Bild ab. Mit Beginn des Krieges entstand so eine kurzzeitige Umschichtung in sichere Geldanlagen. Doch auch der vorherrschende Inflationsdruck schien einen erheblichen Einfluss auf das Verhalten von Anlegerinnen und Anlegern zu haben.

Die hohe Inflation brachte eine Zinswende mit sich. In den USA hob die Fed den Leitzins Mitte März um 0,25 % an. Weitere Zinserhöhungen werden bereits im Laufe dieses Jahres erwartet. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg von 1,51 % auf 2,35 % und die 2-jähriger US-Staatsanleihen von 0,73 % auf 2,33 %. Der Markt für diese Anleihen erlebte in Q1 einen der stärksten Abverkäufe seiner Geschichte.

In Europa waren die Bewegungen weniger ausgeprägt. Im Vereinigten Königreich stieg die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen von 0,97 % auf 1,61 % und die 2-jähriger Staatsanleihen von 0,68 % auf 1,36 %. Im Februar hob die Bank of England die Zinssätze bereits zum zweiten Mal an. Dagegen hatte die Europäische Zentralbank bislang noch von einer Zinsanpassung abgesehen. Die EZB schwenkte im Februar allerdings zu einer eher restriktiveren Haltung über. Äußerungen lassen vermuten, dass Zinserhöhungen für 2022 nicht mehr ausgeschlossen sind.

Ausblick

Die andauernde COVID-19-Pandemie, steigende Preise, die Zinserhöhungen einiger Zentralbanken und der Russland-Ukraine-Krieg sorgten im ersten Quartal für eine erhöhte Volatilität an den globalen Finanzmärkten. Dabei verlor vor allem der Technologiesektor deutlich an Boden. Im Gegenzug gingen der Energie- und Finanzsektor im ersten Quartal des Jahres als klare Gewinner hervor.

Insbesondere der Raum Asien-Pazifik erwies sich als äußerst widerstandsfähig. Gerade Australien mit seinen Bodenschätzen profitierte von der starken Entwicklung des Energiesektors. Doch auch andere Regionen wie die USA sowie China und die Wachstumsmärkte blieben relativ stabil. Sie wiesen lediglich einen geringfügigen Rückgang auf.

Insgesamt brachte das neue Jahr bislang einige Herausforderungen mit sich. Welche Folgen das für das gesamte Jahr haben wird, ist nicht verlässlich abzusehen. Entsprechend können erhöhte Schwankungen noch eine Weile fortbestehen. Sparerinnen und Sparer, die auf eine breite Diversifikation setzen, wie zum Beispiel auf ETFs, sind dennoch gut aufgestellt.

¹Malkiel, B. (2007). A random walk down wall street
²Moonfare – „Now is the time to invest in Private Equity – Insights from past recessions

Trotz Inflation: US-Wirtschaft auf Rekordkurs und steigende Aktienmärkte in Q4

Die Finanzmärkte gaben im vierten Quartal 2021 ein kurioses Bild ab: Für viel Aufregung sorgte die Rekordinflation in der Eurozone und in den USA. Dabei ließ die EZB keine Bereitschaft erkennen, die Zinsen zu erhöhen. Demgegenüber zeigten sich sowohl die Large Caps wie die Small Caps auf beiden Seiten des Nordatlantiks in geradezu blendender Verfassung. Beim ETF Robo sorgte das für eine gute Performance.

Nordamerika

Der FTSE North America Index zeigte sich im vierten Quartal mit 12,0 % von seiner starken Seite, denn US-Aktien legten deutlich zu. Daran änderte selbst eine Schwächephase im November nichts, als die Angst vor Omikron die Märkte ebenso belastete wie die Ankündigung der US-Notenbank ihre Wertpapierkäufe deutlich zu reduzieren. Diese Sorgen waren nur vorübergehend und verschwanden dank positiver Wirtschaftsdaten, die Stabilität und solide Unternehmensgewinne erwarten ließen.

Das US-Wirtschaftswachstum hatte sich noch im dritten Quartal durch Corona deutlich verlangsamt. Im vierten Quartal folgte jedoch eine Belebung, die rekordverdächtig war. Beobachter sprachen von der stärksten Wirtschaftsleistung seit 1984. Aufs Jahr gerechnet stieg das BIP um 2,3 % an und lag damit über den geschätzten 2,1 %. Ebenfalls rekordverdächtig war die Inflation, die am Ende von Q4 glatte 7 % erreichte; das hatte es zuletzt 1982 gegeben. Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote im Oktober von 4,6 % auf 4,2 %. Damit erreichte sie jenes Niveau, das sie beim Ausbruch der Corona-Pandemie im Februar 2020 hatte.

Bei den Wirtschaftsbereichen erwies sich der Technologiesektor im vierten Quartal als Wachstumstreiber, wobei sich die Chiphersteller besonders stark präsentierten. Ebenfalls gute Stimmung herrschte in der Baubranche. Auf Grund des anhaltenden Wachstums erwarten Investoren im  E-Commerce eine steigende Nachfrage bei Gewerbeimmobilien. Etwas zurückhaltender entwickelten sich die Gewinne im Energie- und im Finanzsektor.

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Europa

Die Aktien im FTSE Developed Europe legten mit plus 7,5 % deutlich zu. Ansehnliche Unternehmensgewinne und eine robuste wirtschaftliche Entwicklung glichen die Sorgen um die neue Omikron-Variante aus. Zu den Top-Performern gehörten Versorger, Technologiewerte sowie die Luxusgüterbranche. Verlierer waren hingegen Kommunikationsdienstleistungen und der Immobiliensektor.‎ Der Einkaufsmanager-Index erreichte mit 53,4 im Dezember ein Neunmonatstief, denn der Dienstleistungssektor war von steigenden Covid-Fällen betroffen.

Insgesamt war ‎das vierte Quartal von volatilen Gaspreisen geprägt. Sie heizten die Inflation in der Eurozone weiter an. Im Dezember erreichte die Geldentwertung mit 5 % schließlich den höchsten Wert, den das europäische Statistikamt Eurostat jemals gemeldet hat. Die Europäische Zentralbank kündigte unterdessen an, die Anleihekäufe zurückfahren. Zinserhöhungen im Jahr 2022 schloss sie jedoch aus.‎

Weiterhin im Aufwind befanden sich die Aktienkurse in Großbritannien. Grund dafür waren beruhigende Nachrichten rund um die Corona-Variante Omikron. Sie sorgten im Dezember für Erleichterung an den Märkten. Der britische Einzelhandel hingegen hatte trotz hoher Nachfrage weiterhin mit Lieferengpässen zu kämpfen. Für eine Überraschung sorgte die britische Notenbank: Angesichts der anhaltenden Inflation von über 5 % erhöhte sie den Leitzins von 0,1 auf 0,25 %.

China und die Wachstumsmärkte

Aktien aus den Wachstumsmärkten (FTSE Emerging Markets) entwickelten sich deutlich schwächer, sie gewannen aber nach den Verlusten im vorherigen Quartal wenigstens 0,9 % hinzu.

Die Wirtschaft in China muss gleich mehrere Probleme verkraften. Neben der Pandemie zählen dazu hohe Rohstoffpreise, Energieknappheit sowie die Immobilienkrise. Letztere hat sich weiter verschärft, denn der Immobiliengigant Evergrande konnte im Dezember seine Verbindlichkeiten teilweise nicht mehr bedienen. Nach Ansicht einiger Experten könnte eine Pleite zu einer Art chinesischem Lehman-Desaster mit Dominoeffekt führen. Trotz der Schwierigkeiten hat sich das Wirtschaftswachstum in China aber mit 8,1 % fortgesetzt. So hat es jedenfalls das chinesische Amt für Statistik ermittelt.

Aus Taiwan hingegen kamen positive Nachrichten. Wirtschaftliche Eckdaten wie das BIP, mit einem Plus von 6 %, entwickelten sich positiv. Vor diesem Hintergrund startete der Aktienmarkt im vierten Quartal einen Höhenflug. Eine wichtige Rolle spielte dabei der anhaltende Nachfrageboom bei den Halbleitern – dem Exportschlager Taiwans.

Ähnlich, wenn auch nicht ganz so rosig, war die wirtschaftliche Entwicklung in Indien. Nach mehreren Corona-Wellen berappelte sich das Wirtschaftswachstum wieder. Der wichtigste Aktienindex Indiens, der BSE Sensex, hatte allerdings nach einem schwungvollen Beginn des vierten Quartals in der zweiten Hälfte eine Schwächephase.

Von Unsicherheit war Brasiliens Wirtschaft geprägt. Einige Wirtschaftssektoren meldeten Schwierigkeiten mit ihren Lieferketten und der Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung gab ebenfalls Anlass zur Sorge. Nach einem Wachstum von etwa 5 % beim  BIP 2021 werden 2022 nur noch 1,5 % erwartet. Außerdem warf die anstehende Präsidentschaftswahl bereits ihre Schatten voraus. Für das Wahljahr 2022 wird weiterhin eine hohe Volatilität erwartet.

Asien-Pazifik-Region

Die Märkte der Asien-Pazifik-Region (ohne Japan) sind schwach ins vierte Quartal 2021 gestartet, erholten sich im weiteren Verlauf jedoch und legten insgesamt 2,1 % zu.

Australien hat Ende 2021 eine Impfquote von mehr als 90 % bei den über 16-Jährigen erreicht. Davon profitierte die Wirtschaft, denn Lockdowns sind zunehmend unwahrscheinlicher geworden. Durch Corona beeinträchtigte Branchen konnten sich nun erholen. Insgesamt wuchs das BIP Australiens 2021 um 3,8 %, für 2022 werden sogar über 4 % erwartet. Diese positive Entwicklung spiegelte sich am australischen Aktienmarkt wider, der im vierten Quartal 2021 eine starke Tendenz nach oben hatte.

Stabil ist die wirtschaftliche Situation in Südkorea. Der Nachfrageboom bei Halbleitern kam dem Land im letzten Quartal 2021 ebenfalls zugute und die Aktienmärkte erwiesen sich als widerstandsfähig. Das Wirtschaftswachstum lag 2021 bei 4 %, für 2022 erwartet die koreanische Zentralbank immerhin 3 %.

Von Unsicherheiten geprägt war dagegen die Lage in Hongkong. Trotz 6 % Wirtschaftswachstum 2021, nach -6,1 % im Vorjahr, ging es mit den Aktienmärkten in Q4 2021 weiter bergab. Außerdem änderte sich bis zum Jahresende nichts an den strengen Einreisebestimmungen. Einige Airlines strichen die Metropole sogar ganz aus ihrem Programm. Hongkong verlor zudem weiter dringend benötigte Fachkräfte. Die restriktive Innenpolitik unter dem Einfluss des Hegemons China veranlasste vor allem junge und gut ausgebildete Menschen abzuwandern.

Japan

Nach einem starken dritten Quartal ging es für den FTSE Japan Index mit -2,7 % in Q4 bergab. Vor allem im Oktober war er mit -4,0 % deutlich unter Druck. Grund dafür waren die schwachen Konjunkturdaten im Land der aufgehenden Sonne. Erst in der zweiten Novemberhälfte berappelte sich der FTSE Japan Index etwas. Bis zum Jahresende konnte er die erlittenen Verluste jedoch nicht wettmachen.

Dabei waren die Eckdaten der Konjunktur in Japan 2021 durchaus akzeptabel. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs um 2,4 % nachdem es im Vorjahr bedingt durch Covid-19 um 4,3 % geschrumpft war.

Die neue Regierung Japans unter Premier Kishida steht jedoch vor alten Problemen: Reformstau, sinkende Geburtenraten und die erdrückende Bürokratie machen dem G7-Staat zu schaffen. Nun soll ein Konjunkturprogramm für positive Anreize sorgen. Das treibt die Staatsverschuldung allerdings auf 270 % des BIP. Im Kreis der G7-Staaten ist das ein einsamer Rekord.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Der FTSE Global Small Cap Index hat sich im vierten Quartal um 4,2 % verbessert und beendete damit ein insgesamt starkes Jahr eindeutig im grünen Bereich. Bei den US Small Caps gelang es, das hohe Niveau zu halten, das der Index im Lauf des Jahres 2021 erreicht hatte. Mitte November konnte er sich sogar zu einem Allzeithoch aufschwingen. Zu den Favoriten bei den Finanzexperten zählten Banken sowie Unternehmen aus dem Gesundheitssektor.

Ebenfalls in guter Verfassung zeigten sich die UK Small Caps. Wie in den USA konnte dieser Index im November ein Rekordhoch verzeichnen. Trotz guter Performance auf beiden Seiten des Atlantiks waren diese Indizes nichts für schwache Nerven: Anfang Dezember und kurz vor Weihnachten gab es deutliche Ausschläge nach unten. Dabei notierte der US Small Cap Index gut 1.000 Punkte unter seinem Höchststand im November.

Beobachter sehen im Segment der kleinen und mittelständischen Unternehmen weiterhin Potential. Deutlichen Einfluss darauf dürfte die Entwicklung der Inflationsrate haben sowie die Zuverlässigkeit von Lieferketten. Insbesondere Small Caps mit Value Faktor können den Small Cap Indizes weiterhin Auftrieb geben.

Globale Anleihen

Die Kurse globaler Anleihen im FTSE Global Bond Index gaben im Quartal mit -0,3 % leicht nach. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen der USA veränderte sich wenig von 1,49 % auf 1,51 %. Die 2-jährigen US-Schuldverschreibungen stiegen hingegen ziemlich deutlich von 0,28 % auf 0,73 %.‎

‎‎Die 10-jährigen deutschen Staatsanleihen blieben mit -0,19 % nahezu konstant gegenüber -0,17 % am Anfang von Q4. Italiens 10-jährige Schuldverschreibungen stiegen unterdessen von 0,86 % auf 1,18 %. Die Inflation in der Eurozone zog deutlich an und erreichte den höchsten Stand seit 2008; in Deutschland war es nahezu ein 30-Jahres-Hoch. Während die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, alles daran setzen will, um die hohe Inflation zu bekämpfen, waren andere hochrangige Offizielle der EZB an diesem Punkt zurückhaltender.

In Großbritannien fiel die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen von 1,02 % auf 0,97 %. Die Hoffnung auf eine Zinserhöhung durch die Bank of England erfüllte sich erst im Dezember, Anfang November hatte sie sich entgegen den Erwartungen noch nicht zu diesem Schritt entschlossen. Die 2-jährigen Staatsanleihen legten von 0,41 % auf 0,68 % zu.‎

Die ‎Unternehmensanleihen blieben in Q4 hinter den Staatsanleihen zurück. Der US-Markt verzeichnete aber im Investment-Grade-Bereich leicht positive Gesamtrenditen, Europa hingegen schwächte sich ab.

Performance des ETF Robo im vierten Quartal 2021

Nach einem überwiegend starken Q4 an den Märkten liegen alle ETF Robo Portfolios weiterhin im Plus. Der ETF Robo 30 erreichte im vierten Quartal eine Rendite von 1,7 %. Mit dem ETF Robo 50 erzielten Anleger 3,1 %. Der ETF Robo 70 kam auf eine Rendite von 4,5 % und für Anleger mit dem ETF Robo 100 standen 6,6 % zu Buche.

Die Wertentwicklung verbesserte sich seit Auflage im März 2018 für den ETF Robo 30 auf eine kumulierte Rendite von 21,3 %. Der ETF Robo 50 erzielte eine Gesamtrendite von 32,3 %. Beim ETF Robo 70 gab es eine Wertsteigerung von 43,7 % und für den ETF Robo 100 betrug die Rendite 61,6 %. Der deutsche Aktienindex DAX erzielte im Vergleichszeitraum eine Rendite von 33,6 %.

Auch der Vergleich mit aktiven Mischfonds fällt für den ETF Robo unverändert positiv aus. Der Renditevorteil (grün) im Vergleich zu Mischfonds mit einer Aktienquote von 25 % („cautious“) beträgt 12,23 %. Bei der Vergleichsgruppe „moderate“ liegt der ETF Robo 50 mit 13,1 % vorn und bei den aktiven Mischfonds mit einem ähnlich hohen Aktienanteil wie der ETF Robo 70 beträgt der Renditevorteil 10,43 %.

Ausblick

Schwierigkeiten bei den Lieferketten, das Dauerthema Covid-19 und die höchsten Inflationsraten seit Jahrzehnten in den USA und in der Eurozone, die Aktienmärkte hat all dies wenig beeindruckt. Sie zeigten sich robust und waren vielfach in der Lage, die Aufwärtstendenz des Jahres 2021 zu verteidigen oder sogar fortzusetzen. Dabei zeigten die Small Caps erneut, welches Potenzial in ihnen steckt. Bei den Emerging Markets gab es aus Taiwan und Indien positive Entwicklungen zu vermelden. In China und Brasilien ging das Wirtschaftswachstum ebenfalls weiter, allerdings muss das Reich der Mitte eine Immobilienkrise verkraften und in der Heimat des Samba macht sich die bevorstehende Präsidentschaftswahl wirtschaftlich bemerkbar.

Für die Entwicklung im Jahr 2022 wird das Verhalten der Notenbanken wegweisend sein. Eine grundsätzliche Zinswende ist zwar nicht zu erwarten, aber bei der EZB und der Fed zeichnet sich nach langer Zeit eine Veränderung der lockeren Geldpolitik ab. Die Notenbanken in Norwegen und Großbritannien sind mit Zinserhöhungen auf 0,5 % bzw. 0,25 % erste Schritte aus dem anhaltenden Zinstief gegangen.

Energiekrise und Inflation bremsen Quartalsrendite im ETF Robo

Das dritte Quartal 2021 begann vielversprechend für globale Aktien. Doch steigende Preise und eine Energiekrise in China hemmten die Kursentwicklung an den Märkten. Hier erfahren Sie, warum sich Anlegerinnen und Anleger mit dem ETF Robo dennoch auf eine solide Quartalsrendite freuen können.

Nordamerika

Der FTSE North America Index hat im dritten Quartal mit 2,0 % eine niedrigere Rendite erzielt als im zweiten Quartal. Nachdem die Aktienmärkte bis August in Folge solider Unternehmensgewinne gestiegen waren, zeigten sich Investoren im weiteren Quartalsverlauf eher zurückhaltend. Grund dafür waren und sind zurückhaltendere Erwartungen an das Wachstum der US-Wirtschaft sowie Bedenken, die Inflation könne stärker ansteigen als erwartet. Die Prognosen zum BIP für das Gesamtjahr fielen auf 5,9 % von zuletzt 7 % bei einer gleichzeitig tendenziell steigenden Inflationserwartung von 4,2 %.

Die US-Zentralbank Fed kündigte an, im November mit der Eindämmung der Geldpolitik zu beginnen. Eine langsame Drosselung der Anleihenkäufe werde noch dieses Jahr einsetzen und erst Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein. Eine Erhöhung der Leitzinsen wird aber erst für 2023 in Aussicht gestellt.

Finanz- und Versorgungsunternehmen schnitten im Quartal leicht positiv ab. Die verarbeitende Industrie hingegen musste Verluste in Kauf nehmen. Aktien im Energiesektor konnten kräftig zulegen. Insbesondere der Preis für Rohöl kletterte infolge von Lieferengpässen.

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Europa

Aktien im FTSE Developed Europe waren nahezu unverändert bei 0,2 %. Die Aktienmärkte wurden zu Beginn des Quartals durch Unternehmensgewinne angetrieben. Obwohl sich die Delta-Variante von Covid-19 weiter auf dem Kontinent ausbreitete, konnten dank der hohen Impfquoten in den meisten europäischen Ländern neue Reisebeschränkungen verhindert werden. Doch steigende Energiepreise, vor allem  durch leere Gasspeicher und eine unzureichende Versorgung mit Erdgas aus Russland, führten zur Beunruhigung an den Märkten.

Die jährliche Inflation in der Eurozone wurde im September auf 3,4 % geschätzt, eine deutliche Steigerung im Vergleich zu 3,0 % im August und 2,2 % im Juli. Die Europäische Zentralbank will moderate und vorübergehende Überschreitungen ihres Inflationsziels von 2,0 % jedoch tolerieren.

Der Energiesektor war einer der stärksten Performer, ebenso wie die Informationstechnologie mit Halbleiteraktien, die einen robusten Vormarsch verzeichneten. Zyklische Konsumgüteraktien gehörten zu den schwächsten des Quartals.

Britische Aktien stiegen im Vergleich zum zweiten Quartal, wobei der Markt von einer Vielzahl von Faktoren angetrieben wurde. Auch hier kamen die Gewinner aus dem Energiebereich, aufgrund der starken Erholung der Rohölpreise.

In Deutschland hielt die Bundestagswahl die Märkte in Schach. Der deutsche Leitindex DAX verlor im Quartal 2,0 %.

China und die Wachstumsmärkte

Aktien aus den Wachstumsmärkten (FTSE Emerging Markets) gaben im dritten Quartal um 4,2 % nach. Insbesondere in China kam es zu einem Ausverkauf an den Aktienmärkten. Erster Auslöser dafür ist eine strengere Regulierung des Technologiesektors seitens der chinesischen Regierung. Aber auch Sorgen über anhaltende Unterbrechungen der Lieferketten sowie über negative Auswirkungen höherer Lebensmittel- und Energiepreise trugen zur gedämpften Stimmung an den Märkten bei. Stromausfälle in China schreckten Anleger ab und beeinträchtigten die Produktion wichtiger Rohstoffe. Nicht zuletzt beherrschten Nachrichten über die Pleite des Immobilienkonzerns Evergrande die Märkte, dessen Risiken für eine größere Pleitewelle sich bislang nicht bestätigten.

Aufgrund der Entwicklungen in China und einer steigenden Inflation verloren auch taiwanesische Aktien im dritten Quartal leicht an Wert. An der Börse Taiwans stieg allerdings die Zahl  institutioneller Investoren, wie eine Analyse der Handelsaktivitäten ergab.

Aktien in Indien bescherten Anlegern eine attraktive Rendite, getrieben durch eine Vielzahl von neuen Börsengängen, eine expansive Geldpolitik und wachsendes Interesse internationaler Investoren. Die Wirtschaft erholte sich weiter und die Impfquote stieg. Indien ist nun auf dem besten Weg, bis November mindestens 70 % der Bevölkerung einen Impfstoff anzubieten und konnte bereits einige Covid-Restriktionen lockern.

Brasilien war der schwächste Markt im Emerging Market Index, da die Zentralbank mit Zinserhöhungen auf eine steigende Inflation reagieren musste. Unterdessen enttäuschte das BIP-Wachstum im zweiten Quartal. Die Entwicklungen in China belasteten die Preise für Industriemetalle. Politische Reformen lassen weiter auf sich warten, während der Wahlkampf um die im nächsten Jahr stattfindenden Präsidentschaftswahlen schon jetzt an Fahrt aufnimmt.

Asien-Pazifik-Region

Die Märkte der Asien-Pazifik-Region (ohne Japan) mussten mit -4,3 % auch Verluste hinnehmen, was hauptsächlich auf die Entwicklungen in China und die Pleite von Evergrande zurückzuführen war.

Australien sah ein starkes Quartal an den Märkten bis Anfang September, aber auch hier setzte anschließend angesichts der skizzierten Entwicklungen in China der Abschwung ein. Über das Quartal schnitten australische Aktien leicht positiv ab, angetrieben durch kleine Unternehmen, die auf dem Heimatmarkt Gewinne einfahren konnten und den globalen Entwicklungen weniger stark ausgesetzt sind.

Südkoreanische Aktien blieben im dritten Quartal bärisch und verloren knapp 7 %, was vor allem auf die Erwartung zurückzuführen ist, dass die Federal Reserve früher als erwartet eine Zinserhöhung vornehmen könnte.

In Hongkong gab es den größten Abschwung seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Der Aktienmarkt büßte knapp 15 % ein, begründet durch die scharfe Regulierung von Technologie-Unternehmen seitens der chinesischen Regierung und Unruhen auf dem Immobilienmarkt infolge der Evergrande-Krise.

Japan

Der FTSE Japan Index erzielte mit 7,6  % von allen Märkten im ETF Robo die höchste Rendite im dritten Quartal. Während der gesamten Pandemie konnte Japan durchweg eine niedrigere Infektionsrate als die meisten Industrieländer vorweisen, bevor die Zahl der Infektionen in diesem Sommer schließlich schnell zugenommen hat. Der öffentliche Widerstand gegen das Vorgehen der Regierung gegen die Pandemie nahm zu und am 3. September kündigte Premierminister Suga überraschend seinen Rücktritt an. Fumio Kishida wurde Japans 100. Premierminister und kündigte jüngst Steuererhöhungen an, was die Stimmung an den Märkten gedrückt hat.

Die neue Regierung arbeitet bereits an einem weiteren Konjunkturprogramm, um die Wirtschaft zu stützen. Der Motoren- und Fahrzeughersteller Toyota kündigte an, im September und Oktober aufgrund des weltweiten Mangels an Halbleitern die Produktion zu kürzen. In anderen Branchen Japans sehen Auftragsentwicklung und Investitionspläne weiterhin stark aus.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Der FTSE Global Small Cap Index ist im Quartal nur um 0,3 % gestiegen. Nach einem starken Wachstum im zweiten Quartal haben US-Small Cap Aktien ihre Rallye im dritten Quartal vorerst eingestellt, was auf steigende Infektionszahlen zurückzuführen sein könnte. Investoren sind verunsichert über die Entwicklung der Pandemie zum Jahresende und fürchten mögliche Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivität.

Doch die wirtschaftlichen Fundamentaldaten in den USA bleiben stark. Die Bilanzen der Haushalte sind immer noch in guter Verfassung und die Produktivität der Unternehmen ist hoch. Die Beschäftigung steigt, liegt aber noch unter dem Durchschnitt des vierten Quartals.

Zusammen mit dem neuen Infrastruktur-Abkommen sollte die Wirtschaft weiterhin Rückenwind erhalten und die Voraussetzung schaffen, damit kleine Unternehmen mit Fokus auf ihren Heimatmarkt im Abschlussquartal gut aufgestellt sind. Die günstige Bewertung von Aktien mit niedriger Marktkapitalisierung im Vergleich zu Large Caps könnte im Schlussquartal zu Nachkäufen führen und das Wachstum des Sektors wieder beschleunigen.

Globale Anleihen

Die Kurse globaler Anleihen im FTSE Global Bond Index gaben im Quartal mit -0,2 % leicht nach. Die Renditen der US-amerikanischen und europäischen Regierungen blieben für das Quartal nahezu unverändert bei 1,49 %. Der Abwärtstrend der Renditen war eine Reaktion auf die sich abschwächende wirtschaftliche Erholung. Doch zum Ende des Quartals führten die hohe Inflation und die Aussagen der Fed zu einer Gegenbewegung.

Die Rendite 10-jähriger britischer Staatsanleihen stieg von 0,72 % auf 1,02 % mit der Aussicht, dass Zinserhöhungen noch vor Ende des Jahres erfolgen könnten. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen lag kaum verändert bei -0,19 %. Italiens Staatsanleihen schlossen leicht höher bei 0,8 %.

Bei den Unternehmensanleihen erzielten Hochzinsanleihen positive Renditen, während die Renditen von Investment-Grade-Anleihen nur geringfügig schwankten. Europäische Investment-Grade-Anleihen entwickelten sich besser als Staatsanleihen.

Als Reaktion auf steigende Inflationsraten gab es weltweit in diesem Jahr mittlerweile mehr als 50 separate Zinserhöhungen, angeführt von Zentralbanken in Wachstumsmärkten wie Brasilien und Russland.

In q3 2021 treten de märkte auf der Stelle.

Performance des ETF Robo im dritten Quartal 2021

Der ETF Robo 30 erzielte im dritten Quartal eine Rendite von -0,1 %. Für Anleger mit dem ETF Robo 50 verlief die Entwicklung seitwärts mit 0,0 %. Der ETF Robo 70 kam auf eine Rendite von 0,1 % und für Anleger mit dem ETF Robo 100 standen 0,3 % zu Buche.

ETF Robo Performance seit Auflage bis Ende Q3 2021.

Die Wertentwicklung veränderte sich seit Auflage im März 2018 für den ETF Robo 30 auf eine kumulierte Rendite von 19,4 %. Der ETF Robo 50 erzielte eine Gesamtrendite von 28,4 %. Beim ETF Robo 70 gibt es eine Wertsteigerung von 37,6 % und für den ETF Robo 100 beträgt die Rendite 51,7 %. Der deutsche Aktienindex DAX erzielte im Vergleichszeitraum eine Rendite von 28,4 %.

Performancevergleich mit aktiven Mischfonds in Q3 2021.

Der Vergleich mit aktiven Mischfonds fällt weiterhin positiv für den ETF Robo aus. Der Renditevorteil (grün) im Vergleich zu Mischfonds mit einer Aktienquote von 25 % („cautious“) beträgt 11,6 %. Bei der Vergleichsgruppe „moderate“ liegt der ETF Robo 50 mit 12,6 % vorn und bei den aktiven Mischfonds mit einem ähnlich hohen Aktienanteil wie der ETF Robo 70 beträgt der Renditevorteil 10,5 %.

Ausblick

Auch wenn die globale Covid-Pandemie noch immer nicht gestoppt werden konnte und die Infektionen infolge der Delta-Variante weltweit weiter steigen, ändert sich allmählich der Fokus an den globalen Finanzmärkten. Wir befinden uns am Anfang einer Energiekrise mit Lieferengpässen und steigenden Preisen, die derzeit von China bis nach Europa reicht und die Menschen bis ins kommende Jahr hinein beschäftigen könnte.

Doch wieder einmal bestätigt sich der Vorteil eines global diversifizierten Portfolios. Dank eines starken Quartals am japanischen Aktienmarkt befinden sich alle Varianten des ETF Robo auch im dritten Quartal im Plus.

Quartalsbericht: ETF Robo Performance steigt weiter im Sommer

Inflationsängste und die Verbreitung der Covid-Delta-Variante sind die beherrschenden Themen an den Finanzmärkten. Globale Aktien setzten Ihr Wachstum im zweiten Quartal dennoch fort, unterstützt von voranschreitenden Impfaktionen auf der ganzen Welt. ETF Robo Anleger profitierten von der Entwicklung mit Aktienquoten von 30 % bis 100 %.

Nordamerika

Die Aktienkurse legten im FTSE North America Index im zweiten Quartal 2021 um 6,5 % zu. Der US-Aktienmarkt erreichte ein neues Allzeithoch. Fast alle Sektoren gewannen im Laufe des Quartals dazu. Insgesamt blieb das wirtschaftliche Bild positiv. Besonders gut entwickelte sich der Konsum im zweiten Quartal. Auch seitens der Industrieaktivität gibt es im Juni positive Impulse.

Allerdings steigen die Konsumentenpreise im Consumer-Price-Index im Juni auf 5,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Zusätzlich verabschiedete US-Präsident Joe Biden vergangenen Monat ein Infrastrukturpaket in Höhe von 1 Billion USD. Beobachter erwarten daher einen weiteren Anstieg der Inflation bis zum Ende des Jahres.

Die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) brachte keine Änderung Ihrer Zinspolitik auf den Weg, deutete aber an, dass die Zinsen früher als bisher angekündigt schon im Jahr 2023 steigen könnten. Dies führte zu kurzzeitigen Schwankungen am Aktienmarkt.

Europa

Aktien im FTSE Developed Europe Index erzielten ein Plus von 5,8 %. Die Unternehmensgewinne steigen und die nationalen Impfkampagnen nehmen an Fahrt auf. In vielen europäischen Ländern gingen die Covid-19-Infektionen im Laufe des Quartals zurück. Beschränkungen für soziale und wirtschaftliche Aktivitäten wurden gelockert.

Die Wirtschaftsdaten deuten auf eine starke Erholung hin. Der Einkaufsmanager-Index für die Euro-Zone stieg im Juni auf 59,2, den höchsten Stand seit Juni 2006. Die Inflation im gemeinsamen Währungsraum lag im Juni bei 1,9 %. Die Europäische Kommission unterstützt das Wachstum in der Region mit einem Konjunkturpaket in Höhe von 800 Milliarden EUR.

Auch britische Aktien entwickelten sich im zweiten Quartal gut. Insbesondere Small- und Mid-Cap-Aktien profitierten von der Erholung der globalen und inländischen Wirtschaft. Die BIP-Prognosen für das Vereinigte Königreich wurden angehoben und die Bank of England will das Tempo der quantitativen Lockerung verlangsamen. Der Markt hatte jedoch im Juni angesichts eines Anstiegs der Covid-19-Delta-Variante mit Schwankungen zu kämpfen.

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China und die Wachstumsmärkte

Der FTSE Emerging Markets Index legte im zweiten Quartal um 2,6 % zu. Das Wachstum hätte noch stärker ausfallen können, aber angesichts der hohen Inflation in den USA gab es im Mai Kursschwankungen in den Schwellenländer-Märkten.

Brasilien war der Markt mit der besten Performance im Index, wobei die zeitgleiche Aufwertung der brasilianischen Währung die Gewinne verstärkt. Eine restriktivere Geldpolitik der Zentralbank und eine Beschleunigung der Einführung von Impfstoffen haben die positive Stimmung am Aktienmarkt in Brasilien beflügelt.

Aktien in Indien entwickelten sich ebenfalls leicht positiv, obwohl der Anstieg der Covid-19-Fälle noch nicht gestoppt werden konnte. Die Impfung der Bevölkerung nimmt aber Fahrt auf und die Regierung unterstützt die Wirtschaft mit einem Konjunkturpaket. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 schnitt der Aktienmarkt in Indien stärker als alle anderen Emerging Markets ab.

Chinesische Aktien stiegen ebenfalls im zweiten Quartal, wenn auch nicht so stark wie in Brasilien und Indien. Grund für die gedämpften Wertentwicklungen sind die Bedenken der Investoren, die chinesische Regierung könnte über den Technologie-Sektor hinaus die Regulierungen für Aktiengesellschaften verschärfen. Steigende Anleihenrenditen und eine hohe Verschuldung einiger Unternehmen trugen ebenfalls zu der gedämpften Entwicklung an den Märkten bei. Der Ausblick für eine bessere Performance chinesischer Aktien im zweiten Halbjahr 2021 bleibt aber positiv. Die Wirtschaft in China wuchs in Q2 um 7,9 % im Vergleich zum Vorjahresquartal.

In Taiwan gab es im Mai einen zwischenzeitlich starken Kursverlust um mehr als 8 %. Die Gründe dafür waren Sorgen um eine Eskalation der Covid-Pandemie und sinkende Margen im Technologie-Sektor. Die Sorgen waren unbegründet und der Abschwung hielt nicht lang an. Zum Ende des Quartals hat sich der Aktienmarkt bereits wieder erholt und mittlerweile neue Höchststände erreicht.

In Südafrika haben sich Aktien in der ersten Hälfte des Jahres stark entwickelt. Die wirtschaftliche Tätigkeit hat nach der Covid-Pandemie wieder an Fahrt aufgenommen, Unternehmen berichten steigende Gewinne und die Währung wertete auf. Indikatoren für Konsumentwicklung und Geschäftsklima steigen. Allerdings trüben der Ausbruch der Delta-Variante und soziale Unruhen den Ausblick für das dritte Quartal.

Asien-Pazifik-Region

Der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index gewann 3,5 % hinzu. Gegen Ende des Quartals dämpften ein Wiederaufleben von Covid-19-Infektionen und neue Lockdowns aufgrund der Delta-Variante den Optimismus der Anleger. Ein stärkerer US-Dollar belastete die Renditen im Juni, während ein restriktiverer Ton der US-Notenbank und Sorgen über eine steigende Inflation die Stimmung weiter dämpften.

Aktien in Australien, der stärksten Region im Index, legten aufgrund der schnellen Erholung der Wirtschaft und steigenden Rohstoffpreisen ein starkes erstes Halbjahr hin. Vor allem die hohe Nachfrage nach Industriemetallen wie Eisenerz und ein Aufleben im Finanzsektor haben den Aufschwung getragen.

Auch in Südkorea gab es moderate Kurssteigerungen im zweiten Quartal, angetrieben durch steigendes Interesse von ausländischen Investoren. Eine zum US-Dollar aufwertende Währung und steigende Exportzahlen stehen steigenden Covid-Infektionen und Sorgen vor einem Anstieg der Inflation gegenüber.

Japan

Der FTSE Japan Index fiel um -1,3 % im zweiten Quartal. Der anhaltende Anstieg der Covid-Infektionen führte zeitweise zum Ausnahmezustand in Japan im Juni. Die Industrieproduktion wächst schwächer als erwartet, was vor allem auf den Mangel an Halbleitern für die Automobilproduktion zurückzuführen ist.

Gleichzeitig beschleunigte sich die Impfquote auf bis zu 1 Million verabreichte Impfdosen pro Tag. Unternehmen berichten steigende Gewinne. Doch die Unsicherheiten über den Ablauf der Olympischen Spiele im Juli angesichts steigender Infektionszahlen führt auch bei Anlegern zu Zurückhaltung.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Der FTSE Global Small Cap Index ist im zweiten Quartal um 2,7 % gestiegen. Bei globalen Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen zeigt sich ein gemischtes Bild. In den USA zeigen vor allem Small Caps mit Value-Faktor eine starke Performance. Aktien aus den Bereichen Energie, IT und Konsumgüter schnitten im Jahresvergleich besonders stark ab. Wohingegen in Großbritannien Small Caps mit positiven Gewinnen dem breiteren Small Cap Index 2021 hinterherlaufen.

Insgesamt hat sich das Wachstum des Global Small Cap Indexfonds im Vergleich zum Vorquartal etwas abgeschwächt. Zu Jahresbeginn waren Anleger aufgrund der rasanten Wiedereröffnung der Volkswirtschaften positiv gestimmt. Zur Jahresmitte häufen sich Unsicherheiten über den Ausbruch der Delta-Variante und eine Inflation, die schneller steigen könnte als erwartet.

Globale Anleihen

Die Kurse globaler Anleihen im FTSE Global Bond Index stiegen um 0,6 % im zweiten Quartal. Die Renditen von US-Staatsanleihen gingen im Laufe des Quartals zurück, wobei die Rendite der 10-jährigen Schuldtitel von 1,74 % auf 1,47 % fiel.

Europäische Staatsanleihen entwickelten sich vom Kurs her schlechter als Anleihen in den USA. Die Renditen stiegen leicht an, da der Optimismus hinsichtlich der Erholung der Euro-Zone und der Beschleunigung der Impfprogramme gestiegen ist. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen stieg von -0,29 % auf -0,20  %. Die Rendite 10-jähriger britischer Anleihen fiel von 0,85 % auf 0,72 %, nachdem sie im ersten Quartal stark gestiegen war.

Unternehmensanleihen entwickelten besser als Staatsanleihen. In den USA konnten sich Investment-Grade-Anleihen nach dem Abschwung aus dem ersten Quartal wieder erholen.

ETF Robo Performance nach Aktienquote in den letzten vier Quartalen bis Q2 2021.

ETF Robo Performance im zweiten Quartal 2021

Anleger mit Schwerpunkt auf globale Anleihen und einer Aktienquote von 30 Prozent (ETF Robo 30) erzielten im zweiten Quartal eine Rendite von 1,9 %. Für Anleger im ETF Robo 50 gab es 2,7 %. Der ETF Robo 70 erzielte eine Rendite von 3,5 % und für Anleger im ETF Robo 100 gab es im zweiten Quartal 4,4 %.

Die Wertentwicklung verbesserte sich seit Auflage im März 2018 für den ETF Robo 30 auf eine Gesamtrendite von 19,5 %. Der ETF Robo 50 erzielte eine kumulierte Rendite von 28,3 %. Mit steigender Aktienquote steigt auch die Rendite: Beim ETF Robo 70 gibt es 37,4 % und für den ETF Robo 100 beträgt die Rendite 51,2 %. Der deutsche Aktienindex DAX erzielte im Vergleichszeitraum eine Rendite von nur 30,7 %.

ETF Robo Performance, kumuliert seit Auflage.Auch der Vergleich mit aktiven Mischfonds fällt weiterhin positiv für den ETF Robo aus. Der Renditevorteil (grün) im Vergleich zu Mischfonds mit einer Aktienquote von 25 % („cautious“) beträgt 11,7 %. Bei der Vergleichsgruppe „moderate“ liegt der ETF Robo 50 mit 12,4 % vorn und bei den aktiven Mischfonds mit einem ähnlich hohen Aktienanteil wie der ETF Robo 70 beträgt der Renditevorteil 10,2 %.

Renditevorteil ETF Robo im Vergleich zu aktiv gemanagten Mischfonds seit Auflage bis Q2 2021. Jetzt investieren

Ausblick

Die wirtschaftliche Erholung setzt sich fort, auch wenn das Wachstum der Volkswirtschaften und Aktienmärkte im zweiten Quartal nicht mehr ganz so rasant ausfällt wie noch zu Beginn des Jahres. Im dritten Quartal wird sich herausstellen, ob die Delta-Variante die Wirtschaft noch einmal in einen Lockdown zwingen kann oder ob die globalen Impfkampagnen ein Ende der Covid-Pandemie herbeiführen können.

Die Entwicklung an den Aktienmärkten wird auch durch die Inflation beeinflusst werden. Marktbeobachter erwarten einen Anstieg im Jahresverlauf, weil starke Preissenkungen durch den Ausbruch der Pandemie im vergangenen Jahr nun zurückgenommen werden.

ETF Robo Q1 2021: Globale Aktienmärkte steigen trotz langsam anlaufenden Impfungen

An den globalen Finanzmärkten setzt sich der Optimismus im Kampf gegen die globale Pandemie durch. Obwohl die Verbreitung der Impfstoffe nicht überall so schnell vonstattengeht wie in den USA, nimmt die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Tätigkeit in den meisten Teilen der Welt an Fahrt auf. Das führt für Anleger zu steigenden Renditen im ersten Quartal des Jahres 2021.

Nordamerika

Im FTSE North America Index beschleunigte sich das Wachstum vom Jahresende. Die Kurse legten im ersten Quartal 2021 um 10,1 % zu. Maßgeblich verantwortlich dafür ist ein massives Konjunkturprogramm in den USA. Präsident Joe Biden verabschiedete ein Paket in Höhe von 1,9 Billionen US-Dollar um die Wirtschaft zu stützen. Zusätzlich stehen 2 weitere Billionen US-Dollar für Infrastruktur-Maßnahmen in Aussicht. Ein Großteil der Bevölkerung erhielt bereits Barschecks in Höhe von 1.400 USD pro Person. Die schnell wachsende Zahl der geimpften Bevölkerung sorgte zusätzlich für Optimismus bei Unternehmen und Auftrieb an den Märkten. Aktienkurse aus den Branchen Energie, Finanzen und der verarbeitenden Industrie konnten davon am meisten profitieren.

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Europa

Aktien im FTSE Developed Europe Index erzielten ein Plus von 8,2 %. Die Hoffnungen auf eine globale wirtschaftliche Erholung spürten Anleger vor allem in Sektoren wie der Energiewirtschaft, Finanzen und Automobilhersteller.

Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) erreichte im März mit 62,4 ein Rekordhoch und signalisiert damit ein starkes Wachstumssignal für Europa. Steigende Infektionsraten von Covid-19 in einigen Ländern und neue Lockdowns könnten diese Entwicklung aber dämpfen oder verzögern.

Britische Aktien nehmen mit 24 % einen großen Anteil im Developed Europe Index ein und trugen daher maßgeblich zum Wachstum auf dem Kontinent bei. Aber auch französische und deutsche Aktien schnitten gut ab: Der deutsche Leitindex DAX erzielte 10,1 % im ersten Quartal.

China und die Wachstumsmärke

Der FTSE Emerging Markets Index legte im vierten Quartal um 7,0 % zu, obwohl die Impfkampagnen dort wesentlich langsamer anlaufen als in den entwickelten Märkten. Eine Zunahme der täglichen Infektionen von Covid-19 führte in einigen Ländern zu erneuten Einschränkungen. Unterdessen sorgten ein deutlicher Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen und ein Wiedererstarken des US-Dollar für zusätzlichen Gegenwind in den Wachstumsmärkten.

Chinesische Aktien nehmen den größten Anteil der Wachstumsmärkte ein. Nach einem starken Start ins Jahr geriet das Wachstum an den Märkten jedoch vorerst ins Stocken, aufgrund von Sorgen über eine stärkere Regulierung von Technologie-Unternehmen wie Alibaba sowie einer nur langsam voranschreitenden Impfung der Bevölkerung. Nichtsdestotrotz ist die Wirtschaft in China im ersten Quartal um 18,3 % im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen, als sich das Land in einem Lockdown befand. Im Vergleich zum Schlussquartal des letzten Jahres gab es ein Wachstum von nur  0,6 %, was etwas hinter den Erwartungen zurückblieb.

Der stärkste Emerging Market im Index war Taiwan, wo hohe Gewinne von Unternehmen in der Halbleiter-Industrie die Aktienkurse antrieben. Der Markt profitiert außerdem von einer Vielzahl zyklischer Aktien, die vom aktuellen Wachstum der globalen Wirtschaft profitieren.

Aktien in Indien bewegten sich überwiegend seitwärts im Quartalsverlauf. Grund dafür sind steigende Infektionszahlen, eine schleppende Impfung der Bevölkerung und eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Entwicklung aufgrund von drohenden Restriktionen.

Positive Impulse gab es am Aktienmarkt in Südafrika. Das Konsumklima verbessert sich und die Beschäftigung steigt.

Brasilien ist derzeit das globale Epizentrum der Pandemie mit einer hohen Zahl von Neuinfektionen und der höchsten Zahl der Todesopfer. Die Regierung von Präsident Bolsonaro hat auf Lockdowns und Sicherheitsmaßnahmen weitgehend verzichtet. Zahlreiche Regierungsmitglieder sind bereits zurückgetreten. Bolsonaro selbst droht ein Amtsenthebungsverfahren. Aktien mussten daher Gewinne im ersten Quartal abgeben in der Erwartung, dass auch die Wirtschaft Brasiliens im ersten Quartal gesunken sein könnte.

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Asien-Pazifik-Region

Der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index gewann 8,1 % hinzu. Anleger in der Region erwarten eine Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität. Die Stimmung schwächte sich jedoch gegen Ende des Quartals ab, da das langsame Tempo der Impfungen neue Restriktionen erforderlich machten.

Aktien in Australien, der am stärksten gewichteten Region im Index, in legten im ersten Quartal nur leicht zu. Einen weitaus deutlicheren Wachstumsschub gab es in Südkorea. Anleger investierten 2,4 Billionen US-Dollar in den Markt und trieben die Kapitalisierung des Gesamtmarktes damit um 3,6 % in die Höhe.

Der Markt in Hongkong ist stark ins Jahr gestartet, bevor im Februar eine Korrektur einsetzte. Die Regierung musste die Impfung kurzzeitig aussetzen. Das Wachstum der Wirtschaft setzt sich jedoch fort und kleine und mittlere Unternehmen erhalten finanzielle Unterstützung von öffentlichen Behörden.

Japan

Der FTSE Japan Index stieg um 6,2 % im ersten Quartal, infolge einer Erholung der Unternehmensgewinne. Die wirtschaftliche Erholung setzt sich fort und das Geschäftsklima verbessert sich nun schon seit drei Quartalen infolge, wie die japanische Zentralbank mitteilt. Die Wirtschaft wird durch ein großes Konjunkturprogramm unterstützt und die Zentralbank will ihre expansive Geldpolitik fortsetzen. Das Wachstum zu Jahresbeginn verlief jedoch moderat, da auch in Japan die Zahl der Neuinfektionen steigt und die Impfung der Bevölkerung nur langsam voranschreitet.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Der FTSE Global Small Cap Index ist um 13,9 % gestiegen und konnte damit an das starke Abschlussquartal aus dem vergangenen Jahr anknüpfen. In den USA schnitten Small Caps stärker ab als Large Cap-Aktien. Die Hoffnung auf eine schnelle Erholung der US-Wirtschaft zusammen mit den beispiellosen fiskalischen und geldpolitischen Maßnahmen hat das Vertrauen der Marktteilnehmer in kleine Unternehmen bestärkt.

Vor allem die rasante Impfung der Bevölkerung im Zusammenspiel mit sinkenden Infektionszahlen gibt Hoffnung, dass viele kleinere Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit wieder uneingeschränkt aufnehmen können. Das Geschäftsklima nimmt an Fahrt auf.

Kleine Unternehmen schaffen eine große Anzahl von Arbeitsplätzen in der US-Wirtschaft und stellen wichtige Lieferketten für große Unternehmen dar. Ein starkes Wachstum von Small Caps wird daher auch positive Effekte auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung eines Landes haben.

Globale Anleihen

Die Kurse globaler Anleihen im FTSE Global Bond Index fielen um -3,0 % im ersten Quartal. Anleger fürchten eine Überhitzung der US-Wirtschaft infolge des massiven Konjunkturprogramms der US-Regierung und eine steigende Inflation. Die Erwartung, die Zentralbank Fed könne steigenden Preisen mit einer früheren Anhebung der Zinsen begegnen, führte zu einem Abverkauf von Staatsanleihen in den USA und anderen entwickelten Industrienationen.

Die Anleihenrenditen stiegen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen hat sich von 0,91 % auf 1,74 % über das Quartal fast verdoppelt. Zehnjährige britischen Staatsanleihen rentierten bei 0,88 %, ein Anstieg von 65 Basispunkten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen verdoppelte sich ebenfalls fast von -0,57 % auf -0,33 %.

Wertentwicklung ETF Robo je Quartal bis Q1 2021

Entwicklung des ETF Robo in Q1 2021

Anleger mit Schwerpunkt auf globale Anleihen und einer Aktienquote von 30 Prozent (ETF Robo 30) erzielten im ersten Quartal trotz des Abschwungs am Anleihenmarkt 1,4 % Rendite. Für Anleger mit einem ausgeglichenen Verhältnis von Aktien und Anleihen (ETF Robo 50) gab es 4,0 %. Der Robo 70 erzielte 6,6 % und für Anleger mit klarem Fokus auf Aktien im ETF Robo 100 standen 10,2 % zu Buche (siehe Grafik, oben).

Die Wertentwicklung verbesserte sich seit Auflage im März 2018 für den ETF Robo 30 auf eine Gesamtrendite von 17,3 %. Der ETF Robo 50 erzielte seit Auflage eine kumulierte Rendite von 24,9 %. Mit steigender Aktienquote nimmt auch die Rendite zu: Beim ETF Robo 70 gibt es 32,8 % und für den ETF Robo 100 beträgt die Rendite 44,8 %. Der Vorteil eines globalen Aktienportfolios zeigt sich im Vergleich mit dem deutschen Leitindex DAX, der im Vergleichszeitraum eine Rendite von 27,1 % erzielt hat.

Wertentwicklung ETF Robo seit Auflage bis Q1 2021.

Auch der Vergleich mit aktiven Mischfonds fällt weiterhin positiv für den ETF Robo aus. Der Renditevorteil (grün) im Vergleich zu Mischfonds mit einer Aktienquote von 25 % („cautious“) beträgt 10,8 %. Bei der Vergleichsgruppe „moderate“ liegt der ETF Robo 50 mit 11,8 % vorn und bei den aktiven Mischfonds mit einem ähnlich hohen Aktienanteil wie der ETF Robo 70 beträgt der Renditevorteil 10,4 %.

Renditevorteil ETF Robo bis Q1 2021

Ausblick

Trotz mehrerer wirksamer Impfstoffe wird die globale Pandemie die Menschen noch einige Zeit in Atem halten. Daher überrascht es nicht, dass das sich das starke Wachstum an den Märkten aus dem letzten Quartal 2020 zum Jahresbeginn leicht abgeschwächt hat. Nichtsdestotrotz bestätigt sich einmal mehr der Vorteil eines diversifizierten Portfolios. Anleger im ETF Robo 30 bis 70 konnten den zeitweiligen Abverkauf an den Anleihenmärkten durch das Aktiensegment mehr als kompensieren.

Performance Q4 / 2020: Impfstoff-Hoffnung treibt ETF Robo zu neuen Höchstständen

Der hohe Wirkungsgrad der Impfstoffe gegen das Corona-Virus gab den Aktienmärkten zum Ende des Jahres Auftrieb. Einige Märkte erreichten neue Höchststände. Hier finden Sie die Wertentwicklung des ETF Robo im vierten Quartal 2020.

Die Nachfrage nach ETFs ist ungebrochen hoch. Trotz Corona-Pandemie ist das verwaltete Vermögen des US-Investmentpioniers für passive Geldanlagen Vanguard im vergangenen Jahr um 210 Milliarden USD gestiegen und übertrifft erstmals die Marke von 7 Billionen USD weltweit. Auch im vergangenen Corona-Jahr „hielten die Anleger den Kurs“, sagte Vanguard-Chef Tim Buckley der Financial Times:

„Die Anleger haben uns während der schwierigen Marktbedingungen weiterhin ihr Vertrauen ausgesprochen. Das Gesamtvermögen aller Vanguard-Anleger ist über das Gesamtjahr 2020 um 930 Milliarden US-Dollar gewachsen.“

Der Raisin Invest Robo Advisor beinhaltet fünf ETFs und zwei Indexfonds von Vanguard. Im folgenden Quartalsbericht finden Sie eine Übersicht über die Performance der einzelnen Regionen und die Marktentwicklung in den wichtigsten Aktien- und Anleihenmärkten der Welt.

Nordamerika

Der FTSE North America Index legte im vierten Quartal 2020 um 6,4 % zu. Nachrichten über die Zulassung mehrerer Impfstoffe gegen das Corona-Virus gaben den Märkten Auftrieb. Rückenwind verschaffte die US-Regierung vor Weihnachten in Form eines Hilfsprogramms in Höhe von 900 Milliarden USD für die Wirtschaft.

Die Aussicht auf Steuererhöhungen nach dem Wahlsieg Joe Bidens zum US-Präsidenten wirkte sich vor dem Hintergrund nicht negativ auf die Kurse aus. Die US-Zentralbank Fed beschloss, das Niveau der quantitativen Lockerung vorerst aufrecht zu halten, was sich ebenfalls positiv auf die Finanzmärkte auswirkte. Insgesamt schnitten US-Aktien stärker ab als andere Industriestaaten, aber nicht so stark wie Wachstumsmärkte.

Europa

Aktien im FTSE Developed Europe Index stiegen im vierten Quartal 2020 um 11,1 %, ebenfalls aufgrund der Hoffnungen in die neu zugelassenen Impfstoffe von Moderna und BioNtech. Insbesondere Energie- und Finanzunternehmen konnten zulegen, während sich weite Teile Europas in einem Lockdown begeben mussten und die Kontaktbeschränkungen verschärft wurden.

Trotz Gegenwind aus Ungarn und Polen konnten die Regierungschefs der EU den neuen Haushalt in Höhe von 1,8 Billionen EUR verabschieden, inklusive Hilfsmittel in Höhe von 750 Milliarden EUR zur Stabilisierung der Wirtschaft. Nicht zuletzt wurde zum Jahresende ein Brexit-Deal mit Großbritannien zum Austritt des Königreichs aus der Europäischen Union verabschiedet, womit ein großer Unsicherheitsfaktor aus den Märkten entweicht und Unternehmen Planungssicherheit zurückerhalten. Britische Aktien konnten über das Quartal Verluste im Vergleich zu anderen europäischen Ländern aufholen und entwickelten sich positiv.

China und die Wachstumsmärke

Der FTSE Emerging Markets Index legte im vierten Quartal um 11,6 % zu, unterstützt durch die Schwäche des US-Dollars. Chinesische Aktien schlossen das Quartal im positiven Bereich ab, hinkten aber hinter dem Durchschnitt der Wachstumsmärkte hinterher. Die Untersuchung des Technologie-Unternehmens Alibaba durch die chinesische Regierung und eine weitere Eskalation der Spannungen zwischen den USA und China belasteten die Stimmung an den Märkten. Andererseits gab das Freihandelsabkommen zwischen EU und China Aktien aus dem Reich der Mitte zum Jahresende einen positiven Impuls.

Der brasilianische Aktienmarkt performte stärker als der Durchschnitt. Laut Wirtschaftsministerium in Brasilien beträgt der Handelsüberschuss 51 Milliarden USD in 2020, ein Wachstum von 6 % im Vergleich zum Vorjahr. Offizielle Daten zum Wirtschaftswachstum liegen noch nicht vor, doch alles deutet darauf hin, dass Brasilien den Aufschwung aus dem dritten Quartal fortsetzen kann.

In Taiwan profitierten Technologie-Aktien, allen voran in der 5G- und Halbleiter-Industrie, von einer steigenden Nachfrage, das führte zu einer Outperformance am Gesamtmarkt. Auch in Indien setzte sich der Aufschwung fort, die Zahl der Börsengänge nahm zu und der Aktienmarkt beschloss das Jahr mit einem neuen Allzeithoch.

Asien-Pazifik-Region

Im vierten Quartal konnte der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index mit 20,4 % kräftig zulegen. Südkorea war einer der am stärksten wachsenden Aktienmärkte der Welt, unterstützt von starken Gewinnen im Technologiesektor und einem Wiederaufleben der Wirtschaft nach der Corona-Krise. Das Land konnte die Fallzahlen von Covid-19 lange niedrig halten, was zu der starken Erholung beigetragen hat. Zum Jahresende ist die Zahl der Infektionen jedoch stark angestiegen. Der Markt wird durch ein großes Interesse internationaler Investoren unterstützt, die weiteres Potenzial in Korea sehen.

Auch in Australien setzte sich der Aufschwung fort, im Gegensatz zu vielen anderen Aktienmärkten konnten die Kurse das Vorkrisenniveau zwar noch nicht wieder erreichen. Die Wirtschaft konnte die Rezession jedoch hinter sich lassen und der Konsum nimmt wieder an Fahrt auf. Im Gegensatz zum Rest der Welt gibt es in Australien nur sehr wenige Covid-19-Fälle und keine flächendeckenden Restriktionen.

Japan

Der FTSE Japan Index legte mit 9,6 % ebenfalls deutlich zu, getrieben von der Hoffnung auf eine schnelle Impfung und einer hohen Nachfrage aus China. Die Binnennachfrage, das Konsumverhalten der Japaner und die Investitionen der Unternehmen bleiben jedoch hinter den Erwartungen zurück. Schuld daran sind die steigenden Infektionszahlen und die Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Die Regierung legte im Dezember ein Hilfspaket in Höhe von umgerechnet 708 Milliarden USD auf, um die wirtschaftliche Erholung zu beschleunigen.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Der FTSE Global Small Cap Index ist um 17,2 % gestiegen. Small Cap Aktien in den USA starteten im vierten Quartal eine Aufholjagd gegenüber Large Cap Aktien, nachdem ihre Performance im zweiten und dritten Quartal hinter Aktien mit großer Marktkapitalisierung zurückgefallen war. Neben Hoffnungen auf ein schnelles Ende der globalen Pandemie sorgen vor allem fiskalische Hilfsmittel der US-Regierung und eine expansive Geldpolitik der Fed für die starken Kursgewinne der Small Caps. Die steigenden Aktivitäten auf dem Markt für Mergers & Acquisitions setzten zusätzliche Impulse bei Übernahmekandidaten, ebenso wie die starke Nachfrage nach Technologie-Aktien.

Japanische Small Caps entwickelten sich leicht positiv über das gesamte Quartal, britische Small Caps beendeten das Jahr ebenfalls stark.

Globale Anleihen

Die Anleihen im FTSE Global Bond Index legten im vierten Quartal um 0,6 % zu. Die Renditen von Staatsanleihen in den USA und Deutschland entfernten sich weiter: Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen schloss das Quartal bei 0,91 %, während die deutsche 10-Jahres-Rendite auf -0,57 % fiel.

Die Europäische Zentralbank weitete ihre Geldpolitik aus. In Südeuropa fielen daraufhin die Renditen. Die italienischen und spanischen 10-Jahres-Anleihen verzeichneten deutliche Rückgänge von 32 bzw. 20 Basispunkten. Die Rendite der zehnjährigen britischen Anleihen war mit 0,20 % kaum verändert, da die Hoffnung auf schnelle Impfungen durch die Brexit-Unsicherheit bis zum Ende des Jahres und einem dritten Lockdown gedämpft wurde. Die Renditen von Unternehmensanleihen übertrafen die von Staatsanleihen.

Entwicklung des ETF Robo

Anleger mit einer Aktienquote von 30 Prozent (ETF Robo 30) erzielten im vierten Quartal 3,9 % Rendite. Für Anleger mit einem ausgeglichenen Verhältnis von Aktien und Anleihen (ETF Robo 50) gab es 6,0 %. Das ETF-Portfolio mit einer Aktienquote von 70 % (ETF Robo 70) erzielte 8,1 % und für den ETF Robo 100 standen 11,3 % zu Buche (siehe Grafik, oben).

Die Wertentwicklung seit der Auflage verbessert sich für den ETF Robo 30 auf eine Gesamtrendite von 15,7 %. Der ETF Robo 50 kommt auf einen Wertzuwachs von 20,1 %, bei ETF Robo 70 beträgt die Rendite 24,5 % und für den ETF Robo 100 gibt es 31,1 %. Der deutsche Leitindex DAX hat im gleichen Zeitraum übrigens ein Plus von 15,4 % erzielt.

Performance von Raisin Invest ETF Robo.

Im Vergleich mit aktiven Mischfonds vergrößert der ETF Robo den Abstand zur Benchmark. Mischfonds mit einer Aktienquote von 25 % („cautious“) erzielten seit Ende März 2018 nur 5,2 %. Bei der mit Aktien und Anleihen ausgeglichenen Vergleichsgruppe „moderate“ waren es 9,3 % und bei den „aggressiven“ aktiven Mischfonds mit einem hohen Aktienanteil 15,3 %. Daraus ergibt sich für jeden ETF Robo ein wachsender Renditevorteil:

Ausblick

Steigende Infektionszahlen, Gesundheitssysteme an der Grenze der Belastbarkeit und weitreichende Lockdowns konnten die Finanzmärkte zum Jahresende nicht erschüttern. Im Gegenteil: Die globalen Aktienmärkte schließen das Jahr der Corona-Pandemie mit einem deutlichen Plus ab und blicken voller Optimismus auf die weltweit größte Impfaktion in der Geschichte der Menschheit.

Passive Geldanlagen wie ETFs und Indexfonds haben den Belastungstest durch die Corona-Krise erfolgreich bestanden. Das zeigt das weiterhin steigende Investitionsvolumen in Vanguard-Fonds und das wachsende Vertrauen der Anleger, die sich durch kurzfristige Kursrückgänge nicht von ihrer langfristigen Anlagestrategie abbringen lassen.

ETF Robo: Globale Aktienmärkte setzen Erholung im dritten Quartal fort

Nach dem starken Sommer-Aufschwung an den Märkten kehrt Ruhe ein. Die globale Pandemie ist noch nicht überstanden, aber die Volatilität geht im dritten Quartal merklich zurück. Die Kurse an den Märkten steigen weiterhin moderat. Auch der ETF Robo (ehemals WeltInvest) vollziehen diese Entwicklung nach.

Hinweis: Am 11.11.2020 wurde WeltInvest in ETF Robo umbenannt. Am Produkt hat sich nichts geändert. Dieser Artikel wurde nachträglich angepasst.

Regierungen und Zentralbanken auf der ganzen Welt stützen die Volkswirtschaften in Folge der Corona-Pandemie mit milliardenschweren Hilfspaketen und einer expansiven Geldpolitik. Das führte im Sommer zum stärksten Aufschwung der Börsengeschichte. Im dritten Quartal 2020 legten die Märkte eine Verschnaufpause ein, die Kurse steigen jedoch weltweit weiter an. Hier ist ein Überblick über die Entwicklung der Aktien- und Anleihenindizes in den WeltInvest ETF-Portfolios.

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Nordamerika

Der FTSE North America Index legte im dritten Quartal des Jahres 4,3 % erneu stark zu. Das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich im Vergleich zum Vorquartal zwar abgeschwächt, jedoch setzte sich die Erholung aus dem Sommer fort. Neuigkeiten gibt es vom US-Zentralbanksystem Fed. Gemäß Fed-Chef Jerome Powell wird die Zentralbank künftig vorübergehende Überschreitungen des Inflationsziels von zwei Prozent zulassen, bevor sie den Leitzins anhebt. Wann es dazu kommen wird, ist indes völlig offen, da die Inflationserwartungen niedrig sind. Die Fed geht davon aus, dass sie den Leitzins nicht vor dem Jahr 2023 wieder anheben wird.

Die Arbeitslosenquote in den USA sank im dritten Quartal. Folglich verbesserte sich die Erwerbsquote. Sie liegt aber immer noch unter dem Niveau vor dem Ausbruch der Pandemie im Februar. Die Industrieproduktion stieg im dritten Quartal, auch wenn sich die Erholung im verarbeitenden Gewerbe verlangsamt. Auch im Einzelhandel verbesserte sich die Situation. Insbesondere Aktien von Restaurantbetreibern und Bekleidungsherstellern gehörten zu den Gewinnern im Quartal. Fluggesellschaften hingegen gehörten aufgrund sinkender Passagierzahlen weiterhin zu den Verlierern.

Europa

Aktien im FTSE Developed Europe Index traten im dritten Quartal mit 0,2 % auf der Stelle. Die Wachstumsrate des europäischen Wirtschaftsraumes verlangsamte sich und Sorgen über die stark ansteigenden Covid-19-Infektionen nahmen zu. Im Juli genehmigte die EU einen 750 Milliarden EUR schweren Hilfsfonds zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Das Geld wird von der Europäischen Kommission an die EU-Länder verteilt und von allen Mitgliedstaaten garantiert. Aufgrund des rasanten Anstiegs der Infektionszahlen wurden neue Beschränkungen zur Eindämmung des Virus angekündigt und umgesetzt. Verschiedene europäische Länder, darunter Deutschland, haben ihre Programme zum Erhalt von Arbeitsplätzen ausgeweitet.

Das Wachstum der Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor kam im September zum Erliegen. Der Einkaufsmanager-Index der Euro-Zone (PMI) fiel auf 50,1. Ein Wert unter 50 signalisiert eine Kontraktion.

Britische Aktien blieben im dritten Quartal hinter Aktien der Euro-Zone zurück. Erneute Ängste vor einem ungeordneten Brexit belasteten die Stimmung, ebenso wie Sorgen um die Folgen einer zweiten Welle von Covid-19-Infektionen. Die Wiedereinführung lokaler Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus dämpften die Aussichten für das britische Wirtschaftswachstum.

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China und die Wachstumsmärkte

Der FTSE Emerging Markets Index legte im dritten Quartal um 4,1 % zu. Dieser Anstieg an den Wachstumsmärkten wurde von der Hoffnung auf einen baldigen Covid-19-Impfstoff und eine anhaltende wirtschaftliche Erholung getragen. Die Schwäche des US-Dollars erwies sich als unterstützend.

Chinesische Aktien übertrafen die Wertentwicklung der globalen Aktienmärkte, da sich die Wirtschaft weiter erholte. Offizielle Daten liegen noch nicht vor, aber Umfragen zufolge könnte Chinas Wirtschaft im dritten Quartal um etwa 5,2 % gewachsen sein, das wäre ein weiterer Anstieg nach dem Wachstum von 3,2 % aus dem zweiten Quartal.

Taiwan gehörte aufgrund eines Anstiegs bei IT-Aktien zu den stärksten Wachstumsmärkten. Auch Indien übertraf trotz steigender Covid-19-Fälle die durchschnittliche Wertentwicklung globaler Märkte. Die Regierung Narendra Modis konnte Fortschritte bei den Agrar- und Arbeitsreformen machen.

Der Aktienmarkt in Russland entwickelte sich unterdurchschnittlich, überwiegend aufgrund der Unsicherheit über die US-Außenpolitik im Hinblick auf die US-Präsidentschaftswahlen im November. Auch die Schwäche des Rohölpreises wirkte hemmend auf die Preisentwicklung.

Asien-Pazifik-Region

Im dritten Quartal konnte der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index mit 0,8 % nur leicht zulegen. Die australische Regierung hat ein 98 Milliarden Dollar schweres Hilfsprogramm aufgesetzt, um die Wirtschaft aus der Rezession zu führen. Während Australiens Wirtschaft im laufenden Jahr schrumpfen soll, erwarten Ökonomen eine Rückkehr zu starkem Wachstum für 2021. Auch in Neuseeland gibt es ein Hilfspaket seitens der Regierung sowie Steuererleichterungen im Kampf gegen die Pandemie.

Koreas Wirtschaft wird im laufenden Jahr vermutlich um 1,3 % schrumpfen, wie die Zentralbank des Landes mitteilt. Eine Leitzinsänderung soll es in diesem Jahr nicht geben. Vor dem Hintergrund steigender Immobilienpreise und einer erhöhten Verschuldung der Haushalte bleibt die Geldpolitik expansiv.

Die Regierung in Hong Kong stimmte indes einem Stimulus-Paket zu, um die Wirtschaft nach dem Ausbruch von Covid-19 und infolge der Spannungen mit China zu stabilisieren.

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Japan

Der FTSE Japan Index legte mit 3,7 % deutlich zu. Der Anstieg efolgte trotz einer allmählichen Stärkung des Yen gegenüber dem US-Dollar in diesem Zeitraum und der Rücktritts-Ankündigung des japanischen Premierministers Shinzo Abe. Seit dem 16. September regiert Abes Nachfolger Yoshihide Suga. Der Führungswechsel hatte kaum Auswirkungen auf den japanischen Finanzmarkt.

Obwohl die Unternehmensgewinne deutlich unter Druck gerieten, brachte die Quartalsberichtssaison einige positive Überraschungen. Auch die Industrieproduktion entwickelte sich besser als prognostiziert. Die japanische Zentralbank stellt überdies eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Der FTSE Global Small Cap Index ist mit 3,4 % auch im dritten Quartal neben den USA und Japan einer der Wachstumstreiber in den WeltInvest ETF-Portfolios. Small Caps dürften von der finanziellen Unterstützung seitens der Regierungen profitieren, ebenso wie von den niedrigen Zinsen.

Obwohl Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung sich meist auf den Heimatmarkt konzentrieren und weniger abhängig von makroökonomischen Trends sind, ist die globale Corona-Pandemie und die rückläufige wirtschaftliche Aktivität auch für sie eine Herausforderung. Eine große Welle von Insolvenzen von überschuldeten Small Cap Unternehmen ist im dritten Quartal jedoch ausgeblieben, was der Debatte um künstlich am Leben gehaltene Zombie-Unternehmen die Grundlage entzieht.

Während die Performance von Small Cap Aktien in den USA im laufenden Jahr meist hinter der von Large Cap Aktien mit Technologie-Schwerpunkt zurückblieb, konnten Small Caps im September erstmals besser abschneiden.

Globale Anleihen

Die Anleihen im FTSE Global Bond Index legten im dritten Quartal 0,9 % zu. Positive Faktoren für diese Entwicklungen war die Unterstützung der US Federal Reserve Bank sowie Hoffnung auf die schnelle Entwicklung eines Impfstoffes. Dämpfende Faktoren sind die nahenden Präsidentschaftswahlen in den USA und der erneute Anstieg der Covid-19-Infektionen.

Die Renditen von Staatsanleihen waren gemischt. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen lag bei 0,68 %, während die Rendite der zehnjährigen britischen Schuldtitel auf 0,23 % stieg. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen schloss bei -0,52 %.

Unternehmensanleihen verzeichneten ein positives Quartal, befördert durch die expansive Geldpolitik und der Jagd von Investoren nach Rendite. Ähnliche Effekte gab es auch bei Schwellenländer-Anleihen in USD zu beobachten.

Wertentwicklung von WeltInvest in den vergangenen vier Quartalen.

Entwicklung der WeltInvest ETF-Portfolios

Die Wertentwicklung an den globalen Finanzmärkten wirkt sich wie folgt auf die WeltInvest ETF-Portfolios aus: Anleger mit einer Aktienquote von 30 Prozent (WeltInvest 30) erzielten im dritten Quartal 1,4 %. Für Anleger mit einem ausgeglichenen Verhältnis von Aktien und Anleihen (WeltInvest 50) gab es 1,9 %. Das ETF-Portfolio mit einer Aktienquote von 70 % (WeltInvest 70) erzielte 2,4 % und für WeltInvest 100 standen 3,2 % zu buche (siehe Grafik, oben).

Die Quartalszahlen wirken sich auch auf die Wertentwicklung seit der Auflage von WeltInvest aus. Seit dem 23.3.2018 erzielte WeltInvest 30 eine Gesamtrendite von 10,9 %. WeltInvest 50 kommt auf einen Wertzuwachs von 12,4 %, bei WeltInvest 70 beträgt die Rendite 13,9 % und für WeltInvest 100 gibt es 16,5 %. Der deutsche Leitindex DAX hat im gleichen Zeitraum übrigens ein Plus von nur 7,4 % erzielt.

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Wertentwicklung seit Auflage der WeltInvest ETF-Portfolios bis Ende September 2020.

Der Vergleich mit aktiven Mischfonds fällt auch in diesem Quartal wieder positiv aus. Die Benchmark „cautious“ mit einer Aktienquote von 25 % erzielte seit Ende März 2018 nur 2,0 %. Bei der mit Aktien und Anleihen ausgeglichenen Vergleichsgruppe „moderate“ waren es nur 3,8 % und bei den „aggressiven“ aktiven Mischfonds mit einem hohen Aktienanteil 7,0 %. Daraus ergibt sich für jedes WeltInvest ETF-Portfolio ein Renditevorteil, wie in der untenstehenden Tabelle aufgeführt:

Renditevorteil von WeltInvest Seit Auflage der ETF-Portfolios bis Ende September 2020.

Ausblick

Wirft man einen oberflächlichen Blick auf die Entwicklung der globalen Finanzmärkte im dritten Quartal könnte man meinen, die Rückkehr zur Normalität wäre nach der turbulenten ersten Jahreshälfte bereits vollzogen. Doch es gibt noch immer keinen Impfstoff für die Bekämpfung der globalen Gesundheitskrise, die Zahl der Neuinfektionen steigt weiterhin und eine zweite Welle könnte die globale Wirtschaft und auch die Finanzmärkte vor neue Herausforderungen stellen.

ETF Robo Quartalsbericht: Starke Erholung beruhigt Anleger nach Corona-Schock

Die globalen Aktienmärkte haben sich nach dem Corona-Schock im März bis zum Ende des zweiten Quartals erholt. Aber nicht nur das: Es handelt sich um einen der stärksten Aufschwünge der Börsengeschichte. Auch der ETF Robo machen diesen Aufschwung mit und ziehen an der Konkurrenz vorbei.

Die Corona-Krise ist noch nicht ausgestanden. Doch nach dem schlimmsten Einbruch an den globalen Aktienmärkten seit den 30er Jahren starteten die Märkte eine rasante Aufholjagd. Auch ETF Robo sind mit dabei und ziehen im Echtgeld-Test an der Konkurrenz vorbei.

Hinweis: Am 11.11.2020 wurde WeltInvest in ETF Robo umbenannt. Am Produkt hat sich nichts geändert. Dieser Artikel wurde nachträglich angepasst.

Es gibt neue Krisenherde in den USA, Brasilien und anderen Wachstumsmärkten, aber auch Hoffnung in die Entwicklung von wirksamen Impfstoffen in unterschiedlichen Teilen der Welt. Wie es weitergeht, ist unklar. Die Märkte hingegen setzten im zweiten Quartal eindeutig auf einen schnellen Ausweg aus der Krise.

Nordamerika

Der in WeltInvest enthaltene FTSE North America Index legte im zweiten Quartal 2020 um 23,3 % zu. Auslöser dafür waren die Lockerungen der Lockdown-Maßnahmen, die anhaltend expansive Geldpolitik und finanzielle Unterstützung seitens der Regierung. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit war zu Beginn des zweiten Quartals dramatisch, verlangsamte sich aber zum Ende hin erheblich. Auch die Einzelhandelsumsätze stabilisierten sich.

Der Optimismus der Anleger wurde jedoch durch einen anschließenden Anstieg der Covid-19-Fälle gedämpft, der einige Staaten veranlasst hat, die Lockerung der Sperrmaßnahmen zu überdenken oder rückgängig zu machen. In den Bundesstaaten Texas, Florida, Kalifornien und Arizona stiegen die Fälle und Krankenhausaufenthalte deutlich an. An einem Tag überstieg die Zahl der Neuinfektionen in den USA die Marke von 70.000.

Europa

Aktien im FTSE Developed Europe Index konnten im zweiten Quartal 16,3 % zulegen. Die baltischen Länder und Österreich gehörten zu den ersten, die den Lockdown im April aufgrund ihres Erfolgs bei der Eindämmung von Covid-19 beendeten. Spanien, Frankreich und Italien warteten etwas länger, bevor sie die Maßnahmen lockerten.

Weitere Unterstützung fanden Aktien durch das größte Haushalts- und Finanzpaket in der Geschichte der EU. Das Paket umfasst 1,8 Billionen EUR. Davon sollen 1.074 Milliarden EUR für den nächsten siebenjährigen Haushalt der EU und 750 Milliarden Euro für ein Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Folgen der Pandemie verwendet werden. Die Europäische Zentralbank bot ebenfalls Unterstützung an. Sie weitete ihr Anleihenkaufprogramm auf 1,35 Billionen Euro aus.

Während die Wirtschaft in der Eurozone im ersten Quartal um 3,6 % geschrumpft ist, haben sich wichtige Indikatoren im zweiten Quartal verbessert. Der Einkaufsmanagerindex der Eurozone (PMI) stieg im Juni auf 47,5. Das ist ein enormer Anstieg im Vergleich zu 31,9 im Mai und 13,6 im April. Ein Wert von über 50 signalisiert Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor.

China und die Wachstumsmärkte

Der FTSE Emerging Markets Index gewann im zweiten Quartal 17,4 % dazu. Die Aktien der Wachstumsmärkte verzeichneten damit ihre stärkste Quartalsrendite seit mehr als einem Jahrzehnt, wobei die Schwäche des US-Dollars die Renditen verstärkte. Dies ist vor allem deshalb überraschend, weil die Zahl der neuen täglichen Fälle von Covid-19 in einigen Ländern steigt.

Die chinesische Wirtschaftstätigkeit verbesserte sich: Der PMI des verarbeitenden Gewerbes stieg im Juni auf 51,2. Der Export hingegen sank im Vergleich zum Vorjahr leicht (-3,3 %). Unterdessen kündigte die Regierung im Mai weitere fiskalische Unterstützung an. Die geopolitischen Bedenken nehmen jedoch zu, seit sich die Konfrontation mit den USA über Handels- und Technologiefragen wieder verschärft.

Auch in den anderen Wachstumsmärkten entwickelten sich die Märkte positiv. Taiwan übertraf den regionalen Index in der Hoffnung auf eine Erholung der globalen Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte 2020. Indiens Zentralbank leistete im April zusätzliche Unterstützung, worauf im Mai ein umfangreiches Konjunkturpaket angekündigt wurde. Das Land profitierte auch von niedrigeren Ölpreisen. Südafrika schnitt ebenfalls etwas besser ab als der Durchschnitt des Index. Dort beendete die Regierung den Lockdown, um die Wirtschaft wieder zu öffnen. Die Wirtschaftstätigkeit begann sich zu erholen, wie die Daten aus dem PMI des Verarbeitenden Gewerbe im Juni zeigen. In Brasilien gab es trotz Währungsschwäche und steigender Infektionszahlen kräftige Gewinne.

Asien-Pazifik-Region

Im zweiten Quartal hat der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index 18,3 % zugelegt. Die Märkte der Asien-Pazifik-Region wurden durch neue Impulse der großen Zentralbanken beflügelt. Auch die anhaltende Normalisierung innerhalb der Region und die Öffnungen der Volkswirtschaften in der ganzen Welt trugen dazu bei.

In Korea fiel die Berichtssaison der Unternehmen besser aus als erwartet und beflügelte die Märkte, ebenso wie die Ankündigung zusätzlicher wirtschaftlicher Unterstützung durch die Regierung. Singapur schnitt etwas schlechter als die Region ab.

Auch Hongkong schnitten Aktien angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen schlechter ab als der Gesamtmarkt. China führte zum Ende des Quartals ein nationales Sicherheitsgesetz in Hongkong ein, was auf großen Widerstand in der Bevölkerung trifft.

In Australien gab es hingegen das beste Quartal seit 11 Jahren. Auch hier überwiegt die Unterstützung der Zentralbank den Anstieg der Covid-19 Neuinfektionen. Ein Wiederaufleben der Beschäftigung und die steigende Geschäftstätigkeit in China unterstützen den Auftrieb. In Neuseeland gab es sogar das beste Quartal in der Geschichte des Aktienmarktes.

Japan

Der japanische Aktienmarkt, abgebildet durch den FTSE Japan Index, legte mit 11,9 % ebenfalls deutlich zu. Obwohl es im Juni eine gewisse kurzfristige Währungsvolatilität gab, blieb der Yen während der drei Monate relativ stabil. Der Transport-, Versicherungs- und Versorgungs-Sektor fiel hingegen hinter dem allgemeinen Marktanstieg zurück. Die Fluggesellschaften schwächten sich weiter ab.

Die praktischen Beschränkungen der sozialen und geschäftlichen Tätigkeit waren in Japan weit weniger restriktiv als in Europa, jedoch erfolgreich. Premierminister Abe konnte dann eine schrittweise Aufhebung des Ausnahmezustands verkünden. Die japanische Regierung hat auch ihre haushaltspolitische Reaktion auf die Krise weiter verstärkt und einen zweiten Nachtragshaushalt aufgestellt. Nachdem die Bank of Japan ab März ihre Käufe von börsengehandelten Indexfonds (ETF) erhöht hat, kündigte sie weitere geldpolitische Initiativen an.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Der FTSE Global Small Cap Index war mit 27,1 % der stärkste Wachstumstreiber in den WeltInvest ETF-Portfolios. Vor allem kleine Unternehmen in den USA und Japan trugen zu diesem starken Wachstum bei. In Japan performten kleine Unternehmen stärker als Large Caps über das gesamte Quartal.

Die Berichtssaison fiel für Small Cap Unternehmen im zweiten Quartal zwar sehr schlecht aus, aber an der Börse wird die Zukunft gehandelt und Analysten erwarten viel bessere Zahlen im dritten Quartal. Hinzu kommt Unterstützung durch die Zentralbanken, die den Risikoappetit der Investoren nach wie vor nährt.

Globale Anleihen

Globale Anleihen im FTSE Global Bond Index legten im zweiten Quartal 2,4 % zu. Die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen aus den USA und Deutschland haben sich kaum verändert. Im Juni gab es bei US-Staatsanleihen einen Abverkauf: Aufgrund von guten US-Arbeitsmarktdaten wendeten sich Anleger risikoreicheren Anlageklassen wie Aktien zu.

In Europa gab es einen Rückgang der italienischen 10-Jahres-Rendite von über 22 Basispunkten (bps) auf 1,26 %. Italienische Anleger antizipierten den Abschluss des riesigen Hilfspakets der EU zur Bekämpfung der Corona-Krise.

Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Bereich schnitten stark ab und übertrafen die Renditen von Staatsanleihen, da sie von einem stärkeren Risikoappetit profitierten. Investment-Grade-Anleihen sind Anleihen hoher Qualität, die von einer Ratingagentur bewertet werden.

Auch Anleihen der Schwellenländer erholten sich kräftig. Staats- und Unternehmensanleihen, die in stabilen Währungen notierten, trugen den Hauptanteil dazu bei.

Entwicklung der WeltInvest ETF-Portfolios

Die WeltInvest ETF-Portfolios folgten dem starken Auftrieb an den globalen Märkten im zweiten Quartal. Für WeltInvest 30 gab es einen Zuwachs von 7,0 %, das ausgeglichene WeltInvest 50 erzielte 10,4 %, bei WeltInvest 70 waren es 14,0 % und das 100-prozentige Aktienportfolio WeltInvest 100 wuchs um 20,1 %. Gemäß den Erwartungen steigen Rendite und Schwankungen, je höher die Aktienquote ausfällt.

WeltInvest Entwicklung pro Quartal bis Ende Q2/2020.

Auch die Gesamt-Performance von WeltInvest hat sich nach Q2 wieder erholt. Auffällig hierbei ist, dass die ETF-Portfolios trotz unterschiedlicher Aktienquote seit Auflage näher zusammengerückt sind. Seit dem 23.3.2018 beträgt die Gesamtrendite für WeltInvest 30 mit dem höchsten Anleihen-Anteil 9,3 %. WeltInvest 50 erzielt 10,4 %, bei WeltInvest 70 beträgt die Rendite 11,2 % und für WeltInvest 100 stehen 12,9 % zu Buche. Der deutsche Leitindex DAX hat im gleichen Zeitraum übrigens ein Plus von nur 3,6 % erzielt.

WeltInvest Performance seit Auflage bis Ende Q2 2020.

Passive Investmentfonds schneiden langfristig besser ab als aktiv gemanagte Fonds. Das zeigt auch der direkte Vergleich mit einer Benchmark aktiv gemanagter Mischfonds vom Fondsanalysehaus Morningstar. Die Benchmark „cautious“ mit einer Aktienquote von 25 % erzielte seit Ende März 2018 nur 0,6 %. Die mit Aktien und Anleihen ausgeglichene Vergleichsgruppe „moderate“ waren es nur 1,7 % und bei den „aggressiven“ aktiven Mischfonds nur 3,9 %. Den Renditevorteil der WeltInvest ETF-Portfolios haben wir in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Renditevorteil von WeltInvest gegenüber aktiven Mischfonds mit vergleichbarer Aktienquote.

Ausblick

Die Erholung an den Märkten im zweiten Quartal fiel sehr viel stärker aus, als es Experten erwartet hatten. Das hängt überwiegend mit einer umfassenden Unterstützung durch die Zentralbanken und Regierungen auf der ganzen Welt zusammen, zuletzt bestätigt durch die Maßnahmen der Europäischen Union. Es hat sich erneut bestätigt, dass langfristig orientierte Anleger kurze Krisenzeiten mit ETF-Portfolios aussitzen können.

Die Aufhebung des Lockdowns in weiten Teilen der Welt hat zur Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivität, aber auch zu neuen Corona-Hotspots geführt. Die Krise ist also noch lange nicht ausgestanden. Selbst wenn es einen Impfstoff in diesem Jahr geben sollte, sind die Fragen der Massenproduktion und globalen Distribution noch völlig unbeantwortet.

Es bleibt abzuwarten, ob nationale Eigeninteressen überwiegen oder globale Kooperation und Solidarität dazu führen werden, dass ein Impfstoff auch dort ankommt, wo er benötigt wird.

Quartalsbericht: ETF Robo besteht Herausforderung aus der Corona-Krise

Für Anleger ging es im ersten Quartal deutlich bergab. Doch der Raisin Invest ETF Robo behauptet sich nicht nur gegen die Benchmark aus aktiven Mischfonds, sondern schneidet auch besser ab als der Deutsche Aktienindex DAX. Hier sind alle Zahlen, Daten und Fakten in unserem Marktrückblick.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) bezeichnet die globale Corona-Pandemie als schlimmste Wirtschaftskrise seit der großen Rezession der 1930er Jahre. Mit der steigenden Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle haben Regierungen weltweit weite Teile ihrer Wirtschaft geschlossen. Auch auf den globalen Finanzmärkten ging es deutlich bergab, bevor eine starke Erholung im April einsetzte. Die im ETF Robo enthaltenen Marktregionen entwickelten sich wie folgt.

Hinweis: Am 11.11.2020 wurde WeltInvest in ETF Robo umbenannt. Am Produkt hat sich nichts geändert. Dieser Artikel wurde nachträglich angepasst.

Nordamerika

Der in WeltInvest enthaltene FTSE North America Index verlor im ersten Quartal des neuen Jahrzehnts -18,1 %, als das Coronavirus die globale Wirtschaft zunehmend lahmlegte. Die Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle steigt. Die Arbeitslosenzahlen steigen dramatisch. Weitere Wirtschaftsindikatoren deuten darauf hin, dass der Anstieg weiter zunehmen wird.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat im März erstmals seit der globalen Finanzkrise die Zinsen auf nahezu Null Prozent gesenkt und ein unbegrenztes Programm zum Ankauf von Anleihen (Quantitative Easing) angekündigt. Die US-Regierung verabschiedete ein Konjunkturpaket in Höhe von 2 Billionen Dollar und es gibt Anzeichen, dass es ein weiteres Paket geben könnte. Neben Direktzahlungen an private Haushalte handelt es sich vor allem um Darlehen an kleine und notleidende Unternehmen.

In allen Sektoren gab es deutliche Rückgänge. Energieaktien wurden hart getroffen und der Ölpreis brach stark ein. Auch Finanz- und Industrieaktien mussten starke Kursverluste verkraften. Die Bereiche Informationstechnologie und Gesundheitswesen verloren zwar auch, hielten sich aber etwas besser.

Europa

Aktien im FTSE Developed Europe Index verbuchten mit -22,7 % sogar noch stärkere Verluste als in den USA. Italien und Spanien gehören zu den am schwersten vom Virus betroffenen Ländern. Nationen in ganz Europa haben Schritte unternommen, um die Bewegungsfreiheit von Menschen einzuschränken und Teile ihrer Volkswirtschaften zu schließen. Das Wachstum in Europa war schon vor dem Ausbruch des Corona-Virus fragil, in Deutschland gab es ein Nullwachstum. Aktuelle Quartalszahlen für das BIP des Kontinents liegen noch nicht vor, aber es wird mit einem starken wirtschaftlichen Abschwung gerechnet.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für März fiel auf ein Rekordtief von 31,4 Punkten (von 51,6 im Februar). Der Index bezieht sich auf Unternehmen sowohl im Dienstleistungssektor als auch im Verarbeitenden Gewerbe, ein Wert unter 50 zeigt einen Rückgang der Wirtschaftsleistung an.

Alle Sektoren verloren im Quartal an Wert. Defensive Bereiche des Marktes wie Gesundheitswesen und Versorgungsunternehmen verloren vergleichsweise weniger stark an Wert. Finanz- und Industriesektoren gehörten zu den am stärksten betroffenen Sektoren. Banken in ganz Europa setzen Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe aus. Sie sollen ihre Kreditvergabe an Unternehmen ausweiten.

Die Europäische Zentralbank kündigte ein 750 Milliarden Euro Programm für den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen an. Die Europäische Kommission und Regierungen in ganz Europa schnürten Ausgabenpakete zusammen, um Unternehmen und Haushalte dabei zu helfen, ihre laufenden Kosten zu decken.

China und die Wachstumsmärkte

Der FTSE Emerging Markets Index verlor -22,4 % vom Jahresbeginn bis Ende März. Die Ausbreitung des Virus führte zuerst in China zu scharfen Ausgangssperren und zu einem starken Rückgang der Wirtschaftstätigkeit. Experten rechnen deshalb im laufenden Jahr mit einer weltweiten Rezession.

Im Welthandel ist nicht nur das Angebot, sondern auch die Nachfrage rückläufig. Während die Produktion in China in einigen Industrien bereits wieder anläuft, fehlt es im Rest der Welt an Aufträgen infolge der Corona-Krise. Obwohl auch in China die Aktienkurse der Unternehmen einbrachen, schnitt der chinesische Sektor besser ab als der Durchschnitt der Wachstumsmärkte. China versucht die Rückkehr zur Normalität zuerst zu meistern. Die Quarantäne-Maßnahmen wurden zum Ende des Quartals gelockert.

Brasilien war der schwächste Markt im Index der Entwicklungsmärkte, wobei die Währungsschwäche die negativen Renditen verstärkte. Die Zentralbank senkte ihren Leitzins und kündigte Maßnahmen an, darunter Reduzierungen der Einlagereserven für Banken und Maßnahmen zur Stabilisierung der Währung.

In Indien war die Performance im ersten Quartal unterdurchschnittlich im Vergleich zum Index der Wachstumsmärkte. Als die Zahl der Covid-19-Fälle zu steigen begann, verkündete Regierungschef Narendra Modi einen Lockdown, der noch bis Mai andauern soll.

Auch in Taiwan sind die Märkte im ersten Quartal eingebrochen, bevor die Erholung einsetzte. Doch im Gegensatz zu anderen Wachstumsmärkten gab es in Taiwan bislang keine scharfen Maßnahmen wie eine Ausgangssperre oder einen Shutdown der Wirtschaft. Die Region leistet einen wichtigen Beitrag für die globale Tech-Industrie.

Asien-Pazifik-Region

Im ersten Quartal hat der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index -24,6 % verloren. Nicht nur die drohende Covid-19-Pandemie und die Aussicht auf eine globale Rezession, auch die Stärke des US-Dollars belastet die Renditen.

In Südostasien (ASEAN-Märkte) waren die Verluste noch stärker. Auch in Südkorea brachen die Aktienkurse ein. Unterdessen scheint die Ausbreitung des Virus in Hongkong relativ eingedämmt zu sein.

Japan

Der FTSE Japan Index büßte -24,6 % an Wert ein. Obwohl der Yen als sicherer Hafen für Anleger in Krisenzeiten gilt, war die japanische Währung im ersten Quartal außerordentlich volatil. Auch die Entwicklung am Aktienmarkt war von Schwankungen gekennzeichnet. Kleinere Unternehmen waren im Quartal trotz einer relativen Erholung in der zweiten Märzhälfte deutlich schwächer als Aktien in den größeren Indizes.

Das Virus breitet sich in Japan langsamer aus und auch die Sterblichkeitsrate ist niedriger. Dies hat bisher zu einer etwas weniger strengen Reaktion der Behörden geführt. Doch Bars und Nachtclubs sind noch immer geöffnet. Es ist daher möglich, dass Tokio in naher Zukunft strengere Beschränkungen für die Bevölkerung auferlegen wird.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Kleine und mittelständische Unternehmen sind generell anfälliger für Krisen als große Unternehmen. Daher überrascht es kaum, dass der FTSE Global Small Cap Index mit einem Minus von -28,5 % am deutlichsten in den WeltInvest Portfolios an Wert verloren hat.

Allerdings führen Small Cap Aktien, vor allem im wichtigsten Small Cap Index in den USA, derzeit auch die Erholung an den Aktienmärkten an. Entscheidend für die weitere Entwicklung im Sektor ist auch der Zugang zu neuen Krediten. Kleinere Unternehmen haben eine durchschnittlich höhere Schuldenlast als größere Unternehmen.

Globale Anleihen

Auf der Suche nach einem sicheren Hafen wenden sich Anleger in Krisenzeiten zuerst an die Anleihenmärkte. In den WeltInvest Portfolios erwiesen sich Anleihen als Stabilitätsanker. Die Kurse von Staats- und Unternehmensanleihen stiegen im FTSE Global Bond Index um 1,0 % und die Renditen gingen zurück.

Auf den Anleihenmärkten gab es hohe Schwankungen. Die Renditen und Preise von Staatsanleihen waren volatil, erreichten zunächst extreme Tiefststände und stiegen dann wieder, als Investoren liquide Mittel verkauften, um sich mit Geld zu versorgen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel im Quartal von 1,92 % auf 0,63 %. Die deutsche 10-Jahres-Rendite fiel von -0,19 % auf -0,49 %.

Der US-Börsenhandel wurde wegen des Umfangs der täglichen Bewegungen mehrmals vorübergehend ausgesetzt und Unternehmen waren mehrere Tage lang nicht in der Lage, Anleihen zu begeben. Erst als die Federal Reserve ankündigte, Unternehmensanleihen zu kaufen, stiegen die Kurse von Investment-Grade-Anleihen auf Rekordhoch.

Entwicklung der WeltInvest ETF-Portfolios

Die WeltInvest ETF-Portfolios folgten dem Abschwung an den globalen Aktienmärkten infolge der Corona-Krise. Die Quartalsrendite beträgt -6,6 % für WeltInvest 30, hier erwies sich das große Anleihensegment von 70 % als Stabilitätsanker. Das ausgewogene WeltInvest 50 verlor -11,3 %.  Bei WeltInvest 70 ging es um -16,5 % bergab und bei WeltInvest 100 bekamen Anleger den Abschwung an den globalen Aktienmärkten mit -22,1 % deutlich zu spüren.

Beim deutschen Leitindex DAX ging es allerdings mit -24,8 % noch stärker bergab. Dieser Vergleich verdeutlicht die Vorteile eines global diversifizierten Portfolios.

Die Corona-Krise wirkt sich auch auf die Gesamtperformance seit Auflage von WeltInvest am 23. März 2018 aus. Dennoch sind alle vier Portfolios im April aufgrund der starken Erholung an den Märkten wieder im Plus, wie aus dem Chart ersichtlich wird (Stand: 14. April 2020).

Viele Anleger in Deutschland haben noch immer teure, aktiv gemanagte Mischfonds oder Multi-Asset-Fonds in ihren Depots liegen. Diese versprechen ihren Investoren in Krisenzeiten durch aktive Risikosteuerung eine Begrenzung der Verluste. Ein Vergleich von WeltInvest mit der durchschnittlichen Performance einer Benchmark aus aktiven Mischfonds mit vergleichbarer Aktienquote spricht hingegen eine andere Sprache. Die Morningstar Benchmark „cautious“ mit einer durchschnittlichen Aktienquote von 25 % ist vom Risikoprofil her noch konservativer als WeltInvest 30. Dennoch liegen die Verluste der Benchmark mit 995 Fonds im ersten Quartal bei -8,3 % wesentlich höher als bei WeltInvest 30 (-6,6 %).

Die ausgewogene Benchmark „moderate“ mit einer Aktienquote von ungefähr 50 % verliert zu Jahresbeginn -12,6 %, WeltInvest 50 hingegen nur -11,3 %. Die Morningstar-Benchmark „aggressive“ mit ca. 75 % Aktienanteil schneidet im ersten Quartal ebenfalls schlechter ab (-16,7 %) als WeltInvest 70 (-16,5 %).

Die Zahlen verdeutlichen die begrenzte Wirkung von aktivem Risikomanagement bei Mischfonds und die negative Auswirkung von hohen Gebühren für die Gesamtrendite. Folgende Tabelle veranschaulicht zudem den Renditevorteil von WeltInvest-Anlegern seit Auflage der Portfolios im März 2018.

Ausblick

Die Ausbreitung des Corona-Virus, der Stillstand des öffentlichen Lebens und ein globaler Shutdown breiter Teile der Wirtschaft haben die Finanzmärkte und Anleger im ersten Quartal überrascht. Doch Zentralbanken und Regierungen haben schnell reagiert und in nahezu unbegrenztem Ausmaß Liquidität bereitgestellt, um die Märkte zu stabilisieren und die Wirtschaft anzukurbeln. Dies führte zu einer deutlichen Erholung am Aktienmarkt im April, welche die Kurse an den globalen Aktienmärkten über 20 % von ihren Tiefständen empor hob.

Wie es an den Märkten weitergehen wird, ist indes unklar. Neue Zahlen über die globale Entwicklung der Arbeitslosenzahlen sowie die startende Berichtssaison der Unternehmenszahlen werden weitere Anhaltspunkte dazu liefern. Eine Normalisierung der globalen wirtschaftlichen Aktivität ist daher noch lange nicht absehbar.

Mit WeltInvest erhalten Anleger ein global diversifiziertes Portfolio, mit dem sie auch die Corona-Krise überstehen können und den Vergleich mit aktiven Mischfonds und dem DAX nicht scheuen müssen.

ETF Robo Performance: Aktienmärkte beschließen das Jahr 2019 mit Höhenflug

Die globalen Aktienmärkte legten im vierten Quartal noch einmal zu. Besonders gute Nachrichten gibt es für ETF Robo Investoren: ETF-Portfolios mit einem Anteil an Wachstumsmärkten und Impulsen von Small Caps schneiden besonders stark ab.

Hinweis: Am 11.11.2020 wurde WeltInvest in ETF Robo umbenannt. Am Produkt hat sich nichts geändert. Dieser Artikel wurde nachträglich angepasst.

Der größte Unsicherheitsfaktor im Jahr 2019, der Handelskonflikt zwischen den USA und China, scheint mit einem Handelsabkommen zu enden. Die Aussicht darauf ebnete den Weg für ein starkes viertes Quartal an den Märkten. Hier erfahren Sie, wie sich die ETFs und Indexfonds in WeltInvest entwickelt haben und wie die Performance für das Quartal und das Gesamtjahr aussieht.

Die Jahresrendite 2019 beträgt 28 % für WeltInvest 100. Auch die Misch-Portfolios konnten überzeugen mit 20,5 % für WeltInvest 70, 15,8 % für WeltInvest 50 und 11,3 % für WeltInvest 30.

Nordamerika

Der in WeltInvest enthaltene FTSE North America Index legte im dritten Quartal des Jahres 7,2 % zu, da die Ankündigung des ersten Handelsabkommens in den USA und China eine Entspannung im Handelskonflikt bedeuten könnte. China und die USA stehen unmittelbar vor der Unterschrift eines Abkommens, das zu einem Abbau der Schutzzölle in beiden Ländern führen könnte.

Die US-Notenbank Federal Reserve senkte die Zinsen 2019 zum dritten Mal um 25 Basispunkte auf einen Korridor von 1,5 bis 1,75 %. Bis auf Weiteres sind aber keine weiteren Zinsschritte geplant.

Offizielle Wachstumsdaten für das vierte Quartal in den USA liegen noch nicht vor. Es wird jedoch erwartet, dass das Wachstum wieder leicht zugenommen haben könnte. Die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 1969, steigende Löhne sowie Zukunftsindikatoren wie der Einkaufsmanager-Index des verarbeitenden Gewerbes deuten darauf hin.

Insbesondere der Technologiesektor profitierte von den neuen Rahmenbedingungen im Handelskonflikt. Energieaktien legten ebenfalls zu, insbesondere der Ölpreis stieg aufgrund einer unerwarteten Verknappung des Angebots.

Europa

Die Märkte in Europa legten ebenfalls stark zu. Aktien im FTSE Developed Europe Index gewannen 7,3 % im vierten Quartal. Das Wachstum wurde vor allem durch stabilere Wirtschaftsdaten aus Deutschland sowie durch die Entspannung im Handelskonflikt getragen.

Die leistungsstärksten Sektoren kamen aus der Informationstechnologie und den Nicht-Basiskonsumgütern. Im Gegensatz dazu ließen Kommunikations-Dienstleistungen und Konsumgüter etwas nach, ebenso wie die Versorgungswirtschaft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der das Vertrauen der deutschen Führungskräfte misst, verbesserte sich im Dezember leicht. Der Einkaufsmanager-Index der Euro-Zone blieb hingegen unverändert auf einem Niveau knapp über 50, was auf schwaches Wachstum hindeutet.

Die Inflationsrate in Europa legte im Dezember mit 1,3 % deutlich zu, nach 1,0 % im November und nur 0,7 % im Oktober, liegt aber immer noch deutlich unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank von knapp 2 %. Christine Lagarde hat am 1. November das Präsidentenamt der Europäischen Zentralbank übernommen. In ihrer ersten großen Rede forderte sie wie ihr Vorgänger Mario Draghi die Regierungen dazu auf, die öffentlichen Investitionen anzukurbeln und damit die Binnennachfrage in Europa zu steigern.

China und die Wachstumsmärkte

Der FTSE Emerging Markets Index gewinnt zum Ende von Q4 mit 9 % deutlich an Wert und profitiert von allen Regionen am stärksten von der Abschwächung geopolitischer Risiken zwischen China und den USA. Chinesische Aktien übertrafen die Performance aller Wachstumsmärkte, weil die Ankündigung neuer Strafzölle nun vom Tisch ist und auch bereits bestehende Zölle im Rahmen des neuen Abkommens abgebaut werden sollen.

Vor diesem Hintergrund profitieren auch weitere Wachstumsmärkte wie Taiwan. Dort gab es vor allem bei Aktien des Technologie-Sektors steigende Kurse und die Umsatzerwartung der Unternehmen wurden nach oben korrigiert.

Brasilien schloss ebenfalls besser ab als der Gesamtdurchschnitt der Wachstumsmärkte, unterstützt von der stärkeren Währung. Im Oktober verabschiedete der Senat das lang erwartete Rentenreformgesetz.

Indien hat eine unterdurchschnittliche Leistung erbracht, ausgelöst durch höhere Rohölpreise, steigenden Haushaltsdruck und Sorgen über eine Verlangsamung des Wachstums.

Asien-Pazifik-Region

Im vierten Quartal hat der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index 5 % gewonnen. Asien Aktien (ohne Japan) wurden durch die Lockerung geopolitischer Risiken angetrieben. Der US-Dollar gab etwas nach, was die Exporte der Asien-Pazifik-Region in den Dollar-Raum verbilligte und die Renditen stützte.

Die Wirtschaft Australiens legte im vierten Quartal um 0,2 % zu und damit langsamer als erwartet. Das jährliche BIP stieg um 2,3 % und blieb ebenfalls leicht hinter den Erwartungen zurück. Der Kampf gegen die verheerenden Brände ist eine große Herausforderung für das Land.

Die Proteste in Hongkong halten weiter an. Konsum, Export und Investitionen leiden darunter. Vor diesem Hintergrund ist die Wirtschaft im vierten Quartal vermutlich geschrumpft. Offizielle Zahlen liegen noch nicht vor.

Japan

Der japanische FTSE Japan Index legte mit 5 % erneut ein solides Quartal hin und setzte den Aufwärtstrend aus dem dritten Quartal fort. Japanische Aktien schwankten wie alle großen Märkte mit den geopolitischen Spannungen im Einklang und auch hier ging es schließlich bergauf. Die meisten Käufer japanischer Aktien kommen von außerhalb der Landesgrenzen.

Während der Dienstleistungssektor stark ist, zeigt sich das Verarbeitende Gewerbe in Japan schwach. Der Mangel an Arbeitskräften bringt den überalterten Arbeitsmarkt in Japan an seine Grenzen.

Die Regierung erhöhte die Verbrauchssteuer im Oktober. Die darauffolgende Konsumschwäche war aber nicht nur auf die Steuererhöhung zurückzuführen, sondern auch auf einen Taifun, der im Oktober in Zentraljapan wütete. Als Reaktion darauf hat die Regierung einen Nachtragshaushalt für den Wiederaufbau angekündigt. Anleger reagierten positiv.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Für den FTSE Global Small Cap Index ging es mit 7,9 % stark bergauf und er leistet einen großen Beitrag für die Gesamtperformance der WeltInvest ETF-Portfolios. Vor allem in den USA übertrafen die Aktien von Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung (Small Caps) ihre Gegenspieler mit großer Marktkapitalisierung (Large Caps).

Small Caps legen historisch vor allem dann im Vergleich zu Large Caps zu, wenn das Wachstum der Wirtschaft sich beschleunigt.

In den vergangenen Jahren blieb die Entwicklung von Small Caps in den USA hinter den Erwartungen zurück. Investoren legten ihr Geld lieber in die großen Tech-Unternehmen wie Google, Facebook und Amazon an, anstatt in kleine Tech-Unternehmen zu investieren. Die Bewertungen der Small Caps sind dafür im Vergleich zu Large Caps attraktiv. Daher war eine Aufholjagd wie im vierten Quartal 2019 in dem Sektor überfällig.

In Asien blieben Small Caps fast das ganze Jahr über hinter den Erwartungen zurück. Nur im Dezember fiel die Entwicklung etwas positiv aus.

Globale Anleihen

Die Kurse von Staats- und Unternehmensanleihen fielen im FTSE Global Bond Index um -1,2 % und beendeten damit ihre Rallye aus dem dritten Quartal. Da das Risiko an den globalen Finanzmärkten abnahm, steigt die Nachfrage nach Aktien zum Nachteil für Anleihen. In der Folge fielen die Anleihenkurse und ihre Renditen stiegen.

Einige Marktbeobachter befürchteten eine inverse Zinskurve bei Staatsanleihen in den USA – wenn die Renditen kurzfristiger Staatsanleihen die von langfristigen Anleihen übertreffen. Dies gilt als Vorbote einer Rezession. Doch diese Sorge löste sich in Luft auf: Die Rendite 10-jähriger US-Anleihen stieg von 1,66 % auf 1,92 %, während die 2-jährige Rendite von 1,62 % auf 1,57 % fiel. Anleger betrachten die zukünftige Entwicklung US-Wirtschaft in der Folge wieder etwas optimistischer.

Die 10-jährigen Renditen der Bundesanleihe stieg von -0,57 % auf -0,19 %. In Frankreich bewegten sich die Zinsen vom leicht negativen in den minimal positiven Bereich. Doch nicht überall in Europa sind die Zinsen so niedrig. Die Rendite der italienischen 10-jährigen Staatsanleihen stieg von 0,82 % auf 1,41 % über das vierte Quartal und die Rendite der 10-jährigen britischen Staatsanleihe stieg von 0,48 % auf 0,82 % infolge der Brexit-Entwicklungen.

Die Renditen der Unternehmensanleihen stiegen ebenfalls, allen voran die von Hochzinsanleihen. Aber auch im Investment Grade Bereich waren die Renditen deutlich lebhafter als bei Staatsanleihen.

Entwicklung der WeltInvest ETF-Portfolios

Vor diesem Hintergrund legten auch die WeltInvest ETF-Portfolios im vierten Quartal einen Gang zu. Die Quartalsrendite beträgt 1,0 % für WeltInvest 30, 2,6 % für WeltInvest 50, 4,2 % für WeltInvest 70 und 6,7 % für WeltInvest 100. Insbesondere die WeltInvest ETF-Portfolios mit einem höheren Anteil an Aktien konnten von der Endjahres-Rallye profitieren. Im dritten Quartal waren es noch die Anleihenmärkte, die sich positiv auf die Performance auswirkten.

Wertentwicklung von WeltInvest in den vergangenen 4 Quartale bis Ende 2019.
Für eine zukunftsbezogene Anlageentscheidung bieten vergangenheitsbezogene Performance-Angaben keine zuverlässige Hilfestellung.

Mit dem starken Schlussspurt zeigt sich das Gesamtjahr 2019 als ein sehr gutes für WeltInvest-Anleger: Die Jahresrendite beträgt 11,3 % für WeltInvest 30, 15,8 % für WeltInvest 50, 20,5 % für WeltInvest 70 und sogar 28 % für WeltInvest 100.

Wertentwicklung WeltInvest seit Auflage bis Ende 2019.
Für eine zukunftsbezogene Anlageentscheidung bieten vergangenheitsbezogene Performance-Angaben keine zuverlässige Hilfestellung.

Vor allem der hohe Anteil an Wachstumsmärkten und Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen waren die Wachstumstreiber zum Ende des Jahres. Eine Investition in den deutschen Leitindex DAX hat Anlegern in 2019 satte 26,3 % beschert, die Performance lag jedoch 1,2 % hinter WeltInvest 100. Dieses Beispiel illustriert den Vorteil eines global diversifizierten Portfolios wie WeltInvest, welches sich die Chancen der Wachstumsmärkte zunutze macht.

Ein Vergleich mit einer Benchmark von Mischfonds mit vergleichbarer Aktienquote zeigt außerdem den Mehrwert passiver Portfolios: Der Renditevorteil von WeltInvest steigt seit Auflage auf 6,2 % gegenüber Mischfonds mit niedriger Aktienquote bis 7 % für Portfolios mit hoher Aktienquote, siehe Tabelle.

WeltInvest übertrifft die Performance aktiver Mischfonds kontinuierlich.
Für eine zukunftsbezogene Anlageentscheidung bieten vergangenheitsbezogene Performance-Angaben keine zuverlässige Hilfestellung.

Ausblick

Zusammenfassend lichtet sich der Ausblick für das Jahr 2020. Die Entspannung im Handelskonflikt zeigte große Wirkung in den Wachstumsmärkten und bei den mittelständischen Unternehmen in den USA. Die Abwehr einer inversen Zinskurve stimmt Anleger ebenfalls positiv. All diese Faktoren beflügeln die Aktienmärkte und WeltInvest-Anleger schneiden im Vergleich zur Benchmark aus aktiven Mischfonds auch im vierten Quartal 2019 besser ab.

Performance: ETF Robo legt im dritten Quartal erneut zu

In einem volatilen, aber dennoch positiven Marktumfeld gewinnt der ETF Robo erneut an Wert. Auch der Vorsprung gegenüber aktiven Mischfonds vergrößert sich im Herbst und ein Vergleich mit dem deutschen Leitindex DAX offenbart die Vorteile breiter Diversifikation. 

Das dritte Quartal ist in den Büchern. Neben einer positiven Rendite des ETF Robo vergrößert sich auch der Vorsprung gegenüber aktiv gemanagten Mischfonds. Im folgenden Marktbericht finden Sie die Entwicklung der einzelnen ETFs und Indexfonds sowie die Performancezahlen von allen vier Portfolios.

Hinweis: Am 11.11.2020 wurde WeltInvest in ETF Robo umbenannt. Am Produkt hat sich nichts geändert. Dieser Artikel wurde nachträglich angepasst.

Nordamerika

US-Aktien haben im dritten Quartal trotz anhaltender Wachstumssorgen und Unsicherheiten rund um den Handel zwischen den USA und China deutliche Zuwächse erzielt. Der in WeltInvest enthaltene FTSE North America Index legte im dritten Quartal des Jahres 5 % zu.

Die Federal Reserve (Fed) senkte die Zinsen wie erwartet im September erneut um 25 Basispunkte, hat sich aber nicht zu weiteren Zinssenkungen verpflichtet. Die Spannungen im Konflikt zwischen China und den USA schreiten voran, doch die Auswirkungen auf den globalen Handel sind aufgrund der unsteten Verhandlungen schwer einzuschätzen. Ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Donald Trump verstärkt die Unsicherheit an den Märkten.

Die US-Konjunkturdaten waren jedoch weitgehend stabil. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 3,7 %, das Lohnwachstum war im August stärker als erwartet und auch die Beschäftigung stieg leicht an. Das Verbrauchervertrauen schwächte sich hingegen ab.

Versorger, Immobilien und Konsumgüter gehörten zu den leistungsstärksten Unternehmen des Quartals. Energie und Materialien waren schwächere Bereiche, in diesen Branchen erwarten Experten einen Rückgang der Nachfrage.

Europa

Die Märkte in Europa legten leicht zu. Aktien im FTSE Developed Europe Index gewannen 1,8 % im Quartal. Ähnlich wie in den USA umfassten die leistungsstärksten Sektoren Versorgungsunternehmen, Immobilien und Konsumgüter. Zu den schwächsten Werten gehörten der Energiesektor und Nicht-Basiskonsumgüter. Einen Wandel gab es hingegen mit Gewinnen im Finanzsektor, der bislang in diesem Jahr hinter den Erwartungen zurückblieb.

Die Wirtschaft erhielt jedoch kaum Impulse, eine Fortsetzung des mit nur 0,2 % schwachen zweiten Quartals. Die Inflationsrate lag im August bei 1,0 %, verglichen mit 2,1 % im Vorjahr. Die anhaltend gute Konsumlaune der Europäer trotzt jedoch den schwachen Wirtschaftsdaten.

Im September unternahm die Europäische Zentralbank (EZB) weitere Schritte, um die schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln. Dazu gehörten die Wiederbelebung der quantitativen Lockerung und die Verpflichtung, Vermögenswerte zu kaufen, bis ihr Inflationsziel erreicht ist. An der Spitze der EZB steht ein Wechsel bevor: Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, wird nach Ablauf der Amtszeit am 31. Oktober die Nachfolge von Mario Draghi als Präsidentin der EZB antreten.

China und die Wachstumsmärkte

Der FTSE Emerging Markets Index verlor zum Ende von Q3 mit -1 % leicht an Wert. Vermutlich eine Folge der Spannungen zwischen den USA und China, denn das Reich der Mitte ist mit 31,9 % stark im Index gewichtet. Nach der Ankündigung weitere Strafzölle auf chinesische Waren durch die USA im September schwächte sich der Renminbi ab. Ein Ende des Streits ist nicht in Sicht. Zuletzt hat China angedroht, auf die jüngsten Zölle der USA mit Vergeltungsmaßnahmen zu reagieren.

Der globale Handelsstreit beeinflusst auch andere Märkte im Index. Taiwan ist mit 12,6 % im Index vertreten, Indien mit 12,4 % und Brasilien mit 9,2 %. In Indien reagierten die Märkte im September jedoch positiv auf eine Steuersenkung für Unternehmen mit dem stärksten Wachstum seit 10 Jahren. Brasilien will mit Privatisierungen die Konjunktur ankurbeln, die im laufenden Jahr nur noch um 1 % wachsen soll.

Asien-Pazifik-Region

In den ersten beiden Quartalen des Jahres gab es in der Asien-Pazifik-Region ein Nullwachstum aufgrund des Handelskonflikts und wachsender Sorgen über das globale Wachstum. Im dritten Quartal hat der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index schließlich 1 % verloren, jedoch wesentlich weniger als der vergleichbare MSCI Asia ex Japan Index (-4,5 %).

Hongkong war der schwächste Markt in der Region, da die Demonstrationen und sozialen Unruhen weitergingen. Die Börse im Land hat ihr Übernahmeangebot der Londoner Stock Exchange wieder zurückgezogen.

Aktien in Australien sind im Jahr 2019 in der Spitze schon um 21 Prozent gestiegen, legten aber im dritten Quartal eine kleine Pause ein. Dennoch wirkte Australien, mit 42 % am stärksten im FTSE Index in der Region vertreten, stabilisierend auf den Index.

Japan

Der japanische FTSE Japan Index legte mit 5 % sein stärkstes Quartal in diesem Jahr hin, eine deutliche Wende im Vergleich zum Verlust von 2 % aus dem zweiten Quartal.

Das wichtigste innenpolitische Ereignis waren die Wahlen im Juli, die von der Liberaldemokratischen Partei von Regierungschef Shinzo Abe souverän gewonnen wurden. Das Ergebnis bestätigt die Kontinuität der Politik auf absehbare Zeit. Die bilateralen Handelsverhandlungen zwischen den USA und Japan scheinen überdies Fortschritte zu erzielen.

Die jüngste Senkung der US-Zinsen weckte erneut Erwartungen an weitere Lockerungsmaßnahmen der japanischen Zentralbank. Die japanische Währung legte zunächst zu, schwächte sich aber zum Quartalsende wieder ab. Die Bank of Japan hat sich von ihren Käufen börsengehandelter Fonds zurückgezogen.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Wie erwartet ging es für den FTSE Global Small Cap Index nach dem Einbruch im Sommer mit 2 % nun wieder bergauf. Die Senkung der Zinsen durch die US-Zentralbank Fed wirkt sich positiv auf die Finanzierung der Unternehmen aus. Aktien von Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung sind angewiesen auf eine günstige Refinanzierung durch die globalen Finanzmärkte.

Die Bewertung von US-amerikanischen Small Caps wird attraktiver im Vergleich zum Large Cap-Index S&P 500, der 2019 gemessen an der Performance bislang noch etwas besser abschneidet. Wenn die Zinsen weiter sinken, könnten die Small Caps ihre Aufholjagd fortsetzen, auch weil kleine Unternehmen generell stärker vom Heimatmarkt abhängig sind als vom derzeit schwächelnden globalen Handel.

Globale Anleihen

Die Kurse von Staats- und Unternehmensanleihen stiegen im FTSE Global Bond Index um 2 % und setzten damit ihre Rallye aus dem zweiten Quartal fort. Verantwortlich für das Kursfeuerwerk an den globalen Rentenmärkten sind überwiegend zwei Umstände: die Risikoaversion vieler Anleger im Kontext des globalen Handelsstreits sowie das auch in den USA weiter sinkende Zinsniveau. Aber auch das Amtsenthebungsverfahren von Donald Trump trägt dazu bei, dass mehr Kapital in sichere Staatsanleihen fließt.

Vor diesem Hintergrund sind die Renditen deutlich gefallen. Die Zinsen zehnjähriger US-Staatsanleihen sinken über 30 Basispunkte (bps) und beendeten das Quartal mit 1,7%. Kurzzeitig waren 10-jährige US-Schuldtitel sogar niedriger verzinst als 2-jährige, was auf einen wirtschaftlichen Pessimismus unter den Anlegern hindeutet.

Entwicklung der WeltInvest ETF-Portfolios

Im Einklang mit dem zwar volatilen aber insgesamt positiven Marktumfeld legten auch alle WeltInvest ETF-Portfolios im dritten Quartal 2019 zu. Die Quartalsrendite belief sich auf gute 2,3 % (WeltInvest 30) bis 3,2 % (WeltInvest 100). Wie im Vorquartal konnten die WeltInvest Portfolios mit einem höheren Anteil an Anleihen vom weiter sinkenden Zinsniveau profitieren, so dass die Renditeunterschiede zwischen den einzelnen Portfolios nur sehr gering ausfallen. Das Gesamtjahr 2019 stellt sich entsprechend für die WeltInvest-Anleger bisher als sehr erfreulich dar: Nach dem relativ deutlichen Rückgang der Märkte zum Ende 2018 konnten bisher in jedem Quartal ordentliche Zugewinne erzielt und zwischenzeitliche Verluste mehr als ausgeglichen werden.

Wertentwicklung WeltInvest je Quartal.
Seit Auflage zum 23.03.2018 ergeben sich per Ende September 2019 für die Gesamtrendite unserer Portfolios somit sehr positive Werte. So verbuchte WeltInvest 30 seit Beginn eine Performance von 9,1 %, WeltInvest 50 von 11,3 %, WeltInvest 70 von 13,5 % und WeltInvest 100 als Spitzenreiter 16,8 %.

Im selben Zeitraum hätte ein auf Deutschland fokussierter Anleger mit einer Investition in den Deutschen Aktienindex (DAX) übrigens nur eine Rendite von 4,2% mit deutlich höheren Schwankungen erzielt. Dieses Beispiel führt klar die Vorteile der internationalen Diversifikation mit breiter Risikostreuung vor Augen. Zu stark konzentrierte, d.h. weniger breit gestreute, Portfolios sind von der Entwicklung einzelner Märkte und Industriezweige abhängig – mit potenziell negativen Folgen für den Anleger. Viele deutsche Privatanleger und selbst einige Mischfondsmanager nutzen dennoch den DAX als Benchmark bzw. fokussieren sich im Aktienteil ihrer Portfolios auf deutsche oder europäische Titel. Mehr Internationalität bzw. Anlageansätze wie WeltInvest würden solchen Portfolios sehr gut tun und langfristig die risikoadjustierte Rendite signifikant verbessern.    

Wertentwicklung WeltInvest vom 23.03.2018 - 30.09.2019.

Auch im abgelaufenen Quartal konnten unsere WeltInvest Portfolios die anerkannten Morningstar Mischfonds-Benchmarks mit vergleichbarer Aktienquote deutlich schlagen, so dass der Renditevorteil seit Auflage auf nunmehr 6,3 % bis 7,2 % angewachsen ist.

WeltInvest schlägt die Konkurrenz aktiver Mischfonds seit Auflage 2018.

Fazit

Anleger investieren hierzulande gern in Unternehmen, die sie kennen, z.B. in die 30 größten Aktiengesellschaften, gesammelt im Leitindex DAX. Doch im aktuellen Marktumfeld sind exportabhängige Volkswirtschaften wie die deutsche den Spannungen im globalen Handelskonflikt ausgeliefert. Wie die oben genannten Zahlen belegen, bewährt sich hier ein Portfolio, das so breit wie möglich aufgestellt ist und unabhängig von einzelnen Ländern oder Branchen eine Rendite erzielen kann.

Ende des Zins-Zyklus beflügelt ETF Robo Performance im zweiten Quartal

Die Erwartungen auf ein Ende des Zins-Zyklus in den USA ließen die globalen Aktienmärkte nur leicht steigen. Anleger waren im Vorfeld der ersten Zinssenkung der Fed seit 11 Jahren vorsichtig. Performance-Treiber des ETF Robo im zweiten Quartal waren daher nicht die Aktien- sondern die globalen Anleihenmärkte. 

Nach dem starken ersten Quartal an den globalen Aktienmärkten schalteten diese im zweiten Quartal einen Gang zurück. Breit diversifizierte Investoren profitierten jedoch von starken Anleihenmärkten. Hier ist unser Überblick über die im ETF Robo enthaltenen Finanzmärkte sowie die Wertentwicklung der ETF-Portfolios im zweiten Quartal (Q2).

Hinweis: Am 11.11.2020 wurde WeltInvest in ETF Robo umbenannt. Am Produkt hat sich nichts geändert. Dieser Artikel wurde nachträglich angepasst.

Nordamerika

Der in WeltInvest enthaltene FTSE North America Index legte in Q2 um 2 % zu.

Der S&P 500 Index erreichte zwischenzeitlich ein neues Allzeithoch. Die Unsicherheiten bezüglich des weltweiten Handels führten im Mai zu einer erhöhten Volatilität, als US-Präsident Donald Trump vorübergehend Schutzzölle gegen Mexiko in Aussicht stellte. Zeitweise gab es aber auch Phasen des Fortschritts im Handelsstreit zwischen China und den USA,während denen sich die Märkte erholten.

Der US-Arbeitsmarkt ist nach wie vor stark, die Beschäftigung bleibt auf einem hohen Niveau und die Arbeitslosigkeit entsprechend auf dem tiefsten Stand seit 49 Jahren. Das Wirtschaftswachstum zeigte sich mit über 3 % im ersten Quartal stark, auch im zweiten Quartal übertrifft das BIP mit 2,1 % die Erwartungen von 2,0 % leicht.

Die zyklischen Aktienmarkt-Sektoren wie Finanztitel, Rohmaterialien und IT-Aktien legten zu. Energietitel mussten im zweiten Quartal Verluste verzeichnen.

Investoren waren insgesamt vorsichtig gestimmt, da die US-Zentralbank Fed ihren Zinserhöhungszyklus beendete. Anstatt zwei Zinserhöhungen senkte Fed-Chef Jerome Powell den Leitzins im Juli zum ersten Mal seit 11 Jahren um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 2,00 bis 2,25 %.

Europa

Die Aktienmärkte in Europa nahmen einen ähnlichen Verlauf wie in den USA, mit einem Gewinn über das zweite Quartal und zwischenzeitlichen Verlusten im Mai. Der FTSE Developed Europe Index gewann im zweiten Quartal 1,91 %.

Zu den stärksten Sektoren zählten IT-, Konsumgüter- und Industrie-Aktien. Die Halbleiter-Industrie und Autohersteller zeigten sich aufgrund ihrer Exportabhängigkeit und des Handelskonflikts volatil und bewegten sich seitwärts.

Das Wachstum in der Euro-Zone ist mit 0,2 % im zweiten Quartal schwächer als jenseits des Atlantiks, die vorläufigen Ergebnisse stimmen aber mit den Prognosen überein. Die Inflation ist mit 1,1 % im Juli im Vergleich zum Vormonat sogar noch gefallen (Juni 1,3 %). Die Europäische Zentralbank deutete vor diesem Hintergrund ähnlich wie die Fed in den USA eine Lockerung der Geldpolitik an.

Frühindikatoren für die Entwicklung der Wirtschaft zeigen ein gemischtes Bild. Der Einkaufsmanager-Index zeigte sich im Juni mit 52,1 Punkten stark, insbesondere im Dienstleistungs-Segment. Das Verarbeitende Gewerbe zeigte sich jedoch wesentlich schwächer.

China und die Wachstumsmärkte

Chinesische Aktien verloren an Wert und gehörten zu den schwächsten Titeln im zweiten Quartal. Insbesondere die Strafzölle der USA gegenüber China auf Waren im Wert von 200 Milliarden USD – ein Anstieg von 10 % auf 25 % – führten an den asiatischen Märkten zu Beunruhigung. US-Präsident Trump hat die Strafzölle im Juli auf die verbleibenden Importe in Höhe von 300 Milliarden USD ausgeweitet. China könnte mit Vergeltung reagieren, das Reich der Mitte verhängt bereits Strafzölle auf US-Produkte im Wert von 60 Milliarden USD.

Das Bruttoinlandsprodukt Chinas legte im zweiten Quartal um 6,2 % zu, schwächer als erwartet, aber angesichts des Handelsstreits immer noch solide. Peking will Unternehmen notfalls mit Maßnahmen zur Seite stehen, um die Wirtschaft zu stützen.

Der FTSE Emerging Markets Index fiel insgesamt um -1 %. Einzelne Märkte konnten jedoch zulegen, wie z.B. Indien. Der Ausgang der Wahlen in Südafrika sorgte ebenfalls für steigende Kurse. Auch Indonesien und die Türkei gehörten zu den stärksten Wachstumsmärkten im zweiten Quartal. Russische Titel entwickelten sich ebenfalls leicht besser als der Durchschnitt der Märkte im Index.

Asien-Pazifik-Region

In Asien gab es im zweiten Quartal eine Seitwärtsbewegung. Die Wertentwicklung des FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index beträgt 0 %. Wirtschaftliche Risiken, Spannungen im globalen Handlungskonflikt und die Kursänderung der Zentralbanken in der globalen Geldpolitik gelten als Gründe dafür. Insbesondere die Strafzölle zwischen USA und China führten an den asiatischen Märkten zu Beunruhigung.

Die Märkte in Südostasien (ASEAN) konnten hingegen Gewinne einfahren. Auch in Hong Kong gab es im Zuge einer starken Performance bei Finanztiteln Gewinne. Die Märkte atmeten auf, als Hong Kong Pläne für ein umstrittenes Gesetz zur Auslieferung von China-Kritikern an die Volksrepublik verwarf. In Südkorea hingegen gab es leichte Verluste aufgrund von schwachen Gewinnmeldungen der Unternehmen.

Japan

Der wichtigste japanische Aktienindex FTSE Japan Index verlor -2 %, hauptsächlich ein Resultat aus der globalen Aktienmarkt-Schwäche im Mai. Der Yen gewann in dieser Zeit als sicherer Hafen an Wert. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China wirkt sich auch in Japan auf Versorgungsketten aus. Die US-Sanktionen gegen den Hersteller Huawei hatten überdies negative Auswirkungen auf die japanischen Zulieferer. Diese Faktoren verstärkten die schwache Entwicklung der Unternehmensgewinne aus dem ersten Quartal. Neue Verhandlungen zwischen den USA und Japan soll es erst im August wieder geben.

Im ersten Quartal legte das BIP Japans annualisiert um 2,1 % zu und übertraf überraschend die Prognosen, die einen Rückgang antizipiert hatten. Vorläufigen Daten entspricht das Wachstum im zweiten Quartal nur noch 0,4 %. Die japanische Zentralbank änderte ihre Geldpolitik jedoch nicht.

Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen

Für den FTSE Global Small Cap Index ging es mit -1 % leicht bergab. Die mit 16 % starke Wertentwicklung im ersten Quartal für die Aktien mit kleiner Marktkapitalisierung setzte sich aufgrund von Wachstumssorgen der US-Wirtschaft vorerst nicht fort. Small Caps sind stärker abhängig vom Heimatmarkt und der hohe Anteile der US-Unternehmen im Index (61 %) führte dazu, dass die Wertentwicklung im zweiten Quartal leicht hinter der von großen Unternehmen zurückfiel.

Dafür gelten Small Caps in den USA derzeit als günstig bewertet und die Senkung der Zinsen dürfte sich im dritten Quartal positiv auf die Finanzierung der Unternehmen auswirken. Denn Small Caps sind angewiesen auf günstige Kredite und versorgen sich über den Finanzmarkt mit Liquidität.

Globale Anleihen

Es war ein gutes Quartal für die globalen Kapitalmärkte: Die Kurse von Staats- und Unternehmensanleihen stiegen im FTSE Global Bond Index um 2 %. Insgesamt liegt das an der Abkehr der Zentralbanken von einer restriktiven hin zu einer lockeren Geldpolitik, wie am Beispiel der Zinssenkung in den USA Ende Juli deutlich wurde. Die Zentralbank Fed könnte eine weitere Senkung der Zinsen im Laufe des Jahres anstreben.

Anleger konnten durch die Gewinne im Unternehmensanleihen-Segment die schwachen Renditen der Staatsanleihen überkompensieren. Anleihen mit guter Bonität schnitten etwas besser ab als Hochzinsanleihen. Anleihen aus den Wachstumsmärkten in Lokalwährungen hatten ein positives Quartal, weil der US-Dollar im Juni abwertete.

Entwicklung der WeltInvest ETF-Portfolios

Vor dem Hintergrund der positiven Marktentwicklung konnten alle WeltInvest ETF-Portfolios im zweiten Quartal 2019 an Wert gewinnen. Die Quartalsrendite belief sich auf 1,6 % (WeltInvest 100) bis 1,9 % (WeltInvest 30). Insbesondere WeltInvest 30 profitierte von den starken Anleihenmärkten. Dabei profitierten unsere Anleger davon, dass im in unseren WeltInvest Portfolios enthaltenen Vanguard Global Bond Index Fund auch Anleihen mit längeren Laufzeiten (bzw. höherer Duration) vertreten sind: Diese konnten besonders stark von den weiteren Zinssenkungs-Erwartungen profitieren. Es zeigt sich, dass langfristig orientierte Investoren mit solchen Langläufern aufgrund der besseren laufenden Verzinsung besser aufgestellt sind als mit kurzlaufenden Anleihen. Das gilt auch im anhaltenden Niedrigzinsumfeld. Sorgen vor der Zinswende mit negativen Auswirkungen auf Anleihenkurse scheinen aktuell in weiter Ferne. Und selbst für Anleger, die einen baldigen  Zinsanstieg erwarten, erscheint eine taktische Kombination aus einem Aktienportfolio wie WeltInvest 100 mit Tages- und Festgeldern vorteilhaft gegenüber dem Versuch des Market-Timings mit Anleihen-Kurzläufern.

Wertentwicklung von WeltInvest 30 bis 100 in den vergangenen 4 Quartalen.
Für eine zukunftsbezogene Anlageentscheidung bieten vergangenheitsbezogene Performance-Angaben keine zuverlässige Hilfestellung.

 

Mit dem guten zweiten Quartal ergaben sich per Ende Juni 2019 auch für die Gesamtrendite unserer Portfolios seit Auflage zum 23.03.2018 sehr positive Werte. So verbuchte WeltInvest 30 seit Beginn eine Performance von 6,7 %, WeltInvest 50 von 8,5 %, WeltInvest 70 von 10,4 % und WeltInvest 100 als Spitzenreiter 13,2 %.

 

Für eine zukunftsbezogene Anlageentscheidung bieten vergangenheitsbezogene Performance-Angaben keine zuverlässige Hilfestellung.

 

Mit diesen sehr guten Ergebnissen konnten unsere Portfolios auch die anerkannten Morningstar-Benchmarks für Mischfonds mit vergleichbarer Aktienquote seit Auflage bis Ende Juni 2019 um 5,4 % bis 6,1 % weiterhin deutlich schlagen.

Performance-Vergleich WeltInvest mit aktiven Mischfonds bis Juni 2019.
Performance-Vergleich WeltInvest mit aktiven Mischfonds bis Juni 2019. Für eine zukunftsbezogene Anlageentscheidung bieten vergangenheitsbezogene Performance-Angaben keine zuverlässige Hilfestellung.

 

Der Echtgeld-Test von Brokervergleich.de hat im zweiten Quartal dieses Jahres seine Ergebnisse von insgesamt 16 getesteten Robo Advisor veröffentlicht. Der Anbieter hat hierbei mit reellem Geld bei den jeweiligen Robo Advisor angelegt und die tatsächliche Performance über 12 Monate verglichen. WeltInvest 50 konnte dabei im Hinblick auf Rendite und Rendite-Risiko-Verhältnis jeweils sehr gute zweite Plätze belegen (siehe Grafik, unten).

 

Fazit

Die Entwicklung an den globalen Finanzmärkten im zweiten Quartal ist ein Musterbeispiel für die Vorzüge eines über Aktien und Anleihen diversifizierten Portfolios. Während die Aktienmärkte eine Pause vom ersten starken Quartal einlegen mussten, ging es an den globalen Rentenmärkten für Anleger etwas stärker bergauf. Wie wichtig eine kosteneffiziente Geldanlage ist, zeigt überdies der Kostenvorteil von WeltInvest 30 bis 70 gegenüber einer Benchmark aus knapp 1.000 aktiv gemanagten Mischfonds.

 

Quellen:
 Handelsblatt, China BIP (ReutersReuters), US-BIP (CNBC), Small Caps (Reuters), Europa BIP (Eurostat), Europa Inflation (Eurostat), Japan BIP (Reuters)

Starke Aktienmärkte treiben die Performance vom ETF Robo im ersten Quartal 2019

Aktien näherten sich im ersten Quartal neuen Allzeithochs. Eine weniger straffe Geldpolitik und neue Verhandlungen zwischen den USA und China stimmen die Märkte positiv. Anleger profitieren deshalb von der starken Performance des ETF Robo.

Der fulminante Start der Aktienmärkte im ersten Quartal 2019 zeigt, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Befürchtungen eines Bärenmarktes nach dem schwachen Ende 2018 bestätigten sich nicht. Vielmehr starteten Aktien im Frühjahr so stark wie seit langem nicht mehr und näherten sich zu Beginn des zweiten Quartals neuen Höchstständen.

Hier finden Sie einen Überblick über die Entwicklung des ETF Robo enthaltenen Aktienindizes im ersten Quartal.

Hinweis: Am 11.11.2020 wurde WeltInvest in ETF Robo umbenannt. Am Produkt hat sich nichts geändert. Dieser Artikel wurde nachträglich angepasst.

Nordamerika

US-Aktien testen neue Höchststände. Vor allem Technologie-Aktien legten deutlich zu, nachdem die US-Zentralbank Fed ihre Pläne für Zinserhöhungen für 2019 auf Eis gelegt hat. Bei derzeitigem Stand soll es in 2019 keine und in 2020 nur eine weitere Zinserhöhung geben. Der in WeltInvest enthaltene FTSE North America Index legte in Q1 um 16 % zu.

Die US-Wirtschaft boomte im ersten Quartal mit einem Wachstum von 3,2 % überdurchschnittlich stark. Erwartet wurden lediglich 2,2 %. Das Ende des Budget-Streits im US-Kongress und Hoffnungen auf eine Einigung im Handelsstreit mit China haben dem US-Aktienmarkt Flügel verliehen. Sollten sich die beiden Supermächte auf einen Handels-Deal verständigen, könnten die starken wirtschaftlichen Impulse aus dem ersten Quartal auch im weiteren Jahresverlauf fortgesetzt werden.

Europa

Auch in Europa konnten Aktionäre hohe Renditen erzielen und auch hier gilt die Zentralbank als maßgeblich verantwortlich dafür: EZB-Chef Mario Draghi wird in 2019 die Zinsen nicht weiter erhöhen und auch für das kommende Jahr wird sich die Geldpolitik der EZB voraussichtlich nicht drastisch ändern.

Der FTSE Developed Europe Index gewann in Q1 13 %. Industrieunternehmen und der Technologiesektor legten zu, aber auch Konsumgüter und Immobilien konnten Gewinne verzeichnen. Der Finanzsektor wurde durch neue Refinanzierungs-Programme der EZB gestützt.

Die volkswirtschaftlichen Daten sprechen eine andere Sprache. Insgesamt wuchs das BIP in Europa im ersten Quartal nur um 0,2 %. In Deutschland gab es ein Nullwachstum und Italien schlitterte in die Rezession. Die Frühindikatoren suggerieren schwache Impulse für das laufende Jahr, vor allem im Verarbeitenden Gewerbe.

Die weitere Entwicklung der Wirtschaft in Europa hängt auch davon ab, ob Großbritannien es schafft, bis zum 31. Oktober geordnet aus der EU auszutreten.

China und die Wachstumsmärkte

Im ersten Quartal wuchs die Wirtschaft in China mit 6,4 % weniger stark als angenommen. Allerdings rechnet die Regierung in Peking für 2019 immer noch mit einem Wachstum von 6,5 %. Die Aktienmärkte in China und Hong Kong profitierten von einem Sonderfaktor: Einer der wichtigsten Indexanbieter (MSCI) erhöhte das Gewicht chinesischer Aktien in seinen Indizes. Außerdem stellte Peking höhere Ausgaben und Steuererleichterungen in Aussicht, was die Märkte stützte.

Insgesamt starteten die Wachstumsmärkte ebenfalls gut ins Jahr, allen voran Indien mit 8,2 % im ersten Quartal. Der FTSE Emerging Markets Index stieg um 12 %. In Taiwan wuchs die Wirtschaft aufgrund starker Exportdaten um 3,04 %. Steigende Ölpreise beflügelten die Märkte in Russland und Kolumbien. Im Gegensatz dazu fand die Aktienmarkt-Rallye in Katar aus dem vergangenen Jahr aufgrund Kapitalabflüssen zunächst ein Ende. Die türkische Lira verlor weiter an Wert und der türkische Aktienmarkt folgte ihr.

Asien-Pazifik-Region (ex Japan)

Der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index gewann 12 % und erholte sich damit deutlich von der Korrektur zum Ende des vergangenen Jahres. Alle Märkte in der Region schlossen das erste Quartal im Plus ab, auch aufgrund der Hoffnung auf eine Einigung im Handels-Konflikt zwischen den USA und China. Die Abkehr der Zentralbanken von ihrer restriktiveren Geldpolitik beflügelte die Märkte.

Das stärkste Wachstum seit 7 Jahren gab es in Hong Kong mit 4,7 %. In Australien wuchs die Wirtschaft aufgrund positiver Februardaten im Einzelhandel stärker als erwartet (ca. 0,5 %). In Südkorea gab es hingegen mit -0,3 % ein unerwartet abnehmendes BIP.

Japan

Auch in Japan ging es an den Aktienmärkten wieder bergauf, jedoch nicht so stark wie in anderen entwickelten Märkten. Der japanische Aktienmarkt beendete das erste Quartal mit einem Plus von 9 % (FTSE Japan Index).

Die Volatilität an den Finanzmärkten nahm zu, vor allem weil leicht schwächere Wirtschaftsdaten aus China die Teilnehmer verunsicherten. Die größten Auswirkungen waren im Finanz- Automobil- und IT-Sektor zu spüren. Insgesamt wuchsen die Gewinne der Unternehmen weniger stark. Dies ist unter anderem auf steigende Löhne zurückzuführen

Der Yen wertete im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen leicht ab, ein Resultat aus dem starken Anstieg der japanischen Währung aus dem Vorjahr. Insgesamt hat sich der Ausblick vor dem Hintergrund einer langsamer wachsenden Wirtschaft leicht eingetrübt.

Small Cap-Aktien

Für den FTSE Global Small Cap Index ging es um 16 % bergauf. Der Index deckt die Performance von rund 4.400 liquiden Small-Cap-Aktien aus 47 Ländern ab. Small Cap-Aktien gelten aufgrund ihrer kleineren Marktkapitalisierung als anfälliger für Schwankungen an den globalen Aktienmärkten, weisen dafür aber auch ein höheres Wachstumspotenzial auf.

Globale Anleihen

Der FTSE Global Bond Index legte in Q1 um 2 % zu. Wie bei den Aktien gab es auch im globalen Anleihenmarkt das stärkste Quartal seit mehreren Jahren. Die Zentralbanken in Europa und den USA haben die Märkte beruhigt, in dem sie ihre Pläne für höhere Zinsen vorerst nicht weiterverfolgen.

Die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen fielen quartalsweise um 30 Basispunkte und damit auf den tiefsten Stand seit 2017. Insbesondere der Anstieg der Renditen 3-monatiger US-Titel über das Niveau der 10-jährigen Papiere sorgte für größere Vorsicht bei Investoren, da eine solche umgekehrte (inverse) Zinskurve historisch betrachtet ein Signal für eine sich abkühlende Konjunktur sein kann.

Auch in Europa fielen die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen um 30 Basispunkte, was sie erstmals seit 2016 wieder in negatives Territorium rutschen ließ. Grund dafür sind schwächere Wirtschaftsdaten in Europa, insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe.

Schwellenländer-Anleihen in US-Dollar hatten ein positives Quartal und performten besser als Anleihen in regionalen Währungen, da einige Schwellenländer-Währungen abwerteten.

Entwicklung der WeltInvest ETF-Portfolios

Im Einklang mit den Märkten konnten auch unsere WeltInvest Portfolios mit einer sehr guten Performance überzeugen und bieten unseren Anlegern pünktlich zum 1-jährigen Bestehen von WeltInvest so Grund zur Freude. Die Rendite nach Kosten belief sich im ersten Quartal 2019 auf 5,7 % (WeltInvest 30) bis 14,5 % (WeltInvest 100) und glich die Verluste im Vorquartal damit mehr als aus. Entsprechend ist auch die Gesamtrendite seit Auflage bei allen vier WeltInvest Portfolios wieder deutlich im positiven Bereich und übertrifft die vieler Anlagealternativen.

Quartalsweise Entwicklung nach Portfolio bis Ende Q1 2019
Für eine zukunftsbezogene Anlageentscheidung bieten vergangenheitsbezogene Performance-Angaben keine zuverlässige Hilfestellung.

Die sehr gute Performance der WeltInvest Portfolios ist insbesondere auf die oben beschriebenen starken Zuwächse an den Aktienmärkten in allen Weltregionen zurückzuführen. Doch auch die erneut überraschend positive Anleihenentwicklung im anhaltenden Niedrigzinsumfeld trug ihren Teil zur sehr guten Rendite der WeltInvest 30, 50 und 70 Portfolios bei.

Insgesamt liegen die WeltInvest Portfolios damit bei einer Rendite von 4,8 % (WeltInvest 30) bis 11,4 % (WeltInvest 100) seit Auflage am 23.03.2018. Unsere WeltInvest-Anleger konnten von einem zwischenzeitlich zwar volatilen jedoch insgesamt sehr freundlichen Marktumfeld profitieren und eine im langfristigen Vergleich klar überdurchschnittliche Rendite erzielen. Dabei spielte der regelbasierte und kosteneffiziente Investmentansatz von WeltInvest seine Stärken aus: WeltInvest bildet ausgewogen und nachvollziehbar die Märkte ab und nutzt dabei die Vorteile der internationalen Diversifikation. Entsprechend positiv fällt die Gesamtperformance von WeltInvest auch gegenüber wenig diversifizierten länderspezifischen Aktienindizes wie dem DAX (-3,0 % Rendite seit dem 23.03.2018) aus. Einzig mit einer höheren Gewichtung von US-Aktien war in global diversifizierten Portfolios eine noch höhere Rendite zu erzielen. Wir halten die ausgewogene Aufstellung von WeltInvest mit einem US-Anteil im Aktienteil von ca. 40 % langfristig jedoch für vorteilhafter als die Übergewichtung von US-Titeln in globalen Indizes wie dem MSCI World (US-Anteil über 60 %).

Grafik 2: Wertentwicklung WeltInvest 23.03.2018 - 30.03.2019
Für eine zukunftsbezogene Anlageentscheidung bieten vergangenheitsbezogene Performance-Angaben keine zuverlässige Hilfestellung.

Im Vergleich mit den Produktalternativen für Privatanleger behauptet sich WeltInvest somit auch aus Renditesicht weiterhin sehr gut. Gegenüber dem Gros der aktiv gemanagten Mischfonds haben die WeltInvest Portfolios seit Auflage eine deutlich höhere Rendite erzielt. Anhand der anerkannten Morningstar-Benchmarks für Mischfonds mit vergleichbarer Aktienquote liegt der Renditevorteil von WeltInvest je nach Portfolio bei 4,8 % bis 6,1 %. Auch im Vergleich zu Robo-Advisorn bewährt sich WeltInvest und nimmt im Echtgeldtest von Brokervergleich unter den 16 Teilnehmern nach wie vor einen der Topplätze ein.

Performancevergleich WeltInvest und aktiv gemanagte Mischfonds
Für eine zukunftsbezogene Anlageentscheidung bieten vergangenheitsbezogene Performance-Angaben keine zuverlässige Hilfestellung.

Fazit

Die Marktentwicklung in den vergangenen 6 Monaten verdeutlicht, dass geduldige Investoren für ihr Durchhaltevermögen belohnt werden können. Die hohe Volatilität an den Märkten jedoch nicht von der Hand zu weisen. WeltInvest-Anleger können sich jedoch darauf verlassen, dass sie unabhängig von der Marktentwicklung in ein Produkt investieren, welches den Vergleich mit aktiven Mischfonds und Robo-Advisor nicht zu scheuen braucht.

 

 

Quellen:

USA (WSJReuters), Europa (Bloomberg), China (Trading economicsVanguard), Hong Kong (Reuters), Japan (Times), Taiwan (Reuters), Indien (Economic Times), Australien (FTABC), Südkorea (NasdaqCNBC)

ETF Robo übertrifft Performance von MSCI World und DAX

Der Handelskonflikt und die Sorge vor Zinserhöhungen beherrschten das vierte Quartal 2018 und sorgten für Wertverluste an den Aktienmärkten und unserem ETF Robo. Doch der Aktienteil entwickelte sich besser als viele Alternativen, wie z.B. der MSCI World oder der deutsche Leitindex DAX. Auch im Vergleich zu anderen automatisierten Geldanlagen (Robo-Advisor) schneidet unser Robo aktuell besser ab.

Hinweis: Am 11.11.2020 wurde WeltInvest in ETF Robo umbenannt. Am Produkt hat sich nichts geändert. Dieser Artikel wurde nachträglich angepasst.

Von den USA über Europa und die Wachstumsmärkte bis hin zu mittelständischen Unternehmen und dem globalen Rentenmarkt. Wie die einzelnen Aktien- und Rentenmärkte im vierten Quartal abgeschnitten haben, erfahren Sie in diesem Artikel. Die Performance des ETF Robo finden Sie im Anschluss an eine kurze Marktanalyse.

Der Aktienmarkt in Nordamerika

Nach der Rallye in den Vorquartalen sind die Aktienkurse in den USA im vierten Quartal gesunken. Der FTSE North America Index verlor -11,70 %. Der Handelskonflikt mit China und steigende Zinsen waren für den Abverkauf an den Märkten verantwortlich. Die US-Zentralbank Fed hob die Zinsen im Dezember aufgrund von stabilen wirtschaftlichen Daten auf dem heimischen Arbeitsmarkt an. Fed-Chef Jerome Powell passte seine Aussagen zur Zinsentwicklung jedoch an und senkte die Aussichten auf mögliche Zinserhöhungen im Dezember. Die Tendenz bestätigte er im Januar: Die Fed wird voraussichtlich in 2019 von weiteren Zinserhöhungen absehen. Die Erwartungen an die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und der Inflation wurden nach unten abgesenkt. Insgesamt ist die US-Wirtschaft jedoch robust aufgestellt.

Aktien in Europa

Die Unsicherheit über den Brexit und die politischen Spannungen in Frankreich haben zu dem Rückgang der Geschäftserwartungen beigetragen. Die Wirtschaft Italiens ist in eine Rezession abgedriftet. In Europa verlor der FTSE Developed Europe Index in Q4 -11,80 %. In Deutschland stagnierte das Wachstum, eine Rezession konnte hingegen abgewendet werden. Deutsche Exporteure konnten einen neuen Rekord vermelden. Ebenfalls positiv: Die EZB hat ihr Anleihenkauf-Programm im Dezember planmäßig beendet und dies mit einem breiten Wachstum der Löhne begründet.

China und die Wachstumsmärkte

In den Wachstumsmärkten wirkte sich der globale Handelskonflikt belastend auf die Kursentwicklung der Unternehmen aus. Der FTSE Emerging Markets Index verlor -4,41 %. Das Wachstum der Wirtschaft Chinas hat sich verlangsamt, ist jedoch mit 6,6 % für 2018 weiterhin beachtlich. Das Reich der Mitte importiert weniger Waren, was sich auf die globalen Exportdaten auswirkt. Die chinesische Regierung stützt die Wirtschaft mit einer Kombination aus geld- und fiskalpolitischen Mitteln. Da in 2019 nicht mit weiteren Zinserhöhungen seitens der Fed zu rechnen ist, sind neue Zinskosten nicht zu erwarten, was sich positiv auf die Wirtschaft Chinas auswirken könnte.

In Brasilien hingegen stiegen die Aktienkurse nach der Wahl von Jair Bolsonaro zum Staatspräsidenten Ende Oktober deutlich. Weitere Gewinner unter den Wachstumsmärkten gab es zum Jahresende in Indonesien und Indien, die von den fallenden Ölpreisen profitierten.

Die Märkte der Asien-Pazifik-Region (ex Japan)

In der Region Asien-Pazifik (ohne Japan) mussten Anleger in Südkorea Kursverluste verkraften. Diese wurden ebenfalls durch einen Abschwung bei großen Technologiewerten ausgelöst. In Australien und Neuseeland zeichnete sich ein ähnliches Bild ab. Der FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Index verlor im vierten Quartal -8,83 %, bevor eine deutliche Erholung im Januar einsetzte.

Aktien in Japan

Der japanische Aktienmarkt beendete das Quartal mit einem Minus von -12,51 % (FTSE Japan Index). Die Währung Yen wurde in diesen Phasen der Unsicherheit von Investoren als „sicherer Hafen“ genutzt und gewann an Wert. Wirtschaftlich zeigt sich das  Land der aufgehenden Sonne jedoch solide mit einem Wachstum über 1 % im vierten Quartal. Immer mehr ältere Menschen und Frauen erreichen den Arbeitsmarkt. Die Regierung hat per Gesetz Überstunden begrenzt und internationale Handelsabkommen geschlossen.

Small Cap-Aktien

Das vergangene Jahr fing für Aktien mittelständischer Unternehmen (auch als Small Caps bezeichnet) gut an. Der globale Handelskonflikt belastete multinationale Konzerne mit hoher Marktkapitalisierung (Large Caps) zunächst stärker und Aktien mit niedrigerer Marktkapitalisierung konnten bis September Kursgewinne einfahren. Im vierten Quartal änderte sich das Bild schlagartig: Small Caps verloren während der Marktkorrektur mehr an Boden als Large Caps. Für den FTSE Global Small Cap Index ging es -15,61 % bergab. Als Gründe hierfür gelten Gewinnmitnahmen und ein Umschichten zu Large Cap-Aktien.

Globale Anleihen mit guter Bonität

Globale Anleihen waren ein sicherer Hafen während des turbulenten vierten Quartals. Der FTSE Global Bond Index legte in Q4 um 1,03 % zu. Über das gesamte Quartal sind die Renditen 10-jähriger US-Bonds von 3,02 % auf 2,68 % gefallen, was von einem nachlassenden Risikoappetit der Investoren zeugt. In Europa haben sich die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen von durchschnittlich 0,47 % auf 0,24 % halbiert. Staatsanleihen in den Schwellenländern konnten ihre Performance im vierten Quartal wegen der nachlassenden Stärke des US-Dollars verbessern. Die Währungen einiger ölexportierender Länder profitierten von den schwächeren Energiepreisen.

Bei Unternehmensanleihen im Investment Grade-Bereich kam es auf breiter Basis zu einer Unterperformance im Vergleich zu Staatsanleihen. Das zeigt sich am Beispiel der USA: Die Schulden der Unternehmen sind gestiegen und der Bereich der Hochzins-Anleihen entwickelte sich aufgrund des Energiesektors ebenfalls schwach.

Entwicklung der WeltInvest ETF-Portfolios

Vor dem Hintergrund der schlechten Marktentwicklung verloren auch die WeltInvest ETF-Portfolios im vierten Quartal an Wert. Die negative Performance belief sich auf -3,1 % (WeltInvest 30) bis -11,6 % (WeltInvest 100). Damit ergaben sich zum 31.12.2018 auch für die Gesamtrendite seit Auflage am 23.03.2018 erstmals leicht negative Werte für die 4 Portfolios.

In der Marktkorrektur zum Jahresabschluss zeigten sich die Diversifikationsvorteile von WeltInvest. Auch im Vergleich mit 15 anderen automatisierten Anlagelösungen und Robo-Advisor schnitten die WeltInvest-Anlagestrategien gut ab. Wie der Echtgeld-Test von Brokervergleich zeigt, belegt das ausgeglichene ETF-Portfolio WeltInvest 50 von allen Teilnehmern bis Ende Januar 2019 den ersten Platzd.

Quartalsweise Entwicklung nach Portfolio bis Ende Q1 2019
Für eine zukunftsbezogene Anlageentscheidung bieten vergangenheitsbezogene Performance-Angaben keine zuverlässige Hilfestellung.

Bei WeltInvest 30, 50 und 70 glich die positive Entwicklung im Anleihenbereich Verluste auf der Aktienseite teilweise aus. Dabei profitierten die WeltInvest-Strategien von der Fokussierung auf Anleihen guter Bonität („Investment Grade“): Der WeltInvest-Anleihenteil konnte einen Wertzuwachs von 0,7 % im vierten Quartal verzeichnen, während – aus gutem Grund nicht in den WeltInvest ETF-Portfolios enthaltene – Hochzinsanleihen („High Yield“) im Dezember mit den Aktienmärkten einbrachen. Auch in Zukunft ist davon auszugehen, dass sich in schlechten Marktphasen Anleihen als Stabilitätsanker im Portfolio bewähren. Allerdings nur, wenn die zugrunde liegenden Papiere auch werthaltig sind und nicht zu stark mit den Aktienmärkten korrelieren.

Durch die ausgewogene Aufstellung von WeltInvest im Aktienteil schlugen die Verluste in diesem Bereich zudem nicht in voller Höhe durch. So entwickelte sich WeltInvest 100, unser Portfolio mit 100 % Aktienanteil, mit -11,6 % Quartalsrendite zwar deutlich negativ. Jedoch war die WeltInvest Performance damit signifikant besser als die des US-lastigen MSCI World Index (-12,0 %) und des deutschen Aktienbarometers DAX (-14,7 %). Auch hier zeigte sich somit der Vorteil einer breiten Risikostreuung und ausgewogenen Portfolioallokation, die bewusst Abhängigkeiten von einzelnen Ländern und Regionen vermeidet.

Grafik 2: Wertentwicklung WeltInvest 23.03.2018 - 30.03.2019
Für eine zukunftsbezogene Anlageentscheidung bieten vergangenheitsbezogene Performance-Angaben keine zuverlässige Hilfestellung.

Fazit

Es gibt derzeit mehrere Faktoren, die für das Wachstum der globalen Wirtschaft ein Risiko darstellen. Es können aber auch Chancen entstehen. Wird ein Brexit-Deal erfolgreich abgeschlossen oder die USA und China einigen sich auf neue Handelsbeziehungen, könnte dies dem Auftrieb an den globalen Finanzmärkten zum Jahresbeginn Flügel verleihen. Die Regierung Chinas könnte mit einem Stimulus-Programm für die eigene Wirtschaft auch globale Impulse setzen. Anhaltend niedrige Energiepreise würden sich positiv auf die Finanzen von Unternehmen und Haushalte auswirken.

In ihrem Ausblick für 2019 geht der Pionier passiver Investmentlösungen Vanguard nicht von einer Rezession aus, sondern lediglich von einem langsameren Wachstum der globalen Wirtschaft. Die globale Inflation werde voraussichtlich die Marke von 2 % nicht überschreiten. Investoren an den globalen Finanzmärkten sollten langfristig denken. In ihrem 10-jährigen Ausblick erwartet der nach BlackRock zweitgrößte Assetmanager der Welt bei festverzinslichen Anlagen eine jährliche Rendite von 2,2 % bis 4,2 % und auf der Aktienseite weiterhin jährliche Renditen zwischen 5 % und 7 %.

An der Wertentwicklung von WeltInvest lässt sich der Vorteil eines breit diversifizierten ETF-Portfolios ablesen. Vor allem die im Vergleich zu anderen Welt-Portfolios niedrigere Allokation von US-Aktien bei WeltInvest führt zu dem oben beschriebenen Performance-Vorteil gegenüber dem MSCI World oder dem DAX. Das zeigt sich auch an den Januar-Daten: Alle WeltInvest-Portfolios haben die Erholung an den Märkten mitgenommen und liegen wieder im Plus.

Globaler Handelsstreit ist nicht der einzige Faktor an der Börse

Ist der Handelskonflikt zwischen den USA und China der Anfang vom Ende für das globale Wachstum der Wirtschaft? – Anfang Oktober knickten die Aktienkurse weltweit ein. In den 3 Quartalen zuvor gab es kaum Auswirkungen der neuen Handelsbeziehungen auf die Börse. Die Entwicklung des Raisin Invest ETF Portfolios (ehemals WeltInvest) seit Auflage am 23. März ist in allen Varianten entsprechend positiv.

Hinweis: Am 11.11.2020 wurde WeltInvest zu ETF Robo umbenannt. Am Produkt hat sich nichts geändert. Dieser Artikel wurde nachträglich angepasst.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China ist auch nach dem Ende des dritten Quartals das beherrschende Thema im Jahr 2018. Die entscheidende Frage lautet: Können die Strafzölle den Welthandel nachhaltig einschränken und das globale Wirtschaftswachstum gefährden? – Nachdem sich die Märkte von den Auswirkungen eines Handelskonflikts in den ersten neun Monaten des Jahres nicht haben beeindrucken lassen, gaben die Aktienkurse Anfang Oktober deutlich nach: Der US-Index S&P 500 verlor Bloomberg zufolge 3,3 % und der Industrie-Index Dow Jones Industrial Average (DIJA) 3,2 %.

Die Schockwellen waren auch in Europa zu spüren. Die Kurse deutscher Aktiengesellschaften gerieten unter Druck: Der deutsche Leitindex DAX gab allein im Oktober bislang um 6,77 % nach. Auf Jahressicht sind DAX-Investoren sogar mit 10,79 % im Minus (Stand: 22.10.2018). Im Vanguard FTSE Developed Europe UCITS ETF (Teil unseres WeltInvest ETF-Portfolios) machen deutsche Aktien jedoch nur 14,8 % aus. Das vom Brexit-Risiko geplagte Großbritannien macht 28,6 % des Fondsvolumens aus, Italien sogar nur 3,9 %. Diese breite Diversifikation senkt das Risiko, so dass bis zum Ende des dritten Quartals eine positive Wertentwicklung von 1,90 % in Europa zu Buche steht (Quelle: Vanguard: 30. September 2018).

Rückblick: Größte Marktkorrektur seit Februar

Der langfristige Aufwärtstrend ist zumindest an den internationalen Börsen noch immer intakt. Das zeigt sich vor allem an Wertentwicklung des FTSE Vanguard North America ETFs, der ebenfalls in WeltInvest enthalten ist und in den vergangenen 6 Monaten 19,1 % zugelegt hat. Und das, obwohl es zu Beginn des Jahres ebenfalls turbulent zuging. Im Februar ging es nicht um den Handelskonflikt, sondern um Inflationsängste: Die Marktteilnehmer befürchteten, die Fed könnte die Zinsen schneller anheben als ursprünglich erwartet. Dies und Spekulationen um die Entstehung eines Bärenmarktes haben sich vorerst nicht bestätigt. Vielmehr entpuppten sich die vorübergehenden Kursverluste von ca. 4 % im Februar als lang erwartete Korrektur nach der starken Kursrallye im vergangenen Jahr.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Berichtssaison der Aktiengesellschaften in den USA zeichnet sich eine ähnliche Einschätzung auch im Oktober ab: Die aktuellen Gewinnmeldungen der Unternehmen stützen die Aktienkurse. Erst wenn der Welthandel merklich zurückgeht wird das Auswirkungen auf die Fundamentaldaten der Exportunternehmen haben.

Wertentwicklung WeltInvest seit Auflage im Chart.
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US-Dollar setzt Wachstumsmärkte unter Druck

Noch sind die Auswirkungen des Handelskonflikts mit China in der US-Wirtschaft allerdings nicht zu spüren. Die US-Zentralbank Fed setzt ihren Kurs der graduellen Eindämmung der Geldpolitik fort und erhöhte Anfang Oktober die Zinsen um 25 Basispunkte auf 2,00 bis 2,25 %. Fed-Chef Jerome Powell sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge, es gebe überhaupt keinen Grund für die Annahme, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den nächsten ein bis zwei Jahren erhöht habe.

Die Wachstumsmärkte legten in den vergangenen 3 Jahren eine fulminante Wertentwicklung hin – der in WeltInvest enthaltene Vanguard FTSE Emerging Markets UCITS ETF legte um 37,47 % zu. Doch 2018 gab es bislang keine guten Nachrichten zu vermelden. Als Gründe für die aktuelle Schwäche der Wachstumsmärkte gelten einerseits Währungskrisen in Argentinien und der Türkei, die infolge eines aufwertenden Dollars und steigender US-Zinsen entstanden sind. Die starke US-Währung erhöht die Schuldenlast einiger Länder, die sich in US-Dollar verschuldet haben anstatt in ihrer Landeswährung. Argentinien und die Türkei sind allerdings im Gegensatz zu China keine Schwergewichte in den meisten Emerging Market Fonds. Der Vanguard Emerging Markets ETF – der auch in den WeltInvest ETF-Portfolios enthalten ist – hält gar keine Aktien aus Argentinien. Türkische Unternehmen machen lediglich 0,6 % des Fondsvolumens aus. Der Wertverlust des Vanguard FTSE Emerging Markets UCITS ETF hält sich dementsprechend mit -1,5 % für die letzten 12 Monate in Grenzen (Stand: 30. September 2018).

Chinesische Aktien repräsentieren hingegen 34,1 % des Emerging Markets ETFs von Vanguard. Im Reich der Mitte scheint die Talsohle schon fast erreicht zu sein, Aktien gelten dort wieder als günstig bewertet. Ob die US-Zölle der chinesischen Wirtschaft einen nachhaltigen Dämpfer verpassen, muss sich erst noch zeigen. Chinas wichtigster Aktienindex – der CSI 300 – besteht fast zur Hälfte (46 %) aus Banken und anderen Finanzdienstleistern, die nicht von den aktuellen US-Zöllen betroffen sind. „Wir glauben, der Sell-Off ist übertrieben“, sagt Mark Leung, CEO bei JP Morgan Chase China in einem Interview mit CNBC. Wenn man sich die Fundamentaldaten ansehe, gebe es mittel- und langfristig gute Gründe für einen Einstieg in die Schwellenländer und China sei ein großer Teil davon.

So verlief das dritte Quartal für WeltInvest Anleger.
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Vanguard: Anleger sollten langfristig investieren

Exporte in die USA machen unserem Produktpartner Vanguard zufolge lediglich 4 % der Wirtschaft Chinas aus. Das ist ein Anteil, den Peking auch mit anderen Handelspartnern kompensieren könnte. Die Wahrscheinlichkeit einer Eskalation sei sehr gering, weil die Folgen für China und die USA extrem negativ wären, ebenso wie für den Rest der Welt, heißt es in einem Marktbericht von Vanguard.

Die schwierigen Verhandlungen zwischen den USA und China würden wahrscheinlich dazu führen, dass die Volatilität an den globalen Finanzmärkten anhält. „Trotz des Aufs und Abs raten wir Anlegern zu einem diversifizierten Portfolio aufgrund der erhöhten Unsicherheiten im aktuellen Umfeld und zweitens zu einem langfristigen Investment Portfolio. Das gibt Investoren eine bessere Chance, kurzfristige Schwankungen auszuhalten und langfristigen Erfolg zu erzielen“, so Vanguard.

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Wertentwicklung von WeltInvest seit Auflage

Im dritten Quartal 2018 entwickelt sich WeltInvest, unsere global diversifizierten ETF-Portfolios, in allen Varianten positiv. Auffällig zeigt sich der Anstieg der Wertentwicklung, je höher die Aktienquote ist. Mit WeltInvest 100 investieren Anleger ausschließlich in Aktien, dementsprechend ist die Wertentwicklung mit 3,5 % im dritten Quartal höher als die der WeltInvest ETF-Portfolios, die auch in einen global diversifizierten Anleihen-Indexfonds von Vanguard investieren. Bei WeltInvest 70 mit einem Anleihen-Anteil von 30 % liegt die Wertentwicklung für Q3 bei 2,2 %. Das ausgeglichene Portfolio mit je 50 % Aktien und 50 % Anleihen erzielte 1,4 % und das konservative WeltInvest 30 mit einem Anleihen-Anteil von 70 % stieg um 0,5 % im Wert.

Noch besser sieht es in der langfristigen Perspektive aus. Wer bereits beim Start von WeltInvest 100 am 23. März 2018 dabei war, kann sich über eine Wertentwicklung von 10,1 % freuen. Die Performance der WeltInvest ETF-Portfolios mit einer Aktienquote von 30, 50 und 70 % können Sie der Tabelle entnehmen.

Wertentwicklung WeltInvest in allen Varianten.
Für eine zukunftsbezogene Anlageentscheidung bieten vergangenheitsbezogene Performance-Angaben keine zuverlässige Hilfestellung.

Fazit

Die letzten Jahre an den Märkten waren gekennzeichnet von einer sehr niedrigen Volatilität bei einem stabilen Wachstum der globalen Wirtschaft, niedrigen Zinsen und einer geringen Inflation. Nun scheint die Volatilität langsam in die Märkte zurück zu kehren. Der globale Handelsstreit, auf die Spitze getrieben durch die USA und China, ist dabei nur ein Faktor. Weitere Risikofaktoren sind der Brexit in Großbritannien, die Schuldensituation in Italien und in den Wachstumsmärkten. Ein entscheidender Treiber für die Aktienkurse sind jedoch Fundamentaldaten, wie z.B. die Gewinnmeldungen großer Aktiengesellschaften, die sich in den vergangenen Monaten als stabil erwiesen haben. Langfristig orientierte Anleger achten daher auf eine breite Diversifikation bei ihrer Geldanlage, die das Risiko einzelner Marktrisiken ausgleichen kann.

Quellen

US-Indizes (Bloomberg), DAX-Performance (ariva.de), europäische Aktien Q3 (Vanguard), Wertentwicklung FTSE Vanguard North America ETF (Vanguard), Aktienkurse Februar (CNBC), Allokation und Wertentwicklung Vanguard FTSE Emerging Markets UCITS ETF (Vanguard), Aktienbewertung China (CNBC), Handelsstreit (Vanguard)

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