Bundesanleihen
der Staat bürgt für höchste Sicherheit

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Viele Jahre lang hat der Staat keine neuen Schulden gemacht. Erst im Zuge der Corona-Krise kehrt das Finanzministerium von seinem Sparkurs ab und gibt zwei neue Bundesanleihen mit Laufzeiten von 7 beziehungsweise 15 Jahren heraus. Bundesanleihen sind eine sichere Geldanlage – das liegt an der überaus geringen Ausfallwahrscheinlichkeit.

Leiht jemand dem deutschen Staat Geld, darf er davon ausgehen, dass er sein Kapital wiederbekommt. Die Bundesrepublik Deutschland zählt nach wie vor zu den Staaten mit der besten Bonität. Dennoch sind die Renditen für Bundesanleihen der Bundesrepublik negativ. Wir erklären, was es damit auf sich hat und was Bundesanleihen im Detail sind.

Das Wichtigste in Kürze
  • Bundesanleihen zählen zu den Bundeswertpapieren. Es handelt sich hierbei um Anleihen, welche der Staat, in diesem Fall die Bundesrepublik Deutschland, herausgibt, also emittiert. Sie dienen dazu, dass der Staat seine Ausgaben finanziert. Bundesanleihen kann man auch als deutsche Staatsanleihen bezeichnen.
  • Weil der Staat bei Bundesanleihen der Schuldner ist, lassen sie sich aus Sicht eines Gläubigers als besonders sicher beurteilen. Die Bundesrepublik Deutschland genießt im internationalen Staatenvergleich die höchste Bonität. Dies ist relevant, weil Bundesanleihen ausschließlich „ungedeckte“ Anleihen, also nicht besichert sind. Das hängt damit zusammen, dass Bund und Bundesländer per Gesetz nicht konkursfähig sind. Sicherheit geben aber das hohe Steueraufkommen und das Staatsvermögen. 
  • Bundeswertpapiere sind an feste Laufzeiten gebunden. Diese betragen bei Bundesanleihen entweder 10 Jahre oder 30 Jahre. Im Jahr 2020 kommen die beiden Laufzeiten 7 Jahre und 15 Jahre hinzu. Weitere Bundeswertpapiere sind Bundesschatzanweisungen mit 2 Jahren Laufzeit und Bundesobligationen mit 5 Jahren Laufzeit.
  • Der Kauf und Verkauf von Bundesanleihen findet an den Börsen statt. Sie sind ebenso flexibel wie Aktien, die sich jederzeit handeln lassen. Beim Erwerb gibt es weder eine Mindestanlage noch einen Maximalbetrag.
  • Aufgrund ihrer Beliebtheit sind nur wenige Bundesanleihen frei verfügbar. Dies änderte sich 2020 durch Neuausgaben im Zuge der Corona-Krise. Denn die hiermit zusammenhängenden Staatskredite für Unternehmen müssen refinanziert werden.
  • Die Zinsen für Bundesanleihen nahmen in den letzten Jahren stark ab. In 2019 und 2018 waren die Renditen für Papiere mit einer Laufzeit von 10 Jahren sogar negativ. Anleger müssen in diesem Fall dafür bezahlen, dass sie dem Staat ihr Geld leihen. Sie tun das aufgrund der hohen Sicherheit und der sehr guten Liquidität von Bundesanleihen. 
  • Versicherungen sind per Gesetz verpflichtet, zu einem gewissen Anteil in Staatsanleihen zu investieren.

Bundesanleihen sind Schuldverschreibungen
mit festen Laufzeiten

Man bezeichnet sie auch als Bundeswertpapiere. Ihr Herausgeber ist die Bundesrepublik Deutschland, wobei im Prinzip jeder Staat eigene Anleihen emittieren kann. Generell sind es dann „Staatsanleihen“. Um seine Ausgaben zu finanzieren, erhebt ein Staat Steuern von seinen Bürgern. Darüber hinaus kann er sich in Form der Bundesanleihen oder eben Staatsanleihen Geld am Kapitalmarkt besorgen.

Wer eine Bundesanleihe kauft, leiht dem Staat für einen vorab definierten Zeitraum Geld. Die Laufzeiten liegen normalerweise bei 10 oder 30 Jahren. Im Jahr 2020 kamen zusätzlich Bundesanleihen mit Laufzeiten von sieben oder 15 Jahren dazu. Dies ist dem erhöhten kurzfristigen Finanzbedarf geschuldet, den der Staat aufgrund seiner Corona-Hilfen für Unternehmen hatte. Die neuen Laufzeiten spiegeln den Bedarf der Anleger und die Planung des Bunds bis ins Jahr 2035 wider.

Für das verliehene Geld bekommt der Anleger Zinsen, die man bei Bundesanleihen als „Kupon“ bezeichnet. Grundsätzlich gilt, dass sich ein höheres Risiko durch höhere Zinsen auszahlt. Weil das Ausfallrisiko bei Bundesanleihen gering ist, sind die Zinsen eher niedrig und liegen derzeit sogar bei Null. Nimmt das Risiko zu, z.B. bei Staatsanleihen von Entwicklungsländern, dann sind auch höhere Kupons oder Zinsen denkbar.

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Zurück zu den Bundesanleihen:

Bundesanleihen sind fast so alt wie die Republik selbst

Als Vorläufer der Bundesanleihe gilt die Reichsanleihe, die im Jahr 1877 erstmals auf den Markt kam. Man brauchte Kapital für neue Investitionen, jedoch war die Staatskasse durch den Krieg gegen Frankreich knapp. Die erste Reichsanleihe hatte ein Emissionsvolumen von 16 Millionen Reichsmark – bei einer Verzinsung von 4 %.

Die erste Bundesanleihe kam dann im Jahr 1952 heraus, als die Bundesrepublik Deutschland gerade einmal drei Jahre alt war. Das Anleihevolumen belief sich auf 500 Millionen D-Mark. Seit 1971 bekommen Anleger jährlich ihre Zinsen ausbezahlt, zuvor gab es eine sechsmonatigen Zahlungsweise.

Bundesanleihen funktionieren wie ein Kredit

Eine Bundesanleihe ist vergleichbar mit einem Kredit, bei dem ein Geldgeber (Gläubiger) und ein Geldnehmer (Schuldner) miteinander einen Vertrag eingehen. Der Geldgeber leiht dem Geldnehmer einen bestimmten Geldbetrag und erhält dafür Zinsen. Wie bei einem Kredit auch, haben Bundesanleihen eine feste Laufzeit. Es ist also klar, bis wann man das Geld zurückbekommt. Nebenher steht der Staat mit all seiner Wirtschaftskraft als „Bürge“ ein, was das Risiko einschränkt. 

Käufer von Bundesanleihen sind überdies nicht nur Privatleute, sondern in hohem Maße auch institutionelle Investoren wie Banken und Pensionskassen. Letztere müssen per Gesetz auf sichere Staatsanleihen – oder in diesem Fall Bundesanleihen – setzen. Auch die Europäische Zentralbank ist einer der wesentlichen Investoren. Gesamt besitzt sie Staatsanleihen aus aller Welt mit einem Volumen von mehr als 2,5 Billionen Euro.

Bundesanleihen haben Vorteile und Risiken

Im Kurzen kann man eine Bundesanleihe so charakterisieren: Hohe Sicherheit, sehr wahrscheinlich negative Rendite. Kommen wir ins Detail:

 

Die Vorteile von Bundesanleihen

Bundesanleihen haben eine hohe Liquidität. Das bedeutet, dass sie sich jederzeit an der Börse handeln lassen, wobei wie auch sonst in der Wirtschaft das Angebot und die Nachfrage den Preis bestimmen. Sie als Anleger sind somit flexibel, wenn Sie kurzfristig Papiere kaufen oder verkaufen wollen.

Wie jedes Bundeswertpapier ist die Bundesanleihe eine „mündelsichere“ Anlage. Das bedeutet, dass ein Wertverlust nahezu ausgeschlossen ist, auch falls die kontoführende Bank Insolvenz anmelden muss. Am Ende der Laufzeit erhält der Besitzer einer Bundesanleihe exakt deren Nennwert ausbezahlt. Der Nennwert ist quasi der An- und Verkaufspreis einer Anleihe. Festgelegt ist die Mündelsicherheit im BGB (§ 1807).

Weil die Bundesrepublik Deutschland sehr kreditwürdig ist, erhält sie die Bestnote „AAA“ im Länder-Rating. Diese Bewertungen werden von sogenannten Rating-Agenturen aufgestellt, die die Bonität von Ländern und Unternehmen bewerten und damit die Qualität einer Investition durch einen Fonds oder ETF beurteilen zu können. Zu ihnen zählen beispielsweise die sogenannten „Big 3“, und zwar Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch.

Das Risiko einer Bundesanleihe ist durch die sehr positive Bonität der Bundesrepublik besonders klein. Außerdem wirft der Staat ein weiteres, gewichtiges Argument als Sicherheit in den Ring: sein Steuervermögen, das sich aus seiner Wirtschaftskraft speist.

Unter dem Strich ist eine Bundesanleihe für Sie als Anleger sicher, weil sie planbar ist: Am Fälligkeitstag erfolgt die garantierte Rückzahlung zum vollen Nennwert. Haben Sie beispielsweise eine Bundesanleihe im Nennwert von 100 Euro erworben, erhalten Sie am Ende der Laufzeit die 100 Euro zurück. Verkaufen Sie vorab, kann dies mit Gewinnen oder Verlusten einhergehen, je nach Kurs der Bundesanleihe. Zusätzlich erhalten Sie jedes Jahr vorher vereinbarte Zinsen. 

Die Zinsen für Bundesanleihen liegen derzeit bei Null Prozent. Das macht es derzeit schwierig, mit ihnen eine positive Rendite zu erzielen. Die Rendite von Bundesanleihen sinkt aufgrund der hohen Nachfrage bereits seit 1990:

Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen in Prozent seit 1990.Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen in Prozent seit 1990.Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen in Prozent seit 1990.

Die Risiken von Bundesanleihen

Bis hierhin hörten sich Bundesanleihen sehr positiv an. Doch sie haben auch Nachteile oder besser Risiken. Diese können einzeln, kombiniert oder alle zusammen auftreten:

Das Kreditrisiko beschreibt die theoretische Möglichkeit, dass ein Schuldner nicht in der Lage ist, seinen Verpflichtungen aus Zinszahlung und Nennbetrag nachzukommen. Dass er also die Summe, die man investiert hat, sowie die Zinsen nicht zurückzahlen kann. Bei Bundesanleihen ist dieses Risiko tatsächlich sehr niedrig, aufgrund der hohen Bonität der Bundesrepublik Deutschland. Aber spätestens auf Ebene der Staatsanleihen kann das Thema relevant werden.

Das Zinsänderungsrisiko ist wiederum ein mathematisches Phänomen. Kurz gesagt beschreibt es den Umstand, dass sich der Kurs der Bundesanleihe verändert, wenn sich der Zins am Rentenmarkt verändert. Generell gilt, wenn Anleihenkurse steigen, dann fallen die Zinsen. Wenn die Anleihenkurse fallen, dann steigen die Zinsen. 

Das Zinsniveau entsteht durch Angebot und Nachfrage auf den globalen Finanzmärkten. Seit der Finanzkrise 2008 waren es vor allem die globalen Zentralbanken, die Staatsanleihen in ungeahntem Ausmaß angekauft haben, um die Märkte seit der Finanzkrise mit Liquidität zu versorgen. Sie hat also künstlich Nachfrage geschaffen. Dies hat zu einem kontinuierlichen Anstieg der Kurse von Staatsanleihen geführt und zu einem Verfall der Zinsen. Die Länder konnten sich auf diese Weise zu niedrigen Kosten verschulden, die Anleger hingegen mussten auf Zinsen immer mehr verzichten. 

Das wirkte sich auch negativ auf die Renditen aus. Im Jahr 2016 sanken die Renditen erstmals unter 0 %. Im Jahr 2019 verstärkte sich dieser Trend. Im Umlauf befindliche 10-jährige Bundesanleihen haben seitdem eine Rendite von etwa -0,5 %:

Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen in Prozent seit 2010.Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen in Prozent seit 2010.Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen in Prozent seit 2010.

Wichtig ist das Zinsänderungsrisiko für Anleger dann, falls man die Anleihe vor dem Ende der Laufzeit verkaufen will. Dann kommt es je nach aktuellem Marktzins entweder zu Gewinnen (fallender Zins) oder Verlusten (steigender Zins).   

Das Wechselkursrisiko betrifft bei Bundesanleihen nur diejenigen Investoren, für die der Euro eine Fremdwährung darstellt. Würde also ein US-Bürger in Bundesanleihen Deutschlands investieren, dann ist der Devisenkurs – also der Euro-Dollar-Kurs und wie er sich entwickelt – für ihn relevant. Fällt der Devisenkurs während der Laufzeit unter den Anschaffungskurs, würden Verluste entstehen.

Bundesanleihen bedürfen einer Genehmigung

Die Herausgabe von neuen Bundesanleihen erfolgt allein über die „Deutsche Finanzagentur“ des Bundes. Diesen Akt nennt man auch „Begebung“. Die festgelegten Termine, zu denen Bundesanleihen auf den Markt kommen, bezeichnet man als „Begebungstermine“. Diese findet man im sogenannten „Emissionskalender“. Auch die Emissionsvolumina sind hier verzeichnet, also die Menge der auszugebenden Anleihen.

Die Ausgabe von Bundesanleihen ist nur nach vorheriger Genehmigung durch den Bundeshaushalt möglich. Es ist also alles exakt kalkuliert und verplant. Zum Jahresende 2019 machten Bundesanleihen etwa zwei Drittel der kompletten Bundesschuld aus. Der Anteil der Anleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren umfasste etwas mehr als 45 %, was sie zum bedeutendsten Finanzierungsinstrument für Deutschland macht.

Wie viele Bundesanleihen sind derzeit verfügbar?

Bundesanleihen sind nicht unbegrenzt verfügbar, weil die Menge durch den entsprechenden Emissionswert bestimmt wird. Insbesondere die massiven Ankäufe von Bundesanleihen durch die EZB führten zuletzt dazu, dass die Wertpapiere immer knapper wurden. Auch institutionelle Anleger wie Banken, Notenbanken, Versicherungen oder Pensionskassen sprangen auf den Zug auf.

Sie deckten sich mit Staatsanleihen der Bundesrepublik ein, um hohe regulatorische Anforderungen zu erfüllen, die fast keinen Spielraum für Alternativen lassen. Ein weiterer Grund ist, dass der Bund seinen Haushalt recht sparsam führte. Macht der Staat keine Schulden, braucht es keine neuen Anleihen. Erst seit 2020 änderte sich die Situation unter Einfluss des Coronavirus wieder.

Welche Rendite werfen Bundesanleihen ab?

Um Geldanlagen zu vergleichen, schauen Anleger gern auf die Rendite. Im Wesentlichen fasst sie zusammen, in welchem Maß sich eine Investition für einen entsprechenden Zeitraum auszahlt, also welchen Ertrag sie bringt.

Bei Bundesanleihen errechnet sich die Rendite aus verschiedenen Faktoren:

  • dem aktuellen Kurs,
  • dem Zinssatz, der bei der Ausgabe der Anleihe festgelegt wurde,
  • der Restlaufzeit und
  • dem Rücknahmepreis.

Die Rendite einer Bundesanleihe ist variabel. Das heißt, sie ändert sich permanent, weil man sie an der Börse handelt, wo Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Wie hoch der Kurs einer Anleihe ist, drückt sich nicht in Euro aus, sondern in Prozent des Nominalwerts. Also im Marktzins. Der Nominalwert oder Nennwert ist der Betrag, zu dem die Teilschuldverschreibung – also die kleinste Einheit einer Bundesanleihe – ausgegeben wird. Er beträgt normalerweise 100 Euro. 

Diesen Preis müssten Sie als Anleger an den Emittenten, in dem Fall die Bundesrepublik Deutschland, bezahlen, um „eine“ Anleihe zu erhalten. Nehmen wir an, dass der Kurs der Anleihe nach deren Ausgabe um beispielsweise 3 % zunimmt. Dann könnte der Besitzer der Anleihe das Wertpapier mit 3 Euro Gewinn verkaufen. Normalerweise würden Zinsen hinzukommen, aber in Deutschland werfen 10-jährige Bundesanleihen derzeit mit etwa -0,5 % eine negative Rendite ab.

Wie berechnet sich die Rendite von Bundesanleihen?

Bundesanleihen rufen erst seit etwa 2 Jahren negative Renditen hervor. 

Noch auf dem Höhepunkt der Eurokrise 2012 erhielt man für 10-jährige deutsche Staatsanleihen ca. 1,8 %. Für die Berechnung von Verzinsung und Rendite von Bundesanleihen verwenden wir diesen historischen Zins. 

Zur Berechnung der Verzinsung einer Bundesanleihe braucht man den Nominalzins und den aktuellen Kurswert. Die Formel lautet:

(Zinssatz * 100) / Kurswert

Bei einem Zinssatz von 1,8 % und einem Kurswert von 103 % läge die aktuelle Verzinsung also bei 1,747 %.

Liegt der Kurswert unter dem Nennwert, führt dies zu einer höheren Verzinsung, wie folgendes Beispiel zeigt:

Bei einem Zinssatz von 1,8 % und einem Kurswert von 92 %, läge die aktuelle Verzinsung bei 1,96 %.

Für die Berechnung der tatsächlichen Rendite benötigt man zusätzlich die Laufzeit und den Rücknahmepreis.

Die erweiterte Formel ist:

(Zinssatz + ((Rücknahmekurs – Kaufkurs)/Laufzeit)/Kaufkurs * 100.

Nehmen wir an, dass der Anleger das Papier nach drei Jahren zu einem Kurs von 110 % verkaufen möchte. Gekauft hatte er die Anleihe zum Kurs von 103 %, bei einem Zinssatz von 1,8 %. Die Rendite läge in diesem Fall bei 4,01 %. Man spricht hier auch von der sogenannten Effektivverzinsung.

Wie sich diese ändert, falls der Rücknahmepreis unter den Kaufpreis fällt, zeigt dieses Beispiel:

Angenommen, der Anleger aus obigem Beispiel verkauft das Papier nach vier Jahren zu einem Kurs von 98 %. Dann liegt die effektive Rendite lediglich bei ca. 0,59 %.

Im Jahr 2000 lag die Dividendenrendite des DAX zum Beispiel bei 2 %, während die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen noch 5,2 % betrug. Im Jahr 2019 gab es ein deutlich anderes Bild. Der Dividendenrendite des DAX in Höhe von 3,3 % stand mit -0,5 % sogar ein Negativwert der Rendite 10-jähriger Bundesanleihen gegenüber.

Erholt hat sich die Rendite der deutschen Staatsanleihen bis heute nicht. Im März 2020 lag die Rendite von Bundesanleihen im Schnitt bei -0,52 %. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist dies ein Rückgang von fast 1.000 % – im März 2019 lag die Rendite noch bei 0,06 %. Ein Grund dafür ist das niedrige Zinsniveau der Europäischen Zentralbank seit 2012 senkte die EZB den Leitzins kontinuierlich auf Null, weswegen die Rendite im Vergleich zu US-Staatsanleihen weiter abnahm. Erst nach dem Ausbruch der Corona-Krise senkte auch die US-Zentralbank die Zinsen und der Spread also der Renditeunterschied zwischen US- und Bundesanleihen nimmt wieder ab:

Vergleich: Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen und US-Staatsenleihen in Prozent seit 2010.Vergleich: Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen und US-Staatsenleihen in Prozent seit 2010.Vergleich: Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen und US-Staatsenleihen in Prozent seit 2010.

Für wen sind sie geeignet?

Aufgrund ihrer aktuell unattraktiven Rendite kann man den Eindruck gewinnen, dass sich Bundesanleihen als Anlage nicht lohnen. Allerdings ist dies eine Momentaufnahme. Nach wie vor bestechen die Bundeswertpapiere durch ihre unumstößliche Sicherheit und können ein Portfolio stabilisieren. Als Gegengewicht zu (eher riskanten) Aktien haben sie somit durchaus ihre Berechtigung, weil sie weniger anfällig für Kursschwankungen und Marktbewegungen sind.

Fazit

Bundesanleihen sind Schuldverschreibungen eines Landes beziehungsweise eines Staates. Hat dieser ein gutes Rating, spiegelt sich dies im Zins und damit in der Rendite wider: Je geringer das Ausfallrisiko, desto geringer der Ertrag. Große Zinsanstiege sind von deutschen Bundesanleihen im aktuellen Marktumfeld nicht zu erwarten. Als sicherer Hafen dient diese Anlageklasse dennoch zahlreichen professionellen und institutionellen Investoren. Besonders in Krisenzeiten erhalten Bundesanleihen Zuflüsse, was zu Kursanstiegen führt.

Für Privatanleger sind Bundesanleihen meistens zusammen mit anderen Staatsanleihen in Form von global diversifizierten Rentenfonds eine Anlagemöglichkeit, um ein bestehendes Aktienportfolio zu diversifizieren.

Die WeltInvest ETF-Portfolios kombinieren Anleihen und Aktien in einem weltweit diversifizierten Portfolio. Das Verhältnis von Anleihen und Aktien wählen Sie selbst: 0/100, 30/70, 50/50 oder 70/30. Ganz nach Ihrer Risikobereitschaft.

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